17.06.2013

Wir rufen Bayerns Pokalgegner Rehden!

»Ich kenne Vestenbergsgreuth«

Alle Jahre wieder hoffen zahlreiche Amateurklubs im DFB-Pokal auf das große Los: den FC Bayern. Der Glückliche dieses Mal heißt BSV Rehden. Wie geht es den Verantwortlichen zwei Tage nach dem Traumlos? Ein Anruf in Rehden bei Friedrich Schilling, Steuerberater und Vorsitzender des Klubs.

Interview: Andreas Bock Bild: Imago

Friedrich Schilling, sagen Ihnen die Namen TSV Vestenbergsgreuth, FV 09 Weinheim und FC Homburg was?
Klar, kenne ich alle. Haben die nicht im DFB-Pokal mal gegen Bundesligisten gewonnen?

Gegen den FC Bayern.
Tatsächlich?

Alle drei.
Trotzdem werde ich jetzt nicht größenwahnsinnig, schließlich ist die aktuelle Bayern-Elf ein ganz anderes Kaliber. Das ist die beste Mannschaft der Welt. Die beste Mannschaft, die der FC Bayern jemals hatte.

2003 hat der BSV Rehden immerhin ein Tor gegen München erzielt.
Aber der Gegner im Pokal hieß damals 1860. Wir verloren 1:5, mein Sohn stand im Tor, mein Schwiegersohn war Stürmer, und ich war am Abend im Sportstudio eingeladen. Eine tolle Sache. Wenngleich das jetzige Los alles toppt. Sie hätten mal sehen sollen, was im Klubheim los war.

Der Jubel war lauter als nach manch einer gewonnenen Meisterschaft des FC Bayern. Kurz nach der Auslosung brach auch noch die Homepage zusammen.
Das war der Wahnsinn. Wir wussten ja, dass noch eine Menge Topklubs im Topf waren, als wir gezogen wurden. Und als Niersbach die nächste Kugel dann mit einem verräterischen Blick so lange durch die Hand gleiten ließ, da ahnte ich bereits, dass es der FC Bayern ist.

Ihr Trainer Predrag Uzelac ist momentan im Urlaub in Kroatien. Er ließ sich dennoch mit dem Satz zitieren: »Wir werden sehen, wie hoch wir das Spiel gewinnen.«
Ach, der Predrag. Das war ein kleiner Spaß. Es wäre schön, wenn wir nicht zu doll auf die Mütze bekommen.

Weil bei der Auslosung eine Kugel vom Amateur- in den Profitopf gerutscht ist, erwägen die Sportfreunde Baumberg Protest einzulegen. Haben Sie keine Sorge, dass alles wiederholt werden muss und der BSV Rehden am Ende gegen den FC Ingolstadt oder die TSG Hoffenheim ranmuss?
Überhaupt nicht. Bei der Auslosung war ein Notar dabei, der die Sache überprüft und korrigiert hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Protest Erfolg hätte. Zudem klangen die Verantwortlichen der SF Baumberg relativ zurückhaltend. Ich glaube nicht, dass sie überhaupt gegen das Ergebnis vorgehen.

Wie bereitet sich das Dorf denn auf das Jahrhundertspiel vor?

Wir würden das Spiel gerne in unserem eigenen Stadion austragen – da passen zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht mehr als 4500 Zuschauer rein. Daher werden wir vermutlich extra Tribünen anmieten. Einen Umzug nach Osnabrück wollen wir jedenfalls vermeiden.

Rehden hat 1766 Einwohner. Drumherum ist Nichts. Woher kommen denn die Zuschauer?
Moment. Zunächst mal gibt es überall in Norddeutschland Bayern-Fans. Dann gibt es um Rehden herum allerhand größere Gemeinden wie Vechta oder Diepholz. Und in 60 Kilometer Entfernung liegt Osnabrück. Bei einigen Regionalligaspielen, etwa gegen den VfB Oldenburg, sind über 1500 Zuschauer im Stadion.

Wie werden Sie Pep Guardiola und Uli Hoeneß empfangen?
Sie fragen Sachen! Das weiß ich jetzt noch nicht. Wir werden uns eine schöne Begrüßung einfallen lassen. Ein bisschen nervös werde ich sicherlich sein.

Sie haben immerhin ein paar ehemalige Profis im Kader.
Stimmt. Francis Banecki hat sogar Champions-League-Erfahrung. Er hat früher bei Werder Bremen gespielt. Ein guter Mann auf dem Zenit seines Schaffens.

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