Bayern
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Real

Bayern-Real im Liveticker

Die Hölle, das waren die anderen

Karl-Heinz Rummenigge lag richtig: Dieses Rückspiel war die Hölle. Bloß hätte er den Bayern-Spieler sein Konzept vielleicht noch mal an der Flipchart erläutern sollen. Die verloren nämlich 0:4 gegen Real Madrid. Im Fegefeuer: der Ticker.

19:44 Uhr

Guten Abend. Bevor wir loslegen, hier noch mal das Hinspiel in der Zusammenfassung: Der FC Bayern beim Versuch, den Tresor der Madrilenen zu knacken. Im Prinzip ist er offen. Der Rest ist Formsache.

19:51 Uhr

Die Frage des Abends: Spielt Effe? Spielt er nicht? Wird er rechtzeitig wieder jung? Denn eines ist klar: Nur mit einem Foul vor dem Anpfiff, noch in den Katakomben kann der FC Bayern dieses Spiel für sich entscheiden. Zeichen setzen! Leitwolf sein! Tu-gen-den! Pep raus!

19:54 Uhr

Hm. Effe redet noch – NOCH! – mit einem Gebrauchtwagenverkäufer. Doch wir bleiben gelassen: Es geht bestimmt nur um die Siegprämie.

19:56 Uhr

Wir hoffen, dass wir am Ende nicht diesen Beitrag posten müssen: »Wenn der FC Bayern ein Transportunternehmen wäre, wäre er dieses!« 

19:56 Uhr

Beckenbauers Analyse zieht sich. Alles schon mal gehört. Der Mann hat soooooo’n Bart.

19:59 Uhr

Erik Meijer enthüllt: Im Hinspiel wurden die Madrilenen per weißem Lichtstrahl von Gott gelenkt. Wann greift endlich das Theological Fairplay?

20:01 Uhr

Hier noch ein Bild von Franck Ribery aus dem Hinspiel:

20:02 Uhr

Jetzt machen sie hier Werbung für Deo. Freilich: Schweiß kann man übersprühen. Aber die Angst bleibt.

20:05 Uhr

...und noch eines von Mario Mandzukic:

20:05 Uhr

SKY bölkt jetzt: »Die Welt braucht schlechte Menschen!« Wir werden das bedenken, wenn wir wieder mal versucht sind, Pepe die Existenzberechtigung abzusprechen.

20:07 Uhr

Und jetzt sucht Sky auch noch »Germany's Next Top-Wolff-Fuss«. Wir haben schnell dieses Bewerbungsvideo produziert – und wurden prompt eingeladen.

 

20:07 Uhr

Emilio Butragueño ist auch da! Sieht aus wie Thomas de Maizière, wenn Gregor Gysi ihm die Brille geklaut hat. Ist das erschütternd: Ich habe ihn zuletzt 1986 gesehen, als ich am Morgen, Corn Flakes essend, die Zusammenfassungen der WM-Spiele aus Mexiko gesehen habe. Und dann bin ich fröhlich in die Schule geradelt, ein beinah noch fröhlicherer Hund neben mir. Die Blumen blühten, ich hatte die Hausaufgaben gemacht, bald waren Sommerferien. Und jetzt? Emilio Butragueño alt, ich alt, Hund tot, Blumen verwelkt, nie wieder Sommerferien. Und Beckenbauer ist immer noch da. 

20:14 Uhr

Beckenbauer spricht: »Wenn du schon ausscheiden musst, dann gegen Real Madrid.« Wenn so ein weltfremder Satz schon gesagt werden muss, dann von ihm.

20:19 Uhr

Letzte Woche der Gewinner des Abends: der übercoole Bart von Franz Beckenbauer. Dieses Mal der Gewinner des Abends: der übergroße Hemdkragen von Michael Ballack. Wenn er den Eric-Cantona-mäßig hochklappen würde, könnte er ihn als Kapuze oder Ein-Mann-Zelt verwenden. Funktionskleidung für Männer, die mit möglichst wenig Gepäck das guatemaltekische Hochland durchqueren wollen.

20:20 Uhr

Dieser Lehrertyp da in der SKY-Runde sagt jetzt: »Guardiola muss sich vor sich selbst in Sicherheit bringen.« Ein komplizierter Satz, der immer komplizierter wird, je länger man über ihn nachdenkt. Ein Hologramm von einem Satz. Sind wir jetzt mitten in Guardiolas Psyche? Ja! Und siehe da: Er hat gar keine Lust auf Fußball, der arme Mann. Würde jetzt viel lieber »SOKO Leipzig« gucken und Flips essen, ohne auf seine Linie zu achten. Rauchen. Sich kratzen, wo ein Welttrainer sich nicht kratzen darf. Nicht supersuper sein. Sepp sein statt Pep. Sich vor sich selbst in Sicherheit bringen. Aber es geht nicht. Noch 25 Minuten, bis die Hölle losbricht. Jetzt sind wir traurig. Danke, Lehrertyp. Beileid, Pep.

20:27 Uhr

Die Arena spricht zu uns. In Form von Arjen Robben, der von SKY (oder Eric Meijer) überlebensgroß auf die rote Wabe projiziert wurde. Das erinnert ein bisschen an RTL Plus anno 1992. Wenn jetzt noch Hugo Egon Balder eine Prognose abgibt, glauben wir tatsächlich an einen Sieg. Für eine der beiden Mannschaften.

20:30 Uhr

Wie jede Woche: Pünktlich um 20:30 Uhr matthiassammert eine menschgewordene Strickjacke wichtige Sätze ins Mikrofon. Sie sagt: »Ja!« Oder: »Gefühl!« Oder: »Die Mannschaft wird es machen!« Wenn die Strickjacke jetzt noch mitspielen würde, bräuchte Real Madrid gar nicht aufzulaufen. Leider hat die Strickjacke ihren Turnbeutel mit den Fußballschuhen vergessen.

20:31 Uhr

Beckenbauer! Plötzlich erwacht er aus dem Dornfränzchenschlaf, taucht auf aus dem Brei, den er seit Jahren redet, und schwingt sich auf zu seiner wahren Größe. Er oben, Sammer unten: »Ja, gut, äh: Wenn ich den Matthias sehe, bin ich optimistisch.« Und lächelt. So hart ist Sammer noch nie gefoult worden. Steht da im blauen Strickjäckchen, versucht, die Kassette zu stoppen, die er vorher besprochen hat, aber zu spät, sie läuft, er mahnt und mahnt und mahnt. Und dann tippt Beckenbauer, immer noch lächelnd: »4:2.« Hätte auch »17:5« sagen können. So oder so: Es war die Entscheidung. Gegen Sammer. Gegen Real. Für Beckenbauer. Für die Bayern.

20:36 Uhr

Noch neuneinhalb Minuten. Demnächst im Kino. Mit Mickey Rourke als Wolff Fuß und Kim Basinger als Effe.

20:37 Uhr

Kurz vor dem Anpfiff erreicht uns noch diese Schreckensmeldung aus unserer Lieblingszeitschrift »Metal Hammer«: »Scorpions-Drummer muss ins Gefängnis.« In Dubai. Weil er betrunken war und angeblich die Muslime vor Ort beleidigte. Wird die Mauer jetzt wieder aufgebaut? Darf Matthias Sammer noch Expertisen abgeben? Und was bedeutet das für das heutige Spiel? Überfragt: der Liveticker.

20:39 Uhr

Berühmte letzte Unworte von Wolfgang Niersbach: »Wer jetzt nicht begeistert ist, das ist ’ne wunderbare Geschichte.«

20:41 Uhr

Uli Hoeneß auf der Tribüne. Sieht traurig aus. Als müsste er ins Gefängnis.

20:43 Uhr

»FC Bayern! Forever Number One!«, singt die Arena. Minutenlang. Ist das die Hölle, von der Rummenigge sprach?

20:47 Uhr

---------------------------------------------

1.

Der Anstoß beginnt mit einer Schreckensmeldung. Sky Italia hat jedenfalls von einer Vereinsübernahme erfahren, die es in sich hat. Die Frage ist: Kann Falcao schon wieder spielen?

1.

Tor! Für Madrid! RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRONALDO!

1.

Kleiner Stresstest für eure Emotionen. Und? Wie fühlt sich das an? Enjoy!

2.

Guardiola habe, so Fuss, das Mannschaftshotel gewechselt, »um Impulse zu setzen«. War’s ein Stundenhotel? Dann geht uns die Rotation doch a bisserl zu weit.

4.

Effe: »Schade, dass Alaba Österreicher ist.« Ich esse schnell mal ’ne Banane, um die diplomatische Krise beizulegen.

5.

Die Bayern-Fans machen Alarm. Falls ihr, liebe Modefans, immer noch nicht wisst, wie das geht, findet ihr hier eine kleine Anleitung.

7.

Bale, so Fuss, laufe »nicht mit einem 100-Millionen-Euro-Rucksack rum«. Man muss Cristiano Ronaldo ja nun auch wirklich nicht alles nachkaufen.

8.

Stefan Effenberg expertet sich in Stimmung. Klingt ein bisschen nach Oktoberfest, ein bisschen nach P1. Wir schunkeln mit.

9.

Ballbesitz: Null Prozent. Bei beiden! Der Ball wird nämlich so schnell gespielt, dass von Besitz keine Rede sein kann. Nur Tiki. Kein Taka. Eigentlich nur Tik. Tik. Tik. Tik. Wann macht es BUMM?

11.

Effe: »Der Schiri ist Portugiese. Ronaldo auch.« Ich: noch ’ne Banane.

12.

Gareth Bale ärgert sich über die vergebene Fernschusschance. In der Superzeitlupe wirkt sein Mund dabei ein bisschen wie ein menschgewordenes Deuser-Band. Würde jemand einen Medizinball auf den Platz werfen, würden wir uns jetzt noch Oberlippenbärte wachsen lassen und auf der nächsten Achtziger-Jahre-Party verschwinden.

14.

Wir müssen jetzt ganz stark sein. Sind aber so was von schwach: 1:0 Real. Atomecke Modric. Atomkopfball von Ramos. Atomtor. In die postatomare Stille hinein spricht Effe: »Komm, hol den Ball aus dem Tor!« Doch zu wem spricht er? Wer hört ihn noch? Sammer? Das Schlimmste: Dieser Sammer hatte wahrscheinlich die ganze Zeit Recht.

17.

Guardiola steht mit dem Rücken zum Feld und die Spieler mit dem Rücken zur Wand. Bilder der vermutlich schlimmsten Bayern-Krise seit dem Einzug der Buddhas an der Säbener Straße.

18.

Dante mit dem Frustfoul. Ich wünschte, es hätte mich erwischt.

20.

Jetzt reicht’s aber auch. Noch ’ne Zeitlupe vom Ramos-Tor will doch keiner sehen. Und den Scherz, die Ergebnisanzeige auf 0:2 umzuschalten, können sie sich auch sparen. Also wirklich.

22.

Also gut. Die Anzeige besteht offenbar auf dem 0:2. Was die Situation nur unwesentlich verändert. Sicher ist: Bayern braucht vier Tore, und die Sache wird in 90 Minuten geklärt. Vorteil für alle, die um 22:30 Uhr »Conan, der Barbar« auf Pro Sieben Maxx gucken wollen. Für alle anderen: Gestern war auch schon ein Tag!

23.

11FREUNDE-Insiderwissen, das tröstet: Dafür ist Real in der Defensive nicht so gut.

25.

Erinnern uns also daran, wie Algerien einmal Deutschland mit 2:1 schlug. Oder wie Homer Simpson einmal volles Haar hatte. Oder wie wir einmal mit einer Arschbombe Gaby aus der 7c beeindrucken konnten. Wunder gibt es immer wieder!

26.

Effe bringt es auf den Punkt: »Es verunsichert die Bayern, dass die Sicherheit jetzt nicht mehr so da ist.«

27.

Ribery sei, so Fuss, »ja immerhin der Weltfußballer der Herzen«. Sind das die Strohhalme, an die wir uns jetzt klammern wollen? Dann lieber ertrinken.

28.

Die Bayern stolpern über den Platz, während Ronaldo über den halben Platz gockelt, ohne dass ihn nur ein Gegenspieler anguckt. Effenberg redet sich kurz in Rage, will dann seinen SKY-Dreiteiler auszuziehen und sich per Mittelfinger einwechseln lassen. Fuss sagt: »Mach et, Effe!« Guardiola sagt: »Supersuper!« Doch Schiedsrichter Proenca legt sein Veto ein.

31.

...und Uli Hoeneß denkt an die Bronzemedaille, mit der er bald in Landsberg einfährt. Szenen, die schlimmer sein müssen als Soft-Erotik-Sequenzen im RTL2-Nachmittagsprogramm.

32.

Effe ist schon längst kein Experte mehr, sondern selbsterklärter Anwärter auf die Guardiola-Nachfolge. Und die Nachfolge aller elf Spieler. Klingt absurd, ist aber, Stand jetzt, Bayerns einzige Hoffnung.

35.

Wolff Fuss will »das Buch noch nicht zumachen«. Er glaubt nach wie vor an ein »Ulysses«-Epos oder mindestens die Bibel. Doch dann: Benzema, Bale, Ronaldo. 0:3. Nullzudrei. NULLZUDREI. Falls das Buch jemals geöffnet war, wurden die Seiten just in diesem Moment mit Pattex für ewig zusammengeklebt. Tschühüss!

36.

Nicht alle scheinen das richtig verstanden zu haben: Rummenigge hätte seine Vorstellung von »Hölle« vielleicht noch mal an einer Flipchart verdeutlichen sollen.

39.

Die HSV-Spieler sitzen gerade vor dem Bildschirm und rechnen sich aus, wie gut die Laune der Bayern am Samstag sein wird. Aktueller Circa-Wert: Minus 114.

39.

Dummes Foul. Alonso ist im Finale gesperrt. Ob Real dafür aus Mitleid einen Bayern mitfahren lässt? Vielleicht Gerland?

40.

Kurz vor der Pause noch eine gute Nachricht: Ein 5:3 würde reichen.

41.

Tiki Taka – Tor? Die Bayern haben offenbar das falsche Taktikvideo gesehen.

43.

Ribéry ohrfeigt Carvajal. Anders gesagt: Bayern ohrfeigt Real. Geht doch!

44.

Robben schießt Pepe mit einer strammen Schuss ab. Der Portugiese bleibt am Boden liegen und muss dann draußen behandelt werden. Fuss und Effenberg wittern prompt eine Möglichkeit. Zuvor sind schon Begriffe wie »größtes Fußballwunder der Geschichte« gefallen. Alles ist also möglich. Tatsächlich: Wenn Robben jetzt den Ball direkt verwandelt und Schiedsrichter Proenca auf zwei oder drei Tore entscheidet. Wie gesagt: Alles ist möglich. Wenn es nicht unmöglich wäre.

45.

Kurz vor der Pause macht Effe den Friedenspanzer: »Sie sollten sich nicht dazu verleiten lassen, richtig zuzutreten.« Aber worauf sollen wir uns dann noch freuen?

21:37 Uhr

71 Prozent Ballbesitz für die Bayern übrigens. Da ist er also, der Strohhalm. Aber: Das Glas ist leer.

21:42 Uhr

Wir würden jetzt am liebsten die zweite Halbzeit boykottieren und die neuesten Produkte auf QVC oder das Alte Testament auf Bibel TV tickern. Doch Oliver Kahn macht uns Mut: »Ich brauche Siegertypen!«, bellt er in irgendeiner SKY-Werbung in die Kamera. Und prompt sind wir zurück im Geschäft, setzen unsere gesamte Portokasse auf einen Bayern-Sieg und investieren die gesamte Kaffeekasse im Bart-Online-Shop unseres Vertrauens in einen Franz-Beckenbauer-Goatee. Alles wird gut.

21:41 Uhr

Endzeitstimmung im SKY-Studio. Michi Ballack ist sehr traurig, weil er die ganze Nacht das Party-Konfetti aus Marcel Reifs Karteikarten gelocht hat, und jetzt war alles umsonst. Dann fragt Sebi Hellmann: »Franz, was schockt dich am meisten?« Und Beckenbauer antwortet: »So langsam finde ich die Sprache wieder.« Keine weiteren Fragen.

21:46 Uhr

Sogar die Quiz-Ansager klingen jetzt irgendwie zynisch, wenn sie »Viel Erfolg« wünschen.

46.

Anstoß. Zweite Halbzeit. Wir wissen nicht, was Matthias Sammer gerade macht. Vermuten aber, dass er mit Andrea Berg an einer neue Vereinshymne schreibt: »Bayern! Forever Number One. And Sometimes Number Two, äh, Three!« Oder Four. Egal. Hauptsache nicht Letzter.

21:48 Uhr

Jetzt Joachim Löw: »Im Moment spricht alles für Real Madrid.« Steile These. Ist das schon das WM-Fieber?

47.

»Wie buchstabiert man Wunder?«, fragt Wolff Fuss. Wir helfen: W, u, n, d, ä, r.

48.

Pizarro und Götze sitzen noch auf der Bank. Die würde ich, wäre ich Guardiola, jetzt bringen. Und einfach keinen dafür runternehmen. Vielleicht merkt’s ja keiner.

50.

Obacht: Bayern dringen in den Strafraum von Real ein. Ist das schon ein Wunder? Wir vermuten »Ja!« und schmeißen das Weltpokalsieger-Konfetti von 2013 durch die Redaktion. Schöne Szenen – fast zu schön, um schön zu sein.

51.

Was wohl Jupp Heynckes macht? Und ob der letzte Anruf, den Uli Hoeneß noch in Freiheit tätigen darf, ihm gilt? Hoeneß (schwer atmend): »Jupp...« Heynckes (weise): »Uli, ich weiß, was du sagen willst. Wann?« Hoeneß (erleichtert): »Am besten sofort.« Heynckes: »Und Pep?« Hoeneß: »Der Kalle sagt’s ihm gerade.«

53.

Erstaunliche Szenen spielen sich jetzt in der Allianz-Arena ab: Lahm schlägt beinahe eine Flanke in den Strafraum. Schweinsteiger gewinnt beinahe ein Kopfballduell. Und Alaba schießt beinahe aufs Tor. Wenn jetzt noch beinahe das 1:3 fallen würde, könnten wir erneut das Wort »Wunder« buchstabieren. Dann sogar mit Ausrufezeichen!

56.

Und die nächste gute Szene: Thomas Müller rettet ein Ball vor der Torauslinie zu einem Einwurf. Aktionen, die einen Mann mehr aufbauen als das Alpecin-Shampoo von Dr. Adolf Klenk.

57.

Das Allerbezeichnendste: Effe redet jetzt nur noch im Tonfall eines 56-jährigen Fahrlehrers namens Udo. Wenn der Wagen steht und auch erst mal stehen bleiben wird. Und die Schülerin (18) schnappatmet, weil sie gerade alle Hütchen auf dem Parcours umgefahren hat. Ganz ruuuuuuuhig, Mädchen. Du schaffst es. Aber leider erst nach 263 Fahrstunden.

58.

Schuss aus 20 Metern von Robben! Oder wie Fuss sagt: »Roooobbbbeen!« Andererseits könnte man auch sagen: »_______________________« (Bitte hier eine Formel aus der Mathematik einfügen, an deren Ende der Wert Null steht).

62.

Effe im Wutrausch. Wann sagt er endlich wieder »Freunde der Sonne«?

66.

Jetzt spielt Real wie auf dem Bolzplatz. Benzema schaufelt den Ball über seinen Gegenspieler auf Bale. Als wir das letzte Mal (in der D-Jugend) so gefoppt wurden, mussten wir siebzhen Strafrunden um einen Ascheplatz drehen. Mit einem Medizinball auf dem Rücken. Als wir fertig waren, suspendierte uns der Trainer. Tags darauf meldeten wir uns bei einem Hobby-Federball-Verein am Stadtrand an. Wo wir immerhin einmal den dritten Platz in der Mixed-Meisterschaft erreichen konnten. Kurzum: Lebbe geht weida!

64.

Dieses Spiel wird ja in allen Ländern der Welt gezeigt – außer in Norkorea. Aber Real gegen Chelsea, zwei Blöcke, die sich unversöhnlich gegenüber stehen: Das muss doch selbst Kim Jong-un reizen. Ob er schon in der SKY-Hotline hängt?

69.

Die Bayern-Fans klatschen immer noch. Vielleicht weil das auf der Anleitung steht, die der Fanbeauftragte Raimond Aumann vor dem Spiel an die Fanclubs verschickt hat. Vielleicht aber auch, weil Jerome Boateng eben einen Pass über drei Metern nicht ins Aus gesetzt hat.

68.

Uli Hoeneß auf der Tribüne. Sieht seltsam gelöst aus. Realisiert vielleicht gerade, dass die Freiheit auch nicht alles ist.

71.

Hab noch einen Strohhalm gefunden, zumindest für die Zukunft: Die Bayern kaufen auch Real einfach alle Spieler weg. 

72.

Schlussoffensive: Pep Guardiola bringt Götze und Pizarro. »Ein kosmetischer Eingriff«, vermutet Fuss. Wir vermuten: Eine Schönheitsoperation an der offenen Brust. Wird das Spiel jetzt noch schöner als die Menschen in »Berlin Tag&Nacht«?

74.

Ramos a la Playa.

76.

Pizarro a la Hölle.

77.

Auch so eine Demütigung für die Deutschen: Bringen mit Raphaël Varane einen Spieler, der einen Buchstaben im Namen hat, von dem wir nicht mal wissen, wie man ihn ausspricht und den wir hier nur dank Copy-Paste-Technik einfügen können: ë.

78.

Stimmung jetzt hier wie in der Halbzeitpause, wenn die Gewinner des Preisausschreibens auf die Torwand schießen dürfen. Achtungsapplaus, wenn sie die den Ball in die richtige Richtung kicken. Und draußen leeren die Busfahrer schon mal die Mülleimer. Es ist ein langer Weg nach Hause für den Bayern-Fanklub »Nordlichter« aus Cloppenburg.

80.

Zehn Minuten für fünf Tore. Ein Tor alle zwei Minuten. Oder zweieinhalb Tore alle fünf Minuten. Es soll niemand sagen, dass der Liveticker keine Möglichkeiten aufzeigt!

81.

Die ersten Bayern-Kunden gehen. Produktenttäuschung pur. Man hatte ihnen die Hölle versprochen! Hat mal jemand die Nummer der Beschwerdehotline? »Aumann, guten Tag.« – »Jaaaaa, ich rufe an, um mich zu beschweren. Das Ergebnis ist doof. Und mein neuer Bayernschal kratzt. Hallo? HALLO!«

83.

Effenberg erklärt jetzt, dass der FC Bayern seine Leistung in der Liga runtergefahren hat, weil er frühzeitig Meister war – und deswegen nicht dauerhaft bei 100 Prozent war. Er spricht uns aus der Seele: Die anderen 17 Bundesligisten sind Schuld daran, dass der FC Bayern im Halbfinale der Champions League ausscheidet. Zur Strafe spielen die Mannschaften am Wochenende in Guardiola-Gedächtnis-Trikots.

84.

Faszination Psychologie: Ist dieses Ergebnis jetzt ein Vor- oder ein Nachteil für den HSV, den Gegner der Bayern am Samstag? Muss der Dino büßen, was er selbst nicht verschuldet hat? Das allein wäre ja schon mal ein Fortschritt.

87.

Nicht ein Tor in zwei Spielen gegen eine Mannschaft. Das ist dem FC Bayern zuletzt passiert, als wir noch mit der Trompete um den Weihnachtsbaum gelaufen sind. Was sind also die Konsequenzen? Muss Pep Guardiola nun gehen? Darf Matthias Sammer weiterhin wüten? Kann Raimond Aumann die Fans je wieder motivieren? Und was passiert mit Maskottchen Bernie?

88.

Schräg rechts unter Uli Hoeneß sitzt übrigens Helmut Markwort. Ein Bild, schlimmer als jede Niederlage. Bitte öfter einblenden, SKY. Das tröstet.

89.

Effenberg sagt: »In der Niederlage kann der FC Bayern seine Größe zeigen.« Er spricht da aus eigener Erfahrung. Die, ups, in Wahrheit gar nicht seine eigene Erfahrung ist.

90.

Das ganze ist eine feindliche Übernahme von Tönnies, Putin und wahrscheinlich auch noch Schröder, ausgeheckt auf dessen 70. Geburtstag in Moskau: Bayern 04. Ronaldo macht den Freistoß rein. Schusstechnik: Als würde er seine Hausschuhe in die Ecke pfeffern. Hölle dahoam.

90. +1

Okay, jetzt mal ehrlich und sorry, aber die harte Wahrheit lautet: Das war's.








Oder?

92.

Und Schluss. Die Hölle, um mit Sartre zu sprechen, waren die anderen. Ancelotti schenkt Guardiola sein altes Kaugummi, tätschelt ihm die Wange. Mach dir nichts draus, Junge. Bist ja noch jung. Eine Geste wie in der ersten Runde des DFB-Pokals. Bayern gegen Rehden. Damals. Als die Bayern noch groß waren.

22:45 Uhr

Rummenigge will »ganz schnell die Wunden lecken«. Bin ich der einzige, der jetzt an einen angeschossenen Chihuahua denken muss?

22:46 Uhr

Apropos angeschossener Chihuahua: »Philipp Lahm, wie groß sind die Schmerzen?« Ich schätz mal: 1,70 Meter.

22:53 Uhr

Das SKY-Studio ist leer. Franz Beckenbauer hat Ballack und Hellmann spontan zugerufen: »Kommt’s, wir fahren nach Kitzbühel! Ich dreh die Sauna auf Hölle.« Erik Meijer schläft schon vor seiner Riesenleinwand, träumt von Lichtstrahlen und Abseitlinien, zuckt mit den Beinen wie ein Chihuahuawelpe. Psssst. Wir schleichen uns raus. Stellen uns einfach schon mal auf die Fanmeile und sammeln so was ähnliches wie Kraft. Gute Nacht, Schland. 

22:53 Uhr

Das SKY-Studio ist leer. Franz Beckenbauer hat Ballack und Hellmann spontan zugerufen: »Kommt’s, wir fahren nach Kitzbühel! Ich dreh die Sauna auf Hölle.« Erik Meijer schläft schon vor seiner Riesenleinwand, träumt von Lichtstrahlen und Abseitlinien, zuckt mit den Beinen wie ein Dackelwelpe. Psssst. Wir schleichen uns raus. Stellen uns einfach schon mal auf die Fanmeile und sammeln so was ähnliches wie Kraft. Gute Nacht, Schland. 

22:46 Uhr

Apropos angeschossener Chihuahua: »Philipp Lahm, wie groß sind die Schmerzen?« Ich schätz mal: 1,70 Meter.

22:45 Uhr

Rummenigge will »ganz schnell die Wunden lecken«. Bin ich der einzige, der jetzt an einen angeschossenen Chihuahua denken muss?

92.

Und Schluss. Die Hölle, um mit Sartre zu sprechen, waren die anderen. Ancelotti schenkt Guardiola sein altes Kaugummi, tätschelt ihm die Wange. Mach Dir nichts draus, Junge. Bist ja noch jung. Eine Geste wie in der ersten Runde des DFB-Pokals. Bayern gegen Rehden. Damals. Als die Bayern noch groß waren.

90. +1

Okay, jetzt mal ehrlich und sorry, aber die harte Wahrheit lautet: Das war's.








Oder?

90.

Das ganze ist eine feindliche Übernahme von Tönnies, Putin und wahrscheinlich auch noch Schröder, ausgeheckt auf dessen 70. Geburtstag in Moskau: Bayern 04. Ronaldo semmelt den Freistoß rein. Als würde er seine Hausschuhe in die Ecke pfeffern. Hölle dahoam.

89.

Effenberg sagt: »In der Niederlage kann der FC Bayern seine Größe zeigen.« Er spricht da aus eigener Erfahrung. Die, ups, in Wahrheit gar nicht seine eigene Erfahrung ist.

88.

Schräg rechts unter Uli Hoeneß sitzt übrigens Helmut Markwort. Ein Bild, schlimmer als jede Niederlage. Bitte öfter einblenden, SKY. Das tröstet.

87.

Nicht ein Tor in zwei Spielen gegen eine Mannschaft. Das ist dem FC Bayern zuletzt passiert, als wir noch mit der Trompete um den Weihnachtsbaum gelaufen sind. Was sind also die Konsequenzen? Muss Pep Guardiola nun gehen? Darf Matthias Sammer weiterhin wüten? Kann Raimond Aumann die Fans je wieder motivieren? Und was passiert mit Maskottchen Bernie?

84.

Faszination Psychologie: Ist dieses Ergebnis jetzt ein Vor- oder ein Nachteil für den HSV, den Gegner der Bayern am Samstag? Muss der Dino büßen, was er selbst nicht verschuldet hat? Das allein wäre ja schon mal ein Fortschritt.

83.

Effenberg erklärt jetzt, dass der FC Bayern seine Leistung in der Liga runtergefahren hat, weil er frühzeitig Meister war – und deswegen nicht dauerhaft bei 100 Prozent war. Er spricht uns aus der Seele: Die anderen 17 Bundesligisten sind Schuld daran, dass der FC Bayern im Halbfinale der Champions League ausscheidet. Zur Strafe spielen die Mannschaften am Wochenende in Guardiola-Gedächtnis-Trikots.

81.

Die ersten Bayern-Kunden gehen. Produktenttäuschung pur. Man hatte ihnen die Hölle versprochen! Hat jemand die Nummer der Beschwerdehotline? »Aumann, guten Tag.« – »Ja, ich rufe an, um mich zu beschweren. Das Ergebnis ist doof.«

80.

Zehn Minuten für fünf Tore. Ein Tor alle zwei Minuten. Oder zweieinhalb Tore alle fünf Minuten. Es soll niemand sagen, dass der Liveticker keine Möglichkeiten aufzeigt!

78.

Stimmung jetzt hier wie in der Halbzeitpause, wenn die Gewinner des Preisauschreibens auf die Torwand schießen dürfen. Achtungsapplaus, wenn sie die den Ball in die richtige Richtung kicken. Und draußen leeren die Busfahrer schon mal die Mülleimer. Es ist ein langer Weg nach Hause für den Bayern-Fanklub Nordlicht aus Cloppenburg.

77.

Auch so eine Demütigung für die Deutschen: Bringen mit Raphaël Varane einen Spieler, der einen Buchstaben im Namen hat, von dem wir nicht mal wissen, wie man ihn ausspricht und den wir hier nur dank Copy-Paste-Technik einfügen können: ë.

76.

Pizarro a la Hölle.

74.

Ramos a la playa.

72.

Schlussoffensive: Pep Guardiola bringt Götze und Pizarro. »Ein kosmetischer Eingriff«, vermutet Fuss. Wir vermuten: Eine Schönheitsoperation an der offenen Brust. Wird das Spiel jetzt noch schöner als die Menschen in »Berlin Tag&Nacht«?

71.

Hab noch einen Strohhalm gefunden, zumnindest für die Zukunft: Die Bayern kaufen auch Real einfach alle Spieler weg. 

68.

Uli Hoeneß auf der Tribüne. Sieht seltsam gelöst aus. Realisiert vielleicht gerade, dass die Freiheit auch nicht alles ist.

69.

Die Bayern-Fans klatschen immer noch. Vielleicht weil das auf der Anleitung steht, die der Fanbeauftragte Raimond Aumann vor dem Spiel an die Fanclubs verschickt hat. Vielleicht aber auch, weil Jerome Boateng eben einen Pass über drei Metern nicht ins Aus gesetzt hat.

64.

Dieses Spiel wird ja in allen Ländern der Welt gezeigt – außer in Norkorea. Aber Real gegen Chelsea, zwei Blöcke, die sich unversöhnlich gegenüber stehen: Das muss doch selbst Kim Jong-un reizen. Ob er schon in der SKY-Hotline hängt?

66.

Jetzt spielt Real wie auf dem Bolzplatz. Benzema schaufelt den Ball über seinen Gegenspieler auf Bale. Als wir das letzte Mal (in der D-Jugend) so gefoppt wurden, mussten wir siebzhen Strafrunden um einen Ascheplatz drehen. Mit einem Medizinball auf dem Rücken. Als wir fertig waren, suspendierte uns der Trainer. Tags darauf meldeten wir uns bei einem Hobby-Federball-Verein am Stadtrand an. Wo wir immerhin einmal den dritten Platz in der Mixed-Meisterschaft erreichen konnten. Kurzum: Lebbe geht weida!

62.

Effe im Wutrausch. Wann sagt er endlich »Freunde der Sonne«?

58.

Schuss aus 20 Metern von Robben! Oder wie Fuss sagt: »Roooobbbbeen!« Andererseits könnte man auch sagen: »_______________________« (bitte hier eine Formel aus der Mathematik einfügen, an deren Ende der Wert Null steht).

57.

Das Allerbezeichnendste: Effe redet jetzt nur noch im Tonfall eines 56-jährigen Fahrlehrers namens Udo. Wenn der Wagen steht und auch erst mal stehen bleiben wird. Und die Schülerin (18) schnappatmet, weil sie gerade alle Hütchen umgefahren hat. Ganz ruhig, Mädchen. Du schaffst es. Aber leider erst nach 263 Fahrstunden.

56.

Und die nächste gute Szene: Thomas Müller rettet ein Ball vor der Torauslinie zu einem Einwurf. Aktionen, die einen Mann mehr aufbauen als das Alpecin-Shampoo von Dr. Adolf Klenk.

53.

Erstaunliche Szenen spielen sich jetzt in der Allianz-Arena ab: Lahm schlägt beinahe eine Flanke in den Strafraum. Schweinsteiger gewinnt beinahe ein Kopfballduell. Und Alaba schießt beinahe aufs Tor. Wenn jetzt noch beinahe das 1:3 fallen würde, könnten wir erneut das Wort »Wunder« buchstabieren. Dann sogar mit Ausrufezeichen!

51.

Was wohl Jupp Heynckes macht? Und ob der letzte Anruf, den Uli Hoeneß noch in Freiheit tätigen darf, ihm gilt? Hoeneß (schwer atmend): »Jupp...« Heynckes (weise): »Uli, ich weiß, was du sagen willst. Wann?« Hoeneß (erleichtert): »Am besten sofort.« Heynckes: »Und Pep?« Hoeneß: »Der Kalle sagt’s ihm gerade.«

50.

Obacht: Bayern dringen in den Strafraum von Real ein. Ist das schon ein Wunder? Wir vermuten »Ja!« und schmeissen das Weltpokalsieger-Konfetti von 2013 durch die Redaktion. Schöne Szenen – fast zu schön, um schön zu sein.

48.

Pizarro und Götze sitzen noch auf der Bank. Die würde ich, wäre ich Guardiola, jetzt bringen. Und einfach keinen dafür runternehmen. Vielleicht merkt’s ja keiner.

47.

»Wie buchstabiert man Wunder?«, fragt Wolff Fuss. Wir helfen: W, u, n, d, ä, r.

21:48 Uhr

Jetzt Joachim Löw: »Im Moment spricht alles für Real Madrid.« Steile These. Ist das schon das WM-Fieber?

46.

Anstoß. Zweite Halbzeit. Wir wissen nicht, was Matthias Sammer gerade macht. Vermuten aber, dass er mit Andrea Berg an einer neue Vereinshymne schreibt: »Bayern! Forever Numer One. And Sometimes Number Two, äh, Three!« Oder Four. Egal. Hauptsache nicht Letzter.

21:46 Uhr

Sogar die Quiz-Ansager klingen irgendwie zynisch, wenn sie »Viel Erfolg« wünschen.

21:41 Uhr

Endzeitstimmung im SKY-Studio. Michi Ballack ist sehr traurig, weil er die ganze Nacht das Party-Konfetti aus Marcel Reifs Karteikarten gelocht hat, und jetzt war alles umsonst. Dann fragt Sebi Hellmann: »Franz, was schockt dich am meisten?« Und Beckenbauer antwortet: »So langsam finde ich die Sprache wieder.« Keine weiteren Fragen.

21:42 Uhr

Wir würden jetzt am liebsten die zweite Halbzeit boykottieren und die neuesten Produkte auf QVC oder das Alte Testament auf Bibel TV tickern. Doch Oliver Kahn macht uns Mut: »Ich brauche Siegertypen!«, bellt er in irgendeiner Sky-Werbung in die Kamera. Und prompt sind wir zurück im Geschäft, setzen unsere gesamte Portokasse auf einen Bayern-Sieg und investieren die gesamte Kaffeekasse im Bart-Online-Shop unseres Vertrauens in einen Franz-Beckenbauer-Goatee. Alles wird gut.

21:37 Uhr

71 Prozent Ballbesitz für die Bayern übrigens. Da ist er also, der Strohhalm. Aber: Das Glas ist leer.

45.

Kurz vor der Pause macht Effe den Friedenspanzer: »Sie sollten sich nicht dazu verleiten lassen, richtig zuzutreten.« Aber worauf sollen wir uns dann noch freuen?

44.

Robben schießt Pepe mit einer strammen Schuss ab. Der Portugiese bleibt am Boden liegen und muss dann draußen behandelt werden. Fuss und Effenberg wittern prompt eine Möglichkeit. Zuvor sind schon Begriffe wie »größtes Fußballwunder der Geschichte« gefallen. Alles ist also möglich. Tatsächlich: Wenn Robben jetzt den Ball direkt verwandelt und Schiedsrichter Proenca auf zwei oder drei Tore entscheidet. Wie gesagt: Alles ist möglich. Wenn es nicht unmöglich wäre.

43.

Ribéry ohrfeigt Carvajal. Anders gesagt: Bayern ohrfeigt Real. Geht doch!

41.

Tiki Taka – Tor? Die Bayern haben offenbar das falsche Taktikvideo gesehen.

40.

Kurz vor der Pause noch eine gute Nachricht: Ein 5:3 würde reichen.

39.

Dummes Foul. Alonso ist im Finale gesperrt. Ob Real dafür aus Mitleid einen Bayern mitfahren lässt?

39.

Die HSV-Spieler sitzen gerade vor dem Bildschirm und rechnen sich aus, wie gut die Laune der Bayern am Samstag sein wird. Aktueller Circa-Wert: Minus 114.

36.

Nicht alle scheinen das richtig verstanden zu haben: Rummenigge hätte seine Vorstellung von »Hölle« vielleicht noch mal an einer Flipchart verdeutlichen sollen.

35.

Wolff Fuss will »das Buch noch nicht zumachen«. Er glaubt nach wie vor an ein »Ulysses«-Epos oder mindestens die Bibel. Doch dann: Benzema, Bale, Ronaldo. 0:3. Nullzudrei. NULLZUDREI. Falls das Buch jemals geöffnet war, wurden die Seiten just in diesem Moment mit Pattex für ewig zusammengeklebt. Tschühüss!

32.

Effe ist schon längst kein Experte mehr, sondern selbsterklärter Anwärter auf die Guardiola-Nachfolge. Und die Nachfolge aller elf Spieler. Klingt absurd, ist aber, Stand jetzt, Bayerns einzige Hoffnung.

31.

...und Uli Hoeneß denkt an die Bronzemedaille, mit der er bald in Landsberg einkehrt. Szenen, die schlimmer sein müssen als Soft-Erotik-Sequenzen im RTL2-Nachmittagsprogramm.

28.

Die Bayern stolpern über den Platz, während Ronaldo über den halben Platz gockelt, ohne dass ihn nur ein Gegenspieler anguckt. Effenberg redet sich kurz in Rage, will dann seinen Sky-Dreiteiler auszuziehen und sich per Mittelfinger einwechseln lassen. Fuss sagt: »Mach et, Effe!« Guardiola sagt: »Supersuper!« Doch Schiedsrichter Proenca legt ein Veto ein.

27.

Ribery sei, so Fuss, »ja immerhin der Weltfußballer der Herzen«. Sind das die Strohhalme, an die wir uns jetzt klammern wollen? Dann lieber ertrinken.

26.

Effe bringt es auf den Punkt: »Es verunsichert die Bayern, dass die Sicherheit jetzt nicht mehr so da ist.«

25.

Erinnern uns also daran, wie Algerien einmal Deutschland mit 2:1 schlug. Oder wie Homer Simpson einmal volles Haar hatte. Oder wie wir einmal mit einer Arschbombe Gaby aus der 7c beeindrucken konnten. Wunder gibt es immer wieder!

23.

11FREUNDE-Insiderwissen, das tröstet: Dafür ist Real in der Defensive nicht so gut.

22.

Also gut. Die Anzeige besteht offenbar auf 0:2. Was die Situation nur unwesentlich verändert. Sicher ist: Bayern braucht vier Tore, und die Sache wird in 90 Minuten geklärt. Vorteil für alle, die um 22:30 Uhr »Conan, der Barbar« auf Pro Sieben Maxx gucken wollen. Für alle anderen: Gestern war auch schon ein Tag!

20.

Jetzt reicht’s aber auch. Noch ’ne Zeitlupe vom Ramos-Tor will doch keiner sehen. Und den Scherz, die Ergebnisanzeige auf 0:2 umzuschalten, können sie sich auch sparen. Also wirklich.

18.

Dante mit dem Frustfoul. Ich wünschte, es hätte mich erwischt.

17.

Guardiola steht mit dem Rücken zum Feld und die Spieler mit dem Rücken zur Wand. Bilder der vermutlich schlimmsten Bayern-Krise seit dem Einzug der Buddhas an der Säbener Straße.

14.

Wir müssen jetzt ganz stark sein. Sind aber so was von schwach: 1:0 Real. Atomecke Mordric. Atomkopfball von Ramos. Atomtor. In die postatomare Stille spricht Effe: »Komm, hol den Ball aus dem Tor!« Doch zu wem spricht er? Wer hört ihn noch? Sammer? Das Schlimmste: Dieser Sammer hatte wahrscheinlich die ganze Zeit Recht.

12.

Gareth Bale ärgert sich über die vergebene Fernschusschance. In der Superzeitlupe wirkt sein Mund dabei ein bisschen wie ein menschgewordenes Deuser-Band. Würde jemand einen Medizinball auf den Platz werfen, würden wir uns jetzz noch Oberlippenbärte wachsen lassen und auf der nächsten Achtziger-Jahre-Party verschwinden.

11.

Effe: »Der Schiri ist Portugiese. Ronaldo auch.« Ich: noch ’ne Banane.

9.

Ballbesitz: Null Prozent. Bei beiden! Der Ball wird nämlich so schnell gespielt, dass von Besitz keine Rede sein kann. Nur Tiki. Kein Taka. Eigentlich nur Tik. Tik. Tik. Tik. Wann macht es BUMM?

8.

Stefan Effenberg expertet sich in Stimmung. Klingt ein bisschen nach Oktoberfest, ein bisschen nach P1. Wir schunkeln mit.

7.

Bale, so Fuss, laufe »nicht mit einem 100-Millionen-Euro-Rucksack rum«. Man muss Cristiano Ronaldo ja nun wirklich nicht alles nachkaufen.

5.

Die Bayern-Fans machen Alarm. Falls ihr, liebe Modefans, immer noch nicht wisst, wie das geht, findet ihr hier eine kleine Anleitung.

4.

Effe: »Schade, dass Alaba Österreicher ist.« Ich esse schnell mal ’ne Banane, um die diplomatische Krise beizulegen.

2.

Guardiola habe, so Fuss, das Mannschaftshotel gewechselt, »um Impulse zu setzen«. War’s ein Stundenhotel? Dann geht uns die Rotation doch a bisserl zu weit.

1.

Kleiner Stresstest für eure Emotionen. Und? Wie fühlt sich das an? Enjoy!

1.

Tor!

1.

Der Anstoß beginnt mit einer Schreckensmeldung. Sky Italia hat jedenfalls von einer Vereinsübernahme erfahren, die es in sich hat. Die Frage ist: Kann Falcao schon wieder spielen?

20:47 Uhr

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20:43 Uhr

»FC Bayern! Forever Number One!«, singt die Arena. Minutenlang. Ist das die Hölle, von der Rummenigge sprach?

20:41 Uhr

Uli Hoeneß auf der Tribüne. Sieht traurig aus. Als müsste er ins Gefängnis.

20:39 Uhr

Berühmte letzte Unworte von Wolfgang Niersbach: »Wer jetzt nicht begeistert ist, das ist ’ne wunderbare Geschichte.«

20:37 Uhr

Kurz vor dem Anpfiff erreicht uns noch diese Schreckensmeldung aus unserer Lieblingszeitschrift »Metal Hammer«: »Scorpions-Drummer muss ins Gefängnis.« In Dubai. Weil er betrunken war und angeblich die Muslime vor Ort beleidigte. Wird die Mauer jetzt wieder aufgebaut? Darf Matthias Sammer noch Expertisen abgeben? Und was bedeutet das für das heutige Spiel? Überfragt: der Liveticker.

20:36 Uhr

Noch neuneinhalb Minuten. Demnächst im Kino. Mit Mickey Rourke als Wolff Fuß und Kim Basinger als Effe.

20:31 Uhr

Beckenbauer! Plötzlich erwacht er aus dem Dornfränzchenschlaf, taucht auf aus dem Brei, den er seit Jahren redet, und schwingt sich auf zu seiner wahren Größe. Er oben, Sammer unten: »Wenn ich den Matthias sehe, bin ich optimistisch.« Und lächelt. So hart ist Sammer noch nie gefoult worden. Steht da im blauen Strickjäckchen, versucht, die Kassette zu stoppen, die er vorher besprochen hat, aber zu spät, sie läuft, er mahnt und mahnt und mahnt. Und dann tippt Beckenbauer, immer noch lächelnd: »4:2.« Hätte auch »17:5« sagen können. So oder so: Es war die Entscheidung. Gegen Sammer. Gegen Real. Für Beckenbauer. Für die Bayern.

20:30 Uhr

Wie jede Woche: Pünktlich um 20:30 Uhr matthiassammert eine menschgewordene Strickjacke wichtige Sätze ins Mikrofon. Sie sagt: »Ja!« Oder: »Gefühl!« Oder: »Die Mannschaft wird es machen!« Wenn die Strickjacke jetzt noch mitspielen würde, bräuchte Real Madrid gar nicht auflaufen. Leider hat die Strickjacke ihren Turnbeutel mit den Fußballschuhen vergessen.

20:27 Uhr

Die Arena spricht zu uns. In Form von Arjen Robben, der von Sky (oder Eric Meijer) überlebensgroß auf die rote Wabe projiziert wurde. Das erinnert ein bisschen an RTL Plus anno 1992. Wenn jetzt noch Hugo Egon Balder eine Prognose abgibt, glauben wir tatsächlich an einen Sieg. Für eine der beiden Mannschaften.

20:20 Uhr

Dieser Lehrertyp da in der SKY-Runde sagt jetzt: »Guardiola muss sich vor sich selbst in Sicherheit bringen.« Ein komplizierter Satz, der immer komplizierter wird, je länger man über ihn nachdenkt. Ein Hologramm von einem Satz. Sind wir jetzt mitten in Guardiolas Psyche? Ja! Und siehe da: Er hat gar keine Lust auf Fußball, der arme Mann. Würde jetzt viel lieber »SOKO Leipzig« gucken und Flips essen, ohne auf seine Linie zu achten. Rauchen. Sich kratzen, wo ein Welttrainer sich nicht kratzen darf. Nicht supersuper sein. Sepp sein statt Pep. Sich vor sich selbst in Sicherheit bringen. Aber es geht nicht. Noch 25 Minuten, bis die Hölle losbricht. Jetzt sind wir traurig. Danke, Lehrertyp. Beileid, Pep.

20:19 Uhr

Letzte Woche der Gewinner des Abends: der übercoole Bart von Franz Beckenbauer. Dieses Mal der Gewinner des Abends: der übergroße Hemdkragen von Michael Ballack. Wenn er den Eric-Cantona-mäßig hochklappen würde, könnte er ihn als Kapuze oder Ein-Mann-Zelt verwenden. Funktionskleidung für Männer, die mit möglichst wenig Gepäck das guatemaltekische Hochland durchqueren wollen.

20:14 Uhr

Beckenbauer spricht: »Wenn du schon ausscheiden musst, dann gegen Real Madrid.« Wenn so ein haarsträubender Bullshit schon gesagt werden muss, dann von ihm.

20:07 Uhr

Emilio Butragueño ist auch da! Sieht aus wie Thomas de Maizière, wenn Gregor Gysi ihm die Brille geklaut hat. Ist das erschütternd: Ich habe ihn zuletzt 1986 gesehen, als ich am Morgen, Corn Flakes essend, die Zusammenfassungen der WM-Spiele aus Mexiko gesehen habe. Und dann bin ich fröhlich in die Schule geradelt, ein beinah noch fröhlicherer Hund neben mir. Die Blumen blühten, ich hatte die Hausaufgaben gemacht, bald waren Sommerferien. Und jetzt? Emilio Butragueño alt, ich alt, Hund tot, Blumen verwelkt, nie wieder Sommerferien. Und Beckenbauer ist immer noch da. 

20:07 Uhr

Und jetzt sucht Sky auch noch »Germany's Next Top-Wolff-Fuss«. Wir haben schnell dieses Bewerbungsvideo produziert – und wurden prompt eingeladen.

20:05 Uhr

SKY bölkt jetzt: »Die Welt braucht schlechte Menschen!« Wir werden das bedenken, wenn wir wieder versucht sind, Pepe die Existenzberechtigung abzusprechen.

20:05 Uhr

...und noch eines von Mario Mandzukic:

20:02 Uhr

Jetzt machen sie hier Werbung für Deo. Freilich: Schweiß kann man übersprühen. Aber die Angst bleibt.

20:01 Uhr

Hier noch ein Bild von Franck Ribery aus dem Hinspiel:

19:59 Uhr

Die Erik Meijer enthüllt: Im Hinspiel wurden die Madrilenen per weißem Lichtstrahl von Gott gelenkt. Wann greift endlich das Theological Fairplay?

19:56 Uhr

Beckenbauers Analyse zieht sich. Alles schon mal gehört. Der Mann hat soooooo’n Bart.

19:56 Uhr

Wir hoffen, dass wir am Ende nicht diesen Beitrag posten müssen: »Wenn der FC Bayern ein Transportunternehmen wäre, wäre er dieses!« 

19:54 Uhr

Hm. Effe redet noch – NOCH! – mit einem Gebrauchtwagenverkäufer. Doch wir bleiben gelassen: Es geht bestimmt nur um die Siegprämie.

19:51 Uhr

Die Frage des Abends: Spielt Effe? Spielt er nicht? Wird er rechtzeitig wieder jung? Denn eines ist klar: Nur mit einem Foul vor dem Anpfiff, noch in den Katakomben kann der FC Bayern dieses Spiel für sich entscheiden. Zeichen setzen! Leitwolf sein! Tu-gen-den! Pep raus!

19:44 Uhr

Guten Abend. Bevor wir loslegen, hier noch mal das Hinspiel in der Zusammenfassung: Der FC Bayern beim Versuch, den Tresor der Madrilenen zu knacken. Im Prinzip ist er offen. Der Rest ist Formsache.

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