Deutschland
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Griechenland

Deutschland-Griechenland im 11FREUNDE-Liveticker

Endlich: Euro ohne Griechenland!

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist überglücklich: Sie hat einen zielführenden Sieg der deutschen Mannschaft gesehen. Das Ausscheiden der Griechen war alternativlos. Trotzdem total verschuldet: der Ticker!  

9:29 Uhr

Einen »positiven« guten Morgen euch allen! Es ist ja so: Löw empfindet »positiven Stress«, die Jungs laufen »positiv nach vorn«, das Zwischenfazit ist »natürlich positiv«. Und Flick holt die Positive aus dem Fotolabor: nur positive Erinnerungen! Was noch fehlt, ist die positive Niederlage. Im negativen Sinne.

10:48 Uhr

Geht es euch nicht auch so? Wenn das Spiel spannend ist, vergisst man alles um sich herum. Also, man würde natürlich nicht gerade vor einem Milliardenpublikum in der Nase bohren, aber sonst... Ach, Fußball! Du geile Droge.

11:03 Uhr

Anführungszeichen  – sie rauben mir den letzten »Lebensmut«. Ist denn nichts mehr ernst gemeint, sondern immer nur uneigentlich? Im Supermarkt gibt es »frisches« Obst, die Verwandtschaft empfindet »herzliches« Beileid. Und jetzt, da ich wirklich Zuspruch bräuchte, vor dem wichtigsten Spiel seit der Vorrunde, das:

So motiviert man doch keine Nation, »Joachim« »Löw«! Und wo steht diese Meldung? Wo? Bei 11»FREUNDE«! Wahnsinn.

14:54 Uhr

Laut kicker.de spielt heute Abend Miroslav Klose. Das stürzt Mario Gomez in Agonie, wie folgender Dialog veranschaulicht, den wir aus der EM-Atmosphäre herausgelauscht haben:

Löw: »Torero, versteh' das jetzt bitte nicht falsch. Du warst in den ersten Spielen sehr, sehr gut!«

Gomez: »WAR? Ich BIN!«

Löw: »Ja, äh, richtig: Du BIST!«

Gomez: »BIST? Ich BIN!«

Löw: »Ja, Mario. Du BIN!«

Gomez: »DU? ICH!«

Löw: »Ja. Ich. Der nächste, bitte.«

15:00 Uhr

Da sage noch einer, die Griechen könnten nicht stürmen. Und da sage noch einer, nur in Deutschland gebe es wegwerfende Rentnergesten.

 

15:15 Uhr

Hurra. Ich habe es gefunden, das ultimativ beschissenste Bild zu diesem Spiel: Zwei Legomännchen, das eine verschlagen-mysteriös, mit Dreitagebart und Sonnenbrille, soll offenbar einen Griechen darstellen, könnte aber, je nach Auslosung auch als Bulgare, Afghane oder Kreuzberger noch mal aus der Kiste geholt werden. Das andere, wahrscheinlich deutsche, natürlich blond, mit einer Goldmedaille um den Hals und Lederhosen tragend, stiert mit Kuhblick und dummem Mund dem Fiskalpakt entgegen. Wenn sie nicht die Fahnen getauscht hätten (eine irgendwie inkonsequente Maßnahme in diesem ansonsten durch und durch xenoskeptischen Arrangement), ich würde glauben, Thilo Sarrazin hätte es sich ausgedacht. Gesehen in der Fleischtheke beim Metzger ihres Vertrauens.  

15:31 Uhr

»Liebe Griechen«, schreibt »Die Welt«, »egal wer die Partie heute gewinnt: Wir würden es jedenfalls sehr begrüßen, wenn Euer Land irgendwann so werden würde wie Eure Fußball-Nationalmannschaft.« Hm. Keinen mehr reinlassen? Das wäre das Ende des Schengener Abkommens.

16:16 Uhr

»Volle Konzentration auf das Spiel!«, brüllt bild.de und »verrät«, wie der Tag der Nationalmannschaft aussieht: »Nach dem gemeinsamen Frühstück (ab 10 Uhr) erfolgt das so genannte Anschwitzen.« Mmh, Anschwitzen. Lockeres Ausreiten auf nicht allzu schnellen Ponys. Und wir singen: Alalalala-Löw!

16:23 Uhr

Mann, Mann, Mann – schon 16:23 Uhr und noch immer kein Gedicht von Nobelpreisträger Günter Grass zu diesem Spiel. Doch! Jetzt! Da! Es kommt per Kurier auf einem nicht allzu schnellen Pony: »Dem Chaos nah, weil dem Pass nicht gerecht / bist fern Du dem Mann, der die Pille Dir lieh.« Oder ist es doch nur die Abschrift einer Kabinenpredigt, die Otto Rehhagel 2004 hielt? Oder beides? Egal. Hauptsache, es reimt sich. Nicht.

17:05 Uhr

Dem slowenischen Unparteiischen Damir Skomina verdankt Fußballdeutschland zwei elementare Erkenntnisse: Erstens, dass der gewächshausartige Verschlag unterm Stadiondach, in dem die gaaaanz Wichtigen sitzen und bei Lachshäppchen das Spiel verfolgen, die ätherische Bezeichnung »Skybox« trägt. Und zweitens, dass Bundestrainer Joachim Löw ein Mann ist, der zu leben versteht.
Dort oben nämlich, in der »Skybox« saß Löw, im weißen Hemd, gebräunt von der alpinen Sonne der EM 2008, und trank nicht nur Espresso, sondern steckte sich auch noch eine Filterzigarette an. Ein echter Alain-Delon-Moment. »Jogi Cool«, frohlockte der Boulevard.
Und das alles wegen Damir Skomina. Im Gruppenspiel gegen Österreich fungierte er als Vierter Offizieller und wies Löw immer wieder so harsch zurecht, dass diesem schließlich auf offener Szene der Kragen platzte. Die Folge: Verbannung in die »Skybox« für den Rest der laufenden und die volle Länge der nächsten Partie. So sah die Nation ihren Bundestrainer im Viertelfinale gegen Portugal mit Tässchen und Kippchen im Anschlag. Und er wurde zum einzigen Deutschen neben Helmut Schmidt, der sich öffentlich unter Drogen setzen darf und dafür auch noch gefeiert wird.
Vier Jahre später, wieder ein Viertelfinale, diesmal gegen Griechenland. Und wer pfeift? Skomina! Der übermotivierte Einsatz bei der EM 2008 hat ihm offenbar nicht geschadet, er ist zum Champions-League- und EM-Schiri avanciert. Doch bevor der Mann in alte Muster verfällt: Joachim Löw braucht keine Zigarettenpause mehr. Er hat das Rauchen längst aufgegeben. 

17:40 Uhr

Nur ein viertel Finale. Kann sich die EU denn kein ganzes mehr leisten? Angela Merkel dazu: »Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Holland zu töten.«

17:45 Uhr

Blättere noch mal in »Homo Faber« von Max Frisch, weil ich alles, wirklich ALLES über Griechenland wissen will. Und der erste Satz, den ich lese, lautet: »Ich kann nicht die ganze Zeit Gefühle haben.« Ja. Das ist eigentlich alles. ALLES.

17:52 Uhr

Apropos Angela Merkel. Unsere Leserin Maria, wohnhaft in Montreal, weist uns auf einen Artikel in der kanadischen Zeitung »The Globe And Mail« hin. Darin heißt es: »And guess who’s coming here? Angela Merkel herself, well known soccer fan (her favourite player is Sebastien Svcheiny).« Svcheiny also. Eine spannende Mischung aus Sven und Heini. Aber wer von beiden hat denn nun den Elfer verschossen? Darüber schweigen sich sowohl Merkel als auch Maria als auch »The Globe And Mail« aus. 

18:02 Uhr

Klose also für Gomez (wir berichteten), aber auch Reus und Schürrle für Müller und Podolski. Was man vor drei Jahren noch für einen Spielertausch zwischen Viktoria Aschaffenburg und  dem FSV Schweinfurt gehalten hätte, ist heute Alltagsrotation in der Nationalelf. Irre. Inzwischen habe ich jeden Dreijährigen, der auf der Straße eine Safttüte vor sich her kickt, im Verdacht, morgen in Löws Kader zu stehen.  

18:15 Uhr

Einfach mal wahllos reingeklickt, und was schreibt die griechische Zeitung »Derby Sport« da? »Την τελευταία του πνοή άφησε την περασμένη Τρίτη ένας Κινέζος ποδοσφαιρόφιλος, με αιτία θανάτου να είναι η αϋπνία λόγω. Όπως αναφέρει εφημερίδα της χώρας, ο εκλιπών έμεινε ξύπνιος για 11 ολόκληρες ημέρες, προσπαθώντας να παρακολουθήσει όλα τα παιχνίδια του ευρωπαϊκού πρωταθλήματος.« Gut, dass wir kein Griechisch verstehen, denn es heißt: »Der letzte Atemzug verließ vergangenen Dienstag einen chinesische Fußballfan, Todesursache scheint Schlaflosigkeit zu sein. Wie eine Tageszeitung des Landes berichtet, war er elf Tage lang wachgeblieben bei dem Versuch, alle Spiele der Europameisterschaft zu sehen.« 

19:03 Uhr

Der Grieche, mit dem ich die stärksten Erinnerungen verbinde, ist ja »der Agile« – so wurde der Mannheimer Dauerläufer Dimitrios Tsionanis immer, wenn er am Ball war, von der »Sportschau« genannt. Der Mann zeichnete sich nämlich durch nichts anderes aus, als eben »agil« zu sein. Und ich dachte schon, er stamme aus einem Land, das Agilien heißt oder Agilistan. Griechenland kannte damals ja noch kein Mensch, jedenfalls ich (8 oder 9) nicht. Aber Tsionanis war Grieche – und agil. Das war nachfolgenden Generationen zu wenig, sie setzten sich mit den Möglichkeiten auseinander, die sich auftun, wenn man den Ball in sein Spiel einbezieht. So verschwand auch der Titel »der Agile« aus dem Wortschatz der Sportberichterstattung. Ohnehin passte er in seinem Ilias-haften Sound zu niemandem so gut wie zu dem griechischen Hermes vom Waldhof. Hier ein Bild.

19:49 Uhr

»Tschüss, Griechen«, schrieb die »Bild« am Morgen, »heute können wir euch nicht retten.« Möglicherweise gehen wir gerade selbst unter. Beziehungsweise sind es schon längst. Post-Apokalypse. Insel der letzten Überlebenden: Usedom. Zombies gehen um. Rette sich, wer kann.

19:59 Uhr

Die KMH heute in der alten Pferdedecke von Halla, dem Wunderpferd. Und wer reitet mit gebrochener Rippe wie einst Hans Günther Winkler in Stockholm? »Um nichts in der Welt«, singt Roger Cicero, die musizierende Mütze. Ich hasse es, das sagen zu müssen: Aber da bin ich ganz bei ihm.  

20:02 Uhr

Der längste Tag, ZDF-Day: Werden eines Tages die Jüngeren im Publikum »Ich habe den ZDF-Strand überlebt« sagen? So wie »Ich habe den Strand in der Normandie überlebt«?

20:08 Uhr

»Isch bin ja auch kein' Maschine, sag isch ma«, sagt Mesut Özil mal, und ich werde ganz traurig bei diesem Satz. Die Kritik hat den Jungen noch schüchterner gemacht, ja: er ist schon beinah transparent, ein Fensterbild seiner selbst. Wenn der Mesut heut nisch trifft, geh isch Antarktis. 

20:11 Uhr

Es ist ja alles so kompliziert, liebe Fans. Vorhin im Supermarkt, habe ich überlegt, ob ich griechische Oliven kaufen soll. Im Sinne von: ob ich Appetit darauf habe. Aber dann gleich die Überlegung, unfreiwillig, konditioniert durch abermillionen Talkshows, ob ich sie kaufen soll, um die griechische Wirtschaft zu unterstützen. Oder eben nicht, um an der Kasse nicht als Gutmensch dazustehen. Dann sah ich: Hergestellt in Soltau-Fallingbostel. Ich habe sie gekauft. Und dann gleich weggeworfen.

20:15 Uhr

»Oliver Kahn schwärmt von den Umstellungen.« Weiß nicht, was das heißen soll. Hat seine aktuelle Freundin, von der ich ebenfalls nicht weiß, wie sie heißen soll, das Wohnzimmer umgeräumt? »Guck mal, Olli, die Silbermedaille von der WM 2002 hängt jetzt da! Und deine Hanteln liegen da! Und die Palme ist neu! Ich dachte, das ist so irgendwie mediterraner...« Und der Titan so: »Toll, äh... Schatz! Heute Abend im ZDF werde ich von den Umstellungen schwärmen.«

20:19 Uhr

Guten Abend, hier Jonas. Wörter, die ich nicht mehr hören kann: Abwehrbollwerk, Betonabwehr, Betongriechen, Griechenbeton, Granit, Barrikadenfußball, Euro-Rettungsschirm, Jogi-Rotation, Gieselmann, Wirbelstürmer, griechen (als Verb).

20:20 Uhr

»Naja, wie es so ist«, sagt die Kanzlerin. »In Griechenland sitzen die Menschen.« Gut erkannt. Einer Politik des neuen Humanismus steht jetzt so gut wie nichts mehr im Wege.

20:23 Uhr

Nationaltrainer Santos lächele nie, sagt das ZDF. Zeigt sein angeblich einziges Lächeln in der Superzeitlupe. Dann noch mal. Mag ja alles sein. Aber Menschen, die nichts zu lächeln haben, Menschen zu zeigen, die nicht lächeln, das ist lächerlich. Und lächerlich ist ein lächerliches Wort, denn wer lächelt schon über etwas Lächerliches? Dass ich nicht lächele.

20:27 Uhr

Könnte übrigens sein, dass Gieselmann und ich die einzigen beiden Berliner Männer sind, die noch keine schwarz-rot-goldene Kopfbedeckung tragen. Ich überlege noch, ob das auch gut ist.

20:28 Uhr

»Wenn die Griechen weiterkommen wollen, müssen sie ein Tor erzielen«, so KMH. Ein Satz wie ein Wegschmeißartikel. Hinter ihr blitzt ein Disney-Schloss über die von Baggern aufgeschüttete ZDF-Düne. Und so langsam schwant mir, dass auch Kahn nicht echt ist. Ein Android der ersten Generation, der noch keine Gefühle zeigen kann. »Isch bin ja auch kein' Maschine, sag isch ma«, sagte Mesut Özil ja vorhin. Wenigstens einer.

20:30 Uhr

Wenn Usedom die Insel der Überlebenden ist (wir berichteten), dann bin ich froh, dass ich gestorben bin.

20:32 Uhr

»Schlitzohren« ist als Synonym für Griechen offenbar salonfähig geworden. Weil sie total fiese Tore machen und dann auch noch gewinnen. Bis mittags schlafen, Steuern hinterziehen. »Wir feiern eine Riesenparty am Fußballstrand von Heringsdorf«, sagt die KMH plötzlich und unvermittelt. Und alle so: »Jööööööö!« Mit Deutschland-Fahnen. Und Sarrazin-Büchern auf dem Schoß. 

20:37 Uhr

Griechische Fans stechen eine deutsche Sexpuppe ab, lustlos hängt sie über die Bande. Schweigeminute auf Beate Usedom. 

20:38 Uhr

Mein Gehirn platzt gleich. Jetzt erklärt Kathrin Müller-Hohenstein den Menschen in Deutschland, die gezwungen sind, ihr zuzusehen, wie sie ihr zusehen. »Auf der Fanmeile« (Bild der Fanmeile), »bei kleineren Public Viewings« (Bild der Fanmeile mit Pipimädchen) oder auch »im engsten Kreis zu Hause« (Bild der Fanmeile mit Pipimädchen, das inzwischen kapiert hat, dass sie »im Fernsehen ist«). Das ist ja mal ne Hammernachricht für die Menschen auf der Fanmeile, bei Public Viewings oder zu Hause.

20:40 Uhr

Philipp Lahm macht heute sein 90. Länderspiel. Verblüffend. So verblüffend, als erführe ich, dass mein einjähriger Sohn ein Firmenimperium aufgebaut hat.

20:41 Uhr

Die Hymnen. Und die Frage: Sind die Griechen eigentlich diese Wolkenkratzer-Arbeiter auf diesem Foto, das in so vielen Start-Up-Unternehmen an der Bürowand hängt?

20:43 Uhr

Von der Bartlänge her, passe ich besser in die deutsche Nationalmannschaft, Kollege Gieselmann zu den Griechen, eventuell sogar in den Olymp. Nur damit ihr wisst, wie die Sympathien bei uns so verteilt sind.

20:44 Uhr

Ich tickere ja heute mit Kollege Fabian Jonas. Um das mal festzuhalten: Das war keine Entscheidung gegen Lucas Vogelsang, sondern für Fabian Jonas.  

0. Minute

Um das mal festzuhalten: Ich erwarte von diesem Spiel rein gar nichts, also nichts Gutes, außer natürlich einem deutschen Sieg. Eigentlich. Dann aber die Griechen mit einem FALSCHEN ANSTOSS! Und plötzlich habe ich, zum ersten Mal seit dem Dänemark-Spiel, als ich erfuhr, dass es als Belohnung für drei Vorrundensiege Griechenland gibt, wieder gute Laune. Alles, alles, alles wird gut.

3.

Noch mal zu Aufstellung. Hinweis eines gynäkologisch vorgebildeten Lesers: »Ein Stürmer, der Salpingidis heißt. Und Salpingitis heißt Eileiterentzündung!« Steht Doktor Müller-Wohlfahrt das anstrengendste Spiel seiner Laufbahn bevor?

4.

Es gibt ja die »gefühlte Temperatur«, wie wir aus dem Tagesthemen-Strömungsfilm wissen. Und es gibt das »gefühlte Ergebnis«. Das lautet hier 3:0 für uns. Aber versiebt, weggerutscht, Abseits. Gefühltes Abseits. Und jetzt hat der griechische Torwart auch schon Nasenbluten vom Stress. Und dieser Stress ist noch nicht mal gefühlt.

6.

Ganz kurz habe ich ja heute Nachmittag überlegt, ob die Griechen vielleicht alle nur verarscht haben und sie statt einer extremen Defensivtaktik die Deutschen in den ersten Minuten vollkommen überrennen, ein 2:0 rausschießen, und sich dann zu elft im Fünfer verschanzen. Ganz so ist es jetzt nicht gekommen. Gut, dass ich das nicht beruflich mache.

7.

Löw. Klingt nicht umsonst so ähnlich wie »schön« und »Föhn«. Schön geföhnt steht er in seiner Coaching Zone, eine Iris Berben des Weltfußballs. Kann er den Ball reinerotisieren? Ich denke schon. Beziehungsweise: schön.

10.

Gdansk, sagt die Bande. Gern geschehen.

11.

Torschuss bzw. Tor»schuss« für Griechenland. Wenn alles gut läuft, ist das später ein griechisches Highlight. Deswegen notiere ich es hier mal. Im Gegensatz zu Schürles Schuss, der vorbeigeht und damit hoffentlich ein Lowlight bleibt.

14.

Samaras, von dem ich eben in einer Überschrift lesen durfte, er sei der »griechische Hotzenplotz«, sieht Gelb, hat Schweinsteiger mit der Pfefferpistole niedergestreckt.

16.

Khedira wird von einem Griechen gehalten, als wäre dieser Khedira und Khedira Lena Gerckes Busen. Kein Elfmeter. Khedira nickt verständnisvoll.

17.

Wann endlich fängt Holger Badstuber an, Frank Wormuths Taktikkolumne in 11FREUNDE zu lesen und entnimmt ihr dann, dass moderne Innenverteidiger grundsätzlich nur im Strafraum verteidigen, und nicht an der Außenlinie? Andererseits: Wo ist eigentlich der kleiner Fipsi schon wieder? Bei Frank Wormuth? Na dann.

18.

Sokratis grätscht daneben, winkt ab und sagt: »Niemand kennt den Tod im Viertelfinale, und niemand weiß, ob er für den Menschen nicht das allergrößte Glück ist.«

20.

Die Deutschen mit der Präzision eines falsch eingestellten Gartensprengers auf einer verwaisten Grünfläche im Industriegebiet. Machen hier was nass, aber nicht die Griechen.  

22.

Die Abwehr stehe hier, so Bela Rethy, »fest und vielbeinig wie die Akropolis«. Hat wohl in den letzten Monaten nicht spiegel.de gelesen, wo keine Gelegenheit ausgelassen wurde, einen Artikel über die Griechenland-Krise mit einer eben verfallenden Akropolis zu bebildern. Und wie zur Strafe das: Reus auf Özil, die beiden spazieren wie Touristen durch diese Akropolis-Abwehr, Özil will noch ein Foto von seinem Tor machen, das ist dann doch zuviel, gehalten. Ich krieg die Krise. 

26.

Meine Güte. Wir könnten längst besoffen auf Usedom am Strand liegen und uns von noch besoffeneren Rentnern im Sand eingraben lassen, anlässlich eines 8:0-Zwischenstandes nach 25 Minuten. Aber sie machen das Ding einfach nicht rein. Özil nicht, Khedira nicht und Reus auch nicht. Und das war nur die letzte Minute.

27.

Löw übt Schmetterling, die Badehose blitzt hervor, ach, jetzt eine Runde schwimmen, und auf dem Steg sitzt Hansi Flick schon mit der Lätta und gibt ihm einen Kuss. Das wär's. Stattdessen: Salpingidis. Aua. 

28.

Berlin: Die Straßen sind leer. Man könnte Fußball darauf spielen. 

31.

Was macht eigentlich Mario Götze? Seine beiden Freunde, Reus und Schürrle, dürfen spielen. Und jetzt schaut er von draußen rein wie ein Kind durch die Plexiglasscheibe ins Smalland, wo alle in der Bällekiste baden. Nur er nicht. Aber vielleicht kriegt er ja einen neuen Poäng vom Onkel.

32.

Sag niemals Ninis! Griechenland jetzt plötzlich doch mit einer Chance oder zumindest etwas in der Art, Ninis zieht ab, aus 80 Metern und spitzem Winkel, der Ball wäre vorbeigegangen, aber Neuer bringt noch die Hand ran, hält ihn aber nicht fest. Reflexhafte Panikattacke allerorten, aus Angst vor dem Abstauber, als ob irgendein Grieche nachsetzen würde.

33.

Schweinsteiger! Offenbar der einzige, der den Ball hier nicht ins Tor zu liebkosen versucht. Grätscht, ackert, pflügt. Ein echter Arbeiter. Lech Walesa blättert auf der Tribüne in seiner Biografie. War dieser Schweinski damals auf der Werft auch dabei?

34.

Aus aktuellem Anlass. Wörter, die ich nicht mehr hören kann, Teil II: Abwehrschlacht.

36.

Deutschland hier mit mehr Chancen als ein Losbudenbesitzer, der seine eigenen Lose aufreißt. Aber wer stopft sich heute Abend den dicken Teddy in den Kofferraum, der dann jahrelang trostlos auf dem Gästebett seiner Verklappung entgegendämmert? Ähnlichkeiten mit dieser EM sind rein zufällig.

37.

Mal ehrlich, wenn wir hier alle deutschen Chancen aufschreiben, bluten uns zur Halbzeit die Fingerkuppen. Wir notieren, wer noch keine Torchance hatte: Neuer, Boateng, Badstuber, Schweinsteiger. Ende. Fehlt da nicht einer? Der kleine Capitinho? Herr Gieselmann, bitte übernehmen!

38.

Was ist los in Danzig? Die Kanzlerin springt auf wie ein vom Jaghund aufgebrachtes Rebhuhn. Tatsächlich: Ein Schuss! Die Saison ist eröffnet, Angela! ANGELAAAAAA! HALALI! LAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHM! TOOOOOOOOOOOOOOOOOR! Fernschuss! Und wenn das für uns schon so fern war, was war es dann für Lahm, den kleinsten Mann der Welt? Ein Interstellarschuss? 25 Meter Minimum, liebe Fans. Und, das bleibt aber unter uns, das Ding war durchaus haltbar. Dennoch: Ein Costa-Rica-Moment. Lahm macht die Wichtigen. Platzt jetzt der gordische Knoten? Wir sagen: Soll er doch!

42.

Schürrle schlenzt. Ein Satz, in dem beide Wörter mit »sch« anfangen, kann kein gutes Ende nehmen. Schöne Scheiße. 

44.

Nachdenkliches in der 44. Minute: Heben die Griechen in der Halbzeit ihre Ersparnisse ab?

45.

Manchmal bedaure ich ja schon, dass wir keine Praktikanten hier neben uns haben, die wir auf Blitzrecherche schicken können. Deswegen von uns nur die Info: Es war Lahms erstes Länderspieltor seit sehr langer Zeit. Andererseits säuft uns niemand das Bier weg. Und dass Schürrle schon wieder knapp vorbeibolzt, sehen wir auch allein. Noch.

46.

»Superdeutschland Olé«, singen sie in Danzig. Es wird soviel darüber gesprochen, dass Joachim Löw den Fußball revolutioniert hat, aber was ist eigentlich mit Jürgen Drews? Schland ist Mallorca. Und Mallorca ist überall.

48.

1:0 zur Halbzeit. »Das Ergebnis würde reichen«, so Rethy. Hat noch mal schnell im Tabellenrechner nachgeguckt. Direkter Vergleich: Check! 

21:38 Uhr

Gretchenfrage: Sind die Griechen so schlecht oder wir so gut? Und was sagt das heute-journal dazu? Wieso kommt jetzt überhaupt ein heute-journal? Damit die Jungs und Mädchen auf der Fanmeile auch mal Nachrichten sehen? Na dann!

21:39 Uhr

»Den Berliner Flughafen darf der Steuerzahler also auch noch retten«, mäkelt Marietta Slomka, Griechenland im Sinn. Ein Blick in ihre Augen, und ich rase zum Schreibtisch und rechne nach, wieviel Bafög ich noch zurückzahlen muss.

21:44 Uhr

Wie ich die ZDF-Berichte von Public Viewings in der Provinz liebe! »Ich hoffe, mein Herz schlägt für beide«, sagt eine Frau, was nur bei vollkommener Ahnungslosigkeit möglich ist. Wie sagte Gottfried Benn: »Dumm sein und Fußball gucken, das ist das Glück.« 

21:47 Uhr

Dieser verdammt Trailer! Jedes Mal, wenn Steffi Jones sich das Trikot hochzieht, lähmt mich die Angst.

21:49 Uhr

Wir verlassen Usedom, und es beschleicht mich das Gefühl, es könnte das letzte Mal sein. Denn wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass jeder zweite dieser ZDF-Liegestühle leer ist. Quo vadis, Deutschland? Schwarz-Rot-Bier?

46. Minute

Weiter gehts. Mit Gekas. Ich hatte schon mal mehr Angst

47.

Schürrle mit einem Sprint nach dem anderen. Schwitzt Sokratis, oder schwitzt er nicht? Er selbst sagt: »Ich schweiß, das ich nichts schweiß.« Das bringt uns jetzt auch nicht weiter.

49.

Sokratis jetzt laut Rethy »im Gespräch«. Das ist so typisch für ihn. Selbsterkenntnis, Reflexion? Wir können dir weiterhelfen, Socke: 0:1, du bist raus.

50.

Fürs Protokoll: Badstuber hatte jetzt auch eine Chance, bekommt bei seinem Kopfballversuch aber einen aufrecht stehenden Griechen in den Unterleib, wahrscheinlich Gekas.

52.

Die Griechen muten an wie Väter, die zum Abschluss des Sommer-Zeltlagers mit ihren Söhnen kicken. Bärte, Halbglatzen, Bauchansätze. Ganz so wie hier im Tickerstudio. Sind wir nicht alle Griechen? Denk mal drüber nach, Europa! 

53.

Ich leg mich fest. Heute macht sogar Jerome Boateng noch ’ne Bude, die erste seit der E-Jugend. Und weil sein Ersatzmann, Entschuldigung, sein Backup Bender im letzten Spiel getroffen hat: ausgerechnet Boateng. Und: So ist Fußball!

54.

Klose würde niemals meckern, dass sein Steuergeld nach Griechenland fließt. So wie er auch niemals selbst schießen würde, wenn er allein vorm Tor steht. Er legt ab. Natürlich. Auf einen Griechen. Bezeichnend.

55.

Was mich von Miroslav Klose unter anderem unterscheidet: Dass niemand Sätze über mich sagt wie »Er ist bekanntermaßen sehr, sehr selbstlos«.

56.

Wir schweigen jetzt erst mal 'ne Minute. Bis gleich.

57.

Tor. Für die Griechen. Warum die hier kontern beim Stand von 0:1 muss irgendeine neue, verrückte Entwicklung im Weltfußball sein, die ich verpasst habe. Sei es so: Steilpässe zerpflücken die deutsche Abwehr, in der Mitte wird Boateng von Samaras abgeschüttelt wie ein lästiges Insekt. Natürlich grätscht der Mann ihn rein, so wie er wahrscheinlich auch abends vorm Zubettgehen das Licht ausgrätscht. Neuer kann nichts machen. Wir auch nicht. Außer zu vermelden: 1:1. Der Rest ist Rethy. Also Leiden.

58.

Was mir Hoffnung macht: Mein eigener Eintrag aus der 53. Minute, wie gesagt, ich bin nicht Klose. Denn jetzt ist es ja noch schöner, denn AUSGERECHNET Boateng hat ja auch noch den Fehler gemacht. Also Fußball: Sei ganz du selbst!

59.

So. Und jetzt haben wir den griechischen Salat. Sie stellen sich hinten rein. Bis zur 90. Minute. Bis zur 120. Minute. Auch im Elfmeterschießen. Stehen einfach auf der Linie mit elf Mann. Am meisten Angst habe ich vor Rethys Satz: »Es bleibt beim 1:1, auch in dieser Höhe verdient.«

60.

Wie ich es liebe, wenn ich mich irre: TOOOOOOOOOOOOOOOOOR! Flanke Boateng, und dann, und dann, und dann: KHEDIRA! Es ist SEIN EM-Moment, auf den er so lange hingeackert hat, schon als er Poldi im Mannschaftsbus über den Abstieg hinwegtröstete, als er Mesut nach peinlichen Interviews in den Arm nahm, Sami, der große Bruder, jetzt boxt er sie raus, und alle, alle sehen es, ein Moment wie in amerikanischen Filmen, in denen die Jungs in Knickerbockern rumlaufen, Yankees-Kappen tragen, Hackfleisch am Stock grillen und einfach nur herzensgut sind: SAMI! Welch ein Schuss, volley aus zehn Metern in die Maschen, mit Wut, mit guter Wut, denn etwas Schlechtes kennt der Junge nicht. Ich gönne ihm jeden Busen dieser Welt. Ja, wirklich.

61.

Und Niersbach traut sich wieder nicht, mit Merkel Lambada zu tanzen. 

66.

Die Superzeitlupe offenbart genau den Moment, in dem André Schürrle bei Sami Khediras Torjubel das Trommelfell platzt. Zwischen dem E und dem N von LEEEEEENAAAAAAAAAA! Schürrle muss raus, für ihn kommt Müller.

67.

Geht doch! Geht doch! Geht doch! Und noch so ein Moment, und bald werden all die Momente zur Stunde, dann zum Tag, zu einem großen. Klose! Egal, dass der Torwart hier herumfliegt wie eine Taube, die schon seit Stunden gegen die Fensterscheibe kracht, egal, dass Klose einfach nur die Rübe hinhalten muss, egal, egal, alles egal, 3:1 – auch egal. Ach, nee: stopp, das nicht. Vielmehr: Hurra! Und Klose springt und hüpft wie ein siebzehnjähriges Reh! Oder muss es Pfirsich heißen? Egal. Hurra!

70.

Wenn Hummels D'Artagnan ist, dann wird bei Griechenland jetzt Aramis eingewechselt bzw. Alexandre Dumas höchstpersönlich. Es kommt Liberopoulos.

72.

Jetzt also Liberopoulos (85). Und was sehen seine alten Augen? Das Tor eines Jüngelchen, das noch nicht geboren war, als er seinen Rentenvertrag unterschrieb: Reus heißt er, Marco! Ein Tor, das man als Aufzeichnung ins All schießen müsste, damit die Aliens verstehen, was Schönheit ist. 4:1. Ich bin besoffen.  

75.

Darf man sagen, dass das hier jetzt standesgemäß ist? Oder ist man dann gleich Chauvinist? Ich sag mal lieber: verdient. Oh. Klingt nach Arbeit und Nicht-Arbeit. Fatal. Sag ich halt: Die Griechen brauchen nur noch vier Tore. 

77.

Große Geste: Jetzt bringt Löw Michael Ballack.

79.

Noch mehr Jubelwechsel bei Deutschland, Gomez für Klose, Götze für Reus, Freude allerorten, nur Lukas Podolski steht traurig am Rand und weint.

81.

»Es wäre eine Sensation gewesen«, sagt Rethy mit Blick auf greinende griechische Fans. Aber muss eine Sensation nicht tatsächlich eintreten, um sie als solche bezeichnen zu können? Sonst wäre ja so ziemlich alles eine Sensation gewesen. Wenn ich damals die schöne Maren rumgekriegt hätte, in der Elften, die mich aber noch nicht mal beim Namen kannte. Wenn der FSV Salmrohr 1982 drei Ligen übersprungen hätte und sofort Deutscher Meister geworden wäre. Wenn Rethy bei dieser EM einmal, nur einmal den richtigen Ton getroffen hätte. Es wäre eine Sensation gewesen. 

84.

15 Pflichtspielsiege in Folge! Das ist WELTREKORD, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Bundeskanzlerin. Und es wird noch getoppt von der längsten Ballstaffette aller Zeiten. Ihr spanischen Captain Hooks in eurem Nimmerland, hört ihr das deutsche Krokodil? Tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka, tiki, taka...

86.

Neuer. Süß. Schaut drein wie ein Kind, das die Männer von der Müllabfuhr bestaunt. Brumm-Brumm. Wenn er groß ist, will er auch mal Müllmann werden. Onkel Joachim hat ihm ja sogar schon eine passende Uniform geschenkt.

88.

Elfmeter für Griechenland, verursacht, ausgerechnet, von Boateng. Wobei er mal gar nichts dafür kann. Dreht sich weg, von hinten trifft ihn der Ball am Arm, und sowas soll dann Absicht sein. Wie ich manche Fußballregeln bzw. deren Auslegung hasse. Salpingidis schnappt sich den Ball, der ganze Neuer leuchtet wie ein entzündeter Eileiter. Trotzdem »drin«. 4:2. Ich glaub, ich nehm Antibiotika.

90.

Boateng jetzt wieder mit seinem »Ooooor, was hab ich denn jetzt schon wieder gemacht?«-Gesicht, das er eigentlich immer trägt und dabei, ich kann mir nicht helfen, ein bisschen aussieht wie ein 14-jähriges Mädchen, das nicht versteht, warum der Lehrer es so doof findet, wenn es die Hausaufgaben nicht gemacht hat. 

93.

Schluss. Und aufgehört wurde hier leider nicht, als es am schönsten war. Darüber sollte die UEFA mal nachdenken: Spiele im emotionalsten Moment einfach abpfeifen zu lassen. Aber so erhebt sich Löw wie ein Mann, der aus dem Bus aussteigen will. Natürlich erhebt er sich, wie es so seine Art ist, sehr, sehr konsequent, aber eben nicht sehr, sehr glücklich. Und im Hintergrund ballert sofort »An Tagen wie diesen« aus den Boxen. Ja, was ist an Tagen wie diesen? Da hofft man, dass bald morgen ist.

22:43 Uhr

Khedira im Interview. Klingt wie Vettel. Auch der rast ja im Höllentempo durch die Gegend, ohne mit der Wimper zu zucken. Lächelt über brennende Motoren und gebrochene Beine. Lächelt den Tod an. Das macht ihn so stark, unseren Sami: Er würde sogar Wayne Rooney anlächeln. 

22:44 Uhr

Es bleibt ein Gefühl wie 2008 nach dem Halbfinale gegen die Türkei (3:2): Viel los, ohne Zweifel, Remmi-Demmi, Knalleffekte, Schland-Fans zeugten Schland-Kinder, aber war es wirklich gut? Lahm dazu: »Heute haben wir es uns unnötig schwer gemacht.« Frage dazu, nach all den Malen, die er das schon gesagt hat: Kann man es sich eigentlich auch nötig schwer machen?

22:48 Uhr

Deutschland also im Halbfinale. Aber wer wird eigentlich Europameister der Schüchternheit? Reus? Oder doch Özil. Ja, gut, ich sachma: Ich weiß es nicht. 

22:49 Uhr

»Die Menschen in der Republik sind einfach nur glücklich«, verkündet KMH. Wenn diese Frau nun das Glück verwaltet, dann will ich keines haben.

22:51 Uhr

»Wie ist es zu diesen ganzen Chancen gekommen, Oliver?«, fragt sie nun. Die ganzen Chancen. Vokabular der Ahnungslosigkeit. Gut, dass Löw jetzt kommt. Er könnte sagen, was er will, sie würden ihm alles glauben, aber er nutzt das nicht aus. Zeigt sich bescheiden, kritisch, trotzdem erleichtert. Wirkt wie ein Altrocker, dessen Comeback-Platte ganz gut ankommt. Wie Johnny Marr von den »Smiths«. Stop Me If You Think You've Heard This One Before.

22:56 Uhr

Löw sagt nicht »auch«, sondern »au«. Man weiß das. Aber man gewöhnt sich nicht dran. Jedesmal wieder die Angst, er greift sich ans Herz und rutscht vom ZDF-Sessel. Und wir dann auch. Beziehungsweise au.

22:58 Uhr

Geologische Beobachtung: Kahns Stirn wir immer länger, der Rest des Gesichts immer kürzer. Bald ist er nur noch Stirn. Gnade uns Gott, wenn er sich runzelt! 

23:01 Uhr

Klose ist so bescheiden, dass er nicht »Ich hab mich gefreut« sagen kann, sondern »Schab mich gefreut«. »Als Miroslav Klose eines EM-Morgens aus unruhigen Titelträumen erwachte, fand er sich in seinem Hotel-Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.« Schade. Jetzt trauen wir uns gar nicht mehr, ins Bett zu gehen. Auch weil Antje Pieper aus Athen berichtet, neben ihr habe »ein Grieche gestöhnt«. Wird diese Nacht gut? Wir wünschen es uns. Und euch, liebe Fans. 

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