Bayern München
6
1
OSC Lille

Bayern-Lille im 11FREUNDE-Liveticker

Doggenstyle

6:1 schlägt der FC Bayern den OSC Lille - ein Ergebnis wie bei den French Open. Verlierer neben den armen Franzosen höchstens noch der überdrehte Arjen Robben, keinesfalls aber: der 11FREUNDE-Liveticker.

22:35 Uhr

6:1 schlägt der FC Bayern den OSC Lille. Die Bayern sind mit diesem Ergebnis aus dem Damentennis noch nicht weiter, Lille ist damit aber sowas von raus. Das Spiel in Zahlen: Bayern 6, Pizarro 3, Schweinsteiger 1, Robben 1, Kroos 1 und Lille auch 1, Herrmann 8 (Heineken), Ehrmann 15 (PBR). Ziehen wir also eine Linie unter dieses Spiel, das uns in der ersten Halbzeit teils mehr Schweiß auf die Stirn getrieben hat als den elf Bayern-Spielern zusammen. Eine Linie, auf der wir jetzt hoffentlich nicht mehr laufen müssen. Hicks. Bayern ist Weltmeister, latürnich! Ciao und adieu und bis zum nächsten Mal! Ihr / Euer Arjen Robben

90.+2

Endlich Schluss. Danke. Bitte.

90.

Und der Referee gibt tatsächlich nochmal zwei Minuten obendrauf. Für die Franzosen muss sich das anfühlen, als ob ihnen der Eisverkäufer oben auf die drei Kugeln nochmal schön draufrotzt. Wohl bekomm's.

88.

Robben, Robben, Robben! Wieder mal frei durch, ein Mann kämpft gegen sein Finaltrauma, merkt dabei gar nicht, dass das hier ein Gegner auf dem Niveau des FC Augsburg ist, also das auch von uns viel zitierte Muster ohne Wert (ebda.), und trotzdem oder gerade deswegen scheitert er ein ums andere Mal. Wir müssen uns Sisyphos im Vergleich dazu wirklich als den glücklichsten Menschen der Welt vorstellen.

86.

Robben, dieser unbändige Ehrgeizling, will es jetzt auf den letzten Drücker nochmal wissen, rutscht fast aus, hält sich dann doch noch und kommt sogar an den Ball, sieht dabei in seinem viel zu engen Shirt aus wie Gunda Niemann-Stirnemann, der in der Kurve die Kufen wegrutschen, dann versucht Robben, durch fünf Gegenspieler durchzurennen, wirkt dabei jedoch nur noch wie Montgomery Burns, der sich als Berliner Mauerspecht versucht und nicht mal einen Krümel loskriegt.

83.

Die Regeln der Straße sind hart: Abseits Shaqiri.

82.

»Unser Spiel wirkt ja fast so, wie wir früher auf der Straße gespielt haben«, hat Jupp Heynckes über die Leichtigkeit seines FC Bayern gesagt. Jetzt kann man natürlich nur erahnen, wie die Straßen in Jupps Jugend (Jahrgang 1945) ausgesehen haben mögen, und man kann auch nur mutmaßen, ob ein Arjen Robben sich dazu herabgelassen hätte, durch diese Nachkriegswirtschaftswunderstraßen zu dribbeln. Aber, allein der Gedanke daran macht uns irgendwie glücklich.

78.

Gelb für Tymoshchuk, vorher sahen schon Ribery und Schweinsteiger grundlos eine Verwarnung. Wilde Proteste, aber Schiedsrichter Hategan bleibt bei seiner Meinung. Unbeeindruckt von den an ihm hochspringenden und gestikulierenden Bayern-Spielern greift der Rumäne zum Karton. Wir lesen seine Gedanken: »Was nützt die ganze Demokratie, wenn die Mehrheit irrt?« Naja.

76.

Robben - im Strafraum - verschießt!! Ich hab's doch gesagt. Immerhin: Kein Elfer.

74.

Robben fällt auf rechts. Foul? Weiterspielen, entscheidet Referee Hategan: Too close to call.

73.

11FREUNDE-Ergebnisdienst (mit Lautschrift): Braga-ManUnited 1:0 (hihi), Celtic-Barca 1:0 (huiii), Chelsea-Donezk 2:2 (wooow). Und Bayern-Lille 6:1 (wuff).

72.

Die Franzosen spielen, als hätten sie sich im Sport geirrt. Rutschen und schlieren über den Rasen, den man sich angesichts dieser Bewegungsabläufe wie eine festgefahrene Skipiste vorstellen muss. Erinnerungen an Winterolympia werden wach. Lillehammer 1994. Trifft gleich Hervé Flandin für den OSC? 

69.

Holt die Franzosen vom Rasen, möchte man rufen. Zum Beispiel so:

66.

Ein Tor für Freunde des Maya-Kalendars: Toni Kroos, gerade mal sechs Minuten auf dem Feld, erzielt in der 66. Minute den sechsten Treffer der Bayern. Weltuntergang auf bayerische Art. Dass Landreau im Tor der Franzosen so lange fällt wie die Wahlnacht gestern gedauert hat - geschenkt. Dass es hier um nichts mehr geht - geschenkt. Das Tor - auch geschenkt. Vor uns die Sintflut. Bitte.

65.

Hui, da sind sie wieder, die Fans! Pfeifen jetzt, nachdem der Schiri Foul von Schweini gepfiffen hat. Passend dazu die Vereinshymne des OSC Lille:

64.

Balmont haut Dante um. Die Hölle, das sind auch heute mal wieder die anderen.

62.

Ist diese zweite Hälfte also nun dieses berühmte "Muster ohne Wert", das uns die Sportzeitungen immer mal wieder andrehen, und das ich früher immer entweder für einen österreichischen Tennisprofi nach dem dritten Erstrundenaus in Folge oder grässliche Kubismus-Gemälde gehalten habe? Um Antworten wird gebeten an tweed@11freunde.de!

63.

Schmidts Sprecherkabine verwandelt sich in ein Ökosystem. »Gegentore, die natürlichen Feinde eines Torhüters«, charlesdarwint der ZDF-Biologe, selbst erklärter Feind der impulsiven Reportage. Und wir wissen: Den Letzten fressen die Hunde. Aber nur, wenn es keine Doggen sind.

60.

Trotzdem wäre mir wohler, wenn ich wüsste, dass Robben auf keinen Fall einen eventuellen Elfmeter schießen würde. Sie wissen ja, der alte Affe Angst.

58.

Hoppla! Ex-Chelsea-Profi Salomon Kalou schickt Liebesgrüße von Roman Abramowitsch, hämmert den Ball unter die Latte, unter die vor sechs Monaten ein gewisser Didier Drogba... nein, lassen wir das. Es steht 5:1.

57.

"Die Luft ist raus", sagt Taxis. Fallen jetzt die Waben der Arena in sich zusammen? Das hätte selbst Lille nicht verdient.

56.

11FREUNDE-Leserreporter haben den Grund für die schlechte Stimmung (sog. Scheißstimmung) in München ausgemacht: Angeblich fehlen 400 Hartgesottene in der Südkurve. Außerdem fehlen unbestätigten Berichten zufolge elf Spieler aufseiten der Gäste.

54.

Und Mitt Romney hat's immer gewusst.

52.

Fakt: Diese Paarung ist jetzt nicht mal mehr die hässliche Freundin der gestrigen Kracher, nicht die kleine Schwester, nein; es ist die dumpfe Nichte vom Land, die nur an Weihnachten zu Besuch kommt, Nickelbrille trägt und uns Musik der Guano Apes in die Ohren drücken will, weil deren Sängerin in der Jury von X-Factor sitzt und »echt tough drauf ist.« Wir haben zu tun, wollen wir abwehren, wissen aber nicht was. Verdammtes Leben. Ehrmann, Hilfe!

50.

Wie lange wird es wohl dauern, bis sich der OSC Lille eine echte Torchance erspielt? Prognose: Four more years.

48.

Habe mich nochmal über das kleine Symbol in der oberen, linken Bildschirmecke versichert: ZDF, tatsächlich. Wenn Spannung ein uneingelöstes Versprechen bleibt, wähne ich mich eigentlich immer automatisch beim Tatort im Ersten. Auch Oliver Schmidt erkennt das Problem richtig, versucht sich aber an der falschen Lösung und jazzt die Partie künstlich zum Thriller hoch: »Lille angriffslustiger. Was geht hier noch?« Wenn er mich fragt: nichts.

46.

Ein 5:0 zur Pause gab es noch nie, informiert uns das ZDF beflissen. Weil Garcia nicht erpicht ist, weitere traurige Rekorde einzufahren, bringt er zwei Offensivleute. De Melo und Mavuba sprinten ins Spiel. Uns interessiert eigentlich nur: Wann bringt er Big Bird?

21:45 Uhr

Die Werbung will uns auch schon verarschen. Erst stimmen "Boy" wie zum Hohn ihren Hit "Little Numbers" bzw. "Lille Numbers" an, dann promotet Brad Pitt ausgerechnet... Chanel No. 5. Ach, schleich dich, bärtiger Hollywood-Beau!

21:40 Uhr

Das heute-Journal macht einfach weiter mit dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, ganz so, als sei gar nichts geschehen. Nimmt damit die Einstellung des OSC Lille für die zweite Halbzeit vorweg, die auch einfach weitermachen müssen, als sei nichts geschehen. Und jetzt Welke nebst dem sinistren Zen-Meister des Weiter-Immer-Weiter. Aber wir wollen doch gar nicht mehr!

21:40 Uhr

Und hinterher wird es heißen: Auch Tote unter den (deutschen) Livetickerern.

21:38 Uhr

Einen Vorteil hat die Partie dann doch gegenüber dem gestrigen Spiel im Bernabeau: Uns bleibt der leidliche Satz »Zwei Deutsche in den Reihen von Real Madrid« erspart. Ich hasse diese Tagesschau-Dokrin, alles auf deutschen Blickwinkel zu reduzieren, nämlich. So. Das musste mal gesagt werden. Und jetzt wieder Fußball und Berichterstattung. In den Reihen des Livetickers: zwei Deutsche.

21:35 Uhr

Gestern Real Madrid contra Dortmund, der FC Arsenal auf Schalke, das doppelte 2:2 und knisternde Spannung bis zur 93. Minute. Und heute: Bayern München gegen einen französischen Fantasieverein, der theoretisch da ist, praktisch aber nicht. 5:0 zur Halbzeit, Slapstick statt Fußball auf Augenhöhe. Was haben Ehrmann und ich falsch gemacht, dass wir in die Allianz-Arena abkommandiert wurden? Ist das der Anfang einer langsamen Kündigung? Ist das schon Mobbing? Und wo ist Vera-Int Veen, damit man ihr sagen kann, dass man sich selbst in so einer Situation nie bei ihr ausweinen wollen würde?

21:33 Uhr

Boulevardeske Überschriften, den Rufnamen des OSC Lille betreffend, auf die 11FREUNDE heute schon Patent anmeldet:

  • Zahnlose Doggen

  • Doggenstyle

  • 1 Robben und elf Doggen

  • Doggen Day Afternoon

  • Who let the Doggen out?

45.

Ufff. Pause. "Szenenapplaus, aber nur für die Bayern", weiß Thurn und Taxis. Nein, stimmt nicht. Ich applaudiere ihm jetzt. Klassische Übersprungshandlung. Jetzt acht Bier, fünf Lines Koks, und ich bin gerüstet für die zweite Halbzeit mit den nächsten 18 Toren. Wie gesagt: Ufff.

45.

Und plötzlich ist es wieder so ruhig, dass man die Grashalme wachsen hören kann. Vielleicht sind die Bayern-Fans jetzt kollektiv nach Hause gegangen? Wenn ja: Woran man Erfolgsfans erkennt, Teil III.

43.

Herrmann und ich würden uns kneifen, wenn wir dazu nicht 350 Kilometer Autobahn fahren müssten. Ich kneif mich stattdessen selbst. Au! Au! Au! Hilft nix, es steht immer noch 5:0. Au!

40.

Und jetzt rauscht die "La Ola" durch die Arena, 11FREUNDE-Gründer Philip Köster surft diese bekannteste aller Wellen, einmal im Rund. "So verlustiert man sich hier", schmachtet TuT, dessen Mentalität ja irgendwie noch mit Marie-Antoinette durch die Buxbaumhecken spaziert.

37.

Woran erkennen Sie Erfolgsfans (II): "Oh, wie ist das schön"-Gesänge in der ersten Halbzeit. Also vor allem erkennen Sie daran, dass es ein wirklicher Erfolgsklub ist, der da am Werk ist. Sowas würde zum Beispiel bei meinem Klub, also auf dem Betzenberg, nie vorkommen.

35.

Erwin, der für die 11FREUNDE-Anzeigetafel zuständige Frührentner hat mit dem fünften Treffer entnervt den Dienst eingestellt. "Das tu ich mir nicht mehr an", motzte er noch, will sich jetzt "besaufen oder sowas". Herrmann und ich übernehmen, stellen schon mal vorsorglich auf 10:0. So haben wir wenigstens runde zehn Minuten Ruhe.

34.

Ehrmann und ich haben uns jetzt auf ein System geeinigt, hernach wir einander an der Tastatur abklatschen, nämlich einfach bei jedem Tor. Das garantiert in etwa einen Autorenwechsel im Fünfminutentakt. Jetzt rollen die Bayern über die rechte Seite, Gegenwehr gibt es längst nicht mehr, Garcia hat elf Pappaufsteller in die Allianz-Arena entsandt. Pizarro dropkickt das 3:0 aus kurzer Distanz. Gleich dann wieder Kollege Ehrmann mit dem 6:0. Tschüß.

32.

"Robbbbben, der hat wieder Luhuhuhuust", lustet Taxis bei einem Solo des Holländers, klingt dabei so, als würde ihm sein Sidekick mit einem gigantischen Gänsekiel den Rücken stimulieren. Jetzt wird's schmutzig, denn...

28.

Äh, wollten sagen: Wie hier! Was ist denn da los? Pizarro macht sein zweites, Bayern das vierte Tor in der ersten halben Stunde. Wenn das hier so weitergeht, wird es nach Obama gleich schon wieder historisch. Geben "höchste Europapokal-Niederlage" im Atari ein, der kommt mit Gladbach-Dortmund 12:0 (1978). Ein Königreich für dieses Ding namens Internet. 

26.

Nur mal so zwischendurch: Rudi Garcia (Lille-Trainer) könnte namenstechnisch auch bei Scarface mitmachen. In dem Hollywood-Klassiker knallt's ja fast so oft wie.....

23.

Wir sind ja keine Unmenschen, keine Sadisten, nein. Wir haben jetzt Mitleid. MIt dem OSC Lille. Freistoß Bayern, und weil Schweinsteiger schon getroffen hat, knobeln die Kollegen den Schützen aus. Robben hat Schere, Ribery macht Papier, Robben tritt an, Debuchy fälscht ab und es steht 3:0. »Die müssen wir wegputzen«, hat Hoeneß gesagt. Die Bayern nehmen den Boss beim Worte, putzen so gründlich wie ein jungfräulicher Student vor dem ersten Candle-Light-Dinner mit der Kursbombe. Wenn's nicht nur sauber, sondern rein ist: FCB.

21.

Woran erkennen Sie Erfolgsfans? Die ersten Wechselgesänge kommen nach der 2:0-Führung. "Bayern! - Bayern!" Wir machen mit: Herrmann: "Thu-hurn!" - Ehrmann: "Ta-xis!" Und wieder von vorne. Hei, ist das witzig.

18.

Und TuT bringt direkt Glück! "Jawollllll", jubelt er. Und hat dann gleich die Fakten: "Pizarro macht in der 18. Minute sein 18. Champions-League-Tor." Aber natürlich wird's gleich auch wieder heimelig, Fritze nimmt uns mit an den Kamin, zieht die Barbour-Jacke aus, holt den Weinbrandt raus. "Mönsch, der ist ja noch beweglich, der Pizarro!" Unnachahmliche Mikrofon-Erotik.

17.

Die bereits angesprochene moderne Technik macht's möglich. Wir schalten jetzt parallel auch noch zu Sky. Denn da kommentiert der habsburgische Thronfolger Fritz von Thurn und Taxis. Ein Fest (Dogma, 1998).

16.

Wie ich Oliver Schmidts Leben verfilmen würde: Anfangs der kleine Oliver vor dem TV, 1974, die Knickebocker klemmt ihm unter den Ohren, er lauscht Rudi Michels legendärer Finalreportage und macht sich, gerade mal zweijährig, eifrig Notizen. Später, der jugendliche Schmidt in Erkelenz, ein fescher Bursche, der kommentiert, wo/was er nur kann. Das Kantinenessen in der Schule, sein erstes Mal, die Konflikte der Eltern: Schmidt findet für jede Situation die passenden Worte. Seine Stimme ist tiefer geworden, die Notizen sind geblieben. Off-Sound: »Rauchig, aber klar, mit Mut zur Pointe. Die Ladies drehen durch, Erkelenz ist zu klein für dieses große Talent.« Noch später, Februar 2010, kurz vor der WM in Südafrika. Schmidts erstes großes Turnier. Er ist nervös, übt täglich 25 Stunden auf der Vuvuzela, die er sich zwecks Vorbereitung (Off-Stimme: »Ein echter Profi«) vorab im Internet bestellt hat. Schlussszene, Schmidt kommentiert die Vorrundenpartie Bayern gegen Lillie. Off-Stimme: »Fast wie einst Rudi Michels. Schmidt hat es geschafft.« Dann Abblende, vielleicht ein Sonnenuntergang und die Credits. Gespielt wird Schmidt – unter Kollegen eine Selbstverständlichkeit – von Béla Rethy.

14.

Wer mehr über das Leben des ZDF-Kommentators erfahren will, sollte umschalten. Kabel 1 zeigt seit 20.15 Uhr »About Schmidt«. Doch Obacht, der TV-Guide kündigt die Verfilmung als Tragikomödie an. Höhepunkt des Meisterwerks: Wie Schmidt und Réthy um die Besetzung der Champions-League-Spiele wrestlen. Da bleibt kein Auge trocken.

12.

Oliver Schmidt ist »Ihr« (also auch »unser«) Kommentator. Und wir dachten, die Leibeigenschaft sei im Zuge der Feudallastentilgung abgeschafft worden. So kann man sich irren. Football like it's 1783!

8.

Kroos mit dicker Wollmütze auf der Bank. Guckt irgendwie doof aus der Wäsche (Ski-tauglich, extrawarm). Überlegt wohl insgeheim, wo er jetzt überall sein könnte: Auf dem Sofa, in der Disko, am Autoscooter. Da ist nachher natürlich nix mehr los.

7.

Müller! Mit seiner zweiten Hundertprozentigen! Eine zweihundertprozentige also, wenn man so will. Wir wollen. Er nicht. Drüber. Darauf einen 42-Prozentigen. Prost.

5.

Es zerstreuen sich alle Zweifel, die Bayern könnten dieses Spiel unernst angehen, denn: es steht 1-0. Sarah Brandtners Thermohosenkniff geht sofort auf, Schweinsteiger zauberfußt einen Freistoß aus 18 Meterns ins linke Toreck. Die Bayern wiederwählen sich selbst ins Achtelfinale.

3.

Herrmanns Eltern haben dem suchtgefährdeten Studienabbrecher noch eine Hinweistafel in die Arena gezimmert. "Heineken - enjoy responsibly." Keine Angst, er trinkt nur eins, das versichere ich Ihnen. Eins nach dem anderen.

1.

Anstoß. Kurz zuvor völlige Ruhe in der Arena. "Gespenstisch", flüstert Schmidt, so als würde er ahnen, was auf uns aus seinem Munde gleich noch alles zukommen wird.

20:43 Uhr

Die Hymne der Champions League. Oder auch: Die Hymne der Schampong-League wie Claus Kleber den Wettbewerb vorhin umtaufte. Wenn Sie mich fragen: Alles nur geclaus.

20:42 Uhr

Neuer Tiefpunkt in der Bayern-Karriere des Javi Martinez: Das Einlaufmädchen will nicht an seine Hand, schlägt die ausgestreckte Pranke rotzfrech weg. Nochmal mit Eastwood gesprochen: 40 Million Dollar Baby.

20:38 Uhr

Herrmann, mit tm3 und QVC aufgewachsen, fehlen beim ZDF-Bildungsfernsehen "diese tollen Quizfragen wie bei Sat.1", wie er gerade moniert. Okay, okay. Also:

Wie heißt Bayerns Rechtsaußen?

a) Wiesel

b) Zobel

c) Frettchen

d) Opossums

e) Walrosse

f) Biber

So, lieber Kollege, dann entscheide Dich mal bitte. Anrufe unter 0180 47 11 08 15 * 0,99 Gulden / Minute.

20:36 Uhr

Das ZDF haut richtig drauf auf die glücklosen Gäste. "Die Dogge wirkt harmlos", heißt es nun. Ein Satz wie aus der WWF 1993, als der British Bulldog so langsam aus der Form geriet.

20:34 Uhr

Einspieler zu Lille, das geht natürlich nicht ohne den traurigsten Song aus dem Schmuseklassiker "Die fabelhafte Welt der Amelie". Dazu der französische Coach: "Es steht nicht gut um uns." Seltsam. Unseren letzten Erkenntnissen zufolge steht es immer noch 0:0.

20:32 Uhr

Kahn fühlt sich auf dem Rasen der Arena, auch wenn nur am Seitenrand, pudelwohl, wie zu alten Zeiten. Sprudelt seine Lieblingsvokabeln hervor, "motivieren", "antreiben", "angreifen", klingt dabei wie ein Firmenpsychologe auf dem Unternehmensausflug. Haut dann Sammer die flache Hand ins Gesicht. "Tschakkkkaaaaa!"

20:29 Uhr

Trotz aller Großkotzigkeit kann ich persönlich zum Hoeneßschen Mantra nur sagen: Sein Lille geschehe. Denn auch bei Toren gilt: The more, the merrier.

20:26 Uhr

Matthias Sammer muss noch viele Schritte tun auf dem langen Pfad der Hoeneßwerdung. »Keine Frage, wir genießen den Moment, aber nicht mehr«, befand der Sportvorstand nach dem 3:0 über den HSV und mit Blick auf Lille milde. Hoeneß polterte deutlicher: »Wir müssen die wegputzen.« Carpe Diem wider Wurstfabrikrhetorik. Lecker.

20:24 Uhr

Rückblick auf den Dienstag. Schalkes Uchida wird Uschi genannt. Unfassbar. Genauso unfassbar der Kommentar von Kapitän Höwedes, genannt Höwi (wahrscheinlich): »Wir hätten gerne gewonnen.« So kann man es auch formulieren.

20:22 Uhr

Das ZDF ist wieder auf Sendung, also: auf Champions-League-Sendung. Und kündigt für später sodann gleich Zusammenfassungen an, Valencia gegen BATE Borisov, unheilsschwanger dröhnt es aus der Box: »Bayerns Konkurrenten im direkten Duell.« Bei einer Gruppe mit vier Teams wäre alles andere auch eine dicke Überraschung.

20:17 Uhr

Gefunden bei den Kollegen vom Kicker: Der FC Bayern hat die Arena offentsichtlich auf arktische Temperaturen runtergekühlt, will OSC Lille ausfrieren. Wird das ein, pardon, zweites Pultusk für die Franzosen, wie weiland zu Napeleons Zeiten? Oder hat Sarah ihrem Schweini einfach nur zur Thermohaut genötigt? »Basti, hast du auch die langen Unterhosen an?« - »Aber Hase, die ganze Welt schaut zu. Ich...« - »Nichts da, der Arjen trägt sie doch auch!« Völlig eiskalt: der Liveticker.


20:14 Uhr

Daei und van Breukelen? #arena

20:09 Uhr

Herrmann, Jahrgang 1995, hat von den Arbeiterbieren der amerikanischen 80er natürlich noch nie was gehört, süffelt im fernen Bremen stattdessen stillos Heineken. Ich schick ihm mal schnell Dennis Hopper vorbei, um ihn auf Linie zu bringen. Soooo.

20:05 Uhr

Bevor es auf die Dächer der US-Hauptstadt ging, haben uns Welke und Kahn noch einen kurzen Einblick in die Bayern-Aufstellung gegönnt. Wieder mal dabei: Javi Martinez. Spielt bislang ja nur in der Champions League von Anfang an. Ist also sowas wie der Gran Torino von Eastwood im gleichnamigen Film. Glänzt ganz schön, wird immer schön poliert, darf aber nur zu Festtagen auf die Straße. Darauf ein PBR. Zischhhhhh. Lecker.

19:59 Uhr

Doch zurück zum Spiel, das ja nach dem knappen 1:0 für die Bayern in Nordfrankreich diesmal in München stattfindet. Was ich mich schon öfter gefragt habe: Nach wem ist diese berühmte Ali-Hans-Arena benannt? G. und Pflügler? Muhammad und Meyer? Die Antwort bitte an stadionwunder@11freunde.de.

19:54 Uhr

Verstörend (II): Claus Kleber singt "Hit the road, Bush." Das ZDF-Nachrichtenfaktotum ist nach der langen Wahlnacht mehr denn je der Herr der Augenringe im Öffentlich-Rechtlichen Senderaum. Droht auf den Dächern über Washington einfach umzukippen, die Lider fallen ihm zu. Plötzlich ist Kahn aus dem Off zu vernehmen: "Weiter, Claus! Immer weiter!"

19:46 Uhr

Erste Hochrechnung aus dem Bundesstaat Bayern: 0:0.

19:42 Uhr

Das ZDF verpflichtet seine Mitarbeiter vertraglich auf den Vornamen Oliver. Heute experten in der Arena, die den Namen eines großen Versichertenanbieters trägt, Olli Kahn, Olli Welke und Olli Schmidt vor sich hin. Nahaufnahme Kahn, ZDF-Champions-League-Magazin. Der Titan lächelt süffisant, streichelt sich in Gedanken die Schulter: »Nur wenn du es zu einhundert Prozent willst, wenn du zu einhundert Prozent gierig bist, wenn du zu einhundert Prozent daran glaubst, bist du ein guter Oliver.« Dann Abblende, Obama übernimmt. Prognose: Ohne Wahlkampfverweise kommen wir heute nicht aus.

19:37 Uhr

Sind sich die Bayern ihrer Sache zu sicher? »Congrats for the big win«, twittert Boateng jetzt schon. Im vorherigen Tweet bietet er gar sein Trikot zur Verlosung an. Ich ahne Böses, Kollege Ehrmann wirft sein Monatsgehalt für das Yersey in den Ring. Und alle so: yeeeeeees!


19:22 Uhr

Zum Wetter: Im Norden trüb, im Süden sonnig. Äh... huch. Sollte aufhören, einfach mitzutippen, was gerade aus dem Fernseher kommt. Es ist dieser verdammte Schlafmangel, der mich fertigmacht. Nur weil Romney sich ewig Zeit gelassen hat, bis er endlich seine Niederlage eingeräumt hat. US Election, das ist immer auch die Wahl der Qual.

19:15 Uhr

Heute mithilfe modernster Übermittlungstechnik die Premiere des Duos Ehrmann/Herrmann. Die dollste Paarung seit Woodforde/Woodbridge hat schon im Vorfeld für zahlreiche Kalauer gesorgt. Und wenn ich den Kollegen jetzt noch sagen würde, dass mein Urgroßvater tatsächlich Hermann Ehrmann hieß... Sehen Sie? Mach ich aber nicht. Und Sie, liebe Leser, behalten das bitte auch mal für sich.

19:16 Uhr

Ein Insider hat uns alle in Frage kommenden tabellarischen Situationen durchmultipliziert und zugeschanzt. Die Bayern sollten gegen Lille auf jeden Fall mit Zug nach vorne agieren, wollen sie das Achtelfinale erreichen. Am Ende kann die Tordifferenz entscheidend sein.

19:09 Uhr

Verstörend: Keine 24 Stunden nach dem Punktgewinn im Bernabeu hat Jürgen Klopp seine Borussen schon wieder auf den Platz geschickt. Gegner diesmal: Inter Mailand (live bei Eurosport, Stand 1:1). Lässt der gnadenlose Erfolgscoach seine Elf jetzt gegen alle Champions-League-Sieger der letzten 30 Jahre testen, um ihr Wettkampfhärte einzubläuen? Und das auch noch in einem Stadion, das aussieht wie die Grotenburgkampfbahn in den 80ern! Dann die Entwarnung: Es handelt sich um die U19-Next-Generation-Serie.

15:00 Uhr

Die Konstellation in der Gruppe scheint eindeutig, ist aber bei genauerer Betrachtung höchst verworren. Klar ist: Lille (0 Punkte) ist raus, muss nächstes Jahr wegen Harmlosigkeit im Fuji-Cup starten. Dann aber: Bayern, Borissow und Valencia allesamt mit sechs Punkten. Aber wer ist aktuell vorne? 11FREUNDE-Wahlleiter Ulli Deppendorf dazu: "Wir müssen die Auszählung der Briefwahlstimmen abwarten, hier sind die Weißrussen traditionell stark. Ein Beobachterteam der OSZE ist vor Ort. Wir halten Sie auf dem Laufenden." Danke, Ulli.

14:55 Uhr

Zum Personal: "Klose wird geschont", lasen wir soeben. Was halb so schlimm ist, da er seit einer Weile nicht mehr bei den Bayern spielt (manch böse Zungen behaupten ja, das habe er noch nie getan, aber naja). Definitiv weiter mit dabei: B. Obama in zentraler Position. Hat seinen Vertrag um vier Jahre verlängert. Der brandgefährliche Mann aus der MLS (Spitzname "Goalbama") brennt darauf, nun sein ganzes Können aufbieten zu können und die hartnäckige Abwehr des Gegners zu brechen. Altbundestrainer Helmut Schmidt ruft an, sagt: "Er kann es." Dem schließen wir uns an.

14:50 Uhr

Auf ein Neues, liebe Tickerfreunde, nach der Flut kommt die Ebbe, nach Ebbe kommt Flut - und nach Real-Dortmund kommt Bayern-Lille. Sehen wir es an diesem historischen Tag optimistisch, oder wie unser Freund aus Übersee sagen würde: "The best is yet to come."

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!