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05.02.2012

Hamburg-Bayern im Liveticker

Son Sala Bim

Text: Johannes Ehrmann und Ron Ulrich  Bild: Imago

Effe hatte es alles geplant: Ein italienischer Engländer sollte der Matchwinner für den HSV werden. Doch nach Sala kam Son - und das 1:1. Immerhin haben die Hamburger den FC Bayern von der Tabellenspitze gestürzt. Es strauchelte mit: Der 11FREUNDE-Ticker.

Hamburg-Bayern im Liveticker - Son Sala Bim




18.15 Uhr
Seid also gegrüßt, liebe Leser, die ihr euch zu diesem sogenannten Topspiel hier auf dieser sogenannten Webseite eingefunden habt. Topspiel? Hmja, aber zuletzt wohl 1983. Wir tun aber einfach so, als ob der HSV auf dem Weg zur Meisterschaft ist, es den Europapokal der Landesmeister und auch Ernst Happel noch gibt. Und für wen? Nur für euch, liebe Leser, damit ihr's euch im warmen Mantel der Nostalgie gemütlich machen könnt in diesen ach so kalten Tagen.

18.18 Uhr
Apropos Wetter: Wir warten noch auf den Kollegen Ulrich, er kämpft sich derzeit noch durch die "Russenkälte", für die Tief Dieter (nicht Schatzschneider) verantwortlich ist, sucht im Berliner Schneesturm die zwei Punkte, die sein Klub Schalke 04 heute verloren hat.

18.20 Uhr
Weil zu befürchten steht, dass Ulrich die Zähler nicht findet, dementsprechend nie herfindet, rufen wir bei Andreas Bock durch, dem größten von zahlreichen HSV-Fans im 11FREUNDE-Umfeld. Bock sagt nur: "Das wird ein Nachspiel haben", legt dann wieder auf.

18.25 Uhr
Ich kann Ehrmann beruhigen. Hat nur etwas gedauert, weil man sich auf die Berliner S-Bahn so verlassen kann wie auf einen Klassenerhalt des FCK. Soviel dazu.

18.29 Uhr
Eins vorweg: Heute keine Witze über einen Mann aus dem Fußball, dem ein schweres Schicksal zuteil wurde. Der in Vergessenheit geriet, aber trotzdem in unseren Herzen blieb. Also es ist zu traurig, keine Witze über Michael Ballack heute.

1.
Hinspiel habe ich übrigens auch getickert mit Kollege Jonas. Das ging 6-0 aus. Sehr langweilig. Wenn es heute genauso kommt, dann schauen in der zweiten Halbzeit noch weniger zu als bei Gottschalk live.

3.
"Zieht den Bayern die Lederhosen aus", rufen die HSV-Fans. Wäre ein Anfang, meint Ehrmann, zieht die 80er-Schlappen und die Jeansjacke aus. Boys dont cry!

5.
Kopfball-Chance für Hamburg, Kroos auf der Linie. Das gibt Lob von Co-Kommentator Effenberg, dem Aggressive Speaker von Sky. Auch Reif kommt zu Wort. Flache Hierarchie am Mikro.

9.
Bayern jetzt agiler, doch Hamburg euphorisch wie Sigmar Gabriel. Leider auch genauso erfolgreich bislang. Er kann es auch, der HSV, ruft Schmidt aus dem Raucherbereich. Ehrmann schließt die Tür zu.

11.
Gladbach hin, Bayern her: Effe ist noch Hamburger durch und durch. "Haa-Ess-Vau is daaa jetzt", orgelt er in feinstem Platt, klingt dabei wie der Eisbrecher-Kapitän in der Tagesschau gestern Abend: "Das geht hier durchs Eis wie durch Buddäh!"

14.
Zoom auf Neuer. Ulrich schluchzt kaum hörbar auf. Wenn man seinen Hintergrund geht, kann man vermuten, dass es ihm dabei nicht um Neuers Baustellen-Outfit in Neongrün geht. Ein Schalk, wer Andres dabei denkt.

17.
Auch zu Gast: L. Baptist Vogelsang, der nun damit prahlt, dass Harald Schmidt seine (also Vogels) Witze in seiner Sendung mit Playmobil nachstellt. "Gott muss ein Schalker sein", sagt er dann unvermittelt. Er muss wegen groben Irrsinns den Raum zeitweilig verlassen.

23.
Und TOOOOOR! Der DeLorean auf vollen Touren: Es führt... der H-S-V!!! Wahnsinn. Jacopo Sala, von Beruf "kleiner Italiener" (Reif), drischt den Bayern das Ding volley ins Netz. Irgendwo weint Jimmy Hartwig vor Glück. Jetzt muss er nie wieder den "Woyzek" spielen. Der NDR-Hörfunk überschlägt sich und springt wild durch die Jahrzehnte: "Und... Mehdi Madavikia! Das ist der HSV 2000!"

26.
Bayern konsterniert, Bayern wütend. Bayern jetzt mit... Neuer. Der haut den Ball nach vorne. Effenberg erinnert sich nun plötzlich seiner fußballerischen Vergangenheit, zieht sich Töppen an und die Kapitänsbinde über den Wintermantel. Wechselt sich jetzt gleich selbst für die Bayern ein. Singt zur Einstimmung schon mal aggressive Lieder.

29.
"Die Bayern suchen nach dem alten Muster", designt Reif. Nur nach welchem? Raute? Karo? Hahnentritt? Vielleicht doch Schachbrett? Kroate Olic macht sich vorsorglich schon mal warm.

31.
Robben wie Schummler Bock beim Tipp-Kick - hält sein Schussbein mit einer Hand fest, lässt es dann tückisch schnerren. Heraus kommt ein 300-km/h-Schuss, den Drobny irgendwo in der vierten Dimension noch über die Latte lenkt.

34.
Jetzt blendet Sky die ukrainische Wetterkarte ein, um die Passquote von David Jarolim zu ergründen. Starke Ostwinde, leichte Auflockerung und vor allem: viele Pfeile. Also die Dinger, die Petric immer imaginär abschießt. Das ergibt doch alles keinen Sinn. Unter Kachelmann war alles besser.

36.
"Dirigent von Drogen-Mafia entführt", meldet die Bild. Seit wann beschäftigen die bösen Jungs denn sogar Dirigenten? Das hätte es bei Marlon Brando nicht gegeben. Hier gab es nur einen Schuss eines Italieners: Sala traf zum 1:0. Unter Heynckes Kopfkissen liegt ein Pferdekopf.

40.
Doch irgendwie werden wir die Achtziger nicht los. Hamburgs Fans singen irgendetwas zu der Melodie von Twisted Sisters "We ´re not gonna take it". Das war schon letztes Jahr beim Eishockey unerträglich. Scheint jetzt aber in den Fankurven so angesagt zu sein wie seinerzeit "Go West" oder "Guantanamera". Für die Bayern zu viel Glam, sie greifen an. Zieht den Hamburgern die Spandex aus.

44.
Was soll man sagen? Hier gehen 5,0-Dosen durch die Reihen wie Geschichten über Laufhaus-Angestellte. Wie Bayerns Angriffsversuche. Widerlich. Den besten Angriffsversuch startet Ribery, der Diekmeier schubst. Pause. Mit der Schubserei. Und dem Spiel.

45.
Und bevor noch irgendwas anbrennt bei minus 18 Grad, pfeift Schiri Kircher vorsichtshalber mal zur Halbzeit. "Worüber Jupp Heynckes wohl mit seinen Mannen spricht?", fragt Effenberg. "Hm, ich tippe mal: Über die erste Hälfte", sinniert Vogelsang. "Und/oder über die zweite." Manchmal hat er ja einfach nur recht.

19.20 Uhr
Als sei das Spiel der Bayern nicht schon schlimm genug anzusehen gewesen, geht es jetzt ins Sky-Studio. Dort sitzen in absteigender ästhetischer Reihung: Steffen Freund, Dr. Markus Merk, Jan Aage Fjörthoft und Sebastian Hellmann. Sie können die Reihenfolge gerne auch beliebig verändern. Besser wird's nicht, liebe Leser. Aber vielleicht vertreiben Sie und Ihre Lieben sich damit die Zeit, bis es weitergeht. Mit Fußball. Zur Erinnerung: Das ist das, worum es hier eigentlich und noch immer geht. Trotz allem.


weiterlesen [1] [2]



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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Bayern München, Hamburger SV






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Kommentare

  • User
  • 04.02.2012 18:59:18 MrSpinalzo

    darf gerne so bleiben.

  • User
  • 04.02.2012 19:58:40 bataplummy

    Erste 15' der zweiten HZ geschaut und Bayern scheint Direktspiel oder neudeutsch one touch Spiel fremd zu sein. Das ist sowas von berechenbar und langsam. Wahrscheinlich eher ein 2:0 als ein 1:1 Mit solchen Bayern braucht sich keine andere Mannschaft großartig sorgen machen.

  • User
  • 04.02.2012 20:13:29 Fix

    schönes spiel der hamburger. solche keistungen möcht ich öfter vom hsv sehehn.

  • User
  • 04.02.2012 20:27:17 MrSpinalzo

    und ich vom GFCB.

  • User
  • 04.02.2012 20:32:01 bataplummy

    Vielleicht hätte der HSV vor dem Ausgleichdoch mehr auf das 2:0 spielen sollen. Dann wäre vielleicht mehr dringewesen. Aber hätte, hätte,Fahrradkette.

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