Brasilien
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Kamerun

Brasilien-Kamerun im Liveticker

Neymar zweite Liga!

Hurra, Brasilien ist wieder wer! Halbwegs souverän schießt Neymar den Rekordweltmeister zurück in die Eliteklasse des Weltfußballs. Weiterhin bestenfalls Kreisklasse: der Liveticker.

21:24 Uhr

Guten Abend, ich melde mich vom Abgrund. Habe gerade hinuntergeschaut und den WM-Club gesehen. Schlechte Nachrichten für alle Hipster: Die ARD hat das Badeschiff übernommen und darauf eine Samba-Band und reichlich Brandenburger verteilt. Zudem sitzt da Arnd Zeigler an seinem Arnd-Zeigler-Tisch und macht Gags, die er schon vor zwei Jahren gemacht hat. Alexander Bommes moderiert Gäste weg wie weiland Markus Lanz und Julia Scharf muss die Twitter-Dame geben, obwohl sie so viel mehr könnte. Es ist ein Elend oder auch nur ein weiteres trauriges Kapitel der ARD-WM-Berichterstattung. Jetzt geht es zum nächsten Lowlight: Ein kleines Quietschwesen belästigt arme Brasilianer mit ihren Fragen. Wir haben versucht zu entkommen. Vergeblich:

21:27 Uhr

Heute also Brasilien gegen Kamerun in Brasilia. Eine Stadt, die von oben aussieht wie ein Düsenjet. Und in der eine Mannschaft spielt, deren Star tatsächlich Zé Roberto II ist. Hat Andreas Müller einen neuen Job? #Schalke

21:33 Uhr

Ralf Scholz mit Giovane Elber live aus dem Stadion. Scholz trägt ein Hemd aus alten FDJ-Restbeständen. Und irgendwo in Chile denkt Margot Honecker: »Doch nicht so verkehrt diese BRD.«

21:36 Uhr

Schock im deutschen Lager: Angeblich will Brasilien Kloses Torrekord nicht auf sich sitzen lassen. Deswegen soll Brasi-Trainer Scolari bereits in einem Geheimlabor einen Monsterstürmer gezüchtet haben. Sein Name: Klonaldo!

21:40 Uhr

Wir haben uns übrigens die alten Kofferradios neben die Schreibmaschinen gestellt und einen kroatischen Piratensender eingestellt. Sollte also was bei Mexiko-Kroatien passieren, werdet ihr hier informiert.

21:42 Uhr

Luiz Gustavo wird beim Aufwärmen gezeigt. Wir schalten mal rein: (Link)

21:50 Uhr

Mein Biorhythmus ist durch die neuen Anstoßzeiten jetzt schon total im Arsch. Fühle mich leer und ausgelaugt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, möchte man meinen. Doch dann das: Durch die Konferenz mit zwei Spielen in der ARD müssen wir Steffen Simon UND Gerd Gottlob gleichzeitig ertragen. Das ist schlimmer, als ich es mir je hätte ausmalen können, und ich habe eine sehr destruktive Phantasie.

21:53 Uhr

Die Brasilianer kommen auf den Rasen. Heute als Kapitän: Gottlieb Wendehals (Link)

21:55 Uhr

Die Hymne der Brasilianer. Und immer wieder die gleiche Reaktion bei uns: (Link)

21:57 Uhr

Wie immer die Aufstellungen. Und wie immer das bange Hoffen, dass er kommen möge. Dieser eine Moment, der diesem ganzen Quatsch einen Sinn geben würde:

21:59 Uhr

In den Kommentaren schreibt ein Nutzer, den ich umgehend sperren werde, sobald ich herausgefunden habe, wie das geht, also so gegen 2017, der ORF sei »viel schlimmer« als die ARD. Dazu nur dies: Ich bin mit dem ORF aufgewachsen, der ORF hat meine Kindheit gerettet, wir hatten nämlich kein Kabelfernsehen, alles, was ich über Amerika und Popkultur weiß, was mich heute überleben lässt in Formaten wie diesem, habe ich dem ORF zu verdanken. Amen.

1. Minute

Anpfiff. Und ich kann die Datei mit den Anstoß-Witzen nicht finden. Hilfe!

2.

Bin ich eigentlich gefühlskalt, weil ich keine hysterischen Heulkrämpfe bekomme, wenn Brasilien spielt? Man scheint damit ja einer Minderheit anzugehören. Oder ist Steffen Simon gefühlskalt, weil er nach einer Minute eine Gelbe Karte für einen Kameruner fordert, der Hulk an die Nase gepackt hat? Die Gelbe gibt es jedenfalls nicht, zurecht, schließlich ist Hulk nicht mal grün geworden.

3.

Wenn das so weitergeht, gehen wir mit einem Eckenverhältnis von 135:0 hier raus. Müssen wir dann auch 135 Mal schreiben, dass »die nachfolgende Ecke nichts einbrachte«?

5.

Kamerun mit einer Torannäherung, die »verzagt« zu nennen noch maßlos übertrieben wäre. Genaugenommen ist »Torannäherung« schon übertrieben. Frage mich, wie ich jemals den Gedanken haben konnte, heute vielleicht einer Sensation beiwohnen zu können. Immer noch wegen ihm hier?

8.

Fertig machen zum Beamen. Wir sind plötzlich nicht mehr in Brasilia, sondern in Recife, wo uns ein Best-of der ersten fünf Minuten gezeigt wird, die jedoch hauptsächlich aus Fouls zu bestehen scheinen. Bevor ich auch nur annähernd nachvollziehen kann, was da los ist, geht es auch schon wieder zurück. Und ich weiß jetzt, warum ich Konferenzen so hasse, selbst beim Fußball.

13.

»Bei Kamerun geht es um die Ähre«, bauernschlaut Steffen Simon. Kann Finke doch noch die Ernte einfahren?

14.

Freistoß Kamerun. Und immer dieser Schaum. Aber das hat Neymar nun wirklich nicht verdient:


15.

Herzlich willkommen zur bisher dümmsten Aktion der WM: Kameruns Nyom schubst Neymar in eine Horde Fotografen. Zum Glück hat einer von ihnen auf den Auslöser gedrückt:

17.

Neymar überall. Diesmal da, wo er am schönsten ist. Im Sechzehner. Vollkommen frei. Das bedeutet irgendwie zwangsläufig TOOOOOOOOOOOOOR für Brasilien. Damit ist Brasilien statistisch die beste Heimmannschaft dieser WM. Hurra! (leise gewinselt)

19.

Was ist denn hier los? Erst Chance Neymar und dann Chance Fred. Doch der unglücklichste Mittelstürmer der WM dived lieber unterhalb der Grasnarbe, anstatt den Ball über die Linie zu wuchten. Plötzlich hat er einen Schnauzbart. Immerhin etwas.

21.

Kameruns Torwart soll einen Abstoß ausführen, lehnt sich aber lieber erstmal an den Pfosten und macht die Augen zu. Wünscht sich ganz weit weg, aber wohin? Nach Deutschland, wo Steffen Simon über ihn sagt: »Da kann die Tante nichts machen.«? Kaum.

24.

Fragen am späten Abend: Wie schlecht muss es dem afrikanischen Fußball derzeit gehen, wenn Kamerun zur WM fahren darf?

25.

Man muss sie offenbar nur reizen, denn dann sind sie da. Denn nun! Tatsächlich! Unglaublich! Aber wahr: Tooooooooooor für Kamerun. Nyom lässt alle stehen und sieht Joel Matip. Ja, den Joel Matip. Die Abwehrgräte vom FC Schalke. Und was macht der? Na, der grätet den Ball irgendwie über die Linie. Und was macht David Luiz?

32.

Stille in Brasilia. Nicht mal die Neymar-Girls kreischen, wenn Neymar sich durch das Haar fährt. Wo fängt eine Staatskrise eigentlich an?

33.

Schon wieder eine Kopfballchance für Kamerun nach einer Ecke. Könnte natürlich sein, dass uns die Anstoßzeitverlegung so gejetlagged hat, dass wir eingeschlafen sind und das alles nur träumen.

35.

Nee, doch nicht. Weil David Luiz nicht weiß, wohin mit dem Ball, drischt er ihn einfach nach vorne. Das reicht, um ein kilometerbreites Loch in die kamerunische Vierer»kette« zu reißen, das kann man nicht träumen, nicht mal als Albtraum, es sei denn, man ist Volker Finke. Natürlich sieht auch Neymar dieses Loch, prescht durch, schießt das Tor bzw das GOOOOOOOOL. 2:1.

39.

Immerhin: Dani Alves will den Gegner nicht demütigen, klärt einen Ball, den er mit der Nackenfalte hätte annehmen können, zur Ecke. Über die wir einen sehr großen Mantel des Schweigens breiten wollen.

41.

La Ola läuft durchs Stadion, scheint also auch in Brasilien an Eventfans nicht zu mangeln. Denn mal ganz ehrlich: Was machen die Brasilianer, wenn sich Neymar verletzt oder sie, nicht unwahrscheinlich, irgendwann wegen einer Gelbsperre, einmal nicht retten kann? Absteigen?

43.

Kurz vor der Pause noch mal eine Freistoßchance für Kamerun. Wobei sich natürlich erst noch zeigen wird, ob es wirklich eine Chance wird oder ob sie einfach verpufft trotz all der Sahne, die der Schiri draufgesprüht hat.

44.

Letzteres. Immerhin den Konter einigermaßen unterbunden.

46.

Hacke, Neymar, 1, 2, 3. Das Ding ist anscheinend durch, die Zeit der Kunststückchen ist angebrochen, doch selbst die kommen ausnahmslos von Neymar, diesem einzigen Künstler in einer Mannschaft von Handwerkern und diesem einen Typen, Fred, der seine Teilnahme im Preisausschreiben gewonnen hat und irgendetwas Schreckliches über Scolari zu wissen scheint, weswegen der ihn nicht aus dem Team nehmen kann.

47.

Puh, Abpfiff. Ab nach Recife, 0:0, ab nach Hamburg, Tagesthemen. Und irgendwo dazwischen bleibt meine Seele auf der Strecke. Hoffentlich in der Karibik.

22:54 Uhr

Brasilien rettet sich erstmal in die Halbzeit. Im Spielertunnel macht Neymar schon Handyfotos mit gegnerischen Betreuern. Ohne Trikot. Dann huscht Benoît Assou-Ekotto durchs Bild. Hat seine Kollegen-Kopfnuss gegen eine Kackbrille eingetauscht. Ist das noch mein Fußball?

22:57 Uhr

Mit seinem Doppelschlag hat Neymar nun Thomas Müller als Toptorschützen des Turniers abgelöst. Ist also ein Doppelschlag, der ein bisschen weh tut. Oder auch ein bisschen mehr. (Link)

22:59 Uhr

»Die Buxen sind ein bisschen voll bei den Brasilianern«, sagt Opdenhövel und moderiert so Mehmet Scholl an, der zu seinem Lieblingsthema ansetzt: »Das gezielte Passen durch die Beine des Gegners«. Darüber könnte er Bücher schreiben. Ach was, ganze Bibliotheken könnte er mit Abhandlungen über seine Theorie vom gezielten Verzögern und nadelstichgenauen Schießen durch die Hosenträger des Gegners füllen. Einzig: Welchen Fan interessiert das, wenn der schon beim Socken anziehen Schnappatmung bekommt?

23:02 Uhr

Fernandinho kommt, Paulinho geht. Hier seine einzige Szene aus der ersten Hälfte: (Link)

46.

Neymar scheint seine Klöten jetzt fertig sortiert zu haben, Weiter geht’s.

48.

Wieder ein langer Ball auf Hulk, der schon Probleme bei der Ballannahme hat, dann in den Strafraum dribbelt, dort ein Luftloch schlägt und sofort ausgebürgert wird.

50.

Noch eine Chance des inzwischen staatenlosen Hulk wird in letzter Sekunde geblockt, egal, denn fünf weitere Chancen folgen innerhalb der nächsten sechzig Sekunden, am Ende köpft Fred den Ball ins Tor, stand ja schließlich höchstens zwei Meter im Abseits, also für den Gewinner eines Preisausschreibens, der zudem für den Gastgeber spielt, gar nicht. »Tor«. »3«:1.

53.

Und ihr so?

55.

Gottogott. Kamerun bei der Gegenwehr mit Pässen, die mich mal wieder ernsthaft daran zweifeln lassen, ob ich den richtigen Beruf ergriffen habe.

58.

Bei Kroatien – Mexiko, bzw. CROMEX, was klingt wie ein Medikament, das ich jetzt gerne nehmen würde, übrigens immer noch keine Tore. Mal unterstellt, dass wir Tore mögen, und ich erinnere mich vage, dass das mal so war, haben wir immerhin nicht alles falsch gemacht.

60.

Je länger man Kamerun beim Spielaufbau zuschaut, desto mehr beschleicht einen das Gefühl, dass heute selbst der 244 Jahre alte Roger Milla (geschätzt) zu spritzig für diese Mannschaft wäre.

62.

»Alves hat heute ein, zwei Momente in seinem Spiel, die wir von ihm selten sehen«, sagt Steffen Simon. Würde wir von ihm auch gerne mal behaupten.

63.

Hulk geht. Er kann es doch.

65.

In Brasilia ist mittlerweile eine Stimmung wie in der Kreisliga. Beim Damen-Volleyball.

66.

Wir wagen jetzt mal die Prognose: Dieses Spiel ist durch. Und stellen uns zeitgleich die Frage: War es ein Fehler, sich vor ca. 32 Jahren dem Fußball zu verschreiben? Die Antwort: Was soll's! Jeder macht mal einen Fehler, oder?

68.

Fragen der Zeit: Was macht wohl Rainer Langhans gerade?

69.

Abseitsentscheidung gegen Brasilien, dieses Schiedsrichtergespann werden wir also nicht mehr bei dieser WM sehen. Und in Recife zerlegt Mario Mandzukic einen Mexikaner, der ihn entfernt an Pep Guardiola erinnert.

71.

Zwischenruf von unserem Redaktionskolibri »Horst-Walter«. Er zwitschert: Toooooor in Recife. 1:0 Mexiko, Rafael Marquez mit dem ältesten Kopfballtor des Turniers. Dieter Hecking springt vom heimischen Sofa und reist mit der Beckerfaust die Flips vom Beistelltisch: Denn damit ist Kroatien raus – und in Wolfsburg kann die Saisonvorbereitung pünktlich beginnen.

72.

Voodoo-Foul gegen Neymar, für die Kameras unsichtbar, scheint aber trotzdem weh zu tun, vielleicht auch, weil er danach, sehr gut sichtbar, in bester Cool-Runnings-Manier in den nächsten Kameruner slidet. Wie dem auch sei, er wird ausgewechselt. Könnte also noch mal spannend werden.

75.

»Horst-Walter« kurz vor dem Herzklabaster: 2:0 Mexiko. Guardado macht alles klar. Alles dicht. Alle paletti. Und Ivica Olic loggt sich schon mal bei Ebay ein

76.

Während in Recife schon gefeiert wird, wird in Brasilia noch vereist. Diesmal hat’s Dani Alves erwischt, der sogleich in einer Eisspraywolke verschwindet, derweil Thiago Silva, Brasiliens Kapitän, der doch aussieht wie ein zu schnell wachsender Teenager, daneben steht und »langsam richtig sauer« wird.

80.

Jetzt liegt Luis Gustavo. Noch zehn Minuten. Bzw. noch sechs Dosen Eisspray.

83.

Choupo-Moting wird ausgewechselt, die WM ist zu Ende für ihn, und das ist sie auch für Kroatien. 3:0 für Mexiko, was ich schade finde, weil ich viele der kroatischen Spieler mag, irgendwie aber auch super, wenn sich der kugelrunde mexikanische Trainer in seinen schrecklich schlecht sitzenden Anzügen gegen einen Dressman wie Niko Kovac durchsetzt.

85.

Tor. Ganz schlicht. Ganz einfach. Horroraufbau von Kamerun, die einen Freistoß (in Worten: EINEN FREISTOß) am eigenen Sechzehner (in Worten: AM EIGENEN SECHZEHNER) verdödeln. Dann geht es TikTakTuk nach vorne und am Ende steht Fernandinho und macht ihn rein. »Horst-Walter« übernehmen bitte.

87.

»Einfach gespielt«, grölt Gottlob, sei das eben gewesen. Keine Ahnung, was die Kroaten bislang so veranstaltet haben, aber die Vorlage für Perisic, der hier das 1:3 für Kroatien macht, kam mit der Hacke, glaube von Rakitic. Darauf einen Slivovic.

89.

Schiiiiiiiri, Back..., äääh, abpfeifen!

90.+2

Sie sehen nun Livebilder aus dem 11FREUNDE-Tickergulag:

90.+4

Tatsächlich, auch dieses Spiel wird abgepfiffen. Was für ein Segen. Neymar darf noch ein paar Trikots an herumlaufende Altstars (Eto'o, Song) verteilen, dann wird wieder mit der klassischen Hand-Vor-Den-Mund-Haltung gequatscht. Wir machen uns Sorgen um den Flachs, denn keiner lacht. Wir machen uns Sorgen um die Tränen, denn keiner weint. Wir machen uns Sorgen um uns, denn es ist schon wieder kurz vor Mitternacht. Nutzen wir die letzten drei freien Minuten des Tages, um uns zu fragen, was wir hier eigentlich tun. Solltet ihr auch machen. Oder schlafen gehen. Jeder wie er will. Gute Nacht!

90.+4

Tatsächlich, auch dieses Spiel wird abgepfiffen. Was für ein Segen. Neymar darf noch ein paar Trikots an herumlaufende Altstars (Eto'o, Song) verteilen, dann wird wieder mit der klassischen Hand-Vor-Den-Mund-Haltung gequatscht. Wir machen uns Sorgen um den Flachs, denn keiner lacht. Wir machen uns Sorgen um die Tränen, denn keiner weint. Wir machen uns Sorgen um uns, denn es schon wieder kurz vor Mitternacht. Nutzen wir die letzten drei freien Minuten des Tages, um uns zu fragen, was wir hier eigentlich tun. Solltet ihr auch machen. Oder schlafen gehen. Jeder wie er will. Gute Nacht!

90.+2

Sie sehen nun Livebilder aus dem 11FREUNDE-Tickergulag

89.

Schiiiiiiiri, Back, äääh, abpfeifen!

87.

»Einfach gespielt«, grölt Gottlob, sei das eben gewesen. Keine Ahnung, was die Kroaten bislang so veranstaltet haben, aber die Vorlage für Perisic, der hier das 1:3 macht, kam mit der Hacke, glaube von Rakitic. Darauf einen Slivovic.

85.

Tor. Ganz schlicht. Ganz einfach. Horroraufbau von Kamerun, die einen Freistoß (in Worten: EINEN FREISTOß) am eigenen Sechzehner (in Worten: AM EIGENEN SECHZEHNER) verdödeln. Dann geht es TikTakTuk nach vorne und am Ende steht Fernandinho und macht ihn rein. »Horst-Walter« übernehmen bitte.

83.

Choupo-Moting wird ausgewechselt, die WM ist zu Ende, und das ist sie auch für Kroatien. 3:0 für Mexiko, was ich schade finde, weil ich viele der kroatischen Spieler mag, irgendwie aber auch super, wenn sich der kugelrunde mexikanische Trainer in seinen schrecklich schlecht sitzenden Anzügen gegen einen Dressman wie Niko Kovac durchsetzt.

80.

Jetzt liegt Luis Gustavo. Noch zehn Minuten. Bzw. noch sechs Dosen Eisspray.

76.

Während in Recife schon gefeiert wird, wird in Brasilia noch vereist. Diesmal hat’s Dani Alves erwischt, der sogleich in einer Eisspraywolke verschwindet, derweil Thiago Silva, Brasiliens Kapitän, der doch aussieht wie ein zu schnell wachsender Teenager, daneben steht und »langsam richtig sauer« wird.

75.

»Horst-Walter« kurz vor dem Herzklabaster: 2:0 Mexiko. Guardado macht alles klar. Alles dicht. Alle paletti. Und Ivica Olic loggt sich schon mal bei Ebay ein

72.

Voodoo-Foul gegen Neymar, für die Kameras unsichtbar, scheint aber trotzdem weh zu tun, vielleicht auch, weil er danach, sehr gut sichtbar, in bester Cool-Runnings-Manier in den nächsten Kameruner slidet. Wie dem auch sei, er wird ausgewechselt. Könnte also noch mal spannend werden.

71.

Zwischenruf von unserem Redaktionskolibri »Horst-Walter«. Er zwitschert: Toooooor in Recife. 1:0 Mexiko, Rafael Marquez mit dem ältesten Kopfballtor des Turniers. Dieter Hecking springt vom heimischen Sofa und reist mit der Beckerfaust die Flips vom Beistelltisch: Denn damit ist Kroatien raus – und in Wolfsburg kann die Saisonvorbereitung pünktlich beginnen.

69.

Abseitsentscheidung gegen Brasilien, dieses Schiedsrichtergespann werden wir also nicht mehr bei dieser WM sehen. Und in Recife zerlegt Mario Mandzukic einen Mexikaner, der ihn entfernt an Pep Guardiola erinnert.

68.

Fragen der Zeit: Was macht wohl Rainer Langhans gerade?

66.

Wir wagen jetzt mal die Prognose: Dieses Spiel ist durch. Und stellen uns zeitgleich die Frage: War es ein Fehler, sich vor ca. 32 Jahren dem Fußball zu verschreiben. Aber was soll's, jeder macht mal einen Fehler, oder?

65.

In Brasilia ist mittlerweile eine Stimmung wie in der Kreisliga. Beim Damen-Volleyball.

63.

Hulk geht. Er kann es doch.

62.

»Alves hat heute ein, zwei Momente in seinem Spiel, die wir von ihm selten sehen«, sagt Steffen Simon. Würde wir von ihm auch gerne mal behaupten.

60.

Je länger man Kamerun beim Spielaufbau zuschaut, desto mehr beschleicht einen das Gefühl, dass heute selbst der 244 Jahre alte Roger Milla (geschätzt) zu spritzig für diese Mannschaft wäre.

58.

Bei Kroatien – Mexiko, bzw. CROMEX, was klingt wie ein Medikament, das ich jetzt gerne nehmen würde, übrigens immer noch keine Tore. Mal unterstellt, dass wir Tore mögen, und ich erinnere mich vage, dass das mal so war, haben wir immerhin nicht alles falsch gemacht.

55.

Gottogott. Kamerun bei der Gegenwehr mit Pässen, die mich mal wieder ernsthaft daran zweifeln lassen, ob ich den richtigen Beruf ergriffen habe.

53.

Und ihr so?

50.

Noch eine Chance des inzwischen staatenlosen Hulk wird in letzter Sekunde geblockt, egal, denn fünf weitere Chancen folgen innerhalb der nächsten sechzig Sekunden, am Ende köpft Fred den Ball ins Tor, stand ja schließlich höchstens zwei Meter im Abseits, also für den Gewinner eins Preisausschreibens, der zudem für den Gastgeber spielt, gar nicht. »Tor«. »3«:1.

48.

Wieder ein langer Ball auf Hulk, der schon Probleme bei der Ballannahme hat, dann in den Strafraum dribbelt, dort ein Luftloch schlägt und sofort ausgebürgert wird.

46.

Neymar scheint seine Klöten jetzt fertig sortiert zu haben, Weiter geht’s.

23:02 Uhr

Fernandinho kommt, Paulinho geht. Hier seine einzige Szene aus der ersten Hälfte: (Link)

22:59 Uhr

»Die Buxen sind ein bisschen voll bei den Brasilianern«, sagt Opdenhövel und moderiert so Mehmet Scholl an, der zu seinem Lieblingsthema ansetzt: »Das gezielte Passen durch die Beine des Gegners«. Darüber könnte er Bücher schreiben. Ach was, ganze Biblotheken könnte er mit Abhandlungen über seine Theorie vom gezielten Verzögern und nadelstichgenauen Schießen durch die Hosenträger des Gegners füllen. Einzig: Welchen Fan interessiert das, wenn der schon beim Socken anziehen Schnappatmung bekommt?

22:57 Uhr

Mit seinem Doppelschlag hat Neymar nun Thomas Müller als Toptorschützen des Turniers abgelöst. Also ein Doppelschlag, der ein bisschen weh tut. Oder auch ein bisschen mehr. (Link)

22:54 Uhr

Brasilien rettet sich erstmal in die Halbzeit. Im Spielertunnel macht Neymar schon Handyfotos mit gegnerischen Betreuern. Ohne Trikot. Dann huscht Benoît Assou-Ekotto durchs Bild. Hat seine Kollegen-Kopfnuss gegen eine Kackbrille eingetauscht. Ist das noch mein Fußball?

47.

Puh, Abpfiff. Ab nach Recife, 0:0, ab nach Hamburg, Tagesthemen. Und irgendwo dazwischen bleibt meine Seele auf der Strecke. Hoffentlich in der Karibik.

46.

Hacke, Neymar, 1, 2, 3. Das Ding ist anscheinend durch, die Zeit der Kunststückchen ist angebrochen, doch selbst die kommen ausnahmslos von Neymar, diesem einzigen Künstler in einer Mannschaft von Handwerkern und diesem einen Typen, Fred, der seine Teilnahme im Preisausschreiben gewonnen hat und irgendetwas Schreckliches über Scolari zu wissen scheint, weswegen der ihn nicht aus dem Team nehmen kann.

44.

Letzteres. Immerhin den Konter einigermaßen unterbunden.

43.

Kurz vor der Pause noch mal eine Freistoßchance für Kamerun. Wobei sich natürlich erst noch zeigen wird, ob es wirklich eine Chance wird oder ob sie einfach verpufft trotz all der Sahne, die der Schiri draufgesprüht hat.

41.

La Ola läuft durchs Stadion, scheint also auch in Brasilien an Eventfans nicht zu mangeln. Denn mal ganz ehrlich: Was machen die Brasilianer, wenn sich Neymar verletzt oder sie, nicht unwahrscheinlich, irgendwann wegen einer Gelbsperre, einmal nicht retten kann. Absteigen?

39.

Immerhin: Dani Alves will den Gegner nicht demütigen, klärt einen Ball, den er mit der Nackenfalte hätte annehmen können, zur Ecke. Über die wir einen sehr großen Mantel des Schweigens breiten wollen.

35.

Nee, doch nicht. Weil David Luiz nicht weiß, wohin mit dem Ball, drischt er ihn einfach nach vorne. Das reicht, um ein kilometerbreites Loch in die kamerunische Vierer»kette« zu reißen, das kann man nicht träumen, nicht mal als Albtraum, es sei denn, man ist Volker Finke. Natürlich sieht auch Neymar dieses Loch, prescht durch, schießt das Tor bzw das GOOOOOOOOL. 2:1.

33.

Schon wieder eine Kopfballchance für Kamerun nach einer Ecke. Könnte natürlich sein, dass uns die Anstoßzeitverlegung so gejetlagged hat, dass wir eingeschlafen sind und das alles nur träumen.

32.

Stille in Brasilia. Nicht mal die Neymar-Girls kreischen, wenn Neymar sich durch das Haar fährt. Ist das schon eine Staatskrise?

25.

Man muss sie offenbar nur reizen, denn dann sind sie da. Denn nun! Tatsächlich! Unglaublich! Aber wahr: Tooooooooooor für Kamerun. Nyom lässt alle stehen und sieht Joel Matip. Ja, den Joel Matip. Die Abwehrgräte vom FC Schalke. Und was macht der? Na, der grätet den Ball irgendwie über die Linie. Und was macht David Luiz?

24.

Fragen am späten Abend: Wie schlecht muss es dem afrikanischen Fußball derzeit gehen, wenn Kamerun zur WM fahren darf?

21.

Kameruns Torwart soll einen Abstoß ausführen, lehnt sich aber lieber erstmal an den Pfosten, lehnt sich zurück und macht die Augen zu. Wünscht sich ganz weit weg, aber wohin. Nach Deutschland, wo Steffen Simon über ihn sagt: »Da kann die Tante nichts machen.«? Kaum.

19.

Was ist denn hier los? Erst Chance Neymar und dann Chance Fred. Doch der unglücklichste Mittelstürmer der WM divt lieber unterhalb der Grasnarbe, anstatt den Ball über die Linie zu wuchten. Plötzlich hat er einen Schnauzbart. Immerhin etwas.

17.

Neymar überall. Diesmal da, wo er am schönsten ist. Im Sechzehner. Vollkommen frei. Das bedeutet irgendwie zwangslaufig TOOOOOOOOOOOOOR für Brasilien. Damit ist Brasilien statistisch die beste Heimmannschaft dieser WM. Hurra (leise gewinselt)

15.

Herzlich willkommen zur bisher dümmsten Aktion der WM: Kameruns Nyom schubst Neymar in eine Horde Fotografen. Zum Glück hat einer auf den Ausläser gedrückt:

14.

Freistoß Kamerun. Und immer dieser Schaum. Aber das hat Neymar nun wirklich nicht verdient:


13.

»Bei Kamerun geht es um die Ähre«, bauernschlaut Steffen Simon. Kann Finke doch noch die Ernte einfahren?

8.

Fertig machen zum Beamen. Wir sind plötzlich nicht mehr in Brasilia, sondern in Recife, wo uns ein Best-of der ersten fünf Minuten gezeigt wird, die jedoch hauptsächlich aus Fouls zu bestehen scheinen. Bevor ich auch nur annähernd nachvollziehen kann, was da los ist, geht es auch schon wieder zurück. Und ich weiß jetzt, warum ich Konferenzen so hasse, selbst beim Fußball.

5.

Kamerun mit einer Torannäherung, die »verzagt« zu nennen noch maßlos übertrieben wäre. Genaugenommen ist »Torannäherung« schon übertrieben. Frage mich, wie ich jemals den Gedanken haben konnte, heute vielleicht einer Sensation beiwohnen zu können. Immer noch wegen ihm hier?

3.

Wenn das so weitergeht, gehen wir mit einem Eckenverhältnis von 135:0 hier raus. Müssen wir dann auch 135 Mal schreiben, dass »die nachfolgende Ecke nichts einbrachte«?

2.

Bin ich eigentlich gefühlskalt, weil ich keine hysterischen Heulkrämpfe bekomme, wenn Brasilien spielt? Man scheint damit ja einer Minderheit anzugehören. Oder ist Steffen Simon gefühlskalt, weil er nach einer Minute eine Gelbe Karte für einen Kameruner fordert, der Hulk an die Nase gepackt hat? Die Gelbe gibt es jedenfalls nicht, zurecht, schließlich ist Hulk nicht mal grün geworden.

1. Minute

Anpfiff. Und ich kann die Datei mit den Anstoß-Witzen nicht finden. Hilfe!

21:59 Uhr

In den Kommentaren schreibt ein Nutzer, den ich umgehend sperren werde, sobald ich herausgefunden habe, wie das geht, also so gegen 2017, der ORF sei »viel schlimmer« als die ARD. Dazu nur dies: Ich bin mit dem ORF aufgewachsen, der ORF hat meine Kindheit gerettet, wir hatten nämlich kein Kabelfernsehen, alles, was ich über Amerika und Popkultur weiß, was mich heute überleben lässt in Formaten wie diesem, habe ich dem ORF zu verdanken. Amen.

21:57 Uhr

Wie immer die Aufstellungen. Und wie immer das bange Hoffen, dass er kommen mag. Dieser eine Moment, der diesem ganzen Quatsch einen Sinn geben würde:

21:55 Uhr

Die Hymne der Brasilianer. Und immer wieder die gleiche Reaktion: (Link)

21:53 Uhr

Die Brasilianer auf den Rasen kommen. Heute als Kapitän: Gottlieb Wendehals (Link)

21:50 Uhr

Mein Biorhythmus ist durch die neuen Anstoßzeiten jetzt schon total im Arsch. Fühle mich leer und ausgelaugt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, möchte man meinen. Doch dann das: Durch die Konferenz mit zwei Spielen in der ARD müssen wir Steffen Simon UND Gerd Gottlob gleichzeitig. Und das ist schlimmer, als ich es mir je hätte ausmalen können, und ich habe eine sehr destruktive Phantasie.

21:42 Uhr

Luiz Gustavo wird beim Aufwärmen gezeigt. Wir schalten mal rein: (Link)

21:40 Uhr

Wir haben uns übrigens die alten Kofferradios neben die Schreibmaschinen gestellt und einen kroatischen Piratensender eingestellt. Sollte also was beim Mexiko-Kroatien passieren, werdet ihr hier informiert.

21:36 Uhr

Schock im deutschen Lager: Angeblich will Brasilien Kloses Torrekord nicht auf sich sitzen lassen. Deswegen soll Brasi-Trainer Scolari bereits in einem Geheimlabor einen Monsterstürmer gezüchtet haben. Sein Name: Klonaldo!

21:33 Uhr

Ralf Scholz mit Giovane Elber live aus dem Stadion. Scholz trägt ein Hemd aus alten FDJ-Restbeständen. Und irgendwo in Chile denkt Margot Honecker: »Doch nicht so verkehrt diese BRD.«

21:27 Uhr

Heute also Brasilien gegen Kamerun in Brasilia. Eine Stadt, die von oben aussieht wie ein Düsenjet. Und in der eine Mannschaft spielt, deren Star tatsächlich Zé Roberto II ist. Hat Andreas Müller einen neuen Job? #Schalke

21:24 Uhr

Guten Abend, ich melde mich vom Abgrund. Habe gerade den WM-Club gesehen. Schlechte Nachrichten für alle Hipster: Die ARD hat das Badeschiff übernommen und darauf eine Samba-Band und reichlich Brandenburger verteilt. Zudem sitzt da Arnd Zeigler an seinem Arnd-Zeigler-Tisch und macht Gags, die er schon vor zwei Jahren gemacht hat. Alexander Bommes moderiert Gäste weg wie weiland Markus Lanz und Julia Scharf muss die Twitter-Dame geben, obwohl sie so viel mehr könnte. Es ist ein Elend oder auch nur ein weiteres trauriges Kapitel der ARD-WM-Berichterstattung. Jetzt geht es zum nächsten Lowlight: Ein kleines Quietschwesen belästigt arme Brasilianer mit ihren Fragen. Wir haben versucht zu entkommen. Vergeblich:

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