26.03.2013 | Deutschland-Kasachstan im 11FREUNDE-Liveticker
Share

Prost, Neuer!

Wir haben es ja immer gesagt: Manuel Neuer ist ein Torwart, der mitspielt. Weltklasse, wie er in der bereits verflachenden Partie gegen Kasachstan durch ein beherztes Dribbling im eigenen Strafraum für einen Weckruf sorgte. Schlief dennoch weiter: der Ticker. Pssst!

Text: Dirk Gieselmann und Johannes Ehrmann Bild: Imago

Deutschland (Trainer: Löw):
Neuer - Lahm, Mertesacker, Boateng, Schmelzer - Khedira, Gündogan - T. Müller, Özil, Reus - M. Götze

Kasachstan (Trainer: Beranek):
Sidelnikov - Gorman, Logvinenko, Mukhtarov, Engel - Nurdauletov, Baizhanov - Dzholchiev, Khayrullin, Schmidtgal - Ostapenko

Deutschland
4
:
1
Kasachstan

20:23 Uhr

Mein Gott, sie tun es wirklich. Spielen noch mal gegen Kasachstan. Das ist, als würde man noch mal den Münster-Tatort gucken. Noch mal seine Füße zählen. Das Ganze noch mal tickern. Das ist, als wäre man vollkommen bekloppt. 

20:26 Uhr

Und es geht, mein Gott, schon wieder um die »falsche Neun«. Löw, grantig, lässt vernehmen, er kenne nur »den falschen Hasen«. Hat Hansi Flick etwa versucht, die Mannschaftsbesprechung im Karnickelkostüm abzuhalten? Eier verstecken! Jetzt! Die haben Nerven.

20:29 Uhr

Hoffnung blitzt auf: Bierhoff zählt sich selbst »zu einer aussterbenden Spezies«. Bange Frage: Setzt er sich auch selbst das Golden Goal?

20:32 Uhr

Es ist, das wird schon ganz am Anfang klar, ein Abend für die eher kleinen Geschichten. Passend dazu erzählt Mehmet Scholl eine Schnurre aus vergangener Zeit. Als er irgendwann mal in Teheran war und drei Fans seinen Namen riefen. Erinnert mich an meinen letzten Besuch im Bürgeramt. Wobei ich da, wie so oft in meinem belanglosen Leben, eigentlich doch nur eine Nummer war. Vielleicht die Neun. Aber wenn, dann die richtige.

20:35 Uhr

Deutschland im Frühling, das heißt 2013 ja auch: Temperaturen wie im kasachischen Winter. Tom Bartels hat über den Borat-Schlüpper noch fünf Northface-Einteiler drübergezogen, sich den Kopf mit einem Schal zugewickelt. Sieht jetzt ein bisschen aus wie Oberleutnant Winter im ZDF-Dreiteiler »Unsere Mütter, unsere Väter«. Eins steht jedoch fest: Das TV-Ereignis des Jahres wird das hier heute Abend nicht mehr.

20:37 Uhr

Die heutige Choreografie des »Fanclubs Nationalmannschaft«: Ein Rabe auf einem Betttuch. Wollen wir es mal so ausdrücken: So etwas würde mancher Siebenjährige seiner Mutter vor Scham von der Wäscheleine reißen.

20:39 Uhr

Die Choreo, so steht es zu vermuten, ist ähnlich einfallslos ist wie die kasachischen Angriffsbemühungen gleich.

20:41 Uhr

All das hier hat den Charme einer »Wetten, dass...?«-Außenwette. Menschen, die nicht singen können, wetten, dass sie trotzdem die Hymne singen dürfen. Und andere, dass sie dazu eine Bratsche mit bloßen Händen erwürgen. Wir sagen: Sie schaffen es. Auf jeden Fall. Und wenn wir verlieren, schauen wir zur Strafe dieses Spiel. Widerlich mit Herz und Hand.

20:42 Uhr

Und da ist er wieder: Mein Lieblings-Kasache, der bärtige Fettsack. Zersägt im echten Leben Baumstämme für die Kamine reicher Kasachen. Fußballspieler ist er eher keiner. Ich freu mich trotzdem oder gerade deswegen auf ihn. 

20:44 Uhr

Übrigens: Wetten, dass Olli Bierhoff und Markus Lanz ein und dieselbe Person sind?

20:46 Uhr

Ein Satz, der so nie wieder fallen wird: »Wir sind sehr gespannt auf die Kasachen.« Danke dafür, Tom Bartels. Übrigens auch ein Satz, der so nie wieder fallen wird: »Danke dafür, Tom Bartels.« Anstoß.

1.

Grotesk: Gleich zu Beginn zwei minimale Strafraumszenen der Deutschen, das Nürnberger Publikum kreischt aber wie die Koreaner anno 2002. Den letzten Doppelpass sah man hier offenbar in den frühen Dreißigern, anders ist diese Hysterie nicht zu erklären.

2.

Götze blutet. Müller-Wohlfahrt nimmt sein Gesicht in beide Hände: »Bist ein Süßer, gell? Bist ein ganz, ganz Süßer!« – »Jaja, Tante Mull. Jetzt lass mich aber mal weiterspielen.« – »Kommst aber nachher noch mal zum Kuchen vorbei, gell? Gibt auch Kaba!«

4.

»Deutschland in Unterzahl und die Kasachen mit neun Mann am eigenen Strafraum verteidigend«, jubelt Bartels. Werden wir doch Weltmeister?

5.

Müller auf Reus: Das klingt wie eine Szene bei der letzten Betriebsfeier der AOK Unterfranken. Verschweigen wir’s lieber.

7.

Irre: Im kasachischen Tor Holger Stanislawski. Nach Poldis Weggang endlich mal wieder ein Kölner Nationalspieler. Geißbock Hennes scheißt vor Freude unter sich.

8.

Deutschland ist besser. Ein Satz, so lächerlich selbstverständlich wie: Schmerzen tun weh. Das haben wir eben noch mal überprüft, Kollege Ehrmann und ich, indem wir einander mit Anlauf in die Eier traten. Wer als erstes wieder an Sex denkt, fährt zur WM.

11.

Ich kann mir nicht helfen: Jedes mal, wenn »Bärtiger Fettsack« im Bild ist, freue ich mich wie ein kleines Kind. Und gebe zu: Ja, ich habe früher ganze Nachmittage mit Lumberjack-Shows auf DSF verbracht.

13.

Wahnsinn. Bartels mit einer Art Haiku, das die Stimmung dieses längsten Winters aller Zeiten aufs Trefflichste zusammenfasst: »Annahme. Drehung. Ball verloren.« Wir revanchieren uns mit: »Ein Blatt. Fällt in den Teich. Blätterteich.«

14.

Götze und Reus, der Bademeister und der Pferde-Jockey. So kommen sie mir jedenfalls immer vor. Die Kasachen momentan nur am Beckenrand bzw. allenfalls mit Außenseiter-Chancen im zweiten Rennen.

16.

Scheiße. Habe soeben das Gefühl in mir entdeckt, dass Ehrmann mit dem Ausdruck »bärtiger Fettsack« niemand Geringeren als MICH meinen könnte. Weine jetzt in die 5000 Kinderriegel, die ich heute Nacht noch aufessen wollte, um dafür ein Trikot der Nationalmannschaft zu gewinnen. IN DAS ICH DANN BESTIMMT NICHT PASSE! NEIN! NIEMAND HAT EIN FOTO FÜR MICH! NIEMALS!

18.

Das deutsche Spiel, heute wieder gut zu sehen, nähert sich immer mehr den Bemühungen des FC Barcelona an. Notorische Penetrationsverweigerung, wie es Wolfram Eilenberger mal formuliert hat. Passend dazu findet wieder mal ein Pass von Reus keinen Abnehmer. Heavy Petting ohne Hände.

20.

Zweimal Latte innerhalb von dreißig Sekunden! Das schafft sonst nur ein sehr verschlafener Freelancer in einem Starbucks in Berlin-Mitte.

23.

Reus! Findet doch noch den Weg aus der Pubertät, nimmt seinen ganzen Mut zusammen und hämmert das Ding rein. Also den Ball ins Netz, liebe Kinder. Wenn dieses Tor ein Softporno wäre, es hieße: Perfect penetration.

24.

Geiles Detail aus der Jubeltraube: Merte kommt hinzu und raunt: »Ey, Alter. Den nächsten mach ich.« Wie früher Vorstopper-Guido, der am liebsten auch auf dem Platz seinen Brustbeutel getragen hätte und der aus Mitleid immer das 18:0 machen durfte, nach dem zehnten Versuch. Gewaltschuss aus anderthalb Metern. Viel Glück, Vorstopper-Merte.

26.

Meine Fresse: LAHM! Für eine Sekunde, so lange dauerte dieses Wahnsinnssolo leider nur, aber genau diese Blitzartigkeit machte es ja so geil, für diese eine Sekunde also vergessen wir mal, welch ein Bausparer dieser Typ ist, plötzlich ist er der, den wir uns immer von ihm wünschen: ein deutscher Dani Alves, ein Irrer, ein Rastelli, wie entfesselt jagt er durch die Abwehr, die in diesem Moment auch die italienische sein könnte, passt auf Götze, der den Ball nur noch reinlecken muss. Eine Sekunde des Glücks. Philipp, wir liebten Dich. 

28.

Auch wenn's erschreckend klingt: In meiner Erinnerung ist das Lahms erste entscheidende Offensivaktion seit dem 3:2 gegen die Türkei 2008. Also entweder stimmt an meiner Erinnerung was nicht. Oder an Lahms Offensivspiel.

31.

Özil auf Gündogan – und Tor! Und für einen Moment, ohne dass es jemand sieht, klatscht Cem Özdemir mit seinen Koteletten Applaus.

34.

»Ballack auf der Tribüne!«, ruft Bartels, als sei das die eigentliche Nachricht des Abends. Viel erschreckender meiner Meinung nach Sätze wie: Bartels am Mikrofon. Oder: Beckmann am Seitenrand. Aber gut.

35.

Mitleid selbst bei uns. Wann ketten sich die ersten Menschenrechtsaktivisten an das kasachische Tor?

36.

Ich lerne: Bärtiger Fettsack heißt anscheinend Ostapenko. Und »hat Zwillinge« (Bartels). Die würd ich ja gern mal sehen. Säuglinge mit Dreitagebart. Stell ich mir witzig vor.

38.

Ein Blick auf die Ehrentribüne: Niersbach, Rauball, Bach. Gibt es eigentlich einen Gesichtsverleih für Amtsträger? Genauso sah doch die erste Reihe bei »Wetten, dass...?« aus! 

40.

»Bei 5:0 ist das hier entschieden«, so Bartels jetzt, was den Verdacht nährt, dass wir hier beim DFB-Hallenmasters sind. Budenzauber mit Fränkie Mill. Und Brandwunden am Skrotum.

41.

Bartels vollkommen entzückt vom deutschen Kurzpassspiel, verlegt sich immer mehr auf Louis-de-Funes-Rhetorik. »Ohh! Ahh! Nein!« Dann: Gündogan! Auf die Latte! Ohh! Der Flic der ARD.

43.

»Es ist wie aus einem Lehrfilm, zwei Fünferketten zu knacken«, sagt Lovefilm-Abonnent Bartels. Gesprengte Abwehrketten. Mit Steve McQueen als Marco Reus und James Garner als Ilkay Gündogan.

45.

Und Halbzeit. Wenn Fußball fair wäre, würden jetzt Özil und Reus die Seiten wechseln. Geht mal rüber, Jungs. Macht ja so keinen Sinn. Wir nehmen den bärtigen Fettsack. Und den dummen Beckmann. Wie damals im Freibad. Und dann alle zusammen vom Dreier. Aber so...

21:36 Uhr

3:0 also. Jedoch: »Denkt an Schweden!«, mahnt ein 11FREUNDE-Leser. Tun wir ja! Aber es hilft nichts!

21:38 Uhr

Tagesthemen. Die Zyprer kommen nicht an ihr Geld. Die Kasachen auch nicht, so wie es derzeit ausschaut.

21:40 Uhr

Aber das wird sich ändern, denn jetzt kommt: Otto Rehhagel. Ist tatsächlich als Chefunterhändler in Athen unterwegs. Sagt: »Die Griechen bleiben immer unsere Freunde, egal was passiert.« Singt dann ein altes Volkslied. Doch wie soll der Mann die Griechen retten, der nicht mal die Hertha retten konnte? Doch wer weiß: Vielleicht führt er einfach vor jeder Bank einen Libero ein, und schont reicht's wieder für den Euro.

21:44 Uhr

Zurück bei Beckmann und Scholl. Der muss die ganze Zeit das Expertengefasel des ARD-Mannes abwehren, Raute, Sechser, doppelte Viererkette. Und uns kommt ein Verdacht: Beckmann ist der falsche Hase, von dem Jogi Löw vorhin gesprochen hat. Beckmann und Taktik, das ist eben doch wie Ostern bei Schnee.

21:47 Uhr

Was Poldi ja so geil macht: Er ist ein Mann des Volkes. Jetzt versucht er doch tatsächlich, vom Feld aus Beckmann und Scholl abzuknallen. Was wir halt auch machen würden, hätten wir in Schussweite dieser Gecken eine Pille am Fuß. 

46.

Anstoß. Von niemand Geringerem als dem bärtigen Fettsack. Wahrscheinlich der erste Ballkontakt seines Lebens.

46.

Manuel Neuer ist anscheinend in den ersten 45 Minuten der Unterleib eingefroren. Anders ist das, was nun psasiert, nicht zu erklären. Neuer macht einen auf Playstation-Torwart, dribbelt los wie ein Geisteskranker, was soll das?, fragen sich alle, nur nicht Heinrich Schmidtgal, der macht das 1:3. Ich sag's mal so: Ich habe hier zwei Symbole, die ich anklicken kann. Das eine heißt »Pfeife«, das andere »Tor«. Würde zum ersten Mal gerne beide anklicken.

48.

Löw bringt Köpke für Neuer. Und bereitet sich mit seinen Redenschreibern schon intensivst aufs Interview nach dem Spiel vor.

50.

Und jetzt: Pfiffe gegen Neuer. Irgendwie auch übertrieben. Es gibt keinen Normalzustand mehr um diese Mannschaft. Es ist entweder alles scheiße oder alles geil. Find ich scheiße.

51.

Lenkt Ibrahimovic jetzt eigentlich Kasachstan per Control-Pad? Irre: Ibra mit diabolischer Miene im Pariser Sofa, halbnackt im Boxershort, im Mund einen meterlangen Strohhalm, der im »Sex on the Beach« endet, wie er das 2:3 macht, das 3:3 und dann einfach die Konsole abschaltet, als würde er eine Ameise zerdrücken. Schreckliche Vorstellung. Aber auch: seltsam befreiend.

54.

Und jetzt wieder: Raunen. Pfiffe. Unmotiviertes Geschrei. Mich beschleicht immer mehr das Gefühl, dass das Publikum einfach seit dem DEL-Winter-Game sitzengeblieben ist. Kasachstan plötzlich wieder mit Chancen auf die Playoffs. Löw bringt die dritte Reihe.

55.

Jogi jetzt im gleichen Anorak wie Kim Jong-un. Schaut auf Dinge.

58.

Jetzt machen die Nürnberger Event-Fans die Welle. Und zuhause schaltet Jürgen Vogel die Glotze aus.

59.

Löw, so Bartels, hasse Schönheitsfehler. Muss Flick die Statistik jetzt mit Nivea einfetten?

61.

Es wird nicht schöner: Die ARD-Regie blendet eine mittelalte Frau ein, die Osterhasenohren in Deutschland-Farben auf dem Kopf hat. Ich glaub, ich wander aus. Nach Zypern oder so. Oder beantrage Asyl bei Rehhagels in der Villa Hügel. Dann singen wir zu Dritt alte Lieder, aus der schönen alten Zeit, als Schland noch Deutschland hieß und Hasenohren nur für Hasen erlaubt waren.

63.

Schade: Bärtiger Fettsack wird ausgewechselt. Offizieller Grund: Erschöpfung. 11FREUNDE weiß: Er hat Angebot für eine Statistenrolle in »Aktenzeichen XY«. Der Film beginnt mit den Worten: »Joachim L. öffnet die Fensterläden. An diesem Tag, von dem er noch nicht wissen kann, dass es sein letzter sein wird.«  

65.

Özil scheint das Ganze nach wie vor total zu genießen. Fintiert, schlägt Haken und einen Traumpass nach dem anderen. Läuft dabei beständig wie ein Duracell-Hase. Hat aber dankenswerterweise keine schwarz-rot-geilen Öhrchen auf. Man muss ja auch mal das Positive erwähnen.

69.

Wenn Ihr übrigens durch das Getröte und Gejohle des »Fanclubs Nationalmannschaft« jemanden Der-Name-der-Rose-mäßig jammern hört: »Mea maxima culpa!« Das sind Manuel Neuer und ich.

71.

Löw taucht in seinen schwarzen Schal ein. Tief durchschnaufe, Jogi, tief durchschnaufe. Fußball als Hyperventilation.

72.

Pfosten! Pfosten! Es ist wie im Baumarkt, wenn einer für den neuen Gartenzaun einkauft. Und noch gleich ’ne Latte mitnimmt. Kann man ja immer mal brauchen.

74.

Bartels sagt: »Lahm winkt, ruft, die Zuschauer sehen es.« Wäre ja das erste heute Abend. Sage ich.

74.

Und da ist sie, die Latte, die man braucht bzw. eben nicht braucht: Müller mit dem unorthodoxesten Abschluss seit Annette Schavan, einem Dropkick ohne Drop und Kick, dann, ja was soll man sagen: Latte. Beziehungsweise: Egal.

77.

Es nervt irgendwie alles. Dieses Spiel. Dieser alberne Pfosten-Slapstick. Das Publikum. Der Scheißwinter. Wann wird's mal wieder richtig Fußball?

78.

Shomko kommt. Die wahrscheinlich unbedeutendste Nachricht in der Geschichte der Nachrichten.

79.

Wenig überraschend: Pfosten! Schon eher überraschend: Auf der falschen Seite! Irgendein Kasache (nicht Schmidtgal, nicht Fettsack) hält den Fuß in einen Freistoß und macht fast das 2:3. Was nützt der Schwede in Gedanken?

80.

Mal am Rande: Was passiert eigentlich mit den Deutschen, wenn sie hoch führen? Wird ihnen dann schwindelig? Werden sie dann dekadent, spätrömisch? Es ist, als würde die ganze Mannschaft plötzlich aus Brüdern Leichtfuß bestehen, naja, was soll's, och, egal, Hauptsache, ich bin Millionär. Selbst ein ehemaliger Nationalspieler (Name der Redaktion bekannt) würde hier noch als einer der Entschlossensten herausstechen, und der sagte immerhin mal auf die Anfrage, ob er noch alte Fotos im Keller habe: »Unter 5000 Euro stehe ich gar nicht erst auf und gucke!« 

82.

Es sieht alles wirklich schön aus, aber... selten ein schlimmeres »Aber« geschrieben. Gündogan steil auf Lahm, der direkt in die Mitte, doch da ist nur Reus, der diesmal nicht einmal den Pfosten trifft. Wird immer schlimmer. Ich hau gleich ab. Und komm erst wieder, wenn Sommer ist. Oder WM.

84.

Und noch was am Rande: Was folgt aus dieser irren Allergie gegen hohe Führungen? Sollten die Deutschen nur noch knapp führen? Gar nicht mehr führen? Immer verlieren? Ist das hier alles ein Schwank mit Willy Millowitsch unter dem Titel »Wie gewonnen, so zerronnen«? Aber warum lacht dann keiner? Nicht mal Poldi?

86.

Özil mit der gefühlt hundertsten geilen Einzelaktion, dann aber weit drüber. Und dann tatsächlich: Pfiffe. Geht's noch? Plädiere dafür, alle Heimspiele künftig in leeren Stadien austragen zu lassen. Oder nicht mehr in Nürnberg. Bis Sommer ist. Oder wir Weltmeister. 

89.

Die Deutschen mit der lächerlichsten Abseitsfalle der Welt: Zwei Kasachen rennen plötzlich mutterseelenalleine auf Neuer zu, halten sich beim Laufen lachend die Bäuche. Vielleicht deshalb weiter 3:1. Zunächst. Denn...

90.

Ja, es ist ein Schwank von Willy Millowitsch, doch er trägt den Titel »Vorne hui, hinten pfui«, und auch diesmal lacht Poldi nicht, denn nicht er, sondern Reus macht das 4:1. Hölle alaaf.

91.

Und Schluss. Sofort wird rübergeschnitten in einen sagenhaft ätzenden Clip, in dem die Deutschen in irgendeinem Fantasialand Tischfußball spielen, mit dem selben Unernst, mit dem sie das heute hier betrieben haben. Selbst Neuer witzelt übers Geschenkemachen, gleich versteckt er Ostereier in Claus Lufens Anorak. Jetzt Lahm, der Osterhase persönlich, versteckt charismatische Antworten in einer Kaskade von Platitüden. Highlight: »In anderen Spielen ist es immer anders.« Was er nicht sagt! In anderen Leben etwa auch? Einen Versuch ist es wert. Meldet sich nächstes Mal vom Rollhockey: Euer 11FREUNDE-Liveticker.


Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden