08.05.2012 | Der Abstiegskampf im 11FREUNDE-Ticker
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Hölle alaaf

Vater Rhein verlangt den Vaterschaftstest, das Stadion brennt, und der FC-Busfahrer wühlt nervös nach dem Stadtplan von Aue. Ja, es ist amtlich: Köln steigt ab. Zum vierten Mal in zehn Jahren. Das schafft sonst nur: der Ticker.

Text: Dirk Gieselmann und Ron Ulrich Bild: Imago

12:12 Uhr
Hallo, liebe Fans. Ist das hier schon die Hölle? Oder kommt da noch was? Vieles erinnert daran, bloß ein bisschen wärmer könnte es sein. Schon jetzt steht fest: Die Sprache des Himmels, der Champions League also, wird in dieser Hölle, in Berlin und Köln, nicht verstanden. Wir brauchen ein  neues Vokabular für den Abstiegskampf. Sind wir heute nicht über-, sondern unterwältigt? Nicht von galaktischen, sondern von mikrobiologischen Spielzügen? Nicht von Sonntags-, vielmehr von Montagsschüssen? Nur eines bleibt wie immer: Auch für diese Art von Fußball braucht man ein Herz, das dreimal so groß ist wie das Saarland. Und man muss es sich fassen, auch wenn es kaum zu fassen ist.

12:25 Uhr
Für Prominente, die über kurz oder lang das Zeitliche segnen werden (also alle), haben clevere Redaktionen immer schon einen vorgefertigten Nachruf in der Schublade. So auch »Spiegel Online« für Hertha BSC. Und der wird, was soll's, einfach jetzt schon mal auf den Markt geschmissen. »In Berlin haben sie in dieser Saison alles falsch gemacht, was falsch zu machen war«, heißt es dort. Wir haben intensiv über diesen Satz nachgedacht, liebe Fans, und sind zu der Erkenntnis gekommen: Wer alles falsch macht, was falsch zu machen war, hat dann doch irgendwie alles richtig gemacht. Ruhe also sanft, alte Dame Hertha. Du hast es dir verdient.

12:45 Uhr
Wie befürchtet: Wir brauchen ein neues Vokabular – das hat jetzt auch die »BZ« gemerkt. Sie schreibt, bei Hertha gegen Hoffenheim handele es sich um »ein Spiel, für das die Beschreibung alles oder nichts unpassend, weil nicht dramatisch genug« sei. Wie aber kann man es dann beschreiben? Mehr als alles oder weniger als nichts? Das geht nicht gerade leicht von den Lippen. Es ist dieses »oder«, das stört. Als könnte man sich hier noch etwas aussuchen! Als würde man gefragt, was man möchte! »Darf es auch ein bisschen mehr Nichts sein?« Nein, bitte nicht. Sonst werd' ich zu fett.

12:50 Uhr
Was würde Rambo sagen? »Um den Krieg zu überleben, muß man selbst zum Krieg werden.« Was auch erklärt, wie Rainer Krieg (KSC) zu seinem Namen kam.  

12:55 Uhr
Live aus der Hertha-Kabine: Otto Rehhagel und Michael Preetz hecken ihre Taktik aus. 

Otto: »Nehmen Sie Waffen mit?« 
Preetz: »Natürlich nicht!« 
Otto: »Dann werden Sie gar nichts ändern.« 
Preetz: »Es ist dieses Denken, warum sich auf der Welt nichts ändert.« 
Otto: »Scheiß auf die Welt.«

13:00 Uhr
»Wir müssen uns den Klassenerhalt verdienen«, sparschweint FC-Trainer Frank Schaefer. Das nenne ich Nerven: Die Welt geht unter, aber in Köln findet noch ein Weltspartag statt.

13:05 Uhr
Soeben faxte uns Jupp Heynckes die heutige Aufstellung des FC Bayern: Danijel Pranjic im Tor, davor Maite Kelly als Doppellibero, dann Alf, Jens Riewa, Uschi Glas und die Ratiopharm-Zwillinge im Mittelfeld, im Sturm Emil Kostandinov, Gesine Schwan und Heynckes selbst. »Von B-Elf zu sprechen, ist vermessen«, schreibt dieser in seinem Fax. »Es sind ja noch nicht mal elf.«

15:05 Uhr
Niemand weiß zur Stunde, wer absteigt. Außer vielleicht Paul. Was sagt die weltberühmte Orakel-Krake? Nichts. Sie liegt da wie tot und stinkt. Ein schlechtes Zeichen. Aber für wen, Paul? Paul?

15:06 Uhr
Da fällt mir ein Witz ein. Otto Rehhagel hat ein Fahrrad zu Weihnachten bekommen. Warum? Er wollte schon mal das Absteigen üben.

15:09 Uhr
Jetzt spricht Michael Preetz bei SKY. Sieht aus wie die Mutter von Nelson Muntz nach dem Elternsprechtag. Flüstert fast, dass er nichts kommentieren will. Ein guter Kommentar. 

15:11 Uhr
Jetzt kommt Markus Babbel. Frage: »Haben Sie das Hin und Her ein Stück weit genossen?« »Nein.« Und damit spricht er auch für Fritz Wepper. 

15:14 Uhr
Jetzt wird noch Babbels Tattoo gezeigt. Die Hertha-Flagge. So einen bescheuerten und folgenschweren Nadelstich haben wir seit Christiane F. nicht mehr gesehen. Ausnahme: Claudia Strunz.

15:16 Uhr
True Löw never die. Das dritte Person-S hat sie an Lukas Podolski verkauft, der es in London gebrauchen kann. Verabschiedet sich in Köln. Et Levve levve künne. Da gibt es gar kein S. Kölscher Klüngel.  

15:19 Uhr
Jetzt soll Winnie Schäfer erklären, wie Köln drin bleibt. Hat seine Matte abgeschnitten und formuliert klare Sätze. Nennt sich jetzt auch noch »Frank«. Was der Abstiegskampf aus Menschen machen kann. 

15:20 Uhr
Kölns Trainer Frank Schaefer will, wie er ankündigt, »gegebenenfalls spielsteuernd eingreifen«. Das sieht dann so aus.

15:21 Uhr
Die Werbung hat das richtige Rezept für den Abstiegskampf parat: »Kick den Ball bis nach Posen!«

15:22 Uhr
Regen in Dortmund. Kein Konfetti. Bezeichnend. Volle Konzentration. Wenn die so weitermachen, bleiben die drin. Ich leg mich fest.

15:25 Uhr
Werbung. Weil wir seit Jahren die treibende Kraft im Fußball sind, sind wir das GE in 11FREUNDE-Liveticker. Dann Auto-Werbung, vier Räder und Geschwafel von Dynamik und Gefühlen. Gieselmann nimmt den Grillanzünder, ein Feuerzeug und macht sich auf nach Friedrichshain. Ihr habt angefangen. 


15:28 Uhr
So, jetzt geht es endlich los. Es dreht sich alles um die beiden, die in den letzten Wochen unterirdische Leistungen geboten haben und blamabel aufgetreten sind. Eine Schande für den deutschen Fußball. Doch genug von Gieselmann und mir. Reden wir über Köln und Hertha. 

15:30 Uhr
Wer immer heute runter muss, sollte sich trösten: Selbst Lucky Luke ist mal abgestiegen.

1. Minute
Die Hertha und der FC bekommen, was sie nach dieser Saison verdient haben: einen Anpfiff. 

2.
Weil der FCK absteigt, stirbt bekanntermaßen die Pfalz. Und wenn Berlin absteigt? Stirbt dann Brandenburg? Lassen Sie mich durch, ich bin Chirurg, ich muss nach Brandenburg!  

4.
Was gut tut: Endlich wird mal nicht nur über die Bayern geredet. Ja, sie sind vielmehr bloße Statisten in diesem Drama, ein Accessoire, aber ein schickes immerhin. Siehe: Contento war extra beim Friseur.

5.
Wir fliegen mit dem 11FREUNDE-Heli über Berlin und staunen: Das Olympiastadion ist NICHT ausverkauft. Ja, saufen die alle schon Abstiegsbier (siehe oben)? Defätismus, ick hör dir trapsen.

7.
Es habe, so berichtet Marc Hindelang, einen offenen Brief der Hertha-Spieler an die Fans gegeben – »da wurden Fehler eingestanden.« Rechtschreibfehler (»Fäns«)? Kann doch mal passieren. 

9.
Fazit der ersten Schalte nach Berlin: Der Geist ist willig, das Fleisch ist abgelaufen. Wir rufen Köln: Köööööööööööööööööööööööööööööln! Hallo, Köln? Aufgelegt.

11.
Die Bandenwerbung suggeriert, wir seien in »Camp David«. Wir lassen uns nicht verarschen, wissen genau: Das hier ist Guantanamo!

13.
Schreckensmeldung für Berlin: Christian Wulff ist zurück und bezieht umstrittenes Büro. Micha Preetz trägt seine Schublade raus. Was ist der Unterschied zwischen Wulff und der Hertha? Hertha hat den Kredit verspielt.

15.
Chance für Rafael. Gehalten. Hertha wartet angeblich seit langem auf einen Dreier zu Hause. Das tun wir auch, ist aber Privatsache.

17.
TOOOR! Für Hertha. Ben-Hatira mit dem Kopf. Jubel. Ben Tewaag mit dem Bong-Kopf.

18.
Derzeit ist der 1. FC Köln direkt abgestiegen. »Darf aber nach Berlin, zu Union«, berichtet der Kommentator. Glückwunsch, sagen wir.

20.
Wir bitten aus Pietätsgründen auf folgende Formulierungen zu verzichten: 1. Köln steht das Wasser bis zum Hals. 2. Wer wissen will, wann Köln zuletzt so schwach war, der muss ins Stadtarchiv gehen. 3. Köln ist so weit unten, dass man es schon Neukölln nennt.

22.
Wo wir bei Hochwassergefahren sind, Holland spielt in Berlins Abwehr. Verteilt Vla, Tulpen und Dosenbier und singt: »Warum bin ich so fröhlich?« Gieselmann sagt etwas, wirkt aber nur wie die Ente, die mit einem Maulwurf in einem Holzschuh wohnt. Legalize it. 

23.
Das Wort »unbekümmert«, das Marc Hindelang jetzt auf die Herthaner anwendet, macht mich ganz wuschig, denke ich doch immer an »Jenny (21), total unbekümmert«. Habe ich zuviel »Schlüsselloch« gelesen? Gegenfrage: Kann man überhaupt genug »Schlüsselloch« lesen? 

24. 
Früher, als ich klein war, dachte ich, im Keller wohnen die Gorillas aus »Planet der Affen«. Jetzt weiß ich: Da wohnt der 1.FC Köln. Wann, liebe Fans, hatte ich wohl mehr Angst vor dem Keller? 

26.
Toll! Ich habe herausgefunden, wie man sich selbst in den Wahnsinn treiben kann: Man stelle sich vor, wie Sabine Töpperwien »Tooooooor in Kaiserslautern« knödelt, immer und immer wieder. Na, klappt's?

27.
Noch besser: Die Damenmannschaft des SC Freiburg spielt im Mösle-Stadion. Wenn die jetzt ein Tor schießt, und Sabine Töpperwien schreit: »Toooooor im...« Dann steigt man ab.

28.
Da erreicht uns aus dem Nichts eine Pressemitteilung, wir zitieren: »Preetz weist Aussage von Hertha-Aufsichtsrat Schmidt zurück!« Wie arrogant, wie dekadent. Hätte Klaus Schlappner während des Spiels Aussagen von Waldhof-Mannheim-Aufsichträten zurückgewiesen? Wohl kaum. Sic transit gloria des Abstiegskampfs. 

30.
Poldi jetzt als linker Verteidiger. Oder ist es der junge Berti Vogts? Wir sagen: Terrier geht's nicht! 

32.
Kinhöfer sagt: »Weiterspielen!« Man stelle sich vor, man will nach acht Stunden »Memory« mit den Kindern endlich zusammenpacken, da taucht Kinhöfer auf und sagt: »Weiterspielen!« Wahnsinn. 

33.
Tor. In Köln. Zweimal dürft ihr raten, für wen. Ein Tipp: Im Stadion herrscht eine Stimmung wie bei Eiallergikern an Ostern. Ja, es ist wahr: Bayern führt, Müller traf. Köln ist, Stand jetzt, weg vom Fenster. Müsste nun zweimal treffen. Müsste! Ein Konjunktiv, der operiert werden müsste, um zum Indikativ zu werden. Müsste!  

36.
In Berlin wird jetzt die Führung der Bayern verkündet. Circa zwei Stunden später. Wenn es so weitergeht, melden sie gleich den Untergang der Titanic. 

39.
Neuer mit starker Antizipation. Köln mit starkem Anti-Depressivum. 

41.
ROT in Berlin. Ryan Babel mit Gelb-Rot. Das gute alte Ryan-raus-Spiel. 

43.
Zweimal Gelb in zwanzig Sekunden. Babel erweist Köln einen Berliner Bärendienst, muss in die Mannschaftskasse zahlen und ist in der Relegation mit Köln gegen Hoffenheim gesperrt. Das Spiel findet in Berlin statt, der Gewinner trifft auf Fortuna Düsseldorf und qualifiziert sich direkt für den algerischen Fuji-Cup.  

45.
Halbzeit in Köln. 0:1. Hertha führt gegen Babbel mit 1:0. »Gelogen!«, ruft Babbel. Preetz schweigt. Die Wahrheit werden wir nie erfahren. Oder nach 90 Minuten.

16:19 Uhr
»Köln powered by Ford«, prangt auf der Bande. Nichts gegen Ford: Aber in Berlin brennen die Autos. Und wer steigt NICHT ab? Na? Nur mal so als Denkanstoß für die Autoindustrie. 

16:20 Uhr
Wir empfehlen Lukas Podolski die Lektüre »Auf der Suche nach der verlorenen Halbzeit.« Gibt's auch als Hörbuch – inklusive Riesenbundesligaangeberkopfhörer! 

16:22 Uhr
Hoffenheim in Unterzahl. Was macht Babbel nun? Was würde Rambo jetzt tun? Denken wir an die Szene, in der Rambo und Trautman von Hunderten von Soldaten umstellt sind. Trautman: »Und was machen wir nun?« Rambo: »Hmmm. Umzingeln läuft nicht.« 

16:23 Uhr
Die zweite Pressemitteilung erreicht uns: »Verband deutsche Außenspiegelhersteller gratuliert Patrick Ebert zum Klassenerhalt!« Wir schließen uns an. 

16:25 Uhr
»Die Hertha führt verdient«, so Bastian Hellmann. Der Satz ist als Aussage gemeint, nicht als Frage, aber Beckenbauer schürzt aus alter Experten Gewohnheit die Lippen, sagt: »Joa.« Joa, sagen auch wir. Aus alter Gewohnheit. 

16:26 Uhr
»Köln spielt viel zu pazif«, so Beckenbauer. Womit wir auch wissen, wohin sein Flieger nach dem Spiel geht. Ick jedenfalls. 

16:28 Uhr
Hertha bleibt drin. Wenn ich nicht vorher schon an nichts mehr geglaubt hätte, würde ich jetzt damit anfangen. 

46.
Nachtrag: Gelb-Rot für Babel unberechtigt. Hertha hätte noch einen Elfer bekommen können. Jetzt haben wir auch was mit Markus Babbel gemeinsam: Wir sind nachtragend.  

48.
Die Hoffenheimer Fans protestieren gegen die Verpflichtung von Tim Wiese. Und zwar alle beide.  

51.
Demi Moore meldet via Twitter. »Vorläufig werde ich @justdemi sein, daran könnte ich mich gewöhnen.« Bekommt man das beim Amt durch? Köln meldet: »Vorläufig werden wir @justauswärtsinaue sein.« Schöne Grüße von @justdirk und @justron, vorläufig werden wir @justdelirium sein. 

53.
NULL ZU ZWEI IN KÖLN. EIGENTOR DURCH GEROMEL. Schienbein-Pingpong im eigenen Fünfer. Wenn wir es nicht selbst sehen würden, dann würden wir es für schlechte Comedy auf SAT.1 halten.  

55.
Null zu drei. Robben setzt den Todesstoß. Der Geißbock zuckt nicht mehr. Veterinärtragödie.  

55.
Geil wäre ja, wenn die Bandenwerbung dramaturgisch funktionieren würde: Je beschissener das Resultat, desto mehr Schnapswerbung erscheint. Hast du Sorgen mit den Deinen, brenn dir einen.  

56.
Jubel in Berlin. Fährt die S-Bahn pünktlich ab? Wahrscheinlich nicht. 

57.
»Wir haben hier zwar ein bisschen Abneigung gegen die Farbe Blau«, so BVB-Trainer Jürgen Klopp zur Wetterlage bei der Meisterfeier. »Aber blauer Himmel wäre trotzdem nicht schlecht gewesen!« Schwarz-Gelber Himmel stattdessen, der aus Köln herüberzieht. Pech und Schwefel – das ist die Hölle, Kloppo. Mach's Dir gemütlich. 

60.
Wenn die Bayern noch ein Tor schießen, zeige ich sie wegen Leichenschändung an. 

62.
Blitzmeldung: Vater Rhein will den Vaterschaftstest! Was macht Poldi jetzt? Morgen mehr bei »Vera am Mittag«! 

64.
Tor. Für Köln. Novakovic. »Wollen wir von Hoffnung sprechen?«, fragt Thorsten Kunde. Nein, denn worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. 

66.
Geniestreich von Babbel: Wechselt einen Spieler aus, bringt zwei Neue. Unterzahl, go home.  

67.
»Tooooor im Mösle-Stadion!« 

68.
Hoffenheims Mlapa mäht den Rasen, Hubnik steht zufällig im Weg rum. Ein Horrorfoul. Kinhöfer zückt Gelb. Nur Gelb. »Dunkelgelb«, so Hindelang. Ist das schon Rassismus? 

71.
Weiter 1:0 für Hertha. Doch wer die Tabelle kennt, der weiß: Wenn Hoffenheim nur ein Tor macht, dann ... steht es 1:1. 

73.
In Köln gibt es übrigens gerade Public Viewing – im ursprünglichen Wortsinn. 

74.
Köln steigt womöglich zum vierten Mal in den letzten zehn Jahren ab. So oft ist nur Rolf Eden abgestiegen. Gruß an Renate, Ilse, Monika und Renate II. 

75.
Service ist unsere Stärke. Hier noch zwei Ergebnisse von den anderen Plätzen: 4:0 und 1:3.  

77.
2:0 für BERLIN! ÄNIS BEN-HATIRA! Oder wie man auch schreiben könnte: Änis Ben-Hatira. Änis-ing goes. Wir verschieben Herthas Abschiedsparty, lassen die Luftballons aber in der Bude. 

80.
»Die Frage war: Kann Otto Abstiegskampf?«, heißt es bei SKY. Viel wichtigere Frage: Was wird aus den vollständigen Sätzen in Deutschland? Retten auch sie sich in die Relegation? Verdient haben sie es nicht – zu viele unnötige Punktverluste. Punkt.  

81.
Wie feiert Hertinho den Einzug in die Relegation? Angst geht um unter den Bärinnen im Berliner Zoo. 

83.
Da drängt sich die Frage auf: Bügelt Beate Rehhagel schon ihr Negligé auf? »Sex im Alter« – das könnte dann auch gleich die Überschrift sein für all die Otto-Jubelartikel, die die Berliner Boulevardpresse morgen raushusten wird.  

84. 
Am Rhein brennen derweil schon die Grabkerzen. »Köln trauert um Willy Millowitsch«, hieß die Schlagzeile 1999. Jetzt einfach umdrehen! Der Tipp ist gratis.  

85.
Tor! Schock, schwere Not: Compper trifft. Was uns zeigt: Das hier hat mit Fußball nichts mehr zu tun. 

85.
Und Tor auch in Köln, quasi im Synchronschwimmen mit Compper. 4:1 für die Bayern. Jetzt löschen die Grabkerzen sich selbst vor Wut. 

87.
Die Hertha macht ihrem Namen jetzt alle Ehre: Wie im Rollator schiebt sie sich der Relegation entgegen. Zahlt so was eigentlich die Kasse? 

89.
Hammer: Babbel wechselt sich selbst ein! Dietmar Hopp versucht ihn, davon abzuhalten: »Nein, Herr Babbel, das ist nicht ihr Krieg!« Babbel (zieht sich das Trikot über): »Jetzt schon!«  

91.
Rauchbomben in Köln, das Spiel ist unterbrochen. Blauhelme sind vor Ort. 

92.
Tor in Berlin! Tom Starke trifft! War nur Witz: Rafael macht das 3:1. 

93.
Schluss. Und Hertha feiert den Einzug in die Relegation wie den Sieg im Champions-League-Finale. Wir sagen: »Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.« 

94.
Wowereit schmunzelt, Hartz-4-Greise tanzen, Moabiter Ex-Knackis stecken ihren Freundinnen die Zunge in den Hals. Das kann nur eines heißen: Hertha lebt! Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.  

17:25 Uhr
Mario Gomez aus dem Kölner Luftschutzbunker. Draußen wüten die Ubier, drinnen ist es kuschelig. Jan Henkel hat die Order, Zeit totzuschlagen, fragt den Bayern-Beau nach Spargel-Rezepten. Wer will schon wissen, was draußen los ist? 

17:29 Uhr
Thomas Müller klärt uns auf: Schwarzer Rauch sei aufgestiegen, die Spieler hätten den Schiedsrichter gebeten, das Spiel einige Sekunden eher abzupfeifen, um sich in die Katakomben retten zu können. Der Feind in meinem Block: Herzliches Beileid, FC Köln. In doppelter Hinsicht.

17:28 Uhr
Wir vermelden: Hertha im Recall, für Köln haben wir heute leider kein Foto. Bitte brechen Sie jetzt zusammen. Gute Nacht.


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