Best of 2010: Portugal-Spanien im 11FREUNDE-Liveticker
Zu schön, um weiter zu sein
Text: Andreas Bock und Dirk Gieselmann Bild: Imago
Die gute Nachricht vorweg: Cristiano Ronaldo bleibt uns für den Rest der WM erspart. Jetzt die schlechte: Ihm wird schon was einfallen, womit er uns auch in Zukunft das Leben vermiesen kann. Erst mal ist Spanien weiter. Und der 11FREUNDE- Liveticker auch.
20:15 Uhr
Herzlich willkommen zum Kampf der Superhelden. Bunter als Takeshis Castle. Aufregender als eine Gehgeisterbahn. Auf dem Papier wie ein Finale. Doch was heißt schon auf dem Papier? Auf dem Papier hängen auch Farbkleckse im Museum of Modern Art.
20:21 Uhr
Paraguay, so fit die Mannschaft gerade ist, hat also allen Grund vor dem nächsten Gegner zu zittern: Das ist ungefähr so deprimierend wie Daumencatchen mit sich selbst. Oder ein 100-Meter-Duell mit Usain Bolt.
20:22 Uhr
Olli Kahn hat sich heute den Anzug von seiner Konfirmation (1983) angezogen. Inklusive Seidentaschentuch. Würde das TV-Bild nun stehen, man sähe den kommenden C&A-Herbstkatalog vor sich. Doch es flimmert weiter. Immer weiter. Kahnig eben.
20:24 Uhr
Die Aufstellungen: Besonders gut gefällt uns in der grafische Aufbereitung des ZDF das Bild von Meireles. Der Mann sieht aus, als haben ihn windige Stylepäpste aus einer Modezeitschrift der späten 70er geschnitten. Oder direkt von Joy Division-Postern abfotografiert.
20:26 Uhr
Die Hymnen: Wie immer im ZDF auf Seite 888. Bei uns auf Anfrage in diversen Übersetzungen (altägyptisch). Sogar die instrumentale Marcha Real (übersetzt in Zwölftonmusik).
20:28 Uhr
Schön bei den Portugiesen: Niemand kann singen. Klingt wie Karaoke um 3 Uhr nachts in einer Seitengasse auf St. Pauli. Doch, liebe Fans, das ist vollkommen egal, bei den Portugiesen kann auch niemand Rubiks Zauberwürfel in drei Sekunden lösen. Es geht schließlich nur um eines: Fußball. Los also!
20:29 Uhr
Kurz vor dem Anstoß erreicht uns folgende Nachricht, die unsere bisherigen Bemühungen ad absurdum führt: »Titelfavorit träumt vom K.-o.-Sieg!«, meldet spiegel.de. Gemeint ist Christian Wulf, die Einmann-Mannschaft unter den Möchtergern-Präsidenten. Wenn Dunga das wüsste.
1.
Und jetzt der Anstoß, ausgeführt von Joachim Gauck, der vorher noch das diktatorische Erbe Portugals und Spaniens aufarbeiten will. Torres klaut dem Gutmenschen den Ball, schießt nach Sekunden – Parade Eduardo. Ganz nett, aber den hätte Neuer mit der Zunge gehalten.
3.
ZDF-Mathemax Oliver Schmidt kommentiert. Und der kann im Zahlenbereich von 1 bis 2 relativ sicher rechnen: »Der zweite Torschuss!«, zählt er nun für die Spanier. Dann wird er abgelöst, Joachim Bublath (»Knoff-Hoff«) übernimmt die komplexeren Zahlen.
5.
»Xavi: Herz, Kopf und Hand der Spanier – wie immer sie wollen«, anatomisiert Schmidt nun. Ja, wie wollen wir denn: Das Ohr? Die Nase? Der Steiß? Der namenlose Zeh neben dem kleinen? Eine kleine Giraffe ohne Hals?
6.
Und schon wieder ein Schuss, diesmal von Villa. Die Spanier dringen in den portugiesischen Strafraum ein wie Ameisen in eine verwahrloste Küche. Keine Frau im Haus, aber das liegt beim Fußball ja in der Natur der Sache. Was macht eigentlich Heidi Mohr?
8.
Das passive und das aktive Abseits – wir werden es wohl nie verstehen. Mittlerweile hat die Diskussion Züge angenommen wie damals, als Bill Clinton versuchte herabzudividieren, welches seiner Körperteile im Mund der Praktikantin verschwanden. Wann hören wir Cristiano Ronaldo sagen: »I did not have sexual relations with that ball«? Vielleicht schon in Bälde, aber wir werden es ihm genauso wenig glauben wie Clinton.
13.
Kollege Bock ist plötzlich sehr kleinlaut geworden: »Ich habe nicht inhaliert«, sagt er, ohne gefragt worden zu sein. Der Junge schlottert am ganzen Leib, ab jetzt lass ich die große Politik raus, versprochen! Zum Glück läuft Fußball. Da! Ein Fernseher! Herrlich. Spanien-Potugal: Jetzt live im 11FREUNDE-Ticker!
15.
Del Bosque sieht aus wie dieses Sesamstraßenmonster mit zwei Köpfen, vor dem ich mich früher immer hinterm Sofa versteckt habe. Bloß, wo ist der andere Kopf? Hat der ewige Streit zwischen den beiden wirklich zum Äußersten geführt? Mein Gott, ich hab den Anschluss in der Sesamstraße verloren! Zum Glück hab ich noch die Lindenstraße. Hmmm, Gaby Zenker.
17.
Kleine Information zwischendurch: Wir sitzen heute nicht wie gewöhnlich in der Redaktion, sondern im Produktionsbüro des 11FREUNDE-WM-Quartiers. Jede Menge Computer, Kabel, Standby-Leuchten, Staubpartikel. Dafür sehr wenig Luft und ein Bild von Peter Neururer, der in Lederjacke und Jeans vor seinem Motorrad posiert. Trister ist es nur beim Bingoabend im Seniorenclubhotel Scharbeutz/Ostsee.
19.
Ramos grätscht den Ball ab. Sowieso Ramos: Jedes Mal wenn er den Ball führt, wirkt es, als spiele er ein Gedicht von Charles Bukowski nach: Tough im Zweikampf, hart im Nehmen, solide im Passspiel – und dennoch in seinen Bewegungen schön wie ein Gänseblümchen unterm Asphalt.
20.
Heidewitzka. Bzw: Eiderdaus. Schuss von Simao. Casillas, verwirrt wie ein Böhse-Onkelz-Fan auf einem Eric-Satie-Klavierabend, verläuft sich im Fünfmeterraum. Der Ball fällt aus gefühlten 20 Metern hinab, Casilla hüpft umher. Kein Tor. Warum, weiß Casillas nicht so genau. Aber Wissen ist heute nicht Macht. Macht nichts.
23.
Momentan also immer noch 0:0, 23:21 Minuten gespielt. Soweit die Statistik. »Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik gibt es mehr Ameisen als Menschen auf der Welt, aber hier spielt gar keine Ameise mit.« (frei nach Werner Hansch).
25.
Nun wieder Spanien im Angriff. Xavi mit einem Pass, den zuletzt Uwe Bein irgendwann in den 90ern auf den frühen Anthony Yeboah schlug. Zucker.
27.
Was positiv auffällt: Einige Spanier, so z.B. Xavi, tragen schwarze Fußballschuhe. Mehr gegen den Trend geht nicht. Es sei denn, man spielt regelmäßig in Fußballtrikots aus Baumwolle und einem Ball aus Leder auf einen Fußballplatz mit Holztoren.
31.
Casillas faustet einen Ball weg wie früher Gaby aus der fünften Klasse beim Sportunterricht (Volleyball-Doppelstunde). Pique klärt danach als Puyol, der sich aus Angst vor seinem Torwart in der Umkleidekabine versteckt – als Maskottchen.
33.
»Keine Bange«, muttert Oliver Schmidt nun, als hätten wir Gespenster unterm Bett. Wir eilen ins Schlafzimmer: nichts! Was meint der Mann? Das: »Einen Sieger wird und muss es heute geben.« Dann haben wir ja noch mal Schwein gehabt. Danke, Mami.
34.
Pique am Ball, der, wie die »Süddeutsche Zeitung« heute schrieb, der »Beckenbauer Spaniens« sein soll. Damit hat die Unsitte, Menschen, die schon einen Namen, haben, einen weiteren zu geben, der sie adeln soll, ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Ein Mann ohne Weltmeistertitel, ohne Werbevertrag mit Suppenherstellern, ohne Kraft auf dem Tisch,, ohne Hitsingle »Gute Freunde kann niemand trennen«, ohne Aura (»Aurora«, wie Beckenbauer sie freundschaftlich nennt) letztlich – der soll so was wie der Kaiser sein? Unser Franz-Rot-Gold? Dann wäre Dunga der Werner Lorant Brasiliens und ich die Doris Papperitz des 11FREUNDE-Tickers. Und wer will das schon? Also: Stoppen Sie das.
38.
Flanke Meireles, der sich wesentlich eleganter schreibt als ausspricht (»Merai-Esch«, meint Schmidt zu wissen), mit der Flanke, Almeida steigt hoch, starrt, glotzt, was soll er machen, ach, ja: der Kopf, interessant, da könnte auch eine Idee drin sein, aber welche, da fällt ihm das Teil schon auf die Stirn, keine Körperspannung und letztlich auch keine Idee. Aus. Abstoß. Ätzend.
41.
Das Spiel ist flach wie die Busenwitwe, als sie noch Tatjana hieß. Aber das kann ja noch werden. Siehe Busenwitwe. Wo ist Prinz Foffi?
43.
Noch mal »Merai-Esch«, gleiche Flanke, aber diesmal mit der Hoffnung auf einen anderen Abnehmer, da ist Thiago, der hat mehr Ideen als Almeida zuvor, nämlich genau eine, aber die ist schlecht: Zornkopfball auf die Werbebande. Schleichwerbung?
45.
Ob Pepe denkt, dass wir ihn nicht erkennen, weil er sich diese Ernie-Frisur hat wachsen lassen? Doch, mein Lieber: Du bist der Mann, der die fieseste Grätsche verbrochen hat, die unsere alten Augen jemals sahen. Also zieh Ernie da nicht mit rein.
46.
Wir blättern im »Stern«. Letzte Seite: »Was macht eigentlich... Cristiano Ronaldo?« Keine Ahnung. Spielt der Peinsack mit? Wir recherchieren: »Sein bestes Stück soll so gut ausgestattet sein wie sein Ego«, erfahren wir auf bild.de unter der Überschrift »69 Sexfakten über Cristiano Ronaldo« – und weiter: »Studentin Naya vergleicht es sogar mit einer Familien-Pizza.« Ich bin für Spanien.
21:21 Uhr
Halbzeit. 0:0, aber es könnte auch andersherum stehen. Vielleicht. Spanien und Portugal rennen jedenfalls. Ganz schön schnell. Und Kommentator Oliver Schmidt hechelt hinterher. Vor lauter Hitze bleibt der Ticker lieber gleich auf der Startlinie und wartet auf die Ankunft der Unentwegten.
21:22 Uhr
Was für die zweite Halbzeit Mut macht, ist wie immer die Ahnung, dass sich gleich wieder Olli Kahn durch die erste Halbzeit expertet und Missstände aufdeckt wie Inspektor Clouseau.
21:25 Uhr
Bisher, so stellte ja bereits Oliver Schmidt fest, ist es nicht das erwartete Fußballfest. Wir stellen fest: Von einem Fest zu sprechen, ist grotesk. Es fehlt bislang einfach alles: Ideen, Großchancen, Übersteiger. Das ist wie die Geburtstagsparty des achtjährigen Nachbarsjungen, auf der »Topfschlagen« angekündigt wurde, es aber nicht mal »Blinde Kuh« gab. Schlimm.
46.
Die Typen, die aussehen wie die Protagonisten der aktuell populären Computerspiele, stoßen an. Klappt alles. Wie im Computer.
47.
Das Spiel verliert sich zunächst wieder im Labyrinth von Kapstadt Stadion. Jedes Mal, wenn jemand glaubt, einen Weg gefunden zu haben, stoßen Beine von der Seite hervor und Spieler fallen schneller um als Steine beim Dominoday auf RTL.
49.
Nun verspringt sogar Capdevila der Ball. Das ist ungefähr so, als würde Carl Lewis vergessen, wie man über eine Pfütze hüpft.
51.
Riesenchance für Portugal. Almeida auf links, atzt durch den Strafraum wie ein Gnu zur Paarungszeit durch die Steppe. Dann der Blick, der Pass, die Flanke, ans Knie von Puyol, der den Ball am Tor vorbei lenkt. Unfreiwillig wie ein Alkoholiker, der sich im Supermarkt Clausthaler holt.
57.
»So schlafe ich trotz der Hitze gut!«, entdeckt Kollege Bock auf bild.de, liest, maunzt, murrt, säuselt, schnarcht, ist raus aus dem Ticker. Verdammter Boulevard.
54.
Jose Mourinho sitzt übrigens auf der Tribüne und kontrolliert, ob das hier auch ganz genau nach dem Drehbuch läuft, das er mit Messis Blut in der Nacht nach dem CL-Halbfinale geschrieben hat. Dann lieber ZDF-Fernsehgarten.
59.
Almeida muss raus, Werder-Trainer Thomas Schaaf will ihn auf Norderney durch einen Treckerreifen-Parcours jagen. Torres geht auch, für ihn kommt Llorente. Was die Frage aufwirft, welcher Spieler aus der Premier League bei der WM eigentlich bislang performt hat. Uns fällt nur einer ein, und den Namen dürfen wir, wenn wir das richtig verstanden haben, ja nicht mehr aussprechen. Wir schreiben das jetzt hier mal mit Zitronensaft-Geheimschrift: Kevin. Prince. Boateng. Aber nicht weitersagen.
60.
Lllllllllorente, auf einmal nicht mehr nur mit zwei L im Namen, was eigentlich schon auf alberne Weise zuviel ist, sondern mit ungefähr elf, hat die die Kopfballlllllllllllchance. Eduardo hällllllllllt. Wie heißt es so schön: Der Eduard, der Eduard, der steht bei uns im Fußballtor.« Reimt sich nicht. Egallllllllllll.
63.
Und... und... TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR! FÜR SPANIEN! Xavi, Iniesta, Villa, das ist keine Familiensage von Javier Marias, das ist ein Gedicht von einem Spielzug, Poesiehasser Eduardo wirft sich noch rein, hält, aber dann noch mal Villa, das alte Haus, chippt ihn rein. 1:0 für Spanien. 1:0 für alle, die John-Wayne-Freistoß-Anläufe hassen. 1:0 für mich zum Beispiel.
65.
Blitzinterview mit Cristiano Ronaldo: »Wie fühlen Sie sich?«, fragt Kollege Bock in Watergatemanier. Ronaldo: »Mi - mimi - mimimimip.« Danke, Herr Erotiklachs bzw. Ronaldings.
67.
Das Schönste an diesem Treffer ist ja tatsächlich, dass dieser Ronaldo uns jetzt nicht mehr so megaloman entgegen penissen kann wie sonst immer. Tschüss, ihr Partys mit Paris Hilton, ihr Blingblings, du Champagner aus fliederfarbenen Fußballschuhen. Hallo, Aus im Achtelfinale.
68.
Abseits, nein, doch nicht? Schmidt rechnet mit der binomischen Formel nach. Kommt zum Ergebnis 3y. Schmidt schlussfolgert: Abseits.
70.
Ramos versucht sich als Torschütze. Scheitert aber wie etliche andere vor ihm an dem katzenartigen Wesen namens Eduardo. Dafür präsentiert er noch einmal sein Stirnband, auf dem sein Name steht. Damit seine Mitspieler nicht vergessen, wie er heißt, wenn er frontal auf sie zuläuft? Man weiß es nicht, wie ein Taucher in 100 Meter Tiefe auf die Frage »Wo geht's denn hier nach Island?« antworten würde.
73.
Eines weiß man allerdings: Portugal muss mehr machen. Mehr angreifen, mehr schießen, mehr passen, mehr rennen. Mehr mehr. Vor allem sich auch mal an dieser Sache versuchen, die 1997 auf Schalke erfunden wurde: Kämpfen.
76.
Besonders schön ist es stets, wenn Puyol und Ronaldo aufeinandertreffen. Das sieht dann ungefähr so passend aus wie die Vorstellung, Axl Rose und Michael Ammer würden sich in Südhamburg treffen. Oder Paris Hilton und Jean-Paul Sartre im Paris der Sechziger.
78.
Portugal ächzt sich über den Platz. Man fragt sich zurecht, was die Jungs so erschöpft hat. So jung wie gegen Nordkorea, das ist jetzt schon klar, kommen wir hier jedenfalls nicht mehr zusammen. Dabei sind die Kollegen seit dem 7:0 nur einige Tage gealtert.
81.
Xavi sammelt Ballkontakte wie andere Schmetterlinge. Jetzt hat er schon über 100, informiert Oliver Schmidt. Kündigt er gleich Xavis Ballkontakte-Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie an?
83.
Ach Cristiano, du schöner Mann, du schöne Haut, du schöne Frisur. Vielleicht warten ja gleich in den Katakomben ein Prosecco, ein It-Girl deiner Wahl und Kurt Felix, der das Spiel annuliert und fragt: »Verstehen Sie Spaß?« Wie gesagt: Vielleicht.
85.
Die sture Ablehnung des Risikos ist für ein Portugal im Moment das größte Risiko. Jedenfalls wenn man davon ausgeht, dass Portugal weiter auf dem Rasen stehen und nicht in VIP-Logen Krabben essen will.
85.
»Das Spiel hat einen immer noch nicht von den Sätzen... Sitzen!«, haut es Schmidt nun von den Sätzen, auf denen er ohnehin sitzt wie ein Besoffener auf dem Rodeobullen.
86.
»Die Portugiesen wirken nicht geschockt, sie wirken müde«, weiß Schmidt. Genial. Und ich dachte, dass ich jeden Abend einschlafe, weil ich so geschockt bin. Ich bin müde! Einfach nur müde. Gute Nacht, WM.
87.
Und dann geschieht das Unfassbare: Ein Xavi-Pass kommt nicht an. Das ist ja, als träfe Whitney Houston den Ton nicht (Notiz für mich selbst: hier einen passenderen Vergleich einsetzen, der nicht schon 1992 geschrieben wurde). Trotzdem, Xavi: I will alway love you.
88.
Schuss Portugal, abgeblockt. »Aber ihnen bleiben ja noch 120 Sekunden«, tröstet Schmidt. Na, dann... Und sonst so?
89.
Ihnen bleiben aber nur noch 10 Mann, denn Costa sieht ROOOOOOOOOT! Was ist passiert? »Da geht ein Ellbogen raus«, sieht Schmidt. Ja, wo geht er denn hin? In Capdevilas hübsches Gesichtchen, der hat Angst um den Teint, bricht divenhaft zusammen. Rot also, kann man geben. Man kann auch den »Crazy Frog« gut finden. Aber muss man auch?
90.+1
Die Portugiesen nun mit der etwas unkonventionellen Herangehensweise, das Ergebnis zu halten und möglichst viele rote Karten zu sehen. So wie die Kirchdorfer früher in der B-Jugend, vor allem dieser Mannschaftskapitän, den sie »King« nannten und gegen den ICH immer spielen musste, der hat mich immer getreten, IMMER! AUA! Verdammter »King«! Verdammte Kirchdorfer... (bricht zusammen).
90.+2
Und der Schlusspfiff. Spanien besiegt Portugal. Schwimmt das Land jetzt allein auf den Ozean hinaus? Das wäre wohl übertrieben, so wie die Theatertränen der Portugiesen, die mit soviel Druck herausschießen wie kein Schuss in der regulären Spielzeit. Auf Wiedersehen, Ronaldo, bzw. lieber doch nicht. Jetzt ist die WM eine reine Männersache.
22:26 Uhr
»Es war kein Leckerschmeckerfußballspiel«, köchelt Schmidt. Damit haben wir den mutmaßlich hässlichsten Satz dieser WM also auch hinter uns. Ein Anlass, sich mal so richtig einen reinzukippen, zumal wir ja jetzt drei Tage frei haben. »Drei Tage frei?«, zittert Kollege Bock panisch. »Wollen wir morgen früh um acht Tipp-Kick spielen?« Vielleicht.
22:28 Uhr
Kahn, der sich heute gekleidet hat, als wollte er KMH oder wenigstens sich selbst heiraten, schwärmt von dem Pass zum 1:0, »der mit 250 km/h (sic!) reingespielt wurde«. »Aber es war Abseits!«, meckert seine Frau – Ex-Frau? Wir wollen uns da nicht einmischen, die Eigendynamik einer Ehe, wer kann sie verstehen?
22:30 Uhr
»Das Tor gilt«, verkündet Villa, der das Abseits listigerweise verlassen hat. Da dies so ist, haben wir hier nichts mehr zu vermelden. Außer: »Özil ist besser als Messi« (Klaus Allofs) Das ist doch mal was, wovon man träumen kann, liebe Fans! Schlaft schön. Wir sehen uns im Viertelfinale.



