1860
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BVB

1860-BVB im 11FREUNDE-Liveticker

Elfmeterverhältnis 0:1

53739464564:0 Ecken, 132639454839:0 Chancen – doch es half alles nichts: Dortmund musste gegen 1860 in die Verlängerung. Dann wurde die Statistik schlagartig übersichtlich. Hat trotzdem nicht mitgezählt: der Ticker.

21:28 Uhr

Und jetzt müssen wir alle zusammen doch noch mal ganz stark sein: Wiedenbrück 2000 ist draußen.

122.

Und Schluss. Ein 2:0 für Dortmund. Ein 0:0 des Gefühls. Genau genommen, empfinden wir gar nichts mehr. »Sie sahen ein Produktion von SKY«, heißt es abschließend. Womit wir wenigstens wissen, wem wir die zu erwartenden Spätfolgen in Rechnung stellen müssen. Wir legen uns jetzt zu Friedhelm Funkels Gebiss ins Wasserglas. »Gute« Nacht.

121.

Zeit fürs Fazit. Das letzte Mal habe ich ein solch einseitiges Fußballspiel gesehen, als ich in Ermangelung von Freunden den Ball gegen die Garagenwand drosch. Stundenlang. Was auch den Tag markiert, an dem ich mich das letzte Mal so fühlte wie heute.

120.

Zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz. (Kleiner Ausblick: Was wir ab 21:31 Uhr machen)

118.

Sehe gerade erst: Die Münchner hatten das Motto für die Dritte Halbzeit ja von Anfang an auf dem Shirt: »Think blue«. Und zu den Frust-Maß die Diskografie von »Eiffel 65«.

116.

Reif sagt nix mehr. Wie schön. Noch schöner wäre, wenn alle Sechzig-Fans jetzt das hier singen würden. Fuck it all.

114.

Jetzt delektieren sich die beiden Fanlager einmal mehr an jenem Wechselgesang, dessen erstes Wort sich auf »Reis«, das zweite sich auf »Feiern« reimt. Sie wissen schon.

112.

Reif mit der sympathischsten Aussage seit »Tor für Dortmund«: »Wenn Weiner jetzt abpfeifen könnte, sollte er das machen.« Dann aber: »Er darf nicht.« Verdammtes Regelwerk.

111.

Noch zehn Minuten. Dann erfahren wir endlich, wie Wiedenbrück 2000 gespielt hat. So excited!

109.

Sätze, die man sich selbst niemals zugetraut hätte, Folge 1: »Silver Goal, ich vermisse dich.«

107.

Und jetzt tritt das ein, was wir einerseits herbeigesehnt haben (Tor), wovor wir uns andererseits aber auch am meisten gefürchtet haben (durch Mkhks... na, Micki halt). Tja, sorry, liebe Sechzger: Keine Armenier, keine Kekse.

107.

Nun will Funkel tatsächlich noch Rob Friend bringen. Klopp bietet seinem Kollegen wahlweise Julian Schieber an. Funkel lehnt dankend ab. Man hat ja noch seinen Stolz.

106.

Zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Das dachte auch Günter Guillaume, als er zurück in Ost-Berlin war.

106.

Das müssen wir Ihnen noch nachreichen: Rot für Stahl. Ein Satz wie aus einer Zeit, als es der SPD noch gut ging. Wird Schiri Weiner jetzt Arbeitsminister?  

105.

Funkel zeigt 4-4-1 als neues System an. Und vorne hilft der liebe Lauth.

105.

Torverhältnis: 0:1. 

104.

Elfmeterverhältnis: 0:1. 

103.

Ehrmann: »101. Minute ist drin.« Gieselmann: »Geil.« Ehrmann: »Nein.«

101.

»Borussia BVB, Borussia BVB...« Irgendwer singt die ganze Zeit. Und so nach gut 100 Minuten nervt's langsam. Es müsste eine Spielfeld-Tonoption geben für solche Fälle.

99.

Gleich wird dieses Spiel 100. Und dann gehen wir ins Maxim.

99.

Eckenverhältnis 16:1. Für wen, das dürft ihr raten, liebe Leser. Kleiner Tipp: nicht für uns.

98.

Damit Ihr mal wisst, wie wir hier miteinander kommunizieren, ja: was diese Verlängerung aus uns macht. Ehrmann (im Prenzlauer Berg) schreibt per Intercom: »Du Pfostenschuss?« Gieselmann (in Friedrichshain): »Nö.« Ehrmann: »Muss ich, oder was?« Gieselmann: »Ich mach ja schon, verdammte Scheiße.« Ehrmann: »Sack.« Gieselmann: »Selber.« 

 

97.

Reus haut einen Freistoß ans Lattenkreuz. Schmelzer hätte den gemacht, ganz klar.

95.

Lustiges für zwischendurch: Mir fällt gerade auf, dass Benny Lauth das Gegenteil von bausparenden Softrockern ist: Lenny baut. Nur mal so.

94.

Reus. Pfosten. Ist nicht persönlich gemeint.

92.

Warum bringt Klopp nicht Aubameyang? Noch nie hätte ein Flitzer einem Spiel so gut getan.

20:54 Uhr

Drei Anstöße, kein Tor: Das gibt es sonst nur beim Teenager-Petting nach zwei Flaschen Vanille-Traum.

20:52 Uhr

Sehen wir's mal so: Die 1860-Fans haben so lange nichts Erstklassiges gesehen. Gönnen wir ihnen also die halbe Stunde mehr. Auch wenn wir längst die Zusammenfassung Wiedenbrück 2000 vs. Sandhausen sehen könnten!

20:51 Uhr

Klopp im Mannschaftskreis: »Jungs, übrigens: Das Spiel hat schon angefangen!« Aubameyang total verblüfft. Ganz schön streng, diese Deutschen. 

93.

»Jetzt ist Feierabend!«, schreit Reif wie von Sinnen. Für ihn, mag ja sein. Wäre zumindest nicht ganz unerfreulich: 30 Schweigeminuten für die soeben verstorbene Abendplanung.

91.

Reus wird am Sechzehner umgerissen. Weiner lacht ihn aus. Gibt es eigentlich extra Verlängerungs-Spesen für Schiris?

91.

Jetzt Malaga. Eine Kugel. Bitte.

89.

Scheiß verdammte Verlängerung. Aber zum Glück: Auch wir können ja noch drei Mal wechseln! Dr. Snuggles kommt für Ehrmann, Marc Bator kommt für Gieselmann. Den Dritten schenken wir Friedhelm Funkel.

88.

Die Dortmunder Aktionen jetzt verzweifelter als die einer Gruppe Zehntklässler, die nicht in die Go-Go-Bar kommen. Reus scheitert an der Gesichtskontrolle.

84.

Mehr Faust jetzt im Sechziger-Strafraum als früher bei uns im Deutsch-GK. Auch hier dabei: ein dunkler Magyar.

83.

Bringen Klopp und Funkel in der Verlängerung sich selbst? Das wäre es doch: Shoot-Out der Trainer. Werde das sofort an den Spielausschussvorsitzenden faxen. Ist das eigentlich noch Walter Baresel?

82.

Läuft also weiterhin alles auf den klassischen Wunsch aller Zweitliga-Spielerfrauen bei ihrem Stammfrisör hinaus: Verlängerung.

81.

Wäre jetzt gern beim neapoltinaschen Hausmeister in seiner Butze und würde »Django« mit Franco Nero gucken. Aber das nur am Rande.

80.

Zehn Minuten noch. Die Einschläge kommen näher. Aus Sicht der Münchner. Dachten Sie sich sicher schon. Ich schreib's trotzdem mal dazu. 11FREUNDE-Leserservice. Wenigstens wir denken ans Publikum.

78.

Bei der steigenden Zahl an Stresssituationen vor seinem Kasten dürften Kiraly bald noch die letzten Haare ausgefallen sein. Frei nach dem alten Witz: Herr Ungar, Herr Ungar, in meiner Suppe ist eine graue Turnhose!

77.

Ecke Reus. Beim Bäcker nebenan gibt es übrigens Mürbeecken. Kauf ich nie. Machen mich mürbe. Warum mir das jetzt einfällt? Weiß auch nicht.

75.

Hummels flankt wie eine Aufschlagmaschine beim Seniorinnentennis. Advantage Kiraly.

74.

Plötzlich noch mehr los als ohnehin schon in der Arena. Denn: Konter für die sogenannten Löwen. Ziemlich wild. Nicht ungefährlich. Aber Langerak hat alles im Griff. Star in der Manege.

73.

Vier Chancen innerhalb von zwei Minuten. Ebenso viele Zuschriften im gleichen Zeitraum auf unsere Bitte hin, uns doch bitte zu bestätigen, dass Ned Zelic mitspielt. Ist das aufregend.

72.

»Und am Wochenende muss 1860 zum 1. FC Kaiserslautern«, weiß Reif. War das jetzt eine Drohung? Und wenn ja für wen? Gerry Ehrmann sattelt vorsichtshalber schon mal den Porsche.

71.

»70 Minuten gespielt«, so Reif jetzt. »Die 71. läuft.« Riskante Expertise. Aber so kennen wir ihn ja.

70.

Der Armenier, den sie Micki nennen, mit einem Distanzschuss. Marke Lustiges Taschenbuch. Folge 234: »Micki schießt am Ziel vorbei«.

69.

Klopp jetzt mit seinem Wunschergebnis auf dem Pullover: 19:09. Toll, was es auf der Wiesn so alles zu kaufen gibt. Doch wo ist das »Aki«-Lebkuchenherz?

67.

Dortmund drückt. Bislang aber mit ähnlich viel Durchschlagskraft wie ein Klogänger mit akuter Verstopfung. In An- und Abführung.

64.

Reus! Reus! Reus! Reuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuus! Doch dann: diese Hose. Die bringt jeden modebewussten Jungprofi aus dem Konzept. Der darin befindliche Kiraly muss nicht eingreifen.

64.

Großkreutz mit tollem Einsatz. Holt an der Eckfahne einen... Abstoß heraus. So geht das hier heute schon die ganze Zeit.

62.

Kuba mit einer läppischen Flanke. Wann kommt endlich mal eine Rakete von ihm? Angst vor der Krise, oder was ist da los?

60.

Ei der Daus: Spielt da hinten immer noch Ned Zelic? Wer jetzt ein übeschwängliches »Ja!« an online@11freunde.de sendet, kriegt ein Marzipanbrot von Weihnachten 1993.

59.

Dortmund mit 76 Prozent Ballbesitz. Als wäre das hier der spanische Supercup. Und Guardiola schaltet um auf »Der Bär ist los!« (3sat).

57.

Und dann, nach 56 Minuten Handball ohne Volker Zerbe im Rückraum, spielen die Dortmunder einen Angriffszug wie das DHB-Team zu besten Zeiten, nach drei bis acht Stationen kriegt Lewandowski den Ball, er liegt quasi schon auf der Torlinie, und dann, und dann... wechselt Kiraly die Sportart: Faustball. Das dazwischen lassen wir mal weg.

55.

Jetzt der ganze Irrsinn unserer Zeit in einem Bild: SKY zeigt einen Jungen, der ein Foto von einem Sechzger-Spieler gemacht hat und dies wiederum in die Kamera zeigt. »Glückwunsch« sagt Reif. Beileid, sagen wir.

55.

Blaszczykowski auf Lewandowski. Dem fehlt die Anspielstation. Gleich bringt Klopp Orlowski. Damit's hier wenigstens einmal knallt.

53.

Sahin versucht sich in einer Uwe-Seeler-Imitation mit dem Hinterkopf. Heraus kommt aber nur ein eingesprungener Walter Frosch. Kiraly hat ihn sicher.

52.

Mal ganz objektiv: Dortmund übt hier einen Druck aus, den so nur die Blase von Ottfried Fischer nachfühlen kann, abends um zehn im Wiesn-Zelt. Einfach laufen lassen.

50.

Hoeneß macht offenbar ernst. Rupft schon ein bisschen an den Tonleitungen herum. Schöner Nebeneffekt: Kein Ton, kein Reif.

48.

Kuba an die Latte. »Aber Chance ist noch nicht Tor!«, frohlockt Reif. »Nach wie vor 0:0!« Und kuschelt sich wieder in seine Wildmoser-Bettwäsche. Gute Nacht, Fußball.

48.

Also der sogenannte Klassenunterschied ist hier ungefähr so sehr zu sehen wie zwischen uns aus der 9b und Marc, der sie mit 18 zum dritten Mal in Angriff nahm.

47.

Gleich macht Reif, die AfD der Sportberichterstattung, den armen Sokratis für die Griechenland-Krise verantwortlich. 

46.

Eine neue Halbzeit. Die alte Sorge: Kriegen wir das hier in 90 Minuten über die Bühne?

19:59 Uhr

Ist es wirklich geschickt, einen Lufthansa-Spot von einem Franzosen einsprechen zu lassen? »Lüft'ansa«, sagt der ja. Aber es fragt sich ja auch niemand, ob es wirklich geschickt ist, ein Fußballspiel von Marcel Reif kommentieren zu lassen. Also: geschenkt. 

19:55 Uhr

Oliver Kreuzer, der Philipp Rösler des HSV, im Interview. Rücktritt live? Nein: Er säuselt einsilbige Antworten von seinem Riesenscreen. Was er nicht weiß: Auf dem Riesenscreen daneben zeigt SKY eine Kasperletheater-Grafik. Und selbst wenn er es wüsste: Er könnte nichts machen. Nichts. Aber das kennt er ja. 

19:54 Uhr

Erschütternd: Es gibt mittlerweile einen sechsten Teil von »Fast & Furious« Viel wichtiger aber: Wann schafft Dortmund den Kickstart? Und dann Teil 7 der Auto-Saga, mit Erik Durm als Vin Diesel.

19:53 Uhr

Wiedenbrück 2000 führt 1:0. Eine sensationelle Meldung, wenn auch schon 13 Jahre alt. 

19:50 Uhr

Pause. Und wer füllt sie? Wer?! Setze vor Verzweifelung meine Pöhler-Kappe auf und brülle meine Freundin zusammen. War doch niemals Foul, ganz ehrlich.

47.

Halbzeit. »Wenn Sie den Dortmundern auf die Stirn gucken«, so Reif, »dann sehen Sie da ein G.« Wir gucken hin: kein G. Doch Reif insistiert: »Ein G wie Geduld.« Oder wie Gelsenkirchen. Oder wie Geh nach Hause, Marcel, du nervst.

46.

Reif zeigt Mkhitaryan jetzt persönlich Gelb, ach, was sage ich: Rot! Transferiert ihn zurück nach Armenien, macht die Grenze zu, wechselt Günther Kutowski ein, wird als Friedhelm Funkel wiedergeboren. 

45.

Langerak klingt ja irgendwie, obwohl Australier, immer ein bisschen herbstlich. Wie eine knielange Northface-Jacke. Brrr.

41.

Die Dortmunder haben in ihren Bemühungen mit der E-Post-Werbebande bislang nur die Farbe gemeinsam. Ansonsten so behäbig wie eine Postkutsche mit lahmenden Gäulen.

37.

Noch 0:0. Spektakulärer als das Ergebnis ist allerdings, dass Reif den Dortmunder jetzt, anlässlich einer Münchner Klitzechance, die ganz große Krise andichtet. Wenn es nach ihm geht, sind sie raus, spätestens im Elfmeterschießen, dem er sich bereits entgegenschwitzt. Kloppo raus! Hoffnung für den neapolitanischen Hausmeister? Und also auch für uns? Na, dann...

36.

Lauth versucht einen Konter alleine gegen vier Dortmunder. Bleibt gleich am ersten von acht Beinen hängen. Ich glaub, ich spinne.

38.

Was macht eigentlich der neapolitanische Hausmeister? (Mal abgesehen davon, dass er naturgemäß die gleiche Hose trägt wie Kiraly.) Verzehrt er sich nach seinem Freund Kloppo? Hat er auch hier, in München, einen Verschlag errichtet, in dem er dem attraktiven Wüterich zu Not Unterschlupf gewähren könnte? Und wie findet er, dass der sich bislang noch ganz gut unter Kontrolle hat? Diese kleinen Liebesgeschichte enthält SKY uns wie immer vor. Aber dann diese schmachtenden Trailer bringen – das haben wir gern.

35.

Funkel hat noch Rob Friend draußen sitzen. Was bedeutet, dass 1860 das Spiel auch ohne echten Stürmer zu Ende bringen wird.

34.

Bierbecher fliegen, Kiraly sammelt sie auf und trägt sie zum Kiosk, um Pfand zu kassieren. Wer auch immer mit wem koaliert: Er möge das unsagbare Elend der Zweitligatorhüter bedenken.

33.

Freistoß Dortmund, Kiraly dirigiert die Mauer. »Der Rasen ist meine Droge«, hat er mir mal in einem Interview gesagt. Schmeißt sich prompt einem völlig ungefährlichen Ball hinterher, zieht dabei ein paar Halme durch die Nase. Hat keiner gesehen.

30.

Götze im Stadion! »Frag mich, wem er die Daumen drückt«, so Reif. Sechzig natürlich, Marcel. Ist ja jetzt ein Münchner. Und da hält man zusammen.

30.

Funkel zeigt heute, dass auch er - allen Unkenrufen zum Trotz - wie ein moderner Trainer spielen lassen kann: ohne echten Stürmer. Nur das mit dem Passspiel müssen sie noch ein bisschen üben.

28.

Stoppelkamp mäht Blaszczykowski um. Bezeichnend.

26.

Kiraly hat mehr Ballkontakte als ein Dreijähriger im Ikea-Bälleparadies. Hoffentlich holt Papa Funkel ihn bald wieder ab.

24.

Reif erzählt von vor dem Krieg. Also genauer gesagt: von während dem Krieg. »1860 war 1942 Pokalsieger.« Was aber hat 1942 denn 1860 gemacht? Sich gefreut, dass es noch 82 Jahre Schlummi machen kann, bevor's losgeht?

23.

Die Sechzger am Ball... Okay, sie lieben ihn... Aber vielleicht etwas zu doll. Hier die Superzeitlupe.

22.

Wenn das so weitergeht mit der Spannungskurve, fange ich an, meinen Couchtisch zu tickern. Bzw.: teakern.

21.

Hinten stehen Ordner und glotzen in die Zuschauerränge. Muss der schlimmste Job der Welt sein. Statt ein Pokalspiel zu sehen, muss man 90 Minuten lang leicht übergewichtigen Event-Fans beim Würstchenkauen zusehen. 58-59-setzdich!

20.

Kiraly hält einen Schuss, als trüge er ein unsichtbares Tablett, auf dem er an einem Budapester Herbstmorgen Pal Csernai den letzten Kaffee bringt. »Unkonventionell«, so Reif, »wie seine Hose. Und das schon seit vielen, vielen Jahren.« Ein Leben lang die gleiche Jogginghose an? Ich brauch ’nen Kaffee. Herr Ober!

19.

Bei Dortmund spielt übrigens jemand names Erik Durm. Kenn ich nicht. Aber ist das der, den Forrest Gump damals meinte? »Durm ist der, der Durmes tut.« Bislang eher unauffällig, aber vielleicht wird er noch zum Durm in der Schlacht.

17.

Heute nicht im Einsatz: Die Benni-Lauth-Kamera. Ballkontakte: null. Wahrscheinlichkeit, dass sich das ändern wird: null. Wenn er morgen von der Polizei gefragt würde: »Wo waren Sie zwischen 19:00 Uhr und 20:45 Uhr?« – er hätte kein Alibi.

16.

Und schon haben wir wieder eine Viertelstunde herumgebracht. Ein Sechstel des Spiels also. Wenn, Gott bewahre, nichts dazwischen kommt.

14.

1860 mit einer gefühlten Achterkette im Mittelfeld. Schwarze Hosen auf grünem Grund - sieht also ein bisschen aus wie die Kette, die »Mutti« Merkel in der Wahlnacht trug. Funkel fordert eine Maut auf den Dortmunder Mannschaftsbus oder zumindest Betreuungsgeld für den Vierten Offiziellen.

11.

Am besten gefällt mir Reif als Kommentator, wenn er seine Rolle wörtlich begreift. So wie gerade eben: »Ball im Aus.« Das sind mal klare Aussagen. Da nimmt sich der Reporter zurück.

10.

Wer ist heute eigentlich der vierte Offizielle? Aha, verstehe.

8.

Schöne Stimmung. Gesänge von beiden Fanlagern. Getrommel. Wie bei einem richtigen Fußballspiel. Eine Atmosphäre also, die diese Arena schon ziemlich lange nicht mehr erlebt hat. Gleich schaltet Hoeneß den Strom ab.

6.

Gibt's eigentlich diesen tollen Fangesang noch: »58 - 59 - 60!« Ist mir zuletzt beim PC-Fußballmanager »Anstoß« untergekommen. Der, bei dem man nächtelang die richtigen Namen im Editor eingetragen hat. Bis der Win95-PC dann das nächste Mal crashte.

5.

Miki Stevic spielt heute übrigens für beide Mannschaften. Icke Häßler wollte auch, kam aber nicht rechtzeitig aus seinem Techniktrainervertrag beim FC raus. Beileid.

4.

1860 München gegen Borussia Dortmund, irgendwann, so Mitte der 60er Jahre, hätte das ja auch mal ein Europapokal-Finale sein können. Heute dann eben nur eine Zweitrundenpartie mit Klassenunterschied. Und das alles wegen einer Ohrfeige.

3.

Schwabl, Lauth, Bender, Funkel sowieso – und Kiralys Hose. Als wäre dies hier eine Revue über 50 Jahre Bundesliga. Und im Mittelkreis sitzen Olli Geißen und Gäste auf dem Chartshow-Sofa und langweilen sich den Countdown hinunter. Wenn Sie mal schauen wollen. 

2.

Die Sechziger laufen, wie die großen Bayern, mit einem extra Wiesn-Trikot auf. Auch wieder praktisch: Können sie je nach Spielverlauf dann ohne Dusche direkt ins Löwenbräu-Zelt durchstarten. Drei Augenmaß, blau bitte.

1. Minute

Anstoß. Fußball: Immer wieder für eine Überraschung gut. 

18:59 Uhr

Wie man Klopp da so stehen sieht, in Pöhler-Kappe, 1909-Pulli, schwarzer Trainingsbuchse und feuerroten Tretern, könnte er auch ein hundsgewöhnlicher Endvierziger vor einer Dortmunder Trinkhalle sein. »Machste noch ne Runde, Atze?« Der Vierte Offizielle schüttelt den Kopf.

18:58 Uhr

Reif moderiert sich gleich mal selbst an: »Es ist ein wunderschöner Altweibersommertag!« Das mit dem »wunderschön« würden wir so nicht unterschreiben, der Rest ist ja evident.

18:56 Uhr

Hammer: Schwabl spielt! Manni? Heißt das, dass die FDP immer noch im Bundestag ist, Schwarzwaldklinik im Fernsehen kommt, es kein SKY gibt, wir noch zur Schule gehen und uns um NICHTS Sorgen machen müssen? Darüber liegen uns noch keine gesicherten Informationen vor, wir sind aber auf jeden Fall mal für 60. 

18:55 Uhr

Exklusiv auf Sky: »Boardwalk Empire«, die 4. Staffel. Heute Abend schon: »Borderline Empire. Mein Reich ist die Außenlinie.« Die Intim-Doku über Jürgen Klopp.

18:51 Uhr

Noch acht Minuten. Und die bange Frage an uns selbst: Kann man Ende September schon fußballmüde sein? Oder ist es nur das herbsttrübe Regenwetter, das aufs Gemüt schlägt? So oder so: Keine guten Aussichten in der WM-Saison.

18:49 Uhr

Im Studio nun: Ein... ja was? Ein Christian Venus. Hat eine schlimme Sky-Hymne eingesungen. Behauptet dann auch noch, er sei Dortmund-Fan. Hellmann: »Seit wann?« Venus: »Ähhh... puuhhh... tja, seit wann...?« Macht nix, Krille, wir helfen: a) seit gerade eben. b) seit Veröffentlichung meines Songs. c) äh, war gelogen, tja sorry.

18:48 Uhr

Lewandowski zu den Bayern, melden sie jetzt hier. Soso. Gutgut. Mal wieder. Steckt Axl Rose eigentlich hinter diesem Deal? Lewandowski und die Bayern: die »Chinese Democracy« unter den Transfers. 

18:45 Uhr

Schmeichelstunde in München. »Bis du echt schon 59?«, flötet Klopp. Und Funkel, errötend, lächelt wie eine 59-Jährige beim Klassentreffen, wenn der schöne Jürgen sie ein Stück im Cabrio mitnimmt. Ist das jetzt schon Ergebniskosmetik? Pokal: Sie baden gerade Ihren Friedhelm drin.

18:45 Uhr

Sensationell: Das Grünwalder Stadion ist rappelvoll. Neuer Zuschauerrekord: 70.000. Wurde außerdem noch schnell kernsaniert. Da sage noch einer was gegen jordanische Investoren.

18:46 Uhr

Jetzt bin ich mir sicher: NUR Basti Hellmann kann die FDP retten. 

18:42 Uhr

Statt Zweitausend also nur: Sechzig. Anders gesagt, starten wir mit einem Soll von 1940. Was mir wiederum bekannt vorkommt. Is Dispo oder kann das weg?

18:42 Uhr

»Markus Schupp, wie ist es, die Hand am Pott zu haben?«, so die erste Frage des Abends. Die zweite: Seit wann arbeitet der Ex-Lauterer als Klofrau?

18:38 Uhr

Was haben wir nur getan? Während wir uns irrsinnigerweise für 1860-BVB entschieden haben, hätten wir stattdessen auch Wiedenbrück 2000 gegen den SV Sandhausen tickern können! Wiedenbrück 2000! Das schönste 2000 seit dem KSC 2000. Dem vorweggenommenen Millenniums-Bug, der dann nie kam.

18:26 Uhr

Hiobsbotschaft: Wir können heute nicht tickern! Schreibblockade!

13:54 Uhr

Klopp gegen Funkel! Oder um es biblisch zu sagen: Zahn um keinen Zahn!

21:28 Uhr

Und jetzt müssen wir alle zusammen doch noch mal ganz stark sein: Wiedenbrück 2000 ist draußen.

122.

Und Schluss. Ein 2:0 für Dortmund. Ein 0:0 des Gefühls. Genau genommen, empfinden wir gar nichts mehr. »Sie sahen ein Produktion von SKY«, heißt es abschließend. Womit wir wenigstens wissen, wem wir die zu erwartenden Spätfolgen in Rechnung stellen müssen. Wir legen uns jetzt zu Friedhelm Funkels Gebiss ins Wasserglas. »Gute« Nacht.

121.

Zeit fürs Fazit. Das letzte Mal habe ich ein solch einseitiges Fußballspiel gesehen, als ich in Ermangelung von Freunden den Ball gegen die Garagenwand drosch. Stundenlang. Was auch den Tag markiert, an dem ich mich das letzte Mal so fühlte wie heute.

120.

Zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz. (Kleiner Ausblick: Was wir ab 21:31 Uhr machen)

118.

Sehe gerade erst: Die Münchner hatten das Motto für die Dritte Halbzeit ja von Anfang an auf dem Shirt: »Think blue«. Und zu den Frust-Maß die Diskografie von »Eiffel 65«.

116.

Reif sagt nix mehr. Wie schön. Noch schöner wäre, wenn alle Sechzig-Fans jetzt das hier singen würden. Fuck it all.

114.

Jetzt delektieren sich die beiden Fanlager einmal mehr an jenem Wechselgesang, dessen erstes Wort sich auf »Reis«, das zweite sich auf »Feiern« reimt. Sie wissen schon.

112.

Reif mit der sympathischsten Aussage seit »Tor für Dortmund«: »Wenn Weiner jetzt abpfeifen könnte, sollte er das machen.« Dann aber: »Er darf nicht.« Verdammtes Regelwerk.

111.

Noch zehn Minuten. Dann erfahren wir endlich, wie Wiedenbrück 2000 gespielt hat. So excited!

109.

Sätze, die man sich selbst niemals zugetraut hätte, Folge 1: »Silver Goal, ich vermisse dich.«

107.

Und jetzt tritt das ein, was wir einerseits herbeigesehnt haben (Tor), wovor wir uns andererseits aber auch am meisten gefürchtet haben (durch Mkhks... na, Micki halt). Tja, sorry, liebe Sechzger: Keine Armenier, keine Kekse.

107.

Nun will Funkel tatsächlich noch Rob Friend bringen. Klopp bietet seinem Kollegen wahlweise Julian Schieber an. Funkel lehnt dankend ab. Man hat ja noch seinen Stolz.

106.

Zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Das dachte auch Günter Guillaume, als er zurück in Ost-Berlin war.

106.

Das müssen wir Ihnen noch nachreichen: Rot für Stahl. Ein Satz wie aus einer Zeit, als es der SPD noch gut ging. Wird Schiri Weiner jetzt Arbeitsminister?  

105.

Funkel zeigt 4-4-1 als neues System an. Und vorne hilft der liebe Lauth.

105.

Torverhältnis: 0:1. 

104.

Elfmeterverhältnis: 0:1. 

103.

Ehrmann: »101. Minute ist drin.« Gieselmann: »Geil.« Ehrmann: »Nein.«

101.

»Borussia BVB, Borussia BVB...« Irgendwer singt die ganze Zeit. Und so nach gut 100 Minuten nervt's langsam. Es müsste eine Spielfeld-Tonoption geben für solche Fälle.

99.

Gleich wird dieses Spiel 100. Und dann gehen wir ins Maxim.

99.

Eckenverhältnis 16:1. Für wen, das dürft ihr raten, liebe Leser. Kleiner Tipp: nicht für uns.

98.

Damit Ihr mal wisst, wie wir hier miteinander kommunizieren, ja: was diese Verlängerung aus uns macht. Ehrmann (im Prenzlauer Berg) schreibt per Intercom: »Du Pfostenschuss?« Gieselmann (in Friedrichshain): »Nö.« Ehrmann: »Muss ich, oder was?« Gieselmann: »Ich mach ja schon, verdammte Scheiße.« Ehrmann: »Sack.« Gieselmann: »Selber.« 

97.

Reus haut einen Freistoß ans Lattenkreuz. Schmelzer hätte den gemacht, ganz klar.

95.

Lustiges für zwischendurch: Mir fällt gerade auf, dass Benny Lauth das Gegenteil von bausparenden Softrockern ist: Lenny baut. Nur mal so.

94.

Reus. Pfosten. Ist nicht persönlich gemeint.

92.

Warum bringt Klopp nicht Aubameyang? Noch nie hätte ein Flitzer einem Spiel so gut getan.

20:54 Uhr

Drei Anstöße, kein Tor: Das gibt es sonst nur beim Teenager-Petting nach zwei Flaschen Vanille-Traum.

20:52 Uhr

Sehen wir's mal so: Die 1860-Fans haben so lange nichts Erstklassiges gesehen. Gönnen wir ihnen also die halbe Stunde mehr. Auch wenn wir längst die Zusammenfassung Wiedenbrück 2000 vs. Sandhausen sehen könnten!

20:51 Uhr

Klopp im Mannschaftskreis: »Jungs, übrigens: Das Spiel hat schon angefangen!« Aubameyang total verblüfft. Ganz schön streng, diese Deutschen. 

93.

»Jetzt ist Feierabend!«, schreit Reif wie von Sinnen. Für ihn, mag ja sein. Wäre zumindest nicht ganz unerfreulich: 30 Schweigeminuten für die soeben verstorbene Abendplanung.

91.

Reus wird am Sechzehner umgerissen. Weiner lacht ihn aus. Gibt es eigentlich extra Verlängerungs-Spesen für Schiris?

91.

Jetzt Malaga. Eine Kugel. Bitte.

89.

Scheiß verdammte Verlängerung. Aber zum Glück: Auch wir können ja noch drei Mal wechseln! Dr. Snuggles kommt für Ehrmann, Marc Bator kommt für Gieselmann. Den Dritten schenken wir Friedhelm Funkel.

88.

Die Dortmunder Aktionen jetzt verzweifelter als die einer Gruppe Zehntklässler, die nicht in die Go-Go-Bar kommen. Reus scheitert an der Gesichtskontrolle.

84.

Mehr Faust jetzt im Sechziger-Strafraum als früher bei uns im Deutsch-GK. Auch hier dabei: ein dunkler Magyar.

83.

Bringen Klopp und Funkel in der Verlängerung sich selbst? Das wäre es doch: Shoot-Out der Trainer. Werde das sofort an den Spielausschussvorsitzenden faxen. Ist das eigentlich noch Walter Baresel?

82.

Läuft also weiterhin alles auf den klassischen Wunsch aller Zweitliga-Spielerfrauen bei ihrem Stammfrisör hinaus: Verlängerung.

81.

Wäre jetzt gern beim neapoltinaschen Hausmeister in seiner Butze und würde »Django« mit Franco Nero gucken. Aber das nur am Rande.

80.

Zehn Minuten noch. Die Einschläge kommen näher. Aus Sicht der Münchner. Dachten Sie sich sicher schon. Ich schreib's trotzdem mal dazu. 11FREUNDE-Leserservice. Wenigstens wir denken ans Publikum.

78.

Bei der steigenden Zahl an Stresssituationen vor seinem Kasten dürften Kiraly bald noch die letzten Haare ausgefallen sein. Frei nach dem alten Witz: Herr Ungar, Herr Ungar, in meiner Suppe ist eine graue Turnhose!

77.

Ecke Reus. Beim Bäcker nebenan gibt es übrigens Mürbeecken. Kauf ich nie. Machen mich mürbe. Warum mir das jetzt einfällt? Weiß auch nicht.

75.

Hummels flankt wie eine Aufschlagmaschine beim Seniorinnentennis. Advantage Kiraly.

74.

Plötzlich noch mehr los als ohnehin schon in der Arena. Denn: Konter für die sogenannten Löwen. Ziemlich wild. Nicht ungefährlich. Aber Langerak hat alles im Griff. Star in der Manege.

73.

Vier Chancen innerhalb von zwei Minuten. Ebenso viele Zuschriften im gleichen Zeitraum auf unsere Bitte hin, uns doch bitte zu bestätigen, dass Ned Zelic mitspielt. Ist das aufregend.

72.

»Und am Wochenende muss 1860 zum 1. FC Kaiserslautern«, weiß Reif. War das jetzt eine Drohung? Und wenn ja für wen? Gerry Ehrmann sattelt vorsichtshalber schon mal den Porsche.

71.

»70 Minuten gespielt«, so Reif jetzt. »Die 71. läuft.« Riskante Expertise. Aber so kennen wir ihn ja.

70.

Der Armenier, den sie Micki nennen, mit einem Distanzschuss. Marke Lustiges Taschenbuch. Folge 234: »Micki schießt am Ziel vorbei«.

69.

Klopp jetzt mit seinem Wunschergebnis auf dem Pullover: 19:09. Toll, was es auf der Wiesn so alles zu kaufen gibt. Doch wo ist das »Aki«-Lebkuchenherz?

67.

Dortmund drückt. Bislang aber mit ähnlich viel Durchschlagskraft wie ein Klogänger mit akuter Verstopfung. In An- und Abführung.

64.

Reus! Reus! Reus! Reuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuus! Doch dann: diese Hose. Die bringt jeden modebewussten Jungprofi aus dem Konzept. Der darin befindliche Kiraly muss nicht eingreifen.

64.

Großkreutz mit tollem Einsatz. Holt an der Eckfahne einen... Abstoß heraus. So geht das hier heute schon die ganze Zeit.

62.

Kuba mit einer läppischen Flanke. Wann kommt endlich mal eine Rakete von ihm? Angst vor der Krise, oder was ist da los?

60.

Ei der Daus: Spielt da hinten immer noch Ned Zelic? Wer jetzt ein übeschwängliches »Ja!« an online@11freunde.de sendet, kriegt ein Marzipanbrot von Weihnachten 1993.

59.

Dortmund mit 76 Prozent Ballbesitz. Als wäre das hier der spanische Supercup. Und Guardiola schaltet um auf »Der Bär ist los!« (3sat).

57.

Und dann, nach 56 Minuten Handball ohne Volker Zerbe im Rückraum, spielen die Dortmunder einen Angriffszug wie das DHB-Team zu besten Zeiten, nach drei bis acht Stationen kriegt Lewandowski den Ball, er liegt quasi schon auf der Torlinie, und dann, und dann... wechselt Kiraly die Sportart: Faustball. Das dazwischen lassen wir mal weg.

55.

Jetzt der ganze Irrsinn unserer Zeit in einem Bild: SKY zeigt einen Jungen, der ein Foto von einem Sechzger-Spieler gemacht hat und dies wiederum in die Kamera zeigt. »Glückwunsch« sagt Reif. Beileid, sagen wir.

55.

Blaszczykowski auf Lewandowski. Dem fehlt die Anspielstation. Gleich bringt Klopp Orlowski. Damit's hier wenigstens einmal knallt.

53.

Sahin versucht sich in einer Uwe-Seeler-Imitation mit dem Hinterkopf. Heraus kommt aber nur ein eingesprungener Walter Frosch. Kiraly hat ihn sicher.

52.

Mal ganz objektiv: Dortmund übt hier einen Druck aus, den so nur die Blase von Ottfried Fischer nachfühlen kann, abends um zehn im Wiesn-Zelt. Einfach laufen lassen.

50.

Hoeneß macht offenbar ernst. Rupft schon ein bisschen an den Tonleitungen herum. Schöner Nebeneffekt: Kein Ton, kein Reif.

48.

Kuba an die Latte. »Aber Chance ist noch nicht Tor!«, frohlockt Reif. »Nach wie vor 0:0!« Und kuschelt sich wieder in seine Wildmoser-Bettwäsche. Gute Nacht, Fußball.

48.

Also der sogenannte Klassenunterschied ist hier ungefähr so sehr zu sehen wie zwischen uns aus der 9b und Marc, der sie mit 18 zum dritten Mal in Angriff nahm.

47.

Gleich macht Reif, die AfD der Sportberichterstattung, den armen Sokratis für die Griechenland-Krise verantwortlich. 

46.

Eine neue Halbzeit. Die alte Sorge: Kriegen wir das hier in 90 Minuten über die Bühne?

19:59 Uhr

Ist es wirklich geschickt, einen Lufthansa-Spot von einem Franzosen einsprechen zu lassen? »Lüft'ansa«, sagt der ja. Aber es fragt sich ja auch niemand, ob es wirklich geschickt ist, ein Fußballspiel von Marcel Reif kommentieren zu lassen. Also: geschenkt. 

19:55 Uhr

Oliver Kreuzer, der Philipp Rösler des HSV, im Interview. Rücktritt live? Nein: Er säuselt einsilbige Antworten von seinem Riesenscreen. Was er nicht weiß: Auf dem Riesenscreen daneben zeigt SKY eine Kasperletheater-Grafik. Und selbst wenn er es wüsste: Er könnte nichts machen. Nichts. Aber das kennt er ja. 

19:54 Uhr

Erschütternd: Es gibt mittlerweile einen sechsten Teil von »Fast & Furious« Viel wichtiger aber: Wann schafft Dortmund den Kickstart? Und dann Teil 7 der Auto-Saga, mit Erik Durm als Vin Diesel.

19:53 Uhr

Wiedenbrück 2000 führt 1:0. Eine sensationelle Meldung, wenn auch schon 13 Jahre alt. 

19:50 Uhr

Pause. Und wer füllt sie? Wer?! Setze vor Verzweifelung meine Pöhler-Kappe auf und brülle meine Freundin zusammen. War doch niemals Foul, ganz ehrlich.

47.

Halbzeit. »Wenn Sie den Dortmundern auf die Stirn gucken«, so Reif, »dann sehen Sie da ein G.« Wir gucken hin: kein G. Doch Reif insistiert: »Ein G wie Geduld.« Oder wie Gelsenkirchen. Oder wie Geh nach Hause, Marcel, du nervst.

46.

Reif zeigt Mkhitaryan jetzt persönlich Gelb, ach, was sage ich: Rot! Transferiert ihn zurück nach Armenien, macht die Grenze zu, wechselt Günther Kutowski ein, wird als Friedhelm Funkel wiedergeboren. 

45.

Langerak klingt ja irgendwie, obwohl Australier, immer ein bisschen herbstlich. Wie eine knielange Northface-Jacke. Brrr.

41.

Die Dortmunder haben in ihren Bemühungen mit der E-Post-Werbebande bislang nur die Farbe gemeinsam. Ansonsten so behäbig wie eine Postkutsche mit lahmenden Gäulen.

37.

Noch 0:0. Spektakulärer als das Ergebnis ist allerdings, dass Reif den Dortmunder jetzt, anlässlich einer Münchner Klitzechance, die ganz große Krise andichtet. Wenn es nach ihm geht, sind sie raus, spätestens im Elfmeterschießen, dem er sich bereits entgegenschwitzt. Kloppo raus! Hoffnung für den neapolitanischen Hausmeister? Und also auch für uns? Na, dann...

36.

Lauth versucht einen Konter alleine gegen vier Dortmunder. Bleibt gleich am ersten von acht Beinen hängen. Ich glaub, ich spinne.

38.

Was macht eigentlich der neapolitanische Hausmeister? (Mal abgesehen davon, dass er naturgemäß die gleiche Hose trägt wie Kiraly.) Verzehrt er sich nach seinem Freund Kloppo? Hat er auch hier, in München, einen Verschlag errichtet, in dem er dem attraktiven Wüterich zu Not Unterschlupf gewähren könnte? Und wie findet er, dass der sich bislang noch ganz gut unter Kontrolle hat? Diese kleinen Liebesgeschichte enthält SKY uns wie immer vor. Aber dann diese schmachtenden Trailer bringen – das haben wir gern.

35.

Funkel hat noch Rob Friend draußen sitzen. Was bedeutet, dass 1860 das Spiel auch ohne echten Stürmer zu Ende bringen wird.

34.

Bierbecher fliegen, Kiraly sammelt sie auf und trägt sie zum Kiosk, um Pfand zu kassieren. Wer auch immer mit wem koaliert: Er möge das unsagbare Elend der Zweitligatorhüter bedenken.

33.

Freistoß Dortmund, Kiraly dirigiert die Mauer. »Der Rasen ist meine Droge«, hat er mir mal in einem Interview gesagt. Schmeißt sich prompt einem völlig ungefährlichen Ball hinterher, zieht dabei ein paar Halme durch die Nase. Hat keiner gesehen.

30.

Götze im Stadion! »Frag mich, wem er die Daumen drückt«, so Reif. Sechzig natürlich, Marcel. Ist ja jetzt ein Münchner. Und da hält man zusammen.

30.

Funkel zeigt heute, dass auch er - allen Unkenrufen zum Trotz - wie ein moderner Trainer spielen lassen kann: ohne echten Stürmer. Nur das mit dem Passspiel müssen sie noch ein bisschen üben.

28.

Stoppelkamp mäht Blaszczykowski um. Bezeichnend.

26.

Kiraly hat mehr Ballkontakte als ein Dreijähriger im Ikea-Bälleparadies. Hoffentlich holt Papa Funkel ihn bald wieder ab.

24.

Reif erzählt von vor dem Krieg. Also genauer gesagt: von während dem Krieg. »1860 war 1942 Pokalsieger.« Was aber hat 1942 denn 1860 gemacht? Sich gefreut, dass es noch 82 Jahre Schlummi machen kann, bevor's losgeht?

23.

Die Sechzger am Ball... Okay, sie lieben ihn... Aber vielleicht etwas zu doll. Hier die Superzeitlupe.

22.

Wenn das so weitergeht mit der Spannungskurve, fange ich an, meinen Couchtisch zu tickern. Bzw.: teakern.

21.

Hinten stehen Ordner und glotzen in die Zuschauerränge. Muss der schlimmste Job der Welt sein. Statt ein Pokalspiel zu sehen, muss man 90 Minuten lang leicht übergewichtigen Event-Fans beim Würstchenkauen zusehen. 58-59-setzdich!

20.

Kiraly hält einen Schuss, als trüge er ein unsichtbares Tablett, auf dem er an einem Budapester Herbstmorgen Pal Csernai den letzten Kaffee bringt. »Unkonventionell«, so Reif, »wie seine Hose. Und das schon seit vielen, vielen Jahren.« Ein Leben lang die gleiche Jogginghose an? Ich brauch ’nen Kaffee. Herr Ober!

19.

Bei Dortmund spielt übrigens jemand names Erik Durm. Kenn ich nicht. Aber ist das der, den Forrest Gump damals meinte? »Durm ist der, der Durmes tut.« Bislang eher unauffällig, aber vielleicht wird er noch zum Durm in der Schlacht.

17.

Heute nicht im Einsatz: Die Benni-Lauth-Kamera. Ballkontakte: null. Wahrscheinlichkeit, dass sich das ändern wird: null. Wenn er morgen von der Polizei gefragt würde: »Wo waren Sie zwischen 19:00 Uhr und 20:45 Uhr?« – er hätte kein Alibi.

16.

Und schon haben wir wieder eine Viertelstunde herumgebracht. Ein Sechstel des Spiels also. Wenn, Gott bewahre, nichts dazwischen kommt.

14.

1860 mit einer gefühlten Achterkette im Mittelfeld. Schwarze Hosen auf grünem Grund - sieht also ein bisschen aus wie die Kette, die »Mutti« Merkel in der Wahlnacht trug. Funkel fordert eine Maut auf den Dortmunder Mannschaftsbus oder zumindest Betreuungsgeld für den Vierten Offiziellen.

11.

Am besten gefällt mir Reif als Kommentator, wenn er seine Rolle wörtlich begreift. So wie gerade eben: »Ball im Aus.« Das sind mal klare Aussagen. Da nimmt sich der Reporter zurück.

10.

Wer ist heute eigentlich der vierte Offizielle? Aha, verstehe.

8.

Schöne Stimmung. Gesänge von beiden Fanlagern. Getrommel. Wie bei einem richtigen Fußballspiel. Eine Atmosphäre also, die diese Arena schon ziemlich lange nicht mehr erlebt hat. Gleich schaltet Hoeneß den Strom ab.

6.

Gibt's eigentlich diesen tollen Fangesang noch: »58 - 59 - 60!« Ist mir zuletzt beim PC-Fußballmanager »Anstoß« untergekommen. Der, bei dem man nächtelang die richtigen Namen im Editor eingetragen hat. Bis der Win95-PC dann das nächste Mal crashte.

5.

Miki Stevic spielt heute übrigens für beide Mannschaften. Icke Häßler wollte auch, kam aber nicht rechtzeitig aus seinem Techniktrainervertrag beim FC raus. Beileid.

4.

1860 München gegen Borussia Dortmund, irgendwann, so Mitte der 60er Jahre, hätte das ja auch mal ein Europapokal-Finale sein können. Heute dann eben nur eine Zweitrundenpartie mit Klassenunterschied. Und das alles wegen einer Ohrfeige.

3.

Schwabl, Lauth, Bender, Funkel sowieso – und Kiralys Hose. Als wäre dies hier eine Revue über 50 Jahre Bundesliga. Und im Mittelkreis sitzen Olli Geißen und Gäste auf dem Chartshow-Sofa und langweilen sich den Countdown hinunter. Wenn Sie mal schauen wollen. 

2.

Die Sechziger laufen, wie die großen Bayern, mit einem extra Wiesn-Trikot auf. Auch wieder praktisch: Können sie je nach Spielverlauf dann ohne Dusche direkt ins Löwenbräu-Zelt durchstarten. Drei Augenmaß, blau bitte.

1. Minute

Anstoß. Fußball: Immer wieder für eine Überraschung gut. 

18:59 Uhr

Wie man Klopp da so stehen sieht, in Pöhler-Kappe, 1909-Pulli, schwarzer Trainingsbuchse und feuerroten Tretern, könnte er auch ein hundsgewöhnlicher Endvierziger vor einer Dortmunder Trinkhalle sein. »Machste noch ne Runde, Atze?« Der Vierte Offizielle schüttelt den Kopf.

18:58 Uhr

Reif moderiert sich gleich mal selbst an: »Es ist ein wunderschöner Altweibersommertag!« Das mit dem »wunderschön« würden wir so nicht unterschreiben, der Rest ist ja evident.

18:56 Uhr

Hammer: Schwabl spielt! Manni? Heißt das, dass die FDP immer noch im Bundestag ist, Schwarzwaldklinik im Fernsehen kommt, es kein SKY gibt, wir noch zur Schule gehen und uns um NICHTS Sorgen machen müssen? Darüber liegen uns noch keine gesicherten Informationen vor, wir sind aber auf jeden Fall mal für 60. 

18:55 Uhr

Exklusiv auf Sky: »Boardwalk Empire«, die 4. Staffel. Heute Abend schon: »Borderline Empire. Mein Reich ist die Außenlinie.« Die Intim-Doku über Jürgen Klopp.

18:51 Uhr

Noch acht Minuten. Und die bange Frage an uns selbst: Kann man Ende September schon fußballmüde sein? Oder ist es nur das herbsttrübe Regenwetter, das aufs Gemüt schlägt? So oder so: Keine guten Aussichten in der WM-Saison.

18:49 Uhr

Im Studio nun: Ein... ja was? Ein Christian Venus. Hat eine schlimme Sky-Hymne eingesungen. Behauptet dann auch noch, er sei Dortmund-Fan. Hellmann: »Seit wann?« Venus: »Ähhh... puuhhh... tja, seit wann...?« Macht nix, Krille, wir helfen: a) seit gerade eben. b) seit Veröffentlichung meines Songs. c) äh, war gelogen, tja sorry.

18:48 Uhr

Lewandowski zu den Bayern, melden sie jetzt hier. Soso. Gutgut. Mal wieder. Steckt Axl Rose eigentlich hinter diesem Deal? Lewandowski und die Bayern: die »Chinese Democracy« unter den Transfers. 

18:45 Uhr

Schmeichelstunde in München. »Bis du echt schon 59?«, flötet Klopp. Und Funkel, errötend, lächelt wie eine 59-Jährige beim Klassentreffen, wenn der schöne Jürgen sie ein Stück im Cabrio mitnimmt. Ist das jetzt schon Ergebniskosmetik? Pokal: Sie baden gerade Ihren Friedhelm drin.

18:45 Uhr

Sensationell: Das Grünwalder Stadion ist rappelvoll. Neuer Zuschauerrekord: 70.000. Wurde außerdem noch schnell kernsaniert. Da sage noch einer was gegen jordanische Investoren.

18:46 Uhr

Jetzt bin ich mir sicher: NUR Basti Hellmann kann die FDP retten. 

18:42 Uhr

Statt Zweitausend also nur: Sechzig. Anders gesagt, starten wir mit einem Soll von 1940. Was mir wiederum bekannt vorkommt. Is Dispo oder kann das weg?

18:42 Uhr

»Markus Schupp, wie ist es, die Hand am Pott zu haben?«, so die erste Frage des Abends. Die zweite: Seit wann arbeitet der Ex-Lauterer als Klofrau?

18:38 Uhr

Was haben wir nur getan? Während wir uns irrsinnigerweise für 1860-BVB entschieden haben, hätten wir stattdessen auch Wiedenbrück 2000 gegen den SV Sandhausen tickern können! Wiedenbrück 2000! Das schönste 2000 seit dem KSC 2000. Dem vorweggenommenen Millenniums-Bug, der dann nie kam.

18:26 Uhr

Hiobsbotschaft: Wir können heute nicht tickern! Schreibblockade!

13:54 Uhr

Klopp gegen Funkel! Oder um es biblisch zu sagen: Zahn um keinen Zahn!

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