FC Barcelona
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FC Bayern München

Barca-Bayern im 11FREUNDE-Liveticker

Zieht den Bayern die Raumanzüge aus!

FC Bayern, forever number one? Ein harmloses Liedchen scheint schreckliche Wirklichkeit zu werden. 7:0 besiegen die Münchner den FC Barcelona. Ist das Ende der Fußballgeschichte nun gekommen? Drückt schon mal den Scheichs die Daumen: der Ticker.

22:52 Uhr

Jetzt Rummenigge. Warum sieht der eigentlich immer so aus, als wäre er gerade fast erfroren? Der Reinhold Messner der Champions League muss sich »fast zwicken«, wie er verlauten lässt. Klingt nach großen Gefühlen. Wir werden uns jetzt fast besaufen. Bis wir fast wieder an die Attraktivität des Fußball glauben. Fast gute Nacht, fast liebe Fans.

22:50 Uhr

Glückwünsche kommen nun auch von Arne Friedrich. Oder hat sich ein Casino-Spambot seines Twitter-Accounts bemächtigt? Ist nicht ganz klar. Hier jedenfalls seine etwas kryptische Nachricht: "Get the 10$ ready tomorrow @sjohn25 ;-) The German invasion conquered #CampNou Gratulation an @FCBayern Das ist mal ganz stark! #GermanFinal"

22:49 Uhr

Jetzt zeigt Breyer Heynckes ein Bild von Heynckes und fragt: »Na, wer ist das?« Ein Spiel, so spannend wie das zwischen Bayern und Barcelona.  

22:48 Uhr

Kahn versucht sich jetzt an einer Ehrrettung des FC Barcelona, der ja die »Philosophie erfunden« habe. Waren das nicht die Griechen?  

22:46 Uhr

Breyer ist aufgeregt wie bei der Konfirmation, schmachtete eben Kahn an: "Du bist zwar aus Titan, aber..." Im Mittelkreis geht der Herzblatt-Hubschrauber runter. Die kommenden Tage verbringen die beiden auf einer historischen Alm im Engadin. Und Kahn probt dort schon mal sein neues Motivationsseminar für Bayern-Profis. Arbeitstitel: "Friede, Freude, Eiersuchen!"

22:44 Uhr

Jetzt Heynckes. Was Jutta Müller für Kati Witt war, ist er für den FC Bayern: Er peitscht diesen Verein mit seiner pelzmützig-sowjetischen Art auf den Olymp. 

22:41 Uhr

Robben hat mehr Zähne als andere Menschen. Damit grinst er jetzt mehr als andere Menschen. »Wir haben jetzt erst gegen Barcelona gespielt«, sagt er. Als wäre dieses Barcelona Wormatia Worms und das Halbfinale der Champions League die erste Runde im DFB-Pokal. Wann bietet Hoeneß den Katalanen ein Benefizspiel an? 

22:37 Uhr

Und dann, mit rund 95 Minuten Verspätung: Dramatik! Emotionen! Ein Flitzer hat die Werbebanden überwunden, wird auf dem Weg zu Ribery von grimmigen Ordnern gestellt. Und dann: die Wende! Ribery erklärt, das sei sein Bruder, will schlichten und steckt ihm noch sein Trikot unter den Pulli. Die Barca-Ordner aber lassen nicht locker. Wenigstens einer soll heute noch leiden, einer von den anderen.

22:35 Uhr

Zieht den Bayern die Lederhosen aus? Ein Gesang aus der Vergangenheit, Singen im Dunkeln, verzweifelte Folklore. Vergesst es. Die Bayern, sie tragen doch längst Raumanzüge, sind in ihrer ganz eigenen Umlaufbahn. Denen ist es doch sogar egal, wenn ihr eigener Präsident zum Staatsfeind Nummer 1 wird. Sie siegen trotzdem 7:0 gegen den FC Barcelona. 7:0. »Es ist a Wahnsinn«, sagt David Alaba. Wobei er dessen volle Dimension wahrscheinlich nicht erkennt.

91.

»Hier ist alles entschieden«, so Rethy jetzt. Natürlich meint er das nicht so, aber wir verstehen: HIER IST ALLES ENTSCHIEDEN. Die Zukunft, alle Spiele dieser Zukunft, alle Titel, ALLES. FC Bayern, forever number one. FOREVER! Ein Albtraum. Davor kann uns auch der Schlusspfiff nicht retten.

90.

Ob Messi heute Nacht noch eine SMS an Guardiola schreibt? Und was ist das Emoticon für »Bitte verpflichte mich«?

89.

Zieht sich, die Schlussphase. Ahlenfelder hätte längst abgepfiffen. War ja nicht alles schlecht früher.

87.

Noch drei Minuten. Vilanova bringt längst alles, was aus der weiten Sportwelt noch Bock hat. Aktuell: Montoya. Ohne Helm und ohne Gurt.

84.

Sagen wir so: Nur Jupp Heynckes kann die Vormacht des FC Bayern brechen. Ein Geschenk an den Fußball, dass sie diesen Mann gehen lassen. So gesehen: Danke, FC Bayern, für diese großzügige Geste.

83.

Die ersten Barca-Fans gehen nach Hause. "Sind gar nicht so viele", beschwört Rethy. Hat sich aber nur mal auf der Pressetribüne schnell umgeschaut. Bzw. sich selbst im spiegelnden Display seines Laptops entdeckt. "Hallo, der Herr!" - "Abend schön!" - "Nachher noch auf ein Schnelles?" - "Aber hallo!"

81.

Villa-Versuch auf links, bleibt fundamental. Einstürzende Neubauten.

80.

War Guardiola nicht mal aus Barcelona geflohen, weil er es nicht mehr ertrug, dass nur das Maximal genug war? Na, dann viel Spaß in der kommenden Saison, Pep.

78.

Ist das das Ende der Geschichte des Fußballs? Jedenfalls könnte er in den kommenden Jahre sehr, sehr langweilig werden. Man muss den Scheichs fast schon die Daumen drücken, dass sie die Dominanz der Bayern irgendwann, irgendwie brechen können. Diese Bayern führen hier 3:0. 7:0 insgesamt. »Man muss Mitleid mit Barcelona haben«, sagt Rethy. Egentlich hatten wir das nicht, aber mit wem Rethy Mitleid hat, mit dem haben wir dann doch Mitleid. 

76.

Jetzt wird's bitter. Barcelona im Wachkoma. Ribery auf links schnell und zielgerichtet wie ein Zäpfchen, am langen Pfosten nickt Müller ein. Mit Ball. Draußen vor der Tür: Feuerwerk. Oder Autobomben.

76.

Piqués Reaktion nochmal in der Slowmo. Irgendwie... piquiert.

74.

6:0. Ein Ergebnis, das aus deutscher Sicht zuletzt Steffi Graf geliefert hat. Beim Erstrundensieg gegen die estnische Qualifikantin in Key Biscayne.

71.

Tor. Ist das ätzend. Eigentor von Piqué, volley rein. Oben auf der Tribüne rutscht Shakira vor Schreck der halbe Popo aus der Tigerleggins. Und sieht auf einmal auch nicht mehr so toll aus. Bezeichnend.

69.

Rethy stilisiert jetzt sogar den schuhebindenden Robben zu einer Metapher. Wofür genau, bleibt unklar. Vielleicht für den Niedergang der spanischen Sandalen-Industrie. Es ist aber auch langweilig, Jesses!

68.

Rethy fantasiert jetzt über das erste deutsch-deutsche Finale der Geschichte, italienisch-italienische, spanisch-spanische und englisch-englische habe es ja bereits gegeben, blablabla. Wir ergänzen: Sogar ein isländisch-isländisches soll vorgekommen sein. Im isländischen Pokal. 

66.

Schweini geht vom Feld. Mit seinen grauen Schläfen und dem wechselvollen Leben, von dem sie erzählen, ja inzwischen so etwas wie der Helmut Schmidt der Champions League. Raucht er jetzt ein Zigarette mit Giovanni di Lorenzo?

65.

Jetzt muss (oder darf?) auch Iniesta runter. Eine Mannschaft schafft sich ab.

63.

Heimwerker Rethy hat es längst alle Tassen vom Regal gefegt. Bartra wehrt den Ball mit der Schulter ab. "Stahlkopf", sinniert Rethy offenbar schon über die nächsten Verschönerungsmaßnahmen in seinem Zuhause. Völlig benagelt.

62.

Wie geht es eigentlich Jogi Löw? Die Espressomaschine des Bundestrainers glüht, denn ihm muss langsam gedämmert sein, dass nun alle einen Sieg der deutschen Nationalmannschaft über die spanische beim nächsten großen Turnier für reine Formsache halten. Die Allmachtsfantasien der Schland-Fans in ihren fähnchenbewehrten Tourans: der Kollateralschaden dieser CL-Saison. 

60.

Barcas Spiel heute wie schlecht geschälter Spargel oder auch ein Berliner Techno-Club: Holzig.

59.

Anmaßend: Rethy spricht jetzt über den wegen einer Fehlentscheidung ziemlich erzürnten Bayern-Trainer wie über einen halbsenilen Meckerrentner. »Es ist doch nur ein Einwurf, Jupp Heynckes!« Aber was regen wir uns auf? Es ist doch nur Bela Rethy.

57.

Müller hat scheinbar schon Mitleid. Ist frei durch, bricht dann plötzlich ab und läuft wieder auf die verdutzten Barca-Verteidiger zu. Passiert sonst nur mir, auf der Playse, wenn ich mal wieder die Knöpfe verwechsele.

56.

Habe ich das jetzt eigentlich richtig verstanden: Die Bundesliga gastiert mit dem Spitzenspiel des 32. Spieltags am Samstag im Wembley-Stadion? Oder wie war das? Wenn ja: Schöner Coup der DFL-Auslandsvermarktung.

54.

Nichts gegen die Bayern. Aber Barcelona... Diese Mannschaft macht keinen guten Eindruck. Irgendwie abgewirtschaftet. Es ist ein bisschen, aus Perspektive des Bewunderers, als hätte man sich jahrelang auf ein Pinup-Girl einen geschrubbt, und dann liegt es plötzlich neben einem und riecht streng. Wobei man sich schon hätte wundern sollen, dass es sich überhaupt neben einen legt, war das 48-Stunden-Deo doch auch schon 46 Stunden alt. 

52.

Bezeichnend: Gieselmann Junior verabschiedet sich ins Heiabettchen. Selbst er will jetzt nicht mehr für Barca ins Spiel kommen. Der Nachwuchs wendet sich ab. Quo vadis, La Masia?

50.

Schrecklicher Verdacht: Ist Robbens Treffer der erste in der Historie, der einem Spiel nicht guttut?

48.

TOOOOOOR! Und damit es schön langweilig bleibt, auch wenn es interessant wird, macht Robben das genauso, wie er es schon eine Million Mal gemacht hat: Von rechts nach innen gezogen, geschnibbelt, drin. Dann der sehnige Jubel, sein Körperchen spannt unter dem auf die Haut geairbrushten Trikot. Hurra! Beziehungsweise: Gähn! Also: Hurrähn. 

47.

Während Heynckes weiter auf 4-2-3-1 setzt, ändert Rethy die Taktik. Brüllt jede Belanglosigkeit heraus, als wären es Steinschläge am Mariannenplatz. Klingt dann so: "BALLGEWINN! SCHWEINSTEIGER! EINWURF!" Ton, Steine, Scherben.

46.

Die zweite Hälfte läuft. Barca weiter ohne Messi. Bayern ohne Papin. Das kann ja nichts werden.

21:43 Uhr

Das 4:0 im Hinspiel, es stellt sich als Pyrrhussieg für uns Zuschauer heraus. Oder wie Leser Stoney so passend schreibt: »Es ist so spannend wie Neuers vorhautgelbes Trikot.« So interessant wie eine Fieldinterview mit Philipp Lahm. Und deshalb so ärgerlich wie das »Z« in Kahns notorischem »Barzelona«.

21:42 Uhr

Einfache Halbzeit-Quizfrage heute. "Wie oft steht der FC Barcelona im CL-Halbfinale?" Wir rufen an, lösen: "Nicht mehr lange." Schalten dann den Fernseher aus, tickern die Rauhfasertapete.

21:39 Uhr

Jetzt ist Hoeneß sogar Thema im heute-journal. Bald wird sein Leben verfilmt. "Auf der anderen Seite", ein ZDF-Dreiteiler mit Rainer Hunold in der Hauptrolle.

21:37 Uhr

Erste-Mai-Demo in München. Melancholische Arbeiter singen: "Guten Abend, gut' Nacht, von den Reichen verla-hacht..." Ganz ehrlich: So kommen wir uns nach diesen ersten 45 Minuten auch vor. Gieselmann skandiert auf dem Balkon: "Scheiß-Millionäre!" Zündet dann immerhin seine Kippe an. Ein Zeichen im Kleinen.

46.

Pausenpfiff. Und plötzlich wird es spannend: Es poltert! Ist Rethy aus seinem Lifta gefallen, der ihn zum Halbzeit-Buffet bringen sollte? Und: Schweini humpelt! Dr. Müller-Wohlfahrt macht ein Gesicht, als müsste er ihm gleich die letzte Ölung verpassen. Wir schwitzen und weinen, sind vollkommen fertig. Doch statt mehr über den Gesundheitszustand des besten Spielers aller Zeiten zu erfahren, werden wir vom ZDF auf den evangelischen Kirchentag geschickt. Da hilft nur noch beten.

45.

Mich beschleicht nicht selten das Gefühl, dass Rethy auch immer mal wieder ins Portugiesische, seine Muttersprache, umschwenkt - und keiner merkt's. Spricht jetzt "St. Germain" aus, als wäre es eine giftgrüne Eissorte am Strand von Ipanema. Obrigado. Für nichts.

45.

Die sagenhafte Kulisse Camp Nou klingt, ehrlich gesagt, auch nur wie ein eine Handvoll Eintracht-Fans im ICE zurück aus Bremen. Nach einem 0:0 im November.

43.

Normalerweise würden wir schreiben: Ein Tor würde dem Spiel guttun. Seit der 81. Minute gestern nehmen wir jedoch das alte spanische Motto wieder ernst: Be careful what you wish for.

42.

Iniesta, diesen blassen Bengel, habe ich ja immer im Verdacht, irgendwie gebildet zu sein. Hat in meiner Vorstellung stets ein Kafka-Büchlein in der Buchse. Liest jetzt gerade im Mittelkreis »Von den Gleichnissen«.

Viele beklagen sich, daß die Worte der Weisen immer wieder nur Gleichnisse seien, aber unverwendbar im täglichen Leben, und nur dieses allein haben wir. Wenn der Weise sagt: »Gehe hinüber«, so meint er nicht, dass man auf die andere Seite hinübergehen solle, was man immerhin noch leisten könnte, wenn das Ergebnis des Weges wert wäre, sondern er meint irgendein sagenhaftes Drüben, etwas, das wir nicht kennen, das auch von ihm nicht näher zu bezeichnen ist und das uns also hier gar nichts helfen kann. Alle diese Gleichnisse wollen eigentlich nur sagen, dass das Unfassbare unfassbar ist, und das haben wir gewusst. Aber das, womit wir uns jeden Tag abmühen, sind andere Dinge.

Darauf sagte einer: »Warum wehrt ihr euch? Würdet ihr den Gleichnissen folgen, dann wäret ihr selbst Gleichnisse geworden und damit schon der täglichen Mühe frei.«

Ein anderer sagte: »Ich wette, dass auch das ein Gleichnis ist.«

Der erste sagte: »Du hast gewonnen.«

Der zweite sagte: »Aber leider nur im Gleichnis.«

Der erste sagte: »Nein, in Wirklichkeit; im Gleichnis hast du verloren.«

40.

Ich war mal krank, es regnete und ich schaute den Tropfen dabei zu, wie sie langsam an der Fensterscheibe meines Schlafzimmers herunterglitten. Das war eigentlich nicht unspannend. Weiß auch nicht, wie ich jetzt drauf komme.

36.

Dass Van Buyten hier mitspielt, macht mich wieder froh. Wir sind ein Jahrgang, und alle, die mich für zu alt, zu fett, zu langsam hielten, sollten sich das mal reinziehen: der Daniel und ich! Wir können es noch! Zumindest einer von uns. Und das muss doch reichen. Boah, war das anstrengend, so viel auf einmal zu schreiben. ich spüre meinen Körper nicht mehr. Wo ist mein Doppelherz? Muss erst mal ’n Nickerchen machen. Bis morgen, Kinder.  

35.

Konter Bayern. Nein: Konter Robben. Himmelweiter Unterschied. Schuss - abgeblockt. Wenn Robben ein Computerspiel wäre, dann wäre er "Duke Nukem". Das gleiche sinnlose Geballer, die gleiche Ego-Optik. Nur ohne Extraleben. Heynckes schickt Shaqiri zum Warmlaufen.

34.

Draußen geht die Sonne unter. Hier, an den Ausläufern von Kreuzberg, steigt die diffuse Angst vor dem Schwarzen Block. Und vor katalanischen Separatisten, die - je nach Spielverlauf - sicher auch noch zu einigem fähig sind. Noch alles friedlich. Noch.

33.

Song sieht Gelb. Wegen »offener Sohle«, wie Rethy erklärt, die offene Sohle der Sportberichterstattung.

31.

Xavi wieder, diesmal legt er ab auf Fabregas, dem springt aber der Ball vom Fuß. Wenn man seinen Karriereverlauf in den letzten ein, zwei Jahren malen müsste...

28.

Mandzukic: ganz stark! Macht hier erneut den Wouters, Van Bommel, Brazzo in einer Person: Kaut den Gegnern die Schuhe vom Fuß. Wenn es einen inneren Schweinehund gibt: Heute hat er sich nach draußen gewagt. Und Barcelona kann ihn nicht überwinden.

27.

Und plötzlich, ohne Messi, und auch ohne Vorwarnung, ist Barcelona gefährlich im Bayern-Strafraum. Brandgefährlich! Xavi zieht aus wenigen Metern drüber! Geht das jetzt schon wieder los wie gestern? Hat Barca sich die Anfangsviertelstunde nur für später aufgehoben? Watzke geht daheim in Dortmund vorsichtshalber schon mal ins Bad.

25.

Dies sei, so Rethy, Heynckes’ drittletztes Spiel als Bayern-Trainer. Bei den Bundesligaspielen darf Rethy selbst auf der Bank sitzen. Hat er als Kamerakind bei »1, 2 oder 3« gewonnen. 

24.

Pedro, der vom Kiosk gegenüber (Rethy berichtete), holt jetzt den Hammer raus. Nagelt aber nur das Langnese-Schild fest. Neuer hebt den Flutschfinger. Alles im Griff.

23.

Der Spannungsfaktor dieses Spiels verhält sich zu dem der gestrigen Partie so wie ein Bundesparteitag der Grauen Panther zum Freizeitverhalten von Uli Hoeneß in den Jahren 2002 bis 2006.

21.

Valdes versucht jetzt, Messi zu ersetzen: Eilt bis fast an die Mittellinie. Er habe, so Rethy, einen Torwarttrainer, der »viel Wert aufs Fußballerische legt.« Kein Zweifel: Das kann nur Gerry Ehrmann sein. 

20.

Rethy schwadroniert vom "feuchtem Untergrund", erklärt dann, wie sich das auf "teschnisch" starke Teams auswirkt. Sagt tatsächlich "teschnisch". Auch er scheint nicht mehr gänzlich festen Boden unter den Füßen zu haben.

17.

Rethy setzt das Geschehen geschickt in den aktuellen Kontext: "Fahne oben." Stimmt dann die Internationale an. Die Regie schaltet den Helden der Arbeit per Räusperknopf aus. Rethys alter Spezi bricht zur Mahnwache auf dem Lerchenberg auf.

15.

Jetzt blendet das ZDF ein Passfoto von Rethy ein. Als hätten wir eine Kontaktanzeige aufgegeben und dieses Foto würde einem Antwortbrief beiliegen. »Ich schaue auch gern Fußball, rede drüber, manchmal nächtelang, egal, ob jemand zuhört. Ja, mag sein, dass ich ein wenig verrückt bin. Aber im positiven Sinne! Na, Interesse? Herzlichst, Dein Bela.« Ab damit in den Papierkorb. 

14.

97.000 im Stadion. Im Hause Gieselmann mindestens ebenso viel los. Der Erstgeborene (H-Jugend) fordert vehement seine Einwechslung. Giesel vertröstet ihn: "Zweite Halbzeit, okay?" Auch Bayern dürfte hoffen, dass der Kleine auf der Bank bis dahin eingeschlafen ist.

12.

Uff! Plötzlich geht Robben allein aufs Tor zu. Er müsste es jetzt allein machen, aber was, wenn ihm hinterher wieder alle vorwerfen, er würde immer alles allein machen? Wo ist der Besserpostierte? Nirgends. Aber er sucht ihn, sucht ihn, sucht ihn immer noch. Wird dann abgegrätscht. Sport: 6. Betragen: 1.

10.

Rethy entdeckt jetzt alte Bekannte. "Da drüben ist Pedro." Bei dem hat er früher, in Wiesbaden-Rambach, immer die Zeitung gekauft. Der hieß jedenfalls auch Pedro. Muss ja der selbe sein. So viele Korsen gibt es ja nicht, oder wie?

9.

Hm. Song, Piqué, Alves: Barcelonas Defensive sieht aus wie eine Horde von Berufsschülern, die sich Barca-Trikots auf der Kirmes gekauft haben. Würden sie sich umdrehen, man würde sehen: Bei allen steht »Messi« auf dem Rücken.

7.

Barcelona konfus. Messi kann schon nicht mehr hingucken. Studiert lieber eingehend seinen eigenen Unterleib. Da scheint immerhin einiges los zu sein.

6.

Dani Alves mit einem Effetschuss, dessen Flugbahn wir zuletzt 1989 gesehen haben. In Paris. Von Michael Chang. Gegen Ivan Lendl.

Michael Chang Underhand Serve vs Ivan Lendl (French Open 1989) [HD] from Hykha on Vimeo.

4.

Rethy ist schon langweilig, ergeht sich in der schlimmsten Franck-Ribery-Parodie aller Zeiten: "Isch abe linkähr Vährteidiger gähspielt!" Raucht dann einen Café Crème und schlürft eine Gauloise dazu. Läckähr.

4.

Das Fazit der Anfangsminuten klingt wie der Titel eines homoerotischen Heimatfilms: »Bayern hart am Mann!«

3.

Zwar kein Messi, dafür aber: Song. Hat gleich den ersten Gassenhauer parat. Ins Aus. Schlechtester Neueinsteiger der Woche.

2.

Das ganze Szenario erinnert mich an das D-Jugend-Kreispokalfinale 1991. Kurz nach dem Erreichen des Sportgeländes des SV Ehrenburg erfuhren wir, dass dessen Torjäger Souleyman verletzt sein sollte. Wie siegesgewiss wir plötzlich waren! Ich erinnere mich noch, wie schwer meine Beine wurden, als er in der 10. Minute dann doch auflief. Wir verloren 0:4. Und gewannen die Erkenntnis: Das ist also psychologische Kriegsführung. 

1.

Los geht's. Barca laut Einblendung schon 0:4 hinten. Der schnellste Viererpack der Champions-League-Geschichte.

20:41 Uhr

Barca-Verteidiger Dani Alves lockert sich bei der Hymne gut sichtbar den Hals. Rüstet sich da schon jemand für den nächsten Nackenschlag?

20:40 Uhr

Dante nicht in der Startelf. Ist laut Rethy erkältet. Dass er auch gelbvorbelastet ist, sicher nur ein dummer Zufall.

20:39 Uhr

Rethy kommentiert. Ich glaube, ich mach’ den Watzke: verbringe den Rest des Spiels auf dem Klo.

20:38 Uhr

Barca ohne Messi. Das ist wie ein Säbelzahntiger ohne Zähne. Ein Cowboy ohne Knarre. Oder Kahn ohne Eier. Moment, Stopp, es reicht - denn auch bei Vergleichen gilt: Eunuch ist Eunuch.

20:35 Uhr

Jetzt ein Bericht von Kai Figgemeier. Ist er Eberhards Sohn? Des Mannes also, der 1984 das 6:6 zwischen Bayern und Schalke kommentierte? Ein Omen, ob schlecht oder gut, das wissen wir nicht. Oder wie Figgemeier selbst damals sagte: »Was dieses fantastische Spiel an Werbung für den Fußball gebracht hat, ist nicht wieder gutzumachen!«

20:33 Uhr

Piqué erzählt von vor dem Krieg. Da hat angeblich, laut seinem Urgroßvater, Barca mal vier Tore aufgeholt. In einem Benefizspiel für die Grundsteinlegung der Sagrada Familia. Also eine Art katalanische Version der BR-Kultshow "Gaudi-Max".

20:31 Uhr

Heynckes zur Frage, warum Messi nicht mitspielt: »Kann sein, dass.. Kann aber auch sein, dass... Oder, dass...« Jochen Breyer: »Ja, kann sein...« Wissen wir jetzt mehr? Kann sein...

20:28 Uhr

Jetzt Sammer. Die Warn-Front über Barcelona. Warnt vorm Ausscheiden, und warnt alle, die nicht davor gewarnt haben: »Die ziehen dann hinterher wieder ihr Schwänzchen ein.« Woher weiß er, dass uns diese schlimmen Komplexe plagen, wenn wir an uns herunter schauen? Plötzlich unsagbarer Penisneid in den Reihen der Ticker-Redakteure. »Soll ich mal schnell meine Schnelltickerhose anziehen?«, fragt Kollege Ehrmann verzweifelt. Ziehe reflexartig mein Schwänzchen ein.

20:26 Uhr

Am ZDF-Tisch: Jochen Breyer und Oliver Kahn. Der lockere, sympathische Jungreporter und... Kahn. Muss sich jetzt noch einmal die Gegentore vom Finale '99 gegen ManUnited anschauen. "Was sagt Ihr Traumatologe dazu?", fragt der kesse, lebensmüde Breyer. Kahn nimmt Anlauf und setzt zum eingesprungenen Herrlich an. Schnell ab in die nächste MAZ.

20:23 Uhr

Live-Schalte zu Aki Watzke. Er erzählt nochmal, wie er die Schlussphase erlebt hat. "Ich saß auf dem Klo und hielt mir die Ohren zu." Müssen wir uns so auch die vergangenen Tage von Uli Hoeneß vorstellen?

20:20 Uhr

Die gefühlt hundertste Rückschau auf Real-Dortmund gestern. Was ich mich seit der vierunddreißigsten frage: Was versucht Subotic eigentlich beim zweiten Gegentor? Dieses hinter dem Rücken rausgestreckte Bein. Das hat selbst beim Feierabendfußball in der Halle noch selten geklappt. Aber, hey, hat ja gereicht.

20:20 Uhr

1. Mai in Kreuzberg: Ein Polizeiaufgebot wie am Tegernsee. Ob die alle Messi suchen?

20:19 Uhr

Und tatsächlich: Messi spielt nicht. Wir berichteten. Aber wer spielt dann? Götze? Der Grotifant? Juan Carlos? Wie auch immer: Das ist eine Vor-, wenn nicht eine Nachentscheidung. Die Messi ist gesungen.

20:13 Uhr

Wie wir gerade in den Nachrichten sehen, haben die Bayern offenbar im höchsten Hotel der Welt genächtigt. Grob geschätzte 85 Stockwerke. Ist das die Fallhöhe? Warten wir's ab.

20:11 Uhr

Messi ist übrigens noch nicht im Stadion gesichtet worden. 

19:04 Uhr

Obwohl zahlreiche Gelbsperren drohen, will Bayern-Coach Jupp Heynckes seine erste Elf aufbieten. Ein Risiko. Hätte er doch alles einfacher haben können: Hätte einfach bei der UEFA Howard Webb als Schiri bestellen sollen. Für eine kartenfreie Zukunft.

19:01 Uhr

Noch ein Nachtrag zum Thema Hoeneß. Arbeitet sich im Vorfeld der Partie noch, ziemlich überflüssig, am Dortmunder Gegner von gestern ab. Hier im Video zu sehen.

18:55 Uhr

Zum Spiel: Was wird uns heute erwarten? Bis gestern Abend, 20.44 Uhr, hätten wir gesagt: "Och joooh, lockerer Spaziergang, ne?" Heute ist das nicht mehr ganz so einfach. Fragen, die uns stattdessen unter den Nägeln brennen: Ist Neuer bereit, der Weidenfeller des FC Bayern zu sein? Und wer ist der Sergio Ramos des FC Barcelona bzw. wer hat das Vergnügen, gegen ihn zu spielen? Am wichtigsten vielleicht: Halten wir noch so einen Abend aus? Die Antwort auf mindestens zwei dieser Fragen sollte möglichst lauten: Bitte nicht.

18:53 Uhr

Note to self: Bald mal den Begriff "zu vordererst" in einen Text einbauen. Rettet die Sprache.

18:48 Uhr

Die Frage ist nur: Warum hat Hoeneß 2006 dann aufgehört zu zocken? Die 11FREUNDE-Recherchen führten zu einem Ereignis, das in jenem Jahr nicht nur Hoeneß nachhaltig beeindruckt hat. Vieles spricht demnach dafür, dass er ab diesem Zeitpunkt seine ganze Energie darauf verwandte, den Erlöser, den Messias, IHN, nach München zu lotsen:

18:46 Uhr

"Von 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt", sagt Hoeneß außerdem. Das wiederum ist ein Satz, der auch von Tim Borowski stammen könnte. Der ja dann auch zu den Bayern ging. Später. Als er nicht mehr so richtig zockte.

18:39 Uhr

Uli Hoeneß spricht. Ein Satz, den wir vor wenigen Wochen mit einem leicht genervten "Nicht schon wieder!" abgetan hätten, ist am heutigen Tag eine der größten Nachrichten-Sensationen. Die ZEIT hat den Bayern-Präsi also weichgeklopft und serviert uns, quasi als Europapokal-Häppchen, schon mal ein paar Zitate vorab. Darunter: "Ich schlafe sehr schlecht, ich schwitze sehr viel in der Nacht, was ich eigentlich gar nicht kenne. Ich wälze mich und wälze mich. Und dann wälze ich mich nochmal." Ein Zustand, der vielen Normalbürgern da draußen durchaus bekannt ist. Aber nicht weil sie zuviel Geld in der Schweiz gelassen haben, sondern in der Kneipe.

15:52 Uhr

Die allerwichtigste Frage lautet aber natürlich, wie immer im Fernsehen: Wer wir Millionär? Da fällt mir ein Kandidat wieder ein, der vor etwa sechs Jahren bei Jauch auf dem Stuhl saß. Folgender Wortwechsel bei der 1000-Euro-Frage zeigt sich heute in einem vollkommen neuen Licht.

Günter Jauch (routiniert):
Wer bestritt ein WM-Finale an der Seite seines Bruders? A) Fritz Walter B) Erwin Kremers C) Michael Rummenigge D) Dieter Hoeneß?

Kandidat (sachlich):
Das müsste, wenn ich mich jetzt nicht sehr täusche, D, Dieter Hoeneß, sein. An der Seite von Uwe Hoeneß. Und zwar 1974.

Jauch (verwundert):
Mmmh.

Kandidat (zögernd):
Fritz Walter kann es nicht sein, das war 1954, und da hat kein Bruder von ihm mitgespielt.

Jauch (deutlich verwundert):
Mmmh.

Kandidat (fahrig):
Kremers, Kremers, Kremers, der müsste so in den 60ern gespielt haben. Das ist natürlich peinlich, dass ich gerade bei so einer Fußballfrage ein bisschen überlegen muss.

Jauch (zustimmend):
Mmmh.

Kandidat (hilflos):
Tja, 1974, Dieter Hoeneß? Also, Rummenigge war es auch nicht. Ich glaube, ich nehme den Fiftyfifty-Joker.

Jauch (entsetzt):
Jetzt schon?

Kandidat (beschämt):
Ja, so blöd es ist.

Jauch (zusammenfassend):
Ich meine, Sie haben ja schon recht viel gesagt. Was Sie bisher gesagt haben, das war alles falsch. Alles falsch.

Kandidat (ungläubig):
Alles falsch?

Jauch (hart):
Alles falsch. Was ja auch schon wieder was hat. Manchmal gibt es ja so Teilwahrheiten, aber da blieb wirklich nicht mehr viel übrig. Ach, wenn das der Uwe noch hätte erleben dürfen.

Kandidat (eilfertig):
Jetzt, wo sie es sagen, das war ja eher 1976 bei der EM.

Jauch (belustigt):
Der Uwe?

Kandidat (nun wieder sicher):
Der Uwe!

Das Publikum entschied sich zu 60 Prozent für Fritz Walter. Der Kandidat war erleichtert.

15:32 Uhr

Und nun herzlich willkommen im Bersteinzimmer der Champions League, dem Halbfinalrückspiel zwischen dem FC Barcelona und dem FC Bayern München. Hier die zentralen Fragen, auf die wir – »dös ist Fuaßboll« – wieder mal erst hinterher eine Antwort erhalten werden:

– Wie geht es aus (das Spiel)?

– Wie geht es an (das Fernsehgerät)?

– Wie feiert man eh schon sicher geglaubtes Weiterkommen? So? 

– Wie beweint man eine für ausgeschlossen gehaltene Blamage? So?

– Für wen ist Pep Guardiola heute Abend?

– Wer verschießt den entscheidenden Elfmeter im Finale, wenn Schweinsteiger sich heute eine Gelbsperre einhandelt?

– Muss König Juan Carlos heute Abend neben Helmut Markwort sitzen? 

– Und: Welches Schweinderl hätten’S denn gern?

15:30 Uhr

Auch Franz Beckenbauer hat gestern Abend das Spiel verfolgt. Hier seine Analyse, was den »Fußball im Allgemeinen anbelangt«.

15:19 Uhr

»Borussia-Boss Hans-Joachim Watzke (53) zitterte zunächst an der Seite des spanischen König Juan Carlos (75) und später allein auf dem Stadion-Klo!«, meldet bild.de am Morgen danach. Wahnsinn, was die Diarrhoe aus einem Menschen machen kann. 

15:16 Uhr

Kinder, was war da gestern los! Ein Tanz in den Mai, Klammerblues mit Ramos, ein Spiel wie Pflasterstein, der einen direkt auf die Zwölf trifft. Dann Ohnmacht. Und ich habe die ganze Nacht von Mats geträumt. Und ein bisschen auch von mir selbst.

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