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Bayern München

BVB-Bayern im 11FREUNDE-Liveticker

Pizarro fehlt an allen Ecken und Enden

Bayern und Dortmund lieferten sich ein hochspannendes Duell. Nur eines fehlte: die Tore. Was vor allem an der Abwesenheit eines Mannes lag: Claudio Pizarro. Konnte ihn nicht gleichwertig ersetzen: der Ticker.

Am Samstag ab 18:15 Uhr...

... drücken wir hier die Daumen. Einen für den BVB und einen für die Bayern. Zwinkersmiley.

18:15 Uhr

»Spürst Du es auch?«, fragt die Werbung. Moment... Äh, ja: Da ist was, ein vollkommen unbekanntes Gefühl. Es fühlt sich an, als müsste man zum Zahnarzt, hätte aber vorher sämtliche Betäubungsmittel, die man im Haus hat, eingenommen. Und jetzt weiß man nicht, was passieren wird, ob es weh tut oder man am Busen der Zahnarzthelferin einfach nur selig der Ewigkeit entgegenschwebt. Ich würde es »Spannung« nennen. Probieren Sie das ruhig mal aus!

18:20 Uhr

Na, Hallelujah: Die Zahnarzthelferin heißt Marcel. Aber wenigstens war sie noch mal beim Friseur.

18:26 Uhr

»You’ll never walk alone«, heißt es jetzt. Ist das eigentlich auch das Lieblingslied der Nordic-Walking-Damen, die mit ihren Gehstöcken die Grünflächen zerstechen? Wahrscheinlich in der Version von Howard Carpendale.

18:29 Uhr

»Mario Götze wirkt sehr in sich gekehrt«, so heißt es jetzt. Es ist wie bei den »Leiden des jungen Werther«: »Ich zog mich in mich selbst zurück und fand dort eine FC-Bayern-Erlebniswelt.« 

18:31 Uhr

Die Kapitäne beim Anstoß. Hummels: »Na, Lahmi, weißte noch damals, in Rio?« Lahm: »Tut mir leid, meine Festplatte wird einmal im Monat gelöscht, bitte wenden Sie sich an den Systemadministrator.«

1.

Anstoß. Vidal jagt dem Ball hinterher, als hieße er Hasso und wäre ein Kampfpinscher. Kriegt ein Schmacko von Gerland. Will er wirklich nur spielen?

3.

Erste Ecke für die Bayern. Uli Hoeneß will einen Strich an die Wand machen, aus alter Gewohnheit. 

5.

Was haben die gerade gesehene Chance für den BVB und das expressionistische Lego-Etwas, das meine Tochter (3) mir heute Morgen präsentierte, gemeinsam? Da hätte man auch mehr draus machen können.

6.

Plötzlich sind die Bayern-Abwehrspieler mit leuchtenden Linien verbunden. Sind es die LED-Blinklichter in ihren neuen Schuhen? Durften sie sich ja aussuchen, die niedlichen Kleinen, weil sie sich im Training so brav an Peps Vorgaben gehalten haben.

7.

Roman Bürki will offenbar alle Fehler, die ein solches Spiel für einen Torwart bereithält, unbedingt jetzt schon machen. Interessante Strategie, die er jedoch in der Mannschaftsbesprechung hätte ankündigen müssen. Dann würde Hummels jetzt bestimmt verschwörerisch zwinkern, statt wutentbrannt zu motzen.  

9.

Lewandowski verhält sich hier wie eine Ex-Frau, die mit ihrem Neuen im Vorgarten des Verlassenen rumknutscht. Und dazu läuft eine Ballade von »Roxette« auf Maximallautstärke. It must have been love, but it’s over now.   

11.

Watzke schunkelt zu »Roxette«. Zorc außer sich: »Hör mit dem Mist auf, Aki. Der hat uns enttäuscht!« Watzke: »Bis zum Gitarrensolo darf ich aber noch.«

14.

Mkhitaryan wirkt hier wie ein Star-Architekt, der mit seinen Nachbarn eine Gartenhütte baut. Sie verstehen einfach nicht, was er will. 

16.

Und was haben Gündogan und ein Mann, der nachts um drei einen Parkplatz in Kreuzberg sucht, gemeinsam? Sie finden die Lücke nicht.

17.

Hummels mit einem Solo im linken Mittelfeld. Cathy Fischer errötet: »Jetzt will er schon wieder fummeln!«

19.

Durm jetzt mit der Chance. Neuer denkt sich: »Den kenn ich doch, war das nicht der Lift-Boy im Mannschaftshotel, ich komm nicht drauf, ich komm nicht drauf, nanu, jetzt schießt der, naja, was soll’s, geht ja ans Außennetz, warum raunen die Leute hinter mir jetzt, schlafe ich vielleicht noch, sei’s drum, wenn’s ernst wird, wach ich halt auf.« Was für ein Profi.

22.

Xabi Alonso rast frontal in Mkhitaryan rein. Noch so’n Ding, und er kommt in den nächsten Verkehrsmeldungen als Falschfahrer vor.

24.

Tuchel und Guardiola in ihren seltsamen Schlafsack-Mänteln sehen aus wie zwei Investmentbanker, die am Wochenende im Sauerland »Brokeback Mountain« nachspielen. 

26.

Aubameyang mit der Geparden-Flanke auf Reus, der frei vor Neuer, doch von hinten stibitzt ihm Kimmich den Ball vom Fuß. Womit wir auch gleich das Adjektiv kennen, das Reus’ Gefühle beschreibt, die er hat, während er da jetzt so auf dem Rasen liegt: kimmich. 

27.

Douglas Costa jetzt allein auf dem Weg zu Bürki. Doch der hat ja alle Fehler schon gemacht (ich berichtete) und verhindert mit einer Glanztat den Lochfraß. So kennen wir ihn!

30.

Reif jetzt mit dem Zwischenfazit: »Dortmund will den Ball auch haben.« Selten eine so knappe und zugleich schillernde Definition dessen gehört, was die Faszination dieses Sports ausmacht. 

32.

Ecke Bayern. Vidal lässt sich im Strafraum von Manfred Wolke den Mundschutz reinschieben: »Ruuuuuhich, Atze, ruuuuuuhich!«

34.

Reif muss sich offenbar was dazuverdienen, sagt jetzt die kommenden Sendungen an. Zieht er gleich noch die Lottozahlen und bringt Kai Pflaume die Moderationskarten? Und wenn ja: Welches Kleid trägt er?

36.

Sven Bender wird verwarnt. Was die spannende Frage aufwirft: Sieht Lars dann zeitgleich auch immer Gelb? Man liest ja die verrücktesten Sachen über Zwillinge, die getrennt wurden. 

38.

Im Mittelkreis gibt Claudio Pizarro übrigens gerade Autogramme. Sven Bender: »Kann ich auch noch eins für meinen Bruder haben?«

40.

Reus versucht, Neuer mit einem flachen Heber von der Mittellinie aus zu überwinden. Was in etwa so aussieht, als hätte Danny Devito einen Slamdunk versucht. Gegen Shaquille O’Neal. Ohne Ball.

42.

Robben mit der Doppelchance. Was bei Reif eine Blitz-Amnesie auszulösen scheint: »Im Moment ist das Nullnull aus Dortmunder Sicht etwas...« – »Jetzt sag nicht: schmeichelhaft!«, brüllt mein Nebenmann. Reif:  »...hübsch.« Und wir sehen: Viele Wörter zu kennen und sie alle zu benutzen, das macht es auch nicht besser.

45.

Das Spiel gegen Turin war offenbar noch härter, als zunächst gedacht: Alaba trägt Pogbas Skalp auf dem Kopf. 

46.

Auf der Tribüne: Rauball und Löw. Löw: »Hast Du Labello dabei?« Rauball: »Meinst du meinen Assistenten? Der hat Urlaub.«

19:23 Uhr

Ein Mann, der die menschliche Zivilistation verlassen hat, redet mit sich selbst. Zeigt Sky »Der Marsianer«? Ach, neee: Ist doch nur Lothar Matthäus am Expertentisch.

19:25 Uhr

Toller Service, tolle Bilder: Xabi Alonso und Arturo Vidal diskutieren in Superzeitlupe. Sehen aus wie ein Fahrlehrer und ein Sechzehnjähriger, der gerade das Moped in den Graben gefahren hat. 

19:28 Uhr

Meine reizende Assistentin überbrückt virtuos die Halbzeitlangeweile, indem sie mir spielerisch eine kleine Aufgabe stellt. Ich soll in der zweiten Halbzeit folgende drei Wörter benutzen: mausern, schmackofatz und lüstern.

19:30 Uhr

Gleich geht es weiter. Und da mausern sich diese durchtrainierten Top-Profis auch schon aus ihren Trainingsanzügen. Bundestrainer Jogi Löw wirft im Tribüneninterview einen lüsternen Seitenblick auf die Gladiatoren. Seine Einschätzung: »Schmackofatz!«

19:33 Uhr

Traurig: Mario Götze auf der Bank. Oder ist es die alte McDonald’s-Werbung, bei der ich immer weinen musste?

46.

Anstoß. Symbolisch ausgeführt von Claudio Pizarro. 

47.

Abseits des Geschehens gewinnt Vidal einen Zweikampf gegen sich selbst. 

49.

Was Kimmich da mit Aubameyang macht, nennt man das schon Stalking?

51.

Wenn Schmelzer am Ball ist, gibt er sich immer so große Mühe wie ein Sechsjähriger, der seinen Namen schreibt. Marzell. Neee, Marßel. Neee, auch nicht, Mahsel. Und dabei guckt seine Zunge raus wie ein Zipfel, so dolle konzentriert er sich.

52.

Chance für Aubameyang, und plötzlich Laute hier im Raum wie im Schlafzimmer einer »Brigitte«-Leserin: »Oh, Gott! Mach ihn rein! Jaaaaa! Nein! So ein Mist!« Fußball im Alter: ein abstoßendes Phänomen.

54.

Taktikanalyse auf der Südtribüne: »Der Robben is wat an Planen dran.« 

56.

Und vor dieser Südtribüne macht sich jetzt Götze warm. Es erklingt, was erklingen muss: ein Pfeifkonzert.

58.

Bürki hält gegen Robben. Und der reklamiert Handspiel. Das würde er wohl auch beim Volleyball tun, insofern: keine weiteren Fragen.

60.

Dieses Spiel ist so spannend, dass sie beim Dortmunder Ortsverband der Grünen inzwischen Crystal Meth nehmen, um sich zu beruhigen.

62.

Die Bayern jetzt mit einer schier unendlichen Ball-Rochade. Ob der Ball noch im Spiel ist, ist im Grunde genommen unerheblich. Erinnert mich an den alten Otto-Witz: Sie ritten durch die neblige Nacht, und als es dämmerte, merkten sie, dass sie ihre Pferde vergessen hatten.

64.

Bürki lenkt einen Gewaltschuss von Vidal aus drei Metern mit einer Jahrtausendparade an die Latte. Das ging alles so irre schnell, dass Reif ihm erst nach Ansicht der vierten Super-Slomo ein Lob ausspricht. Da hat Bürki sich schon längst ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. 

66.

Aubameyang. Daneben. Seine Frisur. Und auch sein Schuss.

68.

Was haben dieses Spiel und die Unterhosen der Ludolfs gemeinsam? Es wurde noch nicht gewechselt.

71.

Hm. Irgendwas fehlt. Tuchel merkt’s als erster, rennt panisch zur Bayern-Bank: »Wir haben die Tore vergessen, Alter!« Guardiola, sich mit der flachen Hand an die Stirn schlagend: »Supersuperpeinlich!«

74.

Sehe ich das richtig? Hat Arturo Vidal sich Rolf Rüssmans Aphorismus auf den Hals tätowiert: »Wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt.« Das war ja so was wie das »Carpe Diem« im Fußball der Siebziger.

77.

Haben die sich jetzt hier auf ein 0:0 geeinigt, oder was? Schon wedeln die ersten Algerier mit Geldscheinen.

79.

Freistoß Bayern. Im Strafraum Szenen wie Samstagabends am Kottbusser Tor, die mit »Antanzen« nur unzulänglich beschrieben sind.

82.

Mann des Spiels schon jetzt: Roman Bürki. Der hat seine Flossen überall. Das ZDF will ihm eine Rolle als heldenhafter Seelöwe anbieten. Arbeitsstitel: »Hallo Bürki!«

84.

Müller versucht jetzt schon seit 84 Minuten, sich selbst anzuschießen, findet sich aber nicht. Eine Metapher für vieles um uns herum.

87.

Geschichten, die nur der Fußball schreibt: Jetzt kann also AUSGERECHNET Claudio Pizarro den FC Bayern nächste Woche in die Zweite Liga schießen.

89.

Müller und Robben überbieten sich derweil gegenseitig in dem Wettbewerb, wer Mick Jaggers Gesicht beim Orgasmus besser imitieren kann. Noch liegt Müller vorn, aber Robben drängt auf den Ausgleich. 

90.

Xabi Alonso geht raus. »Tschüs, Leute. Ich muss meine Frau vom Shoppen abholen. Hat Spaß gemacht.«

91.

Und jetzt ist es aus, ungeachtet der Tatsache, dass Guardiola noch immer taktische Anweisungen in die Luft fuchtelt und Kimmich weiterhin heiß macht. Die schnöde Statistik wird sich eines Tages lesen, als wäre hier nichts los gewesen. Aber so haben wir wenigstens die Gelegenheit, unseren Enkeln auch mal zu sagen: »Ihr habt ja keine Ahnung, wie das war damals!« Muss ja keiner wissen, dass wir auch keine haben.

20:29 Uhr

Ernüchterung am Sky-Experten-Tresen, Matthäus, Hamann und Metzelder sehen in ihren einheitlichen Anoraks aus wie streikende Busfahrer. Arturo Vidal legt sich mit dem Torpfosten an, und im weiten Rund hallt das Schluchzen von Mario Götze wider. »Was ist mit der Meisterschaft, geht da noch was?«, fragt Ecki Heuser. Ich würde gern mit Monaco Franze antworten: »A bisserl was geht immer.« Aber wenn man jetzt schon Münchner zitieren muss, um sich darüber hinwegzutrösten, dass die Münchner im März Deutscher Meister werden, dann: Gute Nacht, liebe Fans.  

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