Australien
2
3
Niederlande

Australien-Niederlande im Liveticker

Leckie! Leckie!

Hmmmm... Delikat, diese mit Blattgold überzogenen Känguru-Lenden! Doch vor den Schmaus hat der Fußballgott die Arbeit gestellt: Und so mussten sich Hollands Gourmets lange mit harter australischer Rohkost abquälen. Am Ende hat's ja aber doch gemundet. Prall und rund: der 11FREUNDE-Ticker.

94.

Aus, vorbei. Die Niederlande steht im Achtelfinale der WM. Auch dank der zwei Mat(t)hews: Mathew Ryan leistete sich beim 2:3 einen schweren Fehler, und Matthew Leckie wollte in der 66. Minute den Ball aus drei Metern ins Tor brusten, anstatt ihn zu köpfen wie Van Persie im Spiel gegen Spanien. Ein Spiel wie eine Überholspur, die nicht von LKWs blockiert wird. Ein Spiel wie ein Slayer-Konzert. Ein Spiel wie ein Sprint von Usain Bolt – über 90 Minuten. Wir verneigen uns und geben ab nach Rio, Dubai oder Bad Oldesloe.

91.

Die Niederlande verwaltet jetzt den Ball. Wir sind erschöpfter als nach einem Halbmarathon mit Joey Kelly als Personal Coach. Würden gerne »Aaaaaadrian« schreien, doch wir kennen keine Aaaaaadrian. Also schreien wir: »Vooooorbei. Schlussssss! Bitte pfeif aaaaaaab!«

90.

Gleich ist es vorbei. Und wir stellen fest: Diesmal sind beim Spiel der Niederlande nur fünf Treffer gefallen. Holland ist auch nicht mehr das, was es mal war.

88.

Die Australier werfen nun noch einmal alles nach vorne. Leider ist alles in diesem Fall nicht viel. Quasi nichts. Quasi Pumuckl versus Hulk Hogan. Quasi Milhouse van Houten versus Nelson Muntz.

87.

Triste Szenen auf der Tribüne: Ein Typ mit grün-gelbem Afro schaut aus traurigen Augen. Das Plastik-Känguru neben ihm hält sich die Augen zu. Wird »Skippie« mit sofortiger Wirkung abgesetzt? 11FREUNDE rät: Nur die Ru.

86.

Noch ein Satz zu Porto Alegre: Erinnert mich immer an Arilson, den Superbrasilianer, der Lautern 1996 als Winter-Transfer von Gremio Porto Alegre vor dem Abstieg retten sollte. Der war meist schon ab der 1. Minute so schlapp wie die Australier jetzt. Wobei: War ja auch Winter. Armes Arilson. Armer FCK.

85.

Die Australier haben sich schon was überlegt, wenn tatsächlich kein Tor mehr gelingen sollte. Man will die Spielberechtigung von Arjen Robben anzweifeln. Er soll seinen Spielerpass seit August 1994 nicht mehr aktualisiert haben.

82.

Apropos de Jong: Der klärt jetzt alles mit dem Kopf. ALLES. Auch Flachpässe. Wie Eisenkopf Wilson in Lucky Luke »Am Mississippi«. Toll. Bzw.: Ich dachte immer, das wär ausgedacht.

80.

»De Jong - einen Tick in die Haare gekommen«, sagt Simon. Hehe. Oder hat er doch »Jahre« gesagt?

79.

Leckie hat jetzt gefallen gefunden an seiner Brus. Legt sich nach einem Beinahe-Zweikampf einfach mit der Brust auf den Boden, springt dann auf, weil niemand und vor allem der Schiedsrichter nicht reagiert und drückt die Brust an seinen holländischen Gegenspieler. Wofür das alles? Ach klar, der Gute möchte einen Elfmeter haben – um diesen dann per Brust in den Winkel zu zimmern.

77.

Die Australier jetzt müde. Geschafft. Platt. Leckies Anweisungen versteht keiner mehr..

74.

Zwei Tore weniger bekommen, eins mehr geschossen: Ist Australien also nach aktuellem Stand dreimal so gut wie Spanien? Und was bedeutet das für das spanische Königshaus? Bricht Letizia morgen zu einem Jahr Work+Travel auf? Rolf Seelmann-Eggebert reicht seine Kündigung ein.

72.

Kaum führen sie, zaubern sie wieder. Hacke, Übersteiger und all die Tricks, die man auch in der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft sehr gut beherrscht. Gleichzeitg sehen wir noch einmal die Riesenchance der Australier zur Führung. Leckie bekommt einen Ball von Oar mustergültig – wie man so sagt – serviert. Doch Leckie hat vergessen, dass man auch den Kopf benutzen kann. Er will den Ball reinbrusten. Ein Trick, den wir auch aus der 11FREUNDE-Betriebsmannschaft kennen – und nach dem manchem Spieler schon nahegelegt wurde, sich einen anderen Sport, zum Beispiel Diskuswerfen oder Völkerball, zu suchen.

70.

Da ist es: das Ass, das Postecoglu die ganze Zeit in seinem Sakko-Ärmel hatte. Jetzt im Spiel für Australien: Lewis Holtby! Nennt sich seit seiner Einbürgerung Ben Halloran.

69

Der sogenannte Memphis Depay macht ein sogenanntes Tor. Der Holländer zieht aus 30 Metern ab, Torhüter Ryan fällt wie eine Bahnschranke a.D. – es ist erschreckend.

67.

Ich höre gerade, wir haben Tim Cahill zu einem ersten Spontan-Interview am Seitenrand.

67.

De Jong ist übrigens nur auf dem Platz ein Wilder. In seiner Freizeit spielt er (mit Felix Magath) Schach und baut (mit Tim Wiese) Modellflugzeuge. Letzteres vornehmlich, weil Wiese mittlerweile auch Bizeps an seinen Händen bekommen hat und die Modelle nicht mehr zusammensetzen kann.

64.

Diese Superzeitlupen! Bei manchen Fouls, wie gerade von van Persie gegen Jedinak, wenn man die Bänder quietschen, die Knöchel krachen und die Kapseln knallen zu hören meint, könnte man sie ja auch gut und gerne weglassen. Einfach direkt in den FIFA-Giftschrank. Wäre nur fair. Also: Sie wissen schon.

62.

Ein wirres Spiel mitunter auch. Fing an wie ein Dixie-Band-Abend in der Nordheide und befindet sich nun auf einem Free-Jazz-Zwölfton-Abend in Süd-Brooklyn. Wir schreiben lieber schnell mal die Tonleiter auf, um uns an ein wenig Ordnung festzuhalten: C-D-E-F-G-A-H-C.

60.

Robben hat das 3:2 auf dem Fuß - passend zum Taucheranzug des XS-Trägers fallen die Teamkollegen Sekunden später auf der Gegenseite durchs Seepferdchen, schwimmen wie Chihuahua-Welpen, aber es bleibt beim 2:2. Puh. Bzw.: wuff.

59.

Doch da klingelt's schon wieder: Plötzlich steht Robin van Persie alleine vor Mathew Ryan. Was er macht? Er flugköpft sich den Ball selber auf seinen linken Fuß und flugschießt den Ball dann in die Maschen. Ryan flugparadet vollkommen umsonst.

56.

Schließt die stolze australische Nation also mit diesem Elfmeter, den es beim Aussie-Rules-Football sicher nicht gegeben hätte, schon alleine weil es da überhaupt keine Elfmeter gibt, schließen die Australier also somit endlich ihren Frieden mit diesem seltsamen europäischen Spiel? War das die Versöhnungsgeste des Fußballgotts für den italienischen Elfer in der K.o.-Phase 2006? Vielleicht: nicht. Denn...

57.

An der Seitenlinie kauert Louis van Gaal. Das Feierbiest hatte schon die Trillerpfeife und die weißen Handschuhe von der Loveparade 1995 rausgeholt, um hier heute den Achtelfinal-Einzug zu feiern – und nun das! Statt Party mit Alkohol gibt es keine Party und keinen Alkohol. Höchststrafe.

55.

Mile Jedinak versenkt. In die Andi-Brehme-Ecke. Wohin auch sonst. Wird Australien jetzt Weltmeister?

53.

Ein Australier mit dem hübschen australischen Namen Oliver Bozanic im Strafraum. Dribbelt. Verzögert. Dribbelt. Schießt. Janmaat hat die Hand abgespreizt. Vergrößert also seine Körperfläche, wie die FIFA sagen würde. Sieht also etwa so aus: Janmaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaat. Das ist dem Schiri too much. Elfmeter!

52.

Während das Spiel langsamer wird, informiert uns unser Leser Christian S., wer bei Brasilien gestern anstelle von Luiz Gustavo gespielt hat:

51.

Sneijder zieht aus knapp 20 Metern aufs kurze Eck. Mathew Ryan klärt zur Ecke. Demnächst im Universum Adelaide: Saving Private Ryan. Mit Matthew Leckie als Tom Hanks. Und Tim Cahill als Stahlhelm.

50.

Erschreckende Meldungen von Steffen Simon. Aktuell sind es in Porto Alegre 14 Grad. Brasilien ist auch nicht mehr das, was es mal war.

49.

Van Persie jetzt mit der wahren Pepe-Gedenk-Watschen, aus vollem Lauf. Gibt Gelb. Womit wir dann also wissen, was Pepes Aktion minus des Kopfstreichlers wert gewesen wäre. Dass der Holländer nun aber bereits zur »Misses Next Match« gekürt wird, scheint doch arg verfrüht.

48.

Absurder Start übrigens. Acht Sekunden nach Wiederanpfiff steht Matthew Leckie alleine vor Jasper Cillessen und schiebt den Ball ein. Doch der Schiedsrichter pfeift ab. Foul. Angeblich. Die Australier beschweren sich nicht, Matthias Opdenhövel tobt in der Maske: »Diese Fifa-Flöten mit ihren blöden Fifa-Flöten!«

46.

»Respekt vor den Socceroos«, sagt Steffen Simon. Und wir wünschen uns, dass wir diesen Satz niemals hätten schreiben müssen. Inklusive dem Teil mit Steffen Simon.

46.

In der Halbzeit haben wir noch einmal das Tor von Tim Cahill gesehen. Das sah sehr schön aus. Dabei ist uns die Spucke aus dem Mund gelaufen, was wiederum nicht sonderlich schön aussah. Wir geben schnell ab zur zweiten Halbzeit.

18:59 Uhr

Scholl sagt: »Australien verursacht Stress.« Und tausende Backpacker brechen unverzüglich die Zelte ab. Nehmen den nächsten Flieger nach Passau. The next big thing.

18:58 Uhr

Im Mai hatte ich lange einen Ohrwurm von Oli Ps Grönemeyer-Cover »Flugzeuge im Bauch«. Habe wochenlang serbischen Blackmetal gehört, um den loszuwerden, doch dann kam die WM. Und jetzt bekomme ich diesen Einspieler-Jingle der ARD – »Ooooh-eeee-jaaaaa« – nicht mehr raus. Wer kann mich heilen. Dr. Alban?

18:53 Uhr

Danach fällt dem Ersten dann aber auch nicht viel mehr ein als ein brasilianisches Zimmermädchen zu zeigen, dass beim letzten Brasilien-Spiel auf den frisch gemachten Betten tanzt. Momentchen: War das da gerade Dominique Strauss-Kahn, der aus der Toilette gelinst hat? Frankreich spielt doch erst übermorgen wieder..

18:52 Uhr

Und hier die ersten 45 Minuten in der ARD-Blitzanalyse:

46.

Wird Holland jetzt doch nicht Weltmeister? Werden wir unsere 10.000 Euro, die wir darauf gesetzt haben, jemals wiedersehen? Wird Nigel de Jong heute noch einem Gegenspieler in den Bauch springen? Wann entert das Feierbiest Van Gaal endlich mal unsere Lieblings-Schaum-Disko in Wanne-Eickel? Fragen, sehr viele Fragen. Beantworten kann sie vielleicht dieser Herr. Oder die zweite Halbzeit. Bleibt dran!

45.

Jetzt tragen sie Martins vom Feld. Das sieht nicht so gut aus. Also nicht dass das Tackling vorher in irgendeiner Weise besser ausgesehen hätte. Fußball, du kannst so hässlich sein.

44.

Cahill mit dem nächsten Freefighting-Move, diesmal gegen Martins. Sieht Gelb. Ist seine zweite. Schneller hat sich bislang nur Pepe selbst aus dem Turnier genommen.

42.

Die Australier wirken nun etwas müde. Coach Postecoglu verteilt am Seitenrand ein paar Dosen kühles Foster's. Ahhhhh! Schon besser. Bzw.: Leckie.

38.

Australien macht weiter das Spiel. Als wären sie es, die es mal erfunden haben, anstatt seine härtere, stumpfere, testosteronigere Aua-Variante.

37.

Ein Spiel mit hohem Tempo bislang. Deswegen jetzt eine kleine Verschnaufpause. Mit Werbung. Für euch, liebe Leser. Und natürlich auch für die Spieler: Der junge Mehmet Scholl in seiner besten Rolle als »The Freshmaker«.

34.

Cahill rauscht in De Jong, De Jong rauscht in Cahill. Dann schauen sie sich in die Augen, die beiden Eisenbärte, mit Anerkennung, vielleicht auch mit etwas Zuneigung. Sie raunen sich irgendwas zu. Vermutlich: »Hasta la vista, baby.« Nur der Krieg macht sie zu Feinden.

33.

Riesenchance für Australien. Die Down-Under-Boys passen sich im Strafraum locker die Bälle zu. Schließlich passt Matthew Leckie den Ball in die Mitte, dort steht Mark Bresciano und kann sich eigentlich noch ein Weizenglas als Schussrampe unter den Ball legen, um danach entspannt einzuschieben. Doch dann denkt er an den Nachnamen seines Passgebers und kann diese ganze Sache mit dem Fußball, den Schüssen, den Spielen, der WM usw. nicht mehr ernst nehmen. Er schließt sich prompt einem bayrischen Jodelverein in Westaustralien an.

30.

Was die Australier hier spielen, trägt schon auch Züge eines »Mit dem Kopf durch die Wand«-Fußballs, aber gleichzeitig kommen sie erstaunlich oft mit ihren sturen, physischen Solos durch. Bock fühlt sich an den HSV der Ära Valdas Ivanauskas erinnert, fordert jetzt die Einwechslung von »Air Bäron«. Oder zumindest von »Ali« Albertz.

29.

Die Niederlande vielleicht auch verwirrtt ob der australischen Brasilien-Trikots. Und auch beim zweiten Hingucken, stellen die Spieler aus Holland fest: Ja, das müssen wirklich Brasilianer sein. Heißen ja auch so: Wilkinson oder Davidson. Typen in Motorradjacken und mit Rasierklingen in der rechten Hand. Warten die Bandidos in den Katakomben?

27.

Es geht weiter hoch und runter. Laufen die Holländer hier sehenden Auges in ein 4:4? Und das mit Daley Blind! Wo ist Klaus Augenthaler, wenn man ihn mal wirklich braucht?

26.

Als wäre uns allen nicht schon schwindelig genug, von den Robben-Sprints und Cahill-Geschossen, schaltet die FIFA jetzt auf die Vogelperspektive um. Bock fängt unvermittelt an zu brechen, ich kippe rücklings vom Stuhl. Vomit haben wir das verdient?

25.

Die Holländer verwirrt. Ein Gegentor. Gut, das haben sie auch gegen Spanien kassiert. Doch ein Gegentor gegen Australien? Davon hatte ihnen der General Van Gaal nichts erzählt. Robben läuft aus Wut 5000 Meter in 30 Sekunden – und schickt beim Laufen ein Autogramm an Usain Bolt.

23.

Joa...... Sagten wir Robben? Kleine Korrektur: Cahill! Tim Cahill! Schießt jetzt, als würde es gar keine Robbens oder van Persies oder sonstwen geben, das schönste Tor dieser WM. Direktabnahme unter die Latte. Uns fehlen die Worte. Macht nichts: Im Australien-Block halten sie eine Känguru-Gummipuppe hoch. Schöner hätten wir es nicht ausdrücken können.

22.

TOR! Robben, diese menschgewordene Rakete, schnappt sich an der Mittellinie den Ball, rennt über den halben Platz und schießt dann mit links ins lange Eck. Wäre er eine badehose, wäre er Speedo. Wäre er eine Musikband, wäre er Slayer. Vermutlich.

20.

Erstaunlich, wie gut Australien momentan mithält. Das müssen selbst die holländischen Fans einsehen. Doch sie freuen sich auch: »Endlich mal ein Gegner!« Ein paar Achtziger-Jahre-Alt-Hools schießen gut gelaunt ein paar Selfies.

18.

Und da ist er zum ersten Mal: Social-Media-Ikone Robin van Persie. Versucht diesmal die Uwe-Seeler-Variante seines Turbokopfballs, hat aber im Vergleich zum DFB-Ehrenspielführer zu viel Gel resp. auch zu viel Haare drauf - der Ball geht weit übers Tor.

17.

Und dann Leckie, der alte Gourmet, vernascht einen Holländer auf dem rechten Flügel, schnalzt eine Flanke herein, aber in der Mitte haben sie ein Rumpsteak bestellt, keine Feinkost. Kinder, Kinder, wenn das so weitergeht, müsst ihr alle ohne Abendessen ins Bett.

16.

Die Welle geht mal wieder durchs Stadion. Oft ein Zeichen von grandiosen Spielen, öfter noch ein Zeichen von totaler Langeweile. Dieses Spiel steht, nun ja, momentan für letzteres. Die holländischen Spieler wissen: Australien ist nicht Tahiti. Australiens Spieler wissen: Die Niederlande ist nicht Amerikanisch-Samoa. Totales Angst-Szenario.

14.

Nach vorne geht noch nicht viel für die Australier. Es fehlt etwas Geistreiches, eine Art Wunderkind, einer, wie, sagen wir: Mozart es war. Wann kommt Thomas Broich?

13.

Zu unserem Erstaunen scheint der Platz heute ausnahmsweise mal sehr gut in Schuss zu sein. Während einige Spielfelder bei dieser WM ja eher dem Görlitzer Park in Berlin gleichen – falls Sie diesen nicht kennen, stellen sie sich eine Steppe mit drei Grasbüscheln und statt Gnus und Antilopen 3000 schlecht tätowierte Justin-Bieber-Look-Alikes vor –, wirkt dieser Rasen in Porto Alegre fast so schön wie der Rasenteppich einer Grafschaft in Hertfordshire. Oder der Rasen einer Schrebergartenanlage in Hamburg-Blankenese. 

11.

Holland in den ersten Minuten im Australian-Football-Modus. Bzw.: im WM-Finalmodus von vor vier Jahren. Van Gaals taktische Formation heute bei genauerer Betrachtung: klassischer Hahnentritt.

10.

Daley Blind rotzt in Slowmo aufs Spielfeld. Zuhause springt Rudi Völler reflexartig hinter die Couch.

9.

Steffen Simon schweigt für zwei Minuten. Oder ist die Tonspur zwischen Porto Alegre und Berlin-Friedrichshain irgendwo neben dem Malaysia-Air-Wrack ins Wasser gegangen? Wie auch immer: Wir finden es gut. Jedenfalls für zwei Minuten, denn dann sagt Kollege Ehrmann: »Steffen, bitte melde dich!« Jörg Wontorra ermittelt bereits:

7.

Jedinak. Gewinnt das erste Kopfballduell gegen sich selbst. Genial! Können wir ihn vielleicht noch schnell einbürgern, wenn Hummels wirklich ausfallen sollte? Hat doch bestimmt auch ne deutsche Omma oder so. Haben die alle, da unten. Hab ich gehört.

5.

Bock war so stolz auf seinen Joke mit dem Käskopp. Ja. Und dann steht da wirklich einer im orangefarbenen Block mit einem Laib Käse anstelle eines Huts. Sind sogar ein paar Tulpen drin. Bock klopft ab.

4.

Wir haben in den letzten Tagen ja auch fleißig das sogenannte Vanpersieing geübt. Leider haben wir uns schon beim ersten Versuch das Kinn gebrochen, so dass wir jetzt nur noch Alete und Suppen zu uns nehmen können. Trotzdem: Die Mädels im Freibad haben applaudiert – bis auch sie merkten, dass kein Wasser im Becken ist.

2.

Die erste Minute ist noch nicht vorbei, da legt sich ein Greenscreen über den gesamten Fernseher. Kuhlhoff springt nervös auf, tackelt wahllos Gegenstände im Großraumbüro. Dann, Gott sei Dank: Wieder ein Bild. Auch viel Grün, aber mit Spielern drauf. Wird das hier heute zur größten Zerreißprobe für das Tickerteam? War's das schon mit dem WM-Titel? Ihr werdet es lesen, liebe Fans. Oder auch nicht..

1.

Anstoß Niederlande. Nach 20 Sekunden noch kein Tor. Wo ist Robben? Wo Van Persie? Krise?

18:01 Uhr

Australien hat noch die Einlaufmusik von AC/DC im Ohr. Wenn man bedenkt, dass sich die Deutschen mit David Guetta, Justin Bieber oder Xavier Naidoo in der Kabine motivieren, will man gar nicht wissen, wie diese Partie ausgeht: Australien-Deutschland 8:0. Mit Angus Young im Sturmzentrum.

18:00 Uhr

Bei Australien im zentralen Mittelfeld: Mile Jedinak. Über den eingefleischte Crystal-Palace-Fans sagen, dass er noch nie in seinem Leben ein Kopfballduell verloren hat. Kümmert er sich heute um van Persie? Dann wäre die Überschrift schon geschrieben: Leaving on a Jedplane.

17:54 Uhr

»Australia?«, ruft Kollege Bock, als die Mannschaften kommen. »Genial! Da war ich mal im Skiurlaub! Obertauern! Schwarze Piste!« Steigt dann auf seinen Schreibtisch, macht den Schneepflug und fordert »Anton! Anton! Anton!« Hoffentlich steht der im Kader. Sonst wird das hier noch ungemütlich. Vor allem für mich..

17:51 Uhr

Am wichtigsten, im Kampfsport wie beim Fußball (was Down Under wie gesagt oft deckungsgleich ist): In Bewegung bleiben. Tänzeln. Float like a Kangaroo, Sting like a Bee.

17:49 Uhr

Das australische Verständnis von Fußball, im Voksmund: Football, ist, sagen wir mal: robust. Nicht dass es von holländischer Seite hinterher heißt, wir hätten nicht gewarnt..

17:48 Uhr

Auf Holland-Spiele freuen wir uns ja immer sehr, denn niemand verkleidet sich schöner als die Oranje-Fans. Manche gehen als Generäle, andere als Wohnwagen. Und die besten gehen als Blauschimmelkäse. Da aber niemand sagen soll, wir seien parteiisch, hat sich der Ticker heute ein Känguru-Kostüm übergezogen.

17:41 Uhr

Egal. Wir denken uns das Bild, wieddewieddewie es uns gefällt. Jetzt müssten gleich die Hymnen dran sein. »Advance Australia Fair«. Was so viel heißen dürfte wie: »Vorschuss Australien Gerecht.« Kein Problem, liebe Holländer, oder? Gebt dem armen kleinen Fußballentwicklungsland einfach drei Tore vor - für Spanien hätte das ja dann eh noch gereicht.

17:37 Uhr

Nie wieder werden wir Brasilien und all seine unfertigen Wettkampfstätten belächeln. Der Arena in Sao Paulo fehlen zwei Dächer? Uns fehlt hier, in der 11FREUNDE-Redaktion, 22 Minuten vor dem Anpfiff, das Fernsehbild! Und zwar komplett. Nix, gar nix zu sehen. Kollege Kuhlhoff, inoffizieller Technik-Beauftragter, springt ins Kabeldickicht hinter der Glotze, als wäre er der größte Marder der Welt, flucht, schwitzt, ächzt, und... nichts. NICHTS. Die anstehenden Sendungen verschieben sich um circa 80 Kilo.

Um 17:45 Uhr geht's los...

...mit Australien gegen die Niederlande.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!