Wie setzt man die perfekte Fußballwette, Matthew Benham?

Der beste Profiwetter der Welt

Bevor ihr heute den Tippschein ausfüllt, versorgen wir euch noch schnell mit brandheißem Insiderwissen. Matthew Benham betreibt eine professionelle Wettfabrik in London und verrät, was es für eine möglichst erfolgreiche Fußballwette zu beachten gilt.

Andrea Artz
Heft: #
137

Matthew Benham, Sie haben eine Art Wettfabrik mit 80 festangestellten Mitarbeitern. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass professionelles Fußballwetten ein Geschäft sein könnte?
Ich mochte immer schon Mathematik und Fußball, und um die Jahrtausendwende ergab sich die Möglichkeit, das miteinander zu kombinieren.

Inwiefern?
Vorher konnte man nur zu sehr hohen Preisen bei traditionellen Buchmachern wetten. Außerdem war es nicht möglich, auf einzelne Spiele zu setzen, sondern wie beim Toto nur auf mehrere gleichzeitig. Als sich der asiatische Wettmarkt für Leute aus dem Westen öffnete, waren plötzlich ganz neue Wettformen zu wesentlich straffer kalkulierten Konditionen möglich. Wir etwa wetten vor allem Asian Handicap. Das ist eine Wette, bei der es quasi kein Unentschieden gibt und die daher besser zu berechnen ist.

Das klingt nicht so, als ob es Ihnen ums Zocken ginge?
Oh nein, ich mag das nicht. Ich habe nie aus Spaß gewettet oder um mir die Zeit zu vertreiben. Bei uns geht es um Wahrscheinlichkeitsberechnungen mit Hilfe mathematischer Modelle. Dabei hilft mir mein beruflicher Background. Ich habe in Oxford Physik studiert und war später Derivatehändler in der Londoner City – übrigens auch für die Deutsche Bank.

Gegen wen wetten Sie eigentlich, sind die Buchmacher Ihre Wettbewerber?
Nein, so darf man sich das nicht vorstellen. Wetten sind ein Markt, auf dem sich die Kurse ständig verändern. Wir versuchen, Marktschwächen zu finden und zu nutzen.

Sie haben Ihr Unternehmen 2004 gegründet, wie schnell war es profitabel?
Schon nach ein paar Monaten, damals war der Wettmarkt noch sehr ineffizient.

Was wäre denn Ihr wichtigster Rat für Hobbywetter, die ihre Chancen verbessern möchten?
Am allerwichtigsten ist: Man muss Aufzeichnungen von seinen Wetten machen!

Warum?
Wenn man das nicht tut, erinnert man sich nur an die Fälle, in denen man richtig gelegen hat. Oder man redet sich darauf hinaus, dass man einfach nur Pech hatte.

Wir neigen dazu, uns selbst zu täuschen?
Und zwar ganz entscheidend. Deshalb würde ich auch jedem, der systematisch wetten möchte, eines meiner absoluten Lieblingsbücher empfehlen: »Schnelles Denken, langsames Denken« von Daniel Kahnemann. Ein Kapitel darin heißt »Die Illusion der Gültigkeit« und erklärt sehr genau, wie lächerlich überoptimistisch Menschen im Bezug auf ihre Voraussagefähigkeit sind. Selbst bei höchst fadenscheinigen Belegen ziehen wir voller Überzeugung unsere Schlussfolgerungen. Wir mögen nämlich keine Zweifel. Das ist auch der Grund dafür, weshalb selbst bei Experten, etwa auf den Finanzmärkten, die Quote richtiger Voraussagen im Schnitt nicht weit von einer puren Zufallsverteilung entfernt ist.

Also sollte man beim Wetten sein Bauchgefühl durch etwas Systematisches ersetzen?
Genau. Im Kapitel »Intuitionen und Formeln« belegt Kahnemann, dass selbst Experten mit langjähriger Erfahrung bei Vor­aussagen schlechter abschneiden als eine äußerst simple Formel. Ein berühmtes Beispiel dafür ist, ob eine Paarbeziehung halten wird. Auf der einen Seite befragte ein Psychologe die Paare ausführlich und erhob auch darüber hinaus eine Menge Informationen über deren Zusammenleben. Auf der anderen schaute man nur, wie oft die Paare in der Woche Sex haben minus wie oft sie miteinander streiten. Diese simple Formel war sehr viel besser als das, was der Psychologe voraussagte. Deshalb sagen wir auch nie, dass Manchester United das Spiel gewinnen wird, sondern: »Meine beste Schätzung ist die, dass Manchester United eine 55-prozentige Siegchance hat.«

Sollten sich Hobbywetter ihr eigenes Wettmodell basteln?
Warum denn nicht? Im Internet gibt es genug Vorlagen dafür, mit denen man anfangen und sie für seine Zwecke umwandeln kann.

Dann stellt sich aber die Frage, welche Informationen man dort einrechnet. Klassische Wettvorschauen etwa geben immer an, wie Teams in den letzten Jahren gegeneinander gespielt haben. Interessiert Sie das?
Serien sind tendenziell viel häufiger Zufall, als die meisten Leute denken. Wir nennen das »Störgeräusch« im Gegensatz zum »Signal«, auf das wir hören sollten. Nehmen wir die Elfmeterschießen von England und Deutschland. England hat sechs von sieben verloren und das englische U21-Team noch weitere zwei von zwei. Deutschland hat, abgesehen vom EM-Finale 1976 gegen die Tschechoslowakei, alle Elfmeterschießen bei großen Turnieren gewonnen. Aber wenn Spiele wie früher durch Münzwurf entschieden worden wären, gäbe es möglicherweise ganz ähnliche Serien. Wir würden dann aber keine Geschichten über deutsche Effektivität erzählen oder wie sich im Elfmeterschießen der Nationalcharakter zeigt. Ich würde beim nächsten Elfmeterschießen zwischen England und Deutschland zwar nicht von einer 50:50-Chance ausgehen, aber doch sehr nah dran.

Die Geschichte von deutscher Effektivität ist für Sie also ein Störgeräusch?
Bei allen Interpretationen besteht die Gefahr, dass sie deine Zahlen schlechter machen. Wir hatten zum Beispiel eine Diskussion über Borussia Mönchengladbach, nachdem sie zu Beginn der Saison in der Qualifikation zur Champions League bei Dynamo Kiew zwar gewonnen hatten, aber trotzdem ausgeschieden waren. Man konnte danach sagen, dass die Moral angeknackst ist, weil sie es nicht in die Champions League geschafft haben. Oder man behauptet, dass die Moral besser ist, weil sie nach der 1:3-Heimniederlage ein gutes Auswärtsspiel gemacht hatten. Die lange Reise in die Ukraine war wegen der Belastung negativ, oder die gemeinsame Reise hat die Harmonie im Team wachsen lassen. Man kann immer Faktoren finden, die stimmig sind. Aber wenn man sie in das Modell einzurechnen versucht, machen sie es möglicherweise kaputt, also ignoriert man das besser.

Für Ihr Wettmodell sind angeblich sogar die letzten Ergebnisse einer Mannschaft fast unwichtig. Viele Fans werden das kaum nachvollziehbar finden.
Resultate sind nicht völlig unwichtig, aber sie sind mehr Störgeräusch, als gemeinhin angenommen.

Weil es oft einfach Glück ist, dass ein Ball an den Innenpfosten geht oder ins Tor?
Genau. Glück ist sowieso im Fußball ein ganz entscheidender Faktor, weil es so wenig Treffer gibt. In den letzten sechs Jahren ist etwa die Deutsche Meisterschaft einmal von der viertbesten und einmal von der drittbesten Mannschaft gewonnen worden, 2007 vom VfB Stuttgart und 2009 vom VfL Wolfsburg. Damit meine ich nicht, dass diese Mannschaften über ihren Möglichkeiten gespielt oder ihr Potential mehr als die Konkurrenz ausgeschöpft haben. Nein, sie waren von ihren Leistungen her, wie wir sie sehr präzise zu erfassen glauben, Dritt- oder Viertbeste. Der Rest war Glück.

Das ist aber eine steile These.
Die wir aber belegen können. Wir machen ein eigenes Ranking, um die Qualität oder die aktuelle Form einer Mannschaft zu bestimmen. Und das ist besser als die Tabelle. Es heißt immer, dass sich Glück und Pech über den Verlauf einer Saison ausgleichen und die Tabelle nicht lügt. Aber das stimmt einfach nicht.

Ihr Ranking entsteht, indem Sie weniger auf die Tore als auf die Torchancen schauen, die ein Team herausspielt oder zulässt?
Es geht auch um die Qualität der Torchancen oder um Ballbesitz und dessen Qualität. Man sieht doch oft, dass eine Mannschaft in Führung eine Menge Torchancen zulässt. Wenn sie dann kein Tor kassiert, ist alles in Ordnung, dabei haben die Spieler haufenweise Fehler gemacht. Oder sie haben doch ein Tor reingelassen, und dann heißt es, dass die ganze Verteidigung schlecht war. Aber die Sache ist komplizierter.

Deshalb sitzen bei Ihnen dutzende von Analysten, die Spiele von Mannschaften aus aller Welt systematisch erfassen und so zu einer statistischen Bewertung der Form von Teams kommen?
Genau. Aber die meisten Leute denken bei Statistiken an den nutzlosen Kram, der einem heute im Fernsehen um die Ohren gehauen wird. »Das ist das sechste Mal, dass er mit links ein Tor gegen eine Mannschaft in Gelb geschossen hat.« Mit der akademischen Disziplin Statistik hat das wenig zu tun. Wir benutzen den Begriff der »Voraussagebrauchbarkeit«, und da ist eine Statistik wie die genannte wertlos.

Man muss also die richtigen Statistiken finden?
Klar.

Aber welche das sind, ist Ihr Betriebsgeheimnis?
Genau.

Auf wie viele Spiele wetten Sie jede Woche?
Wir decken 40 bis 50 Ligen ab, weil man auf einzelne Spiele nur begrenzte Summen setzen kann. Um den Umsatz zu vergrößern, müssen wir auf mehr Spiele setzen.

Bei Ihnen arbeiten Mathematiker, IT-Experten und Spielanalytiker. Wird inzwischen automatisiert auf Spiele gesetzt?
Es wird immer automatisierter, langfristig ist das unser Ziel. In sehr kleinen Ligen, wo man auf nur wenige Spiele wetten kann, ist es aus Kostengründen bereits so, weil der Aufwand für die Analyse einfach zu groß ist.

Gibt es ansonsten etwa vor jedem neuen Spieltag in der Bundesliga ein Meeting Ihrer Experten für deutschen Fußball, um die kommenden Wetten zu besprechen?
Ja, denn natürlich ist immer Platz für menschliche Intervention. Vor einigen Jahren hatten wir mal den Fall, in dem ein sehr unerfahrener Mitarbeiter auf einen Erfolg von Sporting Gijon in der spanischen Liga setzen wollte. Das stimmte zwar, wenn man auf die Zahlen allein schaute. Aber es gab auch verlässliche Informationen, dass die Spieler ihren Trainer loswerden wollten. Er sagte dann: »Ich wusste nicht, dass wir darauf auch achten sollen.« Aber dazu braucht es nur gesunden Menschenverstand.

Das bedeutet, dass Sie auch ein Netz von Informanten haben, die Ihnen sagen können, wo es Konflikte gibt oder wo wichtige Spieler vielleicht kurzfristig verletzt sind?
Ja, wir haben Kontakt zu gut hundert Leuten, die in ihren Ländern gut verdrahtet sind. Das sind zumeist Journalisten oder auch gut informierte Fans.

Wie viele Wetten gehen trotz des großen Aufwands daneben?
Oh, das sind eine ganze Menge.

Wann ist eine Woche erfolgreich?
Wenn wir mehr als die Hälfte der Wetten gewinnen. Das ist unser Ziel.

Inwiefern beeinflussen Spielmanipulation Ihr Geschäft?
Negativ natürlich. Weil unser Modell mathematikbasiert ist, setzen wir immer dann, wenn wir glauben, dass die Buchmacher oder der gesamte Wettmarkt falsch liegen. Aber wenn sich die Quoten anders entwickeln, weil Spiele manipuliert sind, führt uns das in die Irre. Wenn es sehr extrem ist, kann man die Sache kommen sehen und die Finger davon lassen. Manchmal aber auch nicht.

Wie oft passiert das?
Viel häufiger, als die meisten Leute denken.

Anfang Februar hat Europol insgesamt 380 Spiele der letzten Jahre als verschoben gemeldet. Wie hat sich das Problem aus Ihrer Sicht entwickelt?
Meiner Ansicht nach ist es leicht rückgängig. Außerdem hat es sich vom Ligafußball zu Länderspielen zwischen kleinen Fußballnationen verschoben. Aber die Manipulationen werden extremer. Das klassische Beispiel dafür ist der Gold Cup 2011, wo 20 Minuten vor Abpfiff plötzlich hohe Wetten platziert wurden, dass noch drei Tore fallen würden. Und dann sind die beiden Mannschaften quasi stehengeblieben.

Gibt es Ligen auf die Sie gar nicht setzen?
Wir sind einer Menge osteuropäischer Ligen gegenüber misstrauisch. Traditionell würde man denken, dass Italien in Westeuropa am schlimmsten ist, aber dort ist die Polizei inzwischen sehr aktiv. Schlimm sind hingegen Österreich und Spanien. In Spanien steckt allerdings nicht unbedingt die Wettmafia dahinter. Es geht dort eher um Mannschaften, die im Abstiegskampf oder für den Aufstieg noch Punkte brauchen. Dann wetten die Leute auch noch darauf, weil sie wissen, wie es ausgeht.

Wie sieht es in Deutschland aus?
Vor einigen Jahren war es sehr schlimm, auch in der Bundesliga gab es so komische Quotenverläufe, dass viel dafür sprach, dass Spiele verschoben sein könnten.

Von wie vielen Spielen in welchem Zeitraum und in welchen Ligen würden Sie sprechen?
Etlichen, dabei sind uns 2004 und 2005 auch zwei Bundesligaspiele aufgefallen, das 1:5 von Kaiserslautern bei Hannover 96 und noch ein weiteres Spiel. Da haben sich die Quoten auf Siege mit drei oder mehr Toren Unterschied vor Spielbeginn drastisch verschlechtert. Das legt die Vermutung nahe, dass Leute, die offensichtlich wussten, wie es ausgeht, sehr hohe Geldbeträge platzierten.

Und wie ist es inzwischen?
Es ist viel besser geworden, in der ersten und zweiten Liga hatten wir schon seit einigen Jahren kein auffälliges Spiel mehr. Vermutlich haben die Spieler nicht mehr das Gefühl, dass Manipulationen so risikolos sind, wie es 2004 war. Viele Leute aus dem professionellen Wettgeschäft haben damals die FIFA, die UEFA, den englischen Fußballverband oder den Deutschen Fußball-Bund kontaktiert. Es gab damals auch ein berühmtes Posting in einem Wettforum, dass der DFB benachrichtigt worden sei, nachdem es im Herbst 2004 in Deutschland viele seltsame Spiele gab. Dann wurde der Fall Hoyzer publik, aber man konzentrierte sich bei der Aufklärung vor allem auf die Schiedsrichter, wobei eher die Spieler das Problem waren.

Haben Sie selbst mit Verbänden gesprochen?
Ja, ich habe dem ehemaligen UEFA-Sicherheitschef Peter Limacher schon 2005 gesagt, dass das sogenannte Frühwarnsystem totale Augenwischerei ist. Es schaut nämlich nur auf den europäischen Wettmarkt und auf Wetten, die vor Spielbeginn abgeschlossen werden. Aber die Betrüger haben fast immer in Asien gesetzt und oft während des Spiels auf besondere Ereignisse. Aber meiner Meinung nach stecken die Verbände bei diesem Thema sowieso in einem ähnlichen Interessenkonflikt wie der internationale Radsportverband bei Lance Armstrong und Doping. Es beeinflusst das Geschäft negativ, wenn so etwas herauskommt, deshalb müssten sich statt der Verbände auch staatliche Behörden darum kümmern.

Ihre wirtschaftlichen Erfolge im Wettgeschäft haben es Ihnen vor zwei Jahren ermöglicht, die Mehrheit am Londoner Drittligisten FC Brentford zu erwerben, von dem Sie schon als Kind Fan waren. Wetten Sie eigentlich auf Ihre eigene Mannschaft?
Niemals, das ist streng verboten, und daran halte ich mich selbstverständlich.

Und wie war es, bevor Sie dem Klub wirtschaftlich verbunden waren?
Ich hatte kein Problem damit, auch nicht, gegen Brentford zu setzen.

Komische Situation, als Fan gegen die eigene Mannschaft zu setzen, oder?
Ja, das war zugegeben manchmal etwas heikel. Aber wenn ich dachte, dass das die richtige Wette ist, habe ich sie halt gemacht.

Wie unterscheidet sich Ihr durch systematische Analysen geschulter Blick aufs Spiel von dem anderer Zuschauer?
Vor allem mag ich es nicht, während des Spiels zu reden. Es mag vielleicht etwas hochnäsig klingen: Aber viele Leute reden einen Haufen Mist. Wenn nach fünf Minuten eigener Überlegenheit der Gegner plötzlich Torchancen hat, heißt es: »Sie sind schneller im Tackling.« Oder: »Sie sind motivierter als wir.« Wir machen uns immer unsere Geschichten, und ich stecke in dieser Denkweise natürlich manchmal auch drin. Unser zweites Saisonspiel etwa war das schlechteste bislang. Wäre es nicht mein Team, hätte ich gesagt, dass Brentford vielleicht doch nicht die sechst-, sondern eher die siebtbeste Mannschaft der Liga ist. Aber als Fans dachte ich: »Scheiße, wir sind das siebzehntbeste Team.«

Geben Sie Ihrem deutschen Trainer Uwe Rösler manchmal Hinweise?
Nein, kaum.

Aber möglich wäre das schon.
Ich finde, dass Mannschaften viel zu oft ab einem gewissen Punkt im Spiel mit einem Unentschieden zufrieden sind. Das sollte man aber eigentlich nur sein, wenn man in einem Spiel totaler Außenseiter ist. Es gibt einfach zu viele Unentschieden im Fußball, wenn man bedenkt, dass ein Sieg mit drei Punkten belohnt wird und ein Remis nur mit einem. Überhaupt gibt es die falsche Neigung, Risiken zu vermeiden.

Wie meinen Sie das?
Wenn man Leute im Fußball fragt, welche Mannschaften wirklich professionell sind, wenn es um die Verteidigung einer Führung geht, nennen alle die Italiener. Dabei steckt ein logischer Fehler dahinter, in dieser Situation sein Tor zu verrammeln. Denn das verringert drastisch die Gelegenheit, selbst ein Tor zu schießen, und senkt so die Chance auf einen Sieg. Und wenn eine Mannschaft bei Rückstand fünf Minuten vor Schluss einen Innenverteidiger nach vorne wirft, denkt der Gegner meist: Die werden jetzt noch offensiver, also müssen wir defensiver werden. Dabei müssten sie eigentlich denken: Jetzt ist der Gegner aus der Balance und uns eröffnen sich noch mehr Räume. Am besten im Verteidigen eines Vorsprungs sind übrigens die Deutschen. Offensichtlich wird in Deutschland erwartet, dass man auch bei einer Führung noch weiter nach vorne spielt.

Welche Hinweise für Hobbywetter haben Sie noch?
Ganz entscheidend ist: Man muss schauen, wo man für seine Wette die bestmögliche Quote bekommt. Da man vermutlich sowieso wenig gewinnt, ist das umso wichtiger. Außerdem sollte man Konten bei möglichst vielen Buchmachern haben, und man muss auf die Gebühren schauen, damit man dort nicht das mehr bezahlt, was man vorher gespart hat.

Würden Sie schon früh auf ein Spiel setzen?
Nein, wir setzen erst am Spieltag. Das Dilemma ist aber immer: Je näher am Spielbeginn man das tut, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man richtig liegt. Aber auch die Quoten werden genauer. Wenn ein Spiel am Samstag stattfindet, bieten einige Buchmacher am Sonntag zuvor Quoten an, die erst einmal ungefähre Vermutungen sind. Ihnen ist klar, dass das ziemlich ungenau ist, weshalb man auch keine hohen Beträge wetten kann.

Sollten Hobbywetter da einsteigen?
Ja, sie sollten möglichst früh setzen, weil die frühen Quoten besser zu schlagen sind als die eine halbe Stunde vor Anpfiff. Sie sollten sich außerdem auf eine Liga spezialisieren, die eine Nische ist, etwa die Dritte Liga in Deutschland. Und wenn man eine Begründung dafür gefunden hat, warum man eine bestimmte Wette abschließen will, muss man sich fragen: Warum bekomme ich diese tolle Quote? Man muss sich selbst gegenüber immer skeptisch bleiben.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!