Darmstadt 98
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Schalke 04

Darmstadt - Schalke im Liveticker

Fürn Arsch: Darmstadt ist raus

Darmstadt ist raus, Schalke ist weiter, Asamoah ist wieder da. Ein Pokalabend nach Rosamunde-Pilcher-Drehbuch. Leicht angetrunken auf dem Regiestuhl saß: der Liveticker.

22:36 Uhr

Bevor die Altherren-Runde um Kerner/Beckmann, Keller, Schuster und Scholl noch weitere Kindheitstraumata aufreißt, verabschieden wir uns lieber in die Einsamkeit der Berliner Nacht. Wir hoffen, dass wir nicht mitgeschnackt werden und landen doch im Schoß der nächsten Eckkneipe. Der Ticker verabschiedet sich in seliger Bierruhe: »Macht´s gut, liebe Freunde!«

22:31 Uhr

Beckmann wird immer zudringlicher. Fragt jetzt Dirk Schuster Dinge »im Vertrauen«. Mit gedämpfter Stimme und aufgesetztem Lachen wirkt er dabei wie ein Mitschnacker, der gleich blank zieht. Nur Scholli will noch ein bisschen Süßes vom Schoko-Onkel. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Netzer und Delling jemals vermisse.

22:29 Uhr

Darmstadt-Torwart Zimmermann besteht im Interview darauf, in der Elfmetersituation den Ball gespielt zu haben. Windet sich wie ein öliger Aal. Der wiederum erinnert an seine Frisur. Der erste Zimmermann mit mehr Leim im Haar als auf dem Holz.

22:25 Uhr

Asamoah im Interview. Der Fieldreporter stichelt: »Sie sind der erste Spieler, der länger interviewt wird, als er gespielt hat.« Blondie grient wie ein Kleinkind an Weihnachten (Stichwort: Karrera-Bahn) und lässt beiläufig einen Satz fallen, wie in Stein gemeißelt: »Ich bin immer fit!« Wir freuen uns schon auf die Champions-League-Einsätze des ewigen Asamoah. Hat Bock.

91.

Ende. Aus. Der Schlusspfiff. »Besser als Dünnpfiff, aber trotzdem Scheiße«, werden die Lilien im »altehrwürdigen« (Bartels) Böllenfaltor denken. »Höwedes hinten da, wenn er gebraucht wurde, vorne mit dem Tor..«. Etwas orientierungslos: der Ticker. Einigen wir uns auf Arbeitssieg.

90.

Da ist er: Blondie ist drin, nimmt eine Schaufel zur Hand und packt an. Auch wenn der Rücken schmerzt. Pflanzt ein paar Lilien. Und kärchert ein paar Gegenspieler um.

89.

Das Spielfeld hat inzwischen in etwa so viele Krater wie das Schlachtfeld von Verdun 1916. Frage: Was passiert, wenn jetzt auch noch Gerald Asamoah über den Platz pflügt?

86.

TOOOOR. Für Schalke. Die Entscheidung. 3:1. »Der junge Max Meyer«, feixt Bartels. Die Chancen von Darmstadt: verpufft.

85.

Hildebrandt wirkt wie ein Vorschulkind vor dem Schulreife-Prüfung und bolzt einen harmlosen Ball ohne Bedrängnis, technisch dünn beschlagen, auf die Tribüne.

81.

Elton da Costa kommt für Hanno Behrens. Klingt wie eine Mischung aus C-Komödiant und A-Revolutionär. Und während wir ein »E« kaufen, hat Darmstadt nach einer Ecke die erste Chance seit Ewigkeiten. Dann aber ernstlt der Ball doch klar am Tor vorbei.

79.

Stroh-Engel wird an der Seitenlinie behandelt. Dirk Schuster erkundigt sich, sieht: kein glatter Bruch, streicht sanft über seinen Talisman – einen in Ethanol eingelegten kleinen Finger von Otto Rehhagel – und schickt seinen Stürmer wieder auf den Platz.

76.

Momentchen mal, wo ist eigentlich Gerald Asamoah? Der wurde uns brühwarm angekündigt wie heiße Suppe nach einem kalten Wintertag und nun sitzen wir hier und sind langsam aber sicher ziemlich geknickt. Wie ein Date, wo die Verabredung einfach nicht erscheint und man sich vor lauter Frust den vierte Vorspeise bestellt. Nur, dass in diesem Fall die hübsche Süße draußen vor der Schaufenster-Scheibe des Restaurants im Auto ihres Papa sitzt und einfach nicht reingelassen wird.

74.

Mal wieder eine Chance für Darmstadt, die Jungs ackern wirklich wie die Kaltblüter auf der Weide, das muss man ihnen lassen. Auf der Trainerbank frisst Dirk Schuster heimlich eine Handvoll Gras. Sven Kmetsch sitzt vor dem Fernseher und weint Alustollen.

71.

Darmstadts Gorka bewegt sich in der Tat mit der Eleganz des Berliner Fernsehturms über den Platz. Jetzt ein Dribbling von Pierre Littbarski oder Thomas Häßler und der hüftsteife Riese müsste mit Verdacht auf Nervenzusammenbruch eingeliefert. Wir kennen da eine hübsche Klinik gleich am Alex.

70.

An der Außenlinie steht Trainer Dirk Schuster und denkt über neue Strategien nach. Da sprint plötzlich Andi Möller an Schuster vorbei und bricht in etwa sechs Meter Entfernung zusammen. Irgendwo im Harz wird eine schon ausgestorben geglaubte Vogelart wiederentdeckt. Es ist: Die Schutzschwalbe.

67.

Der 67. Gag des Tages aus Kosten des Darmstädter Stadtnamens: Beim Gastgeber weht derzeit nur ein Laues Lüftchen. Vielleicht müssten die Stürmer mal einen fahren, äh, wachsen lassen. Und Schalke dorthin zurückschicke, woher Schalke kommt: Auf den Pott.

65.

Und immer wieder: Zweikämpfe zwischen Höwedes und Darmstadts Stroh-Engel. Stroh-Engel, so heißen heutzutage eigentlich nur noch Politikerinnen der Linken.

59.

TOOR! 1:2! »Reingewollt! der Kapitän geht voran!«, frohlockt Bartels. Wie? Flanke Höger. Kopf Höwedes. Tor. Höhö.

55.

Die Schalker tatsächlich etwas nervös. Höwedes pöbelt Hildebrandt an. »Kreisliga A«, urteilt Bartels. Immerhin, meinen wir.

52.

»Da wird schon etwas mehr diskutiert auf der Schalker Bank«, bemerkt Bartels. Worüber wohl? Sozialversicherungen in den USA? Quervergleiche von der Politik zum Fußball? Die Sitzordnung im Schalke-Bus auf dem Weg nach Canossa? Jahrtausend-Talent Goretzka sitzt auf jeden Fall hinten. Too cool for school.

48.

Der Trikotsponsor von Darmstadt 98 heißt übrigens »software«. Schön unprätentiös. Warum nicht auch einfach mal markenloses Marketing? Mineralöl. Telefon. Atomkraftwerk. Hühnchen. Erinnert mich an meine Jugendzeiten, als der TSV Plön einmal von »Eselpark« gesponsort wurde. Nicht schön. Aber geiles Mannschaftsfoto.

46.

Keine Wechsel. Immer noch keine Spur von Asamoah. Was erlauben Keller?

45.

Endlich: Fußball.

21:30 Uhr

Es knistert weiter bei Mehmet und Reinhold. Ich sag nur ein Wort: »körperliches Spiel«.

21:28 Uhr

Zurück vom hippen Tagesthemen-Trendsport-Event-Duktus (Mashup) zum biederen Fußball. SV Darmstadt 98: Ein Pokalschreck mit Spielern, die heißen wie Handwerker. Zimmermann, Sailer, Schmidt und ähm, naja, Stroh-Engel...Wir bestreichen erstmal ein Butterbrot mit Maurermarmelade. Dazu gibts eine Mettbrause im praktischen Dreißigerkasten. Riechts hier gerade nach Bierfurz?

21:25 Uhr

Ein Konservativer der USA erprobte sich als Marathon-Redner. 21 Stunden soll der Senator angeblich gegen eine Sozialversicherung argumentiert haben - und das ohne Arguemente. Wenn das Bismarck noch erlebt hätte. Diese verdammten Sozialisten.

21:25 Uhr

Den Nackenschlag-des-Tages-Preis verleihen wir heute den Schreibern des Tagesthemen-Nachrichtentextes zum Thema Regierungskoalition. Die arme Carmen Miosga wird doch tatsächlich genötigt, die politische Gegenwart in der Fußballer-Sprache anzukündigen. Sie faselt von »erfahrenen Spielern«, »Taktik« und »hinten Mauern«. Dann fällt das Wort »grottenlangweilig«. Im Nachbarhaus bricht Heribert Faßbender für wenige Sekunden zusammen, Gerd Rubenbauer grummelt ein wütendes »Frrrrrech« in seinen Ohrensessel. Liebe Tagesthemen: Noch so ein Aussetzer und wir werden euch von einer Horde Phrasenschweine über den Haufen rennen lassen!

Halbzeit

Pause. 1:1 und das ist verdient wie das Wahlergebnis für die FDP. Joswig nutzt die Zeit und schwafelt von seiner Stammpartei, den Grauen Panthern, die wählt er angeblich seit 1975. Dann klatscht er imaginär mit Egon Bahr ab und ruft die Solidarnosc ins Leben. Scheiße, ich glaube, ich habe ein Geschichtsbuch geraucht!

45.

Darmstadts Marcel Heller läuft wie einst der große Michael Johnson: Rücken gerade, als habe man ihm soeben einen Besenstiel in den Darm gerammt. Ob Michael Johnson auch hier wohnt?

43.

Ich erinnere mich, ich war mal am Böllenfalltor. Für ein Interview mit ulkigen Typen, die in den Siebzigern mit ihrer Studentenmannschaft durch die Weltgeschichte reisten. Weil ich zu früh dran war, ging ich ins Stadion. Es war leer, es war offen, die Sonne schien. Ich machte es mir auf den Stehplätzen gemütlich und roch ein wenig am maroden Charme. Dann verpasste ich mir selbst ein emotionales Stadionverbot, kesselte mich selber ein und schüttete mir eine Portion Pfeffer in die Augen.

42.

Ach, schön. Wir kamen uns schon vor, wie Kinobesucher, denen ein vorlauter Knilch aus der Reihe vor uns nach einem Drittel Laufzeit das Ende verraten hat. Doch jetzt war der Eismann da, hat dem Knilch rechtzeitig ein Ed von Schleck zwischen die Kiemen geschoben und es bleibt spannend. Joswig bewirft mich mit Popcorn, ich verpetze ihn bei Mutti. Aber Angela Merkel ist schon gegangen. Sie musste mal große Koalition.

36.

Und: TOOOOOR!!! 1:1 durch Hanno Behrens! Ein Mann, der so heißt wie eine Mischung aus Astrid-Lindgren-Figur und Schützenfest-Teddybär, köpft Darmstadt den Ausgleich. Freistoßflanke, verlängert, verkopft, verlängert – Tor. Fußball ist ein einfaches Spiel. Wenn man 1,96 Meter groß ist, wie Hanno Behrens, unser neuer Lieblingsteddybär.

35

Tor. 1:0. Darmstadt jetzt hinten mit Problemen. Farfan führt eiskalt ein, äh aus.

34.

Elfmeter Schalke! Farfan wird umgesenst von vom zünftigen Torhüter Zimmermann.

32.

Felix Zwayer (Schiri) beweist Humor: Zeigt Adam Szalai die FDP-Karte.

30.

Zurück zum Unterleib: Wir geben nach Essen gegen Pforzheim.

28.

Dann doch die erste »allgemeine Verunsicherung« bei Darmstadt (hinten), wie Bartels feststellt. An dieser Stelle verbieten sich Witze mit Darm.

27.

Tom Bartels ist begeistert: »Darmstadt hat jetzt nach hinten Ruhe reinbekommen.« Das lassen wir mal so unkommentiert stehen.

25.

Marcel Heller, ehemals Eintracht Frankfurt, albertotombat sich in den Schalker Strafraum. Bleibt dann aber doch an einer Schalker Slalom-Stange hängen.

22.

600.000 Euro brutto verdienen sich die Lilien heut. Dafür muss ein zartes Pflänzchen sonst lange stricken. Darmstadt-Trainer Dirk Schuster sagte vor dem Spiel noch: »Wir können uns bundesweit ins Schaufenster stellen und zeigen, dass wir eine geile Truppe sind.« Bis jetzt ist dieses Spiel ungefähr so geil wie ein Saunabesuch mit Scholli und Beckmann. Etwas welk also.

21.

Das Spiel ist übrigens bislang ein wenig wie die erste Autofahrt mit Vaddern auf einem leeren Kaufhaus-Parkplatz am Sonntagnachmittag: Kommt nicht richtig in den Gang. Wann kommt endlich der fette Fahrlehrer mit Rauschebart und Sitzauflage und bringt Schwung in den Laden?

17.

Lange vorbei sind die Zeiten, als Jägermeister, Wodka Gorbatschow und andere kleine Helfer von uns Alltagstrinkern neben der Seitenlinie in Form von selbst gebastelten Werbebanden aus Pappe von ihrem Produkt erzählten. Stattdessen, selbst hier, in diesem, glaubt man der ARD, ausgebombten Stadion – elekrische Banden, die für einen gewissen »Engelbert Strauss« werben. Wer ist der Mann? Eine Privatperson? Wie geil wäre das eigentlich? Liebe Leser, habt ein Herz und schenkt mir euer Geld, ich kauf mir eine »Alex Raack«-Bande im Weserstadion.

16.

Wenn hier noch einmal irgendwer in der ARD vom »maroden Charme« am Böllenfalltor spricht, klauen wir einen Bagger von der Baustelle von gegenüber und reißen uns selbst ein.

14.

Schalke fehlen gleich neun Leute, also ungefähr so viele, wie nach jedem handelsüblichen 11FREUNDE-Gastspiel nach Schlusspfiff noch auf dem Platz stehen dürfen. Auf der Bank sitzt Gerald Asamoah. Das ist so...Nuller! Gleich taucht bestimmt Gerhard Schröder auf und schüttelt Hände, vielleicht die von Bundestrainer Rudi Völler. Wann sehen wir die erste Flanke von Christian Ziege. Christian Ziege: Halb Mann, halb Feld.

13.

Liebe Freunde, ein paar Worte zur Technik. Die stinkt gerade ab und an mal ab, wir hoffen, euch betrifft das nicht. Joswig und icke rennen jedenfalls alle paar Sekunden mit dem Kopf gegen die Wand und würgen kleine Tiere, um ein wenig der grassierenden Aggression Herr zu werden. Hilft wenig. Apropos Technik und apropos Tier: Wann verpflichtet der HSV endlich diesen Weltklasse-Mann? Michael Kühne, übernehmen Sie!

7.

Der Top-Stürmer der Darmstädter heißt übrigens: Stroh-Engel, geborener Stroh. Hier sein Panini-Bild (rar).

4.

Erste Chance Schalke. Oder erste Schance Chalke? Anschließende Ecke bringt fast ein Eigentor ein, aber dann nur der nächste Freistoß für Schalke. Das Spiel bis jetzt: alles Standard.

2.

Erste Verluste: Darmstadt-Verteidieger Berzel bekommt den Ball in die Leiste. Auch schön, bzw. autsch.

1.

Anstoß. So viel ist mal sicher.

20:23 Uhr

Beckmann und Scholli rücken während der finalen Anmoderation enger zusammen. Worte wie körperbetont und Tuchfühlung fallen. Gefühlsselig schauen sich Mehmet und Reinhold in die Augen, schunkeln sich schonmal ein. Feuchte Augen, die sagen: »You´ll never walk alone«. Wird übrigens auch im Böllenfalltor gespielt. Gähn, bzw. Ächz.

20:21 Uhr

Ard-Redaktion serviert gefühlige Pokalsensations-Schnipsel auf klebriger Filmmusik. Wir hätten dann gerne die Rechnung bitte.

20:18 Uhr

Defensivarbeit leicht gemacht: Die Greenkeeper von Darmstadt haben einfach mal die Außenlinie einen Meter nach vorne verschoben. »Alles erlaubt«, klären uns Beckmann, bzw. Kerner, bzw. äh?, und Scholli auf. Muss der Fußball-Rentner Asamoah wenigstens nicht so viel laufen.

20:13 Uhr

Leicht verspätet, dafür frisch gebadet, geölt und heiß wie Frittenfett: Alex »wie aus dem Ei gepellt« Raack und Gareth »gegeelt« Joswig tickern live aus Bademänteln. Hoffen auf Pokalsensation im Föllenballtor. Und wehe es heißt hinterher: Viel Frotee um nichts.

18 Uhr

Es könnte das größte Comeback seit Muhammad Ali werden: Weil Schalke gleich neun Verletzte hat, überlegt Schalke, im heutigen DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt 98 Gerald Asamoah einzusetzen. Gut so, Schalke! Der 11FREUNDE-Liveticker steht mit dem Geschichtsbuch in der Ecke. Ab 20.15 Uhr sind wir für euch am Start!

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