22.05.2012

Wie verdaut man Finalniederlagen, Bernd Schneider?

»Schweinsteiger kommt da wieder raus«

Wenn sich jemand mit großen Niederlagen auskennt, dann doch wohl Bernd Schneider. 2002 war »Schnix« Teil der legendären »Vizekusen«-Mannschaft. Wir sprachen mit ihm über Schweinsteigers EM-Form und eine Oase namens Nationalmannschaft.

Interview: Sebastian Stier Bild: Imago

Bundestrainer Joachim Löw hat angekündigt, die Bayern-Spieler jetzt ein paar Tage in Ruhe zu lassen, damit sie Abstand gewinnen können. Halten Sie das für den richtigen Weg?
Ich denke ja. Als Spieler soll man so ein Erlebnis ja auch nicht verdrängen, sondern verarbeiten. Da kann es hilfreich sein, wenn man zwei, drei Tage komplett in Ruhe gelassen wird. Wie gesagt, jeder ist da anders, aber Joachim Löw kennt die betroffenen Spieler gut. Er weiß, wie er mit ihnen umgehen muss.

Wie haben Sie es damals empfunden, nach der verpatzten Meisterschaft und den verlorenen Endspielen in DFB-Pokal und Champions League zur Nationalmannschaft zu reisen?
Als Erleichterung. Mir persönlich hat das sehr geholfen. So blieb mir keine Zeit zum Nachdenken. Ich hätte es viel schlimmer gefunden, wenn die Saison danach zu Ende gewesen wäre und ich vier Wochen hätte grübeln können. Urlaub wäre da zur Qual geworden. Wobei unsere Situation 2002 nur schwer mit der der Bayern vergleichbar ist.

Weil Leverkusen als krasser Außenseiter nach Glasgow gereist war?
Richtig. In der Champions League haben wir auch verdient 1:2 gegen Real Madrid verloren. Danach sind wir ins Flugzeug, haben die Stadt und das Erlebte schnell hinter uns gelassen. Für die Bayern ist das nicht möglich. Eine Niederlage im eigenen Stadion schmerzt mehr.

Vor allem Bastian Schweinsteiger könnte Bundestrainer Joachim Löw nach seinem verschossenen Elfmeter Sorgen bereiten.
Er kommt da wieder raus. Man muss es positiv sehen: Hätte Bastian in Madrid nicht den entscheidenden Elfmeter verwandelt, wären die Bayern gar nicht ins Endspiel gekommen.

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