01.05.2013

Wie sich Barca Messi auf einer Serviette sicherte

»Das wichtigste Dokument der Fußballgeschichte!«

Einst half Horacio Gaggioli mit, Lionel Messi zum FC Barcelona zu holen. Im Interview spricht der Argentinier über die Anfänge Messis in Barcelona, Barcas Chancen gegen die Bayern und ein besonderes Stück Papier.

Interview: Sebastian Stier Bild: Imago

Horacio Gaggioli, Sie sind Spielerberater und der Besitzer der berühmtesten Serviette der Welt. Haben Sie heute schon nach ihr gesehen?
Nein, nein, das geht auch gar nicht. Die Serviette ist in einem Safe in einer Bank in Barcelona. Da wird sie sicher aufbewahrt. Ich habe bei mir zuhause nur eine Kopie zu liegen.

Auf dem Stück Papier, so heißt es, wurde der erste Vertrag zwischen Lionel Messi und dem FC Barcelona unterschrieben..
Stimmt nicht ganz, obwohl es heute oft behauptet wird. Carles Rexach, damals Sportdirektor beim FC Barcelona, hat lediglich eine Absichtserklärung unterschrieben, dass der Klub Leo verpflichten wird. Ein richtiger Vertrag war das aber noch nicht.

Was hat Rexach zu so einem drastischen Schritt bewogen, dass er auf einer Serviette unterschrieb?
Die Situation war damals folgende: Jorge Messi, Leos Vater, stand schon seit einiger Zeit mit dem FC Barcelona im Kontakt. Der Verein wurde jedoch nicht wirklich konkret. Sie sagten zwar, dass sie Leo wollten, aber es passierte nichts. Wie man hörte, wollten einige das Risiko nicht auf sich nehmen, einen 13-jährigen, kleingewachsenen Argentinier zu holen. Wochen verstrichen und Jorge Messi wurde langsam ungeduldig. Er wollte wissen, was Sache ist. An diesem Tag, es war der 14. Dezember 2000, trafen sich alle Parteien in einem Restaurant in Barcelona. Vater Messi drohte, mit seinem Sohn zu einem anderen Klub zu gehen, wenn Barca ihn nicht wolle. Rexach gefiel das gar nicht, er wollte Leo unbedingt und zückte die Serviette. Er unterschrieb, dass man seinen Sohn verpflichten werde. Vater Messi war beruhigt. Der Rest ist Geschichte.

Und Sie waren mittendrin.
So ist es, und das macht mich bis heute stolz. Für mich ist die Serviette  das wichtigste Dokument der gewärtigen Fußballgeschichte.

Die Serviette besitzt schon jetzt einen beträchtlichen Wert. Haben sie nie daran gedacht, Sie zu verkaufen?
Nein, nie im Leben. Das werde ich nicht tun. Die Serviette soll irgendwann mal dort hinkommen, wo sie hingehört: Ins Museum des FC Barcelona.

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