11.02.2012

Wiggerl Kögl über den FC Bayern

»Ich durfte nicht Porsche fahren«

Ludwig Kögl wurde sechsmal Deutscher Meister mit dem FC Bayern – und das als Ur-Sechzger! Hier erzählt er von den Schmähungen, die ihm die Löwen-Fans zuteil werden ließen – und wie ihn Uli Hoeneß zum Kauf eines VW-Käfers zwang.

Interview: Fabian Jonas Bild: imago

Herr Kögl, Sie als gebürtiger Bayer haben für alle drei Münchner Vereine gespielt. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Wie konnte Ihnen das denn passieren?

Ludwig Kögl: Mei, es hat sich so ergeben. Ich habe bei 1860 in der Jugend begonnen und bin dann schnell in die erste Mannschaft hochgekommen. 1982 war 1860 aufgrund finanzieller Probleme von der zweiten in die dritte Liga zwangsrelegiert worden. 1983/84, als ich den Sprung in die 1. Mannschaft geschafft hatte, haben wir dann den Aufstieg verpasst. Damit war ich auf dem Markt und hatte viele Angebote von Bundesligisten. Und letztlich habe ich mich dann für den FC Bayern entschieden.

Heißt das, Sie wären im Falle des Aufstiegs bei 1860 geblieben?


Ludwig Kögl: Ja, ich hatte noch einen Zwei-Jahres-Vertrag für die zweite Bundesliga und wäre diese zwei Jahre auch sicher noch geblieben, auch wenn mein Ziel ganz klar erste Bundesliga hieß. Ich war damals zwar Juniorennationalspieler, aber ich wäre schon noch ganz gerne länger bei Sechzig geblieben.

Ihre Karriere wäre dann wahrscheinlich anders verlaufen.

Ludwig Kögl: Davon gehe ich aus, ja (lacht).

Ein Wechsel von 1860 zu Bayern war damals doch noch deutlich brisanter als heute. Gab es Anfeindungen?

Ludwig Kögl: Ja, schon. Insgesamt hielt sich das im Rahmen, aber es gab schon ein paar Leute, die den Kontakt komplett abgebrochen und mir das massiv persönlich übel genommen haben.

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