Real Madrid
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Atletico Madrid

Das Champions-League-Finale im 11FREUNDE-Liveticker

Schon wieder Spanien!

Jogi Löws Hoffnungen wurden bitter enttäuscht: Schon wieder gewinnen die Spanier ein großes Finale. Angela Merkel ist bereits nach Tirol geeilt. Wird das Trainingslager jetzt abgebrochen? Der 11FREUNDE-Liveticker stirbt zuletzt.  

23:36 Uhr

Und im Konfettiregen, gelocht aus Rethys Karteikarten einer ganzen Saison, stemmt Iker Casillas den Pokal empor. Dann zieht ein enthusiasmierter Kranfahrer die Trophäe noch mal als Riesentransparent hoch. Zu hoch. Jedenfalls uns. Wir steigen ab. Dorthin, wo wir zu Hause sind. Hallo, Bielefeld. Gute Nacht, liebe Fans.

23:33 Uhr

Ist das eine schreckliche Musik. Wer hat Pepe ans Stadion-Keyboard gelassen? Und warum kann er auch in dieser Stunde nichts anderes als foulen?

23:32 Uhr

Da! Da war es! Tatsächlich. Echt. Wirklich: Carlo Ancelottis Lächeln. Es existiert. Nicht zu glauben. Alleine dafür hat sich dieser Marathon doch gelohnt..

23:39 Uhr

Katsche Ramos im Interview: »Ja, gut äh. Ich mach jetzt ’n Schreibwarenhandel auf. Versuche, auf dem Teppich zu bleiben. Pfiati.«

23:26 Uhr

Und als wäre alles nicht schon schlimm genug für Atletico, spielt die UEFA oder wer auch immer jetzt einen Coldplay-Song ein. Viva la Tod.

23:23 Uhr

SMS von der DFB-Pressestelle: »Korrektur: BEREIT wie nie muss es heißen. Keine Macht den Drogen.«

23:24 Uhr

Menschen, die uns an schlimm tätowierte Sauftouristen auf einer beliebigen Mittelmeer-Insel erinnern: Sergio Ramos oben ohne nach einem gewonnenen Champions-League-Finale (Ende der Serie).

23:22 Uhr

SMS von Löw: »Sami, der Hansi und ich gratulieren dir ganz herzlichst :-). Der Olli hat eben ein Glas Nutella hochgehoben wie den CL-Pokal. ;-) Maracana, wir kommen! Breit wie nie!«

121.

Und jetzt gibt's Kloppe. Doch noch. Als alles schon vorbei ist. Ein Rudel. Dann noch eins. Simeone scheint zu bellen. Wuff, Wuff, macht er. Wuff. Ja, fast richtig. Dann darf er noch mal kurz auf die Tribüne, für etwa zehn Sekunden, denn dann ist Schluss. Und Ronaldo umarmt irgendeinen Typen im Ronaldo-Trikot, vielleicht sich selbst.

119.

Ronaldo schiebt mich beiseite. Wie immer. Und macht ihn rein. Dann fährt er mit meiner Frau und meinen Kindern, die, wie ich jetzt erfahren muss, von ihm sind, an die Algarve und lässt sich eincremen. Der einzige Mensch, der auch im Mondschein braun wird. Und ich werde wieder mal nur zum Werwolf.

119.

Eine etwas unnötige Hänselei des Schicksals: Jetzt gibt es hier noch einen Elfmeter für Real. Darf ich schießen?

118.

Aus dem Hintergrund müsste Marcelo schießen. Marceloooo... läuft stattdessen aber einfach los und weiter und noch ein bisschen und an allen vorbei - und dann Tooor! Brasilien ist Weltmeister! Schlägt Atletico Madrid mit 3:1 Toren im Finale von Lissabon. Beziehungsweise...

116.

Simeone erinnert zunehmend an einen Verkehrspolizisten auf Steroiden. Gleich platzt ihm irgendwas. Hoffentlich nur die Hutschnur.

116.

»Gestoppt von Gabi!«, ruft Rethy. Bernd Schuster fällt daheim vom Sofa: »Wer? Ich?«

114.

Gerade eben kurz im Bild: ein leicht belämmert dreinblickender Diego auf der Bank. Tja, das hat er jetzt davon. Würde er noch bei Wolfsburg spielen, dann könnte er jetzt, tja was eigentlich? Sich freuen, dass er noch wenigstens eine halbe Stunde Schlaf vor Mitternacht kriegt.

113.

Simeone zu Ancelotti: »Come on, Kater Carlo. Nur du und ich. Im Mittelkreis. Full contact. Bis einer heult. Und das werde nicht ich sein.« Ancelotti zu Simeone: »Kaugummi?«

112.

Fassungslosigkeit unter den Atletico-Fans auf der Tribüne. Gesichter wie von Fünfjährigen, die von ihren Eltern ohne Abendessen ins Bett geschickt werden. Und Papa Bale so: »Matratzenhorchdienst!«

110.

Tor! Bale! Mit dem Kopf! Wahnsinn: Die Flanke kam offenbar von Zidane, jedenfalls ist er jetzt mittendrin in der Jubeltraube. Und Ancelotti ext eine Packung Kaugummis. Als wäre hier nicht gerade das 2:1 gefallen, sondern als hätte seine Frau ihn auf seinen Mundgeruch hingewiesen. Der schmale Grat zwischen Coolness und Spießigkeit.

110.

Ich meine, gerade das Wort »Ölpass« gehört zu haben. Rethy hat sicher »Fehlpass« gesagt, aber - ganz ehrlich - würde es irgendjemanden wundern, wenn Simeone seinen Jungs auch Ölpässe beigebracht hätte? Eben.

108.

Bitte jetzt wenigstens noch ein Tor, egal auf welcher Seite. Denn, mediterrane Lebensart hin oder her: der Schlaf vor Mitternacht zählt doppelt, Leute! Ist doch bekannt. So wie die Auswärtstore. Was dann ja bedeuten würde, dass Atletico laut UEFA-Regel... ach, lassen wir das.

106.

Anstoß Atletico - mit Gabi. Ein ganz kleines bisschen Schuster ist also doch auf dem Platz.

23:02 Uhr

Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um 30 Minuten. Das »Wetten, dass...?« unter den Endspielen. Kommen gleich 200 Madrilenen ins Stadion, die aussehen wie Bela Rethy und Marietta Slomkas Kleid tragen?

23:02 Uhr

»End First Extra«, hat die Bildregie eben eingeblendet. Na dann: Hit me baby, eins mehr Zeit!

23:00 Uhr

Simeone ist sauer, dass hier immer so lange nachgespielt wird: »Ey, Meister!«, mault er den Schiri an. »Ich muss zur Siegerehrung!«

105.

»105+1«, wird eingeblendet. Das ZDF-Quiz zur Halbzeit der Verlängerung? Ich komm’ nicht drauf!

104.

Kurz mal dazwischengemosert: Komplett enttäuschend, was Ronaldo heute bislang auf den Platz gebracht hat. Alles irgendwie breibeinig. Und ja, das T fehlt da aus Gründen.

103.

Das Spiel muss unterbrochen werden: Greenpeace-Aktivisten haben sich an Ancelottis Kaugummi festgekettet.

102.

Das Spiel jetzt auf dem Niveau eines Landesliga-Kicks in der deutschen Provinz. Gleich geht der Schatzmeister einmal ums Feld und kassiert bei jedem 2,50 Mark. Und im Garten nebenan hängt Ronaldos Oma die Wäsche auf.

100.

Hundertste Minute. Und Ronaldo läuft zum Freistoß an. Jubiläumstreffer? Nä. Mauer. Ecke. Und ein cholerisches Kleinkind, das irgendwas fordert, Freistoß, Hand, Elfmeter, Abpfiff oder Golden Goal - was es auch ist, CR7 kriegt einfach nur eine Scheißecke. Bezeichnend.

98.

»Atletico ist alles zuzutrauen!«, schwärmt Rethy nun. »Den AC Mailand ausgeschaltet! Barca! Chelsea! Das A-Team! TKKG! Den letzten Bullen! Die NSA! Putin! Nur mich nicht! Hahahaha! Ich bin immer noch da, Simeone! An Rethy kommst du nicht vorbei! Ich...« (wird rausgetragen)

96.

Und am Ende ist der kleene Tickerer dann doch wieder neese. Ich meine, dieses Spiel ist uns, streng genommen, ja völlig wurscht. Vor allem im Vergleich zum Champions-League-Finale letztes Jahr. Und doch hocken wir hier bis in die Puppen. 2013 hätte sich ja kein Mensch beschwert über 30 Extraminuten, aber jetzt? Och, Fußball, echt ey.

95.

Irre! Simeone jetzt im Dialog mit dem Undertaker: »Du gehst jetzt rauf, Fettsack. Nimmst den Ball in die Schnauze. Und rennst ins Tor. Fertig ist die Laube. Verstanden? Nein? Egal.«

93.

93: So alt ist mein Opa auch geworden. Und hat den Krankenschwestern noch immer auf den Hintern geguckt! Mein Opa: der Cristiano Ronaldo unter den Mümmelgreisen.

92.

Und gleich kommt schon wieder die 94. Minute. In der Sergio Ramos, statistisch gesehen, am heutigen Tage immer getroffen hat. Courtois beginnen die Knie zu zittern.

22:44 Uhr

Und als Bela Rethy eben sagte »Das Spiel beginnt von Neuem«, da war es für einen kurzen Moment da: das schreckliche Gefühl, dass wir tatsächlich den gleichen Abend ab 20.45 Uhr noch einmal erleben. Aber dann doch nur: Verlängerung. Hurra!

22:43 Uhr

Simeone beschimpft den Schiri, doch der merkt es nicht, lächelt wie ein Scheißtourist, der erst im Hotel merkt, dass man ihm seinen Jack-Wolfskin-Brustbeutel geklaut hat.

22:42 Uhr

Verlängerung. Als ob ein Cristiano Ronaldo das nötig hätte!

95.

Und jetzt? Und jetzt? Verlängerung. Wir haben immer gewarnt. Es wird immer später. Und wir werden hier, in unserer spartanischen Tickerstube, dem letzten Loch Berlins, immer einsamer. Is there anybody überhaupt noch out there? Wenn ja, dann: Winkt doch mal.. Huhu. Ja, wir auch noch.

637393763484940.

Ich fasse es nicht, das ist nicht real. Doch! Und wie! 1:1. Katsche Ramos macht den Ausgleich. Simeone kotzt den Sekt wieder aus. Diego Costa bringt per Sturzgeburt ein Fohlen auf die Welt. Dann macht der Oberschenkel wieder zu.

92.

Letzte Ecke. Denke ich beim Bäcker auch immer. Aber verdammt, ich kann einfach nicht widerstehen. Mmmh, Nuss.

92.

Nachspielzeit. Und immer noch nichts. Am Seitenrand schwört Ancelotti gerade dem lieben Gott ab und der Jungfrau Maria gleich mit. Simeone hat derweil seinen Haidenspaß. Godín statt Jesus.

92.

Schade, dass Real nicht im Finale steht. Das wäre bestimmt ein geiles Derby geworden.

91.

Freistoß Atletico. Ronaldo darf ausführen. Das Geheule wäre ja auch nicht zu ertragen.

89.

Jetzt ist Pepe aufgestanden, wechselt sich gleich selbst ein, als vierter, zwölfter, gesperrter Mann, das wäre doch was, das hätte doch was, das würde dem Spiel jetzt noch das bringen, was fehlt: das letzte Quäntchen Irrsinn. Stattdessen: Einwurf. Die banalste Situation dieses gesamten Sports.

89.

Der Druck steigt. Kevin Großkreutz gefällt das.

88.

Noch fünf Minuten. Plus X, wie es immer so schön heißt. Aber wer wird heute der X-Faktor sein? Bale? Zizou? CRdingsbums? Oder doch Ancelottis Kaugummi? Kauruck-Fußball jetzt von Real.

87.

»Atletico pfeift aus dem letzten Loch«, meint Rethy. Wer tut das nicht?

85.

Was haben ein Berliner Kellner und Carlo Ancelotti gemeinsam? Sie können nicht mehr wechseln.

83.

Auswechslung jetzt auch bei Atletico. Ein Typ mit Winnetou-Haarhelm geht raus. Ein anderer mit kompliziertem, holländisch klingenden Nachnamen kommt rein. Sorry. Best I can do momentan.

82.

Anhalten! Abpfeifen! Das Spiel wird überschattet von folgender Meldung: »PARTY-SKANDAL UM KEVIN GROSSKREUTZ – Nationalspieler randaliert in Hotel-Lobby« Und weiter: »Großkreutz pinkelte in der Lobby des Berliner Hotels ›Berlin, Berlin‹ volltrunken gegen eine Säule. Augenzeugen bestätigen das.« Das erinnert mich an folgenden Witz: Winter 1998. Bundeskanzler Helmut Kohl tritt vor die Tür seines Bungalows. Da sieht er den Satz »Kohl ist doof« in den Schnee gepinkelt. Er schaltet das BKA ein. Am Tag darauf die erste Analyse: »Urin: Schröder. Handschrift: Süßmuth.«

81.

Handball jetzt. Mit Juanfran als Mark Dragunski und Gabi als Olli Roggisch. Ronaldo gibt den Kreisläufer, dreht sich aber nur um sich selbst.

78.

Benzema raus. Ein Mensch namens Morata rein. Dann: Moratorium in punkto Auswechslungen. Wie immer nach der dritten.

77.

Bale macht den Rolf Rüßmann: »Wenn wir schon nicht gewinnen, treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.«

76.

Di Maria kommt nicht vorbei. Und der Josef ist traurig.

76.

Coentrao hockt am Spielfeldrand und sieht dabei aus wie Martin Semmelrogge, wenn er Armin Rohde ins Cabrio kackt. Bezeichnend.

75.

Ronaldo! Seitfallzieher! Das ist jetzt sein Zidane-Moment. Und dann: ein bisschen drüber. So wie Ronaldo als Ganzes in den Augen seiner Kritiker.

74.

Jetzt kriegt Casillas, nach allem, was er heute schon durchgemacht hat, auch noch die Stollen von David Villa ins Brustbein. Jogi Löw überlegt kurz, ihn für Neuer nachzunominieren. Doch dann geht es schon wieder.

72.

Real kommt nun desöfteren zu Chancen. Oder wie Rethy sagt: »Reals Chancen werden mehr«. Das war portugiesisch.

70.

Ancelotti hängt der Schlips schief. Das Spiel seiner Mannschaft, man könnte es auch allein anhand dieses Schlipses nacherzählen.

69.

Was möglich wäre für Real, verdeutlicht die soeben vorgetragene Passfolge: Modric-Ronaldo-Benzema. Und dann: Isco, dieses Riesentalent, das immer reinkommt und selten was bringt. So auch hier. Vorbei. Er ist im Begriff, der Lars Ricken von Madrid zu werden. Nur ohne Lupfer.

68.

Selbst Franz Beckenbauer kann sich noch an diesen Sosa erinnern: »Ja, Herrschaftszeiten! Der Johann Ernst Soße! Der liebe Gott hat alle Kinder lieb.«

67.

Ex-Bayer José Sosa, der wahrscheinlich einzige Mensch, der zu Hause noch einen Klinsi-Buddha zu Hause stehen hat, kommt aufs Feld. Wird dieses Spiel jetzt jeden Tag ein bisschen besser?

65.

Atletico hat eine Ecke nach der anderen. Das Spiel aus Sicht von Real: Corner-Müsli. Ohne Milch. Lecker.

64.

»Gabi unermüdlich«, lallt Rethy. Und Gabi bringt ihm gleich noch’n Pilsken, schreibt’s auf den ZDF-Deckel.

63.

Bärtige Männer schlagen sich vors Gesicht. Was wie eine Szene aus einem Bud-Spencer-Film klingt, ist in Wahrheit die Zeitlupen-Reaktion der Real-Madrid-Fans auf die Bemühungen ihres Teams.

62.

Benzema rutscht am Ball vorbei! Das war eng! Ungefähr so eng: Bnzm.

60.

Sergio Ramos spielt mittlerweile Pässe, als hätte er Holzpaddel an den Füßen. Die ganze Mannschaft strampelt und schwimmt, als sei sie gerade bei der Seepferdchen-Prüfung durchgefallen. Das ist Paddeln im eigentlichen Sinne.

59.

Khedira geht vom Feld. Morgen früh um acht muss er in Südtirol sein. Rutschen im Spaßbad mit der Nationalmannschaft. Auf Zeit!

57.

Witzig: Atletico drückt. Drängt. Stürmt. Schnürt Real ein. Schießt. Aber: abgefälscht. Wie ein schlechter Bondage-Streifen. Mit Diego Simeone als... Diego Simeone.

56.

Ronaldo, das Überraschungsei unter den Weltstars, mit gleich zwei Chancen auf einmal. Spiel, Spannung und 1:1: Das geht nun wirklich nicht!

55.

Ancelotti hat immer noch die ewigliche Ancelotti-Miene im Gesicht. Also die eines leicht gelangweilten Bernhardiners. Allenfalls jetzt: die eines leicht angepissten, aber immer noch ziemlich gelangweilten Bernhardiners.

53.

Atletico grätscht, im Mittelkreis, an den Linien. Überall. Das Motto jetzt: Koke Zero Tolerance. Gelb für Mirinda. Oder wie der heißt.

51.

Hallo, Bundesliga: Diego läuft sich warm. Hören Sie das lederne Knirschen aus dem Raum Frankfurt? Das ist Thomas Schaaf, er lächelt väterlich.

50.

Reals Siegchancen, so rein vom Bauchgefühl her, plötzlich nur noch so groß wie der Akzent über dem C auf Modrics Rücken. Das Selbstvertrauen der Atletico-Spieler derweil so groß wie das spanische Haushaltsloch. Der »kicker« würde schreiben: »Die Krise ist real.«

47.

Wir müssen, zu Beginn dieser zweiten Hälfte, schon weiter denken. Nehmen wir an, Real verliert. Was bedeutet das für Sami Khedira bzw. unsere Chancen bei der WM? Ich meine, er verliert gerade schon wieder gegen die Spanier. Das wächst sich langsam zu einem Trauma aus..

46.

Schon wieder Anstoß. Wann schafft Platini endlich dieses ermüdende Ritual ab? Wir fordern den UEFA-Nations-Kick-Off. Mit Sarah Connor. Auf einem Einhorn. Nackt. Nein, besser doch nicht nackt. Aber mit Einhorn!

21:46 Uhr

Olli Kahn jetzt im Real-Tor. ZDF-Experte Iker Casillas: »Hä? Der lebt noch?«

21:45 Uhr

Aus Gieselmann bricht jetzt die ganze triste Sozialisation der dunklen, dunklen norddeutschen Tiefebene heraus: »Pfeif an, die Scheiße jetzt, doooooh!«, mosert er einen imaginären Schiedsrichter während des ZDF-Gewinnspiels an. Liegt kurz darauf schon dem Rudi-Völler-Starschnitt weinend in den Armen.

21:41 Uhr

Marietta Slomkas Kleid jetzt in ganzer Pracht. Und plötzlich könnten wir uns vorstellen, im Faber-Trikot des VfL Bochum zu heiraten.

21:39 Uhr

Kaminstimmung in der Halbzeit. Gieselmann verteilt österreichische Schokolädchen: »Jetzt noch ein Glas Kaffee und die Heizung auf drei.« Vielleicht müssen wir uns exakt so die momentane Szenerie in der Real-Kabine vorstellen. Mit Harmonie zum Sieg. Oder Zidane verteilt Maulschellen. Auch möglich.

21:35 Uhr

Leser Markus Schmidt mit einem Fazit, das wir schöner nicht ziehen könnten: »La decima? Für Atletico heißt es eher: ›De cima heute richtig ab.‹«

47.

Khedira sieht Gelb. Wir sehen Pink. Hallo, Marietta Slomka!

46.

Und jetzt geht das los: die Pässe bei Real werden 30 Zentimeter zu lang. Die Grätschen 20 Zentimeter zu kurz. Selbst Bales Frisur scheinen 10 Zentimeter zu fehlen. So verliert man ein Finale. Nur damit es hinterher nicht heißt, ich hätte nicht gewarnt.

45.

Wenn Rethy noch mal »Coentrao« sagt, darf ich nicht mehr fahren.

44.

Rethy entdeckt »kleine, packende Duelle im Mittelfeld«. Wir entdecken die Mute-Taste. Der Rest ist Schweigen.

41.

Gieselmann, heimlichster Real-Madrid-Fan des Planeten, hat seit dem Tor eine richtige Saulaune. Spielt wahllos Youtube-Songs an. Wenn man ihn fragt, was das gerade war, sagt er: »Youtube.« Nein, was für ein Song? »Ach, irgendein Scheiß.« Gleiches könnte Iker Casillas hinterher auch über dieses Spiel sagen, wenn das so weitergeht.

40.

Ecke Gabi: Klingt wie die Adresse einer Bordsteinschwalbe.

37.

Ancelotti reagiert, bringt Katsche Schwarzenbeck.

36.

Gerade hatte ich einen Gedanken. Der Gedanke lautete: Gleich macht Atletico aus dem Nichts das 1:0. Und dann, vielleicht drei Sekunden später: macht Atletico das 1:0. Aus dem Nichts. Ach was: Aus dem Garnichts! Und Casillas wirkt dabei so, als wolle er alle Paraden aus dem Finale 2002 gegen Leverkusen heute wieder zurücknehmen wollen. Die Fans nennen ihn ab jetzt: San Trottel.

34.

Xabi Alonso auf der Tribüne. Wie der Papa beim Flötenkonzert der siebenjährigen Tochter: ein Gesicht, gezeichnet von Stolz, Schmerz und der Hoffnung auf Erlösung.

34.

Mir eben aufgefallen: Modric spielt jeden Pass mit dem Außenrist. JEDEN. Teils über 30, 40 Meter. Ist er der kleinste Bernd Schuster der Welt?

32.

Gareth Bale mit dem Jahrhundertalleingang. Wie Thomas Müller im Pokalfinale auf dem Weg nach Altötting. Doch dann: kein Tor. Einfach: kein Tor. Sondern: Abstoß. Einfach: Abstoß. Ist das gemein. Selbst die Atletico-Spieler reklamieren.

31.

Anatomiekurs mit Prof. Rethy: »Schulter gehört auch zur Hand.« Gut. Harmlos. Denn in der Vergangenheit ist ja der eine oder andere seiner ZDF-Kollegen in der 3. Halbzeit auch nach dem alten »Wir sind Helden«-Song verfahren. Also eher so: »Rüssel an Schwanz«.

30.

Kinder! Jetzt geht es auf die Knochen. In den Trinkflaschen, die die Betreuer aufs Feld werfen, ist längst pürierte Pferde-Plazenta. Prost.

29.

Koke mit dem nächsten harten Tritt. Für Real folgt das Spiel derzeit dem klassischen Motto: Walk the line.

27.

26 Minuten um. Wie viel Prozent sind das von der Gesamtspielzeit? Schwer zu sagen. Denn wer weiß, wie lange das hier heute geht. Fest steht (jedenfalls laut Bauchgefühl): 120 Minuten plus X. Und dann? Tja.

26.

Di Maria mit dem unbefleckten Solo. Doch Raul Garcia glaubt nicht dran, haut dazwischen wie Herodes. Rethy weint Tränen aus Blut.

24.

Dieses Spiel ist bislang so spannend wie einer alten Frau beim Matratzenmachen zuzuschauen. Oder einem »Ed von Schleck« beim Schmelzen. So schmeckt er also, der Scheißsommer.

23.

Die 23. Minute. Minute der Illuminaten. Ich weiß, Ihr wollt es nicht hören, aber es ist die verdammte Wahrheit: Am Ende wird hier einer gewinnen. Und Rethy ist ein Alien. Die stecken doch alle unter einer Decke. 

21.

Und überhaupt. Diese Namen! Miranda! Klingt wie ein Telefonstreich von Bart Simpson. Na wenigstens Otamendi ist nicht dabei, der Biber unter den Ostler-Namen.

20.

Kaum Fouls bislang. Tja. Madrid man, madrid man nicht.

18.

Ancelotti schwitzt wie’n Tier. Was würde Miro Klose dazu sagen? Wahrscheinlich: »Schweiß, was isch kann.«

17.

Simeone! Als hätte man den Kopf eines Kneipenschlägers auf einen Designer-Anzug montiert. Wird Atletico heute zur hässlichen Fratze des schönen Spiels? Indem sie dieses Endspiel gewinnen, wie man so um 1993 solche Endspiele gewonnen hat - durch ein 1:0 aus dem Nichts in der 85. Minute? Zuzutrauen ist es ihnen. Denn, wie gesagt: SIMEONE!

15.

Ei der Daus: Costa sitzt wieder auf der Bank. Jetzt mit Schafswanderhoden im maladen Oberschenkel. Kommt er noch mal?

14.

Raul Garcia sieht im übrigen aus wie Roy Makaay, so wie Lenny aussieht wie Lenny, nachdem er sich das Gesicht hat operieren lassen.

13.

Di María probiert es mit einer Flanke aus dem Halbfeld. Verrechnet sich aber. Kommt also nichts Zählbares bei heraus.

11.

Das Tickerteam zeigt sich solidarisch mit Pechvogel Costa: Bei Gieselmann macht das Raucherbein zu, ich zerre mir das linke Augenlid. Wenn der Antrag auf Invalidität von Chef Köster schnell genug abgezeichnet wird, müssen wir zur zweiten Hälfte nicht mehr antreten.

9.

Ist das bitter. »Der Oberschenkel von Diego Costa macht nicht mit«, vermeldet Rethy. Deshalb verlässt der Rest von Costa jetzt auch das Feld. Der Mannschaftsarzt saugt ihm umgehend die Pferde-Plazenta ab, die ihm zur Wunderheilung injiziert wurde. Wird daraus jetzt Lasagne für die VIP-Loge gemacht?

8.

Rethy ist auf seinem ganz eigenen Trip: »Bei den Buchmachern Real der Favorit, bei den Fachleuten Bari, Bari.« Wen hat er denn da angerufen - Andy Möller?

7.

Khedira erinnert mich ja immer ein bisschen an Sport-Goofy. Wann reicht Mickey Mouse aka Hansi Flick ihm den mit Möhrensaft getränkten Schwamm?

6.

Modric, der kleine Zaubergnom, erinnert mich ja vom Gesicht her immer an diese AfD-Kandidatin, wie hieß sie noch? Ahja: Beatrix von Storch!

5.

Nur Männer auf dem Platz! Naja, dann legt sich Ronaldo eben selbst flach. Was soll er machen?

4.

Ronaldo wird beim Kopfballduell im Mittelfeld umgestoßen, und sofort, quasi bereits im Fallen, setzt er sein »Wer hat mir die Kokosnuss geklaut«-Gesicht auf. Simeone lässt die Familienpackung Bounty unauffällig in der Sakkotasche verschwinden, setzt sein WM-1998-Gesicht auf.

3.

Bale, Benzema - das Spiel ist keine drei Minuten alt und Real fängt schon an, alphabetisch zu passen. Ist das die Siegertaktik?

2.

11FREUNDE-Statistik-Flash! Ohne Niederlage im Finale: Atletico. Ohne Sieg im Finale: Rethy.

1. Minute

Der Schiri pfeift das Spiel an. Dabei hat es doch gar nichts verbrochen. Fies.

20:43 Uhr

Ich wusste es! Diesem Simeone ist ALLES zuzutrauen. Jetzt hat er's tatsächlich geschafft, vor Sergio Ramos ein Einlaufkind mit rot-weiß-gestreiftem Atletico-Trikot zu platzieren. Ramos sieht man die Wut förmlich an. Oder ist es nur der ganz normale Blick kurz vor dem Anpfiff eines ganz normalen Spiels?

20:43 Uhr

Diego Costa spielt! SKY SPORTS weiß, für wen.

20:42 Uhr

Schlimmer als diese beschissene Fantasiezeremonie ist nur Bela Rethy, der versucht, in und um und mit ihr irgendwie Sinn zu stiften. »Vielleicht wollen sie uns sagen, dass die Partie im Mittelfeld entschieden wird«, mutmaßt er. Ja, Bela. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

20:41 Uhr

Die Musik ist so schlecht, dass Enya und Vangelis sich gegenseitig Wachs in die Ohren gießen. Conquest of hell.

20:39 Uhr

Vielleicht, als sie mit den Eröffnungszeremonien anfingen.

20:38 Uhr

Gleich geht es los. Tunnelblick. Fokus. Es gibt jetzt nur noch Madrid, Madrid und uns. Und: Lothar Matthäus. Klebt als kicker-Starschnitt an der Wand der Online-Redaktion. Im Inter-Mailand-Misura-Trikot. Sein Blick, irgendwie leer, aber auch trotzig, scheint die 24 Jahre nach dem Titel von Rom bereits vorauszuahnen. Ein Blick, der sagt: »You want to play with me? I'm not a child.« Ach, Lothar. Ach, Fußball. Where did it all go wrong?

20:37 Uhr

Die Eröffnungszeremonie sieht aus wie die Kieler Woche. Überall Segel. Paul Breitner und Lars Ricken pusten ihr Gummiboot auf, wollen auch wieder mitmachen. Die coolen Kostüme tragen sie eh seit einem Jahr.

20:35 Uhr

Sinnloses, das uns beim Einmarsch von Luis Figo mit dem Henkelpokal durchs weiche Hirn schießt: Heißt der Rekordnationalspieler Portugals dann einfacherweise Reportnationalspieler? (Ende der Serie)

20:34 Uhr

Neues aus der 11FREUNDE-Technikabteilung: Bild haben wir jetzt. Aber keinen Ton. Champions-League-Finale 2014 - und wir sind auf dem Stand der frühen 20er Jahre. Gieselmann gelt sich die Haare zurück, schnallt sich eine Plastikfliege um und will für den Rest des Abends nur »The Artist« genannt werden. Da plötzlich: TON! SOUND! Noch nie klang die Stimme Bela Rethys so schön, ja, wie Musik in unseren Ohren. Danke, Bela, danke Technik, danke 2014! Wir sind wieder wer.

20:24 Uhr

11FREUNDE-Blitzumfrage (historischer Extrateil): Und, Klaus Kinski, wer bitte? »Was sagst DU??? Madrid? Gegen Madrid? Jetzt bittet er mich auch noch.. Die dumme Sau! Fass mich nicht an! Schafft den weg, den Geisteskranken...!«

20:20 Uhr

More than a game. Aber hier im 11FREUNDE-Tower: less than a Testbild. Der Fernseher streikt. Mehr Schneegestöber als auf der Siegesfeier von Gil y Gil seinen Schimpansen ihr Klo eure Brille. Oder so. Klarer als alle HD-Bilder dieser Erde: Wenn jetzt hier nicht gleich was passiert, geh ich SOFORT nach Hause!

20:19 Uhr

11FREUNDE-Blitzumfrage (Extrateil). Und, wer? Gieselmann (rauchend): »Gibt bestimmt Verlängerung. Hmpf.«

20:15 Uhr

11FREUNDE-Blitzumfrage (Teil 2/2): Und, Cristiano Ronaldo, wer denn nun? »Das können Sie sich an beiden Händen abzählen!«

20:13 Uhr

11FREUNDE-Last-Minute-Blitzumfrage unter den Welttrainern dieser Welt. Wer gewinnt denn nun heute? Pep Guardiola (souverän): «Madrid oder Madrid? Hauptsache Katalonien!» Més que un Übungsleiter.

20:11 Uhr

Viele Leser haben uns gefragt: Wie bereitet sich Ticker-Autor Dirk y Dirk Gieselmann eigentlich auf seinen Einsatz vor? So.

19:59 Uhr

Eilmeldung: Khedira spielt! Ballack teilt Real Madrid umgehend seinen Rücktritt mit, verzichtet sogar auf ein Abschiedsspiel.

19:55 Uhr

CR7, go home! Das ist Größenwahn: BERND SCHUSTER SPIELT HEUTE FÜR BEIDE MANNSCHAFTEN!

19:45 Uhr

Noch eine Stunde. Zeit genug, zwölf Fünf-Minuten-Terrinen zu fressen. Oder das Spiel Wattenscheid gegen Bochum aus der Saison 1991/1992 mit anderthalbfacher Geschwindigkeit zu schauen. Oder die Stunde der Gartenvögel zu begehen. Oder noch kurzfristig irgendwo an einer Happy Hour teilzunehmen, um den ganzen Scheiß so schnell wie möglich zu vergessen.

19:39 Uhr

Auch wichtig: Konzentration. Oder wie das heißt.

19:36 Uhr

Das alles Entscheidende in einem solchen Finale: Selbstbewusst aussehen. Was das bedeutet, muss man nicht wissen. Bloß nicht zuviel nachdenken.

19:30 Uhr

Und noch eine durchwachsene Nachricht, diesmal von 11FREUNDE-Leser Lucas Alburg: »Ihr Wichser, nur der RBL!«, schreibt er uns. Tut uns wirklich leid, Lucas: Heute spielen erst mal die Erwachsenen im Finale. Auf das Endspiel RB Leipzig gegen 1899 Hoffenheim musst du noch ein paar Jahre warten. Wir sind dann hoffentlich schon tot.

19:25 Uhr

Die Frontberichterstatter vom »Kicker« übermitteln uns gleich zwei äußerst durchwachsene Nachrichten: »Ronaldo gibt Entwarnung, Zidane ist das Maskottchen«, heißt es. Dass wir den Anblick des sexy Lachses ertragen müssen, schön und gut. Aber der große Zizou als Goleo? Sic transit gloria. Hoffentlich trägt er wenigstens ’ne Hose.

19:22 Uhr

Atletico oder Real? Klingt wie eine Zwickmühle, in der ich mich desöfteren befinde: Fitnessstudio oder Supermarkt? Meistens bleibe ich dann zu Hause und esse die alten Flips aus der Sofaritze. Es könnte ja regnen.

19:14 Uhr

Papst Franziskus will, wie ich soeben lese, »nah am Menschen sein«. Hatte auch er ein Einzelgespräch mit Simeone? Spielt er heute überraschend als Innenverteidiger? CR7 zeigt sich unbeeindruckt: »Ich hatte mehr Frauen als er. Alles andere ist uninteressant.«

19:02 Uhr

Und wir schalten live in die Trainerkabine von Diego Simeone, wo er zur Minute Einzelgespräche mit seinen Spielern führt.

19:00 Uhr

So, dann wollen wir mal. Derby-Time. Atletico gegen Real, das Wattenscheid gegen Bochum der Champions League. Mit Carlo Ancelotti als Klaus Steilmann und Diego Simeone als Ata Lameck. Jetzt im 11FREUNDE-Livestream. Hömma!

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