Türkei jetzt mit Vollmond
Türkei-Tschechien im11FREUNDE-Liveticker
Text: Dirk Gieselmann und Fabian Jonas Bild: Imago
Fußball kann so schön bzw. grausam sein: Nach dramatischer Aufholjagd schlägt die Türkei Tschechien mit 3:2. Keeper Petr Cech dachte zum falschen Zeitpunkt an Oli Kahns WM 2002. Lest jetzt den Thriller noch mal in aller Ruhe.
Mein Gott, war das anstrengend! Das spannendste Spiel der EM endet 3:2 für die Türken – nach drei Toren in den letzten 15 Minuten. »Wir haben gefirrrrrt, aber dann sind wir zu tief nach hinten gerrrrrickt«, analysiert der bemitleidenswerte Ujfalusi. Kerner merkt nichts mehr, gratuliert Oli Kahn zum Geburtstag. »Lassen Sie mich auf die Uhr schauen«, bittet unser Experte Heribert Faßbender um Aufschub. Zu spät, Verehrtester! Tschechien hat sein Barcelona, den Türken ist nun alles zuzutrauen. Und wenn wir sagen »alles«, dann meinen wir... Ach, suchen Sie sich was aus, liebe Fußballfans. Wir mischen uns jetzt unters Volk, wie Fatih Terim es uns befohlen hat.
Das Publikum war heute wieder wundervoll,
und traurig klingt der Schlussakkord in Moll,
wir sagen »Dankeschön« und »Auf Wiedersehen«.
Schauen Sie bald wieder rein,
denn etwas Schau muss sein,
und heißt es »Bühne frei«,
dann sind Sie mit dabei,
die Schau muss weitergehen!
Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!
Ihr Duffy Duck und Buggs Bunny.
PS: Lady Di ist immer noch tot.
95.: Aber das war es. Die Tschechen schaffen es nicht mehr. Die Türkei ist im Viertelfinale. What a match!
92.: ROTE KARTE für Volkan, weil er Koller (Nord- und Südwand; insgesamt über 5000 Meter) umstößt. Tuncay geht für ihn ins Tor. Kein Elfer, weil schon abgepfiffen war. Elfmeterschießen jetzt wäre wirklich reizend.
90.: TOOOOOOOOR! Nihat macht es nochmal. Kommt am 16er an den Ball und zirkelt das Ding in den Winkel. Wahnsinn! Keine Chance für Petr Lehmann.
88.: TOOOR! Cech macht den Lehmann und lässt eine Flanke fallen, Nihat staubt ab!
80.: Die Türken drängen. Servet verpasst nach Flanke von Altintop nur knapp. Die Tschechen kontern. Wir wollen ins Elfmeterschießen!
78.: Fatih Terim hat mittlerweile drei Hemdknöpfe geöffnet. Das Brusthaar quillt. Kollege Gieselmann nur zwei. Steckt Gieselmann auf?
75.: TOR! Der Anschlusstreffer, 1:2. Vorarbeit Altintop, Flachschuss Arda, Cech streckt sich vergeblich. »Hochspannung!«, miaut Rethy. Schöner hätten wir es nicht formulieren können.
74.: Wo sind wir jetzt eigentlich? Genf? Basel? Istanbul? Das Raum-Zeit-Kontinuum ist aus den Fugen geraten. So'n Mist.
70.: Kurz eingenickt, plötzlich hochgeschreckt: Schweizer jubeln, ein Mann namens Norbert Galeske spricht. Auf einmal wieder in Genf, Superzeitlupen prasseln auf uns ein: Pfostenschuss Polak, Rethys Stimme überschlägt sich. Volksseuche Konferenzschaltung, wir lassen uns wegen Jetlags krankschreiben.
67.: Rethy kommt schon wieder mit der Statistik ums Eck. Wir zitieren Homer Simpson: »37 % aller Statistiken sind falsch. 64 % der Leute wissen das!«
64.: Der Schiedsrichter-Assistent verliert seine Fahne, Kollege Jonas (12 Bier) behält seine.
62.: TOR! Die türkischen Verteidiger stehen zueinander wie entfernte Bekannte, eine Flanke durchfliegt einsam den Strafraum, Plasil grätscht rein – 2:0 für die Tschechen.
61.: Koller soliert aufs türkische Tor zu, scheitert an sich selbst.
60.: Bela Rethy wagt die schwindelerregendste Prognose aller Zeiten: »Halbe Stunde noch!«
58.: Es regnet unaufhörlich. Lady Di ist immer noch tot.
57.: Für Topal kommt Kazim Kazim. Vielleicht bringt's was bringt's was.
56.: Jarolim kommt nicht nah genug an seine Gegenspieler, um sich fallen zu lassen.
54.: Kollege Jonas deliriert: »At-a-ta-t-a-t-a« Woher er das wohl hat?
51.: Die Türken haben ein neues Hobby: Ecken. Koller macht den Dellas. Libero als gekocht.
50.: Die Türken machen nun Druck – »das müssen sie auch«, so Rethy lehrerhaft.
46.: Es geht wieder los. Ausgerechnet mit einem Anstoß.
Statistiken werden bemüht. Unser Gast Heribert Faßbender unkt: »Welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder Vierte ein Chinese, aber hier spielt kein Chinese mit.« Tut gut, mal einen echten Experten hier zu haben.
11FREUNDE-Obermotz Philipp Köster ruft an, will wissen, wie es bei Portugal-Schweiz steht. Wir täuschen vor, ihn nicht hören zu können, legen auf.
Kollege Jonas is falling down. Jetzt läuft er Amok, weil er glaubt, die Wettertante vom ZDF habe seiner Mutter »die Kette geklaut«.
Kleber verabschiedet sich mit der Ankündigung, er wolle nun »vor Neid zerplatzen«. Auf wen er neidisch ist, das lässt er offen. Na, denn: Bumm!
Jetzt kritisiert er auch noch mich, ich hätte ihm Witze geklaut. Aber mein Gott – das ist live!
Kollege Jonas kritisiert sich selbst, er habe in der ersten Halbzeit zu wenige Konjunktive eingesetzt. Aber mein Gott – das ist live!
»Möglicherweise ist Ihnen entgangen, dass heute der Tag der At-a-ta-t-a-t-a, also dass Sonntag ist,« sagt Claus Kleber. Oder meint er Atatürk? Danach zitiert er Grönemeyer. Quo vadis, Deutschland?
49.: BREAKING NEWS! Lady Di ist immer noch tot.


