10.01.2011

Xavi über Barca und Messi

»Technik ist wichtiger als Kraft«

Xavi galt als heißester Kandidat für den Titel »Weltfußballer des Jahres«. Pustekuchen. Hier spricht der Profi des FC Barcelona über die Gier nach Erfolg, die Ära Lionel Messi und die Provokationen José Mourinhos.

Interview: Paco Aguilar Bild: imago


Haben sie schon verarbeitet, dass Sie jetzt für alle Zeiten Weltmeister sind?

Ja, weil uns wirklich jede erdenkliche Art von Ehrung zuteil wurde. Spanien ist nicht gerade bekannt dafür, große Titel zu gewinnen, deswegen hört das jetzt als Welt- und Europameister gar nicht mehr auf. Am wichtigsten ist mir aber, dass wir diese Titel mit gutem Fußball gewonnen haben und die Menschen das anerkennen.

Das Echo nach dem sehr hart geführten Finale gegen die Niederlande war eindeutig.

Besonders bewegend fand ich die Worte von Sepp Blatter, der sagte, es sei an der Zeit gewesen, einen Weltmeister zu erleben, der schönen Fußball spielt. Das beweist, dass die Technik in diesem Sport wichtiger bleibt als die
bloße Kraft. Und wir sind eine Generation guter Fußballer, in der Nationalmannschaft genauso wie bei Barca.

Stimmt es eigentlich, dass Sie Ihr Trikot aus dem Finale Michel Platini geschenkt haben?

Ja, weil er mich darum gebeten hat. Also habe ich auf dem Trikot unterschrieben und es ihm überreicht. Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Präsident der UEFA, der ein sehr großer Spieler war, einen um sein Trikot bittet.

Haben Sie Erinnerungen an seine aktive Zeit?

Ich habe ihn als Spieler kaum erlebt, weil ich zu klein war, aber mein Vater erzählte mir, dass er einzigartig war. Ein paar seiner Spiele für Juventus und die französische Nationalmannschaft habe ich auf Video gesehen. Persönlich kennengelernt habe ich ihn bei der U 20-Weltmeisterschaft
in Nigeria 1999.

Wo Sie mit Spanien den Titel holten.

Jeder dachte, dass ich als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet würde, der Preis ging aber an meinen heutigen Mannschaftskameraden Seydou Keita. Da kam Platini zu mir und sagte: »Du warst der Beste, du hättest die Auszeichnung verdient gehabt.«

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