FC Bayern München
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Borussia Dortmund

Bayern gegen Dortmund im 11FREUNDE-Liveticker

Krooses Kino

Bayern gegen den BVB: Dieses Spiel war lange ein Gipfeltreffen ohne echte Steigeisen. Erst ein fabelhaftes Tor von Toni Kroos öffnete die Büchse der Topspielpandorra, die Mario Götze Minuten später wieder zumachte. Trotz Bodenhaftung in luftiger Höhe dabei: der Liveticker.

Freitag, 16.30 Uhr

Liebe Freunde, wir legen jetzt mal die Karten auf den Tisch und verraten euch ein Geheimnis: Wenn hier morgen das Spiel der Hinrunde angetickert wird, sitzen die Kollegen Benjamin »Up, up, and away« Kuhlhoff und Alex »Ol´Blue Eyes« Raack doch tatsächlich in einer Maschine der Lufthansa, fliegen über den großen Teich nach New York und testen ganz uneigennützig das neue über-den-Wolken-Angebot: Livefußball während unter einem die Welt auf Wiedersehen sagt. Kein Scheiß. Endlich kommen wir mal den Fantasien unserer Leser nahe, die uns doch tatsächlich livetickernd in einer großen Spaßblase aus hübschen Frauen, hübschen Drogen und hübschem Leben vermuten. Diese Vorstellungen kamen der Wahrheit bislang so nahe, wie Lothar Matthäus einem Trainerjob beim FC Bayern, für ein Spiel machen wir jetzt mal die Ausnahme. Vielleicht kommen Raack und Kuhlhoff nie wieder, vielleicht bleiben sie im Land der dollen Möglichkeiten, ziehen gen Westen und finden ein paar dicke Nuggets. Chicken, süß-sauer. Schmackofatz. Genug der Anpreiserei, wir sehen, lesen, hören und riechen uns morgen!

Samstag, 13:21 Uhr

Hallo Fans! Today is the day, oder wie sagt man in Frankreich? Bayern gegen Dortmund, ein Spiel so groß wie Ottfried Fischers Plauze. Mindestens. Wir sind jedenfalls bereit: Nachdem ich gestern Nacht den Kollegen Raack mit dem 11FREUNDE-Maulesel aus irgendeiner Berliner Kaschemme gefischt habe, sind wir im Anschluss die ganze Nacht nach München gewandert. Schritt für Schritt hat Raack sich so die 7,9 Promille aus der Blutbahn gesteppt. Und jetzt sind wir also da, in der Stadt des Jahrtausendspiels. Und während Raack versucht die Welt durch eine Brezel mit anderen Augen zu sehen, mache ich mir Gedanken über den weiteren Tagesverlauf. Gleich treffen wir zwei glückliche Gewinner der 11FREUNDE-Dauerkarte, um gemeinsam mit ihnen nach New York zu fliegen. Und in der Luft tickern wir dann das Spiel. Das ist so bizarr, dass es sich nicht einmal Helge Schneider sich ausdenken könnte. In diesem Sinne: Tu mal lieber die Möhrchen!

13:38 Uhr

Ansonsten ist die Stimmung in München supertopspielartig ruhig. Lässig ruhig, wie man anhand der sportlichen Dominanz des Effzehbeian ja fast schon reflexartig sagen muss. Einige Dortmunder streunen bereits durch den Flughafen-Terminal. Einer trug sogar ein schwarzgelbes Palituch. Spontane Gedanken: Wird Dortmund jetzt auch ein Freistaat und holt sich am Ende nur ein paar letzte Tipps aus Bayern ab? Ist der Fußball nur Vorwand eines großen Polithappenings? Die große Bühne der Weltpolitik, minimiert auf ein grünes Rechteck. Doch dann fingerte der gute Mann nonchalant eine Molle aus der Jackentasche und grinste seinem Kumpel zu. Fußball, wir lieben Dich!

13:41 Uhr

Memo an mich: Nie mehr bei eine Münchener Bäckerei nach einer Schrippe fragen. Der Blick der Bäckerin sagte nur ein Wort: Sozialschmarotzer! Jetzt mümmel ich mir einen ab an dem furztrockenen Gebäck, weil ich nicht wusste, was »belegt mit Käse« auf bayrisch heißt. Und Raack? Liegt sich derweil schunkelnd mit der burschikosen Bäckerin im Arm und jongliert Weißbiergläser. Bezeichnend!

14:06 Uhr

Zu unseren Beruhigung konnten wir heute morgen in der »Süddeutschen Zeitung« lesen, dass es Menschen gibt, die ein noch größeres Fatansieleben führen als wir. Rapgott RZA etwa plauderte im Interview über seinen Alltag. Die Eckpunkte: täglich Kung-Fu-Filme schauen mit Quentin Tarantino, den gleichen Grasdealer haben wie Jim Jarmusch, einen 20-Millionen-Dollar-Film drehen, obwohl man keine Ahnung hat, wie das geht. Den Stress möchte ich nicht haben!

14:11 Uhr

Andere Menschengruppen mit Fantasieleben: Bild-Redakteure. Die bringen einfach mal zum Mittagessen den Topspielvergleich der Spielerfrauen. Lechz bzw. Aaargh, warum sind wir nicht darauf gekommen!

14:25 Uhr

Zitate von Uli Hoeneß, an die ich immer denken muss, wenn ich eine Weißwurst sehe: »Ich habe noch keinen Vegetarier gesehen, der gelacht hat. Die sind alle schlecht gelaunt, weil sie sich jeden Tag damit beschäftigen, was sie nicht essen sollen. Ich dagegen habe Spaß, weil ich andauernd daran denke, was ich alles essen kann.« Ach München, deine Bodenständigkeit macht mich fertig!

17:03 Uhr

The sky is the limit! Kollege Raack und ich sind sicher gestartet und befinden uns nun in etwa so weit von der Erde entfernt wie der FC Bayern vom Abstieg in dieser Saison. Genau Flughöhe: 10462 Meter (geschätzt). »Ganz schön hoch«, sagen Normalos. »Geht noch höher«, würde Jürgen Klopp sagen. Aber der ist ja auch ein Motivationsmonster. Bereits jetzt im Höhenrausch: der Liveticker!

17:11 Uhr

Zur Vorbereitung auf das Spiel haben wir natürlich auch die Pflichlektüre für jeden verantwortungsvollen Sportjournalisten durchgeackert. Die traurige Erkenntnis: Die »Wild und Hund« war auch schon mal näher dran. Quo vadis Qualitätsjournalismus?

17:15 Uhr

Dann also die Klassiker: SZ, FAZ, TZ, A-Hörnchen, B-Hörnchen und der obligatorische Anruf beim 11FREUNDE-Experten Sport Goofy. Der geht nicht ran. Also Anruf bei Peter Neururer. »Loch 17, was kann ich für sie tun«, meldet sich der Trager des fuchsfarbenden Bierschaumbart-Ehrenordens. Wir legen auf. Das sind herrliche Spiele unter Männern.

17:18 Uhr

Was wir beide unbedingt noch loswerden möchten: Wir grüßen unsere Mütter, unsere Väter und ganz besonders unsere Eltern! (Notiz an uns selber: Mario-Basler-Modus: aus)

17:21 Uhr

Selbstredend, dass wir uns für diesen Partie, für diesen doch etwas außergewöhnlichen Tickerplatz, ins Topspiel eingelesen haben wie die Elefanten. Kuhlhoff, Schalke-Fan seit Klaus Fischers Geburt, hat extra sämtliche BVB-Statistiken auswendig gelernt, die in seinen Hauklotz-Kopf hineinpassten. Sekündlich bekommen die Fluggäste nun zu hören, dass Stephane Chapuisat häufiger mit der linken, als mit der rechten Schläfe aufs Tor geköpft hat und Jürgen Klopp mit zwölf Jahren mal einen Fahrradunfall in Wanne-Eickel schadlos überstand. Ich drücke verzweifelt den Knopf mit der Aufschrift »Wilde Hunde loslassen«, aber stattdessen taucht immer wieder eine nette Stewardess. Sie beißt nicht, sie lächelt. Was Kuhlhoff nur noch mehr anstachelt. Wo zur Hölle ist hier die Falltür?

17:35 Uhr

Investigativ, investigativer, »Bild-Zeitung«! Da haben die Kollegen doch vor dem Topspiel die gesamte Promi-Telefonliste abtelefoniert und nach Tipps gefragt. Antwort Heino: »Ein 1:1, weil ich beide Mannschaften mag.« Lieber Heino, wir lieben Dich.

18:10 Uhr

Kleines Luftloch (har...), Internet war wech, wir haben uns die Zeit mit einer Rutsche Armdrücken mit der Bordcrew vertrieben. Kuhlhoff hat sich die Elle gezerrt, weil er sich unbedingt die Mütze umdrehen musste. Faselte was von »Motor anschmeißen«, tss, tss, der Anfänger.

18:14 Uhr

In unserer Mitte liegt ein iPad, darauf läuft ein Stream und der zeigt zum Warmmachen die schönsten Paraden aller Zeiten. Gerade flog Peter Schmeichel vorbei, wäre fast im Triebwerk gelandet, aber mit purer Willenskraft verhinderte der Däne einen folgenreichen Zusammenprall. Puh. Oliver Kahn hätte von Unterdruck gesprochen.

18:16 Uhr

Kuhlhoff futtert, ich acker. Klassische Rollenverteilung bei 11FREUNDE. Während der feine Herr mit den Stewardessen schäkert, habe ich mir den Pflug um den Hals geworfen und schmiede Schwerter zu Liveticks. Ach ja, noch immer sehen wir statt Vorberichte hübsche Tore, Tricks und Schlemmereien aus der englischen Fußballhistorie. Eben hat sich Patrick Viera mal kurz die Furche gezogen. So ein bisschen wie Bauer sucht Fußball hier oben! Ah, da kommt mein Nachtisch: Zuckerrübe pur, Schmackofatz!

18:22 Uhr

Mannomann, wir sind schon ganz fickerig, Bayern gegen Dortmund, Altmeister gegen Schüler/Herausforderer/Naseweiss, das fühlt sich gerade so an, als ob Mr. Myagi seinen Schüler zur großen Schulhofklopperei herausfordern würde. Wir würden Icke&Er sagen: »Richtig geil!«

18:26 Uhr

Für uns schon jetzt die beste Nachricht: Wir werden das Spiel mit englischen Kommentar sehen. »A big warm welcome to all the football fans around the word. And tonight the world is round«, sagte eine kehlige Cockney-Stimme und raunt »The Klassiker«. Memo an Marcel Reif: Mal einen Englischkurs belegen.

18:28 Uhr

Mandzukic spielt. Das ist so, als hätte man sich aus Versehen »Wario Land« für den Super Nintendo bei der Videothek ausgeliehen.

18:29 Uhr

Gomez hingegen eingepackt wie ein Verbandskasten. Trägt Mullbinde auf dem Kopf. Ein Hommage an den Mannschaftsarzt? Wir wissen es doch auch nicht...

18:30 Uhr

Dante busselt Reus, Subotic knufft Müller. Jupp Heynckes schreibt lässig Autogramme. Wirkt irgendwie Helmut-Schmidthaft über den Dingen stehend? Wo ist die Galle? Wo sind die versteckten Eierkneifer? Jürgen Klopp muss innerlich kochen.

1.

Ein Geräusch als würden halbgefüllte Weingläser aneinanderprallen. Oder: Anstoß!

2.

Pfeifkonzert bei jeder BVB-Ballberührung. Wobei Konzert sich in etwa so vorgestellt werden sollte: ein Tröte und ein Betrunkener, der eine Geige auf dem Flohmarkt erstanden hat.

3.

Bayer am Ball, Dortmund am Laufen. So ist die Aufgabenverteilung in der Anfangsphase.

4.

Uauauauauauauauauauaua, entweder Manuel Neuer ist cooler als ein Eisfach oder geisteskrank wie Klaus Kinski. Lässt den Ball über den Schlappen rutschen. Von so viel Unvermögen sind selbst Mario Götze und Lew Lewandowski überrascht.

5.

Wir sind verwirrt, hören die ganze Zeit eine einzige rotzige Saufstimme, die »Bayern, Bayern« durch das Arenarund brüllt. Wo sind die anderen Fans? Noch an der Scampi-Schlange?

7.

Bayern macht Dampf wie eine alte Lok. Ribery schnauft über rechts, als dürfte er im Falle eines Sieges morgen in Frührente gehen. Ebenfalls bereits den Antrag ausgefüllt hat: der Liveticker.

12.

12 Minuten und 12 Sekunden sind vorbei. Die Gesänge gehen wieder los, Marcel Reif hält eine Art Plädoyer und Steffen Effenberg effenbergt eine kurze Martinez-Analyse ins Mikrofon.

14.

Der FC Bayern bemüht sich, einen Weg zum Tor zu finden. Dortmund versucht, einen Weg aus der eigenen Hälfte zu finden. Bislang sieht das alles ein wenig stockartig aus. Als spiele die Augsburger Puppenkiste gegen eine Kastanienmännchen-Elf. Ist das hier tatsächlich das Topspiel?

17.

Inzwischen haben sich die Kollegen Raack und Kuhlhoff verabschiedet. Entweder es gibt gerade Frei-Schnaps in der Business-Class oder sie sind eingeschlafen. Das Bodenpersonal muss übernehmen. Einziger Unterschied: Hier gibt es statt Schnaps und Champagner Knäckebrot und Leitungswasser. Auch gut.

20.

Marcel Reif hat vorhin, in der dritten oder vierten MInute, eine Art halbe Torchance erspäht. Wir haben sie verpasst. Waren zu sehr mit Schweigen beschäftigt.

20.

Und wir sind wieder online! Plötzlich steht Michael Buffer im Gang, er brüllt sein gutes lautes »Lets get ready to rumbleeeeeeee!!!« und bekommtb postwendend die Antwort: »Lets get ready to Renteeeeeee!!« Das Spiel ist bereits ein paar Runden alt. Aus dem Hintergrund müsste Henry Maske zuschlagen, Henry Maske schlägt zu und Michael Buffer geht k.o.

22.

Nachricht aus der Luft: »unser dtream kakt halt«. Hauptsache die Tastatur hat noch die richtigen Buchstaben. Hier ein Satz, der klingt wie eine Wetten-Dass-Außenwette: Wir geben ab ins Flugzeug!

24.

Knuffig wie eh und je: Bayerns Innenverteidiger Dante, den Kollege Neuer jüngst zum »Giganten« ausgerufen hat. So viel zum eilig vorgebrachten Superlativ. Wie sollte man dann erst Franz Beckenbauer nennen? Vielleicht Kaiser? Ne, das klingt dann doch etwas zu albern...

26.

Kaum ist Michael Buffer wieder verschwunden, taucht Gewinner Eric auf, Bayern-Fan seit dem ersten Tor von Gerd Müller (schoss der schon in der mütterlichen Gebärmutter). Eric, stilecht im Bayerntrikot, hat für den Trip seine Dauerkarte abgegeben, jetzt blutet ihm doch das Herz. Kuhlhoff leistet erste Hilfe, kennt sich ja aus, der Herzensbrecher.

34.

Das Duell Kuhlhoff/Raack gegen Internet-Stream 20.000 Meilen über dem Meer ist momentan spannender als das Spiel. Hier wieder das Bodenpersonal.

36.

Verletzung Badstuber, Einwechslung Boateng. Sky nutzt die Zeit, um eine Grafik einzublenden, über der das Wort »Spielanalyse« steht. Da sieht man die Mannschaftsaufstellung des BVB und einen animierten Pfeil, der sich in Richtung Bayern-Tor bewegt. Eine Analyse, die ein Hund hätte anfertigen können. Wobei: Wer hat jemals behauptet, dass Fußball kompliziert ist?

37.

Hier wieder die Luftcrew: Bisher überzeugt der englische Kommentator durch Galanz und feinen Wortwitz. Aber dann das: »Boateng is an excellent defender.« Ist das der berühmte britsche Humor?

43.

Bisher scheinen die Bayern mit elf Riberys auf dem Platz zu sein. Das mehrköpfige, französiche Urviech klärt am eigenen Sechzehner, atzt dann nach vorne. Mehr gemeinnützigen Einsatz sah man hierzulande nur beim Elbe-Dammbruch. Aber wo ist Gerhard Schröder?

41.

Dortmund macht es sich nun in der Bayern-Hälfte gemütlich. Hummels mit einem Traumpass auf Reus, der zimmert den Ball auf Neuer. Gehalten. Ein Ausrufezeichen kurz vor der Pause – immerhin besser als ein Semikolon kurz vor Schluss.

45.+1

Reus, ach ja, der spielt ja auch mit. Schwurbelt ein Geschoss auf das Neuer-Gehäuse. Aber der hält seine eiskalten Händchen dazwischen. Schön, dass jetzt alles mal den Ball berührt haben.

19:20 Uhr

Ein Piff, kein Tor, die Bayern. Die erste Halbzeit des einseitigsten Gigantengipfels ist vorbei. Bayern zeigt alles, der BVB immerhin Widerstand. Der Ticker geht sich mal kurz die Arschbacken pudern, die wir uns für euch, für den Fußball wundgesessen haben.

19:23 Uhr

Halbzeit. Zeit für ein Zwischenfazit über dem Atlantik: Sollte jeder Deutsche mal gesehen haben. So ein Topspiel.

19:24 Uhr

Damit es euch nicht langweilig wird, lieber Leser, haben wir aber auch ein kleines Halbzeitquiz vorbereitet. Welcher Gigant ist größer als dieses Spiel: A) André »The Giant« B) Oliver Kahn C) Der unglaubliche Hulk D) Haltet die Fresse, ihr seid ein kommerzieller Scheißladen. Schreib einer SMS mit der Antwort an 110 und gewinnt vier Wochen Knast in einer Stadt eurer Wahl.

19:28 Uhr

Was macht man eigentlich in einer Halbzeit, wenn es keinen »Experten«-Talk gibt? Diese bittere Frage müssen wir uns hier hoch oben gerade stellen. Raack weint in seinen Sitz, weil er Franz Beckenbauer vermisst. Ich bleibe paralisiert auf der ggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggg-Taste hängen. Business as usual also.

19:32 Uhr

Wie wir gerade erfahren haben, surfen wir derzeit auf dem stärksten Satelitten, den es gibt. Felix Baumgartner kann also einpacken.

19:33 Uhr

Wie weit der FC Bayern und der BVB noch auseinader liegen, zeigt unser freundlicher übertragender Sender aus Großbritanien: Während Jerome Boateng sich mit einem Gummiband warmmachen muss, beömmelt sich die halbe BVB-Bank beim Kreisspiel. Und irgendwo an der Säbener Straße holt Klinsi seine letzten Buddha-Figuren ab.

19:37 Uhr

Das ist positive Arroganz vom Double-Sieger: Die Bayern-Mannschaft darf die Halbzeit ohne Gegner starten. Im Grunde also alles, wie in Halbzeit eins.

45.

Ein Flitzer eröffnet mit einem Ben-Johnson-artigem Sprint die zweite Halbzeit. Während unsere deutschen Kollegen wahrscheinlich gerade über Sicherheitslücken und Chaoten diskutieren, jubelt unser neuer englischer Freund: »Haha! Das haben jetzt Menschen in 203 Ländern gesehen. Seine Frau wird stolz auf ihn sein. By the way: Nice T-Shirt!« Thats why they call it the Mutterland.

49.

Götze-Reus-Götze-Reus. Ach, ist das herrlich, wenn sich diese beiden Jungs die Pille zuschieben. Hat was von einem Ballwechsel zwischen Roger Federer und sich selbst – einfach herzallerliebst.

54.

Und kaum mosern wir mal etwas an dem Spiel rum, passiert das: Flanke aus der Mitte, Hummels leitet den Ball weiter – Neuer pariert wie vorhin Peter Schmeichel. Der Wachmacher, der Augenöffner, der Schlag in die Fresse zur rechten Zeit, das war er! Völlig aufgepusht macht Kuhlhoff 50 Liegestützen und bricht nach eineinhalb regungslos zusammen. Heja, heja, Ben-ja-min!

57.

Flanke Reus, Kopfball (!) Götze. Neuer hält. Ein Kopfballtor von Götze? Das wäre ja so, als wenn Andy Brehme seine Tore mit rechts geschossen hätte! Was? Der war beidfüßig? Alles ist möglich!

58.

Stoisch macht sich seit der Halbzeit ein großer Kerl mit komischer Frisur und einem leicht weltabgewandten Gesichtsausdruck warm. Wer ist der Kerl? Kuhlhoff schlägt nach und findet eine Antwort: Ein gwisser Mario Gomez. Gomez? Nie gehört. Wir sind wie Lothar Matthäus, wir schauen nicht zurück, wir schauen nach vorne! Vielleicht leben wir mal in der Gegenwart, aber nur in Ausnahmefällen. Mario Gomez? War der nicht mal Präsident beim Hamburger SV?

62.

Wir ahnen, was kommt: Der BVB bereitet die ultimative Demütigung vor. Lässt Bayern sich müden laufen wie eine Anfängertruppe und in zehn Minuten kommt überraschend Norbert Dickel rein und macht einen Doppelpack. Wir wetten: Dann wird Jürgen Klopp zum König jenes Landes ernannt, das mittlerweile 2000 Kilometer hinter uns liegt.

65.

Ach, diese schlichte Schönheit der englischen Sprache. Statt »Flankenwechsel« sagt unser Kommentar »brilliant cross«. Wir ziehen uns die Hosen verkehrt herum an und warten auf Kris. Jump!

66.

TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOr. Toni GAnz KROOOOOOOOOOS. Müller legt lässig ab, Kroos dribbelt messiähnlich um Hummels und schiebt ins lange Eck. Wäre das auch wieder gerade gerückt

68.

Müller will jetzt alles alleine entscheiden. Dribbelt durch eine gelbe Mauer, fordert Mike Tyson zum Bareknuckle Fight und bietet eine Lösung in der Eurokrise. Doch dann kommt das Bein von Mats Hummels. Geschichte bleibt Geschichte.

70.

Dortmund wirkt apathisch wie ein Herzpatient auf Magic Mushrooms. Bayern hingegen aktiv wie ein Braunkohlefilter. Wenn jetzt keiner dreckig reinrutscht, frisst Jürgen Klopp seine Mütze.

73.

Ecke, Brust, Götze, Schuss und, ja was wohl: Das Wunderkind des Weltfußballs macht ihn rein. Also: ToOoR für den Meister. Jürgen Klopp boxt ein bisschen Sauerstoff K.o. Dabei könnte den Uli Hoeneß gerade wohl ganz gut gebrauchen.

76.

Wunderüte Fußball: Da wollten wir gerade den Abgesang auf den BVB ansetzen. Die Sätze »Wurde auch Zeit«, »lange über den Möglichkeiten gespielt« und »jeder Rausch endet irgendwann im Kater« lagen schon im CMS und jetzt? Ganz demütig: der Liveticker.

79.

Die Stimmung in der Allianz Arena bleibt Lahm wie Bayerns Rechtsverteidiger. Deswegen sorgt Neven Subotic für etwas Erheiterung, weil er – in der Schritt greifend – den Platz verlässt. Für ihn kommt Santana. Und wir sichern uns die Filmrechte für den nächsten Sat.1-Megafilm: Subotic – Der Abgang des Wanderhodens.

80.

Ribery, Ribery, Ribery, Müller, Müller, Müller, Allein, Allein, Allein, Abseits, Abseits, Abseits. Lang lebe die Alliteration!

82.

Jetzt hat es auch unser englischer Kumpel am Mikro bemerkt, Dortmund am Drücker wie ein Flitzekacke-Opfer. Die Bayern machen sich zwar nicht in die Hose, aber bisschen Eier würden den Münchenern schon gut tun. Gell, Oli?

86.

Alter! Mario Gomez seit genau 0,4 Sekunden auf dem Feld, legt ab für Toni Kroos, Schuss - Jahrhundert-Parade von Roman Weidenfeller. Wenn er jetzt noch stilecht mit Bananen beworfen wird, seinen Unterkiefer ausklingt und eine Eckfahne begattet, glauben wir an Wiedergeburten.

87.

Alter 2! Müller bekommt den Ball an der rechten Strafraumkante und versucht dreist den Cantona – ein Lupfer, so zart wie Putenbrust. Doch im Dortmunder Tor steht heute der Oberförster und knallt die Pute einfach ab, was für eine Parade! Und die anschließende Ecke? Brachte nichts ein, außer einem herrlichen Kopfball von Martinez und einer weiteren spektakulären Flugeinlage von Oberförster Roman. Ist ja zur Hälfte Ruhrpott hier, also: Weidenfeller rettet Dortmund gerade den Arsch!

90.+1

Eine Minute Nachspielzeit, haben wir seit 1993 nicht mehr erlebt. Damals regte sich Bodo Illgner fürchterlich auf und drohte der Welt mit einem fiktiven Tatsachenroman. Wir lachten damals und erkannten die Gefahr nicht. Jetzt ist es hier vorbei. Aufgepasst, Fußballsprache! Bayern und Dortmund trennen sich schiedlich friedlich mit 1:1. Tor Kroos, Tor Götze, Punkt für jeden, ach, jetzt nehmt euch doch alle in die Arme, pustet Seifenblasen, werft Blumenkränze, und dann glauben wir auch wieder an den Weltfrieden!

Aus, aus, aus.

Freunde, das wars! Käptn Kuhlhoff und seine Crew, der stets freundliche Aushilfssteward Raack, verabschieden sich und setzen zur verbalen Landung an. Hier oben in der Luft sind es aktuell 20 Grad, eine milde Brise weht vom Schnarcher vor uns durch den Gang, der Himmel ist klar. Wir möchten uns an dieser Stelle von Ihnen verabschieden und hoffen, dass Sie sich bald wieder für die Lufthansa, äh, den Liveticker, entscheiden und wünschen noch eine angenehme Weiterreise in die Samstagnacht! Over and out.

20:28 Uhr

Auch das Bodenpersonal verabschiedet sich. Abschließend noch ein paar Fetzen aus Fieldinterviews und Anmoderationen: »Liebestöter«, »Weidenfeller-Games«, »Was haben Sie gespürt?«, »Respekt«, »obenauf«, »Dopspiel«. Setzen Sie die Worte zu einem Satz Ihrer Wahl zusammen und Sie wissen, wie unsere Abendplanung aussieht (Alles kann, nichts muss). Tschüss und bis zum nächsten Mal, wenn wir die Luxus-Redakteure Raack und Kuhlhoff auf einer Reise nach Sydney (Zwischenstopp Bangkok) begleiten werden.

20:28 Uhr

Auch das Bodenpersonal verabschiedet sich. Abschließend noch ein paar Fetzen aus Fieldinterviews und Anmoderationen: »Liebestöter«, »Weidenfeller-Games«, »Was haben Sie gespürt?«, »Respekt«, »obenauf«, »Dopspiel«. Setzen Sie die Worte zu einem Satz Ihrer Wahl zusammen und Sie wissen, wie unsere Abendplanung aussieht (Alles kann, nichts muss). Tschüss und bis zum nächsten Mal, wenn wir die Luxus-Redakteure Raack und Kuhlhoff auf einer Reise nach Sydney (Zwischenstopp Mond) begleiten werden.

Aus, aus, aus.

Freunde, das wars! Käptn Kuhlhoff und seine Crew, der stets freundliche Aushilfssteward Raack, verabschieden sich und setzen zur verbalen Landung an. Hier oben in der Luft sind es aktuell 20 Grad, eine milde Brise weht vom Schnarcher vor uns durch den Gang, der Himmel ist klar. Wir möchten uns an dieser Stelle von Ihnen verabschieden und hoffen, dass Sie sich bald wieder für die Lufthansa, äh, den Liveticker, entscheiden und wünschen noch eine angenehme Weiterreise in die Samstagnacht! Over and out.

90.+1

Eine Minute Nachspielzeit, haben wir seit 1993 nicht mehr erlebt. Damals regte sich Bodo Illgner fürchterlich auf und drohte der Welt mit einem fiktiven Tatsachenroman. Wir lachten damals und erkannten die Gefahr nicht. Jetzt ist es hier vorbei. Aufgepasst, Fußballsprache! Bayern und Dortmund trennen sich schiedlich friedlich mit 1:1. Tor Kroos, Tor Götze, Punkt für jeden, ach, jetzt nehmt euch doch alle in die Arme, pustet Seifenblasen, werft Blumenkränze, und dann glauben wir auch wieder an den Weltfrieden!

87.

Alter 2! Müller bekommt den Ball an der rechten Strafraumkante und versucht dreist den Cantona – ein Lupfer, so zart wie Putenbrust. Doch im Dortmunder Tor steht heute der Oberförster und knallt die Pute einfach ab, was für eine Parade! Und die anschließende Ecke? Brachte nichts ein, außer einem herrlichen Kopfball von Martinez und einer weiteren spektakulären Flugeinlage von Oberförster Roman. Ist ja zur Hälfte Ruhrpott hier, also: Weidenfeller rettet Dortmund gerade den Arsch!

86.

Alter! Mario Gomez seit genau 0,4 Sekunden auf dem Feld, legt ab für Toni Kroos, Schuss - Jahrhundert-Parade von Roman Weidenfeller. Wenn er jetzt noch stilecht mit Bananen beworfen wird, seinen Unterkiefer ausklingt und eine Eckfahne begattet, glauben wir an Wiedergeburten.

82.

Jetzt hat es auch unser englischer Kumpel am Mikro bemerkt, Dortmund am Drücker wie ein Flitzekacke-Opfer. Die Bayern machen sich zwar nicht in die Hose, aber bisschen Eier würden den Münchenern schon gut tun. Gell, Oli?

80.

Ribery, Ribery, Ribery, Müller, Müller, Müller, Allein, Allein, Allein, Abseits, Abseits, Abseits. Lang lebe die Alliteration!

79.

Die Stimmung in der Allianz Arena bleibt Lahm wie Bayerns Rechtsverteidiger. Deswegen sorgt Neven Subotic für etwas Erheiterung, weil er – in der Schritt greifend – den Platz verlässt. Für ihn kommt Santana. Und wir sichern uns die Filmrechte für den nächsten Sat.1-Megafilm: Subotic – Der Abgang des Wanderhodens.

76.

Wunderüte Fußball: Da wollten wir gerade den Abgesang auf den BVB ansetzen. Die Sätze »Wurde auch Zeit«, »lange über den Möglichkeiten gespielt« und »jeder Rausch endet irgendwann im Kater« lagen schon im CMS und jetzt? Ganz demütig: der Liveticker.

73.

Ecke, Brust, Götze, Schuss und, ja was wohl: Das Wunderkind des Weltfußballs macht ihn rein. Also: ToOoR für den Meister. Jürgen Klopp boxt ein bisschen Sauerstoff K.o. Dabei könnte Uli Hoeneß den gerade wohl ganz gut gebrauchen.

70.

Dortmund wirkt apathisch wie ein Herzpatient auf Magic Mushrooms. Bayern hingegen aktiv wie ein Braunkohlefilter. Wenn jetzt keiner dreckig reinrutscht, frisst Jürgen Klopp seine Mütze.

68.

Müller will jetzt alles alleine entscheiden. Dribbelt durch eine gelbe Mauer, fordert Mike Tyson zum Bareknuckle Fight und bietet eine Lösung in der Eurokrise. Doch dann kommt das Bein von Mats Hummels. Geschichte bleibt Geschichte.

66.

TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOr. Toni ganz KROOOOOOOOOOS. Müller legt lässig ab, Kroos dribbelt messiähnlich um Hummels und schiebt ins lange Eck. Wäre das auch wieder gerade gerückt.

65.

Ach, diese schlichte Schönheit der englischen Sprache. Statt »Flankenwechsel« sagt unser Kommentar »brilliant cross«. Wir ziehen uns die Hosen verkehrt herum an und warten auf Kris. Jump!

62.

Wir ahnen, was kommt: Der BVB bereitet die ultimative Demütigung vor. Lässt Bayern sich müde laufen wie eine Anfängertruppe und in zehn Minuten kommt überraschend Norbert Dickel rein und macht einen Doppelpack. Wir wetten: Dann wird Jürgen Klopp zum König jenes Landes ernannt, das mittlerweile 2000 Kilometer hinter uns liegt.

58.

Stoisch macht sich seit der Halbzeit ein großer Kerl mit komischer Frisur und einem leicht weltabgewandten Gesichtsausdruck warm. Wer ist der Kerl? Kuhlhoff schlägt nach und findet eine Antwort: Ein gwisser Mario Gomez. Gomez? Nie gehört. Wir sind wie Lothar Matthäus, wir schauen nicht zurück, wir schauen nach vorne! Vielleicht leben wir mal in der Gegenwart, aber nur in Ausnahmefällen. Mario Gomez? War der nicht mal Präsident beim Hamburger SV?

57.

Flanke Reus, Kopfball (!) Götze. Neuer hält. Ein Kopfballtor von Götze? Das wäre ja so, als wenn Andy Brehme seine Tore mit rechts geschossen hätte! Was? Der war beidfüßig? Alles ist möglich!

54.

Und kaum mosern wir mal etwas an dem Spiel rum, passiert das: Flanke aus der Mitte, Hummels leitet den Ball weiter – Neuer pariert wie vorhin Peter Schmeichel. Der Wachmacher, der Augenöffner, der Schlag in die Fresse zur rechten Zeit, das war er! Völlig aufgepusht macht Kuhlhoff 50 Liegestütze und bricht nach eineinhalb regungslos zusammen. Heja, heja, Ben-ja-min!

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Götze-Reus-Götze-Reus. Ach, ist das herrlich, wenn sich diese beiden Jungs die Pille zuschieben. Hat was von einem Ballwechsel zwischen Roger Federer und sich selbst – einfach herzallerliebst.

45.

Ein Flitzer eröffnet mit einem Ben-Johnson-artigem Sprint die zweite Halbzeit. Während unsere deutschen Kollegen wahrscheinlich gerade über Sicherheitslücken und Chaoten diskutieren, jubelt unser neuer englischer Freund: »Haha! Das haben jetzt Menschen in 203 Ländern gesehen. Seine Frau wird stolz auf ihn sein. By the way: Nice T-Shirt!« Thats why they call it the Mutterland.

19:37 Uhr

Das ist positive Arroganz eines Double-Sieger: Der BVB lässt die Bayern-Mannschaft ohne Gegner in die zweite Halbzeit starten. Im Grunde also alles so, wie in Halbzeit eins.

19:33 Uhr

Wie weit der FC Bayern und der BVB noch auseinader liegen, zeigt unser freundlicher übertragender Sender aus Großbritanien: Während Jerome Boateng sich mit einem Gummiband warmmachen muss, beömmelt sich die halbe BVB-Bank beim Kreisspiel. Und irgendwo an der Säbener Straße holt Klinsi seine letzten Buddha-Figuren ab.

19:32 Uhr

Wie wir gerade erfahren haben, surfen wir derzeit auf dem stärksten Satelitten, den es gibt. Felix Baumgartner kann also einpacken.

19:28 Uhr

Was macht man eigentlich in einer Halbzeit, wenn es keinen »Experten«-Talk gibt? Diese bittere Frage müssen wir uns hier hoch oben gerade stellen. Raack weint in seinen Sitz, weil er Franz Beckenbauer vermisst. Ich bleibe paralisiert auf der ggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggg-Taste hängen. Business as usual also.

19:24 Uhr

Damit es euch nicht langweilig wird, liebe Leser, haben wir aber auch ein kleines Halbzeitquiz vorbereitet. Welcher Gigant ist größer als dieses Spiel: A) André »The Giant« B) Oliver Kahn C) Der unglaubliche Hulk D) Haltet die Fresse, ihr seid ein kommerzieller Scheißladen. Schreib eine SMS mit der richtigen Antwort an 110 und gewinne vier Wochen Knast in einer Stadt deiner Wahl.

19:23 Uhr

Halbzeit. Zeit für ein Zwischenfazit über dem Atlantik: Sollte jeder Deutsche mal gesehen haben. So ein Topspiel.

19:20 Uhr

Ein Piff, kein Tor, die Bayern. Die erste Halbzeit des einseitigsten Gigantengipfels ist vorbei. Bayern zeigt alles, der BVB immerhin Widerstand. Der Ticker geht sich mal kurz die Arschbacken pudern, die wir uns für euch, für den Fußball wundgesessen haben.

45.+1

Reus, ach ja, der spielt ja auch mit. Schwurbelt ein Geschoss auf das Neuer-Gehäuse. Aber der hält seine eiskalten Händchen dazwischen. Schön, dass jetzt alles mal den Ball berührt haben.

41.

Dortmund macht es sich nun in der Bayern-Hälfte gemütlich. Hummels mit einem Traumpass auf Reus, der zimmert den Ball auf Neuer. Gehalten. Ein Ausrufezeichen kurz vor der Pause – immerhin besser als ein Semikolon kurz vor Schluss.

40.

Bisher scheinen die Bayern mit elf Riberys auf dem Platz zu sein. Das mehrköpfige, französische Urviech klärt am eigenen Sechzehner, atzt dann nach vorne. Mehr gemeinnützigen Einsatz sah man hierzulande nur beim Elbe-Dammbruch. Aber wo ist Gerhard Schröder?

37.

Hier wieder die Luftcrew: Bisher überzeugt der englische Kommentator durch Galanz und feinen Wortwitz. Aber dann das: »Boateng is an excellent defender.« Ist das der berühmte britsche Humor?

36.

Verletzung Badstuber, Einwechslung Boateng. Sky nutzt die Zeit, um eine Grafik einzublenden, über der das Wort »Spielanalyse« steht. Da sieht man die Mannschaftsaufstellung des BVB und einen animierten Pfeil, der sich in Richtung Bayern-Tor bewegt. Eine Analyse, die ein Hund hätte anfertigen können. Wobei: Wer hat jemals behauptet, dass Fußball kompliziert ist?

34.

Das Duell Kuhlhoff/Raack gegen Internet-Stream 20.000 Meilen über dem Meer ist momentan spannender als das Spiel. Hier wieder das Bodenpersonal.

26.

Kaum ist Michael Buffer wieder verschwunden, taucht Gewinner Eric auf, Bayern-Fan seit dem ersten Tor von Gerd Müller (schoss der schon in der mütterlichen Gebärmutter). Eric, stilecht im Bayerntrikot, hat für den Trip seine Dauerkarte abgegeben, jetzt blutet ihm doch das Herz. Kuhlhoff leistet erste Hilfe, kennt sich ja aus, der Herzensbrecher.

24.

Knuffig wie eh und je: Bayerns Innenverteidiger Dante, den Kollege Neuer jüngst zum »Giganten« ausgerufen hat. So viel zum eilig vorgebrachten Superlativ. Wie sollte man dann erst Franz Beckenbauer nennen? Vielleicht Kaiser? Ne, das klingt dann doch etwas zu albern...

22.

Nachricht aus der Luft: »unser dtream kakt halt«. Hauptsache die Tastatur hat noch die richtigen Buchstaben. Hier ein Satz, der klingt wie eine Wetten-Dass-Außenwette: Wir geben ab ins Flugzeug!

21.

Und wir sind wieder online! Plötzlich steht Michael Buffer im Gang, er brüllt sein gutes lautes »Lets get ready to rumbleeeeeeee!!!« und bekommt postwendend die Antwort: »Lets get ready to Renteeeeeee!!« Das Spiel ist bereits ein paar Runden alt. Aus dem Hintergrund müsste Henry Maske zuschlagen, Henry Maske schlägt zu und Michael Buffer geht k.o.

20.

Marcel Reif hat vorhin, in der dritten oder vierten MInute, eine Art halbe Torchance erspäht. Wir haben sie verpasst. Waren zu sehr mit Schweigen beschäftigt.

17.

Inzwischen haben sich die Kollegen Raack und Kuhlhoff verabschiedet. Entweder es gibt gerade Frei-Schnaps in der Business-Class oder sie sind eingeschlafen. Das Bodenpersonal muss übernehmen. Einziger Unterschied: Hier gibt es statt Schnaps und Champagner Knäckebrot und Leitungswasser. Auch gut.

14.

Der FC Bayern bemüht sich, einen Weg zum Tor zu finden. Dortmund versucht, einen Weg aus der eigenen Hälfte zu finden. Bislang sieht das alles ein wenig stockartig aus. Als spiele die Augsburger Puppenkiste gegen eine Kastanienmännchen-Elf. Ist das hier tatsächlich das Topspiel?

12.

12 Minuten und 12 Sekunden sind vorbei. Die Gesänge gehen wieder los, Marcel Reif hält eine Art Plädoyer und Steffen Effenberg effenbergt eine kurze Martinez-Analyse ins Mikrofon.

7.

Bayern macht Dampf wie eine alte Lok. Ribery schnauft über rechts, als dürfte er im Falle eines Sieges morgen in Frührente gehen. Ebenfalls bereits den Antrag ausgefüllt hat: der Liveticker.

5.

Wir sind verwirrt, hören die ganze Zeit eine einzige rotzige Saufstimme, die »Bayern, Bayern« durch das Arena-Rund brüllt. Wo sind die anderen Fans? Noch an der Scampi-Schlange? Ach ja 12:12.

4.

Uauauauauauauauauauaua, entweder Manuel Neuer ist cooler als ein Eisfach oder geisteskrank wie Klaus Kinski. Lässt den Ball über den Schlappen rutschen. Von so viel Unvermögen sind selbst Mario Götze und Lew Lewandowski überrascht.

3.

Bayern am Ball, Dortmund am Laufen. So ist die Aufgabenverteilung in der Anfangsphase.

2.

Pfeifkonzert bei jeder BVB-Ballberührung. Wobei sich das Konzert in etwa so vorgestellt werden sollte: ein Tröte und ein Betrunkener, der eine Geige auf dem Flohmarkt erstanden hat. Ohne Saiten.

1.

Ein Geräusch als würden halbgefüllte Weingläser aneinanderprallen. Oder: Anstoß!

18:30 Uhr

Dante busselt Reus, Subotic knufft Müller. Jupp Heynckes schreibt lässig Autogramme. Wirkt irgendwie helmutschmidthaft über den Dingen stehend. Wo ist die Galle? Wo sind die versteckten Eierkneifer? Jürgen Klopp muss innerlich kochen.

18:29 Uhr

Gomez hingegen eingepackt wie ein Verbandskasten. Trägt Mullbinde auf dem Kopf. Ein Hommage an den Mannschaftsarzt? Wir wissen es doch auch nicht...

18:28 Uhr

Mandzukic spielt. Das ist so, als hätte man sich aus Versehen »Wario Land« für den Super Nintendo bei der Videothek ausgeliehen.

18:26 Uhr

Für uns schon jetzt die beste Nachricht: Wir werden das Spiel mit englischen Kommentar sehen. »A big warm welcome to all the football fans around the word. And tonight the world is round«, sagte eine kehlige Cockney-Stimme und raunt »The Klassiker«. Memo an Marcel Reif: Mal einen Englischkurs belegen.

18:22 Uhr

Mannomann, wir sind schon ganz fickerig, Bayern gegen Dortmund, Altmeister gegen Schüler/Herausforderer/Naseweiss, das fühlt sich gerade so an, als ob Mr. Myagi seinen Schüler zur großen Schulhofklopperei herausfordern würde. Wir würden Icke&Er sagen: »Richtig geil!«

18:16 Uhr

Kuhlhoff futtert, ich acker. Klassische Rollenverteilung bei 11FREUNDE. Während der feine Herr mit den Stewardessen schäkert, habe ich mir den Pflug um den Hals geworfen und schmiede Schwerter zu Liveticks. Ach ja, noch immer sehen wir statt Vorberichte hübsche Tore, Tricks und Schlemmereien aus der englischen Fußballhistorie. Eben hat sich Patrick Viera mal kurz die Furche gezogen. So ein bisschen wie Bauer sucht Fußball hier oben! Ah, da kommt mein Nachtisch: Zuckerrübe pur, Schmackofatz!

18:14 Uhr

In unserer Mitte liegt ein iPad, darauf läuft ein Stream und der zeigt zum Warmmachen die schönsten Paraden aller Zeiten. Gerade flog Peter Schmeichel vorbei, wäre fast im Triebwerk gelandet, aber mit purer Willenskraft verhinderte der Däne einen folgenreichen Zusammenprall. Puh. Oliver Kahn hätte von Unterdruck gesprochen.

18:10 Uhr

Kleines Luftloch (har...), Internet war wech, wir haben uns die Zeit mit einer Rutsche Armdrücken mit der Bordcrew vertrieben. Kuhlhoff hat sich die Elle gezerrt, weil er sich unbedingt die Mütze umdrehen musste. Faselte was von »Motor anschmeißen«, tss, tss, der Anfänger.

17:35 Uhr

Investigativ, investigativer, »Bild-Zeitung«! Da haben die Kollegen doch vor dem Topspiel die gesamte Promi-Telefonliste abtelefoniert und nach Tipps gefragt. Antwort Heino: »Ein 1:1, weil ich beide Mannschaften mag.« Lieber Heino, wir lieben Dich.

17:21 Uhr

Selbstredend, dass wir uns für diesen Partie, für diesen doch etwas außergewöhnlichen Tickerplatz, ins Topspiel eingelesen haben wie die Elefanten. Kuhlhoff, Schalke-Fan seit Klaus Fischers Geburt, hat extra sämtliche BVB-Statistiken auswendig gelernt, die in seinen Hauklotz-Kopf hineinpassten. Sekündlich bekommen die Fluggäste nun zu hören, dass Stephane Chapuisat häufiger mit der linken, als mit der rechten Schläfe aufs Tor geköpft hat und Jürgen Klopp mit zwölf Jahren mal einen Fahrradunfall in Wanne-Eickel schadlos überstand. Ich drücke verzweifelt den Knopf mit der Aufschrift »Wilde Hunde loslassen«, aber stattdessen taucht immer wieder eine nette Stewardess. Sie beißt nicht, sie lächelt. Was Kuhlhoff nur noch mehr anstachelt. Wo zur Hölle ist hier die Falltür?

17:18 Uhr

Was wir beide unbedingt noch loswerden möchten: Wir grüßen unsere Mütter, unsere Väter und ganz besonders unsere Eltern! (Notiz an uns selber: Mario-Basler-Modus: aus)

17:15 Uhr

Dann also die Klassiker: SZ, FAZ, TZ, A-Hörnchen, B-Hörnchen und der obligatorische Anruf beim 11FREUNDE-Experten Sport Goofy. Der geht nicht ran. Also Anruf bei Peter Neururer. »Loch 17, was kann ich für sie tun«, meldet sich der Trager des fuchsfarbenden Bierschaumbart-Ehrenordens. Wir legen auf. Das sind herrliche Spiele unter Männern.

17:11 Uhr

Zur Vorbereitung auf das Spiel haben wir natürlich auch die Pflichlektüre für jeden verantwortungsvollen Sportjournalisten durchgeackert. Die traurige Erkenntnis: Die »Wild und Hund« war auch schon mal näher dran. Quo vadis Qualitätsjournalismus?

17:03 Uhr

The sky is the limit! Kollege Raack und ich sind sicher gestartet und befinden uns nun in etwa so weit von der Erde entfernt wie der FC Bayern vom Abstieg in dieser Saison. Genau Flughöhe: 10462 Meter (geschätzt). »Ganz schön hoch«, sagen Normalos. »Geht noch höher«, würde Jürgen Klopp sagen. Aber der ist ja auch ein Motivationsmonster. Bereits jetzt im Höhenrausch: der Liveticker!

14:25 Uhr

Zitate von Uli Hoeneß, an die ich immer denken muss, wenn ich eine Weißwurst sehe: »Ich habe noch keinen Vegetarier gesehen, der gelacht hat. Die sind alle schlecht gelaunt, weil sie sich jeden Tag damit beschäftigen, was sie nicht essen sollen. Ich dagegen habe Spaß, weil ich andauernd daran denke, was ich alles essen kann.« Ach München, deine Bodenständigkeit macht mich fertig!

14:11 Uhr

Andere Menschengruppen mit Fantasieleben: Bild-Redakteure. Die bringen einfach mal zum Mittagessen den Topspielvergleich der Spielerfrauen. Lechz bzw. Aaargh, warum sind wir nicht darauf gekommen!

14:06 Uhr

Zu unseren Beruhigung konnten wir heute morgen in der »Süddeutschen Zeitung« lesen, dass es Menschen gibt, die ein noch größeres Fatansieleben führen als wir. Rapgott RZA etwa plauderte im Interview über seinen Alltag. Die Eckpunkte: täglich Kung-Fu-Filme schauen mit Quentin Tarantino, den gleichen Grasdealer haben wie Jim Jarmusch, einen 20-Millionen-Dollar-Film drehen, obwohl man keine Ahnung hat, wie das geht. Den Stress möchte ich nicht haben!

13:41 Uhr

Memo an mich: Nie mehr bei eine Münchener Bäckerei nach einer Schrippe fragen. Der Blick der Bäckerin sagte nur ein Wort: Sozialschmarotzer! Jetzt mümmel ich mir einen ab an dem furztrockenen Gebäck, weil ich nicht wusste, was »belegt mit Käse« auf bayrisch heißt. Und Raack? Liegt sich derweil schunkelnd mit der burschikosen Bäckerin im Arm und jongliert Weißbiergläser. Bezeichnend!

13:38 Uhr

Ansonsten ist die Stimmung in München supertopspielartig ruhig. Lässig ruhig, wie man anhand der sportlichen Dominanz des Effzehbeian ja fast schon reflexartig sagen muss. Einige Dortmunder streunen bereits durch den Flughafen-Terminal. Einer trug sogar ein schwarzgelbes Palituch. Spontane Gedanken: Wird Dortmund jetzt auch ein Freistaat und holt sich am Ende nur ein paar letzte Tipps aus Bayern ab? Ist der Fußball nur Vorwand eines großen Polithappenings? Die große Bühne der Weltpolitik, minimiert auf ein grünes Rechteck. Doch dann fingerte der gute Mann nonchalant eine Molle aus der Jackentasche und grinste seinem Kumpel zu. Fußball, wir lieben Dich!

Samstag, 13:21 Uhr

Hallo Fans! Today is the day, oder wie sagt man in Frankreich? Bayern gegen Dortmund, ein Spiel so groß wie Ottfried Fischers Plauze. Mindestens. Wir sind jedenfalls bereit: Nachdem ich gestern Nacht den Kollegen Raack mit dem 11FREUNDE-Maulesel aus irgendeiner Berliner Kaschemme gefischt habe, sind wir im Anschluss die ganze Nacht nach München gewandert. Schritt für Schritt hat Raack sich so die 7,9 Promille aus der Blutbahn gesteppt. Und jetzt sind wir also da, in der Stadt des Jahrtausendspiels. Und während Raack versucht die Welt durch eine Brezel mit anderen Augen zu sehen, mache ich mir Gedanken über den weiteren Tagesverlauf. Gleich treffen wir zwei glückliche Gewinner der 11FREUNDE-Dauerkarte, um gemeinsam mit ihnen nach New York zu fliegen. Und in der Luft tickern wir dann das Spiel. Das ist so bizarr, dass es sich nicht einmal Helge Schneider sich ausdenken könnte. In diesem Sinne: Tu mal lieber die Möhrchen!

Freitag, 16.30 Uhr

Liebe Freunde, wir legen jetzt mal die Karten auf den Tisch und verraten euch ein Geheimnis: Wenn hier morgen das Spiel der Hinrunde angetickert wird, sitzen die Kollegen Benjamin »Up, up, and away« Kuhlhoff und Alex »Ol´Blue Eyes« Raack doch tatsächlich in einer Maschine der Lufthansa, fliegen über den großen Teich nach New York und testen ganz uneigennützig das neue über-den-Wolken-Angebot: Livefußball während unter einem die Welt auf Wiedersehen sagt. Kein Scheiß. Endlich kommen wir mal den Fantasien unserer Leser nahe, die uns doch tatsächlich livetickernd in einer großen Spaßblase aus hübschen Frauen, hübschen Drogen und hübschem Leben vermuten. Diese Vorstellungen kamen der Wahrheit bislang so nahe, wie Lothar Matthäus einem Trainerjob beim FC Bayern, für ein Spiel machen wir jetzt mal die Ausnahme. Vielleicht kommen Raack und Kuhlhoff nie wieder, vielleicht bleiben sie im Land der dollen Möglichkeiten, ziehen gen Westen und finden ein paar dicke Nuggets. Chicken, süß-sauer. Schmackofatz. Genug der Anpreiserei, wir sehen, lesen, hören und riechen uns morgen!

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!