Bayern München

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FC Porto

Bayern-Porto im 11FREUNDE-Liveticker

Schlüpferstürmer

Die neue Frühjahrskollektion ist da! In München zeigt man wieder Bein, gewinnt wieder, ist wieder wer. Und zwar »mia«. 6:1 gegen Porto! Platzt vor Glück: der Ticker!

19:53 Uhr

Guten Abend. Bayern-Porto. Und die immer wieder neue Frage: Wie geht es aus? Nie war man so unsicher und bang wie heute. Ja, haben wir denn alles verlernt, das schlaue Fachgesimpel, das blasierte Bescheidwissen? Zwischen einem Triple und dem Abstieg des FC Bayern ins Bodenlose scheint alles möglich, man sieht schon eine güldene Pep-Statue auf dem Marienplatz und zugleich die Menschen, die daran pinkeln. Ganz Deutschland rutscht, wie mir scheint, in die totale Unschlüssigkeit ab. Antworten! Wir brauchen Antworten! Fragen wir jemanden, der es wissen muss: Kommt der FC Bayern weiter, Louis van Gaal?

20:00 Uhr

Und noch etwas wissen wir nicht: Schafft Pep es rechtzeitig ins Stadion? Noch sitzt er, auf den Status eines Kassenpatienten zurückgestuft, im Wartezimmer der Praxis Dr. Müller Wohlfahrt, wo er sich etwas gegen diese schreckliche Nervosität verschreiben lassen will, vor ihm sind noch Else Kling, der Monaco Franze, Beckenbauer und Aki Watzke dran. Lauschen wir mit ihm der Melodie, die aus dem kleinen Radio der Sprechstundenhilfe am Tresen dudelt.

20:12 Uhr

»Tja«, sagt eine sprechende Herrentorte. »Wie viel Optimismus braucht der FC Bayern?« Dazu müsste man erst mal wissen, in welcher Einheit man Optimismus misst. Gramm? Kubikmeter? Unzen? Dr. Müller-Wohlfahrt hätte das mit seinen Fingern gesehen und einfach das Blut eines sehr optimistischen Menschen (Hansi Hinterseer, Florian Silbereisen etc.) injiziert. Verdammt. Nie war dieser Satz wahrer: Den Bayern-Spielern fehlt die Praxis!

20:16 Uhr

Wenn das stimmt, was uns da aus den Katakomben zugeflüstert wird, ist Pep aber mal wirklich ein Genie: Im Sturm spielen heute Thomas MÜLLER und Roland WOHLFARTH!

20:19 Uhr

Und noch eine gute Nachricht: Sammer warnt Porto vor Überheblichkeit!

20:21 Uhr

Wenn ich’s mir recht überlege, ist das doch eher eine schlechte Nachricht. Was plant Sammer wirklich?

20:22 Uhr

»Grundsätzlich würden zwei Tore gut tun«, sagt die sprechende Herrentorte. Der neue Trend: Heimsieg als Wellness. An meine Haut lass ich nur Wasser und CL.

20:28 Uhr

Ich stelle jetzt mal die steile These auf: Wenn der FC Bayern heute rausfliegt, dann liegt es paradoxerweise daran, dass er sich personell verstärkt hat. Denn damit hat er den Konkurrenten, der ihn als einziger in Deutschland so richtig gefordert, ja gepusht hat, geschwächt: Borussia Dortmund. Mit den Transfers von Götze und Lewandowski hat er diesen Sparringspartner, der ihn in den epischen Duellen zwischen 2010 und 2013 zu Hochleistungen angetrieben hat, endgültig in die Seile geschickt. Da hängt er nun, und in der Bundesliga hat der FC Bayern keinen harten Wettbewerb mehr. Folge: In der einzigen echten Drucksituation der bisherigen Saison macht er sich ins Hemd. 1:3 in Porto. Ja gut, äh. Muss man aufholen, oder? Schwierig wird’s jedoch, wenn man gar nicht weiß, was »aufholen« eigentlich ist. Tipp von mir: Ist so was wie ein Minus auf dem Festgeldkonto. Hilft auch nicht? Na, dann: Viel Glück! 

20:38 Uhr

Schnell was Optimistisches: Denken wir an Manuel Neuer, diesen kerngesunden, nie zweifelnden, immer frisch geduschten Burschen, der jetzt gerade herzhaft in sein Salamibrot beißt und Philipp Lahm drei Mal in die Luft wirft wie ein großer Cousin den kleinen auf seinem dritten Geburtstag. Singen wir ein Lied für ihn!

20:41 Uhr

»Die Situation ist anspruchsvoll«, so Kommentator Wolff Fuß. Verdammte moderne Zeiten: Früher stellten Situation Chancen dar, Herausforderungen, vielleicht sogar die Gunst der Stunde. Und heute? Stellen sie Ansprüche! Situation: »Ich hätte gern einen Kaffee!« Pep Guardiola: »Kommt sofort!«

20:44 Uhr

Ich sag mal: Wer es sich leisten kann, Rode auf der Bank zu lassen, muss sich seiner Sache sehr sicher sein.

20:45 Uhr

Dante: »Wir sind heute die Edeljoker, oder?« Rode: »Bitte sprechen Sie nicht mit mir. Das bringt Pech.« 

1.

Anstoß. Und auf der Bank atmet Guardiola schwer bzw. überhaupt nicht mehr. Sieht aus wie einer, der auf dem Rummel von seinen besoffenen Kumpels in den »Freefall« geschleppt wurde und jetzt in 80 Metern Höhe auf den Absturz wartet. »Jungs, mir ist supersuperschlecht!« Zu spät. Aussteigen nicht mehr möglich. 

3.

Toll, eine Reminiszenz an Günter Grass’ berühmten ersten Satz »Ilsebill salzte nach«: »Badstuber setzte nach.«  

5.

»Auf außen liegt der Schlüssel«, weiß Fuß. Danke dafür. Ich hätte ihn bestimmt unter der Fußmatte gesucht.

6.

Götze: Nimmt er das hier ernst? Nimmt er die CL ernst? Nimmt er überhaupt irgendwas ernst? Das halbironische, linkisch-bubihafte seiner Bewegungen! Das superkönnerische Gedribbel, das blasierte Getrippel! Manche sind hochnäsig, er ist geradezu hochkörperig: einen Meter über allem und jedem. Worauf wartet dieser Junge? Auf welche höhere Aufgabe? Worauf? Das WM-Finale hast du schon entschieden. Mach hin jetzt.

9.

Lewandowski! Gehalten! Müller! Pfosten! Guardiola! Der Blick zu Doktor Müller-Wohlfahrt! Er braucht etwas gegen die drohende Ohnmacht! Doch da sitzt nur Hermann Gerland: »Ich hab noch ’n halbes Bounty inne Jackentasche, vonne Tanke. Willste?« Guardiola: »Supersupernein danke.«

12.

Ich kann mich noch erinnern, wie ein kleiner Junge bei »Dingsda« mal sagte: »In Portugal spricht man portugallisch.« Damals lachten wir alle. Wussten noch nicht: In Portugal SPIELT man portugallisch. 

14.

Tor! Und nicht irgendeines, sondern so ziemlich das unwahrscheinlichste, das hier hätte fallen können: Thiago Alcantara, der kleinste Riese der Welt, trifft per Kopf! Ein Märchen! Wie dieses hier: »Es war einmal ein Zwerg, der war 1,87 Meter groß. ENDE.«

16.

Und in seinem Sprechzimmer im Alten Hof weint Müller-Wohlfahrt vor Rührung in die Krankenakte: »Den Kopf hab ich dem Thiago letztens noch wieder eingerenkt! Mit meinen sehenden Fingern!« Aki Watzke: »Das ist meine Akte, in die Sie da weinen!« Mull: »Holt die Goschn, Saupreiß!«

19.

Jetzt werden sie frech: Thiago führt die Ecke mit dem Kopf aus.

21.

BOOOOOOOOOAAAAAAAAAAAAH-TÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄNG! Springt ab, fliiiiiieeeeeegt, köpft – und drin ist das Ding! Ein Slam-Dunk von einem Tor. Ein Michael Jordan von einem Innenverteidiger. Hier die Zeitlupe:

24.

»Was macht eigentlich… der FC Porto?« Ich würde Euch gern informieren, aber den Lesezirkel mit der beliebten »STERN«-Rubrik habe ich in Mulls Wartezimmer liegen lassen.

27.

Tor! 3:0. Und vorbei ist sie, die kürzeste Krise seit dem Zusammenbruch meiner zweijährigen Tochter, als ihr heute Nachmittag das Eis runtergefallen ist. Lösung: neues Eis! Genialer Schachzug von mir, dem Guardiola unter den Vätern. Glückwunsch an meinen Kollegen Pep, den Gieselmann unter den Trainern. 

30.

Randbeobachtung: Robben jubelt auf der Tribüne schon nicht mehr ganz so enthusiastisch wie bei den ersten beiden Toren. Braucht man ihn etwa nicht mehr? Schnell gibt er den Umstehenden Autogramme. Neutraler Fan: »Sie haben jetzt schon acht Mal auf meinem neuen Hemd unterschrieben, Herr...« Robben: »Robben!« Neutraler Fan: »Wie auch immer.«

33.

4:0. Robben gibt sich jetzt selbst Autogramme, unterschreibt aber mit »Thiago«. Und Müller und Götze werfen sich verliebt ins Gras und träumen vom Finale.

36.

Und weil ihm keiner mehr zuhört, warnt Sammer sich selbst. Vor sich selbst.

39.

5:0. Lewandowski. Und Pep jubelt wie Horst Seehofer, wenn in seinem Hobbykeller die Modell-Lok richtig schön angekoppelt hat. Alles passt. Jetzt ist er endgültig Bayer geworden. Nennen wir ihn »Sepp« Guardiola.

43.

Achtung, Flachwitz: Porto platt wie eine Briefmarke.

45.

Die Experten behalten also Recht: Die Bayern fliegen raus. Aus unserer Umlaufbahn. Mit einer Rakete. In eine andere Galaxie. Neue Märkte erobern. Da bekommt Hansi Pflügler eine ganze Menge zu tun in seinem Fan-Shop. Welche Trikot-Größe haben Aliens?

21:41 Uhr

Hier die ersten Bilder aus der VIP-Loge der Bayern-Bosse.

21:44 Uhr

Zum Vergleich: 

21:47 Uhr

Ein Spiel, bei dem sogar die härtesten Konsonanten weich werden: Lothar Matthäus findet das alles »fandasdisch«. 

46.

Anstoß. Ich freu mich! Doch aus dem 11FREUNDE-Forum wird von mir verlangt, ich solle »heulen«. Geht nicht: Ich habe keine Tränen mehr, seit Dr. Müller-Wohlfahrt in den Armen Old Shatterhands zurücktrat.

49.

Jetzt kann nur noch einer helfen: Peter Neururer führt zur Stunde gute Gespräche mit dem FC Porto.

52.

Eine Verlängerung wird es nicht geben. Lahm: »Schade.«

55.

Große Geste: Guardiola schickt den kompletten Kader von 1860 zum Warmlaufen.

56.

Freistoß. Was Guardiola die Gelegenheit gibt, Müller zu sich zu holen und derart alarmistisch auf ihn einzureden, als würde die Arena brennen und die beiden müssten im Alleingang die Zehntausenden evakuieren. Badstuber: »Was hat er gesagt?« Müller: »Bei McDonald’s sind wieder Los Wochos.«

59.

Fuß trägt die Namen der Bayern-Spieler mittlerweile so schmachtend vor wie ein Kenner, der sich bei »Youporn« durchs Namensregister klickt.

61.

Apropos: Guardiola ist die Hose geplatzt. Die etwas andere Antwort auf die Frage »Wie steht’s?«.

64.

Armer Porto-Torwart: Wie Eric Jelen an der Aufschlagmaschine, wenn Davis-Cup-Kapitän Niki Pilic ihm mal wieder keinen Schläger gegeben hat.

67.

Auf der Ehrentribüne: Porto-Legende Rabah Madjer kratzt sich ratlos am Kopf. Natürlich mit der Hacke.

69.

So müssen sich die Fischer gefühlt haben, die einst einen Quastenflosser in ihrem Netz fanden: Neuer zum ersten Mal überhaupt im Bild. 

72.

Und auch Porto ist noch nicht ausgestorben: 1:5. Naja. Sagen wir lieber: Man hat Spuren gefunden, die daraufhin deuten könnten, dass...

74.

Aha. Interessant. Das ist jetzt offenbar der Zeitpunkt, da Dr. Mull die Voodoo-Puppe aus dem Schrank geholt hat. Nadelstiche über Nadelstiche. Jackson Martinez schießt haarscharf am Pfosten vorbei. Plötzlich stressverzerrte Gesichter. Neuer wäre doch lieber nicht mehr im Bild. Guardiola platzt jetzt auch noch die Hutschnur. Beim Herrenausstatter »Loden Frey« kommt es zu den ersten Entlassungen. 

77.

Und Fuß klingt auf einmal so leidend, als würde er den Kader des Hamburger SV vorlesen. Samt sportlicher Leitung!  

80.

Sammer, freudig: »Hab ich’s nicht gesagt? Hab ich’s nicht gesagt? Na? Na? Na?« Gerland, bebend: »Ich warne dich!« Sammer, beleidigt: »Das ist doch meine Aufgabe!«

83.

Als hätten sie das Spielfeld gekippt: Der Ball rollt wie von selbst in Richtung Neuer, die Bayern quälen sich in die entgegengesetzte Richtung, als ginge es bergauf. Und entgegen kommt ihnen, wedelnd, Markus Wasmeier. Grüß Gott! Der Wasi!

86.

Rot für Marcano! Das müsste es dann gewesen sein. Und damit die Entscheidung in diesem in den ersten 45 Minuten so epischen Spiel nicht durch die schnöde Dezimierung des Gegners fällt, verwandelt Xabi Alonso, der immer schon wusste, was sich gehört, einfach den fälligen Freistoß. 6:1. Ein Tor noch, dann weint ganz Brasilien.

88.

Apropos 7:1: Guardiola bringt Dante. Und David Luiz. Und Thiago Silva. Trocknet dann noch Felipe Scolaris Tränen. Mit seiner geplatzten Hose. 

91.

Und aus. Ein Spiel, das sich so anfühlt, wie sich ein Lied von Helene Fischer für einen Helene-Fischer-Fan anfühlen muss. Was ich gern wäre. So wie ich auch gerne Bayern-Fan wäre. Was ich vielleicht seit heute bin. Und so singe ich mit meinen Freunden auf der Süd: »Müller auf den Zaun! Müller auf den Zaun!«  

22:41 Uhr

Und Mitchell Weiser, der Vater des Erfolgs, herzt sie alle.

22:42 Uhr

»Hier ist der Anrufbeantworter der Praxis Dr. Müller-Wohlfahrt. Sie rufen außerhalb unserer Sprechzeiten an. Bitte sprechen Sie Ihre Nachricht nach dem Ton.« PIEP! »Ja, gut äh. Ich sag mal: Guten Abend, Hans-Wilhelm. Kalle hier. Vom FC Bayern, dem Rekordmeister. Ich hoffe, du hörst das Band noch ab. Also, der Karl und ich, also auch der Pep, wir möchten dich gern zum Bankett einladen. Um der alten Zeiten Willen. Wär doch schön. Es gibt auch was Leckeres zu...« PIEP!

22:47 Uhr

Lothar Matthäus noch mal: »Das Ergebnis muss zu den Schuhen passen.«

22:54 Uhr

Im SKY-Studio platzt gleich auch die eine oder andere Hose. 

22:56 Uhr

Beckenbauer schaut Michael Rummenigge ganz konsterniert an, man hört ihn denken: »Was ist bloß mit Kalle passiert? Sah der schon immer so seltsam aus? Eigentlich schon... Aber trotzdem: Irgendwas stimmt nicht. Ob ich mal die Frau neben mir fragen soll? Ist die echt? Ich kann nicht mehr. Ich kann eigentlich schon lange nicht mehr. Aber ich mache einfach weiter. Wie die Sklaven in Katar, die es gar nicht gibt. Toll. Euer Franz Beckenbauer. Grüß Gott.« 

23:00 Uhr

Thomas Müller: »Wir haben heute neue Räume entdeckt.« Morgen wird auf der Pressekonferenz dann also das Bernsteinzimmer präsentiert. Wundert sich über gar nichts mehr: der Ticker. Gute Nacht, liebe Fans (auch aus den anderen Galaxien).

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