21.04.2010 | Advantage Bayern
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Bayern-Lyon im 11FREUNDE-Liveticker

Trotz eines frühen Breaks durch Ribery gewinnen die Bayern ihr Grundlinienduell gegen Lyon, weil Robben seinen Matchball verwandelt. Mit dabei irgendwie auch Björn Borg und natürlich die Ass-Geier vom Liveticker!

Text: Johannes Ehrmann und Lucas Vogelsang Bild: Imago
 
Advantage Bayern
Bayern München
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Olympique Lyon


20:10 Uhr
Guten Abend, wertes Publikum. Es melden sich aus der 11FREUNDE-Notaufnahme Lucas Vogelsang und Johannes Ehrmann. Kollege V. ist mehr als angeschlagen (Staublunge, Rücken, Demenz), hat sich deshalb statt der üblichen Flasche Korn einen Monatsvorrat Aspirin und zwei Flaschen Club-Mate mitgebracht. Noch nie hat ein Mensch einem Spiel so entgegengefiebert.

20:13 Uhr
Vogelsang hat einen "Schwähden" (Fritz von TuT) mitgebracht, der entfernte Ähnlichkeit mit Arjen Robben hat. In seiner ersten Amtshandlung belehrt er uns über die richtige Aussprache von Kim Källström. Hört sich im Original in etwa so an: "Skällströme". Tack.

20:16 Uhr
Auch Effe ist da, der ja eigentlich vom Aussehen her ebenfalls ein Skandinavier sein könnte. Doch schon mit dem ersten Satz des "Tigers" zerfällt diese schöne Vision in ihre Einzelteile. So arrogant kann norddeutsch klingen.

20:20 Uhr
Basti Hellmann und Effenberg wollen jetzt mit aller Macht den Grimmepreis, spulen eine ganz schlechte Netzer-Delling-Persiflage ab. "Stellen Sie sich vor, Sie wären so viel gelaufen früher", stelzt Hellmann. "Hab die Frage nicht verstanden", bellt Effe zurück und offenbart dabei ein schauspielerisches Talent wie ein Statist beim Marienhof.

20:25 Uhr
Der uns nur vage bekannte Schwede sollte uns eigentlich schon gestern beim Spiel Inter gegen Barca unterstützen, wegen der Aschewolke konnte er aber erst heute in Berlin landen. Nun soll er mit Insiderwissen glänzen. Seine Qualifikation als Experte: er saß in Stockholm einmal im selben Restaurant wie Zlatan Ibrahimovic. Nur an einem anderen Tag. In einem anderen Jahr. Aber immerhin.

20:28 Uhr
So kurz vor dem Spiel konnte Sky immerhin noch das holländische Kinn für ein Interview gewinnen. Wirkt leicht glasig. Van Gaals Stimme erinnert jedenfall an einen dieser Wochenmarktspromoter für Gemüseraspeln, der seine Raspel verschluckt hat. Lecker Kehlkopfrohkost.

20:30 Uhr
Dann wieder Schnitt auf Effenberg, der sich stubentigerartig von Hellmann kraulen lässt und nach einer weiteren Nicht-Analyse ("Beide Mannschaften können gewinnen.") aus dem Bildausschnitt verschwindet, um mit einem überdimensionalen Wollknäuel zu spielen, das sich bei näherer Betrachtung als Rainer Calmund in einem androgynen Flokatifummel herausstellt.

20:35 Uhr
"Bayern ische meine Klüb", haucht eine französische Stimme. Doch im Bild erscheint nicht Edith Piaf im Beckenbauer-Sekretärinnenoutfit, sondern Lizarazu, der beste Linksverteidiger mit geringen Deutschkenntnissen seit Andy Brehme. Zuletzt hatte der Franzose noch im Gruppe-47-Tweed-Dreiteiler geglänzt, mit einer aus Elfenbein geschnitzten Pfeife im Mund, heute sieht er eher aus wie ein Elvis-Imitator, der vor einem American Diner in Schwedt für 50 Cent die Hüften kreisen lässt. Dieter Nickles hat kein Wechselgeld. Interview beendet.

20:38 Uhr
Urplötzlich steht Mark van Bommel zwischen Effe und Hellmann. Der gesperrte Bayern-Klopper sieht in all seiner sehnigen Mantelpracht aus wie ein Auftragskiller aus einem Guy-Ritchie-Streifen. Als Effe spricht, scheint der holländische Hitman drauf und dran, die abgesägte Schrotflinte zu Tage zu fördern, die er stets bei sich trägt. Effe schweigt aber früh genug. Puh.

20:41 Uhr
Unvermeidlich vor dem Anpfiff: Das alberne Gewinnspiel. "Wenn sie gewinnen, gibt's was Schönes!", droht Hellmann. Ich reiße das Telefonkabel aus der Buchse, bevor Vogelsang in seinem Fieberwahn auf falsche Gedanken kommen kann. "Aber ich hätte's gewusst", protestiert der Mann, wegen dem Neun Live noch existiert.

20:43 Uhr
"Nikt schlekt, Herr Spekt", staunt der Schwähde, als die Choreographie der Bayern-Fans eingeblendet wird. In der Tat beeindruckend, denn es kommen mehr Papierschnipsel zum Einsatz als bei der Stürmung der Stasi-Zentrale vor 20 Jahren.

20:45 Uhr
Auch Marcel Reif hat einen Linguistik-Crashkurs beim Schwähden genommen, kann nicht nur Demichelis, sondern nun auch Källström perfekt aussprechen.

1.
Der erste Angriff der Bayern mündet direkt in einen Abstoß für Lyon. Und in der Frage, die alle Karl-May-Kenner seit Bekanntgabe der Aufstellungen umtreibt: Ist Lloris im Llano Estacado aufgewachsen?

3.
Was ist denn heute in München los? Nicht nur diese tolle, bunte Choreo vor dem Anpfiff, jetzt brüllen sich die Erfolgsfans auch noch nach bereits 120 Sekunden die Seele aus dem Leib. Wer später reingeschaltet hat, weiß nun auch, wer spielt: "BAYERN! BAYERN! BAYERN!"

5.
"Enjoy responsibly!", warnt ein Sponsor am Seitenrand. Doch Genussmensch Ribery macht keine halben Dinger, dribbelt sich das erste Mal um Kopf und Kragen.

7.
Die Gäste aus Lyon verstehen sich auf die Künste der psychologischen Kriegsführung, treten ohne Brustsponsor auf wie der FC Barcelona zu größenwahnsinnigsten Zeiten.

9.
Pustekuchen! Mark van Bommel steht doch auf dem Platz. Und zwar in Gestalt des französischen Außenverteidigers Anthony Reveillere, dessen Akzente wir uns aus Zeitgründen sparen, der aber dennoch in Olic reinrutscht, dass es nur so kracht.

11.
Metamorphosen-Spektakel in der Arena: Van Buyten entdeckt den Effe in sich und schickt Ribery per Tigerpass die Linie herunter. Doch er muss noch mal auf die Epigonenschule, denn der Ball ist zu lang.

13.
Mei, mei, mei, die Bayern machen hier ordentlich Dampf. Lloris klärt zur Ecke, die aber sowas von was einbringt! Schweinsteigers Kopfball streicht knapp am Pfosten vorbei.

15.
Reif will jetzt auch mal wer anders sein, holt seinen feinsten Depardieu aus dem Tornister und flötet einem erneut viel zu langen Ball ein kesses "Oh la la!" hinterher, drückt dann die Räuspertaste und trällert ein paar Klassiker von Charles Aznavour. Tirez sur le Kommentator.

17.
Ribery kämpft sich durch drei Landsleute wie sonst nur durch das Zwielicht der Pariser Nacht. Schließt dann aber so überhetzt ab, als hätte er Interpol im Rücken. Verweigert danach jede Aussage.

19.
Irgendwo in München, außerhalb des Kamerabildes, winkt jemand mit einem überdimensionalen Taschhentuch. Reif lässt sich ablenken: "Die Bayern mit einem Riesen-Tempo." Dabei gehört er noch zur Generation Stofftuch. Kleinkariert.

21.
Ehrmann will den Franzosenkenner raushängen lassen, erklärt (natürlich nonchalant): "Gourcuff muss nur einmal an den Ball kommen und dann brennt der Baum." Fordert dann Manndeckung für Goscinny und Uderzo. Die spinnen, die Pfälzer.

23.
Es sind aber die Bayern, die weiter aufziehen, als wären sie als Kinder in einen Kessel Zaubertrank gefallen. Lyons Abwehr nur wie ein Kessel Buntes. Chancen am laufenden Band.

25.
Schon wieder Olic, der Publikumsliebling, wie Reif weiß, der alles ist, nur kein Publikumsliebling. Auch heute trägt er wieder ein Gesicht wie aus Kautschuk, der zu lange auf einer noch heißen Herdplatte lag. Verlaufen im eigenen Antlitz. Deutschlands letzter Fußballphilosoph sieht mit jedem Spiel mehr aus wie ein Muppet-Rentner. Bald baut ihm Sky eine mit Samt ausgeschlagene Opernloge.

27.
Weiterhin deshalb auch ein akustisches Stimmungshoch in München. Uli Hoeneß hat seine alten Kharimi-Daei-Verbindungen spielen lassen und einige hundert Jubelperser im Stadion installiert. Die schreien immer noch unentwegt “Bayan, Bayan.” Van Gaal sieht entsprechend entspannt aus, als wäre er ohne Sorg.

30.
Hans Jörg Butt, der gerne nur noch Jörg genannt wird oder Butt oder einfach "Hero", sieht mit seinem Malle-Teint und der Sky-Dumont-Matte aus wie ein Frührentner beim Feierabendkick, hat jetzt das erste Mal ordentlich Schwein(i), ein bayrischer Verteidiger fälscht zur Ecke ab.

37.
ROT für Ribery! Nachdem das Spiel minutenlang ohne nennenswerte Ereignisse vor sich hin geplätschert ist, bringt Rosetti Farbe rein, schickt den französischen Überläufer nach überhartem Einsteigen gegen Lisandro Lopez zurück in die Resistance.

39.
Wir sind uns uneinig. Gesundheitsgefährdung war auf jeden Fall mit dabei. Lopez aber, der erst den toten Mann markiert, erlebt dann an der Seitenlinie seinen persönlichen Ostersonntag und hüpft Sekunden später quietschfidel wieder zurück auf den Platz.

42.
Diese turbulenten Szenen bringen Vogelsang nun vollkommen um den Verstand. Wie ein Frosch mit Tourette-Syndrom quakt er wirre Wortfetzen durch den Raum. Verständlich ist dabei nur die Feststellung: "Lyon gegen Inter im Finale, das ist der Tod für den Fußball!" Aber: Noch ist nicht aller Tage Abend. Latürnich.

44.
Die Bayern ein Mann weniger, sofort wirken die Lyoner Olympioniken wie Titanen, Müller versucht die numerische Unterlegenheit seiner Mannschaft durch eine Finte auszugleichen, reißt sich die Ü-Strichelchen vom Trikot und ersetzt sie durch einen Accent Circonflex, will sich so unbemerkt in den französischen Strafraum schleichen. Das Trojanische Pferd des modernen Fußballs.

45.
Pfiff. Kein Jubel. Halbzeit. Nach einem wütenden Hahnentritt des französischen Gockels muss der Münchner Hühnerhaufen jetzt noch 45 Minuten zu zehnt um eine halbwegs vernünftige Ausgangsposition für das Rückspiel kämpfen. Doch die Gesichter der Spieler verraten: Sie haben Federn gelassen, Schweinsteiger sieht aus wie ein vereinsamter, suizidaler Papagei. Fußball wie Käfighaltung, der Ticker pickt auch in der zweiten Hälfte weiter mit.

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21:35 Uhr
Die Münchner Modeschau geht weiter. Für die Halbzeit hat sich Sky Fashion-Ikone Olli Bierhoff eingeladen. Der stöckelt wir Bruce Darnell über den Rasen, trägt einen blauen Cardigan aus der aktuellen GAP-Kollektion. Seine Verbindung zu Frankreich: Der L'Oreal-Vertrag auf Lebenszeit.

21:40 Uhr
Van Gaal schwenkt jetzt offenbar um auf Mauertaktik. Timoschtschuk soll für die zweiten 45 Minuten kommen und für Belebung in der Defensive sorgen. Der Schwähde fordert derweil die Einwechslung von Björn Borg. Nur Original in Töppen mit Holzrahmen.

21:43 Uhr
Verstörende Bilder jetzt aus dem Mittelkreis. Miro Klose gibt Timoschtschuk taktische Anweisungen. Verkennt die Presse seit einem Dreivierteljahr systematisch die Rolle, die Klöschen im Bayerngefüge spielt? Heimlicher Co-Trainer? Chefcoach gar? Das schreit nach einer universitären Neubewertung der Rolle Louis van Gaals im Bayern München des beginnenden 21. Jahrhunderts.

46.
Es geht weiter. Olic musste draußen bleiben. Klose auch. Spielertrainer ist er offenbar nicht.

48.
Die Lyoner führen jetzt die Ringparabel in den Fußball ein, wursten sich durchs Mittelfeld. Ballverlust, Pranjic vollkommen emotions- und religionslos, ballert das Leder aufs Tor, Lloris rettet.

50.
Bayern bemüht sich um Ordnung. Robben geht nach Timoschtschuk-Pass auf der rechten Seite durch, Toulalan, der beim gleichen Coiffeur wie Butt zu verkehren scheint, grätscht den flinken Holländer auf Kniehöhe um, ist im nächsten Spiel gesperrt. "That's the first one", schnitzt der Schwähde (Hobby: Wildern) zufrieden die erste Kerbe in sein Jagdgewehr.

53.
Schweini jetzt überall, köpft knapp am Winkel vorbei. Sekunden später hat Müller den Ausgleich auf dem Fuß, stolpert aber bereits über sich selbst, bevor das Leder ihn erreicht.

54.
Toulalan ist Demokrat durch und durch, war damals schon auf der Bastille dabei. Binnen weniger Momente sieht er zum zweiten Mal Gelb. Im Einmaleins der Fußballhäschenschule bedeutet das: ROT! Egalité.

57.
Claude Puel sieht auf einmal aus wie Roman Polanski im Schweizer Hausarrest. Seine ganze Miene verrät, was er von diesen Deutschen hält: "Piraten!"

59.
Die Bayern jetzt mit der Emotion der letzten Chance und immer wieder mit Lahm, dessen Buchstaben in anderer Reihenfolge immerhin Halm ergeben. Ein ganzer Verein klammert sich an diesen Mann.

60.
Der kleine Verteidiger, der selbst mit Dreitagebart aussieht, als hätte er seinen Einsatz in diesem Spiel bei der McDonald's-Fußballeskorte gewonnen, füttert die Stürmer weiter unentwegt mit guten Zuspielen. Kein Wunder, ergeben seine Buchstaben in anderer Reihenfolge immerhin auch Mahl. Flanken wie Juniortüten, Fußball wie ein Happy Meal. Wir lieben es. Schlecht ist uns hinterher trotzdem.

63.
Zum großen Missfallen des Schwähden spielt Bayern noch immer ohne Borg. Dafür aber mit Timoschtschuk, der ist immerhin Klingone. Oder Ukrainer. Irgendwas aus der ehemaligen Sowjetunion eben.

65.
Müller sieht in der Mitte weiterhin keinen Stich, in der Luft eher Mau-Mau als Doppelkopf. Ehrmann will ihm die Aussetzen-Karte vor die Füße knallen. Welchen Trumpf zieht van Gaal? Vielleicht Trüffel.

67.
Nächster Angriff der Bayern aber in der Mitte stellt sich Gomez beim Kopfball an wie ein Mathe-Nerd beim Hau-den-Lukas auf der Kirmes, streichelt Lloris den Ball in die Arme. Zwei Lichter blinken. Pussy.

69.
Dann aber doch: TOOOOOOOOOOR! Robben zieht aus 25 Metern einfach mal ab, Müller hält seinen Doppelkopf in die Schussbahn und plötzlich ist der Ball drin. Ein Tor so überraschend wie hinterher Gerlands Lächeln. Ein Dutzend Lichter blinken. Superman. Robben gewinnt einen Plüschtiger mit Effenberg-Gesicht und ein halbes Ticket fürs Finale.

71.
Das Überraschendste an diesem Führungstreffer ist zweifellos die Reaktion des ewiggrummeligen Münchner Co-Trainers. So freute sich Gerland zuletzt, als er seiner Frau 1979 im Teutoburger Wald einen Hirsch schoss.

73.
Beim Stichwort "Jagen" erzählt Vogelsang seinen Lieblingswitz. "Kommt ein Wilderer aus dem Wald, hat ein Reh auf der Schulter. Begegnet ihm der Förster: 'Jagen ist hier verboten!' - 'Ich war gar nicht jagen.' - 'Und was haben Sie da auf der Schulter?' - 'Iiiih, ein Reh!'

75.
Wir haben Zeit für solcherlei Schabernack, weil die Bayern kurz Luft holen. Für die Schlussoffensive, da sind wir uns hier alle sicher. Sogar der Schwähde, der jetzt erneut sein Bowiemesser mit dem eingravierten Mats-Wilander-Autogramm rausholt und feststellt: "They are finished!"

78.
Oder meinte er etwa: "They are Finnish"? Das wäre sicher noch schlimmer. Jedenfalls kommt jetzt erst mal Govou, der bis eben noch mit Norwegerpulli auf der harten Bank saß.

80.
Lyon mauert sich jetzt ins Verderben. Die Walter-Ulbricht-Taktik.

82.
Schweinsteiger läuft weiter mehr als Baumann auf Zahnpasta, ist die Wanderdüne dieser Partie. Spielt er so weiter, geht er nach diesem Spiel direkt nach Katar.

84.
Die Bayern laufen zu dritt auf die französische Abwehrkette zu. Robben tanzt an zwei Franzosen vorbei, schießt. Doch Hugo Lloris klärt mit einer großartigen Parade, die unterstreicht: Nach Butt ist er der beste Torhüter in diesem Spiel, hat offensichtlich mehr Arme als Ls im Namen.

85.
Robben muss runter, schimpft wie ein Rohrspatz, der gerade eine Zigarettenkippe verschlungen hat. Das lässt sich der General nicht bieten, schwenkt von Bergfrühling um auf Hungerwinter, packt den Torschützen beim Schlawittchen, bellt seinem Landsmann ein paar deutliche Worte ins Gesicht, entzieht ihm das Sie.

88.
Reif beginnt sein Fazit, lobt die Bayern-Abwehr. Nicht so schnell, Marcelo, wollen wir ihm zuflüstern, und da straft Govou den Skymann auch beinahe ab. Der Schuss des Jokers (Oskar für bestes Kostüm: Jack Nicholson) streicht knapp am Buttmobil vorbei. Zawooosh!

90.
Drei Minuten Nachspielzeit gibt es. Noch einmal die Bayern. Altintop erkämpft sich den Ball, raus auf Lahm, doch Gomez verfällt im Fünfer in die Österreich-Gedenkschockstarre. Das wird nix mehr.

SCHLUSS.
Rosetti pfeift die Partie ab. Der FC Bayern besiegt Olympique Lyon mit 1:0. Reif jedenfalls hat "Spaß gehabt", Vogelsang grantelt, das sei "zu wenig", behauptet aber im nächsten Satz, "die Bayern sind auswärts eh stärker". Fassen wir zusammen: Es fällt schwer, dieses Ergebnis einzuordnen. Wären wir doch nur so abgeklärt wie der Schwähde, der Sekunden nach dem Abpfiff schon ganz andere Highlights herbeisehnt: "I really wanna see Karate Kid in the summer, don't you?"

Nach 90 Minuten, die teilweise wirkten wie eine französische Schlachterei auf Hochbetrieb, teilweise wie ein fünfter Satz zwischen Becker und Edberg, ringen zehn Bayern zehn Lyoner mit eins zu null Toren nieder. Wäre die Begegnung ein Davis-Cup-Match, würde Deutschland nach dem Doppel knapp führen. Ins Rückspiel gehen beide Teams dezimiert, weil Ribery zwischenzeitlich zu einem Borg mutierte (Sci-Fi, nicht Tennis!) und Toulalan die Marianne in sich hervorkehrte. Was wir in Lyon erwarten dürfen, wissen wir noch nicht: Sturmlauf? Stellungskampf? Maginot? Freuen Sie sich einfach mit uns auf ein tolles Fußballspiel, liebe Leserinnen und Leser, einstweilen adieu und bonne nuit. Yours truly, Lucas Vogelsang, Johannes Ehrmann und Der Schwähde.

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