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Polen

Deutschland-Polen im Liveticker

DFB behält wie immer Recht

Der DFB verdeckte vor einem Tag Hamburger Millerntor den zweiten Teil des Schriftzuges »Kein Fußball den Faschisten«. Der Aufschrei war groß. Nun, nach dem Spiel gegen Polen, weiß man: Es war die Prognose für das Spiel gegen Polen. Der Ticker verneigt sich.

20:22 Uhr

Hat der DFB auch darauf geachtet, alle Banden im Stadion auf ihre Botschaft zu überprüfen? Und was ist mit der roten Schuhen der Spieler? Kommunisten? Trotzkisten? Leninisten? Wir kleben sicherheitshalber ein paar schwarzen Streifen über den TV-Bildschirm – und freuen uns auf ein total ungefährliches Spiel. N'Abend allerseits!

20:29 Uhr

Hamburg ist in puncto Länder- und Testspiele ein bisschen wie der Klassen-Körperklaus, der früher beim Sport immer als Letzter gewählt wurde: Bei der WM 2006 konnten die Hamburger Fußballfans etwa die Gruppenspiele Saudi-Arabien gegen Ukraine und Ecuador gegen Costa Rica sehen. 2012 fand hier das Testspiel zwischen dem HSV und dem FC Barcelona statt, bei dem sich die Hamburger schriftlich zusichern ließen, dass Lionel Messi mitspielt. Und wer spielte nicht mit? Richtig. Heute also: Polen. Ohne Miroslaw Okonski. Ohne Jan Furtok. Es ist eine einzige große Verschwörung.

20:32 Uhr

Das ZDF zählt 16 Spieler auf, die heute nicht für Deutschland spielen können und kommt dann zum Fazit, dass man nicht von einer Behelfself sprechen könne. Das ist ein bisschen so, als würde Nickelback-Sänger Chad Kroeger für einen erkrankten Lemmy einspringen und die Fans am Bierstand konstatieren: »Ist doch auch super!«

20:38 Uhr

Da unser hauseigener Redaktionsmathematiker heute früher Feierabend hat, können wir leider den Altersdurchschnitt nicht errechnen. Wir tippen allerdings auf eine Mannschaft, die Schwierigkeiten hätte, in den USA ein alkoholfreies Bier zu bekommen. Dafür bekämen sie einen Laden weiter eine AK47 für 100 Euro. Ist doch auch was.

20:40 Uhr

Wahnsinn. Laut offiziellen ZDF-Daten sollen heute die Nationalmannschaften von Deutschland und Polen gegeneinander antreten. A-Mannschaft. Dann der Blick auf die Aufstellungen. Und wir stellen fest: Selbst das ominöse »Team 2006« hatte mehr Prominenz zu bieten. Würde uns nicht wundern, wenn Löw zur Halbzeit zwei Teilnehmer vom »Dschungelcamp« 2007 einwechseln würde – und ist das nicht einer der »Big Brother«-Bewohner von 1998, der sich da warm läuft?

20:41 Uhr

Was ein bisschen Sorge bereitet: Die Hamburger sind guten Fußball nicht mehr gewöhnt. Sollte die DFB-Elf hier tatsächlich zwei oder gar drei Tore schießen, könnte das zu Irritationen im Stadion führen. Herzinfarkte und Schwindelanfälle nicht ausgeschlossen. Wir hoffen, dass genügend Ärzte vor Ort sind.

20:42 Uhr

Mein Gott, Bela Rethy faselt plötzlich von Ottmar Walter und Toni Turek, gleich wird er den Geist von Spiez beschwören und den Hausmeterologen vom Fritz sei Wedda zo Tode nerven... Doch, ach, mal wieder Asche auf unser Haupt: Rethy versorgt uns nur mit Namen aus jener Nationalmannschaft Anfang der fünfziger Jahre, in der ähnlich viele Debütanten auf dem Platz standen, wie heute. Sorry, Bela. Danke, Fußball.

1.

Die Hymnen haben die meisten Frischlinge halbwegs anständig mitgesungen, bei einem der Jünglige wollten wir kurz einen Justin-Bieber-Song auf den Lippen erkannt haben, kann aber am Teenager-Flaum auf der Oberlippe liegen, der uns die Sicht vernebelte.

3.

»Nur 30.000 Menschen im Volksparkstadion«, erklärbärt Rethy. Und auch das wirkt aus der Zeit gefallen. Schon komisch, da stehen auf dem Platz ein Haufen Milchbärte, die beim letzten WM-Sieg noch nicht mal geplant waren, und wir fühlen uns zurückversetzt in die 80er-Jahre, als sich die Eltern jener Milchbärte wahrscheinlich das erste Mal heimlich in den Volkspark schlichen, um dort Gras zu kaufen oder von Fußball-Asis vermöbelt zu werden.

5.

Könnte unser Lieblingsnationalspieler werden: Antonio Rüdiger. Was für ein Nachname. Und was für Assoziationen in unseren Hundehirnen...

7.

Und während wir ganz gemütlich Länderspiel gucken, haut sich irgendwo in den Katakomben ein Platzwart seit einer Stunde den Kopf gegen die Wand. In zwei Tagen soll hier ein Relegationsspiel ausgetragen werden. Kennerblick unter die Füße verrät: Multinoppe tragen die Herren hier nicht. Wir legen dann mal für eine Mitleidskreidemaschine zusammen.

9.

Die ganze Zeit fragt man sich, wer diese deutschen Spieler sind. Die wichtige Frage ist doch: Wer sind die Polen? Oder weiß hier jemand, wo Szukala  oder Krychowiak spielen? Und warum Wawrzyniak 2004 von Blekitni Stargard Szczecinski zu Swit Nowy Dwor Mazowiecki gewechselt ist? Antworten bitte an: was sie schon immer über polnische Fußballer wissen wollten@11freunde.de.

11.

Leon Goretzka musste wegen dieses Spiel übrigens seine dritte Abiturklausur absagen bzw. verschieben. Wir sind ein bisschen irritiert. Hans Sarpei hätte sogar eine mündliche Chemie-Prüfung abgelegt, während er einen Fallrückzieher aus 30 Metern in den Winkel jagt.

13.

Julian Draxler mit einer Art Chance. Bela Rethy ist kurz verzückt – was sich ungefähr so anhört, als würde ein Jahrmarktlosverkäufer »Gewinne, Gewinne, Gewinne« versprechen. Am Ende: nur Enttäuschungen.

15.

15 Minuten vorbei. Zeit, mal ein wenig über die neuen deutschen Spieler zu informieren. Was Sie zum Beispiel schon immer über Antonio Rüdiger wissen wollten: Er ist der Bruder von Sahr Senesie (SG Sonnenhof Großaspach).

16.

Und was Sie schon immer über Shkodran Mustafi wissen wollten: »http://www.shkodran-mustafi.com is down for maintenance!«

18.

Die Stadion-Akustik erinnert ein wenig an HSV-Spiele aus den Neunzigern (Gegner: Bayer Leverkusen oder Wattenscheid 09). Gelegentlich ertönt eine Gaströte, dann antwortet eine andere Gaströte. Manchmal ruft auch ein Fan was. Zum Beispiel: »Ja!« Oder »Olé!«. Wann ertönt der Werbjingle »Sharp – für Freizeit, Sport und im Büro«? Wann kommt Marek Lesniak?

20.

Na, also: Da sind die ersten Pfiffe. Das deutsche Fanvolk ist gelangweilt. Verständlich, diesen Abend hätte es besser verbringen können. Zum Beispiel mit einer Partie »Kniffel« oder dem vielverpsrechenden deutschen TV-Film »Nein, Aus, Pfui! Ein Baby an der Leine«, der gerade auf RTL läuft. Bevor wir auch einschlafen, lernen wir lieber schnell die Namen der polnischen Ersatzspieler auswendig: Jedrzejczyk, Lewczuk, Marciniak, Pazdan, Wilusz, Wojtkowiak, Linetty, Polanski, Wolski, Wszolek, Zyro, Milik, Teodorczyk.

23.

Deutschland spielt einen Pass nach vorne. Polen spielt einen Pass nach rechts. Eine Tröte trötet. Ein andere Tröte trötet mit. Bela Rethy belarethyt. Alles in allem: Fußball. Wir sind begeistert, denn es könnte auch Golf sein.

25.

Oh, was ist das? Eine Bildstörung? Eine Wiederholung? Eine Chance? Der Pole Marcin Robak köpft einen Ball. Wir sind irritiert - und ein wenig berührt. Der Ball flog tatsächlich in Richtung Tor.

27.

Diese Gaströte ist wirklich genial. Bzw. der Typ, der sie benutzt. Bei jeder Ecke, bei jedem Einwurf, bei jedem Furz von Bela Rethy, drückt der Mann die Tröte. Wenn jetzt von Gerd Rubenbauer Kalle Rummenigge nach seiner Meinung zu »Rrrrrrrüdigerrrr« fragt, kaufe ich mir einen Winke-Vokuhila im Späti an der Straße und erzähle meinem Freund Gerd von der neuesten Modern-Talking-Scheibe. Oldschool 4 life!

29.

Erkenntnisgewinn dieses Spiels bis jetzt: Hätte man sich auch sparen können und die Zeit lieber sinnvoller nutzen können. Zum Beispiel hierfür:

32.

Ecke, und plötzlich taucht Gerd Rubenbauer aus dem Nebel der Vergangenheit auf, brüllt: »Kopfstoß Rrrrrrüdddigerrrr- OOOOHHHH!«. Gerade von einem Polen auf der Linie gerettet. Richtig süß: Wie sich Rüdiger ärgert: Springt, zieht die Füße dabei hoch, ballt die Fäuste, kreischt. Hat was von einem bockigen Kaninchen. Mit Fäusten.

35.

Volland, dieser Derwisch, wird im Strafraum zu Fall gebracht. Die Gaströte meint: »Fooooouuuuul«. Wir auch, toben, kreischen, schreien, wedeln mit Zloty-Scheinen - und sehen dann in der Wiederholung das der brutale Bodycheck ein freundlicher Schulterstreichler war. Würden Menschen im Alltag so schnell fallen wie Fußballer, wir hätten in zwei Tagen Bürgerkrieg an jeder Berliner Lidl-Kasse.

40.

Ach ja, irgendwie isses doch ganz nett. Ein bisschen so, wie früher mit Muttern Traumschiff gucken. Läuft zwar was in der Glotze, aber hingucken muss man nicht unbedingt. Also einmurmeln auf dem Sofa, Malbuch raus, Schnittchenplatte naschen. Und den Geruch von gebügelter Wäsche in der Nase. Später noch Becker gegen Jim Courier in Wimbledon. An jedem verdammten Sonntag.

43.

Richtig fies: Marc Andre ter Stegen erst nicht mit nach Brasilien zu nehmen und dann doch für dieses Spiel zu nominieren. Jetzt läuft sich der arme Tropf draußen warm und denkt an die vielen Alternativen, die ihm gerade sicherlich mehr Spaß machen würden: Benzin trinken, von Nazis aufs Maul kriegen, nackt die Zugspitze besteigen.

Halbzeit

Tja. War was? Ehrlich gesagt wissen wir noch immer nicht, warum dieses Spiel nun heute stattfindet. Ihr vielleicht? Seriöse Antworten bitte an why?@11freunde.de

21:32 Uhr

Halbzeit in Hamburg. Die Aufregung hält sich in Grenzen. Ärgert sich Jogi Löw jetzt, dass er Heiko Westermann nicht nominiert hat? Der hätte wenigstens für ein bisschen Spannung gesorgt. Auf beiden Seiten.

21:34 Uhr

Von Hamburg nach Kiew sind es beim ZDF nur ein paar hundertstel Sekunden. Zack – lacht uns Rinat Achmetow an. Dieser Superreiche unter den Superreichen. Kann er das Spiel noch besser machen, als es schon ist? Nein, er tritt sich mit Frank-Walter Steinmeier. Auch gut. Oder auch nicht.

21:35 Uhr

Außerdem informiert das ZDF: »Google vergisst jetzt doch!« Wir freuen uns darüber sehr, da uns unsere letzten Suchanfragen (»Sprechende Katzen aus Kirgistan«, »Marek Lesniak« und »illegaler Schnaps aus Rumänien«) vermutlich eines Tages nach Landsberg gebracht hätten.

21:43 Uhr

Zurück zum Fußball und den brennenden Fragen der 2. Halbzeit: Wird Sebastian Jung kommen? Kann Maximilian Arnold den Siegtreffer erzielen? Wird es ein Elfmeterschießen geben? Und wann tritt der Pole mit dem angsteinflößenden Namen Arkadiusz Milik beim Zuschauer-Preisboxen auf dem Hamburger Dom auf?

46.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Nicht mehr mit dabei: Antonio Rüdiger, der in der Kabine noch einmal von der menschgewordenen Stahlstirn Horst Hrubesch erklärt bekam, wie er den Kopfball in der 32. Minute hätte versenken können.

48.

Besonders schön finden wir die Tätowierung von Polens Torhüter Artur Boruc. Ein Schriftzug, der senkrecht vom Ohr zur Schulter verläuft. Ob der DFB die Botschaft vor dem Spiel des Slogans überprüft hat, wissen wir nicht, vermuten aber: ja.

51.

Zur Information: Wir schreiben den 13. Mai. Joachim Löw sitzt auf der Bank mit Daunenwinterjacke und haucht seinen warmen Atem in seine Hände. Ein Zuschauer hält sich weiterhin durch das Betätigen seiner Tröte warm. Die anderen murmeln Dinge in ihre Bärte. Bela Rethy macht sich Glühwein. Ein Spiel wie Skilanglauf ohne Schnee.

54.

Julian Draxler am Ball zu sehen ist in etwa vergleichbar mit dem Gefühl, eine schöne Frau oder einen teuren Sportwagen vorbeilaufen/fahren zu sehen. Man denkt: Wow. Dann steigt man in seinen Golf III und fährt nach Hause zur Freundin mit dem Semi-Aussehen. Oder: Geht morgen auf den Bolzplatz, stolpert beim ersten Übersteiger und zieht sich eine Zerrung beim 40-Meter-Pass-Versuch zu. Life sucks.

57.

Heiderdaus! Chance für Max Meyer, diesen Brummkreisel auf zwei Beinen. Abschluss harmlos wie eine schlafende Nonne, aber immerhin: Mal was los. Sind nämlich ganz kurz davor, auf Eurosport zu schalten. Da kommt bestimmt Snooker. Im Duell zu diesem Spiel plötzlich die aufregendste Sportart der Welt.

60.

Gerade bedankt sich, so vermeldet es der Stadionsprecher, »der DFB bei 37.000 zahlenden Zuschauern«. »Zahlende Zuschauer« – immer wieder ein Schlag ins Gesicht für alle anwesenden Würstchenverkäufer, Klofrauen und Funktionäre.

63.

Hatte das ZDF nicht versprochen, »Wetten, dass...?« abzusetzen? Fühlen uns gerade wie gefangen in einer dieser Samstagabend-Folterkeller. Auf der Bank gibt Thomas Gottschalk hektisch Anweisungen, Frank Elstner schickt die Kandidaten zum warm laufen. Wolfgang Lippert ist vierter Offizieller und Peter Maffay steht zur Einwechslung bereit. In der Außenwette: Zwei irre Sportjournalisten aus Berlin, die sich vorgenommen haben, hier bis zum Ende durchzutickern. Top, die Wette gilt!

67.

Und weil die Gegenwart so trostlos ist, fabuliert Rethy von der Vergangenheit. Erweckt die polnische Generation Lato zum Leben, springt im Geiste fasziniert in eine riesige Pfütze im Frankfurter Waldstadion, verkleidet sich als Gerd Müller und staubt seine Arbeitsplatte ab. Dann der Schock: Wir haben leider immer noch 2014.

69.

Die animierten Schriftzüge auf den Werbebanden bewegen sich momentan schneller als die Spieler auf dem Rasen. Ist das mit dem DFB abgesprochen? Und wenn nein: Kann man da bitte mal ein Laken drüberhängen?

72.

Ein kurzer Blick auf die Tribüne zeigt: Es gibt sie immer noch, die Schland-Fans. Lustiger Schland-Hut trifft auf lustige Schland-Schminke trifft auf lustige Schland-Gesichter. Wer verrät ihnen, dass Xavier Naidoo heute nicht mehr auftritt und dass Poldi seinen Daumen erst beim nächsten Spiel gegen Chile wieder heben wird? It's a dirty job, aber irgendjemand muss das machen. Wir übernehmen jedenfalls keine Gewähr für eventuelle Schland-Randale nach dem Spiel.

74.

Wenn man die Augen zumacht und nur auf den Ton hört, könnte man meinen, auf dem Rasen spielt NK Marsonia Frickenhausen II gegen SV Bergfried Leverkusen III. Wenn wir gleich den mobilen Bierverkäufer hören, dann schalten wir endgültig um auf Bibel TV.

76.

Immerhin weiß der HSV jetzt: Es liegt am Rasen. Oder an der Luft. Oder am Stadion. Oder an der Stadt. Aber auf keinen Fall an Heiko Westermann, Jacques Zoua, Marcell Jansen oder René Adler. Mirko Slomka denkt

78.

»Ginter hat aufgepasst«, sagt Bela Rethy. Ein Satz aus den Neunzigern. Ein Spiel aus den Achtzigern. Wenn Rethy jetzt noch nachschiebt: »Die folgende Ecke brachte nichts ein«, wissen wir endgültig, dass Heribert Faßbender das Spiel manipuliert hat. Wir bleiben dran.

80.

Immerhin kann man sich so über die kleinen Dinge eines Fußballspiels freuen: Einwürfe (oft unterschätzt), Querpässe (stets unterschätzt) und Abstöße (nie unterschätzt). Am Ende sehen wir etwas, das uns ein wenig an unser letztes Familien-Weihnachtsfest erinnert, als es statt Gans Bockwurst mit Kartoffelsalat gab , unter dem Baum das Buch »Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg« von Hape Kerkeling lag und der Abend in einer Diskussion über das Pro und Contra von Feinwaschmittel endete.

82.

Obacht: Ecke. Wir bleiben dran.

85.

Und dann sehen wir tatsächlich die beste Chance der zweiten Halbzeit. Über Umwege kommt der Ball zu Hahn, der aus wenigen Metern per Seitfallzieher scheitert. An sich selbst oder an einem Polen. So genau kann man das nicht rekonstruieren. Ist aber auch egal, denn Schiedsrichter Borbalan glaubt tatsächlich, dass das Spiel zu Ende gespielt werden müsste. Fünf elende Minuten noch. Fünf Minuten, die man besser nutzen könnte. Zum Beispiel für eine Partie Maumau gegen sich selbst.

89.

Schlussoffensive der Deutschen! Christian-Ziege-Gedächtnis-Flanke von Günter, Andy-Möller-Gedächtnis-Eckball von Hahn, Heribert-Faßbender-Gedächtnis-Tick von uns: Hoffentlich ist das gleich vorbei, allerseits!

Abpfiff

Beste Szene der Partie: Der beherzte Pfiff des Schiris. Wir fühlen uns wie frisch aufgenommene Zeugen Jehovas: Irgendwie erlöst. Aber wenn uns morgen jemand anbietet, dieses Spiel noch einmal anzuschauen, werden wir trotzdem reagieren, wie auf die »Wachturm«-Verteiler: Nein, Danke! Tschö, Freunde, wir wünschen euch eine gute Nacht. Möge Sie aufregender sein, als dieses Spiel.

Abpfiff

Beste Szene der Partie: Der beherzte Pfiff des Schiris. Wir fühlen uns wie frisch aufgenommene Zeugen Jehovas: Irgendwie erlöst. Aber wenn uns morgen jemand anbietet, dieses Spiel noch einmal anzuschauen, werden wir trotzdem reagieren, wie auf die »Wachturm«-Verteiler: Nein, Danke! Tschö, Freunde, wir wünschen euch eine gute Nacht. Möge Sie aufregender sein, als dieses Spiel.

89.

Schlussoffensive der Deutschen! Christian-Ziege-Gedächtnis-Flanke von Günter, Andy-Möller-Gedächtnis-Eckball von Hahn, Heribert-Faßbender-Gedächtnis-Tick von uns: Hoffentlich ist das gleich vorbei, allerseits!

85.

Und dann sehen wir tatsächlich die beste Chance der zweiten Halbzeit. Über Umwege kommt der Ball zu Hahn, der aus wenigen Metern per Seitfallzieher scheitert. An sich selbst oder an einem Polen. So genau kann man das nicht rekonstruieren. Ist aber auch egal, denn Schiedsrichter Borbalan glaubt tatsächlich, dass das Spiel zu Ende gespielt werden müsste. Fünf elende Minuten noch. Fünf Minuten, die man besser nutzen könnte. Zum Beispiel für eine Partie Maumau gegen sich selbst.

82.

Obacht: Ecke. Wir bleiben dran.

80.

Immerhin kann man sich so über die kleinen Dinge eines Fußballspiels freuen: Einwürfe (oft unterschätzt), Querpässe (stets unterschätzt) und Abstöße (nie unterschätzt). Am Ende sehen wir etwas, das uns ein wenig an unser letztes Familien-Weihnachtsfest erinnert, als es statt Gans Bockwurst mit Kartoffelsalat gab , unter dem Baum das Buch »Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg« von Hape Kerkeling lag und der Abend in einer Diskussion über das Pro und Contra von Feinwaschmittel endete.

78.

»Ginter hat aufgepasst«, sagt Bela Rethy. Ein Satz aus den Neunzigern. Ein Spiel aus den Achtzigern. Wenn Rethy jetzt noch nachschiebt: »Die folgende Ecke brachte nichts ein«, wissen wir endgültig, dass Heribert Faßbender das Spiel manipuliert hat. Wir bleiben dran.

76.

Immerhin weiß der HSV jetzt: Es liegt am Rasen. Oder an der Luft. Oder am Stadion. Oder an der Stadt. Aber auf keinen Fall an Heiko Westermann, Jacques Zoua, Marcell Jansen oder René Adler. Mirko Slomka denkt

74.

Wenn man die Augen zumacht und nur auf den Ton hört, könnte man meinen, auf dem Rasen spielt NK Marsonia Frickenhausen II gegen SV Bergfried Leverkusen III. Wenn wir gleich den mobilen Bierverkäufer hören, dann schalten wir endgültig um auf Bibel TV.

72.

Ein kurzer Blick auf die Tribüne zeigt: Es gibt sie immer noch, die Schland-Fans. Lustiger Schland-Hut trifft auf lustige Schland-Schminke trifft auf lustige Schland-Gesichter. Wer verrät ihnen, dass Xavier Naidoo heute nicht mehr auftritt und dass Poldi seinen Daumen erst beim nächsten Spiel gegen Chile wieder heben wird? It's a dirty job, aber irgendjemand muss das machen. Wir übernehmen jedenfalls keine Gewähr für eventuelle Schland-Randale nach dem Spiel.

69.

Die animierten Schriftzüge auf den Werbebanden bewegen sich momentan schneller als die Spieler auf dem Rasen. Ist das mit dem DFB abgesprochen? Und wenn nein: Kann man da bitte mal ein Laken drüberhängen?

67.

Und weil die Gegenwart so trostlos ist, fabuliert Rethy von der Vergangenheit. Erweckt die polnische Generation Lato zum Leben, springt im Geiste fasziniert in eine riesige Pfütze im Frankfurter Waldstadion, verkleidet sich als Gerd Müller und staubt seine Arbeitsplatte ab. Dann der Schock: Wir haben leider immer noch 2014.

63.

Hatte das ZDF nicht versprochen, »Wetten, dass...?« abzusetzen? Fühlen uns gerade wie gefangen in einer dieser Samstagabend-Folterkeller. Auf der Bank gibt Thomas Gottschalk hektisch Anweisungen, Frank Elstner schickt die Kandidaten zum warm laufen. Wolfgang Lippert ist vierter Offizieller und Peter Maffay steht zur Einwechslung bereit. In der Außenwette: Zwei irre Sportjournalisten aus Berlin, die sich vorgenommen haben, hier bis zum Ende durchzutickern. Top, die Wette gilt!

60.

Gerade bedankt sich, so vermeldet es der Stadionsprecher, »der DFB bei 37.000 zahlenden Zuschauern«. »Zahlende Zuschauer« – immer wieder ein Schlag ins Gesicht für alle anwesenden Würstchenverkäufer, Klofrauen und Funktionäre.

57.

Heiderdaus! Chance für Max Meyer, diesen Brummkreisel auf zwei Beinen. Abschluss harmlos wie eine schlafende Nonne, aber immerhin: Mal was los. Sind nämlich ganz kurz davor, auf Eurosport zu schalten. Da kommt bestimmt Snooker. Im Duell zu diesem Spiel plötzlich die aufregendste Sportart der Welt.

54.

Julian Draxler am Ball zu sehen ist in etwa vergleichbar mit dem Gefühl, eine schöne Frau oder einen teuren Sportwagen vorbeilaufen/fahren zu sehen. Man denkt: Wow. Dann steigt man in seinen Golf III und fährt nach Hause zur Freundin mit dem Semi-Aussehen. Oder: Geht morgen auf den Bolzplatz, stolpert beim ersten Übersteiger und zieht sich eine Zerrung beim 40-Meter-Pass-Versuch zu. Life sucks.

51.

Zur Information: Wir schreiben den 13. Mai. Joachim Löw sitzt auf der Bank mit Daunenwinterjacke und haucht seinen warmen Atem in seine Hände. Ein Zuschauer hält sich weiterhin durch das Betätigen seiner Tröte warm. Die anderen murmeln Dinge in ihre Bärte. Bela Rethy macht sich Glühwein. Ein Spiel wie Skilanglauf ohne Schnee.

48.

Besonders schön finden wir die Tätowierung von Polens Torhüter Artur Boruc. Ein Schriftzug, der senkrecht vom Ohr zur Schulter verläuft. Ob der DFB die Botschaft vor dem Spiel des Slogans überprüft hat, wissen wir nicht, vermuten aber: ja.

46.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Nicht mehr mit dabei: Antonio Rüdiger, der in der Kabine noch einmal von der menschgewordenen Stahlstirn Horst Hrubesch erklärt bekam, wie er den Kopfball in der 32. Minute hätte versenken können.

21:43 Uhr

Zurück zum Fußball und den brennenden Fragen der 2. Halbzeit: Wird Sebastian Jung kommen? Kann Maximilian Arnold den Siegtreffer erzielen? Wird es ein Elfmeterschießen geben? Und wann tritt der Pole mit dem angsteinflößenden Namen Arkadiusz Milik beim Zuschauer-Preisboxen auf dem Hamburger Dom auf?

21:35 Uhr

Außerdem informiert das ZDF: »Google vergisst jetzt doch!« Wir freuen uns darüber sehr, da uns unsere letzten Suchanfragen (»Sprechende Katzen aus Kirgistan«, »Marek Lesniak« und »illegaler Schnaps aus Rumänien«) vermutlich eines Tages nach Landsberg gebracht hätten.

21:34 Uhr

Von Hamburg nach Kiew sind es beim ZDF nur ein paar hundertstel Sekunden. Zack – lacht uns Rinat Achmetow an. Dieser Superreiche unter den Superreichen. Kann er das Spiel noch besser machen, als es schon ist? Nein, er tritt sich mit Frank-Walter Steinmeier. Auch gut. Oder auch nicht.

21:32 Uhr

Halbzeit in Hamburg. Die Aufregung hält sich in Grenzen. Ärgert sich Jogi Löw jetzt, dass er Heiko Westermann nicht nominiert hat? Der hätte wenigstens für ein bisschen Spannung gesorgt. Auf beiden Seiten.

Halbzeit

Tja. War was? Ehrlich gesagt wissen wir noch immer nicht, warum dieses Spiel nun heute stattfindet. Ihr vielleicht? Seriöse Antworten bitte an why?@11freunde.de

43.

Richtig fies: Marc Andre ter Stegen erst nicht mit nach Brasilien zu nehmen und dann doch für dieses Spiel zu nominieren. Jetzt läuft sich der arme Tropf draußen warm und denkt an die vielen Alternativen, die ihm gerade sicherlich mehr Spaß machen würden: Benzin trinken, von Nazis aufs Maul kriegen, nackt die Zugspitze besteigen.

40.

Ach ja, irgendwie isses doch ganz nett. Ein bisschen so, wie früher mit Muttern Traumschiff gucken. Läuft zwar was in der Glotze, aber hingucken muss man nicht unbedingt. Also einmurmeln auf dem Sofa, Malbuch raus, Schnittchenplatte naschen. Und den Geruch von gebügelter Wäsche in der Nase. Später noch Becker gegen Jim Courier in Wimbledon. An jedem verdammten Sonntag.

35.

Volland, dieser Derwisch, wird im Strafraum zu Fall gebracht. Die Gaströte meint: »Fooooouuuuul«. Wir auch, toben, kreischen, schreien, wedeln mit Zloty-Scheinen - und sehen dann in der Wiederholung das der brutale Bodycheck ein freundlicher Schulterstreichler war. Würden Menschen im Alltag so schnell fallen wie Fußballer, wir hätten in zwei Tagen Bürgerkrieg an jeder Berliner Lidl-Kasse.

32.

Ecke, und plötzlich taucht Gerd Rubenbauer aus dem Nebel der Vergangenheit auf, brüllt: »Kopfstoß Rrrrrrüdddigerrrr- OOOOHHHH!«. Gerade von einem Polen auf der Linie gerettet. Richtig süß: Wie sich Rüdiger ärgert: Springt, zieht die Füße dabei hoch, ballt die Fäuste, kreischt. Hat was von einem bockigen Kaninchen. Mit Fäusten.

29.

Erkenntnisgewinn dieses Spiels bis jetzt: Hätte man sich auch sparen können und die Zeit lieber sinnvoller nutzen können. Zum Beispiel hierfür:

27.

Diese Gaströte ist wirklich genial. Bzw. der Typ, der sie benutzt. Bei jeder Ecke, bei jedem Einwurf, bei jedem Furz von Bela Rethy, drückt der Mann die Tröte. Wenn jetzt von Gerd Rubenbauer Kalle Rummenigge nach seiner Meinung zu »Rrrrrrrüdigerrrr« fragt, kaufe ich mir einen Winke-Vokuhila im Späti an der Straße und erzähle meinem Freund Gerd von der neuesten Modern-Talking-Scheibe. Oldschool 4 life!

25.

Oh, was ist das? Eine Bildstörung? Eine Wiederholung? Eine Chance? Der Pole Marcin Robak köpft einen Ball. Wir sind irritiert - und ein wenig berührt. Der Ball flog tatsächlich in Richtung Tor.

23.

Deutschland spielt einen Pass nach vorne. Polen spielt einen Pass nach rechts. Eine Tröte trötet. Ein andere Tröte trötet mit. Bela Rethy belarethyt. Alles in allem: Fußball. Wir sind begeistert, denn es könnte auch Golf sein.

20.

Na, also: Da sind die ersten Pfiffe. Das deutsche Fanvolk ist gelangweilt. Verständlich, diesen Abend hätte es besser verbringen können. Zum Beispiel mit einer Partie »Kniffel« oder dem vielverpsrechenden deutschen TV-Film »Nein, Aus, Pfui! Ein Baby an der Leine«, der gerade auf RTL läuft. Bevor wir auch einschlafen, lernen wir lieber schnell die Namen der polnischen Ersatzspieler auswendig: Jedrzejczyk, Lewczuk, Marciniak, Pazdan, Wilusz, Wojtkowiak, Linetty, Polanski, Wolski, Wszolek, Zyro, Milik, Teodorczyk.

18.

Die Stadion-Akustik erinnert ein wenig an HSV-Spiele aus den Neunzigern (Gegner: Bayer Leverkusen oder Wattenscheid 09). Gelegentlich ertönt eine Gaströte, dann antwortet eine andere Gaströte. Manchmal ruft auch ein Fan was. Zum Beispiel: »Ja!« Oder »Olé!«. Wann ertönt der Werbjingle »Sharp – für Freizeit, Sport und im Büro«? Wann kommt Marek Lesniak?

16.

Und was Sie schon immer über Shkodran Mustafi wissen wollten: »http://www.shkodran-mustafi.com is down for maintenance!«

15.

15 Minuten vorbei. Zeit, mal ein wenig über die neuen deutschen Spieler zu informieren. Was Sie zum Beispiel schon immer über Antonio Rüdiger wissen wollten: Er ist der Bruder von Sahr Senesie (SG Sonnenhof Großaspach).

13.

Julian Draxler mit einer Art Chance. Bela Rethy ist kurz verzückt – was sich ungefähr so anhört, als würde ein Jahrmarktlosverkäufer »Gewinne, Gewinne, Gewinne« versprechen. Am Ende: nur Enttäuschungen.

11.

Leon Goretzka musste wegen dieses Spiel übrigens seine dritte Abiturklausur absagen bzw. verschieben. Wir sind ein bisschen irritiert. Hans Sarpei hätte sogar eine mündliche Chemie-Prüfung abgelegt, während er einen Fallrückzieher aus 30 Metern in den Winkel jagt.

9.

Die ganze Zeit fragt man sich, wer diese deutschen Spieler sind. Die wichtige Frage ist doch: Wer sind die Polen? Oder weiß hier jemand, wo Szukala  oder Krychowiak spielen? Und warum Wawrzyniak 2004 von Blekitni Stargard Szczecinski zu Swit Nowy Dwor Mazowiecki gewechselt ist? Antworten bitte an: wassieschonimmerüberpolnischefußballerwissenwollten@11freunde.de.

7.

Und während wir ganz gemütlich Länderspiel gucken, haut sich irgendwo in den Katakomben ein Platzwart seit einer Stunde den Kopf gegen die Wand. In zwei Tagen soll hier ein Relegationsspiel ausgetragen werden. Kennerblick unter die Füße verrät: Multinoppe tragen die Herren hier nicht. Wir legen dann mal für eine Mitleidskreidemaschine zusammen.

5.

Könnte unser Lieblingsnationalspieler werden: Antonio Rüdiger. Was für ein Nachname. Und was für Assoziationen in unseren Hundehirnen...

3.

»Nur 30.000 Menschen im Volksparkstadion«, erklärbärt Rethy. Und auch das wirkt aus der Zeit gefallen. Schon komisch, da stehen auf dem Platz ein Haufen Milchbärte, die beim letzten WM-Sieg noch nicht mal geplant waren, und wir fühlen uns zurückversetzt in die 80er-Jahre, als sich die Eltern jener Milchbärte wahrscheinlich das erste Mal heimlich in den Volkspark schlichen, um dort Gras zu kaufen oder von Fußball-Asis vermöbelt zu werden.

1.

Die Hymnen haben die meisten Frischlinge halbwegs anständig mitgesungen, bei einem der Jünglige wollten wir kurz einen Justin-Bieber-Song auf den Lippen erkannt haben, kann aber am Teenager-Flaum auf der Oberlippe liegen, der uns die Sicht vernebelte.

20:42 Uhr

Mein Gott, Bela Rethy faselt plötzlich von Ottmar Walter und Toni Turek, gleich wird er den Geist von Spiez beschwören und den Hausmeterologen vom Fritz sei Wedda zo Tode nerven... Doch, ach, mal wieder Asche auf unser Haupt: Rethy versorgt uns nur mit Namen aus jener Nationalmannschaft Anfang der fünfziger Jahre, in der ähnlich viele Debütanten auf dem Platz standen, wie heute. Sorry, Bela. Danke, Fußball.

20:41 Uhr

Was ein bisschen Sorge bereitet: Die Hamburger sind guten Fußball nicht mehr gewöhnt. Sollte die DFB-Elf hier tatsächlich zwei oder gar drei Tore schießen, könnte das zu Irritationen im Stadion führen. Herzinfarkte und Schwindelanfälle nicht ausgeschlossen. Wir hoffen, dass genügend Ärzte vor Ort sind.

20:40 Uhr

Wahnsinn. Laut offiziellen ZDF-Daten sollen heute die Nationalmannschaften von Deutschland und Polen gegeneinander antreten. A-Mannschaft. Dann der Blick auf die Aufstellungen. Und wir stellen fest: Selbst das ominöse »Team 2006« hatte mehr Prominenz zu bieten. Würde uns nicht wundern, wenn Löw zur Halbzeit zwei Teilnehmer vom »Dschungelcamp« 2007 einwechseln würde – und ist das nicht einer der »Big Brother«-Bewohner von 1998, der sich da warm läuft?

20:38 Uhr

Da unser hauseigener Redaktionsmathematiker heute früher Feierabend hat, können wir leider den Altersdurchschnitt nicht errechnen. Wir tippen allerdings auf eine Mannschaft, die Schwierigkeiten hätte, in den USA ein alkoholfreies Bier zu bekommen. Dafür bekämen sie einen Laden weiter eine AK47 für 100 Euro. Ist doch auch was.

20:32 Uhr

Das ZDF zählt 16 Spieler auf, die heute nicht für Deutschland spielen können und kommt dann zum Fazit, dass man nicht von einer Behelfself sprechen könne. Das ist ein bisschen so, als würde Nickelback-Sänger Chad Kroeger für einen erkrankten Lemmy einspringen und die Fans am Bierstand konstatieren: »Ist doch auch super!«

20:29 Uhr

Hamburg ist in puncto Länder- und Testspiele ein bisschen wie der Klassen-Körperklaus, der früher beim Sport immer als Letzter gewählt wurde: Bei der WM 2006 konnten die Hamburger Fußballfans etwa die Gruppenspiele Saudi-Arabien gegen Ukraine und Ecuador gegen Costa Rica sehen. 2012 fand hier das Testspiel zwischen dem HSV und dem FC Barcelona statt, bei dem sich die Hamburger schriftlich zusichern ließen, dass Lionel Messi mitspielt. Und wer spielte nicht mit? Richtig. Heute also: Polen. Ohne Miroslaw Okonski. Ohne Jan Furtok. Es ist eine einzige große Verschwörung.

20:22 Uhr

Hat der DFB auch darauf geachtet, alle Banden im Stadion auf ihre Botschaft zu überprüfen? Und was ist mit der roten Schuhen der Spieler? Kommunisten? Trotzkisten? Leninisten? Wir kleben sicherheitshalber ein paar schwarzen Streifen über den TV-Bildschirm – und freuen uns auf ein total ungefährliches Spiel. N'Abend allerseits!

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