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Portugal

Deutschland-Portugal im 11FREUNDE-Liveticker

Ohne Stürmer: Deutschland nur 4:0

Die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw wird immer lauter: Nachdem er offenbar vergessen hatte, auch nur einen Stürmer aufzustellen, quälte sich seine Mannschaft zu einem knappen 4:0 gegen den krassen Außenseiter Portugal. Am allerkritischsten: der 11FREUNDE-Liveticker.

12:46 Uhr

Er hat uns alle in die Irre geführt. Kein Boateng, kein Lahm wird gegen Supermann Cristiano Ronaldo antreten – Bundesspielertrainer Joachim Löw macht’s selbst! »Die Idee kam mir, als der Hansi neulich im Lounge-Zelt zu mir meinte: ›Chef, wie machst du das nur? Du siehst aus wie 45!‹ Und als ich diese aufrgenden Bilder im Fernsehen sah, wie ich den Strand entlangsprinte, da wusste ich: Ich kann es schaffen! Ich vertraue mir voll und, äh... ganz.« War es schwer, Jerome Boateng, der seine Sache gegen Ronaldo bei der EM vor zwei Jahren doch recht gut gemacht hatte, diese Entscheidung mitzuteilen? Löw: »Jemandem zu sagen, dass er auf der Bank sitzen wird, tat Nivea als diesmal.« Dann verabschiedete er sich. Er müsse noch ein Einzelgespräch führen, ließ er wissen. Mit sich selbst.  

12:54 Uhr

Was genau erwartet Jogi Löw im Duell gegen den Weltfußballer? Bild-Zwangskolumnistin Cathy Fischer alarmiert: »Ronaldo hat rasiertere Beine als ich!« Aha. Soso. Wusste gar nicht, dass es diese Steigerungsform überhaupt gibt: rasiert, rasierter, am rasiertesten. Gibt es also auch das Dreitagebein? Oder spart mancher bei der Rasur einfach die Kniekehle aus? Das könnte ein neuer Kult werden: Der Kniekehlenschnauz! Ali Daei, zieh dich warm an!

12:59 Uhr

»Manuel Neuer erklärt sich für fit«, heißt es auf kicker.de. Faszination Selbstermächtigung! Ich erkläre mich hiermit für reich und schön.

13:09 Uhr

Auch abseits des Spiels heute Abend bewegt uns eine Frage ganz besonders: Wann kommen KMH und Lukas Podolski zusammen? Wann legen sie die Mikrofone weg und beginnen zu flüstern? Oder schubst er sie einfach irgendwann ins Wasser? Das war ja auch schon damals im Freibad von Bergheim die höchste Form der Liebesbekundung. Wenn er ihr auf dem Handtuch den Rücken eincremt, ist es offiziell: Kathi + Poldi = Big Love. Mit Edding auf die Trennwand der Umkleidekabine geschrieben.

13:16 Uhr

Aber irgendwann sind die großen Ferien vorbei, er ist wieder in London, sie in Mainz. Und dann schießt sie auf die Torwand mit anderen Männern, interviewt sie, vergisst ihn. Es ist so absehbar, es ist so graumsam. Poldi, pass gut auf dich auf! Only love can break your thumb.

14:04 Uhr

Wir haben Experten gefragt: Wie viele Wochen geben Sie der Beziehung zwischen KMH und Poldi? Marco Reus zeigt sich pessimistisch.

14:07 Uhr

Thomas Müller glaubt da schon an eine etwas längere Perspektive.

14:09 Uhr

Und Mesut Özil? Wie so oft zeigt der Spielmacher sich von seiner melancholischen Seite.

14:11 Uhr

Wir haben noch mal nachgefragt: Ist das Ihr Ernst, Mesut Özil? Eine Woche nur? Und das soll ein Sommermärchen sein. »Na, gut«, so Özil. »Einen Daumen hab ich ja noch.«

14:13 Uhr

Zu den unromantischen Dingen. Boateng, Hummels, Mertesacker, Höwedes: Vier gerlernte Innenverteidiger bilden heute also die Abwehr. Ist das die Renaissance der so genannten deutschen Tugenden? Der Grätsche, des unerbittlichen Zweikampfs, der Manndeckung, des Pferdekusses, des Spezialauftrags? Hören wir nach Jahren der Feinstofflichkeit endlich wieder Sätze wie »Merk ihn dir!«, »Hau ihn um!« und »Wenn der auf Klo geht, dann gehst du mit!«? Rufen die Portugiesen verzweifelt: »Ey, wir müssen morgen alle wieder arbeiten!«? Und wer darf alles auf eine Zukunft in der Nationalmannschaft hoffen? Wo sind die neuen Schlindweins, Rahners, Dickgießers? Wo sind sie, die Juwelen der Destruktivität, des Spielabbaus, des Bloß-weg-mit dem-Ding? Da! Auch wenn viele ihr Potenzial noch nicht erkennen.

14:29 Uhr

Doch während wir noch Beton anrühren wie die Bescheuerten, ist das Spiel offenbar schon längst entschieden. Ausgespielt von Robotern, kommentiert von Toni Polster. Wie ging’s denn aus, Doppelpack? »Nullnull. Hä? Oder?«

14:34 Uhr

Doch auch nachdem das Ergebnis offenbar feststeht, ist die Konzentration bei den Portugiesen nach wie vor äußerst hoch. Hier Livebilder von einem Ergänzungsspieler, 3 Stunden und 24 Minuten vor dem Anstoß. 

14:39 Uhr

Es wird immer verrückter. Nachdem Bundestrainer Joachim Löw bereits die Mittelstürmerposition aufgelöst hat, melden die Agenturen jetzt: »Deutschland gegen Portugal ohne echten Torwart!« Stattdessen, so ist zu lesen, solle die falsche Eins die flache Vier dabei unterstützen, die abkippende Sechs aufzufangen. Co-Trainer Hansi Flick: »Ja, es ist richtig: Wir lassen das Tor auch gar nicht erst aufbauen. Das ist besser für unsere Ergebnisvorgabe: Die Null muss stehen.« Die Null gibt es aber noch? Flick: »Stand jetzt ja. Alles andere ist uninteressant.«

14:49 Uhr

Eine Meldung aus der Politik: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Portugiesen als »Spinner« bezeichnet.

15:00 Uhr

Währenddessen ist Angela Merkels Flugzeugträger im Hafen von Salvador vor Anker gegangen. Den mitreisenden Journalisten teilte die Bundeskanzlerin mit: »Wir haben ganz klar gesagt, wir müssen jetzt zeigen, nach 2006, 2008, 2010, 2012, die gesamte mittelfristige Erfolgsplanung muss zielführend sein, und damit kommt Stabilität und Verlässlichkeit auch in diese Nationalmannschaft hinein. Trotz aller schwierigen Siege sage ich: Dieser ist notwendig. Notwendig für die Zukunft unseres Landes. Auch wenn, das will ich ganz deutlich sagen, es schwere Zweikämpfe sein werden und ich es auch für eine durchaus ernste Situation für unser Land halte, aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen können, wenn wir das jetzt auch so umsetzen, wie der Bundestrainer und ich es veranlasst haben, und das ist uns in harter Arbeit gelungen.«

15:02 Uhr

Aber ist dieses gewinnen-Wollen und -Müssen wirklich immer die beste Lage, in der sich ein Sportler befinden kann? Man verliert ja vollkommen den Blick für die kleinen Erfolge! Die Erfolge der Zwischenmenschlichkeit. Australien: Für mich der Weltmeister der Nächstenliebe.

15:18 Uhr

Wird so einst das größte Kapitel des deutschen Fußballs seit 1990 beginnen? Diese Meldung aus dem WM-Newsblog von »Spiegel Online« lässt uns vor Geschichtsträchtigkeit erstarren: »Nationalelf startet mit Nudelfrühstück.«

15:25 Uhr

Einer ist beim Nudelfrühstück jedoch nicht dabei: Thomas Hitzlsperger. Dabei war er doch mal Weltmeister von morgen! Und Berti Vogts wollte ihn sogar mitnehmen nach »Pochtugal«! Siehe hier.

15:56 Uhr

»50, 55 oder 70 Grad: Podolski bleibt cool«, meldet »kicker.de«. Warum nicht gleich 100 Grad? Wir zitieren Heiner Müller: »Jeder kann sich vorstellen, was passiert, wenn man einen Lukas Podolski in sehr heißes Wasser wirft. Er versucht, so schnell wie möglich wieder herauszukommen. Aber was passiert, wenn man einen Lukas Podolski in lauwarmes Wasser setzt und die Temperatur ganz allmählich erhöht? Überraschenderweise passiert nichts. Der Lukas Podolski gibt alle Anzeichen des Wohlgefühls von sich und beginnt, bei lebendigem Leibe zu kochen, ohne es auch nur zu merken.«

16:07 Uhr

Noch mal zur Erinnerung: Wem drücken wir heute die Daumen? Natürlich Manuel Peter, Lukas Josef und André Horst! Go, Hotte, go! (via zdfsport.de)

 

16:21 Uhr

Meine liebste Spammail des heutigen Tages. Ich habe das geforderte Charity-Geld überwiesen und mir gewünscht, dass unser Lieblings-Brasilien-Backpacker Lutz Pfannenstiel heute im Tor spielt. Mit Rucksack auf dem Rücken, einer Sambatrommel in der Hand und einem Kanguru als Sidekick.

16:25 Uhr

Reserviert mit euren Schlandtüchern schonmal unsere Plätze, wir kommen gleich. Nur noch schnell eine Runde um die Siegessäule, dann sind wir da!

16:25 Uhr

Der Zweikampf des Abends: Boateng gegen Ronaldo – wie geht er aus? Hoffentlich nicht so:

16:35 Uhr

Noch 85 Minuten bis zum Anstoß. Werden wir bis dahin erfahren, was aus diesem Flirt geworden ist?

17:06 Uhr

Auch die deutsche Elf soll sich gut vorbereitet haben. Das Expertenteam hat diverse Spielszenen von Ronaldo zusammgengestellt und analysiert. Zum Beispiel diese hier:

 

 

17:12 Uhr

Diese Partie gilt ja als Straßenfeger. Und tatsächlich ist kein Mensch mehr draußen. Nur ein Wagen der Stadtreinigung fährt einsam umher und spült die Kotze der frustrierten Hodnuras-Fans in den Gully. Sein Name: Cityfant. Müsste es also heutzutage vielmehr heißen: Deutschland-Portugal – ein echter Cityfant?

17:18 Uhr

Die Aufstellungen sind da! Deutschland beginnt tatsächlich ohne Klose und Schweinsteiger, dafür mit einer Viererkette, die aus vier Innenverteidigern besteht. Wäre diese Abwehrreihe ein Köperteil der Sportgeschichte, wäre sie der Bizeps von Hulk Hogan.

17:22 Uhr

Immer wieder die mittelmäßig tolle Rap-Ankündigung auf der ARD. Sind das noch Blumentopf? Oder ist das jetzt Haftbefehl? Und was sagt eigentlich der Erfinder des HipHop, Thomas Gottschalk, dazu?

 

17:23 Uhr

Werbung. Wie toll, dass wir uns all diese Produkte kaufen können, um uns zu trösten, wenn... Nein, daran wollen wir jetzt lieber nicht denken. Um den Gedanken zu verdrängen, bestell ich mir schnell ’ne neue Dusche, ’ne Pizza, ’ne Matratze und ein Auto, das mit mir spricht und mir sagt, dass es mich lieb hat.

17:27 Uhr

Eine Aufstellung wie bei Kick Off II auf dem Amiga, wenn die Bildschirmeinstellungen nicht stimmten: Sie geht nur bis zum Mittelfeld.

17:28 Uhr

Bilder vom Warmmachen. Sieht aus wie bei der Leichathletik-DM in Wattenscheid. Im Hintergrund ein Stabhochspringer, asketische Hindernisläufer platschen ins Wasserbecken. Da wird Cristiano Ronaldo vom Speer getroffen! Hansi Flick: »So weit hab ich noch nie geworfen! Krieg ich jetzt Bronze?«

17:32 Uhr

Jetzt die Bundeskanzlerin, kommt auch vom Warmmachen, sie schwitzt, aber lächelt: »Ich möchte, dass wir gewinnen. Wie, das ist dann schon fast egal.« Bildet Deutschland jetzt die Große Koalition mit Portugal?

17:35 Uhr

Die Sportschau informiert kurz vor dem Anfpiff via Twitter: »4 Spieler erzielten in je 3 WM-Auftaktspielen ihrer Teams Tore, (Pele, Klinsmann, Batistuta, Klose)«. Keiner der vier Spieler steht in der Startelf. Wir hoffen aber auch eine Doppeleinwechslung von Pele und Batistuta.

17:34 Uhr

Natürlich: Ronaldo in Unterwäsche, süffisant kommentiert von einem seit 25 Jahren unglücklich Verheirateten. Wann gibt es die erste Penisneid-Heatmap?

17:37 Uhr

»Muss ein Höwedes offensiver denken?«, fragt Opdenhövel. Muss er vielleicht sogar denken, er sei gar nicht Höwedes? Sondern jemand, der schon einmal eine Flanke geschlagen hat, die ankommt? Und da sieht man ihn auch schon am Spielfeldrand sitzen, mit den Fingern an den Schläfen, Schorsch Hackl gleich, den Kopf wiegend. Ja, er geht gedanklich alles noch mal durch: Irgendwo da vorn ist das Tor, und wenn ich dahin renne, ist es irgendwo rechts von mir, mein Fuß ist links, rechts auch noch einer, aber den brauche ich nicht. Dann flanken, dann den Daumen heben – fertig! Puh. Auf jetzt!«

17:42 Uhr

Ein letztes Mal der Spot, in dem Jogi und seine Neffen, durchs Morgengrauen joggend, für Zufriedenheit werben. Danke, ich nehm erst mal nur ’ne Mühlencurrywurst.

17:43 Uhr

Die Frage, die seit acht Stunden alle paar Minuten immer wieder gestellt wird: Kann Boateng CR7 an die Kette legen? Seltsam dabei, dass sich anscheinend niemand mehr an die EM 2012 erinnert. Gleiches Spiel, gleiches Duell – und Ronaldo hatte damals in etwa so viele Ballkontakte wie die Autoren dieses Livetickers während des ganzen Turniers.

17:45 Uhr

Poldi spielt nicht. Er liegt schluchzend in KMHs Damenhandtasche, den Reißverschluss halb geschlossen, den Kopf aufs blumige Halstuch der Starjournalistin gebettet. »Sag mir aber, wie es steht, ok?« – »Ja, mein Süßer.«

17:48 Uhr

Quasi-homophobe Herrenwitzchen auf dem ARD-Parkhaus. »Du darfst gleich an meinem Hemd nuckeln«, so Opdenhövel zu Scholl. Scholl giggelt. Eigentlich könnte ich mir statt dieser Vorberichterstattung auch die alten Super8-Filmchen von der Abifahrt nach Lloret de Mar reinziehen.

17:51 Uhr

Die Straßen in Berlin-Friedrichshain werden langsam leerer. Die letzten Fans eilen nach Hause zu ihren Super-Mega-Flatscreens, die sie sich für die WM in Super-Mega-Elektro-Stores haben aufschwatzen lassen. Alle? Nein! Unser von unbeugsamer Fettleibigkeit befallener Redaktionshund leistet Widerstand. Genauer: Er hat überhaupt keine Lust auf Fußball, sondern hängt vor der Tür ab und wartet aufs Abendessen. Wir würden uns gerne neben ihn legen.

17:52 Uhr

Im Tunnel. Wildes internationales Abgeklatsche derer, die den gleichen Schuhausrüster haben. Oliver Kahn: »Jetzt aber raus hier, ihr kleinen Ratten. Ich wohne hier schließlich.«

17:54 Uhr

Die Deutschen lassen Riesenhandtücher ins Stadion tragen. Der Platz am Achtelfinalpool ist reserviert. Und Roy Hodgson zerreißt vor Wut das Welcome-Kärtchen in seinem Hotelzimmer mit bloßen Händen. 

17:55 Uhr

Immer diese total verrückten Fans mit ihren total verrückten Forderungen. Hoffenntlich wird auch gleich unser Banner eingeblendet: »Ronaldo, lass dir von Kevin bitte keinen Döner ins Gesicht werfen oder spiel mit uns eine Partie Maumau!«

17:57 Uhr

Die Hymnen. Und unser Redaktions-Lippenleser hat ganz genau hingeguckt: Manuel Neuer hat doch eben tatsächlich »Brüh im Glanze« gesungen. Prompt schnellt der gesamte Back-Katalog von Sarah Connor in die Amazon-Top-10. Wir haben drei rare B-Seiten-Singles aus dem Frühwerk gekauft.

17:57 Uhr

Neue Frisur? Pepe sieht aus wie Toni Marschall. Ein recht billiger Versuch, die deutschen Schlagerfans auf seine Seite zu ziehen.

1.

Das hat Löw jetzt davon, dass er ohne Stürmer spielt: Keiner da, der den Anstoß ausführt. Ballverlust.

3.

Chance für Deutschland: Was klingt wie die neue Kampage von Manuela Schwesig (SPD), ist eine Szene von Mario Götze. Bringt aber ebenso wenig ein.

4.

Besonders mag ich es ja, wenn Fußballreporter von der sogenannten Schiedsrichterszene fabulieren. So wie jetzt Gerd Gottlob von der »osteuropäischen Schiedsrichterszene« spricht, denn der Unparteiische dieser Partie, Milorad Mazic, kommt aus Serbien. Und dort gibt es neben einer gut laufenden Gabba-Undergroundszene und einer harten Türsteherszene anscheinend auch eine äußerst interessante Schiedsrichterszene. Begrüßungsmove dieser Subkultur: Low Five mit grellem Pfiff und einer Strichmarkierung auf dem Asphalt.

5.

Erste, nun ja, Halbchance für Portugal. Hugo Almeida, der mittlerweile aussieht wie eine Mischung aus Burt Reynolds und Tatortreiniger Schotty, versucht sich mit einem Heber aus 16 Metern. Allerdings scheint er nicht bemerkt zu haben, dass Neuer im Tor steht und nicht daneben. Doch egal, sah gut aus. Zumindest, wenn man sich in diesen Sekunden – so wie wir – in seinen Moustache verlieben konnte.

7.

Ich hatte mal ein Gespenst von Playmobil. Das leuchtete drei Sekunden im Dunkeln, wenn man es vorher acht Tage lang mit der Taschenlampe bearbeitet hatte. Die Schuhe der Portugiesen hingegen leuchten im Hellen. Einfach so. Ich habe mich noch nie so arm gefühlt.

8.

Gerd Gottlob hat offenbar sein Leben auf einen Sieg der Deutschen gesetzt: Halbchance von Ronaldo, und er brüllt sich die Seele aus dem Leib vor Angst und Verzweiflung. Ob er Schland-Fähnchen an seinen Lippen trägt?

9.

Nächste Chance: Portugals Rui Patricio mit einem beschissenen Abschlag, der direkt in den Füßen von Sami Khedira landet. Dieser wiederum zieht sofort ab, doch sein Schuss geht am Tor vorbei. Durchatmen. Wir jedenfalls. Und die Portugiesen. Denn eines ist sicher: Wenn Gerd Gottlob weiter so schnappatmet, muss er direkt nach dem Abpfiff in ein Sauerstoffzelt getragen werden.

10.

Eine Kombination wie bei den Harlem-Globetrotters: Niemand weiß, wo der Ball ist, aber er kommt immer näher zum Tor, dann Götze, Götze, Götze, Götze, immer noch Götze, götzlich bzw. plötzlich liegt er darnieder. ELFMETER! Ich höre mich schreien. »Sei leise, oder ich gehe weg.« sagt Kollege Bock. Ist ja schon gut. Vielleicht später, bei Nigeria-Iran.

11.

Elfmeter. Müller. Aufgeregt wie vor dem ersten Date auf dem Scheunenfest in Weilheim? Nein! Der. Ball. Geht. Rein. Links unten. Deutschland führt 1:0. Der Angstschweiß wäscht uns die Schminke von der Stirn, die Autoflaggen an unseren Ohrläppchen vibrieren vor Erregung. Wir schalten um auf MDR. Eine Tier-Doku. Eine Arzt-Soap. Irgendwas zum Runterkommen, bitte!

13.

Ein Spiel wie »Eurogoals« mit Wolfgang Ley: Nur Highlights, nur Tore, rennende Portugiesen, archaische Trommeln und Tröten, Salti, Emotionen. Freue mich schon aufs Gewichtheben der Frauen im Anschluss.

15.

Sah Bento, Portugals Trainer, schon immer so schrecklich unportugiesisch aus, oder hat das erst der frühe Rückstand mit ihm gemacht? Blass, hager, entnervt. Als würde Ronaldo ihm jeden Morgen das frische Blut absaugen, das er für seine Lendengegend so dringend braucht.

17.

Deutschland und die Elfmeter – eine endlose und fürwahr sehr gut laufende Geschichte. Wir erinnern uns an 1974, an 1990, an 1996. Und wir ahnen: Deutschland holt den Titel. Bekommen wir dann alle ein Jahr Sommerferien? Der Chef sagt: »Natürlich.«

18.

Ein weiblicher Schland-Fan klopft ihrem in eine Fahne gehüllten Lover den Rhythmus auf die Schulter. Den falschen Rhythmus. Ist aber nicht schlimm: Sie macht ja nur ein Praktikum beim Fanclub Nationalmannschaft powered by Coca Cola. Will später mal was mit BWL machen.

21.

Immer wenn Deutschland-Fans auf der Tribüne eingeblendet werden, muss ich unweigerlich an Feuerwehrfeste und Mario Barth denken. Dann denke ich, warum bin ich eigentlich nicht auch da, auf der Tribüne, wo offenbar die beste Party der Welt gefeiert wird, und es hier, in der Redaktion, nichts anderes gibt als trockenes Brot, Kaffee, Zigaretten, das letzte Hörbuch von Fips Asmussen und Computer-Tasten auf der Computer-Tastatur, die die Welt nicht benötigt: ^

22.

Wenn Vogts ein Terrier war, ist Lahm auch einer. Aber einer, der die meiste Zeit im Fahrradkorb des Bundestrainers (vorne am Lenker) spazieren gefahren wird und dem man gar nicht zutraut, dass er einem in die Waden beißt. »Ist der süüüüüüüüüüüß!« Und zack: Bein ab.

24.

Naaaaaaaaaaaani! Hat die ganze Nacht auf der Playstation Pirlos Schusstechnik geübt, ganz fieser Schuss. Höwedes fasziniert, macht sich Notizen: »Playstation von Tönnies wünschen, üben!«

26.

Der Kollege fragt, mit welcher deutschen Fangruppe ich am liebsten unterwegs wäre. Mit »Air Bäron«, »Thalheim« oder »Pinkis on Tour«. Ich sage, die Hauptsache sei, dass ein Fan im Alf-Kostüm dabei ist. Er nickt verständnisvoll.

28.

Schnauzbartikone Almeida, der geilste Don der WM, muss raus. Die Schland-Praktikantin sagt zu ihrem Fahnen-Lover: »Och, nö. Nicht der! Der ist doch voll schnuckelig!« Für Almeida kommt Eder. Wahrscheinlich Klaus Eder. Der Physiogott aus Donaustauf. Lässt das jetzt mit der Reha, macht den Scheiß lieber gleich selbst.

29.

Nun auch das noch: Die »La Ola« schwappt durchs Stadion. Wir fühlen uns wieder wie damals, 1986 in Mexiko, als wir das erste Mal so eine Welle auf den Tribünen sahen und unsere Väter fragten, ob man da mit Seepferdchen mitmachen dürfe oder mindestens das DLRG-Abzeichen bräuchte.

31.

Kroos mit dem Joe-Montana-Pass, Touchdown Özil, legt dann auf Götze, abgeblockt, ist das irre, ist das schnell, die Portugiesen schnauzen einander noch an, da ist Kroos schon wieder bei der Ecke, und es wird die erste platzierte Ecke seit 100 Jahren, Schweinsteiger weint in den Erfrischungsgetränkeeimer, tut uns leid, für dich, Schweini, aber es ist so, es ist verdammt noch mal so, Hummels steigt, er steigt, er steigt, der Carlo Thränhardt des Kopfballs, und das Ding ist drin. 2:0. Auf der Tribüne tanzt Löw mit Angie Lambada, daneben lächelt Gauck: »Ihr positiven Spinner, Ihr!« 2:0 für Deutschland. Und Louis van Gaal hechtet im holländischen Mannschaftshotel ins Hummerbecken, um sich kneifen zu lassen.

35.

Wir träumen, wir japsen und wir wissen jetzt: Wenn wir groß sind, möchten wir eine Ecke von Toni Kroos sein!

38.

TOR! Ach, nee, andersrum: ROT! Pepe trifft Müller mit der Hand im Gesicht, der Deutsche geht daraufhin zu Boden, Pepe beugt sich zu ihm runter und versucht Müller mit seiner Stirn zu erklären, dass Müller ein Schauspieler sei. Der Weilheimer Jung lässt sich das nicht bieten, springt auf und erklärt, dass er gerne mit ihm reden würde, seine Stirn aber leider keine Hörfunktion habe. Pepe zeigt sich wenig verständnisvoll und zettelt danach eine Diskussion über Marx und Hegel an – das wird dann auch dem Schiedsrichter zu bunt. Er stellt ihn vom Platz.

39.

Menschen, Tore, Sensationen: Es ist das heißeste Spiel aller Zeiten. Doktor MüWo eilt übers Feld und vereist den Körper jedes einzelnen Spielers. Cool bleiben, jungs.

40.

Wieder Ecke. Wieder Kroos. Der Michelangelo des ruhenden Balles. Schießt er die nächste, wie weiland der Kaiser auf die Torwand, aus dem vollen Weißbierglas?

43.

Auch diese Fans – neutral – können es nicht fassen. »Pepe«, sagt der Herr in der Mitte, und dann schweigt er für immer.

45.

TOR! Flanke, Flanke und plötzlich ist der Ball wieder drin. Kroos, der Mann mit dem Wunderfuß, nascht den Ball nach innen. Dort steht Müller. Und dort schießt Müller. Dann streckt er die Faust nach oben. Ein Jubel, einhundertsiebzehntausend Mal gesehen, doch schöner als das erste Mal Modern Talking live ist er immer noch.

45.

Drei Tore. Und das ohne Stürmer. Und in Leverkusen, in Stefan Kießlings WM-Keller, essen er, Kevin Kuranyi, Pierre-Michel Lasogga und Max Kruse schweigend Salzstangen. Irgendwann sagt Kuranyi: »Wollen wir mal gucken, was sonst noch so läuft?« Kruse: »Küstenwache wär’ cool.«

18:50 Uhr

Kurzer Blick auf die Tribüne. Ja, Angela Merkel jubelt immer noch. Dabei ist doch jetzt Werbung!

18:52 Uhr

In Salvador klopft Müller an die Klotür, hinter der Pepe kniet und sich selbst in die Schüssel drückt. »Geht gleich weiter, ne? Kommste? Achso. Achja. Vegessen. Tschü-hüs!«

18:53 Uhr

Müller ist einfach ein Wahnsinnstyp. Eben noch schießt er zwei Tore, jetzt schon grillt er auf der ARD Angeber-Steaks an einem überdimensionierten Angeber-Grill, den man von Angeber-Gartenpartys aus Hamburger Angeber-Vierteln kennt. Wir ordern zwei bis drei. Für unsere Angeber-Dachterassen auf unseren Angeber-Villen. Geliefert werden sie von Toni Kroos. Per Angeber-Flanke.

18:56 Uhr

Wozu jetzt noch Werbung für Grillfleisch? Schland-Fans werfen doch längst ganze Schweine in die Glut! In Berlin regnet es aus heiterem Himmel Schweiß und Testosteron auf uns herab. Wie viele Tonis, Thomasse und Marios werden in neun Monaten zur Welt kommen? Und wie viele »Weltmeister 2034«-Babylätzchen müssen dazu in asiatischen Sweatshops genäht werden? Man müsste es erforschen.

19:00 Uhr

Nur eine Sache beunruhigt uns: Dieses Kamel (besser ausgebildet als wir) hat auf Portugal gesetzt.

46.

Weiter geht's. Portugal jetzt zu zehnt. Aber dafür weiterhin mit Ronaldo, der sich für die zweite Halbzeit vorgenommen hat, doppelt so viele Bälle zu bekommen wie in der ersten – also zwei.

47.

Raul Meireles spielt übrigens auch mit, allerdings so langsam und behäbig, dass er sich während des Laufens noch ein Arschgeweih tätowieren könnte. Auf die Stirn.

48.

Jetzt geht hier im Hof die Alarmanlage los. Ohne Scheiß. Ein Blick nach draußen: Zwei Einbrecher tragen einen Fernseher aus dem Haus. Und hinterher laufen in gebückter Haltung die überfallenen Schland-Fans, um das 4:0 nicht zu verpassen.

49.

Hummels ist heute so stark, der würde sogar Guido Buchwald daran hindern, Maradona zu neutralisieren.

51.

Breaking News: Manuel Neuer am Ball. Guckt in die Sonne. Guckt weiter in die Sonne. Spielt einen Pass. Holt sich danach wieder seine Sonnenliege an den Pfosten und bestellt bei der freundlichen Bedienung ein Calippo Cola. 

52.

Gottlob spricht nun über »die Verzweiflung der Portugiesen.« Die ist schon groß, aber auch nicht größer als sonst. Sie nennen es Fado.

53.

Nächste Chance für Deutschland. Özil scheitert an Portugals Keeper Patricio, der den Ball auf den Kopf von Müller abwehrt. Doch der Deutsche köpft über das Tor. »Blitzartig«, japst Gottlob. Wir japsen mit. Können aber unsere eigenen Worte nicht mehr verstehen. Fazit vermutlich irgendwas mit »Mega!« oder »Mägä!«.

53.

0:3 gegen Deutschland. Das ist der Spielstand, bei dem Zlatan Ibrahimovic sich langsam die Stutzen hochzieht. Leider müssen Portugal und diese WM ohne ihn auskommen. Aber der braucht ja auch mal ’ne Pause.

55.

Sorgen bereitet uns ein wenig das Gesicht von Portugals Trainer Bento. In der ersten Hälfte ist der Mann bereits um zwölf Jahre gealtert, und nun, nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit, sieht er aus wie eine menschgewordene Slot-Machine. Blöd nur: Sein Co-Trainer könnte zwar hunderte von Münzen in die schlitzartigen Falten in Bentos Stirn werfen – er würde nie gewinnen.

61.

Eine halbe Stunde vor Ende der Partie macht sich auch ein bisschen Angst breit: Angst vor der übergroßen Schland-Party auf den Berliner Straßen und der Apres-Ski-Atmosphäre in der U-Bahn. Gräbt jemand einen Tunnel zu meiner Wohnung? 

60.

Freistoß Portugal, und Ronaldo ist sich nicht zu schade, sein affektiertes Arschbombenritual auch diesmal durchzuzuziehen. »Komm, mach hinne!«, ruft Müller. »Andere wollen auch mal.« Wie man halt im Freibad in Pfähl in Oberbayern miteinander spricht.

62.

Kroos schlägt Pässe, wie Banksy Bilder malt. Immer ein bisschen subversiv, doch auch für die große Allgemeinheit leicht zu verstehen. Wenn er nicht aufpasst, hängt er demnächst bei Brad Pitt im Schlafzimmer. Gekauft für 100 Millionen Dollar.

63.

Schürrle kommt, Özil geht, nein, er schleicht, den Tränen so nah wie eigentlich immer. »Darfst noch Sendung mit der Maus gucken«, sagt Hansi Flick. Und da lächelt er, der Mesut. Den blauen Elefanten mag er besonders gern.

64.

Coentrao wird vom Platz getragen. Weinkrampf.

66.

Ich werde mir damit Feinde machen. Aber ich mahne sammerhaft: Deutschland spielt zu früh zu gut. So wird man nicht Weltmeister. Im Halbfinale gegen Real Madrid wird Endstation sein.

68.

Lange nichts mehr von Angela Merkel gehört oder gesehen. Dabei hatte sie sich fest vorgenommen, eine Block-Choreo zu starten. Mit Konfetti und Trompeten. Und dem Banner: »Auf wiedersehen, Cristiano!«

69.

Götze mit der Riesenchance, die er jedoch vergibt. Guckt hinterher genauso aus der Wäsche, als hätte er getroffen: zwischen arrogant und belämmert. Jubelt er bei seinen Toren seit Neuestem nicht mehr, nur damit niemand merkt, wenn er keine macht? Was plant Götze wirklich?

72.

Wogende Gesänge jetzt im Stadion. Wann gab es das zuletzt? Dann werden Fans eingeblendet, ein Mann im Dortmund-Trikot hält den WM-Pokal (den echten) in die Kamera und sagt etwas. Vermutlich: »Olè, olè!« Prompt merkt er, dass er die Akzente falsch gesetzt hat und verabschiedet sich in Richtung Bierstand. 

74.

Hummels humpelt über den Platz. Hat sich irgendwas verdreht. Das Knie? Gottlob zittert und will am liebsten sofort auf den Platz rennen und das mit seinem Erste-Hilfe-Know-How alles wieder gerade biegen – oder sein linkes Knie anbieten. Doch Müller-Wohlfarth winkt ab. Gottlob kommentiert weiter. Zunächst mit dem rechten Knie.

75.

Ein Leser schreibt uns folgende Zeilen: »Eine halbe Stunde vor Ende der Partie macht sich auch ein bisschen Angst breit: Angst vor der übergroßen Schland-Party auf den Berliner Straßen und der Apres-Ski-Atmosphäre in der U-Bahn... Das ist jetzt Eure Welt, 11FREUNDE. Ihr gehört da jetzt dazu. Das nicht anerkennen zu wollen und zu können, ist nicht selbstironisch, sondern blasiert.« Wie recht er hat. Ohne es zu wollen, werde ich zu Hause meinen Schland-Pyjama anziehen und mich in den Schlaf grölen. Ich kann nicht anders. Es ist eine Tragödie. Es ist eine Komödie.

77.

Seltsame Stimmung jetzt hier. Das Spiel verflacht, als wollten die Spieler sich für höhere Aufgaben schonen. Bekommt Deutschland gleich den Liga-Cup verliehen?

77.

Anruf auf dem Handy. Wer kann das sein? Studio Braun? Dirk Gieselmann? Mutti? Gerd Gottlob? Oder die Zeitansage der Telekom? Egal. Ich gehe ran. Thomas Müller meldet sich. Kündigt ein Tor an, und ich sage okay...

79.

Und dann macht es tatsächlich BUMM. Müller, wie versprochen. Wenn der nicht Müller heißen würde, man müsste ihn Müller nennen. Reingestochert, reingemogelt, reingemüllert. 4:0. Wann wird Gerd gefragt, was er von Thomas gelernt hat?

80.

Müller geht, um auf einem Nebenplatz noch ein bisschen zu trainieren. Für ihn kommt Podolski. Wie ein Nachtisch, wenn man schon fast platzt. Ein Espresso wäre mir lieber. Und eine Marlboro Light. Mit Jogi. In der Skybox. Diesen Moment festhalten, in dem alles möglich scheint. Zuhören, wie er »Maracana« sagt. Seine Haare zählen. Die Reinheit seines Hemdes bestaunen. Stattdessen: Poldi auf links. Bemüht, engagiert. Und ich weiß wieder: der Weg ist noch weit. Vor allem für mich.

84.

Jetzt ist auch Angela Merkel wieder voll da. Sie ruft: »Den kenne ich.« Poldi winkt ihr verlegen zu und sagt: »Nein, ich bin der andere!«

86.

Jetzt könnte Löw doch mal ein bisschen experimentierten. Wie wäre es mit Schürrle in der Innenverteidigung und Gieselmann & Bock als Doppelspitze. Letztere sollen in der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft vor fünf Jahren beinahe mal einen Fallrückzieher gemacht haben. Seitdem plagen sie sich mit einer Zehverstauchung rum. 

87.

Auch Klinsi und Berti verfolgen natürlich dieses Spiel. Unerkannt im Uli-Stielike-Jackett, das sie gemeinsam tragen, sitzen sie auf der Tribüne von Salvador. Berti: »Was heißt eigentlich ›Haut sie durch die Wand‹ auf Amerikanisch, Jürgen?« Klinsi: »Ich kann jetzt nicht.«

89.

Miese Wortspiele für die Party danach: »Die Adler have schlanded«.

90.

Müller noch mal an der Klotür, dahinter Pepe: »Jetzt komm halt mal raus, Seppi. Bist halt ’n hässlicher Vogel. Aber Schwamm drüber. Ich hab Bier dabei.«

92.

Ronaldo legt 92 Minuten Wut in einen Freistoß. Neuer legt 92 Minuten Langeweile in eine Abwehr – und faustet den Ball zur Seite, während er mit der anderen sein Calippo-Eis zu Ende lutscht. Fußball kann so entspannt sein.

19:55 Uhr

Schluss. Aus. Vorbei. Deutschland gewinnt 4:0 gegen Portugal. Kroos gemäldet Flanken in den Strafraum, Müller schießt drei Tore und Ronaldo frisst vor Wut die Freistoßmarkierung auf. Alles in allem: Ein Fußballspiel, das interessanter war als ein Töpferei-Workshop in Südbrandenburg. Wenn jetzt noch Xavier Naidoo sein Comeback ankündigt, kann die Mannschaft das Achtelfinale erreichen. Schön. Oder: »Sehr schön«. Übrigens: Meireles hatte in der zweiten Halbzeit doch noch ein paar Aktionen. Seine beste seht ihr hier:

19:59 Uhr

Und dann musste Ronaldo in Salvador auch noch erfahren, dass es einen anderen mit seinem Namen gibt. Es ist zum Verrücktwerden.

19:58 Uhr

So schnell ergeben sich neue Perspektiven: Die portugiesische Nationalmannschaft befreit in der Supermarkt-Werbung einen deutschen Rentner von einer eingeatmeten Olive.

20:00 Uhr

Ein engagierter 11FREUNDE-Leser leistet Klinsi Übersetzungshilfe: »Skin them through the wall!«, muss es heißen. Angstgegner USA?

20:01 Uhr

Jetzt Müller im Interview, gelassen und ausgeruht, als hätte er gerade ein paar C-Jugendliche auf dem Kleinplatz düpiert. Dann zur Szene mit Pepe: »Das würde ich gern noch mal im Fernsehen anschauen. Ich hoffe, es sah okay aus.« Ja, war in Ordnung. Der Schelm. Ein Schauspieler ist er also auch noch. Der Gustl Bayrhammer des Weltfußballs.

20:06 Uhr

Lahm, aufgekratzt. Als hätte er gerade den Malwettbewerb der Volksbank Gern gewonnen. Mit einem Bild von Thomas Müller.

20:08 Uhr

Boateng, du Pharao der Grätsche. Sag jetzt nichts.

20:10 Uhr

Wenn man’s hochrechnet, macht Müller 21 Tore bei dieser WM. Kauft der FC Bayern ihn dann sich selbst weg?

20:12 Uhr

Wo ist Löw? Tanzt er schon vor dem Brandenburger Tor? Warum auch nicht: Dieser Weg wird ein leichter sein. Auch wenn man diesen Satz nicht so geil profanreligiös jodeln kann.

20:19 Uhr

Und während Deutschland Portugal in der »Tagesschau« gleich noch mal schlägt, ziehen wir uns auf unseren Fanzentimeter zurück und streichen uns gegenseitig schwarz an. Rot kommt dann nach dem zweiten, Gold nach dem dritten Gruppenspiel. Es muss ja spannend bleiben. So wie garantiert auch Iran gegen Nigeria. Als nächstes im 11FREUNDE-Ticker, dem Kevin Großkreutz unter den Liveblogs. Viel Spaß, liebe Fans.

20:19 Uhr

Und während Deutschland Portugal in der »Tagesschau« gleich noch mal schlägt, ziehen wir uns auf unseren Fanzentimeter zurück und streichen uns gegenseitig schwarz an. Rot kommt dann nach dem zweiten, Gold nach dem dritten Gruppenspiel. Es muss ja spannend bleiben. So wie garantiert auch Iran gegen Nigeria. Als nächstes im 11FREUNDE-Ticker, dem Kevin Großkreutz unter den Liveblogs. Viel Spaß, liebe Fans.

20:12 Uhr

Wo ist Löw? Tanzt er schon vor dem Brandenburger Tor? Warum auch nicht: Dieser Weg wird ein leichter sein. Auch wenn man diesen Satz nicht so geil profanreligiös jodeln kann.

20:10 Uhr

Wenn man’s hochrechnet, macht Müller 21 Tore bei dieser WM. Kauft der FC Bayern ihn dann sich selbst weg?

20:08 Uhr

Boateng, du Pharao der Grätsche. Sag jetzt nichts.

20:06 Uhr

Lahm, aufgekratzt. Als hätte er gerade den Malwettbewerb der Volksbank Gern gewonnen. Mit einem Bild von Thomas Müller.

20:01 Uhr

Jetzt Müller im Interview, gelassen und ausgeruht, als hätte er gerade ein paar C-Jugendliche auf dem Kleinplatz düpiert. Dann zur Szene mit Pepe: »Das würde ich gern noch mal im Fernsehen anschauen. Ich hoffe, es sah okay aus.« Ja, war in Ordnung. Der Schelm. Ein Schauspieler ist er also auch noch. Der Gustl Bayrhammer des Weltfußballs.

20:00 Uhr

Ein engagierter 11FREUNDE-Leser leistet Klinsi Übersetzungshilfe: »Skin them through the wall!«, muss es heißen. Angstgegner USA?

19:58 Uhr

So schnell ergeben sich neue Perspektiven: Die portugiesische Nationalmannschaft befreit in der Supermarkt-Werbung einen deutschen Rentner von einer eingeatmeten Olive.

19:59 Uhr

Und dann musste Ronaldo in Salvador auch noch erfahren, dass es einen anderen mit seinem Namen gibt. Es ist zum Verrücktwerden.

19:55 Uhr

Schluss. Aus. Vorbei. Deutschland gewinnt 4:0 gegen Portugal. Kroos gemäldet Flanken in den Strafraum, Müller schießt drei Tore und Ronaldo frisst vor Wut die Freistoßmarkierung auf. Alles in allem: Ein Fußballspiel, das interessanter war als ein Töpferei-Workshop in Südbrandenburg. Wenn jetzt noch Xavier Naidoo sein Comeback ankündigt, kann die Mannschaft das Achtelfinale erreichen. Schön. Oder: »Sehr schön«. Übrigens: Meireles hatte in der zweiten Halbzeit doch noch ein paar Aktionen. Seine beste seht ihr hier:

92.

Ronaldo legt 92 Minuten Wut in einen Freistoß. Neuer legt 92 Minuten Langeweile in eine Abwehr – und faustet den Ball zur Seite, während er mit der anderen sein Calippo-Eis zu Ende lutscht. Fußball kann so entspannt sein.

90.

Müller noch mal an der Klotür, dahinter Pepe: »Jetzt komm halt mal raus, Seppi. Bist halt ’n hässlicher Vogel. Aber Schwamm drüber. Ich hab Bier dabei.«

89.

Miese Wortspiele für die Party danach: »Die Adler have schlanded«.

87.

Auch Klinsi und Berti verfolgen natürlich dieses Spiel. Unerkannt im Uli-Stielike-Jackett, das sie gemeinsam tragen, sitzen sie auf der Tribüne von Salvador. Berti: »Was heißt eigentlich ›Haut sie durch die Wand‹ auf Amerikanisch, Jürgen?« Klinsi: »Ich kann jetzt nicht.«

86.

Jetzt könnte Löw doch mal ein bisschen experimentierten. Wie wäre es mit Schürrle in der Innenverteidigung und Gieselmann & Bock als Doppelspitze. Letztere sollen in der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft vor fünf Jahren beinahe mal einen Fallrückzieher gemacht haben. Seitdem plagen sie sich mit einer Zehverstauchung rum. 

84.

Jetzt ist auch Angela Merkel wieder voll da. Sie ruft: »Den kenne ich.« Poldi winkt ihr verlegen zu und sagt: »Nein, ich bin der andere!«

80.

Müller geht, um auf einem Nebenplatz noch ein bisschen zu trainieren. Für ihn kommt Podolski. Wie ein Nachtisch, wenn man schon fast platzt. Ein Espresso wäre mir lieber. Und eine Marlboro Light. Mit Jogi. In der Skybox. Diesen Moment festhalten, in dem alles möglich scheint. Zuhören, wie er »Maracana« sagt. Seine Haare zählen. Die Reinheit seines Hemdes bestaunen. Stattdessen: Poldi auf links. Bemüht, engagiert. Und ich weiß wieder: der Weg ist noch weit. Vor allem für mich.

79.

Und dann macht es tatsächlich BUMM. Müller, wie versprochen. Wenn der nicht Müller heißen würde, man müsste ihn Müller nennen. Reingestochert, reingemogelt, reingemüllert. 4:0. Wann wird Gerd gefragt, was er von Thomas gelernt hat?

77.

Anruf auf dem Handy. Wer kann das sein? Studio Braun? Dirk Gieselmann? Mutti? Gerd Gottlob? Oder die Zeitansage der Telekom? Egal. Ich gehe ran. Thomas Müller meldet sich. Kündigt ein Tor an, und ich sage okay...

77.

Seltsame Stimmung jetzt hier. Das Spiel verflacht, als wollten die Spieler sich für höhere Aufgaben schonen. Bekommt Deutschland gleich den Liga-Cup verliehen?

75.

Ein Leser schreibt uns folgende Zeilen: »Eine halbe Stunde vor Ende der Partie macht sich auch ein bisschen Angst breit: Angst vor der übergroßen Schland-Party auf den Berliner Straßen und der Apres-Ski-Atmosphäre in der U-Bahn... Das ist jetzt Eure Welt, 11FREUNDE. Ihr gehört da jetzt dazu. Das nicht anerkennen zu wollen und zu können, ist nicht selbstironisch, sondern blasiert.« Wie recht er hat. Ohne es zu wollen, werde ich zu Hause meinen Schland-Pyjama anziehen und mich in den Schlaf grölen. Ich kann nicht anders. Es ist eine Tragödie. Es ist eine Komödie.

74.

Hummels humpelt über den Platz. Hat sich irgendwas verdreht. Das Knie? Gottlob zittert und will am liebsten sofort auf den Platz rennen und das mit seinem Erste-Hilfe-Know-How alles wieder gerade biegen – oder sein linkes Knie anbieten. Doch Müller-Wohlfarth winkt ab. Gottlob kommentiert weiter. Zunächst mit dem rechten Knie.

72.

Wogende Gesänge jetzt im Stadion. Wann gab es das zuletzt? Dann werden Fans eingeblendet, ein Mann im Dortmund-Trikot hält den WM-Pokal (den echten) in die Kamera und sagt etwas. Vermutlich: »Olè, olè!« Prompt merkt er, dass er die Akzente falsch gesetzt hat und verabschiedet sich in Richtung Bierstand. 

69.

Götze mit der Riesenchance, die er jedoch vergibt. Guckt hinterher genauso aus der Wäsche, als hätte er getroffen: zwischen arrogant und belämmert. Jubelt er bei seinen Toren seit Neuestem nicht mehr, nur damit niemand merkt, wenn er keine macht? Was plant Götze wirklich?

68.

Lange nichts mehr von Angela Merkel gehört oder gesehen. Dabei hatte sich fest vorgenommen, eine Block-Choreo zu starten. Mit Konfetti und Trompeten. Und dem Banner: »Auf wiedersehen, Cristiano!«

66.

Ich werde mir damit Feinde machen. Aber ich mahne sammerhaft: Deutschland spielt zu früh zu gut. So wird man nicht Weltmeister. Im Halbfinale gegen Real Madrid wird Endstation sein.

64.

Coentrao wird vom Platz getragen. Weinkrampf.

63.

Schürrle kommt, Özil geht, nein, er schleicht, den Tränen so nah wie eigentlich immer. »Darfst noch Sendung mit der Maus gucken«, sagt Hansi Flick. Und da lächelt er, der Mesut. Den blauen Elefanten mag er besonders gern.

62.

Kroos schlägt Pässe, wie Banksy Bilder malt. Immer ein bisschen subversiv, doch auch für die große Allgemeinheit leicht zu verstehen. Wenn er nicht aufpasst, hängt er demnächst bei Brad Pitt im Schlafzimmer. Gekauft für 100 Millionen Dollar.

60.

Freistoß Portugal, und Ronaldo ist sich nicht zu schade, sein affektiertes Arschbombenritual auch diesmal durchzuzuziehen. »Komm, mach hinne!«, ruft Müller. »Andere wollen auch mal.« Wie man halt im Freibad in Pfähl in Oberbayern miteinander spricht.

61.

Eine halbe Stunde vor Ende der Partie macht sich auch ein bisschen Angst breit: Angst vor der übergroßen Schland-Party auf den Berliner Straßen und der Apres-Ski-Atmosphäre in der U-Bahn. Gräbt jemand einen Tunnel zu meiner Wohnung? 

55.

Sorgen bereitet uns ein wenig das Gesicht von Portugals Trainer Bento. In der ersten Hälfte ist der Mann bereits um zwölf Jahre gealtert, und nun, nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit, sieht er aus wie eine menschgewordene Slot-Machine. Blöd nur: Sein Co-Trainer könnte zwar hunderte von Münzen in die schlitzartigen Falten in Bentos Stirn werfen – er würde nie gewinnen.

53.

0:3 gegen Deutschland. Das ist der Spielstand, bei dem Zlatan Ibrahimovic sich langsam die Stutzen hochzieht. Leider müssen Portugal und diese WM ohne ihn auskommen. Aber der braucht ja auch mal ’ne Pause.

53.

Nächste Chance für Deutschland. Özil scheitert an Portugals Keeper Patricio, der den Ball auf den Kopf von Müller abwehrt. Doch der Deutsche köpft über das Tor. »Blitzartig«, japst Gottlob. Wir japsen mit. Können aber unsere eigenen Worte nicht mehr verstehen. Fazit vermutlich irgendwas mit »Mega!« oder »Mägä!«.

52.

Gottlob spricht nun über »die Verzweiflung der Portugiesen.« Die ist schon groß, aber auch nicht größer als sonst. Sie nennen es Fado.

51.

Breaking News: Manuel Neuer am Ball. Guckt in die Sonne. Guckt weiter in die Sonne. Spielt einen Pass. Holt sich danach wieder seine Sonnenliege an den Pfosten und bestellt bei der freundlichen Bedienung ein Calippo Cola. 

49.

Hummels ist heute so stark, der würde sogar Guido Buchwald daran hindern, Maradona zu neutralisieren.

48.

Jetzt geht hier im Hof die Alarmanlage los. Ohne Scheiß. Ein Blick nach draußen: Zwei Einbrecher tragen einen Fernseher aus dem Haus. Und hinterher laufen in gebückter Haltung die überfallenen Schland-Fans, um das 4:0 nicht zu verpassen.

47.

Raul Meireles spielt übrigens auch mit, allerdings so langsam und behäbig, dass er sich während des Laufens noch ein Arschgeweih tätowieren könnte. Auf die Stirn.

46.

Weiter geht's. Portugal jetzt zu zehnt. Aber dafür weiterhin mit Ronaldo, der sich für die zweite Halbzeit vorgenommen hat, doppelt so viele Bälle zu bekommen wie in der ersten – also zwei.

19:00 Uhr

Nur eine Sache beunruhigt uns: Dieses Kamel (besser ausgebildet als wir) hat auf Portugal gesetzt.

18:56 Uhr

Wozu jetzt noch Werbung für Grillfleisch? Schland-Fans werfen doch längst ganze Schweine in die Glut! In Berlin regnet es aus heiterem Himmel Schweiß und Testosteron auf uns herab. Wie viele Tonis, Thomasse und Marios werden in neun Monaten zur Welt kommen? Und wie viele »Weltmeister 2034«-Babylätzchen müssen dazu in asiatischen Sweatshops genäht werden? Man müsste es erforschen.

18:53 Uhr

Müller ist einfach ein Wahnsinnstyp. Eben noch schießt er zwei Tore, jetzt schon grillt er auf der ARD Angeber-Steaks an einem überdimensionierten Angeber-Grill, den man von Angeber-Gartenpartys aus Hamburger Angeber-Vierteln kennt. Wir ordern zwei bis drei. Für unsere Angeber-Dachterassen auf unseren Angeber-Villen. Geliefert werden sie von Toni Kroos. Per Angeber-Flanke.

18:52 Uhr

In Salvador klopft Müller an die Klotür, hinter der Pepe kniet und sich selbst in die Schüssel drückt. »Geht gleich weiter, ne? Kommste? Achso. Achja. Vegessen. Tschü-hüs!«

18:50 Uhr

Kurzer Blick auf die Tribüne. Ja, Angela Merkel jubelt immer noch. Dabei ist doch jetzt Werbung!

45.

Drei Tore. Und das ohne Stürmer. Und in Leverkusen, in Stefan Kießlings WM-Keller, essen er, Kevin Kuranyi, Pierre-Michel Lasogga und Max Kruse schweigend Salzstangen. Irgendwann sagt Kuranyi: »Wollen wir mal gucken, was sonst noch so läuft?« Kruse: »Küstenwache wär’ cool.«

45.

TOR! Flanke, Flanke und plötzlich ist der Ball wieder drin. Kroos, der Mann mit dem Wunderfuß, nascht den Ball nach innen. Dort steht Müller. Und dort schießt Müller. Dann streckt er die Faust nach oben. Ein Jubel, einhundertsiebzehntausend Mal gesehen, doch schöner als das erste Mal Modern Talking live ist er immer noch.

43.

Auch diese Fans – neutral – können es nicht fassen. »Pepe«, sagt der Herr in der Mitte, und dann schweigt er für immer.

40.

Wieder Ecke. Wieder Kroos. Der Michelangelo des ruhenden Balles. Schießt er die nächste, wie weiland der Kaiser auf die Torwand, aus dem vollen Weißbierglas?

39.

Menschen, Tore, Sensationen: Es ist das heißeste Spiel aller Zeiten. Doktor MüWo eilt übers Feld und vereist den Körper jedes einzelnen Spielers. Cool bleiben, jungs.

38.

TOR! Ach, nee, andersrum: ROT! Pepe trifft Müller mit der Hand im Gesicht, der Deutsche geht daraufhin zu Boden, Pepe beugt sich zu ihm runter und versucht Müller mit seiner Stirn zu erklären, dass Müller ein Schauspieler sei. Der Weilheimer Jung lässt sich das nicht bieten, springt auf und erklärt, dass er gerne mit ihm reden würde, seine Stirn aber leider keine Hörfunktion habe. Pepe zeigt sich wenig verständnisvoll und zettelt danach eine Diskussion über Marx und Hegel an – das wird dann auch dem Schiedsrichter zu bunt. Er stellt ihn vom Platz.

35.

Wir träumen, wir japsen und wir wissen jetzt: Wenn wir groß sind, möchten wir eine Ecke von Toni Kroos sein!

31.

Kroos mit dem Joe-Montana-Pass, Touchdown Özil, legt dann auf Götze, abgeblockt, ist das irre, ist das schnell, die Portugiesen schnauzen einander noch an, da ist Kroos schon wieder bei der Ecke, und es wird die erste platzierte Ecke seit 100 Jahren, Schweinsteiger weint in den Erfrischungsgetränkeeimer, tut uns leid, für dich, Schweini, aber es ist so, es ist verdammt noch mal so, Hummels steigt, er steigt, er steigt, der Carlo Thränhardt des Kopfballs, und das Ding ist drin. 2:0. Auf der Tribüne tanzt Löw mit Angie Lambada, daneben lächelt Gauck: »Ihr positiven Spinner, Ihr!« 2:0 für Deutschland. Und Luis van Gaal hechtet im holländischen Mannschaftshotel ins Hummerbecken, um sich kneifen zu lassen.

29.

Nun auch das noch: Die »La Ola« schwappt durchs Stadion. Wir fühlen uns wieder wie damals, 1986 in Mexiko, als wir das erste Mal so eine Welle auf den Tribünen sahen und unsere Väter fragten, ob man da mit Seepferdchen mitmachen dürfe oder mindestens das DLRG-Abzeichen bräuchte.

28.

Schnauzbartikone Almeida, der geilste Don der WM, muss raus. Die Schland-Praktikantin sagt zum ihrem Fahnen-Lover: »Och, nö. Nicht der! Der ist doch voll schnuckelig!« Für Almeida kommt Eder. Wahrscheinlich Klaus Eder. Der Physiogott aus Donaustauf. Lässt das jetzt mit der Reha, macht den Scheiß lieber gleich selbst.

26.

Der Kollege fragt, mit welcher deutschen Fangruppe ich am liebsten unterwegs wäre. Mit »Air Bäron«, »Thalheim« oder »Pinkis on Tour«. Ich sage, die Hauptsache sei, dass ein Fan im Alf-Kostüm dabei ist. Er nickt verständnisvoll.

24.

Naaaaaaaaaaaani! Hat die ganze Nacht auf der Playstation Pirlos Schusstechnik geübt, ganz fieser Schuss. Höwedes fasziniert, macht sich Notizen: »Playstation von Tönnies wünschen, üben!«

22.

Wenn Vogts ein Terrier war, ist Lahm auch einer. Aber einer, der die meiste Zeit im Fahrradkorb des Bundestrainers (vorne am Lenker) spazieren gefahren wird und dem man gar nicht zutraut, dass er einem in die Waden beißt. »Ist der süüüüüüüüüüüß!« Und zack: Bein ab.

21.

Immer wenn Deutschland-Fans auf der Tribüne eingeblendet werden, muss ich unweigerlich an Feuerwehrfeste und Mario Barth denken. Dann denke ich, warum bin ich eigentlich nicht auch da, auf der Tribüne, wo offenbar die beste Party der Welt gefeiert wird, und es hier, in der Redaktion, nichts anderes gibt als trockenes Brot, Kaffee, Zigaretten, das letzte Hörbuch von Fips Asmussen und Computer-Tasten auf der Computer-Tastatur, die die Welt nicht benötigt: ^

18.

Ein weiblicher Schland-Fan klopft ihrem in eine Fahne gehüllten Lover den Rhythmus auf die Schulter. Den falschen Rhythmus. Ist aber nicht schlimm: Sie macht ja nur ein Praktikum beim Fanclub Nationalmannschaft powered by Coca Cola. Will später mal was mit BWL machen.

17.

Deutschland und die Elfmeter – eine endlose und fürwahr sehr gut laufende Geschichte. Wir erinnern uns an 1974, an 1990, an 1996. Und wir ahnen: Deutschland holt den Titel. Bekommen wir dann alle ein Jahr Sommerferien? Der Chef sagt: »Natürlich.«

15.

Sah Bento, Portugals Trainer, schon immer so schrecklich unportugiesisch aus, oder hat das erst der frühe Rückstand mit ihm gemacht? Blass, hager, entnervt. Als würde Ronaldo ihm jeden Morgen das frische Blut absaugen, das er für seine Lendengegend so dringend braucht.

13.

Ein Spiel wie »Eurogoals« mit Wolfgang Ley: Nur Highlights, nur Tore, rennende Portugiesen, archaische Trommeln und Tröten, Salti, Emotionen. Freue mich schon aufs Gewichtheben der Frauen im Anschluss.

11.

Elfmeter. Müller. Aufgeregt wie vor dem ersten Date auf dem Scheunenfest in Weilheim? Nein! Der. Ball. Geht. Rein. Links unten. Deutschland führt 1:0. Der Angstschweiß wäscht uns die Schminke von der Stirn, die Autoflaggen an unseren Ohrläppchen vibrieren vor Erregung. Wir schalten um auf MDR. Eine Tier-Doku. Eine Arzt-Soap. Irgendwas zum Runterkommen, bitte!

10.

Eine Kombination wie bei den Harlem-Globetrotters: Niemand weiß, wo der Ball ist, aber er kommt immer näher zum Tor, dann Götze, Götze, Götze, Götze, immer noch Götze, götzlich bzw. plötzlich liegt er darnieder. ELFMETER! Ich höre mich schreien. »Sei leise, oder ich gehe weg.« sagt Kollege Bock. Ist ja schon gut. Vielleicht später, bei Nigeria-Iran.

9.

Nächste Chance: Portugals Rui Patricio mit einem beschissenen Abschlag, der direkt in den Füßen von Sami Khedira landet. Dieser wiederum zieht sofort ab, doch sein Schuss geht am Tor vorbei. Durchatmen. Wir jedenfalls. Und die Portugiesen. Denn eines ist sicher: Wenn Gerd Gottlob weiter so schnappatmet, muss er direkt nach dem Abpfiff in ein Sauerstoffzelt getragen werden.

8.

Gerd Gottlob hat offenbar sein Leben auf einen Sieg der Deutschen gesetzt: Halbchance von Ronaldo, und er brüllt sich die Seele aus dem Leib vor Angst und Verzweiflung. Ob er er Schland-Fähnchen an seinen Lippen trägt?

7.

Ich hatte mal ein Gespenst von Playmobil. Das leuchtete drei Sekunden im Dunkeln, wenn man es vorher acht Tage lang mit der Taschenlampe bearbeitet hatte. Die Schuhe der Portugiesen hingegen leuchten im Hellen. Einfach so. Ich habe mich noch nie so arm gefühlt.

5.

Erste, nun ja, Halbchance für Portugal. Hugo Almeida, der mittlerweile aussieht wie eine Mischung aus Burt Reynolds und Tatortreiniger Schotty, versucht sich mit einem Heber aus 16 Metern. Allerdings scheint er nicht bemerkt zu haben, dass Neuer im Tor steht und nicht daneben. Doch egal, sah gut aus. Zumindest, wenn man sich in diesen Sekunden – so wie wir – in seinen Moustache verlieben konnte.

4.

Besonders mag ich es ja, wenn Fußballreporter von der sogenannten Schiedsrichterszene fabulieren. So wie jetzt Gerd Gottlob von der »osteuropäischen Schiedsrichterszene« spricht, denn der Unparteiische dieser Partie, Milorad Mazic, kommt aus Serbien. Und dort gibt es neben einer gut laufenden Gabba-Undergroundszene und einer harten Türsteherszene anscheinend auch eine äußerst interessante Schiedsrichterszene. Begrüßungsmove dieser Subkultur: Low Five mit grellem Pfiff und einer Strichmarkierung auf dem Asphalt.

3.

Chance für Deutschland: Was klingt wie die neue Kampage von Manuela Schwesig (SPD), ist eine Szene von Mario Götze. Bringt aber ebenso wenig ein.

1.

Das hat Löw jetzt davon, dass er ohne Stürmer spielt: Keiner da, der den Anstoß ausführt. Ballverlust.

17:57 Uhr

Neue Frisur? Pepe sieht aus wie Toni Marschall. Ein recht billiger Versuch, die deutschen Schlagerfans auf seine Seite zu ziehen.

17:57 Uhr

Die Hymnen. Und unser Redaktions-Lippenleser hat ganz genau hingeguckt: Manuel Neuer hat doch eben tatsächlich »Brüh im Glanze« gesungen. Prompt schnellt der gesamte Back-Katalog von Sarah Connor in die Amazon-Top-10. Wir haben drei rare B-Seiten-Singles aus dem Frühwerk gekauft.

17:55 Uhr

Immer diese total verrückten Fans mit ihren total verrückten Forderungen. Hoffenntlich wird auch gleich unser Banner eingeblendet: »Ronaldo, lass dir von Kevin bitte keinen Döner ins Gesicht werfen oder spiel mit uns eine Partie Maumau!«

17:54 Uhr

Die Deutschen lassen Riesenhandtücher ins Stadion tragen. Der Platz am Achtelfinalpool ist reserviert. Und Roy Hodgson zerreißt vor Wut das Welcome-Kärtchen in seinem Hotelzimmer mit bloßen Händen. 

17:52 Uhr

Im Tunnel. Wildes internationales Abgeklatsche derer, die den gleichen Schuhausrüster haben. Oliver Kahn: »Jetzt aber raus hier, ihr kleinen Ratten. Ich wohne hier schließlich.«

17:51 Uhr

Die Straßen in Berlin-Friedrichshain werden langsam leerer. Die letzten Fans eilen nach Hause zu ihren Super-Mega-Flatscreens, die sie sich für die WM in Super-Mega-Elektro-Stores haben aufschwatzen lassen. Alle? Nein! Unser von unbeugsamer Fettleibigkeit befallener Redaktionshund leistet Widerstand. Genauer: Er hat überhaupt keine Lust auf Fußball, sondern hängt vor der Tür ab und wartet aufs Abendessen. Wir würden uns gerne neben ihn legen.

17:48 Uhr

Quasi-homophobe Herrenwitzchen auf dem ARD-Parkhaus. »Du darfst gleich an meinem Hemd nuckeln«, so Opdenhövel zu Scholl. Scholl giggelt. Eigentlich könnte ich mir statt dieser Vorberichterstattung auch die alten Super8-Filmchen von der Abifahrt nach Lloret de Mar reinziehen.

17:45 Uhr

Poldi spielt nicht. Er liegt schluchzend in KMHs Damenhandtasche, den Reißverschluss halb geschlossen, den Kopf aufs blumige Halstuch der Starjournalistin gebettet. »Sag mir aber, wie es steht, ok?« – »Ja, mein Süßer.«

17:43 Uhr

Die Frage, die seit acht Stunden alle paar Minuten immer wieder gestellt wird: Kann Boateng CR7 an die Kette legen? Seltsam dabei, dass sich anscheinend niemand mehr an die EM 2012 erinnert. Gleiches Spiel, gleiches Duell – und Ronaldo hatte damals in etwa so viele Ballkontakte wie die Autoren dieses Livetickers während des ganzen Turniers.

17:42 Uhr

Ein letztes Mal der Spot, in dem Jogi und seine Neffen, durchs Morgengrauen joggend, für Zufriedenheit werben. Danke, ich nehm erst mal nur ’ne Mühlencurrywurst.

17:37 Uhr

»Muss ein Höwedes offensiver denken?«, fragt Opdenhövel. Muss er vielleicht sogar denken, er sei gar nicht Höwedes? Sondern jemand, der schon einmal eine Flanke geschlagen hat, die ankommt? Und da sieht man ihn auch schon am Spielfeldrand sitzen, mit den Fingern an den Schläfen, Schorsch Hackl gleich, den Kopf wiegend. Ja, er geht gedanklich alles noch mal durch: Irgendwo da vorn ist das Tor, und wenn ich dahin renne, ist es irgendwo rechts von mir, mein Fuß ist links, rechts auch noch einer, aber den brauche ich nicht. Dann flanken, dann den Daumen heben – fertig! Puh. Auf jetzt!«

17:34 Uhr

Natürlich: Ronaldo in Unterwäsche, süffisant kommentiert von einem seit 25 Jahren unglücklich Verheirateten. Wann gibt es die erste Penisneid-Heatmap?

17:35 Uhr

Die Sportschau informiert kurz vor dem Anfpiff via Twitter: »4 Spieler erzielten in je 3 WM-Auftaktspielen ihrer Teams Tore, (Pele, Klinsmann, Batistuta, Klose)«. Keiner der vier Spieler steht in der Startelf. Wir hoffen aber auch eine Doppeleinwechslung von Pele und Batistuta.

17:32 Uhr

Jetzt die Bundeskanzlerin, kommt auch vom Warmmachen, sie schwitzt, aber lächelt: »Ich möchte, dass wir gewinnen. Wie, das ist dann schon fast egal.« Bildet Deutschland jetzt die Große Koalition mit Portugal?

17:28 Uhr

Bilder vom Warmmachen. Sieht aus wie bei der Leichathletik-DM in Wattenscheid. Im Hintergrund ein Stabhochspringer, asketische Hindernisläufer platschen ins Wasserbecken. Da wird Cristiano Ronaldo vom Speer getroffen! Hansi Flick: »So weit hab ich noch nie geworfen! Krieg ich jetzt Bronze?«

17:27 Uhr

Eine Aufstellung wie bei Kick Off II auf dem Amiga, wenn die Bildschirmeinstellungen nicht stimmten: Sie geht nur bis zum Mittelfeld.

17:23 Uhr

Werbung. Wie toll, dass wir uns all diese Produkte kaufen können, um uns zu trösten, wenn... Nein, daran wollen wir jetzt lieber nicht denken. Um den Gedanken zu verdrängen, bestell ich mir schnell ’ne neue Dusche, ’ne Pizza, ’ne Matratze und ein Auto, das mit mir spricht und mir sagt, dass es mich lieb hat.

17:22 Uhr

Immer wieder die mittelmäßig tolle Rap-Ankündigung auf der ARD. Sind das noch Blumentopf? Oder ist das jetzt Haftbefehl? Und was sagt eigentlich der Erfinder des HipHop, Thomas Gottschalk, dazu?

17:18 Uhr

Die Aufstellungen sind da! Deutschland beginnt tatsächlich ohne Klose und Schweinsteiger, dafür mit einer Viererkette, die aus vier Innenverteidigern besteht. Wäre diese Abwehrreihe ein Köperteil der Sportgeschichte, wäre sie der Bizeps von Hulk Hogan.

17:12 Uhr

Diese Partie gilt ja als Straßenfeger. Und tatsächlich ist kein Mensch mehr draußen. Nur ein Wagen der Stadtreinigung fährt einsam umher und spült die Kotze der frustrierten Hodnuras-Fans in den Gully. Sein Name: Cityfant. Müsste es also heutzutage vielmehr heißen: Deutschland-Portugal – ein echter Cityfant?

17:06 Uhr

Auch die deutsche Elf soll sich gut vorbereitet haben. Das Expertenteam hat diverse Spielszenen von Ronaldo zusammgengestellt und analysiert. Zum Beispiel diese hier:

16:35 Uhr

Noch 85 Minuten bis zum Anstoß. Werden wir bis dahin erfahren, was aus diesem Flirt geworden ist?

16:25 Uhr

Der Zweikampf des Abends: Boateng gegen Ronaldo – wie geht er aus? Hoffentlich nicht so:

16:25 Uhr

Reserviert mit euren Schlandtüchern schonmal unsere Plätze, wir kommen gleich. Nur noch schnell eine Runde um die Siegessäule, dann sind wir da!

16:21 Uhr

Meine liebste Spammail des heutigen Tages. Ich habe das geforderte Charity-Geld überwiesen und mir gewünscht, dass unser Lieblings-Brasilien-Backpacker Lutz Pfannenstiel heute im Tor spielt. Mit Rucksack auf dem Rücken, einer Sambatrommel in der Hand und einem Kanguru als Sidekick.

16:07 Uhr

Noch mal zur Erinnerung: Wem drücken wir heute die Daumen? Natürlich Manuel Peter, Lukas Josef und André Horst! Go, Hotte, go! (via zdfsport.de)

15:56 Uhr

»50, 55 oder 70 Grad: Podolski bleibt cool«, meldet »kicker.de«. Warum nicht gleich 100 Grad? Wir zitieren Heiner Müller: »Jeder kann sich vorstellen, was passiert, wenn man einen Lukas Podolski in sehr heißes Wasser wirft. Er versucht, so schnell wie möglich wieder herauszukommen. Aber was passiert, wenn man einen Lukas Podolski in lauwarmes Wasser setzt und die Temperatur ganz allmählich erhöht? Überraschenderweise passiert nichts. Der Lukas Podolski gibt alle Anzeichen des Wohlgefühls von sich und beginnt, bei lebendigem Leibe zu kochen, ohne es auch nur zu merken.«

15:25 Uhr

Einer ist beim Nudelfrühstück jedoch nicht dabei: Thomas Hitzlsperger. Dabei war er doch mal Weltmeister von morgen! Und Berti Vogts wollte ihn sogar mitnehmen nach »Pochtugal«! Siehe hier.

15:18 Uhr

Wird so einst das größte Kapitel des deutschen Fußballs seit 1990 beginnen? Diese Meldung aus dem WM-Newsblog von »Spiegel Online« lässt uns vor Geschichtsträchtigkeit erstarren: »Nationalelf startet mit Nudelfrühstück.«

15:02 Uhr

Aber ist dieses gewinnen-Wollen und -Müssen wirklich immer die beste Lage, in der sich ein Sportler befinden kann? Man verliert ja vollkommen den Blick für die kleinen Erfolge! Die Erfolge der Zwischenmenschlichkeit. Australien: Für mich der Weltmeister der Nächstenliebe.

15:00 Uhr

Währenddessen ist Angela Merkels Flugzeugträger im Hafen von Salvador vor Anker gegangen. Den mitreisenden Journalisten teilte die Bundeskanzlerin mit: »Wir haben ganz klar gesagt, wir müssen jetzt zeigen, nach 2006, 2008, 2010, 2012, die gesamte mittelfristige Erfolgsplanung muss zielführend sein, und damit kommt Stabilität und Verlässlichkeit auch in diese Nationalmannschaft hinein. Trotz aller schwierigen Siege sage ich: Dieser ist notwendig. Notwendig für die Zukunft unseres Landes. Auch wenn, das will ich ganz deutlich sagen, es schwere Zweikämpfe sein werden und ich es auch für eine durchaus ernste Situation für unser Land halte, aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen können, wenn wir das jetzt auch so umsetzen, wie der Bundestrainer und ich es veranlasst haben, und das ist uns in harter Arbeit gelungen.«

14:49 Uhr

Eine Meldung aus der Politik: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Portugiesen als »Spinner« bezeichnet.

14:39 Uhr

Es wird immer verrückter. Nachdem Bundestrainer Joachim Löw bereits die Mittelstürmerposition aufgelöst hat, melden die Agenturen jetzt: »Deutschland gegen Portugal ohne echten Torwart!« Stattdessen, so ist zu lesen, solle die falsche Eins die flache Vier dabei unterstützen, die abkippende Sechs aufzufangen. Co-Trainer Hansi Flick: »Ja, es ist richtig: Wir lassen das Tor auch gar nicht erst aufbauen. Das ist besser für unsere Ergebnisvorgabe: Die Null muss stehen.« Die Null gibt es aber noch? Flick: »Stand jetzt ja. Alles andere ist uninteressant.«

14:34 Uhr

Doch auch nachdem das Ergebnis offenbar feststeht, ist die Konzentration bei den Portugiesen nach wie vor äußerst hoch. Hier Livebilder von einem Ergänzungsspieler, 3 Stunden und 24 Minuten vor dem Anstoß. 

14:29 Uhr

Doch während wir noch Beton anrühren wie die Bescheuerten, ist das Spiel offenbar schon längst entschieden. Ausgespielt von Robotern, kommentiert von Toni Polster. Wie ging’s denn aus, Doppelpack? »Nullnull. Hä? Oder?«

14:13 Uhr

Zu den unromantischen Dingen. Boateng, Hummels, Mertesacker, Höwedes: Vier gerlernte Innenverteidiger bilden heute also die Abwehr. Ist das die Renaissance der so genannten deutschen Tugenden? Der Grätsche, des unerbittlichen Zweikampfs, der Manndeckung, des Pferdekusses, des Spezialauftrags? Hören wir nach Jahren der Feinstofflichkeit endlich wieder Sätze wie »Merk ihn dir!«, »Hau ihn um!« und »Wenn der auf Klo geht, dann gehst du mit!«? Rufen die Portugiesen verzweifelt: »Ey, wir müssen morgen alle wieder arbeiten!«? Und wer darf alles auf eine Zukunft in der Nationalmannschaft hoffen? Wo sind die neuen Schlindweins, Rahners, Dickgießers? Wo sind sie, die Juwelen der Destruktivität, des Spielabbaus, des Bloß-weg-mit dem-Ding? Da! Auch wenn viele ihr Potenzial noch nicht erkennen.

14:11 Uhr

Wir haben noch mal nachgefragt: Ist das Ihr Ernst, Mesut Özil? Eine Woche nur? Und das soll ein Sommermärchen sein. »Na, gut«, so Özil. »Einen Daumen hab ich ja noch.«

14:09 Uhr

Und Mesut Özil? Wie so oft zeigt der Spielmacher sich von seiner melancholischen Seite.

14:07 Uhr

Thomas Müller glaubt da schon an eine etwas längere Perspektive.

14:04 Uhr

Wir haben Experten gefragt: Wie viele Wochen geben Sie der Beziehung zwischen KMH und Poldi? Marco Reus zeigt sich pessimistisch.

13:16 Uhr

Aber irgendwann sind die großen Ferien vorbei, er ist wieder in London, sie in Mainz. Und dann schießt sie auf die Torwand mit anderen Männern, interviewt sie, vergisst ihn. Es ist so absehbar, es ist so graumsam. Poldi, pass gut auf dich auf! Only love can break your thumb.

13:09 Uhr

Auch abseits des Spiels heute Abend bewegt uns eine Frage ganz besonders: Wann kommen KMH und Lukas Podolski zusammen? Wann legen sie die Mikrofone weg und beginnen zu flüstern? Oder schubst er sie einfach irgendwann ins Wasser? Das war ja auch schon damals im Freibad von Bergheim die höchste Form der Liebesbekundung. Wenn er ihr auf dem Handtuch den Rücken eincremt, ist es offiziell: Kathi + Poldi = Big Love. Mit Edding auf die Trennwand der Umkleidekabine geschrieben.

12:59 Uhr

»Manuel Neuer erklärt sich für fit«, heißt es auf kicker.de. Faszination Selbstermächtigung! Ich erkläre mich hiermit für reich und schön.

12:54 Uhr

Was genau erwartet Jogi Löw im Duell gegen den Weltfußballer? Bild-Zwangskolumnistin Cathy Fischer alarmiert: »Ronaldo hat rasiertere Beine als ich!« Aha. Soso. Wusste gar nicht, dass es diese Steigerungsform überhaupt gibt: rasiert, rasierter, am rasiertesten. Gibt es also auch das Dreitagebein? Oder spart mancher bei der Rasur einfach die Kniekehle aus? Das könnte ein neuer Kult werden: Der Kniekehlenschnauz! Ali Daei, zieh dich warm an!

12:46 Uhr

Er hat uns alle in die Irre geführt. Kein Boateng, kein Lahm wird gegen Supermann Cristiano Ronaldo antreten – Bundesspielertrainer Joachim Löw macht’s selbst! »Die Idee kam mir, als der Hansi neulich im Lounge-Zelt zu mir meinte: ›Chef, wie machst du das nur? Du siehst aus wie 45!‹ Und als ich diese aufrgenden Bilder im Fernsehen sah, wie ich den Strand entlangsprinte, da wusste ich: Ich kann es schaffen! Ich vertraue mir voll und, äh... ganz.« War es schwer, Jerome Boateng, der seine Sache gegen Ronaldo bei der EM vor zwei Jahren doch recht gut gemacht hatte, diese Entscheidung mitzuteilen? Löw: »Jemandem zu sagen, dass er auf der Bank sitzen wird, tat Nivea als diesmal.« Dann verabschiedete er sich. Er müsse noch ein Einzelgespräch führen, ließ er wissen. Mit sich selbst.  

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