20.02.2010

Wolfgang Wolf trifft auf Sohn Patrick

»Hätte ich mal nichts erzählt«

Wolfgang Wolf feiert sein Debüt als Trainer von Kickers Offenbach gegen Wacker Burghausen. Ausgerechnet der Club, bei dem sein Sohn Patrick spielt. Dieser hat uns erzählt, wie er das Spiel angeht und was er vom Vater gelernt hat.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago
Wolfgang Wolf trifft auf Sohn Patrick
Am kommenden Wochenende wartet ein besonderes Spiel auf Sie. Wie groß ist denn die Anspannung?

Gerade, wenn man die laufende Saison betrachtet, ist es natürlich ein besonderes Spiel für unser Team. Für mich persönlich wird es sowieso eine besondere Partie. Es ist nicht alltäglich, gegen seinen Vater zu spielen. Aber ich freue mich schon darauf.

Gab es denn unter der Woche Kontakt zum Vater?

Ich wohne schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr zu Hause, da ich ja nach Nürnberg gewechselt bin und meine Familie noch in der Pfalz wohnt. Aber ich telefoniere täglich mit meinen Eltern.

Da hat man doch mit Sicherheit schon über das kommende Spiel gesprochen, oder?

Klar. Ich habe mich schon fast geärgert, dass ich meinem Vater vorher schon so viel über unsere Mannschaft erzählt habe, als er noch nicht Trainer in Offenbach war. Für diese Woche haben wir ausgemacht, über die Themen »Burghausen« und »Offenbach« Stillschweigen zu bewahren.

Hat er Sie denn um Rat gefragt, bevor er bei Offenbach unterschrieben hat?

Nein, aber mein Vater ist so interessiert, dass er schon genug Infos hatte. Ich wusste von seiner Entscheidung gar nichts. Direkt nach der Entlassung seines Vorgängers wurde er angerufen und hat auch relativ fix zugesagt. Ich war zu diesem Zeitpunkt auf dem Trainingsplatz und habe es erst in der Kabine erfahren. Da war ich komplett baff, aber habe mich für ihn enorm gefreut. Offenbach ist einer der größeren Vereine unserer Liga.

Herrscht da nicht ein ganz anderes, auch explosiveres Umfeld als in Burghausen?

Das stimmt. Wenn man jetzt hört, dass am kommenden Wochenende 10.000 Zuschauer kommen sollen, da merkt man schon, dass der Verein etwas gestandener ist. Wir haben einen Zuschauerschnitt von zwei- bis dreitausend Zuschauern, das ist etwas beschaulicher.

Können Sie Ihren Mitspielern denn helfen, weil Sie wissen, wie Ihr Vater fußballtechnisch tickt?

Im Training habe ich ihn nicht kennengelernt. Ich weiß, dass er ein ziemlicher Motivator ist und Mannschaften pushen kann. Aber welches System er beispielsweise spielen lässt, kann ich auch nicht sagen. Ich denke, da wird er sich auch an der Offenbacher Mannschaft orientieren.

Kann es andersherum sein, dass Ihr Trainer Sie auf der Bank lässt, weil er denkt, dass der gegnerische Trainer ihre Spielweise zu genau kennt?

(lacht) Das hoffe ich nicht. Vielleicht hat er sich diese Gedanken gemacht. Auch weil mein Vater ein paar Mal bei uns zugeschaut hat. Aber mein Vater kennt nicht nur mich sehr gut, sondern generell bereitet er sich akribisch auf die Spieler und Stärken des Gegners vor. Das ist sein Job.

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