Windecks Trainer Heiko Scholz über den FC Bayern

»Die haben uns beobachtet«

Am Montag trifft Germania Windeck im DFB-Pokal auf den FC Bayern – ein Traumlos für den Fünftligisten. Wir sprachen mit Trainer Heiko Scholz über seine Taktik, Bayern-Mitarbeitern auf der Tribüne und die Pokalgesetze. Windecks Trainer Heiko Scholz über den FC BayernImago

Heiko Scholz, Sie haben bereits einmal den Pokal gewonnen: 1993 mit Bayer Leverkusen.

Moment, wenn Sie so wollen, habe ich den Pokal sogar zweimal gewonnen. 1987 in der DDR mit Lok Leipzig und 1993 mit Leverkusen. Aber was nützt mir das heute? Sie glauben doch nicht, dass ich deswegen ein Rezept für den FC Bayern habe?

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Wunder gibt es immer wieder. Die eigenen Gesetze des Pokals. Sie kennen die Parolen. Erinnern Sie sich an Vestenbergsgreuth?

Klar, das Spiel habe ich erst neulich in Ausschnitten gesehen. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Vestenbergsgreuth spielte damals in der Regionalliga, also dritte Liga. Wir sind aktuell Fünftligist.

Keine Hoffnung, dass der FC Bayern Ihre Mannschaft unterschätzt?

Der FC Bayern überlässt nichts dem Zufall. Die waren sogar mit ein paar Scouts vor Ort und haben unsere Spiele gegen den 1. FC Köln und Rot-Weiß Oberhausen beobachtet.

Beide Spiele liefen für Ihr Team mehr als erfolgreich.

Das stimmt. Köln trotzten wir ein 0:0 ab und gegen Oberhausen spielten wir 1:1. Und dennoch: Bayern ist nicht RWO und auch nicht der FC. Bayern ist das Topteam Europas.

Letztes Jahr spielte Germania in der 1. Pokalrunde gegen den FC Schalke. Wie neidisch ist eigentlich die restliche Amateurklubszene?

Kann ich nicht sagen, aber es stimmt schon: Wir haben Glück mit der Auslosung. Im letzten Sommer sind ja schon alle aus dem Häuschen gewesen, knapp über 30.000 Fans kamen zum Spiel, das wir ins Kölner Müngersdorfer Stadion verlegt hatten. Nun läuft der Vorverkauf noch besser. Da merkt man, dass der FC Bayern noch einmal eine ganz andere Nummer ist. Wir hoffen auf 35.000 bis 40.000 Fans. Unser Präsident Heinz Georg Willmeroth sagte zurecht: »Wenn Schalke unser Jahrhundertspiel war, dann sind die Bayern unser Jahrtausendspiel«.

Wie viele Zuschauer kommen den normalerweise zu den Spielen von Germania Windeck?

Win-deck, bitte. Sie müssen das anders betonen. Waren Sie überhaupt schon einmal in Windeck?

Nein.

Ganz schön hier, Ein kleines Örtchen. Wir spielen übrigens im Ortsteil Dattenfeld, da wohnen knapp über 2400 Menschen. Und Sie werden es kaum glauben: Zu Topspielen der NRW-Liga kommen manchmal 800 Zuschauer. Wir haben ja ein putziges Stadion, leider ist es noch nicht regionalligatauglich.

Haben Sie sich eigentlich DVDs von Bayern-Spielen zukommen lassen?

Nein, ich kenne die Bayern aus dem Effeff, sehe die jede Woche mindestens einmal. Heute Abend fahre ich trotzdem nach München und schaue mir das Abschiedsspiel zu Ehren Franz Beckenbauers an.

Weil Sie auf Schwächen spekulieren?

Nein. Einfach so.

Sie haben aber ein paar taktische Kniffe in der Hinterhand?

Es wäre doch fatal, wenn ich meiner Mannschaft sagen würde: »Jungs, geht raus und kassiert weniger als zehn Stück.« Natürlich werde ich mein Team motivieren. Und natürlich habe ich die klitzekleine Hoffnung, dass ein Fußballwunder geschieht. Stellen Sie sich vor, es steht lange 0:0, Bayern trifft ständig Pfosten oder Latte und unser Torwart hat einen Weltklassetag: Dann, ja dann geht vielleicht was.

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