Borussia Dortmund
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FC Bayern

Axolotl Rotkill

Bayern-Dortmund im 11FREUNDE-Liveticker

Axolotl Rotkill



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18:00 Uhr
Noch dreißig Minuten bis zum Anpfiff. In München treffen die Robben-Bayern auf Klopps Heuler. Und die Sky-Blitztablle weiß schon jetzt: Gewinnen die Münchner mit 3:0, stehen sie punkt- und torgleich mit Leverkusen an der Tabellenspitze.

Bleibt das bis zum Saisonende so, gibt es ein Entscheidungsspiel im Sudan, da Uli Hoenß bis dahin jeden neutralen Boden der Republik mit Bratwurstgeschenkkörben in Bayern-Land umgewidmet haben wird.

Nach dem Spiel wird Uli Heoenß dann auch mit dem Kaiser-Heli nach Berlin fliegen, um sich in der Berlinale-Retrospektive den Paten I-III anzuschauen.

Wir meiden die Berlinale, weil wir uns vor Dieter Kosslicks Altherren-Witzen fürchten und schauen stattdessen in den kommenden eineinhalb Stunden Fußball. Denn: Nur Heimatfilme mit Ilja Richter sind schöner. Also Licht aus, Spot an!

18:10 Uhr
Als Reaktion auf die gegenwärtige Literaturdebatte zitieren wir heute wahllos aus anderen Live-Tickern und Blogs, ändern aber einzelne Textstellen bis an die Grenze der Unkenntlichkeit ab.

Hier also der Roadkill-Ticker:

Die Münchner heute wie gegen Greuther Fürth mit Ribery von Beginn an. Olic auf der Bank.

Das Original aus kicker.de: Bei den Münchnern steht Ribery heute wie im Pokal gegen Greuther Fürth von Beginn an auf dem Platz. Olic sitzt auf der Bank.

18:12 Uhr
Sky hat die obligatorische Blitztabelle jetzt durch Livebilder aus München ersetzt. Neben Sebastian Hellmann, der einen Mantel aus der Sebastian Hellmann-Kollektion trägt, steht tatsächlich Ottmar Hitzfeld, der nicht nur beide Mannschaften trainiert hat, sondern demnächst wohl auch Nachfolger von Joachim Löw und Schiedsrichter Obmann werden wird.

Um dieser Bewerbung Nachdruck zu verleihen, nähert er sich im Interview Sebastian Hellmann.

18:15 Uhr
Die Hegemann-Festspiele gehen weiter. Hier die letzten Hintergrund-Infos vor dem Spiel, recherchiert und aufgeschrieben von unserer 17jährigen Praktikantin:

Klopp hat zuletzt zweimal verloren (1:4 in Stuttgart. 2:3 gegen Frankfurt).

Sein Kollege Louis van Gaal (58) und seine Münchner dagegen acht Liga-Siege in Serie geholt. Der Holländer will nicht mehr verlieren.

Das Original aus bild.de:
Klopp hat zuletzt zweimal verklatscht (1:4 in Stuttgart. 2:3 gegen Frankfurt).

Kollege Louis van Gaal (58) und seine Münchner dagegen acht Liga-Siege in Serie geholt. Van Gaal: „Ich will nicht mehr verlieren.“


18:20 Uhr
Bei Sky sprechen Hellmann und Hitzfeld noch immer über den BVB und die neue Stärke der Bayern. In der Redaktion versuchen Ehrmann und ich derweil immer noch zu klären, wer heute, welche Mannschaft unterstützt und legen Tarot-Karten, ziehen aber beide eine Kobra. Das hilft uns nicht weiter. Auf geht's also BV Bayern, wir tippen auf ein Unentschieden.

18:25 Uhr
Wie es aussieht, spitzt sich dieses Spiel zu einem Duell der beiden stürmenden Verteidiger Hummels und van Buyten zu. Hummels hat sich bereits auf diesen Zweikampf vorbereitet, indem er das Spiel mit seinen WWF-Actionfiguren (Undertaker, Bret Hitman Hart) vorgespielt hat. Ergebnis: Blaue Flecken am Handgelenk. Van Buyten ist einfch nur van Buyten. Advantage Bayern. Gleich geht's los.

18.30 Uhr
Dortmunds Käpt'n Nuri Sahin gibt das Spiel schon bei der Seitenwahl verloren, entscheidet sich ohne zu Zögern für »Rot«. Die Drähte nach China laufen heiß. Das Spiel wird nur noch pro forma absolviert.

1.
Und los geht's. Marcel Reif weist darauf hin, dass Miro Klose nicht im Kader steht. Die Formabsenz des Bayern-Angreifers hat mittlerweile den Euphemismus »Sprunggelenksverletzung« erhalten. So bleibt der Marktwert stabil.

4.
Zwei Riesenchancen für den BVB. Zwei Mal spielt die Bayern-Defensive die Johnny-Cash-Doku nach. »Walk the line« schallt aus den Boxen. Noch mal gut gegangen...

5.
Und da ist es passiert!!! Van Buyten outet sich als König des Wankelmuts. Vielleicht ist es das schlechte WWE-Drehbuch, das ihm sein Daddy vor dem Spiel in die Kabine gereicht hat, vielleicht auch ein kurzer Wackelkontakt unter der Gelmatte des Belgiers. Wie dem auch sei: Der Bayern-Verteidiger verliert den Ball an Zidan, läuft selbigen daraufhin ab, bleibt dann aber stehen und schaut zu, wie der Ägypter zum Finishing Move ansetzt. 0:1.

8.
Ribery hält sich nicht an den Drehplan, wirbelt durch die Dortmunder Verteidigung wie sonst nur Naturereignisse mit Frauennamen durch die amerikanischen Südstaaten, doch der BVB hat die Nothilfe aus Washington gebucht, geklärt.

10.
Ecke für die Bayern. »Lance Armstrong hat ein Haarproblem«, stellt Radsport-Teufel Vogelsang fest, der im Sommer immer mit 11FREUNDE-Einteiler und einem Dreizack aus Pappmaché über Alpenpässe rennt.

12.
Die Bayern-Deckung weiter auf Tauchgang. Barrios, Zidan und Co. spielen sich die Bälle im Strafraum zu, dass es nur so eine Freude ist. Immer mal wieder fällt bei den Innenverteidigern des Rekordmeisters der Strom aus. Barrios scheitert beim Versuch, van Buyten nach dessen Ballverlust nochn einmal zu tunneln.

14.
Südamerika-Kenner Marcello Reif spricht Demichelis so aus, als wäre er ein Rettungsschwimmer in Malibu. Wir kündigen dem Serienliebhaber das Sat.1-Abo.

17.
Ecke Ribery, BVB-Schlussmann Ziegler faustet das Leder aus der Gefahrenzone. Der etatmäßige Schlussmann Weidenfeller hat seinem Ersatz offenbar vor der Saison das Versprechen abgenötigt, nur im gleichen Original Brombeer-Lila aufzulaufen wie er selber. Augenschmerzen.

19.
Ehrmann hat sich heute als psychologische Unterstützung seinen Vater mitgebracht. Vielleicht aber auch nur einen Motzverkäufer, der ihm verblüffend ähnlich sieht, mit einem warmen Essen in die Redaktion gelockt. In jedem Fall ist der nette Herr ein ausgewiesener Fußballfachmann, der seit der zehnten Minute die Einwechslung von Michael Zorc fordert. Dann vertieft er sich in »diesem Internet«, will sich Karten für das EM-Endpsiel '88 sichern.

21.
TOOOOOR! Die Bayern duseln zurück. Van Bommel zieht aus 20 Metern und Verlegenheit ab, will eigentlich gar nicht treffen, will nur rechtfertigen, dass er überhaupt auf dem Platz steht. Doch sein Schuss wird abgefälscht und rutscht an Dortmunds Torhüter Ziegler, der Pechmarie der Liga, vorbei ins Netz. Van Bommel freut sich trotzdem. Dabei steht dieses Tor von der Eigenleistung her auf einem Level mit dem Buntstiftlutscher bei Wetten Dass...?

23.
Ein Tor wie ein Tortenwurf ins Gesicht von Torhüter Ziegler, der sich nach dieser gelungenen Slapstick-Einlage jetzt nervös nach Bananenschalen und versteckten Kameras umsieht. Auf der Tribüne wird Stummfilmmusik gespielt. und Dortmunds Viererkette wirkt wie die kleinen Strolche auf Zuckerschock.

24.
Ein Hauch von Vancouver in München. Arjen Robben spielt sich im Spezial-Slalom durch drei Dortmunder. Unterschreibt dann auf Hummels' Trikot mit Rosi Mittermeier. In Schönschrift.

26.
Durch die jugendliche Verunsicherung der Mannschaft erinnert das Spiel des BVB in dieser Phase beunruhigend surrealistisch an einen cadavre exquis: Jeder Spieler fertigt ein Teil des Ganzen, ohne dass der Nächste weiß, was der Erste eigentlich vorhatte. Das mag in den 20er Jahren ein Kunstmodell gewesen sein, auf dem Spielfeld aber wirkt das nur so chaotisch wie ein Kinderhort im Ausverkauf bei Toys 'R' Us!

28.
Jetzt versuchen sich die Dortmunder zu befreien, doch die Bayern scheinen sich plötzlich einfach wieder daran zu erinnern, dass sie die Bayern sind. Badstuber spielt einen arroganten Matthäuspass auf Ribery, in der Mitte lässt Müller seinen Körper sprechen, als wäre er Stefan Effenberg. Bekommt in der Halbzeit eine SMS von Claudia.

30.
Hobby-Masochist Ehrmann hat sich jetzt trotzdem entschieden und ist für heute Dortmund-Fan, hat ein altes Trikot von Martin Kree (Continentale) übergestreift, mit dem in der Redaktion sonst versucht wird, das Leck unter der Spüle abzudichten. Großkreutz weiter wie ein personifizierter Wasserfleck. Tröpfchenfolter für Klopp.

33.
Das Spiel gleicht jetzt einer beliebigen Szene aus dem Film »Factotum«. Dortmund ist Henry Chinaski und der FC Bayern ein zufällig in der Kneipe anwesender Mann, der vom volltrunkenen Autor grundlos zum offenen Faustkampf in der Seitengasse aufgefordert wurde.

36.
Gomez schießt, verzieht, hadert mit sich selbst. Er sollte es machen wie Mats Hummels, der seinen Frust vorhin per Knallschuss an die Werbebande ablud.

39.
Reif teilt uns durch die Blume mit, dass er auf dem Karrierepfad irgendwann in die Irre geleitet wurde, schwadroniert von »Schweinsteigers neuer Sachlichkeit«. Das erinnert an Rubi im WM-Finale 1990, der damals den Satz für die Ewigkeit sprach: »Buchwald hat heute das Handwerk zur Kunst erhoben.«

41.
Während sich die 22 Mann bei arktischen Temperaturen abmühen, zieht im Hintergrund wie zum Hohn ein Kreuzfahrten-Werbebanner seine einsamen Kreise um das Spielfeld. Wobei: Wo ist eigentlich Klose? Im Stadion wurde er jedenfalls noch nicht gesichtet.

44.
Räusperknopf-Ignorant Reif gibt sich die Ehre: »Wie steht's beim anderen, Max?«, fragt er sein Alter Ego. Keine Antwort.

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HALBZEIT.
Knut Kircher hat genug gesehen. Pünktlich auf die Sekunde bittet er zum mitgebrachten Samowar. Nur Susi Zorc und Otte Hitzfeld dürfen nicht ins Warme, sondern müssen sich für eine Stadionwurst an den sky-Halbzeit-Tresen lehnen. Zorc erfindet für seine Ausführungen das Wort »Ballbesitzzeiten«. Was er von den Zweikampfumfängen und den Ballgewichten hält, sagt er uns nicht.

Ehrmanns Besuch, der sich gerade trocken Brot in eine Lauchsuppe bröselt und in den 70ern noch mit Ernst Huberty auf Ibiza Wermuth getrunken hat, findet, dass Michael Zorc "gut zugelegt" hat und sucht danach Fettaugen in der Brühe.

Bei sky wird unterdessen auch noch Lothar Matthäus nach seiner Meinung gefragt, weil man bei Matthäus immer sicher sein kann, dass er eine Meinung hat, und sei es zur Steuersünder-CD oder der Haarfarbe von Boris Beckers neugeborenen Tochter.

In jedem Fall aber scheint es, als hätte Matthäus in seiner ganz eigenen Welt alle anderen Fußballligen der Welt in Bundesliga umbenannt. Auch eine Möglichkeit, mit der eigenen Aussätzigkeit umzugehen.

46.
Wiederanstoß. Und Marcel Reif zeigt sich gleich wieder auf der Höhe des Geschehens, rechnet wich wenig Chancen für den BVB aus, der »ja keine gute Auswärtsmannschaft ist«, dann kurze Pause: »Also auswärts sind die natürlich richtig stark.« Wäre heute Gegenteiltag, würden wir Reif ein Götzenbild aus Schokolade schnitzen, so falten wir ihm nur eine Narrenkappe aus einer Kopie seines sky-Vertrags, der uns in der Halbzeit auf einer CD-Rom angeboten wurde.

48.
Erste Nachlässigkeit von Subotic, der krampfhaft versucht, dem Spitzenreiter in dieser Statistik, Marcel Reif, noch den Rang abzulaufen. Reif schlägt aber postwendend zurück, erzählt irgendwas. Reicht.

50.
TOOOOOR! Plötzlich zeigt der französische Harlekin, dass er auch der schönste Akrobat in der Manege sein kann, wenn er denn will. Nach einem Pass mit Zuckerhaube bekommt Ribery den Ball im Strafraum. Ein Blick, ein Pass, und Arjen Robben braucht den Ball nur noch über die Linie zu schieben. Die Bayern feiern ihre eigene Zirkusshow und die Dortmunder dürfen nur die Statisten geben. 2:1.

52.
Wann weiß man als Mannschaft, dass das Spiel verloren ist? Wenn Mark van Bommel Hackentricks im Mittelfeld gelingen. Kircher sollte das Spiel abbrechen.

54.
Die Dortmunder tun jetzt so, als hätten sie das Skript des van-Buyten-Papas nicht gelesen, starten Alibi-Angriffe, die im Mittelfeld stecken bleiben.

57.
Immerhin: Der BVB hat hier 20 Minuten lang das Spiel offen gehalten. Ungefähr 18 Minuten länger als Bayer Leverkusen im Durchschnitt aller Auftritte in München.

59.
Mario Gomez mimt einmal mehr den Fremdkörper im Bayern-Organismus. Klose erhält von van Gaal das Zeichen zum Warmmachen, schreibt eine kurze Postkarte von der Aida: »Viele Grüße aus der Ferne, deine alte Blechlaterne!«

61.
Robben zündet einmal mehr den Turbo, doch als Abnehmer steht nur Gomez bereit. Das Ganze wirkt wie eine Staffelholzübergabe von Usain Bolt auf Hans Maulwurf von den Simpsons.

63.
Dier Bayern-Ehrenloge fordert mehr. Blut zum Beispiel. Neben Helmut Markwort sitzt offenbar Rainer Zobel. Was er anhat? »Reinen Zobel« (Vogelsang).

65.
Nun doch noch einmal der BVB, der in dieser Phase an einen klinisch Toten erinnert, der immer mal wieder hochschreckt, weil die Schwester reinkommt. Butt hält einen Barrios-Kopfball...

66.
... und Gomez schaltet die Maschinen aus. Tor für den FC Bayern! Nach 65 Minuten Schnorchelkurs reibt der Nationalstürmer die Tauchbrille mit Eigenspucke aus, sieht zum ersten Mal klar und macht die Entscheidung. 3:1. Over and out.

68.
Nachzureichen gilt es, dass dem dritten Treffer der Bayern eine klare Abseitsstellung voraus ging. »Die werden wirklich Meister«, ächzt Vogelsang und geht brechen.

70.
Kevin Großkreutz will das alles nicht wahrhaben. Seine kämpferischen Bemühungen rings um den Mittelkreis könnten es in einen Cervantes-Roman schaffen.

72.
Ribery darf raus. Der flinke Franzose hat insgesamt 75 Ballkontakte gehamstert. Damit sollte er selbst über den Jahrhundertwinter kommen.

74.
Kuba muss raus. Für ihn kommt ein gewisser Götze. Im Vatikan wird umgeschaltet.

75.
Das Spiel ist entschieden. Zeit, den Ticker weiter für den Ullstein-Verlag interessant zu machen, indem wir diese Partie nur noch mit freimütig kopierten Liedtexten und Prosa-Phragmenten beschreiben.

Doch gerade als wir diverse Reader's Digest-Ausgaben, Fanforen und Bravo-Songbooks als Inspirationsquelle durchforsten, merken wir, dass sowohl die Strg- als auch die C- und die V-Taste unseres Laptops völlig abgewetzt sind und nicht mehr funktionieren. Das kommt davon, wenn man vollgepumpt mit Speed und Ketamin sein Arbeitsmaterial einfach so im Berghain rumliegen lässt, weil man auf einer Toilette stundenlang Oralverkehr haben will.

76.
Die Bayern spielen die Dortmunder weiter schwindelig, ziehen ein Angst einflößendes Kurzpassspiel auf. Und erst bei genauerem Hinsehen, wenn man die 4:0-Demonstration des FC Barcelona gegen die Bayern in der vergangenen Champions-League-Saison über die Angriffszüge legt, wird klar, dass van Gaal sich reichlich in Pep Guardiolas Taktikkiste bedient hat. Die Hegemann-Taktik.

78.
Und plötzlich scheint es doch so, als hätte sich die alte Arroganz über die Roten gelegt. Van Buyten spielt lässige Querpässe durch den Strafraum und auch die anderen ergötzen sich an Catwalkfußball, als müssten sie gleich noch zum Kosslick-Posing nach Berlin. Van Gaal ist außer sich. Wären seine Spieler Magermodels würde er jetzt mit Torte drohen, so aber wechselt er nur Robben aus.

80.
Kurz versuchen die Dortmunder die bajuwarische Überheblichkeit, das fußballerische Äquivalent zur Tribünenmimik Helmut Markworts, auszunutzen und erspielen sich noch ein paar Chancen. Doch man wird das Gefühl nicht los, dass die Bayern sie nur noch einfach so lange laufen lassen, bis sie nicht mehr können.

84.
In die embryonale Drangphase des BVB spielt Schweinsteiger einen Seziermesserpass auf Gomez, der sich aber eine Sekunde zu lang für Miroslav Klose hält und versucht, Olic ein Tor zu schenken. Marcel Reif entdeckt in dieser Szene eine neue Gefühlsregung in seinem Emotionentuschkasten: Schadenfreude. Und schickt ein Goofy-Lachen durch den Äther.

86.
Die Dortmunder wollen, aber können nicht mehr. Langsam macht sich auch in der Redaktion der Unmut breit:

Der Besuch, der 1929 noch mit Franz Biberkopf auf Freigang war, fordert schon seit geraumer Zeit die Einwechslung der Meistermanschaft des BVB von 1956, zählt lieblich verträumt die Namen Niepieklo, Kelbassa und Preißler auf, dazwischen erschrickt er immer wieder, weil das Fernsehbild so bunt ist.

87.
Zumindest Marcel Reif erhört ihn und kommentiert die verbleibenden drei Minuten in Schwarzweiß. Fabuliert dann auch wie selbstverständlich über »Aggressivlieder«, geht dann mit seinem Ego Pogo tanzen.

90.
Die letzten Minuten plätschern dahin wie das Schmelzwasser vor unserem Redaktionsfenster. Dieser FC Bayern, der »neun Spiele hintereinander gewonnen, 15 nicht verloren« (Reif) und 1267 Partien entweder gewonnen, verloren oder unentschieden gespielt hat (11FREUNDE-Datenbank), schafft es, selbst den kältesten Hungerwinter zu erwärmen wie ein brennender Papierkorb eine Gruppe Clochards am Seine-Ufer. Und nun ist Schluss.

SCHLUSS.
Dieter Nickles sichert sich den Pay-TV-Oscar für den innovativsten Auftritt des Bundesliga-Wochenendes mit folgendem Dialog. Nickles: »Drei Niederlagen in Folge. Reicht das jetzt?« Nuri Sahin: »Auf jeden Fall.« Großes Kino.

In einem Spiel, in dem die Bayern nicht so gut waren, wie sie es hätten sein können und die Dortmunder nicht so schlecht, wie es die Anzeigetafel vermuten lässt, schlagen die Münchner den BVB mit 3:1.

Trotzdem verpassen sie die erste Tabellenführung um ein Tor, weshalb van Gaal nach dem Abpfiff wieder so aussieht, als hätte er gerade zwei Eigenurin-Aufgüsse hinter sich. Der Holländer trägt eine Gesichtsfarbe, die vermuten lässt, dass er bis Aschermittwoch noch sein Uli-Hoeneß-Kostüm perfektionieren will und die für seine Spieler nichts Gutes vermuten lässt. Wahrscheinlich müssen Sie ihn heute Nacht so lange siezen, bis er eingeschlafen ist.

In diesem Sinne: Wir danken Sie!

Gute Nacht!

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