Benfica
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Chelsea

Benfica-Chelsea im 11FREUNDE-Liveticker

Mein Fußballgott, warum hast du mich verlassen?

Jesus, Trainer von Benfica Lissabon, hadert: »Es ist nicht vollbracht!« Seine Mannschaft war zwar 90 Minuten lang die bessere, doch das war schon Teil des perfiden Chelsea-Matchplans. Wie immer schlugen die Londoner zu, als das Spiel eigentlich schon vorbei war. Erst recht vorbei: der Ticker.

22:52 Uhr

Letztes Jahr noch CL-Sieger, jetzt holt sich Chelsea hier den Antalya-Cup oder wie die Scheiße heißt. Egal. Diese Typen freuen sich trotzdem. So mittel jedenfalls. Wirken alle wie Bühnentänzer bei einem Madonna-Konzert. Knips, Lotteriegrinsen an. Bisschen rumhampeln. Am Sack kratzen. Knips, Lotteriegrinsen aus. Urlaub. Geiler Job. Ungeiler Job: Den Mist tickern zu müssen. Bis nie, liebe Fans. 

22:49 Uhr

Platini verleiht die Medaillen. Könnte in einer Guido-Knopp-Produktion Hitler spielen, wie er Anfang Mai 1945 das Eiserne Kreuz verlieh. Darf man das schreiben? Zu spät.

22:48 Uhr

Jorge Jesus sieht mittlerweile aus wie Mutter Beimer nach acht Tagen Sauna. Man muss befürchten, dass ihn die Silbermedaille, die man ihm nun um den Hals hängen wird, zu Boden reißt. 

22:43 Uhr

Irre. Erst baut Küppers eine Dramatik auf wie ein Dreijähriger ein Lego-Schloss, dann trampelt es ein gefühlloser Kabel1-Programmarsch einfach nieder:  Jetzt geht es hier nämlich weiter mit dem »Poker-Stars-Sportsflash«. 

95.

Sense. Und auf der Ehrentribüne tanzen Roman Abramowitsch und Bela Guttmann Klammerblues. Der Benfica-Fluch ist unser Glück: Jetzt kommt vielleicht doch noch »Trio mit vier Fäusten«! Danke, Chelsea. Danke, Nick und Cody.

95.

Trainer Jesus im Blitzinterview: »Es ist nicht vollbracht.«

94.

Jetzt Wahnsinn auf zwei Metern. Auf der anderen Seite vergibt Cardozo eine Chance, über die er in vier bis 50 Jahren noch nachdenken wird. Immerhin: Er ist beschäftigt.

93.

Von wegen Dramatik. Pfff. Wir sind ganz locker. Denn wir wissen ja: Chelsea trifft spät. Sehr spät. Aber nicht zu spät. Ivanovic trifft per Kopf. Und jetzt tun sie selbst so überrascht, ey, hurra und so weiter, dabei war genau das der Matchplan, ist immer der Matchplan, wenn Chelsea spielt. Sitzt Didier Drogba in Istanbul am Gamepad und feixt sich eins? Wahrscheinlich.

90.

Küpper kündigt den nächsten SAT.1-Film-Film an: »Dramatik pur in Amsterdam!« Mit Walter Sittler als Bernd Schuster und Armin Rohde als Wadenkrampf.

89.

Wir nehmen alles zurück! Was für ein tolles Spiel jetzt! Frank Lampard nagelt den Ball aus 24 Metern aufs Tor. Hans Küpper ist so außer sich wie wir früher, wenn unsere Lieblingsstimmungsband auf einem Scheunenfest in Buxtehude auftrat. Dumm nur, dass beides kein gutes Ende nahm. Einmal machte die Latte alles kaputt, ein anderes Mal der Alkohol.

88.

Schuster träumt jetzt: »Standards, die wären's natürlich!« Ja, Bernd. Irgendwie schon.

84.

Ich habe mich damals immer gewundert, wie ein Mann, der ja immerhin Millionen verdient, derartig missmutig aussehen kann, aber mittlerweile gucke auch ich auf das Spiel des FC Chelsea wie Avram Grant. Ist wohl ansteckend.

83.

Cardozo mit einem Knaller aus 20 Metern, doch Cech, der Petr, lenkt den Ball über die Latte. Gieselmann freut sich, denn er freut sich außerdem auf die Verlängerung. Ist ein typischer Verlängerungsfan, seit er 1986 das Spiel Frankreich gegen Brasilien gesehen hat. Seit er mit Monchichi-Frottee-Schlafanzug vor dem Fernseher saß und sich ein Socrates-Stirnband übergezogen hat. Eine Erinnerung wie eine Wildwasserfahrt im Heide Park.

80.

Pardon für den vorigen Eintrag. Wir lassen gerade unsere Finger für eine eventuelle Verlängerung massieren – und sind mit dem Kinn auf der Tastatu gelandet. Unschön.

79.

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77.

Verlängerung droht. Müsste ja eigentlich »Verkürzung« heißen. Verkürzung des schönen Teils unserer Existenz.

74.

Oh! Torres fällt im Strafraum. Kein Foul, entscheidet der Schiedsrichter, der so ähnlich heißt wie Hansi Küpper. Nur: Warum gibt es dann kein Gelb? Das fragen Schuster und Küpper. Und dann redet der Eine – ja, genau dieser Eine – wieder einmal außerordentlich viel über diese Entscheidung und schließt seine Rede mit dem Wort »Chapeau«. Ein geschickt gewähltes Wort, denn es endet auf langen Vokalen und bietet die Möglichkeit, zwei Sekunden Luft zu holen.

70.

Was für ein groteskes Spiel. Zwei Tore, aber gefühlt nur eine halbe Torchance im gesamten Spiel. Das ist wie früher mit den Fruchtzwergen: Einmal nur angeguckt – und schwupps, ein ganzes Steak verspeist.

67.

Hand! Und der Schiri pfeift schneller Elfmeter, als wir »Azpilicueta« sagen können. Cardozo, der alte Breisgau-Brasilianer, haut ihn rein. Grenzenloser Jubel im Dreisam-Stadion. Ja: Die Zeyer-Zwillinge stehen geradezu neben sich.

65.

Bernd Schuster ist gespannt auf die Reaktion von Benfica. Wir sind gespannt, was Hansi Küpper nach dem Spiel macht. Kommentiert er dann seinen Nachhauseweg auf sein Diktiergerät?

63.

Achtung, Chelsea! Eusebio macht sich warm. 

62.

Fernando Torres hat bislang folgende Wettbewerbe gewonnen: WM, EM und Champions League. Nun steht er also kurz vor dem Gewinn der Europa League. Dann hätte er alle wichtigen internationalen Titel gewonnen. Machen wir es kurz und schmerzlos: Fernando Torres ist der Andi Möller der Gegenwart.

59.

Torres! Überläuft Philipp Lahm! Allein vor Lehmann! Tor! Spanien ist Europameister! Schon wieder. Und auf der Fanmeile am Brandenburger Tor weint ein einsamer Schland-Fan, ohne es zu wissen.

57.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass Benfica bislang die bessere Mannschaft ist. Immerhin müssen die Spieler Trikotkragen mit sich herumschleppen, die vermutlich so viel wiegen wie das komplette Chelsea-Trikot.

56.

Eine erschütternde Vorstellung des FC Chelsea. Wenn das hier Champions League sein soll, dann könnten wir locker mithalten. Ach, ist gar keine Champions League? Warum hat uns das niemand vor 56 Minuten gesagt?

54.

Ist das überhaupt Bernd Schuster, der da spricht? Klingt wie ein CSU-Hinterbänkler, der seiner Frau beim Frühstück die Kleinanzeigen aus der »Augsburger Allgemeinen« vorliest.

53.

Bernd Schuster löwt am Mikrofon: »Des war ganz knappe Sache!« Und dann legt er sich wieder hin. Traumjob.

50.

Was ist der Unterschied zwischen dem Tor, das Benfica gerade geschossen hat, und Graf Zahl?

Antwort: Das Tor zählt nicht.

49.

Cardozo auf Rodriguez. Eine Halbchance, die Küpper fast hyperventilieren lässt. Immerhin: Er schreit den Ball zur Ecke.

48.

Weiß Küpper nicht, dass dieses Spiel im Fernsehen übertragen wird? Er hält Kabel1 offenbar für einen Radiosender, redet, redet, redet. Wann kommt endlich der Verkehrsfunk?

47.

Zwischenstand: 0:0. Sage noch einer, 11FREUNDE hat keine Ahnung von Statistik.

46.

Die Mannschaften und Hansi Küpper sind zurück. Letzterer hat in der Halbzeitpause einfach weiter geredet. Immer weiter. Und als niemand mehr da war, hat er sich selbst angerufen. Besetzt.

21:45 Uhr

Eine Metapher für vieles um uns herum: Joachim Löw lässt sich mit alkoholfreiem Bier volllaufen. Und damit zurück zum spannungsfreien Finale. 

21:45 Uhr

Macht euch das Spiel eigentlich so viel Spaß wie uns? Ach, ihr guckt eine Wiederholung von Erzgebirge Aue II gegen Energie Cottbus III? Auch gut.

21:43 Uhr

Der hässlichste Satz der Fußballgeschichte fällt in der Werbung: »Jetzt mit Head and Shoulders und Müller Milch ein Meet and Greet mit Mats Hummels gewinnen!« Zum Glück habe ich Schuppen und Laktose-Intoleranz.

21:35 Uhr

Endlich unser Lieblingsclaim: »Kabel, eins, eins, Baby!« In dem Bruchteil einer Sekunde sind wir wieder in den frühen Neunzigern, tanzen in umgedrehten Plusterhosen zu Kriss und Kross und Vanilla Ice und MC Hammer über den Pausenhof und verstehen beim besten Willen nicht, was Gaby an dem Typen mit dem um die Schulter gebundenen Segler-Pullover findet. Es ist zum Verrücktwerden. Immer noch!

46.

Der Halbzeitpfiff. Kabel1 kann naturgemäß nicht zu Claus Kleber oder Caren Miosga schalten, nun versucht man verzweifelt, wenigstens Hans-Hermann Gockel in seinem Hobbykeller zu erreichen. »Hans-Hermann, wie geht’s?« – »Nicht so gut, meine Frau hat die Dartscheibe versteckt! Wieso?« – »Och, nur so. Danke für diese Einschätzung, Hans-Hermann!«

45.

Gleich Halbzeit. Das Problem ist: Auch da kann Hansi Küpper nicht durchatmen, schließlich hat er noch 38.490 weitere Namen auf seinem Zettel und 59.584 weitere Statistiken und mindestens 93.484 Anekdoten auf seinem Zettel stehen. Wie das gehen soll? Er kann sehr klein schreiben.

43.

Ein User klagt: »Wenn Bernd Schuster ›Frank Lampard‹ sagt, muss ich an das hier denken.« Berechtigter Hinweis. Noch berechtigter der Zusatz: »So wie Lampard gerade spielt, übrigens auch.« 

42.

Da! John Terry! Auf der Tribüne! Nicht dabei wegen ein Knöchelverletzung! Wegen einer lächerlichen Knöchelverletzung! Hätte John Terry 2013 das John Terry 2005 erzählt, würde der ihm jetzt eine Kopfnuss verpassen! Ein Glück: John Terry 2005 ist nicht im Stadion!

40.

Platini ist so langweilig, dass er sich eine neuen Regel ausgedacht hat: Nur wer »Azpilicueta« beim Scrabble legt, gewinnt dieses Spiel.

38.

Lampard schießt, Artur hält wie eine Katze. Jedoch nicht wie Ralf »Katze« Zumdick, sondern wie eine Katze, die aus dem achten Stock fällt. Miau. Beziehungsweise: Wow.

36.

»Terry lange weggewesen«, ellipsiert Bernd Schuster nun – denn es gilt ja: kürzere Sätze, mehr Schlaf. 

33.

Man muss schon sagen: Hansi Küpper spricht, nun ja, nicht gerade wenig. Genau genommen spricht er die ganze Zeit, was bedeutet, dass er sehr wenig schweigt. Dabei sondert er im Sekundentakt Daten ab, die wir schon vergessen haben, bevor er beim ersten Komma angelangt ist. Nun, jetzt lachen wir noch. Später wird es sich rächen. Irgendwie.

30.

Während sich andere Sender total knifflige Gewinnspielfragen ausdenken (»Wie heißt der Spieler von Real Madrid: A. Di Maria oder B. Der Josef«), ist man auf Kabel1 außerordentlich skeptisch, was die Intelligenz des eigenen Publikums anbetrifft. Hier fordert man einfach auf, eine SMS mit dem Wort »ran« an eine 01379-Nummer zu schicken (Gewinn: 2000 Euro). Das können wir noch einfacher: Schickt eine E-Mail mit dem Buchstaben »J« an online@11freunde.de. Wie man das schreibt? Mit J! PS: Gewinn ist ein neuer Buchstabe (vielleicht »K«).

28.

Och, Mensch: Bernd Schuster. Was ist bloß aus dem Blonden Engel geworden, dem großen Existenzialisten des deutschen Fußballs? Nichts als ein Mümmelgreis, der zu einer mittelmäßigen These von Hansi Küpper sagt: »Ja, du hast recht.« Nur, um endlich weiterschlafen zu können. Trägt er wohl eine Brille mit aufgemalten Augen, damit jeder ihn für wach hält? Es wäre wenigstens ein letzter genialer Trick.

26.

11FREUNDE-Programmtipp: Wer Hansi Küpper mal was anderes erzählen hören will. Hier, bitte!

25.

Nun etwas Ruhe im Spiel. Was uns die Möglichkeit gibt, die Namen der Benfica-Spieler auswendig zu lernen. Einen haben wir schon: Matic. Eselsbrücke: Spielername bei einem Fußball-Computerspiel, das die Namensrechte der Bundesligaspieler nicht bekommen hat. Funktioniert auch mit: Cardozo.

24.

Nur mal so am Rande: Ist Ben Ficker eigentlich ein Alter Ego von Ben Becker?

22.

Oscar mit dem Freistoß. In die Mülltonne.

19.

Wo die Kamera gerade auf die Ehrentribüne schwenkt: Eusebio, Platini und Cruyff erinnern mich an Robert Blanco, Tony Marshall und Christian Anders. Herzlich willkommen im ZDF-Fernsehgarten! Es fährt ein Zug nach Nirgendwo. 

18.

Wir nehmen alles zurück. Was Bernd Schuster und Hansi Küpper schon nach etwa sieben Sekunden bemerkt haben, sehen wir, die Fußballlaien, jetzt auch: Chelsea kommt nicht einmal in die Nähe des Benfica-Tores. Und wenn doch, dann redet Küpper so viel in so kurzer Zeit, dass die Chelsea-Spieler unweigerlich über seine Wörter stolpern.

16.

Bernd Schuster rügt Chelsea: »Es sieht böse aus!« Oder hat er aus Versehen sein Portemonnaie aufgeklappt – und sieht jetzt das Passfoto von Gaby?

14.

Auf der Bande wird Werbung für das Europa-League Finale 2013 in Amsterdam gemacht. Wirkt auf mich wie ein grinsendes Comic-Schwein in eine Metzgerei: Ich schäme mich für mein Kaufverhalten.

12.

Besonders schön finden wir, dass Benfica in den 2005er Trikots vom FC Bayern aufläuft. Erinnert uns an unserer Jugend: Immer die alten Sachen von der großen Schwester getragen. Selbst wenn Perlenstickereien drauf waren und wir eigentlich das Miami-Vice-Shirt haben wollten.

11.

Chäncechen für Benfica: Cardoso könnte das 1:0 machen. Rodolfo Esteban? Ist das hier etwa der SC Freiburg? Wo ist Uwe Wassmer? Wo ist Ralf »Kanzler« Kohl? Wo ist Volker Finkes Strandkorb?

10.

Manchmal bleibt man unweigerlich an den Haaren von Jorge Jesus hängen, und dann denkt man an »Wendy - das Pferdemagazin« oder die »Winnetou-Festspiele« in Bad Segeberg. So oder so: Man ist leicht erotisiert.

9.

Irgendwo las ich heute, der FC Bayern sehe das gewonnene Halbfinale »als gutes Omen fürs Endspiel«. Kaffeesatzlesen für Anfänger. Kann ich auch: Ich sehe die Tatsache, dass wir auf Kabel1 gelandet sind, als gutes Omen dafür, dass wir nachher noch »Trio mit vier Fäusten« zu sehen bekommen. 

8.

Zwischenfazit von hier: Es riecht nach Verlängerung. Bitte schalten Sie den Fernseher jetzt aus oder genießen das Programm auf RTL Plus (»Allesn nichts oder«) oder ARD (»Großstadtrevier«).

6.

Der Benfica-Trainer heißt »Schorsch Schesus«. Sagt jedenfalls Küpper. Wer kennt ihn nicht, den portugiesischen Star-Rodler? Den rasenden Galao?  

5.

Bernd Schuster lässt sich nach fünf Minuten zu einem Zwischenfazit hinreissen: Chelsea ist etwas überrascht. Warum? Weil Benfica Lissabon eben mal in der Nähe des Tores auftauchte? Weil Benfica Lissabon mit elf Spielern aufläuft? Weil Benfica Lissabon doch nicht Tasmania Berlin heißt?

3.

Was ist eigentlich das Gegenteil von einem Straßenfeger? Unten vorm Haus haben sich Menschen versammelt, um diesem Spiel auf jeden Fall aus dem Wege zu gehen. Unter ihnen auch Francis Durbridge. Da kann Hansi Küpper so viele Halstücher tragen, wie er will.

2.

Hansi Küpper betet diverse Zahlen runter. So hätte Chelsea diese Saison sieben Titel holen können, und ein Spieler muss soundsoviele Tore schießen, um Torschützenkönig der Europa League zu werden. Wir sind vollkommen überfordert – und warten auf irgendwas Bekanntes. Einen Einwurf zum Beispiel.

1.

Anstoß. Immer wieder überraschend: Fußball.

20:39 Uhr

Als HSV-Fans hat man es dieser Tage nicht leicht. Immerhin: Cardozo spielt auf Seiten von Benfica. Immerhin: Die Hoffnung, dass Hansi Küpper sich mal verspricht und Rodolfo ins Endspiel hievt.

20:42 Uhr

Hansi Küpper kommentiert. Es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel das Halstuch, das er trägt. Damit wurden eben noch die Kabel1-Tassen im Ü-Wagen poliert. Ohne dass sie zuvor gespült wurden. 

20:36 Uhr

Noch neun Minuten. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Zuletzt so aufgeregt Silvester anno 1983 gewesen, als ich zum ersten Mal eine Wunderkerze aus dem Fenster halten durfte. Die entzündete dann versehentlich den Weihnachtsbaum: Wohnzimmerbrand, Panik, Tumulte. Ähnliches Szenario wie heute.

20:37 Uhr

Auch da: Bernd Schuster! Vom Meistercoach zum Kabel1-Experten. Der steilste Abstieg seit Christian Wulff. Wann hören Bettina und Gaby endlich auf, unsere besten Leute zu ruinieren?

20:33 Uhr

Und tatsächlich: Dieser geile Frühstücksfernsehen-Macho ist auch da, der mit den engen T-Shirts und der engen Gesichtshaut. Spielen Chelsea und Benfica das Ding mit dem Superball aus? Und Benitez so: »Rechts! Links!« Oh, wie schade!

20:32 Uhr

Bislang erinnert die Übertragung an den großen Pommesbuden-Test im SAT.1-Frühstückfernsehen. Meine Lieblingssendung! Gänsehaut.

20:28 Uhr

Hans-Joachim Watzke verglich heute die Beinahepleite des BVB mit dem »Ground Zero«. Dann ist dieses Spiel hier ein Minigolf-Platz in Bad Gandersheim. Und wir sind die Typen, die den ganzen Tag in der Laube rumhängen, Haake Beck saufen und in der Dämmerung mit ihrem Köfferchen voller Spezialbälle rauskommen und ein Hole-in-one an der Wippe hinlegen. 

20:15 Uhr

»Chelsea und Benfica treffen sich in Amsterdam«, meldet kicker.de. So beginn ja die allerbesten Witze. Zum Beispiel: Treffen sich zwei Jäger – beide tot! Oder auch: Treffen sich zwei – und einer kommt nicht. Haha. Oder so. Egal. 

20:10 Uhr

»Alle Hoffnungen ruhen auf dem Coach«, schreibt spiegel.de über Benfica. Na, hoffentlich ist er wenigstens Spielertrainer! Oder heißt »ruhen« hier »schlafen«? Na, dann: »Boa noite!«

18:39 Uhr

Übrigens: Jedes Mal, wenn ich »Europa League« sagen will, sage ich versehentlich »Uefa-Cup«. Geht irgendwie lockerer über die Lippen. Ich werde dann häufig irritiert von Freunden angeguckt. Vor allem von jenen, die glauben, dass ich Ahnung von Fußball habe. Ich sage dann schnell so was wie »Götze rochiert von der falschen Neun in die echte Zehn« oder bete die Biografien von Horst-Dieter Höttges und Jupp Kapellmann (»Den schreibt man ja übrigens auch mit Doppel-L und nur einem P!«) runter. Danach sind alle wieder beruhigt. Herrlich: Fußball ist so einfach.

18:28 Uhr

Wie auch immer der Abend heute läuft, wir hatten in den vergangenen Tagen bereits sehr viel Spaß. Und zwar mit diesen Junggesell_Innen-Abschiedsparty-Fotos, aufgenommen irgendwann irgendwo in Blackpool: http://dougiewallace.com/356061/stags-hens-bunnies-blackpool. Seitdem immer wieder mit dem Traum aufgewacht, es könnte uns so gehen wie dem Typen auf Bild 9 bzw. 10. Schön.

18:12 Uhr

Noch könnten wir es uns anders überlegen: In der schottischen Premier League treffen heute um 20.45 Uhr der FC Kilmarnock und der FC Hibernian aufeinander. Eine Begegnung, die nach viel Alkohol, dicken tätowierten Bäuchen und schlecht besuchten Mittelalterfesten klingt. Irgendwie: geil.

17:49 Uhr

Eben Kabel1 eingeschaltet. Gehofft, dass dort »Police Academy 6«, »Zwei Fäuste für ein Halleluja« oder »Piratensender Powerplay« läuft. Enttäuscht worden. Aktuell: »Abenteuer Leben - täglich neu erleben. Wissensmagazin«. Die Folge: Leichtes Unwohlsein im Hüftbereich. Schnell umgeschaltet auf Sat1: »Schicksale - und plötzlich ist alles anders. Dokusoap«.

17:31 Uhr

Nicht zu vergessen folgender Tweet: »Lu bikin account twitter lagi aja jal. Khusus gedong RT @RizalmRidwan: Chelsea memiliki ambisi yang besar untuk juara.«

17:30 Uhr

Sucht man bei Twitter nach dem Hashtag »Europa-League«, erhält man so gut wie keine Beiträge auf deutsch. Dafür aber Tweets, die verdammt stark an die Spammails erinnern, die ich jeden Tag pünktlich um 15:23 Uhr bekomme. Ein Twitterer aus Indonesien schreibt etwa: »Mengungsi bwt nonton final europa!« Ein Twitterer aus weißichnichtsogenau ergänzt: »chelsea tak terkalahkan di europa.« Attraktiver macht es die ganze Veranstaltung nicht.

17:09 Uhr

Ein letzter Gedanke noch, bevor wir uns aufs Ohr legen: Hat Gunther von Hagens die Finalkarten designt? Das ist doch eindeutig ein gehäuteter Oberschenkel!

16:48 Uhr

Mein Gott, wie gern wäre ich das Kind eines Profi-Fußballer! All das Spielzeug! All die Namen! Doch wie würde ich dann heißen? Der Chantalisator sagt: »DEREK-PHOENIX GIESELMANN!« Nicht schlecht. Und Kollege Andreas Bock? »ANAKIN-OCEAN BOCK!« Toll. Und Rafael Benitez? »RAVEN-NEO BENITEZ!« Und Thomas Schaaf? »TOMAS-KEANU SCHAAF!« Und Jan-Ingwer Callsen-Bracker? »JAN-INGWER CALLSEN-BRACKER!« Viel Spaß damit bis zum Anstoß, liebe Fans.

16:26 Uhr

Apropos beschissen: Schon den ganzen Nachmittag fragen wir uns, was wohl noch schlimmer sein mag als das Endspiel zu verlieren. Einzig plausible Antwort: Im Kamelkostüm für zwei Personen die hintere sein zu müssen. 

16:19 Uhr

Das ist Wahnsinn. Spox.com meldet: »Die Blues können in Amsterdam ihren Henkelpott immerhin gegen den kleinen Bruder eintauschen.« Doch um wessen kleinen Bruder handelt es sich? Haben die Eltern eingewilligt? Hat die UEFA so was nicht verboten? Und: Ist das hier das beschissenste Video aller Zeiten?

16:08 Uhr

Noch mal zu Rafa Benitez: War er eigentlich der Spielzeughändler in Toy Story 2?  

16:01 Uhr

Es ist nicht nur der Tag, an dem Thomas Schaaf sich von Werder Bremen trennte. Heute meldete bild.de auch: »Drogen schrumpften Rod Stewarts bestes Stück!« Schöne Scheiße. Was machen wir jetzt mit dem Joint, mit dessen Hilfe wir diesen verdammten Mittwoch vergessen wollten? 

15:27 Uhr

Kein Schwein interessiert dieses Spiel. Nicht mal kicker.de berichtet darüber, stattdessen die Meldung: »Saisonaus für Thoelke!« Was machen Wum und Wendelin jetzt?

14:54 Uhr

Ohnehin bindet dieser Sender durch seine einzigartige Emotionalität die Zuschauer an sich wie kein zweiter. Man fragt sich ja ständig: Wo sind all die jungen Leute, die dereinst unsere Rente sichern sollen? Sie gucken Kabel1! Allein die Slogans, die er im Laufe seines Bestehens ersann, lassen selbst uns alle anderen Sender umgehend löschen. RTL2? Weg damit! Ein Überblick:

– ab 29. Februar 1992: »Gute Unterhaltung im Kabelkanal«
– ab 24. Dezember 1994: »Einfach besser drauf«
– ab 1996: »Muss ich sehen«
– ab 24. Dezember 1999: »Forever Kabel 1«
– ab 18. August 2001: »Kabel 1. Alles Gute.«
– ab 28. März 2005: »kabel eins. good times.«
– ab 11. Februar 2008: »echt kabel eins«
– seit 23. Juli 2011: »kabel eins, eins baby«

Wir haben Gänsehaut. Auch vor Neid. Denn all das schlägt unseren Slogan natürlich um Längen: »Ich heiße 11FREUNDE-Liveticker. Dafür stehe ich mit meinem Namen.«  

14:47 Uhr

Um eines müssen wir uns wenigstens keine Gedanken machen: Der Audience-Flow bei Kabel1 wird reibungslos funktionieren. Unmittelbar vor dem Finale bringt der Sender »Achtung, Kontrolle!«. Gaffen, Staunen, Fremdschämen: Wem das gefällt, der guckt auch Benfica gegen Chelsea. 

14:34 Uhr

Zum Spiel selbst: Favorit ist, wie man hört, der FC Chelsea. Doch was ist mit Benfica? Frei nach Max Goldt: »Besonders schwer zu spielen: Lissabon. Besonders schwer zu spülen: Schneebesen mit Vanillesoßeresten dran.« 

14:16 Uhr

Doch wer weiß schon genau, was Benitez fühlt und wer er überhaupt ist? Der Mann, der das CL-Finale 2005 umbog wie Uri Geller Gabeln – er kann zaubern, soviel ist sicher. 

14:12 Uhr

Und das, obwohl er sonst doch eher ein sachlicher Typ ist. 

14:07 Uhr

Was sagt Chelsea-Trainer Rafa Benitez zur Schaaf-Entlassung? Auch er zeigt sich tief erschüttert, jammert aus dem Autofenster: »You have to leave me alone now.« Dann schiebt er die Bryan-Adams-CD rein und fährt einfach davon. Bezeichnend.

13:56 Uhr

Liebe Werder-Fans! Euch zum Troste: Es gibt Schlimmeres. Viel Schlimmeres.

13:52 Uhr

Viele fragen sich unter Tränen: Was macht Thomas Schaaf als Nächstes? Wir wissen es.

PS: Das Video passt übrigens auch als Antwort auf die Frage: »Was würden Sie heute lieber tun, als dieses abseitige Finale auf Kabel1 zu gucken?«

13:36 Uhr

Werder Bremen trennt sich von Schaaf. Oder besser: Thomas Schaaf trennt sich von Werder Bremen. Jedenfalls hätte sich das Europa-League-Finale keinen schlechteren Tag aussuchen können, um stattzufinden. Alles, alles, alles wird von der Frage dominiert: Wer wird Schaafs Nachfolger? 11FREUNDE-Recherchen zufolge wohl kein Geringerer als Jupp Heynckes. Er wurde in der laufenden Saison bereits einmal in Bremen gesehen. Ein sicheres Zeichen für den baldigen Vertragsabschluss. Derweil hat sich Mehmet Scholl schon acht Häuser in der Umgebung gekauft, um seine Ambitionen zu unterstreichen und Heynckes doch noch zu übertrumpfen. Ebenfalls gehandelt werden Namen wie Huub Stevens, Pele Wollitz, Christian Streich, Berti Vogts, Pep Guardiola, Tom Buhrow, Christian Wulff und – kaum überraschend – Thomas Schaaf selbst. Oder macht es doch ein anderer ehemaliger Werder-Profi? Marko Marin? Victor Skripnik? Heimo Pfeifenberger? Ailton? Vorsichtshalber schließen wir uns den Worten des neuen starken Mannes an der Weser an: »Schampan, Wasser, Bier brasilian – musse heute alles alle!« Vollkommen egal wie das... hier: Dings, äh: Europa-League-Finale ausgeht. Prost.  

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