Wie gewinnt man die Champions League, Brazzo?

»Du brauchst Arroganz«

Vor acht Jahren gewann Hasan Salihamidzic mit dem FC Bayern die Champions League – im Interview mit 11FREUNDE spricht der Juventus Turin Profi über José Mourinho und den Hauch positiver Final-Arroganz. Wie gewinnt man die Champions League, Brazzo?

Hasan Salihamidžić, 2001 wurden Sie mit dem FC Bayern Champions League Sieger. Wie fühlt es sich an, in der besten Mannschaft Europas zu spielen?

Ich sage es ihnen, wie es ist: Es gibt nichts Besseres. Um das zu erfahren, habe ich mein Leben lang Fußball gespielt.

Am Samstag steht Bayern wieder im Finale, dieses Mal gegen Inter Mailand. Wie sehen Sie die Rollenverteilung?

Die Bayern sind klarer Favorit , weil es momentan keine Mannschaft der Welt gibt, die man mit den Münchenern vergleichen könnte. Ihr Stil ist einzigartig.

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Auch jetzt, wo Franck Ribery definitiv gegen Inter fehlen wird?

Das ist in der Tat eine herbe Schwächung. Mit Robben und Ribery ist Bayerns Spiel völlig unberechenbar. Die Ordnung und Disziplin in der Zentrale mit van Bommel und Schweini, dazu die Genialität auf den Außenbahnen – van Gaal hat eine wunderbare Mannschaft geformt. Was man auch daran erkennt, dass dieser FC Bayern ständig in Bewegung ist. Sie müssen mal darauf achten: Da frisst jeder Spieler seine Meter.

Dafür hat Inter Mailand José Mourinho, von dem man immer noch nicht weiß, was man von ihm halten soll...

Seine Erfolge und die Qualität seiner Arbeitgeber sprechen doch für sich. Ein schlechter Trainer würde Porto nicht zum Champions League Sieger machen und anschließend Chelsea und Inter Mailand trainieren. Er ist intelligent und ziemlich gerissen. Mourinho ist in der Lage seine Mannschaften perfekt auf den Gegner einstellen.

Erkennen Sie eigentlich Parallelen zum FC Bayern der Gegenwart?

Wir hatten damals auch unseren Arjen Robben. Der hieß Giovane Elber. Wenn er Lust hatte, gewann er das Spiel mit seiner Genialität im Alleingang. Aber die Mannschaft von Louis van Gaal ist im Kern doch eine ganz andere: Sie ist jung, unbedarft, spielt einfach immer nach vorne – und ist deshalb so unkontrollierbar. Wir hatten damals andere Qualitäten.

Die da wären?

Jancker, Scholl, Effenberg, Kahn, Sergio – das waren typische Bayern-Spieler mit dem Hauch positiver Arroganz. Mit solchen Fußballern wirst du eben zur besten Mannschaft Europas.

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