Deutschland
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Schweden

Deutschland-Schweden im 11FREUNDE-Liveticker

Siegst du noch? Oder verlierst du schon?

Liebe Fans, falls ihr euch wundert, warum die Spaßtröten so schlapp aus den Mündern der Schland-Anhänger baumeln – das ist geschehen: Nach einer 4:0-Führung hieß es am Ende doch nur 4:4 gegen Schweden. Aber es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel den 11FREUNDE-Ticker.

23:01 Uhr

Es geht weiter. Wenn ich Beckmann wäre, würde ich jetzt rufen: »Lieber Joachim Löw! Angola gegen Mali, Afrikacup 2010, Endstand 4:4 nach 4:0-Führung Angolas!« Doch er fragt nur: »Wie ist die Stimmung in der Kabine?« Darauf Löw: »Totenstille!« Und mit einem Mal erwache ich aus der Agonie: Was ist das hier eigentlich los, dass ein Bundestrainer sich solcher Formulierungen befleißigen muss? Haben wir das WM-Finale verloren? Haus und Hof? Die Entscheidungsschlacht im Krieg der Sterne? Nein, bloß ein WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden. Deshalb dieser Einwand: Sollten wir uns nicht mehr Sorgen über die heillose Überhöhung solcher Ereignisse machen als um ein 4:4, selbst wenn es schmachvoll war? Fußball mag immer noch Nebensache sein, doch an solchen Abenden erhärtet sich der Verdacht, dass den Menschen die Hauptsachen abhanden gekommen sind. Uns eingeschlossen. Wir sehen uns in der Kneipe, liebe Fans. Hauptsache, das erste Bier kommt schnell. Euer 11FREUNDE-Liveticker.  

22:57 Uhr

Der Bundestrainer ist da! »Wir freuen uns sehr«, tiriliert Beckmann. Löw sich nicht so. Wirkt irgendwie gallertartig vor Entsetzen, hat keine Erklärung dabei. Gesten, Mienen wie Fehlpässe. Das Wort »symptomatisch« ist symptomatisch. Dann starrt Löw Scholl an, hilfesuchend. Der starrt zurück. Ein Satz endet mit »und... äh«. Dann Stille. Ein einfühlsamer Beleuchter würde jetzt das Licht ausmachen. 

22:54 Uhr

Beckmann und Scholl blättern in den ersten 60 Minuten wie in einem Familienalbum. Ach, damals – als die Welt noch in Ordnung war. Guck mal, der Philipp auf der Schaukel! Manuel und sein neuer Trecker! Per und Jerome im Zoo! Doch dann geschah das Unsagbare. Demnächst im Ersten: »Vier Tore zur Hölle«. Mit Veronica Ferres als Angela Merkel und Armin Rohde als Schweden. 

22:49 Uhr

Wenn Mehmet Scholl, der immerhin beim CL-Finale 1999 auf dem Platz stand, sagt, »so was« habe er noch nie erlebt, brauchen wir vollkommen neue Analogien. Hat jemand mal die Nummer von Guido Knopp? Mir schwebt da eine ZDF-History-Serie vor. Arbeitstitel: »Jogis Niederlagen«. Ich zusammen mit Knoppi und Scholli in diesem geil verrauchten Chrom-Studio. Scholl: »So was habe ich noch nie erlebt.« Knopp und ich unisono: »Bleiben Sie uns treu.« 

22:50 Uhr

»Da sind wir sprachlos«, so Beckmann, sobald er wieder auf Sendung ist. Was natürlich nicht stimmt, wie er im Anschluss umgehend beweist. Aber trotzdem, der Gedanke ist gepflanzt. Beckmann sprachlos. Es wäre soooooo schön.

22:47 Uhr

Toni Kroos steht da wie ein AKW-Ingenieur, dem gerade der Reaktor unterm Arsch geschmolzen ist. »Schwierig zu erklären«, nuschelt er. »Schwer zu analysieren«, nuschelt auch Schweini. Ja, es wird viel genuschelt in der Interviewzone, nach innen gesprochen, nach innen gefühlt. Ich zog mich in mich selbst zurück – und fand dort ein 4:4.

 

22:43 Uhr

Philipp Lahm nun in der Blitzinquisition, hält sich an die Fakten: »Plötzlich bekommt man ein Tor, und dann noch eins, und dann ist der Gegner wieder da.« Ein präzise Analyse, allerdings keine Antwort auf die Frage, wie das passieren konnte. Also hakt der Reporter nach. Und Lahm bleibt standhaft, schwört nicht ab: »Plötzlich bekommt man ein Tor, und dann noch eins, und dann ist der Gegner wieder da.« Zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

92.

»Es ist geschehen«, so Bartels. Besser kann man es nicht ausdrücken. Vielleicht noch mit Punkten dazwischen. Es. Ist. Geschehen. 4:4. Ein Remis wird zur Königin Mutter aller Niederlagen. Mertesacker köpft auf Elm, der schießt ein. Nightmare On Elmstreet. Und dann pfeift der Schiedsrichter ab, und ohne Gnadenfrist ballert Kirmestechno aus den Boxen. Die Hölle, sagte Sartre, sind die die anderen. Nein. Die Hölle, das sind wir.

91.

Gelb jetzt für Schweini. Weil er all das nicht verhindert hat.

90.

»Ein (bzw. viele) Zeichen setzten«, nannte man das früher, wenn Effe 15 Gelbe Karten pro Saison sammelte oder David Beckhamm umrammte und dann liegen ließ wie Abfall, den einer wie er selbstverständlich nicht aufhebt. Das musste man nicht schön finden, ich weiß auch gar nicht, warum ich jetzt daran denken muss, wo Philipp Lahm seine dritte Gelbe im dritten Spiel sieht. Wegen Zeitspiels.

89.

Drei Minuten noch, die als »die drei Minuten von Berlin« in die Geschichte eingehen könnten. In die Geschichte der Beschissenheit.

87.

»Badstuber wirkte auch nicht immer sicher«, kickert Bartels nun. Ist das noch ein Euphemismus oder bereits eine ernsthafte Störung des Kurzzeitgedächtnisses?

84.

Sieh an: Löw ist zurückgekehrt. Das hätte er sein lassen sollen. Denn so muss er dies mitansehen: Manuel Neuer macht den René Higuita, nicht das Ding mit dem Skorpion, was schlecht genug für unsere Nerven wäre, sondern er kopiert die Szene mit Roger Milla, ist da, wo er nicht sein sollte, nicht sein darf, Riesenchance für die Schweden aufs 4:4 – drüber. Und auch drunter. Ich muss kotzen. 

81.

Jerome Boateng: Ich sach mal so. Wenn du dein erstes Tor seit der dritten Klasse JETZT machen könntest, würde ich darüber nachdenken, dir deine Akzentzeichen zurückzugeben, auch wenn ichs für so ein krasses Ghettokid wie dich ein bisschen zu soft finde, Jérôme.

82.

»Da gibt es ja noch diese 1,95 Meter große Bedrohung!«, winselt Bartels. So lang ist die Knute der ARD-Intendanten? . 

80.

Davon werden wir unseren Enkeln erzählen. Wenn wir sie hassen.

78.

Ganz ehrlich, liebe Fans, ich bin erst jetzt so richtig in meinem Element. Mit Kantersiegen kann ich so wenig umgehen wie Jerome Boateng mit Lob, aber das hier, dieses Schauspiel, das Tom Bartels jetzt natürlich den Untergang des DFB vorhersehen lässt, »wenn das hier schiefgeht«, das ist genau meine Kragenweite.

74.

Lässt Löw sich eigentlich schon vorm Brandenburger Tor feiern? Anders als durch die Abwesenheit des Bundestrainers lässt sich nicht erklären, was die Deutschen da machen. Jetzt fällt tatsächlich das 3:4 – und damit zum ersten Mal in der Gefühlsgeschichte der Menschheit ein Stein AUF die Herzen. Wann schaltet die ARD »Professor« Dietrich Grönemeyer hinzu?

69.

Die Deutschen spielen zu ungenau! Wollte ich gerade schreiben. Doch da mahnt Leser Manuel Fuchs: »Könnte mal jemand die Wendung ›zu ungenau‹ auf den Index setzen? ›Ungenau‹ reicht. Wenn etwas, z. B. ein Zuspiel, ›zu irgendwas‹ sein kann, dann kann es auch ›nicht irgendwas genug‹ sein. Und wann bitte war das letze Mal ein Zuspiel ›nicht ungenau genug‹?« Jetzt! Bei den Schweden! Du Schlaumeier. 

68.

Die acht Rentner (wir berichteten) hatten mit den Pfiffen, wie wir immer schon wussten, übrigens vollkommen recht. Die deutsche Abwehr kommt aus dem Schwimmen nicht mehr heraus, Zlatan Ibrahimovics Blicke allein reichen, um die Schwimmflügel platzen zu lassen, und der deutsche Bademeister mit der Binde um den Arm ist nur einen Meter fünfzig groß.

67.

Lange habe ich mich vor dieser Analogie gedrückt, aber jetzt ist es soweit: Dieses Spiel ist wie ein Ikea-Regal. Alles steht schon, und beim letzten Brett bricht einem der Inbusschlüssel ab. 

64.

Neuer ist der schlechteste Mann auf dem Platz – so wollte ich jedenfalls gerade witzeln. Doch dann legt der Junge sich das Ding selbst rein. Kann er da noch Handspiel seiner selbst reklamieren? Zwecklos. 2:4. Und in Hamburg hechtet René Adler vor Freude in seine DFB-Sporttasche. 

58.

Auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Es könnte sein, dass im Berliner Olympiastadion überhaupt keine Zuschauer anwesend sind. Von acht Rentnern abgesehen, die bei jedem Ballkontakt, der nicht direkt zu einem Treffer führt, pfeifen.

61.

»Eine Verletzung wäre schlecht«, weiß Bartels. Warum also nicht mal ein Gegentor, um wieder runterzukommen? Müller verliert den Ball, dann die Konterflanke, direkt auf Zlatan, Kopfball, drin. Ätzend. Warum nicht mal eine Verletzung?

55.

Ja, ich will! Müller romantisiert den Ball auf Özil, der liebt ihn rein, und auf der Linie steht Kroos Spalier und streut Blumen für dieses Tor, das in der Tat so schön war, dass jemand seine Schleppe tragen und Rolf Seelmann-Eggebert es kommentieren müsste. Eine Adelshochzeit von einem Treffer. Und was sagt dieser Bartels? »Ich glaube, das Spiel ist entschieden.« Bis dass der Tod uns scheidet. 

53.

Bartels kommt nicht runter von seinem Jerome-Boateng-Trip, und auch wenn er damit nicht gänzlich falsch liegt, fragt man sich langsam, ob er nicht eine Wette verloren hat. Oder wirkt das nur so übertrieben, weil Jerome Boateng sonst nie gelobt wird, zumindest nicht öfter als zweimal am Stück, und das auch nur von seinen Trainern? Weswegen er sich ja schon, diese Ach-Menno- ich-war das-doch-gar-nicht-Mimik zugelegt hat. Was wird all dieses Lob aus ihm machen? Einen Torschützen etwa, zum ersten Mal seit der F-Jugend? Oder reißt er gleich alles mit dem Arsch ein, zieht die Notbremse und sieht Rot, weil es einfach zu schön war, um wahr zu sein? Wir werden berichten.

51.

Hans-Peter Briegel + Kobe Bryant = Jerome Boateng 

48.

Özil, der Zauberer von Öz! Mit der magischen Hacke auf Müller. Doch der vergibt. Wir ihm nicht. 

46.

Anstoß. Es ist seltsam still im Olympiastadion. Eine Schweigeminute für den Rumpelfußball? Joachim Löw trägt sich schon mit dem Nivea-Deostick ins Kondolenzbuch ein.

21:50 Uhr

Warum ziehen wir nicht alle gemeinsam nach Blaubach-Diedelkopf?

21:49 Uhr

Nicht, dass ich glaubte, wir hätten sonderlich viel verpasst, aber für jemanden, der im Nebenberuf Talkmaster ist, hat er doch eine merkwürdige Berufsauffassung. Während Scholl sich mühsam eine Expertise zum Spiel der Deutschen abringt, fällt Beckmann ihm unvermittelt ins Wort . Grund: Scholl hat die Wendung »wohl temperiert« verwendet, die Beckmann ihm nun glückselig entreißt und vermutlich in seinen nächsten zwanzig Anmoderationen anbringen wird.

21:46 Uhr

Klaus und Klaus sind zurück. »Ich kann nicht Golf spielen«, so Klaus. »Was ist Golf?«, so Klaus. Und: Da steht ein Pferd auf dem Flur.

21:45 Uhr

Wenn die Menschen in Schleswig-Hostein einfach ins benachbarte und mittlerweile vollkommen verwaiste Mecklenburg-Vorpommern ausweichen würden, könnte die globale Erwärmung Schleswig-Holstein auch gerne haben. Meine Meinung.

21:43 Uhr

Jetzt sagt ein Wissenschaftler: »Wenn die deutschen Männer so essen würden wie die deutschen Frauen, könnte eine Fläche von der Größe Schleswig-Holsteins eingespart werden.« Wenn ich einen Salat esse, kann ich Holstein Kiel auslöschen? Mit dieser Macht muss ich erst umzugehen lernen.   

21:41 Uhr

In Rotterdam seien, so heißt es nun, mehrere Kunstwerke geklaut worden, unter anderem »Der Kopf des Harlekins«. Das Gute: Ohne Kopf kann Oliver Bierhoff keine Interview mehr geben. Brüller!

21:37 Uhr

Geht doch! Tom Buhrow kommentiert einen Bericht über den wie ein Mastiff dreinschauenden Wolfgang Schäuble mit einer deratigen Lebensfreude, dass das Studio nicht extra beleuchtet werden muss. Oder moderiert etwa Zini neuerdings die »Tagesthemen«?  Wie auch immer: Tschüüüüüüüüüüüüüüüüüüüs!

21:34 Uhr

Wann reagiert die ARD endlich und passt ihre Experten-Besetzung an die Gegebenheiten an? Beckmann und Scholl! Pah! Das ist, als würden wir von Klaus und Klaus durch den Louvre geführt. 

45.

Eine Minute Nachspiel. Und vielleicht bleibt Deutschland sogar noch zum Frühstück.

43.

Bartels wähnt Ibrahimovic im Abseits, wundert sich deshalb, dass die Fahne unten bleibt, hat dann aber gleich die Erklärung parat: »Dafür ist das Spiel zu einseitig.« Verblüffend.

39.

Aller guten Dinge sind 3:0! Und wer hat es gemacht? Mertesteppich, Mertesparkett, Mertesschaum! Wenn dieses Tor ein Buch wäre, man müsste es unter Arbeiterliteratur bibliographieren. 

38.

Meine Fresse, der Reus will hier irgendwas beweisen, rennt durch die schwedische Abwehr, als wäre er nicht Woody Woodpecker, sondern Speedy Gonzales. Schließt allerdings auch ab wie Speedy Gonzales, Mesut Özil macht es zumindest ein bisschen besser, zieht wenigstens einem Kameramann beim Nachschuss noch den Scheitel nach.

35.

Wann waren Deutsche eigentlich zuletzt mal frech? Als Nena »99 Luftballons« sang? Buchwald, Kohler, Auge: Sie alle standen nicht im Verdacht, frech zu sein. Rehmer, Hamann, Nowotny umso weniger. Doch das hier, das ist echt mal frech. Und ich wundere mich selbst darüber, dass sich das ziemlich gut anfühlt. Ich habe sogar plötzlich unbändige Lust, einen Frechdachs zu streicheln. Hat der Zoo wohl noch auf?

34.

Jetzt mal ganz ehrlich: Liegt’s daran, dass wir kein HD haben, oder hat es tatsächlich angefangen zu regnen? Falls Letzteres zutrifft: Was soll das? Warum muss es anfangen zu regnen, sobald ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und mich weiter als 500 Meter von zuhause entferne?

31.

So ist mein Leben: Kaum spüre ich mal so was wie Begeisterung, ja, Liebe – schon taucht am Fenster gegenüber ein alter, nackter Mann auf und kratzt sich das Skrotum. Und das ist ausnahmsweise mal kein Scherz. PS: Die Ähnlichkeit zu Uli Hoeneß spare ich ganz bewusst aus.

28.

Schweinsteiger ist längst so etwas wie der Yoda des deutschen Mittelfelds. »Größe ist nicht alles«, hören wir ihn denken. »Die kleinere Truppe wir sind, dafür größer im Geist.«

27.

Bierhoff liest mit, startet sofort die Welle. Dann doch bitte lieber wieder Schweigen.

25.

»Hallo? Ist da jemand?«, würde es jetzt bei »Derrick« heißen. Ja: die Schweden, die sich jetzt mit einer Ecke anschleichen. Doch Neuer, der Harry unter den Welttorhütern, löst den Fall. Abführen! 

23.

Klose ist so gut, dass der Regen über dem Stadion verdunstet. Zumindest aus der Sicht von Tom Bartels, und da freuen wir uns einfach mit: »Es ist ein herrlicher Herbsttag, mit leichtem Niesel.«

22.

So. Zwanzig Minuten gespielt, es steht 2:0, und im Berliner Olympiastadion ist es so still, dass wir Oliver Bierhoff vom Fan Club Deutsche Nationalmannschaft powered by Coca-Cola über die Außenmikros dabei zuhören können, wie er »So ein Tag, so wunderschön wie heute...« singt

20.

Wer braucht jetzt noch »Erfurt-Rauhfaser«? Ich habe die Redaktion längst mit ausgedruckten Philipp-Lahm-Interviews tapeziert. Die schönsten Stellen habe ich vorher unterstrichen. In Pink.

18.

Mertesacker – passt dieser archaische Name wirklich noch zum mondänen Spiel der Deutschen? Wir schlagen vor: Mertesteppich, Mertesparkett, Mertesschaum. 

14.

Reus, Rolls-Reus! Der beste Spieler aller Zeiten rast als kaum mehr sichtbare Silhouette über links, der Ball ist so berauscht, dass er sich Klose dankend selbst auf den Fuß legt, der streichelt ihn noch ein Weilchen, dann küsst er ihn über die Linie. 2:0. Und das ist noch untertrieben. 

13.

Das Berliner Olympiastadion sieht heute abseits des Rasens übrigens aus, als sei es in Vorbereitung auf einen Biathlon-Weltcup künstlich beschneit worden.

12.

Rügen-Spenge-Meppen, so hängen drei Transparente hinten rechts neben dem deutschen Tor direkt nebeneinander. Spielt das jemand »Stadt-Land-Fluss« mit Manuel Neuer, damit er sich nicht so langweilt?  

8.

Bumm, Zack, Tor. Klose nach Vorlage von Reus. Mit links, als bedürfte das hier noch einer symbolischen Verstärkung. Überragend. Sagt Uli Hoeneß jetzt immer noch, was Löw denkt? Dann säße er gerade auf seinem Tegernseer Sofa und sagte: »Ich hab's doch gewusst.« Und das wäre gelogen.

8.

Die Bande behauptet: »Kicker: Hier lebt der Fußball!« Was? Immer noch bei Mama und Papa?

6.

Irgendjemand aus dem Mittelfeld mit einem Weltpass auf rechts bzw. hätte es ein Weltpass sein können, hieße der Empfänger nicht Jerome Boateng, den ich für seine Defensivqualitäten und -spielweise sehr schätze, was das Beste ist, was man in dieser Situation über ihn sagen kann.

3.

Jetzt zahlen wir es den Schweden aber heim. Die Anfangsphase ist nichts anderes als ein Dreiminütiger Krieg. 

2.

Doppelchance für Deutschland bzw. Müller. Erst mit der Hacke, dann Vollspann. Weil jeweils noch der Torwart dran ist, weitere Spieler, vielleicht sogar der Pfosten, kriegen wir überhaupt nichts mit, außer dass der Ball wie beim Flippern hin und herspringt. Jetzt mal gaaaanz langsam hier.

1.

Der Anstoß geht leider unter in einer Welle der Entrüstung. Die Fans, die uns doch selbst die Choreo geschenkt haben, hassen nun ab: »Ihr PR-Nutten!«, schreibt einer. »So verprasst ihr also die ganze Abokohle«, ein anderer. Das muss ich dementieren: Die Abo-Kohle habe ich allein für meine Walpenisleder-Stiefeletten ausgegeben. 

20:45 Uhr

Die Seitenwahl. Zlatan schaut Lahm an wie einen Hund im Tierheim, den er zwar nicht sonderlich niedlich findet, aber auch nicht in seinem Elend zurücklassen will. Na, komm, mein Kleiner. Gehen wir Gassi.

20:43

Zum Gedenken an den Dreißigjährigen Krieg: keine Fairplay-Botschaften heute. Auch mal ganz schön. Dann die Hymnen. Mittelschön. Gieselmann gehorcht Bartels aufs Wort, singt mit. Unschön.

20:41 Uhr

Das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen: Die Fans im Berliner Olympiastadion haben eine riesige 11FREUNDE-Choreo vorbereitet. Kollege Jonas winkt weinend in den Fernseher, dann wird Ehrenspielführer Philipp Köster ein Blumenstrauß überreicht. Und da man aufhören soll, wenn es am schönsten ist: Macht euren Scheiß doch allein. 

20:41 Uhr

Zlatan schüttelt sich noch mal die Klöten aus, dicht gefolgt vom Bundestrainer. Das wär's: Statt eines Fußballspiels ein Rennen auf der Rolltreppe. Das Schöne: Der 11FREUNDE-Liveticker müsste sich nicht groß umstellen. 

20:40 Uhr

Ein interessanter Nebenaspekt. Auf den Spielerfotos, die die ARD ausgesucht hat, sehen alle schwedischen Spieler ausnahmslos so aus, als würden sie im Moment der Bildaufnahme von hinten am Pferdeschwanz gezogen, egal, ob sie einen tragen oder nicht. Ein versteckter taktischer Hinweis? Genial!

20:36 Uhr

Für Schweden spielen angeblich Safari und Lustig. Weltgeist, du hast doch den Arsch offen.

20:32 Uhr

Armer Opa! Uwe Seeler wird von einem pietätlosen ARD-Konfirmanden mit der Aussage »Sie und Helmut Haller sind aus einem Holz geschnitzt« konfrontiert. Uwe horcht in sich hinein: Ist seine Stunde wirklich auch schon gekommen? Doch dann holt er doch noch mal Luft, sagt: »Schweden 1958!« Das war knapp. 

20:33 Uhr

Beckmann gibt den kleinen Mann: »Zlatan treibt sich irgendwo auf dem Platz rum und kriegt auch 15 Millionen Euro.« Dabei müsste er das doch kennen: Treibt sich irgendwo auf dem Platz rum und kriegt auch noch ein Mikrofon.

20:31 Uhr

Was hat sich Hansi Flick ausgedacht, um Zlatan Ibrahimovic zu stoppen? »Wenn er in Ballnähe ist, müssen wir ihn attackieren!«, doziert das DFB-Hirn im ARD-Interview. Das ist nichts weniger als eine taktische Revolution – schaffen es die Deutschen nach Jahren des Wegrennens, wann immer ein Stürmer in Ballnähe war, plötzlich zu »attackieren«? Der schwedische Pressesprecher sagt: »Nein.« Und Sven Kaulbarß sagt: »Dann eben Nein.«    

20:28 Uhr

Entweder ARD und ZDF benutzen neuerdings in »Länderspielpausen« dieselben Trailer, oder Philipp Lahm hat ein neues Mantra: »Es gibt keine Garantie, dass man Titel gewinnt.« Und das nach all den Jahren des »Mia san mia«, des »Wir müssen uns vor niemandem verstecken«, des »Ich will Weltmeister werden«, des »Hallo, ich bins, der Philipp, der Kapitän, und ich werde Missstände ansprechen, wenn ich sie sehe«. Was ist da passiert? Ist Deutschland etwa gar nicht so gut, wie immer behauptet? Müssen wir uns doch verstecken, und wenn ja, vor wem? Vor Schweden? Wir werden berichten. Aus unserem Versteck.

20:26 Uhr

Schmelzer spielt nicht. Er sei, so heißt es hochgefühlig, »verletzt«. Ist es das erste Mal, dass ein Nationalspieler wegen einer Seelenzerrung passen muss? 

20:21 Uhr

Was aus dem Vorbericht hängen bleibt: Toni Kroos' Flaum schimmert in der Sonne wie von Gerhard Richter gemaltes Perlmutt. Und: Joachim Löw arbeitet nebenberuflich in einem Autohaus. Sucht euch selbst aus, was euch mehr deprimiert.

20:18 Uhr

Löw: »Es gab immer wieder eine Phase der Kritik. Das sehe ich als Lob.« Die ARD dazu: »Fakt ist: Er hat Schnupfen.«

20:15 Uhr

Legt Delling diesmal sein Meisterstück ab und beginnt die Moderation mit einer Überleitung? Quasi: Er leitet sich selbst auf Beckmann über, der statt seiner durch den Abend führt. Genial. »Danke, Reiner!«, sagt Scholl. Danke, Ahmed. 

20:12 Uhr

Angst! Noch drei Minuten bis Delling. Delling: Ist das eigentlich das englische Partizip für »dell« (»Talsenke«)? Wenn sich der Lebensmut talsenkt...

20:07 Uhr

Wo riecht es wohl strenger? Auf dem Arbeitgebertag oder in einer Spielerkabine beim Halbzeitstand von 0:3? Das kann nur Dieter Hundt wissen. 

20:02 Uhr

Nun also die »Tagesschau«, auch sie wird natürlich moderiert von Zlatan Ibrahimovic. Diese offenen Haare! Ich bin für Schweden.

19:59 Uhr

»Es gibt keine Kleinen mehr bei Fussi«, klagt Userin »Jubelbiene« im 11FREUNDE-Forum. Klingt, als wäre sie in ihrer Lieblingseckkneipe »Fussi« von Gewichthebern umzingelt. Da können wir jetzt auch nicht helfen. 

19:48 Uhr

Noch zwölf Minuten bis zur »Tagesschau«. Zeit genug also, dieses Lied drei Mal zu hören. Es wurde uns dankenswerterweise von unserem Leser Clemens Schröder zugesandt, und wir malen uns gerade aus, es gäbe Derartiges auch in Deutschland. Horror: »Philipp, i love you, ich liebe dich!« im ZDF Fernsehgarten, gesungen vom »Schni-Schna-Schnappi«-Quälgeist! Müssten Merkel und Steinbrück dann noch mal vor die Mikros treten und beteuern, dass unser Erspartes sicher sei?  

19:24 Uhr

Und so wollen sie spielen. Deutschland: Immel - Herget, Th. Berthold (75. Reuter), Kohler, Buchwald, Frontzeck – Matthäus, Littbarski (75. Rolff), Thon Völler, K. Allofs (46. Eckstein). Schweden: Möller – R. Nilsson, Hysen, P. Larsson, Schiller – Thern, Prytz, Strömberg, Holmquist – Ekström (69. J. Nilsson), Gren (62. Truedsson, 83. Rehn). Und damit schalten wir um nach Berlin. Ihr Kommentator ist Günter-Peter Ploog. 

19:07 Uhr

Ja, auch wir sind Fans von Zlatan Ibrahimovic. Selten hat jemand unsere Lieblingsutensilien Pferdeschwanz und Petticoat so auf sich vereint. Außer Nina und Mike halt. 

18:52 Uhr

Irre Wende im »Kicker«-Ticker: »18:36 Uhr – 46. min – 0:3 – Spielerwechsel: Toko für Toko (Schweiz).« Naht die Apokalypse? Ich wechsel mich vorsichtshalber mal selbst aus. Also: Gieselmann für Gieselmann. Hab ich's gut bzw. schlecht!

18:19 Uhr

Na, endlich, liebe Fans: Saufen! Saufen! Saufen! »Wenn Jogi Löw ehrlich ist, müsste er mir längst eine Flasche Champagner geschickt haben«, so Uli Hoeneß soeben im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Münchner »Abendzeitung«. Und dann: »Ich habe nur das gesagt, was er eigentlich denken müsste.« Stop, stop, stop – Saufen sofort einstellen! Das müssen wir unbedingt nüchtern analysieren: »Ich habe nur das gesagt, was er eigentlich denken müsste.« Ist das schon Telepathie? Ist Löw noch Löw, oder ist Löw schon Hoeneß? Was denkt Löw hier, und was will Hoeneß uns damit sagen? Und hier? Oder hier? Wir denken: Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst. Wer hat das noch mal gesagt? Etwa auch Hoeneß?

18:16 Uhr

»Schön, dass wenigstens hier die Schweden nicht zum Topgegner gemacht werden«, frohlockt User Kenny. Zu früh gefreut, Kenny! 11FREUNDE warnt: Mit diesem Keeper ist Schweden nicht zu schlagen!

16:42 Uhr

Soeben erreichen uns brisante Bilder: Schwedens Nationaltrainer Eric Hamren fährt zum Stadion!

16:30 Uhr

Immens wichtiger Hinweis von unserem Leser Hardy Lopner (siehe 15:31 Uhr): »Ist das vor Mesut nicht ein Maulwurfskuchen? Damit will ihm die Mannschaftsleitung doch eindeutig zeigen, dass sie dahinter gekommen ist, wer bei der EM regelmäßig einen Tag vorm Spiel die Aufstellung hat durchsickern lassen!« Kommuniziert Joachim Löw tatsächlich über solche Codes? Und warum steht plötzlich ein Beerdigungskuchen bei mir auf dem Schreibtisch?

16:25 Uhr

Was war eigentlich los, als die Schweden das letzte Mal in Berlin waren? Im Jahre 1635 ließ Kurfürst Georg Wilhelm mitteilen: »Wegen Pest, Krieg, Verfolgung frommer unschuldiger Christen, Ergießung der Wässer, welche auf so viele Tonnen Goldes Schaden getan, Erdbeben und ungewöhnliches Donnerwetter fällt das Theater aus.« Und heute? Ausverkauftes Haus, Topstimmung, Wowi, gutgelaunt mit einem Hummerschwanz in jeder Hand, denkt nicht daran, die Sause abzusagen. Und alle so: »Schlaaaaaand!« Danke, Europa. Danke, Helmut Kohl.

16:18 Uhr

Zlatan Ibrahimovic sei, wie ein 11FREUNDE-User derweil schreibt, »ein Wikser«. Allemal eine faszinierende Fusion aus »Wichser« und »Wikinger«. 

15:31 Uhr

Und was sagt uns dieses, mit »Überraschung im Mannschaftshotel« überschriebene Foto auf Mesut Özils Facebook-Seite? 

a) Überraschung: Der Mesut kann Kerzen ganz ohne Feuerzeug anzünden!

b) Überraschung! 2 plus zwei Daumen ist auch 4!

c) Überraschung! Hansi Flick hat dem Mesut die Hälfte von seinem Riesen-Raffaello abgegeben!

d) Überraschung! Auch Luxushotels richten ihre Räume ein wie eine Tierarztgattin aus der Lüneburger Heide!

e) Überraschung! Der Ring aus dem Kaugummiautomaten sieht aus drei Metern Entfernung aus, als wäre er echt! Oder umgekehrt!

f) Überraschung! Es gibt gar keine Überraschung!

Schreibt uns jetzt an online@11freunde.de. Stichwort »Überraschung« – zu gewinnen gibt es eine Einladung zu Dirk Gieselmanns 57. Geburtstag.

15:16 Uhr

Wie gesagt: Alle, wirklich alle. 

14:54 Uhr

Apropos Grundschule, apropos Zeitstrahl: Was die Menschen europaweit verbindet, ist die Tatsache, dass sie als Kinder alle, wirklich alle, von halbseidenen Onkels mit der Aura des Rattenfängers von Hameln vor marmorierte Leinwände gesetzt und mit einer entwürdigenden Mittelscheitelfrisur fotografiert wurden. Ein Bild aus der Mappe schenkten sie den Großeltern zu Weihnachten, der Rest liegt noch heute in den längst verlassenen Jugendzimmern hinter klemmenden Schreibtischschubladen. Oder ist auf fatale Weise ins Internet geraten. Aber hey, Zlatan: Wer hatte damals keinen Pulli mit aufgestickten Buchstaben an? 

13:22 Uhr

Dennoch lohnenswert, sich auszumalen, wie eine solche Entschuldigung zu Stande gekommen ist. So könnte es gewesen sein, zwischen DFB-Nasszelle und DFB-Mittagsbuffet:

Löw (offiziös): »Wer mich kennt, der weiß, dass ich Spieler in der Öffentlichkeit in diesem Maße nicht kritisiere.«

Schmelzer (tapfer): »Haben Sie aber! Mit Verlaub, Trainer! Äh, Bundestrainer – beziehungsweise Herr Bundestrainer-Trainer!«

Löw (in die Ferne blickend): »Das habe ich dem Marcel Schmelzer auch so noch mal mitgeteilt.«

Schmelzer (verzweifelnd): »Aber ich BIN Marcel Schmelzer!«

Löw (den Abschluss suchend): »Das wollte ich einfach auch hier noch mal sagen.« 

Schmelzer (resignierend): »Entschuldigung, aber ich versteh überhaupt nix mehr.«

Löw (hochzufrieden): »Entschuldigung angenommen.«

13:17 Uhr

Wir stecken noch mit zehn Fingern im Hackfleisch fest, da meldet »Bild.de« plötzlich: »Vor Schweden-Hammer: Löw entschuldigt sich bei Schmelzer!« Was bitte ist ein Schweden-Hammer? Ein martialisches Folterinstrument, das zarte Bundestrainerknöchelchen zermalmt? Dann hat diese Entschuldigung keinen Bestand. Sorry, Marcel Schmelzer.

12:51 Uhr

Helle Freude, liebe Fans! Und das nicht einmal nur über die immer noch andauernde Länderspielpause, sondern weil: »Thorsten Fink feiert Dienstjubiläum!« Das jedenfalls meldet der Sportinformationsdienst. Klingt ein wenig, als säße der gute Mann nun schon seit 40 Jahren in der Lok eines Regionalzugs zwischen Bad Segeberg und Neumünster, die, weil sich eine Umschulung nicht mehr lohnt, immer noch mit Dampf betrieben wird – tatsächlich ist Fink jedoch seit gerade einmal 365 Tagen Trainer des HSV. Eine verschwindend geringe Zeitspanne im Leben eines Dinosauriers. Erinnert mich an den Zeitstrahl, der bei uns in der Grundschule auf dem Flur hing: Zwölf Meter Erdgeschichte, und erst auf dem letzten Zentimeter erscheint der Mensch. Was uns wiederum vor Augen führen könnte, wie unbedeutend wir sind. Treffen sich zwei Planenten, sagt der eine: »Mir geht's heut nicht so gut... Ich glaub, ich hab die Menschen!« Sagt der andere: »Keine Angst. Das geht vorbei.« Wie auch jede Amtszeit und jede Länderspielpause schließlich immer vorbei gegangen sind. Was der eigentlich Grund zum Feiern sein könnte. Massiert schon mal den Mettigel: Euer 11FREUNDE-Liveticker.      

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