24.11.2012

Wolfsburg-Kapitän Diego Benaglio über Magath, Diego und Klaus Allofs

»Ich hatte nie Probleme mit Magath«

Seit Sommer 2012 ist Diego Benaglio Kapitän beim VfL Wolfsburg, sechs Jahre arbeitete der 29-Jährige mit Felix Magath zusammen. Vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen erinnerte sich Benaglio an den ehemaligen Coach und spricht über den Status quo in der Autostadt.

Interview: Raffaela Angstmann Bild: Imago

Diego Benaglio, seit Saisonbeginn sind Sie Kapitän vom VfL Wolfsburg. Was hat sich für Sie mit dieser Rolle verändert?
Die Veränderung war nicht so groß. Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen. Nach fünf Jahren beim VfL gehörte ich ohnehin zu den Führungsspielern. Felix Magaths Entscheidung, mich zum Kapitän zu ernennen, hat mich natürlich sehr gefreut. Ich führe dieses Amt mit Stolz aus.

Sie kannten Felix Magath auch schon länger aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfB Stuttgart von 2002 bis 2005. War das ausschlaggebend für seine Entscheidung?
Zumindest weiß er, dass ich nicht zögere, auch mal unangenehme Themen anzusprechen. Vielleicht hatte das einen Einfluss auf seine Entscheidung. 

Magath ist bekannt für eine eher raue Umgangsart mit seinen Spielern. Wie konnten Sie damit umgehen?
Ich habe insgesamt sechs Jahre lang mit ihm zusammengearbeitet und war unter ihm sehr erfolgreich. Er ist eben ein Trainer, der alles dem Erfolg unterordnet. Deswegen darf er auch von den Spielern verlangen, dass sie alles für ihren Verein tun. Diesen Weg bin ich immer mitgegangen. Und wer das tut, der bekommt auch keine Probleme mit Felix Magath.

Hat Magath Sie stark geprägt?
Definitiv. Ich verdanke ihm sehr viel. Wenn man mit einem Trainer so lange arbeitet, dann ist der Einfluss natürlich groß. Wir wussten auch immer, dass wir uns aufeinander verlassen können.

Nach seiner Entlassung beim VfL hieß es allerdings, die Spieler hätten Magaths Abgang befürwortet. Allen voran Diego. Ist da was dran?
Das ist nicht richtig. Das war eine Entscheidung vom Aufsichtsrat, basierend auf dem Tabellenplatz und den Partien, die nicht zufriedenstellend waren. Wir Spieler hatten damit nichts zu tun, und hatten die Entscheidung des Aufsichtsrates zu akzeptieren.

In der Zeit vor Magaths Entlassung war die Stimmung im Team merklich angespannt. Mussten Sie Meinungsverschiedenheiten unter den Spielern lösen?
Ich habe versucht diejenigen, denen es an Selbstvertrauen mangelte, zu stützen. Als Kapitän ist man das Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer. Wenn ein Mitspieler mal vergisst, was seine Qualitäten sind, dann muss man ihn als Mannschaftskapitän beizeiten daran erinnern.

Wie haben Sie sich eigentlich von Felix Magath verabschiedet?
Es ist im Fußball wie in allen anderen Berufen: Man begegnet sich im Leben immer zweimal. Natürlich ist es schade, wie es letztlich zu Ende ging, aber wenn wir uns wieder begegnen würden, gäbe es keine Spannungen. 

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