12.09.2013

Wie steht es um den Karlsruher SC, Jens Todt?

»Wir hegen ein zartes Pflänzlein«

Mit dem neuen Sportdirektor Jens Todt ist der Karlsruher SC ordentlich aus den Zweitliga-Startlöchern gekommen. Im Interview spricht der ehemalige Nationalspieler über den Standort Wildpark und Träume von der ersten Liga.

Interview: Daniel Westermann Bild: Imago

Jens Todt, sechs Spieltage, neun Punkte, Tabellenplatz fünf. Die Saison hätte für den Aufsteiger Karlsruher SC wahrlich schlechter beginnen können.  
Absolut! Wenn uns vor neun Wochen jemand gesagt hätte, dass wir diese Bilanz nach sechs Spieltagen mit nur einer Niederlage haben, hätte wohl sofort jeder unterschrieben. Und gejubelt.

Keine Spur der Verwunderung über den ordentlichen Auftakt?
Nein, überhaupt nicht. Die Mannschaft hat von Anfang an einen guten Eindruck gemacht. Schon in der Vorbereitung hatte ich das Gefühl, dass sie in sich sehr stabil ist, ein gut funktionierendes Grundgerüst besitzt und eine gute Mentalität hat.

Ist es nur die Euphorie, die Stabilität und die Mentalität? 
Vor der vergangenen Saison wurde das Team fast komplett ausgetauscht – 20 neue Spieler kamen zum KSC. Diese Truppe hat sich gefunden und das spürt man. Die haben schon direkt zu Beginn der Drittliga-Saison eine schwere Phase durchschritten, als es nicht gut lief. Dann haben sich die Jungs zusammengerauft und sind zusammengewachsen. Das ist unser großes Plus. Außerdem sind wir ein sehr unangenehmer Gegner, sind sehr schwer zu bespielen. Wir spüren, dass die Gegner Respekt vor uns haben.

Kurz vor Ende der Transferperiode sind Sie noch einmal tätig geworden und haben den 19-jährigen Südkoreaner Jung-Bin Park in den Wildpark geholt.
Eigentlich hatten wir nicht vor in dieser Transferperiode noch einmal aktiv zu werden. Das Team funktioniert ja. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, so ein Top-Talent zu verpflichten und das mit allen Rechten für drei Jahre, dann mussten wir einfach zuschlagen. Der Transfer bietet eine gewisse Chance und ist keinesfalls hektischer Aktionismus. Wir geben Jung-Bin alle Zeit, dann kann er eine Bereicherung für das Team sein.  

Ist das die Philosophie von Jens Todt und dem KSC? Gemeinsam auf die Jungen zu setzen, zumal der Geldbeutel des Vereins eh keine großen Namen zulässt? 
Ja, natürlich. Unser Drei-Sterne-Leistungszentrum ist in Anbetracht unserer finanziellen Mittel beileibe nicht selbstverständlich. Wir wollen eigene Talente weiterentwickeln und an die erste Mannschaft ranführen, das ist eines der Ziele. Und da hat der KSC in den vergangenen fünf Jahren auch schon exzellente Ergebnisse erzielt - auch im bundesweiten Vergleich. Das Primärziel ist aber ein Anderes.

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