Bayern München

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Werder Bremen

Bayern-Bremen im 11FREUNDE-Liveticker

High Five

Einst ein Klassiker, heute ein Schlachtfest. Bayern metzgert Werder mit 5:0 aus dem Stadion. Als Mettiator im Fleischwolf des Geschehens zerfasert: Der Liveticker.

18.15 Uhr

Guten Abend! Willkommen zu Bayern-Werder und der ewigen Frage: Wie hoch wird's werden? Wir tippen auf 3,78 Meter und übertreten. Was auch immer wird, wir sind vorbereitet! In diesem Sinne: Los geht's!

18.21 Uhr

Und auch Wolff Fuss hat das Mikro gefunden! Schön. 

18.23 Uhr

Mario Götze in der Startaufstellung. Ist das schon Verhöhnung des Gegners? Wir fragen unseren Experten, Dr. Klenk: »In der Tat!« Na dann.

18.26 Uhr

»Tage voller Sonne« schmettern uns die Bayern als Lebensödnis an die Ohren. Komponiert und getextet von Stadionsprecher Stephan Lehmann. Toll, was einem so für Ideen kommen, wenn man im Sonnenstudio vergessen wurde und eine Nacht der Kontemplation vor der Hühnerbrust hat.

18.27 Uhr

Die Mannschaften kommen auf den Rasen. Werder wirkt so motiviert, wie ein Taubstummer, der als Headliner beim Wacken-Festival gebucht wurde. Hier der Titel ihres Tophits als Bilderrätsel:

1.

Anstoss. Und weiter 0:0. Liegt hier eine Sensation in der Luft? 

2.

Schon klar. Niemand setzt hier einen Pfifferling auf Werder. Behnisch duckt sich galant weg, als ich ihn auf meine Seite ziehen möchte, darauf verweise, dass Costa und Lewandowski doch auch auf der Bank sitzen und die Bayern deshalb heute wie ein zahnloser Tiger auftreten werden. Sein Hinweis, dass selbst ein zahnloser Tiger einen lahmenden Hasen mit einem müden Tatzenstreich auslöschen könnte, ignoriere ich. Versprochen, liebe Werder-Fans: auch nach dem vierten Gegentor werde ich heute stumpf auf einen Bremer Sieg setzen, an Rauten und grün und weiß appelieren, die Hoffnung nicht aufgeben und...

5.

...prompt schießt Coman fast das 1:0. Schon jetzt stehen die Bremer versammelt um den Strafraum, als sei das hier die letzte Minute und gelte es einen knappen 2:1-Vorsprung im Abstiegskampf zu verteidigen. Irgendwo sitzt Willi Lemke und giftet Richtung München. Es hat die Wirkung einer greisen Blindschleiche. Uli Hoeneß ist nicht mal rot geworden.

6.

Pizarro das erste Mal am Ball. Vor ihm hatte Guardiola explizit gewarnt. Und Bayerns Innenverteidigung bislang so:

7.

JAAAAAA!! Fast ein Tor für Werder. Kopfball von Vestergaard nach einer Ecke, von Neuer so locker abgefangen, wie der Vorstadt-Suffi im 20-kmh-Auto vom Dorfbullen. Aber weil hier nicht so viele Bremer Chancen kommen werden, sollte das schon mal anständig bejubelt werden.

9.

Tor. 1:0 im Gegenzug. Flanke Coman, Abschluss Thiago. Wenn Spielverläufe zu Brechmitteln werden. PS: Keine Grüße an Stephan Lehmann.

10.

Und wenn es bislang noch keinen Grund gab, als Bremer Bayern nicht zu mögen, dann bitteschön: »Absteiger! Absteiger!« grölt das verwöhnte Volk aus dem Süden. Als wenn der Schulschläger gemeinsam mit seinen Freunden aus Kickbox-Gruppe Iserlohn den zu klein geratenen Neuling am ersten Tag vermöbelt und anschließend noch über seine Mutter lacht.

13.

Bayern also schon wieder auf seiner ganz eigenen Überholspur, der »Mia-san-Mia-Spur«. Wie machen die das nur? Schauen wir uns das 1:0 in der 11Freunde-Analyse einmal genauer an:

15.

»Ist Thiago jetzt Sechser oder Achter«, sinniert Wolff Fuss in den frühtristen Abend. Ein Hoffnungsschimmer für uns am Ticker. Wir waren und bleiben: Eine Null. Und das ist auch gut so.

16.

»Audi Q7«, prengelt uns die Bandenwerbung in die Pupillen. »Schachmatt«, brüllt Raack. Lassen wir ihn in dem Glauben.

18.

Für die Statistik-Fans unter Euch. Hier der Fahrplan der Werder-Chancen:

20.

»Schön, nimm ihn Junge«, raunt Kollege Raack in den Raum. Und er meint nicht das Spiel. Bezeichnend.

21.

Ich leg mich fest: Das ist die mieseste Folge »Traumschiff«, die ich je gesehen habe. Einzig Mario Götze weiß als Reeling zu überzeugen.

23.

Fun-Fact am Rande. Das von »Menschen« geformte Regencape-Telekom-T der Allianz-Arena steht übrigens für Gewaltphantasie.

25.

Immer noch 0:1. Werder freut sich über jeden Ball, der mal die Mittellinie passiert. Ich klingel aus lauter Verzweiflung beim Fußball-Gott durch. Er so: »Die Hoffnung stirbt zuletzt!« Kurz bevor er auflegt, höre ich ihn kichern. Fritz Walter war auch schon mal einfühlsamer.

28.

»Münchens wahre Liebe« singsangen die Bayern-Fans seit nunmehr 104 Minuten. Man wünscht sich einen heißen Urlaubsflirt, der mit München vor der Kurve fremdgeht und das Kopulationsvideo anschließend bei FCBayern TV hochlädt. Hah!

30.

Behnisch, Gladbach-Fans seit dem Rauschschen Hundebiss, fabuliert jetzt über Hans-Jörg Criens, den angeblich »schönsten Mann der Welt«. Dinge, die der Kollege auch schön findet: Klärwerke, stillgelegte Klärwerke und Haare über dem Steiß.

31.

Tor. 2:0. Thomas Müller. Jubelt mit der allseits bekannten Fünf-Finger-gegen-Willi-Geste. Und Bremen? Kommt einfach nicht.

34.

Latte, Bremen dreht das hier noch! Mit dieser Meinung bin ich allerdings alleine wie dieser Hund.

40.

Ach, Mann. Früher waren Duelle zwischen Bayern und Bremen spannend, flogen die Fetzen, ging es hin, ging es her, keiften sich Lemke und Hoeneß an, durfte Rehhagel triumphierend einen preußischen Siegesmarsch auf seinem erfolgsverwöhnten kleinen Finger pfeifen. Und heute weiß man schon vor dem Anpfiff, dass Werder chancenloser ist, als fetter Urlauber auf hoher See gegen einen erzürnten weißen Hai. Und wer sich jetzt noch darüber aufregen möchte, dass wir hier wieder die »Früher war alles besser«-Keule aus der Schublade der Ewiggestrigen holen, der solle doch vorbei kommen. Wir laden ein zum Faustkampf über 100 Runden, vor uns boxt ein weißes Pferd.

42.

»Ein Ball ging so weit drüber, der hat mittlerweile eine neue Postleitzahl«, so Wolff Fuss. Ehe ihm ein nächster, lebenswichtiger Schluck Geilheit eingetrichtert wird. 

43.

Dinge, für die wir das Leben verklagen wollen:

-- Dass wir nicht Kingsley heißen
-- Dass wir nicht Kingsley heißen
-- Dass wir nicht Kingsley heißen

Ende der Liste.

44.

75 Prozent Ballbesitz für die Bayern. Was kann Bremen jetzt noch helfen? Nur er:

19.20 Uhr

Halbzeit. Wir präsentieren exklusiv den bayrischen Blick auf die Ereignisse:

19:25 Uhr

Wenn ihr euch fragt, was wir so in der Pause machen: singen und heiße Tränen weinen.

19.30 Uhr

Halb Acht an einem Samstag-Abend. Und der Live-Ticker driftet ab. Aus Gründen.

19.33 Uhr

Zurück zum Geschehen in München. Hier Exklusiv-Bilder aus der Bremer Kabine:

46.

Anstoss zur zweiten Halbzeit. Passender Service-Tick: Noch könnte Bremen das Spiel am grünen Tisch entscheiden. 

47.

Laszlo Kleinheisler für Werder im Spiel. Ein Mann, der heißt und aussieht wie ein usbekischer Kleinwagen. Aber dann das: schöne Kombi im Mittelfeld. Ausgepufft, der Mann.

50.

Wem der Liveticker mal wieder zu spaßlos sein sollte. Darüber haben wir herzlich gelacht:
http://mutti-der-libero.de/werder-fan-verliert-absichtlich-stehplatzkart...

52.

Erster Angriff der Bremer seit dem 2. Weltkrieg. Neuer fängt etwas ab, das wohl mal eine Flanke werden sollte. Ein Wunder, dass er seine teuren Hände an so einen ekelhaften Ball lässt.

53.

Jetzt wechseln die Bayern Sebastian Rode ein. Als wenn Mike Tyson sich zum Spaß nach Runde 2 die Hände auf den Rücken binden würde.

56.

Eckball Werder. Ein Lebenszeichen? Schwierig, wenn der Patient seit 56 Minuten klinisch tot ist.

59.

625:108 Pässe für die Bayern. Philipp Lahm alleine hat 115 gespielt. Liebe Bundesliga: Hast Du gaaanz toll hinbekommen. Was braucht es denn noch einen Wettbewerb, wenn die Chancenverteilung so ausgeglichen ist wie bei einem Hundekampf zwischen einem Bullterrier und dem fußlahmen Schoßhündchen von Omma Helene?

61.

»Glück«, so wusste einst Harald Juhnke, sei »keine Termine und leicht einen sitzen«. Demnach darf man sich die Bremer Fans für den Moment als glückliche Menschen vorstellen. Immerhin.

63.

»Bayern München für die Ewigkeit« singen die Fans des Rekord-Rekord-Rekord-Meisters nunmehr seit gefühlt, nun ja, einer Ewigkeit. Es ist die Quadratur des Kreises. Dessen Radius das Elend ist. 

65.

Ecke Bayern. Tor Bayern. Ribery nimmt eine Thiago-Ecke direkt. Wiedwald hält den Laserstrahl, doch Müller macht, was Müller ausmacht: Ein Tor aus dem Irgendwo. Mit dem Irgendwas. Irgendwie. Schön. Bzw.: Bitter.

68.

»Some call it work«, bandenwirbt die Bandenwerbung jetzt. Könnten sich die Werder-Spieler auch direkt tatöwieren lassen.

71.

»Lewandowski kommt«, so Wolff Fuss. Immerhin einer.

74.

Thomas Müller geht vom Platz. »Dürfen wir mitkommen«, fragt die versammelte Werder-Mannschaft. Ehe die Ordner kommen und die Bremer Spieler zurück auf den Platz schieben. Und erstmals ist eine Art Ordnung zu erkennen. Ein Fragezeichen in Rauten-Form.

77.

Das Spiel jetzt wie ein Porno, dessen Höhepunkte nach drei Minuten auserzählt sind und bei dem nur noch wirre Handlung folgt: »Warum liegt denn hier Stroh rum?« - »Pfeif doch ab!« - »Blas mir doch einen!« - »Schiri!« 

80.

Ein Spiel als Plädoyer gegen lebenserhaltende Maßnahmen.

85.

Freistoß Bayern. Der Ball geht drüber. Nicht drin! Draußen rastet Matthias Sammer aus, kündigt Pep Guardiola mit sofortiger Wirkung und nennt Philipp Lahm sein nächsten Sohn Laszlo. Ich sollte weniger aus der Weser trinken.

86.

Tor. 4:0. Juhu. Galvez mit einem Fehler, so unnötig wie die AfD, Lewandowski bedankt sich artig mit einem Präsentkorb voller Nackenschläge.

88.

Ich möchte an dieser Stelle ein kleines Loblied auf die Bayern-Fans singen, die noch beim 4:0 voller Inbrunst den Torsong mitkrakelen und sich soeintagsowunderschönig in den Armen liegen. Diese Menschen feiern sicherlich auch, wenn die Pizza nach 15 Minuten fertig ist, oder Alkohol betrunken macht.

89.

5:0. Und Stephan Lehmann mal wieder in Ekstase. Rastet vollkommen aus, fällt vermutlich vom Stuhl vor lauter Torgeilheit. Frage: Wann dürfen Stadionsprecher kastriert werden?

Aus die Maus

Schluss hier. Der Schiedsrichter mit dem Gnadenpfiff. Bremen lässt sich verprügeln wie ein räudiger Hund, die Bayern feiern den nächsten Kantersieg, als sei das hier schon das Champions-League-Finale. Komischer Verein, komisches Spiel, komischer Sport, komische Welt. Wir gehen jetzt nach Hause. Schreiben einen Song über Stephan Lehmann und suchen Streit mit dem Sohn von Philipp Lahm. Vielleicht versuchen wir auch, im Ganzkörper-Penis-Kostüm ins Berghain zu kommen, um dort mit ein paar betrunkenen Freunden alte Jürgen-Drews-Klassiker auf der Tanzfläche zu grölen. Das nennen wir dann »Tanz den Werder gegen Bayern«-Tanz, reißen uns noch den Türsteher auf und machen eine Raupe bis zum nächsten Oktoberfest. Im Hirschleder-Tanga. So ein Spaß. Tschö mit ü, liebe Freunde.

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