08.03.2013

Youri Mulder über Schalkes Trainersuche und das Revierderby

»Ich würde mit Keller weitermachen«

Sein erstes Heimspiel für Schalke 04 bestritt Youri Mulder 1993 gegen Borussia Dortmund. Beim 1:0 erzielte Mulder das Siegtor. Ein Gespräch über Jens Keller, Mike Büskens und die Eurofighter.

Interview: Francois Duchateau Bild: Imago


Wäre Büskens der ideale Kandidat, falls sich der Verein gegen eine Weiterarbeit mit Jens Keller entscheidet?
Ich denke, das würde passen. Ich kenne Mike, er hat es in Fürth sehr stark gemacht. Er hat sie von der Abstiegszone der 2. Bundesliga ins Oberhaus geführt. Aber im Moment ist Keller Trainer, Schalke macht es gut. Ich würde einfach mit ihm weitermachen. Das Schalker Spiel gefällt mir besser jetzt: Sie wirken fit, die Spieler strahlen Power aus. Das sehe ich gerne: Ein kraftvolles Schalke. Dafür steht Jens Keller. Kraftvoll, sowohl im Sinne der Physis, als auch fußballtechnisch. So lange es gut läuft, möchte ich mich nicht für einen anderen Trainerkandidaten aussprechen. Aber Mike wäre in Zukunft jemand, der Schalke trainieren könnte, sicher.

Huntelaar steckt in dieser Saison eine große Formkrise. Wie erklären Sie sich das als alter S04-Stürmer?
Sechs Bundesligatore stehen im schrillen Kontrast zum letzten Jahr. Aber da muss jeder Stürmer einmal durch. In dem einem Jahr ist jeder Schuss ein Treffer, im anderen hat man es einfach schwerer. Das ist ein unerklärliches Phänomen. Er war verletzt, nicht fit, das hat sicher eine Rolle gespielt. Aber schon davor lief es nicht gut. Vielleicht  lag es wirklich an den vielen Diskussionen um seinen Vertrag. Das lenkt dann doch ab. Auch in der Nationalmannschaft muss er sich nun ganz klar hinter van Persie einreihen. Aber es ist nicht gesagt, dass dies immer so bleiben muss.

Nächste Woche findet das Rückspiel gegen Galatasaray statt. Zieht Schalke ins Viertelfinale der Champions League ein?
Ja, Schalke kommt weiter. Schalke hat einfach mehr gezeigt und ist wie eine Mannschaft aufgetreten. Galatasaray hatte das nicht. Wenn man Sneijder auf links platziert mit davor zwei Stürmern, das geht nicht. Man muss auch auf die Defensive achten und seine Seite war viel zu offen. Darum war Kellers Wahl mit Höger sehr clever.

Welche persönlichen Revierderby-Momente sind Ihnen in Erinnerung geblieben?
Natürlich mehrere Momente, vier ganz besonders: 1.) Als ich zum ersten Mal als Spieler das Parkstadion betreten habe. Mein erstes Heimspiel war direkt gegen Dortmund. Wenn man mit der Rolltreppe herunterfährt, erscheint ganz langsam vor einem das Stadion. Gegen Dortmund natürlich volles Haus. 2.) Im selben Spiel, in der 79. Minute: Prächtige Vorlage von Ingo Anderbrügge, der Ball kommt, ich köpfe ihn an Stefan Klos vorbei – und das Stadion explodiert. 1:0, mein erstes Heimspiel, ein Revierderby, ich erziele das Siegtor. Das vergisst man nie. Besser kann man seine Karriere bei Schalke nicht beginnen. Das war 1993. 3.) Ein paar Jahre später habe ich auch ein schönes Tor gegen Dortmund erzielt, wieder zuhause, wieder Vorlage Ingo Anderbrügge. Volley ins lange Eck, ein toller Moment. 4.) Was ich noch in Erinnerung behalten habe: Das war, als das Stadion vom BVB noch nicht ausgebaut war. Da stand ich während einer Ecke mit unserem Torwart Jens Lehmann im Strafraum und sollte einen der Pfosten bewachen. Jens schrie sich die Seele aus dem Leib, doch ich konnte ihn nicht hören. So enorm war die Geräuschkulisse dort vor der Südtribüne, unglaublich. Die Atmosphäre war immer atemberaubend, vor allem im Parkstadion.
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