Inter braucht noch zwei Tore
ManU-Inter im 11FREUNDE-Liveticker
Text: Dirk Gieselmann und Fabian Jonas Bild: Imago
ManU schaltet Inter mit 2:0 aus und zieht ins Viertelfinale ein. Dennoch wird Alex Ferguson in der Halbzeit entlassen und durch den geheimnisvollen Isländer »Fölix Erguson« ersetzt. Warum? Das weiß nur der Liveticker.
20:31 Uhr
Die Spannung steigt ins Unermessliche. Das »vorweg genommene Finale«, wie dieses Spiel von ausgewiesenen Experten bezeichnet wird, hält auch uns, die wir lieber bei »ManU gegen Inter« bleiben möchten, in Atem. Kollege Jonas schlägt vor, sich zu besaufen, »bis wir die Aufregung nicht mehr spüren«. Gute Idee, hat ja schon bei George Best super geklappt. Prost also, wir stoßen an auf dieses Match – und auf Premiere-Experte Kalle Rummenigge, der noch verzweifelt nach der Mehrzahl von Lapsus sucht. Viel Glück, Kalle! Kleiner Hinweis: »Lapsusse« war falsch.
20:38 Uhr
Marcel Reif kommentiert. Hat er seinen Mega-Nieser vom Wochenende (wir berichteten) auskuriert? Elefantös schnaufte der Premiere-Methusalem durch den Äther, so dass auch wir beinah erkrankten. Es gilt noch immer: Wenn Reif niest, hat die Welt Grippe. Wir wünschen jetzt schon mal: Gesundheit, liebe Fans!
20:41 Uhr
»Giggs«, haucht 11FREUNDE-Pressesprecher Dirk Völler, der einst in Manchester studierte, legt sich den Handrücken auf die Stirn und kollabiert mit großer Geste. Wir lassen ihn liegen. Wenn er ein Mädchen wäre... Aber so: Selber schuld.
20:44 Uhr
Oh nein! Stefan Mross darf offenbar die Champions-League-Hymne trompeten. Diese Darbietung kann nur der Anstoß beenden. Und da ist er! Das Spiel geht los. Das Geile: Es MUSS ein Tor fallen! Viel Spaß bei allem, was nun folgen wird, liebe Fans.
4.
Erste Ecke für Manchester, bringt aber ... naja, egal, es folgt sofort die zweite. Gleich Schwung hier drin... was heißt hier Schwung? TOOOOOOR, Ecke, Kopfballrakete Vidic, der hinläuft, wo sonst keiner hinläuft, und drin ist das Ding.
6.
Das fängt richtig gut an hier, soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Das als Leitmotiv vorbereitete »Hier wird auf jeden Fall noch ein Tor fallen«, das uns durch den ganzen Abend tragen sollte, ist schon nach vier Minuten aufgebraucht.
10.
Zwei Tage lang habe ich darüber gegrübelt, was Kollege Gieselmann meinen könnte mit seiner Bemerkung, vielleicht werde Ibrahimovic das entscheidende Tor mit dem Pferdeschwanz machen. War der Meinung, der Mann habe gar keinen Zopf, sehe nun, ich hatte Recht, da ist es aber auch schon zu spät. »Frisur egal!«, krakeelt der Kollege fröhlich und wirft sich unter den Tisch, weil er zweimal in einer Woche denselben schlechten Witz anbringen konnte.
13.
Überlegen, uns Marcel Reif anzuschließen und »Inter muss auf jeden Fall ein Tor machen« als neues Mantra zu wählen. Sind uns aber nicht sicher, machen lieber nochmal den Kommentatoren-Fragebogen auf 11freunde.de, entscheiden uns dann.
16.
Hier Gieselmann. Inter muss auf jeden Fall ein Tor machen. Meine Meinung.
17.
Marcel Reif hat ein altes Hausrezept gegen Nies-Attacken: Zahlen auswendig lernen. Die große alte Dame des Kommentierens drischt Statistiken in einer Frequenz, für die sich selbst der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit zu schade wäre. Die Spieler lassen sich davon auch sofort beirren: Die Mailänder lassen ManU 55,67 Quadratmeter Platz, das sind 3,76 mehr als noch im Hinspiel.
21.
Mourinho, the special one, vollführt einen nie da gewesenen Break-Dance an der Seitenlinie. Erinnerungen werden wach an den »Telekolleg Aerobic« mit Eisi Gulp, dem Helden unserer Jugend. Eisi, wenn Du das liest: Melde dich nicht. Wir wollen Dich genauso in Erinnerung behalten.
24.
Wie von Sinnen haut Reif eine Statistik nach der anderen raus. Auch wir fangen zwanghaft zu zählen an: erste Ecke für Inter. Effektivität: 0 %. Jetzt Du wieder, Marcel!
25.
Kollege Jonas, sonst kein sehr witziger Geselle, offenbart eine ungeahnte Begabung: Er ahmt Reif nach. »Bababababababababababababababababababab-bababa!« Verblüffend. Vielleicht gewinnt er mit der Nummer bei »Das Supertalent«, und dann bin ich ihn endlich los. Rufen Sie jetzt für ihn an, liebe Zuschauer.
29.
»Aus dem Nichts« (Kommentatoren-Schule, erste Klasse) plötzlich die erste Chance für Inter. Nach einem Freistoß kommt Ibrahimovic im Strafraum zum Kopfball, setzt den Miro-Klose-Gedenkaufsetzer aber an die Latte. Ein evtl. »nachhaltig sich auswirkender Lattentreffer«, so Reif im Kommentatoren-Hauptseminar.
33.
Dem Kollegen Dirk Völler wird es mulmig. Aus Angst um seinen bis dato makellosen Ruf hat er jetzt sein Notebook geholt, liest unsere Einträge mit, eine Hand immer am Netzwerkkabel.
34.
Breaking News: Michael Jackson wird wegen der riesigen Nachfrage nicht nur zehn, sondern ganze 27 Konzerte in London spielen. Gieselmann macht den Moonwalk, versucht sich auch an den melodischen Hicksern des »King of Pop«, scheitert an beidem kläglich.
35.
Hier wieder Gieselmann. Muss den Moonwalk abbrechen, weil mein Gehirn zu sehr damit beschäftigt ist zu ergründen, was ein »nachhaltig sich auswirkender Lattentreffer« ist. Derweil versiebt O'Shea die größte Chance in der Geschichte des Manchester United Football Club. Inter-Keeper Julius Caesar, bekannt aus vielen Asterix-Comics, raunt ihm noch zu: »Wir sehen uns bei Philippi!« Wo immer das ist.
41.
Was ManU kann, kann Inter schon lange: Chancen versieben. Ibrahimovic verzieht. Van der Sar tiriliert: »I love you, isch liebe disch, Zlatan Ibrahimovic.« Kollege Jonas singt mit, meint es aber ernst. Igitt!
43.
Inter will, weiß aber nicht, was es will. Wir tippen: den Ausgleich. »Das Spiel hat an Klasse verloren«, maunzt Reif und legt die Frisur in Falten. Ich gebe ab an Jonas, der kennt sich mit so was aus.
45.
Auf die Sekunde pünktlich pfeift Schiri Stark zur Halbzeit. Gieselmann sucht auf youtube nach der Michael Jackson-Pressekonferenz aus London, flüstert, drei Oktaven höher als sonst, »I love you, I love you«. Premiere feuert derweil ein E-Gitarren-Feuerwerk in voller Lautstärke ab, als Untermalung zu irgendeinem Eishockey-Trailer, erweckt uns so aus unserer Ende-der-Halbzeit-Lethargie, in die wir, mit dem Spiel, verfallen waren.
21:37 Uhr
Auch wenn es gegen Ende etwas langsamer wurde und Reif schon zur Mitte der Halbzeit gemault hatte, das Spiel sei »nicht auf höchstem Tempo«, sind wir begeistert. Für uns ist es gerade recht, viel schneller als Bundesliga und nicht so schnell, dass wir mit dem Tippen nicht hinterher kämen.


