04.05.2013 | BVB-Bayern im Liveticker
Share

2:0 für Nichts

Text: Johannes Ehrmann Bild: Imago

Ein Spiel, das keinen Gewinner hervorbringen konnte, fand am Ende doch einen: Das Nichts. Es war dies eine Partie, an der nur waschechte Nihilisten Freude finden konnten. Zwischen Dortmund, Bayern und großer Trauer schwankend, wählten wir: den Ticker.

Borussia Dortmund
1
:
1
FC Bayern München

20:30 Uhr

Das Schlusswort gebührt Manuel Neuer. "Ich denke, im Finale hätte Lewandowski den anders geschossen." - "Wie?" - "Anders." Jedes Spiel bekommt das Schlusswort, das es verdient. In diesem Sinne: Tschüssikowski.

 

20:25 Uhr

Jedes Spiel bekommt das Fazit, das es verdient. Machen wir's also kurz: Fehlpass, Fehlpass, Fehlpass, Flanke, Tor. Fehlpass, Fehlpass, Fehlpass, Flanke, Tor. Halbzeit. Fehlpass, Fehlpass, Schuss, Elfmeter, gehalten. Fehlpass, Fehlpass, Aua, Rot, Gebrüll. Fehlpass, Fehlpass, Fehlpass, Schlusspfiff. Sollte ich eine Szene unterschlagen haben, sehen Sie's mir nach. Wichtig kann es ohnehin nicht gewesen sein.

 

92.

Die gute Nachricht (1): Es ist vorbei. Die gute Nachricht (2): Es kann in drei Wochen nur besser werden. Die gute Nachricht (3): Das mit Sammers Augenbraue vorhin war nur ein Witz.

 

91.

Zwei Minuten. Das sind 120 Sekunden. 120!! Und Reif fordert sogar noch mehr. Wie sagte Alaba (der jetzt gerade rausgeht) neulich so schön: Es is a Wahnsinn. Nur diesmal andersherum.

 

90.

Die letzte Minute läuft. Schrecklicher Verdacht: Nachspielzeit.

 

88.

Schieber hatte gerade noch mal die Chance, aber die Kugel springt ihm vom Fuß. Also der BVB-Stürmer hat Glück, dass heute nicht Mehmet Scholl Reifs Sidekick ist. Der Ball ist wund.

 

84.

Man merkt nicht im Geringsten, dass die Bayern einer weniger sind. Erschreckend. Oder auch: erwartbar. Was aber, wenn man von diesem Spiel gar nichts erwartet hat? Muss man sich dann jetzt ein Frettchen zulegen wie die Nihilisten im "Big Lebowski"? Oder die Asche der Bundesliga dem Nächstbesten ins Gesicht streuen? Wenn Sie's wissen, schreiben Sie keinen Brief.

 

82.

Schieber. Schiebt ihn daneben. Wenn seine Vorfahren sich so unbeholfen angestellt hätten, wären sie allesamt an der Grenze verhaftet worden.

 

81.

Timoschtschuk versucht es mit einem Schuss aus 40 Metern, so harmlos wie der ukrainische Auftritt bei der Heim-EM im vergangenen Jahr. Resultat: Blochin Fangnetz.

 

79.

Statistiken, die die Welt nicht braucht (323293273): "Dortmund hatte die letzten sieben Heimspiele gewonnen." (Reif) Wenn wir schon am Klugscheißen sind: Ist das das richtige Tempus? Wenn Sie Deutschlehrer sind, schreiben Sie uns einen Brief.

 

77.

Lewandowski reißt Boateng am Hals, alte Ramos-Schule. Boateng täuscht eine Kopfnuss an, alte Wedding-Schule. Kafaesk.

 

75.

"Es hat sich was gedreht", findet Reif. Schickt Grönemeyer zum Warmlaufen. Klopp will reagieren, Löwe ist aber an Lautern verkauft worden.

 

74.

Ach, Kuba ist noch alte Schule. Hat noch diese Nasenrotzer drauf, "Charlottenburger" nannten wir die auf dem Bolzplatz immer. Eine Kunst für sich, sagen die einen. Vollkommen neben der Höhle, die andern.

 

74.

Die offizielle Zuschauerzahl: Einer (immer noch wütend).

73.

Effe zeigt ein Schaubild, das aussieht wie ein dicker Frosch bei der Akkupunktur. Was ein Quak.

 

71.

Klopp bringt jetzt Reus. Kamm in and find out.

 

68.

Sammers Ausraster in der Zeitlupe. Herrlich. Reif liest Lippen: "Lass ihn in Ruhe." Sammer lässt sich danach von Müller-Wohlfahrt die Augenbraue aufreißen und wieder zutackern. Zieht sich die Jacke aus, wird gleich kommen. Ist sein Spiel jetzt.

 

67.

Die Rudelszenen eben haben Shakespeare stolz gemacht. Mehr Lärm um Nichts war nie. Nicht mal bei Faulkner.

 

64.

Oha! Falsche Info: Nicht Watzke, Rafinha hat sich die Ramos-Compilation angeschaut. Will jetzt auch mal ein Weltstar sein, haut Kuba den Ellbogen ins Gesicht. Kriegt mit etwas Verzögerung Gelb-Rot. Legt sich auf dem Weg nach draußen noch mit allen an, Taxi-Driver-mäßige Szene, you talkin' to me, dann geigen sich auch noch Sammer und Klopp die Meinung. Kinder, Kinder, jetzt ist aber mal was los. Toll.

 

63.

Es steht also weiter 1:1. Zwischen Trauer und Nichts. Demnach 2:0 für Faulkner, Stern des Südens.

 

61.

Watzke schmollt. Hat die Hände tiefer in der Buchse als Hellmann und Fjörtoft (wir berichteten). Guckt sich gleich noch mal die Fouls von Ramos an, für die Verabschiedung von seinem Freund Kalle.

59.

Und dann meldet sich der Weltgeist zurück, pfeift Elfmeter. Boateng mit Handhaltung wie Ken Norton damals gegen Ali, kann man geben. Lewandowski macht's, wer sonst? Und..... NEUER HÄLT! Entschuldigen Sie die Versalien, aber es war doch vorher so wenig los. Also: NEUER HÄLT. Starke weint.

57.

Wir sehen: Bogenlampen. Fehlpässe. Staffetten ins Nichts. Dort werden Reif und Effe beim Agnostiker-Quartett gestört.

 

55.

Und dann plötzlich: Stille. Minutenlang. Effe und Reif haben sich bei der alten Wahl zwischen Trauer und Nichts ganz offensichtlich für letzteres entschieden. Verlockend.

 

54.

Reif: "Das Spiel ist jetzt schwach." Wie eine Flasche leer? Fußball als Traprennen.

 

53.

Wie zum Hohn: Feinkost-Bandenwerbung. Esse aus Trotz eine ganze abgelaufene Salami. Mit Schale.

 

51.

Langsam beginnt die Abenddämmerung. Vielleicht: bezeichnend. Verflüssigt sich der deutsche Fußball schon Tage nach seinem Aufstieg zur Weltmacht wieder in spätrömische Dekadenz? Ceterum censeo, dass es bald mal wieder um was gehen sollte.

 

49.

Reif verteilt jetzt Ratschläge an alles und jeden: "Die Dortmunder können shoppen gehen." Hält dann Effe seine Karstadt-Sparkarte unter die Nase. Dabei hat der doch Geld wie Dagobert. Mall ehrlich.

 

48.

Schöne Kombination, an deren Ende Kehl an den Ball kommt. In den Schuss steckt er alle 33 Jahre, die er hat. Und das sieht man auch. Abstoß.

46.

Interessante These von Reif: "Wenn du bei Bayern unterschreibst, gibt es eine Ration Bananen gratis." Wollten also DESWEGEN vor '89 so viele rüber? Muss die deutsche Nachkriegsgeschichte umgeschrieben werden? Guido Knopp zerhaut seine Glotze.

 

46.

Der größte Pausentee aller Zeiten (Ingwer-Zitronengras, extra tall). Nach gefühlten Stunden geht es endlich weiter. Bayern aktuell Meister.

 

19:30 Uhr

Den Sky-Redakteuren ist offenbar auch das kleine Latinum zu Kopf gestiegen. Bewerben das Finale von London nun so: "Zwei Stämme ziehen in die Schlacht. Aber nur einer wird zurückkehren." Und Russell Crowe singt die Hymne.

 

19:28 Uhr

Man kann uns ja viel vorwerfen, aber unkollegial sind wir bei 11FREUNDE nicht. Daher, Marcel:

Qua de causa Helvetii quoque reliquos Gallos virtute praecedunt, quod fere cotidianis proeliis cum Germanis contendunt, cum aut suis finibus eos prohibent aut ipsi in eorum finibus bellum gerunt. Eorum una, pars, quam Gallos obtinere dictum est, initium capit a flumine Rhodano, continetur Garumna flumine, Oceano, finibus Belgarum, attingit etiam ab Sequanis et Helvetiis flumen Rhenum, vergit ad septentriones.

Man weiß ja nie.

19:25 Uhr

Hellmann dreckig: "Die ersten 45 Minuten, mehr als nur ein Vorspiel." Gibt dann wieder ab zu Reif und Effe. Will endlich die Partie Taschenbillard zu Ende bringen, die er gerade gegen Fjörtoft laufen hat.

 

19:23 Uhr

Fjörtoft spricht Kuba "Küba" aus. Bestellt dann bei der Regie noch eine Cölä.

 

19:22 Uhr

Matthäus sagt: "Ich würde Lewandowski rausholen." Warum ist er eigentlich damals nicht auf solch brillante Ideen gekommen, irgendwann vor der EM 2000, bei sich selbst?

 

19:19 Uhr

Ailton, immer wieder Ailton, und die beknackteste Espresso-Werbung aller Zeiten. Vielleicht heute bezeichnender denn je: Denn beide könnten dem Spiel nur guttun, der Kugelblitz oder ein Koffein-Shot.

 

45.

Shaqiri gelegt von Leitner. Dem stehen schon die Haare zu Berge. Entsetzen? Oder Gel? Wie dem auch sei: Pause.

 

44.

Effe verfolgt auf dem Smartphone die Lottoziehung. "Ich drück die Daumen!" Dass diesmal alle Kugeln drin sind. Anders als auf dem Feld, wo Gomez gerade frei vor Weidenfeller scheitert.

 

42.

Es ist wirklich nichts los, selbst bei Fouls wirken die Spieler lustlos. Außer Neuer (wir berichteten). Der spürt Starkes Atem im Nacken. Auch Bernd Dreher denkt laut über ein Comeback nach. Keepers creepers.

41.

"Es geht um vergleichsweise wenig", sagt Reif. Oder: Wenn die Privatinsolvenz kurz vor der Scheidung kommt.

 

38.

Schon damals gab es sie also, die "Relaxtheit des Siegers", wie es Ulli Köhler so schön ausdrückt. Wie muss man die sich vorstellen? Vielleicht so, dass man ohne Abwehr antritt, wenn es um nichts geht? Insofern stehen die Zeichen für Wembley aktuell auf Verlängerung.

 

36.

Effe lustloser als zu aktiven Zeiten bei einem Auswärtsspiel in Duisburg. Auf Reifs Fragen kommt nur noch ein gelangweiltes "Nä! Frag später noch mal nach." Wenn das so weiter geht, ist das hier auch nicht mehr fern:

34.

Neuer hat bei der Mannschaftsbesprechung vorhin gedöst, denkt, das ist Wembley und es geht um alles. Wemmst Lewandowski im vollen Lauf um, steht dann Kaugummi kauend am Sechzehner und denkt an seinen nächsten Zahnarzttermin.

 

33.

Shaqiri, Shaqiri, immer wenn ich diesen Namen höre, stelle ich mir einen bärtigen Kosovaren beim Bauchtanz vor, kann mir nicht helfen. Wherever, whenever.

 

31.

Reif betet Ballkontakt-Statistiken herunter, ist mit seinem Latein schon am Ende. 11FREUNDE hilft:

Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur. Hi omnes lingua, institutis, legibus inter se differunt. Gallos ab Aquitanis Garumna flumen, a Belgis Matrona et Sequana dividit. Horum omnium fortissimi sunt Belgae, propterea quod a cultu atque humanitate provinciae longissime absunt, minimeque ad eos mercatores saepe commeant atque ea quae ad effeminandos animos pertinent important, proximique sunt Germanis, qui trans Rhenum incolunt, quibuscum continenter bellum gerunt.

30.

Gomez hat laut Reif jetzt ein Bundesliga-Tor mehr als Uwe Seeler. Hat auch noch nie im Ausland gespielt. Hat aber auch noch nie einer angefragt, das ist der Unterschied.

 

29.

So, halbe Stunde gleich vorbei. Was ist das hier? Im besten Fall ein Fußballspiel. Damit müssen wir wohl erst einmal zufrieden sein.

 

27.

Unten läuft Werbung für den Sky-News-Kanal durch. Ja, schalten Sie ruhig um, ich sag Bescheid, wenn sich hier was tut. Sieht grad nicht danach aus.

 

25.

Gündogans Auswechslung angeblich eine "reine Vorsichtsmaßnahme". Da hätte Klopp ja auch ein paar Minuten früher drauf kommen können.

 

23.

Dortmund will auch ein Eis. Santana und Subotic haben schon ihr Handtuch am Sechzehner ausgebreitet. Gomez hat sich aber selbst noch eine Runde Kopfballtraining verordnet. Rafinha muss mitmachen, gibt den Ball leicht genervt herein, Gomez, Innenpfosten, drin. Führt dann die Polonaise aller 22 Beteiligten ins Entmüdungsbecken an.

22.

Dortmund aktuell nur noch 17 Punkte hinter den Bayern. Reicht das noch? Und wenn ja, wofür?

20.

Die Bayern nach wie vor im Freundschaftsspiel-Modus. Wie gegen die Tresen-Auswahl des Tessin Anfang Juli. Heynckes spendiert in der Pause 'ne Lage Flutschfinger. Sind ja Ferien.

 

19.

Effe holt das Maßband raus. Entfernung von der Torlinie zur Viererkette laut ihm exakt 36,5 Meter. Ich bin jetzt gerade unsicher, aber steht das auch im Regelheft?

17.

Reif ist ein Mann alter Schule. Stellt uns die Hauptpersonen vor: "Das ist Lewandowski." Enchanté.

 

15.

Gündogan hat sich bei der Szene wehgetan, muss für Leitner raus. Spricht dann wiederum dafür, dass es vielleicht doch ein Foul war, aber gut, wurscht. Findet bestimmt auch Hoeneß, der das Spiel am Börsen-Pager in der Olympiahalle verfolgt. Und der muss es wissen.

 

13.

Die Bayern in Gedanken irgendwo, vielleicht noch im Camp Nou, vielleicht schon in Wembley, vielleicht auch irgendwo dazwischen (also Zentralfrankreich), aber jedenfalls nicht in Dortmund. Contento rammelt Gündogan im Sechzehner um, Gagelmann lässt weiterlaufen. Das ist das einzig gute an dieser Szene aus Gäste-Sicht.

 

11.

Und dann: Tooor! Ein unmögliches Tor. Denn: Es ist schön, und es ist von Kevin Großkreutz! Wird von Kuba mit einem langen Ball von der linken Seite bedient, hält den Fuß rein und drin! Kauft sich nachher im Fanshop ein paar Autogrammkarten von sich selbst. Für die family.

9.

Bayern-Fans hüpfen, Bayern-Fans singen. Bierzeltstimmung im Gästeblock. Und doch ist da im Kopf jedes Einzelnen, hinter all den Augustinern im letzten Eckchen versteckt, aber dennoch existent, ein kleines Stimmchen, das immer mal wieder ein Wort flüstert: Drogba. Ganz leise: Drogba. Und die Frage: Was, wenn schon wieder...?

7.

"Bayern seit 22 Spielen ungeschlagen", sagt Reif. Welche Liga spielen die noch mal? Muss ich mir mal anschauen.

 

6.

Weil noch nicht viel passiert, darf Effe auch noch seinen Senf zum Bayern-Sieg in Barcelona abgeben. Offenbar Absicht von Sky, weil wir uns bei gleicher Gelegenheit über die unsägliche Aussprache "Bartzelona" beschwert haben, die jetzt nun wieder Effenberg aufwärmt. Das Imperium schlägt zurück.

 

4.

"Auf geht's, ihr Roten!" Anscheinend auch ein paar KPD-Wähler anwesend. Hört die Signale!

 

3.

Was muss sich eigentlich Tom Starke denken, dass er nicht mal bei so einem Spiel im Kasten stehen darf? Vielleicht macht er demnächst mit Tim Wiese eine Reusch-Filiale in Tauberbischofsheim auf.

 

3.

Breaking News: Gomez mit einem Dribbling. In other news: Gomez verliert den Ball.

 

2.

Martinez, Müller laut Reif auf der Bank. Holen sich ihre Prämien für Mittwoch ab.

 

1.

Die Erkenntnis der ersten Sekunden: Irgendeiner auf der Haupttribüne raucht.

 

1.

Los geht's. Das größte kleine Finale der Welt hat begonnen. Lahm holt sich zuhause noch eine Mirinda.

18:29 Uhr

BREAKING NEWS +++ BREAKING NEWS +++ Handshake zwischen Aki Watzke und Kalle Rummenigge! Ist die Eiszeit doch wärmer als gedacht? Dann aber sehen wir: Watzke mit Ellbogenflicken am Sakko. Damit er sich nicht wehtut, falls die Laune kippen sollte.

 

18:27 Uhr

Dortmunds Aufstellung noch mal im Überblick. Großkreutz rechter Verteidiger. Da hat er's immerhin nicht so weit aufs Klo, falls ihm die Finalbiere der letzten Tage wieder hochkommen (11FREUNDE berichtete).

 

18:25 Uhr

Wie Sky versucht, Effenberg als neuen Schalke-Trainer zu inthronisieren, ist nur noch lachhaft. Jetzt spricht ihn sogar Reif darauf an. Effe tut betont gelassen: "Es gibt nichts Neues." Apropos: Ich will Neymar holen. Für den Vorgarten, als Gegner für den Feierabendkick. Wenn ich Bock hab. Leider noch nichts von seinem Berater gehört.

 

18:19 Uhr

Hellmann bringt jetzt, quasi im Nachsatz, tatsächlich noch Neymar als möglichen Neuzugang für die Bayern ins Spiel. Okay, wenn wir schon so weit sind, was ist mit: Djokovic? Vettel? Siegfried? Roy? Oder wenigstens einen ihrer weißen Tiger für die Säbener Straße? Komm schon, Pep, da geht noch was!

 

18:17 Uhr

Tatort-Kommissar Wotan Wilke Möhring spielt heute seine neueste Rolle: Die des schwarz-gelben Wutfans. "Diese Götze-Personalie, das ist unter aller Sau, und diese Ignoranz in der Bayern-Aufstellung. Was sind das für Leute, die hab ich noch nie in meinem Leben gesehen!" Lacht sich dann den Arsch ab und bricht das Interview ab.

 

18:14 Uhr

Heynckes im Interview mit Ecki Häuser mit der Beharrlichkeit eines Oberstudienrats, der einem Sextaner zum 18. Mal die Funktion von Pi erklären muss. "Sie irren sich, wir haben noch nicht einmal diese Saison gegen Dortmund verloren." Häuser gerät völlig aus dem Konzept, kramt in seinen Aufzeichnungen, "äh... tja... also... ich hab hier noch ein Pokalfinale drauf, aber das war wohl... hm... zurück in die angeschlossenen Funkhäuser!

 

18:12 Uhr

Es gibt auch heute, natürlich, einen Countdown bis zum Anpfiff. Das ist erst einmal nicht verwerflich, den gibt es ja für alle Ereignisse, das bringt die so genannte Zeit so mit sich. Schlimmer: Sky zeigt uns die runtertickende Uhr auch noch. Geht es am Ende doch um was? Und wenn auch nur darum, das hier pünktlich über die Bühne zu bringen? Schiri Gagelmann schaut schon mal auf die Uhr.

 

18:06 Uhr

Jetzt Jupp Heynckes. Die graue, wenn nicht weiße Eminenz des deutschen Sports, der Buddha, den die Bayern immer wollten, diesmal ungewöhnt grantelig. "Bin unausgeschlafen. Mog net. Wäh." Zieht den Bayern die Schlafmützen aus!

 

18:03 Uhr

Sky jetzt investigativ. Frage: "Es soll ein Treffen mit Dzeko gegeben haben. Was ist da dran?" Klopp abgezockt wie ein gewiefter Politiker: "Ich weiß nichts davon." Setzt dann noch einen drauf: "Niemand hat die Absicht einen Stürmer zu verpflichten." Frage: "Ab wann gilt das?" Klopp: "Soweit ich weiß... unverzüglich... sofort..."

 

18:01 Uhr

Klopp im Interview. Hat ja immer was von: Martin Luther King in Washington. Jesus bei der Bergpredigt. Aber heute: Klopp bierernst, kein lockerer Spruch, kein Witzchen, nicht mal die sagenhafte Lache. Klopp sagt: "Wir wollen gewinnen." Vom MLK zum Günter Verheugen in 30 Sekunden.

 

17:59 Uhr

Die Aufstellung sind mittlerweile da. Dortmund mit Schieber. Bayern mit Contento. Statt Frey. Wenn das mal gutgeht.

 

17:56 Uhr

Sky hat Mitleid, zeigt prompt Parship-Werbung. In der Hoffnung, dass Matthäus sich vom Fleck weg in eins der Models aus dem Spot verguckt und erstmal wieder ein paar Wochen abtaucht. Mit dem unschlagbaren Anmachspruch: "You want to play with me?"

17:53 Uhr

Lothar Matthäus sein Fazit: "Bei den Bayern basst's einfach." Nachdem es mit Trainer und auch Greenkeeper nicht geklappt hat, will er sich wohl jetzt wenigstens für die Jazzband bei der FCB-Weihnachtsfeier bewerben. What a wonderful world. Will heißen: Was für eine wundersame Welt.

 

15:26 Uhr

Das Spiel heute ist ja Teil drei von vier im Duell der beiden Vereine. Aktueller Spielstand, im Sinne des Deutschen Schachverbands: 1,5 zu 0,5 für die Bayern. Eine der wichtigsten Fragen daher: Setzt Hummels auch die nächste Offensive im Alleingang Mats?

 

12:13 Uhr

Deutschlands Medien hyperventilieren vor dem "Super-Duell" kollektiv. Der "Focus" fragt nun sogar: Wer ist der Spieler mit dem meisten Sex-Appeal? Völlig unverständlich allerdings, dass ein Dortmunder auf der Liste fehlt.

12:05 Uhr

"Post von Wagner", früher eine zuverlässige Lieferung, wenn's drauf ankam. Wenn der Martin einmal klingelt. (ab Minute 2:25)

11:02 Uhr

Deutschland feiert die Los Wochos des Fußballs - zwei Bundesliga-Klubs im Champions-League-Finale, da kann man schon mal durchdrehen. So wie unser Lieblings-Kolumnist Franz Josef Wagner. Der verstieg sich doch glatt zu den Worten: "Ein klug geschlagener Pass ist wie ein Zungenkuss. Wie schön ist unsere Männerwelt." Eine Replik auf die Affäre Idrissou? Oder nur etwas Leichtes, Tänzelndes, das wir einfach nicht mehr verstehen?

 

10:58 Uhr

Irgendwie seltsam. Es ist das wichtigste unwichtige Spiel des Jahres. Keine Ahnung also, was uns da erwartet. Vielleicht eine Partie, die sich vom Flair her irgendwo zwischen Deutschland-Holland im WM-Finale und einem Vorrundenspiel beim Audi-Cup befindet. Eine klassische Zwitterpartie also.

 

10:54 Uhr

"Eiszeit", titelt die "Welt" zu den Verstimmungen zwischen Dortmundern und Bayern. Was wiederum zu der Frage führt, ob wir uns den schlafenden Hoeneß am ehesten so vorstellen müssen:

10:08 Uhr

Noch achteinhalb Stunden bis zum Anpfiff. Wer zuletzt lacht, ist noch völlig unklar. Wer am besten lacht, dagegen nicht.

10:00 Uhr

Wenn Sie in den letzten Tagen zu viel Fußball gesehen haben, wenn Sie sich erschöpft fühlen, ausgebrannt, und sich mal nach etwas Abwechslung sehnen - nun, dann gibt es Heilung. Das perfekte Kontrastprogramm für diesen Tag. Und wenn Sie jetzt damit anfangen, sind sie pünktlich zum Abpfiff fertig.

9:55 Uhr

Wie gesagt: Gott sei Dank kann es heute kein Elfmeterschießen geben.

9:51 Uhr

Leider ebenfalls nicht dabei ist Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Er hat nach 11FREUNDE-Informationen wieder mal kaum ein Auge zugemacht, sich hin und her gewälzt und viel geschwitzt. Geht stattdessen lieber zum Basketball, dem körperlosen Sport, dem edlen Zeitvertreib. Wo die Zuschauer noch Anstand haben und respektvoll miteinander umgehen, anders als bei diesem Proletensport Fußball. Pfui deibel.

9:48 Uhr

Um diesen Punkt zu verdeutlichen, hier die vorläufige Aufstellung des FCB: Scheuer - Ziege, Babbel, Helmer, Frey - Nerlinger, Witeczek, Sternkopf, Schupp - Kostadinov, Sutter.

 

9:45 Uhr

Die Meister, die Besten, die Champions, sie haben, wie gesagt, bereits Schwerstarbeit verrichtet. Daher durften Robben, Ribery, Schweinsteiger und Lahm auch gleich in München bleiben. Wer jetzt jedoch mit einem B-Team der Bayern rechnet, sollte sich vor Augen führen, dass in diesem Jahr Heynckes' B-Teams leistungsmäßig gegenüber dem A-Team in etwas so stark abfallen, als würde man Mr. T durch Mike Tyson ersetzen.

9:39 Uhr

Nicht ausgeschlossen dagegen, dass eine der beiden geschlauchten Mannschaften nach den Reise- und Feierstrapazen unter der Woche heute richtig Federn lässt.

9:38 Uhr

Guten Morgen, liebe Leser! Es sind langsam Verhältnisse wie in der amerikanischen Baseball-Liga: Bayern und Dortmund spielen. Schon wieder! Und das auch noch gegeneinander. Die World Series des europäischen Fußballs geht in die nächste Runde. Anders als beim bald anstehenden Gastspiel in Wembley diesmal immerhin ausgeschlossen: extra innings.


Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden