31.07.2013

Wie ist es als ewige Nummer Zwei, Stefan Wessels?

»Ich kann Rensings Reaktion nachvollziehen«

Mit 20 Jahren war Stefan Wessels der jüngste deutsche Keeper, der bis dato in der Champions League debütierte. Mittlerweile trainiert er die Torhüter des SV Meppen. Wir sprachen mit ihm über Trainingseinheiten mit Oliver Kahn, den TuS Lingen und David Moyes.

Interview: Tobias Ahrens Bild: Imago

Stefan Wessels, nach Stationen beim FC Bayern, 1. FC Köln und FC Everton sind Sie mittlerweile beim SV Meppen gelandet. Zum Karriereende verkommen Sie also nun zum Torfkicker?
Nein, verkommen werden ich beim SVM sicherlich nicht und meine aktive Karriere ist ja bereits beendet. Nach meiner letzten Station beim dänischen Odense BK, bin ich seit 2012 zurück in Osnabrück und arbeite nun als Torwarttrainer für die Regionalliga-Mannschaft in Meppen und dem angeschlossenen Jugendleistungszentrum.

Das Niveau für die Regionalliga besitzen Sie sicherlich noch. Wieso sind Sie mit 33 Jahren nur noch als Trainer aktiv?
Weil mich diese Liga einfach nicht mehr gereizt hat. Ich hatte ein sehr schönes Karriereende in Odense mit der Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation und an der Europa League. Auf diesem Niveau konnte ich mich verabschieden. In der Regionalliga wäre ich vermutlich nie zufrieden, könnte durch die fehlende Motivation nie meine gewohnte Leistung zeigen. Ich bin als Trainer zu meinen emsländischen Wurzeln zurückgekehrt.

Sie spielten für Eintracht Schepsdorf und TuS Lingen, ehe Sie erst mit 18 Jahren zum FC Bayern München wechselten.
Ein Sprung, der heute so gar kaum mehr möglich scheint, oder?

Warum wechselten Sie erst so spät?
Für mich war es die logische Konsequenz. Ich hatte in den Jahren zuvor hart an mir gearbeitet, war fußballbesessen und habe seit der U17 für die Juniorennationalmannschaften gespielt. Die Angebote der nördlichen Bundesligamannschaften wie Werder Bremen lagen auf dem Tisch. In Absprache mit meinen Eltern habe ich mich dazu entschieden erst mein Abitur abzulegen und für den TuS Lingen in der Oberliga zu spielen. Schritte, die in Zeiten der modernen Fußballakademien nicht mehr möglich sind.

Im Sommer 1998 wechselten Sie an die Säbener Straße. Während Zinedine Zidane noch eben die Fußball-Welt in Ekstase gespielt hatte, begann für einen 18-Jährigen der Traum des Fußballprofis. Welche Eindrücke blieben aus den ersten Trainingstagen?
Als Jugendnationalspieler bin ich nicht nur mit großen Augen am Trainingsgelände umher gelaufen. Durch meine vorherige Entwicklung wusste ich, was mich etwa erwarten würde. In meinem ersten Jahr habe ich ein einziges Mal mit den Profis mittrainiert, da ich für die Amateurmannschaft verpflichtet worden war. Der Kontakt zu Oliver Kahn und Bernd Dreher kam daher erst später. Nur mit Sven Scheuer wechselte ich mich unregelmäßig im Tor der zweiten Mannschaft ab. Anscheinend habe ich zu diesem Zeitpunkt überzeugen können.

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