FC Bayern
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VfL Wolfsburg

Bayern-Wolfsburg im 11FREUNDE-Liveticker

»Berlin, Berlin, wir fahren nach – isch kenne nisch!«

Der FC Bayern kann mit Manuel Neuer nicht mehr zu Null spielen. Das Team müht sich dennoch ins Pokalfinale, auch wenn die Spieler selbst einfache Sätze nicht vervollständigen können. Dante: »Berlin, Berlin, wir fahren nach – den Spruch kenne isch nisch!« Entsetzt: Der Ticker.

22:33 Uhr

Jetzt Sammer. Aber ist er es wirklich? Der Mann, der Sammer zu sein behauptet, sagt: »Das war Weltklasse!« So high kennen wir ihn gar nicht, wann warnt er endlich irgendwen? Vor Hochmut? Arroganz? Vor sich selbst? Endlich! Da isser wieder: Warnt die erste Halbzeit vor der zweiten. Immerhin. Kurve gekriegt. Sammer: Kicker-Note 3 minus. Kriegt die Kurve heute nicht mehr: Euer 11FREUNDE-Ticker. 11FREUNDE-Note 7.

22:30 Uhr

Ein Interview-Highlight jagt das andere. Markus Othmer: »Dante, ergänzen Sie folgenden Satz: Berlin, Berlin, wir fahren nach...« Dante: »Isch kenne nischt.« Na, dann gute Reise!

22:28 Uhr

Naldo sagt auch: »Lebbe geht weider.« Ja. Auch wenn dieses Leben so aussieht, dass Brasilianer sprechen wie Serben, die nicht Deutsch sprechen. The show mustn't go on.

22:27 Uhr

Jetzt Naldo im Interview. Frage: »Warum ist Ihre Mannschaft hier so unter die Räder gekommen?« Antwort: »Genau!« Fast genau.

22:23 Uhr

Abpfiff. Und endlich Zeit für die Frage: War das der schnellste Hattrick aller Zeiten? Michael Tönnies sagt: »Auf keinen Fall!« Das wollen wir mal so glauben.

90.

Breaking News: Wolfsburg ist noch auf dem Platz.

87.

Alle sind froh, haben sich lieb, Olic trägt Shaqiri auf Händen, Hecking kauft sich bei Hansi Pflügler im Fanshop ein Gomez-Trikot. Nur unser Kollege von der »Wolfsburger Allgemeinen Zeitung« ist traurig. Wohin jetzt mit dem A, C, H, T, U, N, G, S, E, R, F, O, L und dem G? Und was stattdessen schreiben, was seine Leser nicht noch depressiver macht als ohnehin schon? Er setzt an: »Stellen Sie sich vor, Sie seien Hawaiianer...« Weiter so. 

86.

TOR! 6:1. Einfache Siege kennt der FC Bayern nicht mehr. Er kennt nur noch »Peitschen«, »Prügel« und »Demütigungen«. Und im Gegensatz zu einem anderen Gewerbe, wo diese Begriffe ebenfalls gebräuchig sind, heißt es hier: Alles muss, nichts kann!

83.

5:1! Schon wieder Gomez! Wir nehmen alles zurück! Unser neues Arbeitszeugnis lautet wie folgt! Seine Leistungen haben in jeder Hinsicht unsere volle Anerkennung gefunden! Er erledigte seine Aufgaben stets selbstständig mit äusserster Sorgfalt und Genauigkeit! Wr wurde wegen seines freundlichen Wesens und seiner kollegialen Haltung bei Vorgesetzten und Mitarbeitern sehr geschätzt! Er verstand es in allerbester Weise seine Mitarbeiter zu überzeugen und zu motivieren, so dass er alle ihm übertragenenen Aufgaben mit sehr großem Erfolg verwirklichen konnte! Er hat vereinbarte Ziele selbst unter schwierigsten Bedingungen zumeist noch übertroffen! Er wurde von Kollegen, Vorgesetzten und Kunden stets als freundlicher und fleißiger Mitarbeiter geschätzt! Und von uns erst! Mario, wir lieben dich! Haben dich immer geliebt!

80.

4:1! Shaqiri legt quer auf Mario Gomez und der hat den Ball plötzlich in einer allzu bekannten Entfernung am Fuß. Wir halten die die Luft an, hyperventilieren beinahe, doch da, ja, Mario Gomez, Mario II, schiebt den Ball ins Netz und läuft zu Shaqiri. Sieht aus wie bei uns, wenn wir uns bei Opa bedanken, wenn er uns mal wieder eine neue Panini-Tüte gekauft hat.

79.

Gomez habe, so Gottlob, »immer loyal zu seinem Arbeitgeber gestanden«. Was im subtilen Vokabular der Arbeitszeugnisse nichts anderes heißt als »einfallslos«, »träge«, »ängstlich«. Aber wenigstens hat er nach Kräften versucht, die Leistungen zu erbringen, die wir an diesem Arbeitsplatz fordern müssen. 

78.

Mario II kommt für Mario III. Mario I sitzt vor dem Fernseher und sagt: »Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein!«

76.

Spannend zu sehen, wie vor uns der Kollege von der »Wolfsburger Allgemeinen Zeitung« die Buchstaben A, C, H, T, U, N, G, S, E, R, F, O, L und G fixiert und seine Finger wie Habicht seinen Schnabel über sie senkt – doch wann wird er zustoßen? 

75.

11FREUNDE investigativ (Teil 2): Hier ein direkter Link zu Dieter Heckings Notizzettel »Das kann der VfL Wolfsburg vom FC Bayern lernen«.

http://www.antworten.de

74.

Sicheres Zeichen für jedwede Mannschaft, dass in München nichts mehr zu holen ist: Rafinha kommt ins Spiel. Hecking will sich aber nichts sagen lassen, setzt dieses Zeichen lieber selbst – und bringt Christian Träsch.

73.

Immerhin Wolfsburg macht jetzt ein bisschen was gut in Sachen Ballbesitz. Auf dass irgendjemand, sei es auch nur Reinhold Beckmann in der Glitzer-Lederjacke, darauf verweist, und Mehmet Scholl danach pastoral nickt. Wir freuen uns jetzt schon. Ein bisschen.

73.

Immerhin Wolfsburg macht jetzt ein bisschen was gut in Sachen Ballbesitz. Auf dass irgendjemand, sei es auch nur Reinhold Beckmann in der Glitzer-Lederjacke, darauf verweist, und Mehmet Scholl danach pastoral nickt.

70.

20 Minuten noch. Heute mit so viel Spannung wie eine Dreiviertel-Folge »Großstadtrevier«. Bleiben Sie dran! Oder auch nicht.

69.

»Shaqiri: ein Irrwisch, eine Heißdüse«, setzt Gottlob an. Dann ebbt sein Wortschwall leider schon ab. Was hätte da alles noch kommen: ein Wirbelwind, ein Wusler, ein Dribbelkönig, ein Unruheherd, ein Aktivposten, ein Kraftpaket, ein Litti, ein Zappelphilipp, ein Quirl, ein Flügelflitzer, ein Rastelli, ein Olic, ein Shaqiri.  

68.

Gieselmann behauptet, er habe eben einen VfL-Gesang gehört. Ich desillusioniere: Der Fernseher, Baujahr 1983, spuckt manchmal Töne aus, die er seit dreißig Jahren gespeichert hat und die klingen wie das Wort »Wolvsburg« – mit »v« allerdings. Notiz an mich: Gerät könnte sich demnächst in eine fleischfressende Pflanze verwandeln, morgen zu Conrad Electronics.

61.

11FREUNDE investigativ: Hier ein direkter Link zu Tito Villanova Notizzettel »Das kann der FC Barcelona vom VfL Wolfsburg lernen«.

56.

Jetzt will Wolfsburg einen Elfmeter. Und ich will, dass Ronald Pofalla endlich seinen Namen ändert. Beide kriegen wir natürlich nicht unseren Willen. Aber ich gestikuliere nicht so würdelos rum. 

55.

Eine lustige Vorstellung: Shaq (LA Lakers) trifft Shaq (FC Bayern). Fast so lustig wie: Gieselmann (11FREUNDE) trifft Yinni und Yan (Yps).

59.

Wolfsburg spielt jetzt wieder wie die kleine Schwester, die zum ersten Mal zum New-Kids-On-The Block-Konzert geht. Gefühle: Angst, Nervosität, Schüchternheit.

53.

So, lehnt euch zurück, nehmt euch einen Keks und brüht euch noch einen Ingwer-Tee auf. Ich lege mich fest: Hier brennt nichts mehr an. Sonst will ich Heribert Gottlob heißen. Oder Justin.

52.

Tooooooooor! 2:2! Wolfsburg dreht das Ding! Ausgerechnet Olic! Der Pokal hat seine eigenen Gesetze! Oh. Eingeschlafen. Geträumt. Ein Blick auf die Glotze: 3:1 für die Bayern. Sorry an alle Wolfsburg-Fans. Nehmt's mir nicht krumm, Ihr Beiden.

48.

Ich fordere die Aufnahme des Verbs »olitschen« in den deutschen Wortschatz. Bedeutung: ackern um des Ackerns willen.

47.

Hasebe versucht sich im Trash-Talk mit Schweinsteiger. Der hört nicht hin, egal, wir lesen Lippen: »Die voluminöse Expansion der subterranen Knollengewächse steht in reziproker Proportion zum spirituellen Intellekt des agrarökonomischen Landflächenbebauungstechnikers.« Albern.

46.

Anstoß. Unspektakulär. Wir schalten um aufs »Traumschiff«.

21:37 Uhr

Klaus Allofs im Interview. Kein Wort zur Zukunft von Thomas Schaaf. Bezeichnend.

21:35 Uhr

»Die Bayern werden alles tun, um in Spielbesitz zu kommen«, so Scholl jetzt. Jetzt habe ich aber wirklich die Schnauze voll. Enteignet Schweini! Bälle für alle! Sara Wagenknecht, ich liebe Sie! 

21:31 Uhr

Ungeile Grafik bei den Tagesthemen: Das Wolfsburg- und das Bayern-Wappen als Eiskugeln in einer Waffel. Noch ungeilere Grafik bei der Sportschau: Die Jacken von Teresa Orlowski und Erich Honecker als Garderobe von Beckmann und Scholl. 

21:30 Uhr

Tom Buhrow mit großrtigen Brücken: »Im Süden wird das Wetter besser, apropos Süden, wir geben ab zu Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl. Die sind ja auch gerade im Süden.« Wahnsinn, denn so funktioniert ja auch der Liveticker: Apropos »funktioniert« – wir geben ab zu Daniel Düsentrieb.

21:24 Uhr

Das Wichtigste der ersten Halbzeit noch einmal in einem Satz: Matthias Herget wird Sportchef bei Schwarz-Weiß Essen. Alles weitere hier:


PS: Was macht eigentlich Bayer Uerdingen?

21:23 Uhr

Nachdenkliches um 21:23 Uhr: Wenn ein Experte zu einem Moderator sagt: »Ist richtig, Reinhold«, ist es dasselbe, als hieße es über ein Gericht: »Kann man nicht essen.«

45. +1

Wir nehmen alles zurück. TOR für den VfL Wolfsburg. Tom Starke scharrt auf der Bank mit den Händen.

44.

Nachdenkliches in der 44. Minute: Wenn es über einen Fußballer heißt: »Er macht ein gutes Spiel«, ist es dasselbe, als hieße es über ein Gericht: »Kann man essen.« 

45.

Die Beinahe-A-Elf der Bayern spielt nach einer Beinahe-Woche Dauerparty immer noch sechs Klassen besser als der Beinahe-Gegner. Beinahe: Unheimlich.

44.

HERGET galt ja als »Bruder Leichtfuß«. Und jetzt sagt Gottlob: »Ich nehme alles zurück, was ich über Robbens Fuß gesagt habe.« Herget=Herrgott=Gottlob und Fuß=Leichtfuß. Zufall? 

43.

Was ich mich bei jedem Bayern-Spiel frage: Ist das Trikot von Arjen Robben eigentlich aufgemalt? Und wenn nein: Wie kommt der Mann in dieses Trikot? Die alte Karotten-Jeans-Badewannen-Technik? Oder ist das Spandex-Material? Fragen, Fragen, Fragen – morgen im »Focus«. Vielleicht. Bzw.: Vielleicht?

40.

Seit bei den »Simpsons« der Schulhamster »Supertyp« starb und Rektor Skinner zu Hausmeister WIlly sagte: »Beerdigen Sie Supertyp standesgemäß!«, frage ich mich, ab wann genau etwas standesgemäß ist. Welches Ergebnis zum Beispiel wäre hier standesgemäß? Ein 9:2? Ein 27:1? Wenn die Wolfsburger gar nicht mehr aus der Kabine kämen? Wie auch immer: Beerdigen Sie Ihre Hoffnungen standesgemäß.

38.

Nun girafft Naldo mal nach vorne. Doch auch das entpuppt sich als so sinnvoll wie eine Talkshow mit Gerd Gottlob zum Thema »Stille«.

35.

JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA! MATTHIAS HERGET WIRD SPORTCHEF BEI SCHWARZ-WEISS ESSEN! Und: 2:0 für Bayern. Robben. Aber das nur am Rande. HERGET! HERGET! HERGET!

34.

Wolfsburg versucht eine Flanke in den Bayern-Sechzehner zu bringen. Der Ball kommt bei Neuer an, wie eine Polonaise bei einer Ü70-Party an der Theke.

32.

»Es ist ja klar, dass die Wolfsburger hier nicht die meisten Spielanteile haben«, so Gottlob. Warum noch mal? »Weil das ja klar ist!« (Edmund Stoiber)

30.

Eine halbe Stunde vorbei. Wolfsburg hat eineinhalb Mal Neuers Tor aus der Nähe gesehen, doch die Bayern-Defensive guckte die Achttelchancen einfach weg. Mit Blicken, die wir zuletzt in moldawischen B-Splatter-Movies gesehen haben.

28.

Polak beim erfolglosen Versuch, Shaqiri mindestens zwei Beine zu brechen. Geil immer wieder: Das vielstimmige »Ey!« von der Trainerbank. Egal, wie hart das Foul war. Egal, ob DFB- oder Kreispokal. Immer wieder: »Ey!« Wenn es verboten würde, wir würden rufen: »Ey!«

27.

Wolfsburg am Abend bislang so gefährlich wie Wolfsburg bei Nacht.

25.

0:1 also. Aber, liebe Wolfsburg-Fans, so es Euch denn gibt: Es könnte alles noch viel schlimmer sein.

23.

Jedes Mal, wenn die Kamera auf die Trikotwerbung der Wolfsburger schwenkt, muss ich an beschissene Teenager-Zeiten denken. An Günni und Mike, die mit 13 schon Oberlippenbart trugen, mit 16 ihren Führerschein machten und mit 17 einen tiefergelegten GTI fuhren, um Gaby damit zur Schaumparty in Buxtehude zu bringen.

21.

Hasebe mit der Chance auf den Ausgleich. »Der Japaner«, wie Gerd Gottlob ihn nennt. »Der Kinese«, wie Franz Beckenbauer ihn nennt.

19.

Achtung, jetzt wird's desillusionierend: Wir gucken heute auf einem Röhrenfernseher, Baujahr circa 1983. An der Seite klebt ein Sticker mit dem Slogan »Ich liebe Niedersachsen« und das Ergebnis links oben im Bild ist in etwa so groß wie eine Namensgravur auf einem Reiskorn. Alles halb so wild, wäre da nicht Shaqiri, der auf dem Fernseher nur noch mit Lupe zu erkennen ist.

17.

Schaut auf das Symbol da oben – und Ihr habt den Wolfsburgern schon mal eine Ganze Menge voraus. Denn die haben den Ball nicht gesehen. Shaqiri auf Robben, Robben auf Mandzukic – Tor! Allerdings auch: Madlung auf Mandzukic, ein Foul im Moment des Schusses, ein Schmerz im Moment der Freude, ein Memento Mori: Bedenke, dass wir nicht der FC Barcelona sind.

15.

»Van Buyten ist der Spielmacher«, sagt Gottlob. Das heißt: Eine echte Zehn? Eine doppelte Fünf? Eine halbe Zwanzig? Ich verstehe Fußball nicht mehr.

14.

Früh stören – das ist ja offenbar eine Tugend, die auch jetzt hier wieder gelobt wird. Aber kann man denn überhaupt spät stören? Ja: Aber dann kommt die Polizei und löst die Party auf.

11.

Wie es mich ankotzt, das Fagner Fagner heißt. Ich kotze gleich in die Fase hier neben mir. Fagner Hate.

9.

Am liebsten habe ich es ja, wenn Naldo im Zurückgehen mit dem rechten Außenrist klärt. Hat was von San-Fransicso-Slackertum. In Wolfsburg.

10.

Gottlob sagt: »Van Buyten eröffnet das Spiel. Das kann er übrigens auch nicht wesentlich schlechter als Dante.« Es klingt aber wie: »Das kann er übrigens auch. Nicht. Wesentlich schlechter als Dante.« Faszination Betonung. 

9.

Schon viele haben versucht, Rodriguez hier zu überlaufen. Aber keiner verarscht den Sugarman.

8.

Erste Chance für die Bayern, Lahm flitzt über rechts, scharf nach innen auf Schweinsteiger, der von hinten in den Ball gedrückt wird. Sieht am Ende so schön aus wie eine Zeichnung in einem Physik-Buch (6. Klasse). Da geht noch mehr. Physikalisch.

4.

Der VfL Wolfsburg hält sich gut. Vier Minuten gespielt, noch kein Gegentor. Das sah bei anderen Mannschaften diese Saison schon anders aus. Gieselmann wettet prompt seine Villa, seine Jacht und sein Privathelikopter auf einen Sieg des VfL. Ich setzte dagegen – mit einem Abziehtattoo aus dem Kaugummi-Automaten. Guter Start.

3. Minute

Mandzukic-Contento: Diese Kombination klingt wie eine neue Sorte in einer veganen Eisdiele in Kreuzberg. Mag ich liebsten. Gleich nach Kumquats-Mango!

20:36 Uhr

Apropos Dieter! Anstoß. Beziehungsweise: Lasset den Lochfraß beginnen.

20:35 Uhr

Deiter Hecking wird hier von Gerd Gottlob dargestellt, als wäre er der Mann vom IKEA-Kundendienst: »Er hat den Verein stabiler gemacht.« Ihr Klub kippt um? Rufen Sie Dieter!

20:33 Uhr

Eine peinlich berührende Melodie erklingt, als würde gleich bei »Stars in der Manege« Christine Neubauer auf einem schwitzenden Nashorn hereinreiten. Oder ist es die Pokalhymne? Ach, egal. Kommt ja aufs Gleiche raus.

20:27 Uhr

Tom Starke nicht im Tor, Diego Contento in der Abwehr. Nennen wir sie die »falsche A-Elf«. Oder die hängende B-Elf. 

20:23 Uhr

So, es geht los. Die drei lustigen Zwei stehen am Sportschau-Tisch. Mehmet Scholl würde eine Menge erzählen, wenn er denn dürfte. Reinhol Beckman trägt heute eine glänzende Plastiklederjacke. Sieht nach Rocknroll ohne Rockn aus. Wobei: Becki geht wieder auf Tour. Auf den Plakaten, die hier in Berlin hängen, trägt er eine Westergitarre über die Schulter. Das soll wie Bruce Springsteen aussehen, sieht aber aus wie »Peter Burschs Zupftechnik-Schule«.

20:10 Uhr

Schöne Überschriften Teil 27: Der »Kicker« titelt »Anstoß verzögert sich – Alaba krank«. Doch Obacht: Das eine hat mit dem anderen so viel zu tun wie Bodo und Bianca Illgner mit dem Literaturnobelpreis. Das Spiel verzögert sich, weil die ARD noch länger über den Bombenanschlag in Boston berichtet.

20:00 Uhr

Der Spiegel informiert, dass der VfL Wolfsburg bei der Sky-Zuseher-Zählung schon dreimal unter dem messbaren Bereich lag. Gegen Nürnberg, Leverkusen und Hoffenheim wurden die Spiele mit 0,00 Zusehern angebeben. Irre. So eine Quote habe ich zuletzt in schwarz auf weiß gesehen, als ich mal eine Sendung zum Thema »Norddeutschlands aussterbende Insektenarten« fürs Uni-Radio produzierte.

19:48 Uhr

Meine Hauptinformationsquelle in Sachen Sabia und Sylvie: mopo.de. Heute dieser Aufmacher: »Sabia Boularouz war einst Nummerngirl beim Boxkampf – Kalle Schwensen besorgte ihr Latex-Outfit«. Was macht Kalle Schwensen eigentlich?

19:44 Uhr

Was macht Grafite eigentlich? Er spielt immer noch in Dubai für al-Ahli und bombt wie eh und je. Laut Wikipedia hat er bereits 38 Tore in 35 Spielen gemacht. Eine formidable Rainer-Rauffmann-Gedächtnis-Quote. Was macht Rainer Rauffmann eigentlich? Laut Wikipedia ist er wieder für Omonia Nikosia tätig, dort wo Paolo Rink ihn einst im Sturm beerbte. Was macht Paolo Rink eigentlich? Ach, herrlich, wir sollten diese Kette den ganzen Abend weiterspinnen. Aufregender als das Spiel ist es mit Sicherheit.

19:31 Uhr

»Hecking hat Pokal-Fieber!«, diagnostiziert »bild.de«. Und wir hatten gerade überlegt, ob wir uns einfrieren lassen, bis die Scheiße vorbei ist. Auch das: Zufall?

19:26 Uhr

Es ist jetzt 19:26 Uhr, genau wie damals, an dem Tag, als Bayern 1:5 Wolfsburg verlor. Zufall?

17:58 Uhr

Die Ereignisse überschlagen sich: Laut »Spiegel Online« hat Uli Hoeneß den »spanischen Verhältnissen« den Kampf angesagt. Keine Ahnung, warum er sich jetzt auch um Berliner Lokalpolitik kümmert – aber ich begrüße das, weil ich die Schnauze voll habe von spanischen Touristen, die sich am Checkpoint Charlie eine Pelzmütze der Roten Armee kaufen und lachend den Hitlergruß machen. Danke, Uli. 

17:34 Uhr

Denkbar kleinlaut gibt man sich in der Sportredaktion der »Wolfsburger Allgemeinen Zeitung«, fragt man doch: »Wie groß ist der Unterschied heute wirklich?« Wir können es nur schätzen.

17:18 Uhr

Und was geschah am 8.4.2009, nur vier Tage nach dem 1:5 gegen den VfL Wolfsburg? Der FC Bayern verlor in der Champions League mit 0:4 gegen den FC Barcelona. Was will uns die Geschichte damit sagen? Hat mal jemand die Nummer von Dr. Guido Knopp?

17:13 Uhr

Da reicht uns 11FREUNDE-Autor Peter Handke ein Gedicht rein, wir wollen es Euch nicht vorenthalten, liebe Fans. Es trägt den Titel »Die Aufstellung des FC Bayern München am 4.4.2009«. 

Michael Rensing

Christian Lell, Lucio, Breno, Philipp Lahm

Bastian Schweinsteiger, Mark van Bommel, Zé Roberto, Franck Ribery

Luca Toni, Lukas Podolski

17:05 Uhr

Zurück zum Fußball bzw. zu dem, was wir dafür halten. Was ist eigentlich in den vergangenen vier Jahren geschehen, dass uns Männer wie etwa Grafite inzwischen genauso prähistorisch vorkommen wie Dieter Schatzschneider, Detlef Olaidotter oder Dieter Schlindwein? Oder war das hier auch 2009 schon ein historischer Rückblick? Wenn ja: Auf welches Jahr? Faszination Zeitgefühl.

16:47 Uhr

Letzte Beobachtung zu »Alfredissimo«, dann ist Schluss, versprochen: Als Alfred Biolek bei 7:04 sagt »Aber da muss ich noch einen Schluck von dem Wein...«, spielt er, ohne es zu wollen, die Rolle seines Lebens: Jupp Heynckes in dem Moment, als er erfuhr, dass Pep Guardiola kommt. Und nun Schluss damit. Risotto jemand?

16:39 Uhr

Das hat jetzt alles ÜBERHAUPT NICHTS mit dem Pokal- bzw. Benefizspiel zu tun, aber wir würden uns doch sehr wünschen, dass Blixa Bargeld eines Tages mal ein Interview direkt nach einer Partie mit folgenden Sätzen aus »Alfredissimo« bestreitet:

– »Stunde oder so.« (Auf die Frage, wie lange ein Spiel dauert)

– »Ich habe also die Tintenfische mariniert.« (Über sein Zweikampfverhalten)

– »Bisschen Wein reinkippen.« (Über die Feier nach dem Spiel)

– »Zwischen hundert und zweihundert Mark.« (Über seinen Marktwert)

– »Das ist ein Keramikmesser.« (Auf die Frage des Reporters, welche Waffe er ihm da gerade unter diese Nase halte)

16:36 Uhr

Wir sind immer noch vollkommen fassungslos von dem soeben von uns selbst gezeigten Filmchen. Was ist eigentlich unbegreiflicher: Dass Blixa Bargeld jemals bei »Alfredissimo« auftrat? Oder dass der VfL Wolfsburg einst Deutscher Meister war? Sachdienliche Hinweise bitte an online@11freunde.de.

16:32 Uhr

Die Wolfsburger Bemühungen, vermittels einer Aberzahl von Transfers an alte Erfolge anzuknüpfen, sind dermaßen nach hinten losgegangen, dass die »Süddeutsche Zeitung« den Verein heute als »Einstürzende Neubauten« bezeichnete. Das ist so fies wie passend. Was sagen die Wolfsburger Mannschaftsköche dazu? Koch Nummer 1: »Zeit für die alchemistische Transformation.« Koch Nummer 2: »Das ist ein spannender Augenblick!«

16:21 Uhr

Beginnen wir den Tag mit einer nicht zu fassenden Information: Der letzte Deutsche Meister, der nicht FC Bayern oder BVB hieß, war 2009 der VfL Wolfsburg. Und zwar im Fußball! Nicht im Faustball, Rhönradfahren oder Seifenkistenrennen. Heuer rangieren die Wölfe allerdings fern jeder Trophäe, was, neben einigen anderen Gründen, zu bleierner Langeweile im deutschen Fußball geführt und Mildtäter Uli Hoeneß, der schon St. Pauli, Aachen, Offenbach, Matthias Sammer, die Pandas und ein paar Wale gerettet hat, auf die grandiose Idee gebracht hat, ein Benefizspiel zugunsten der Wölfe zu veranstalten. »Kann doch nicht sein«, hub er auf der Pressekonferenz an, »dass immer noch alle glauben, dass Martin Winterkorn das Rotkäppchen gefressen hat. Und sowieso habe ich ein schlechtes Gewissen wegen dem Manzukic/Olic-Tausch. Das war gemein. Mit diesem Pokalhalbfinale möchte ich mich nun offiziell entschuldigen. Und mit Würstchen für alle!« Für alle – außer den Ticker. Das ist mal wieder sooo typisch. 

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