Wie ein Werder-Fan zu Fuß zum Auswärtsspiel nach Schalke ging

»Einlegesohlen wären besser gewesen«

Werder-Fan Stefan »Schmolle« Schmonsees wanderte 300 Kilometer zum Auswärtsspiel seiner Bremer auf Schalke. Wir sprachen mit ihm über Blasen an den Füßen, Thomas Schaaf und positiv Verrückte Schalker.

Privat

Stefan Schmonsees, 300 Kilometer Fußmarsch von Gnarrenburg in Norddeutschland nach Schalke liegen hinter Ihnen. Rauchen die Füße noch?
Nee, es geht schon. Ich bin ja seit Samstag Abend wieder zuhause, seitdem mach ich ein bisschen Wellness für die Füße. Aber zwischendurch war es schmerzhaft, ich musste drei Tage wegen einer Knochenhautreizung pausieren. Am vierten Tag ging es dann wieder und ich konnte weiterwandern.

Wie sind Sie denn überhaupt auf die Idee gekommen, den Weg zum Auswärtsspiel zu Fuß zurückzulegen?
Ich hab mich im Frühjahr im Werder-Forum zu der Wette hinreißen lassen, dass Werder die Saison 2011/2012 noch als Vierter abschließt. Der Wetteinsatz war, dass ich zu Fuß zur Arena Auf Schalke zum Auswärtsspiel laufe, wenn ich Unrecht habe. Letzten Endes lag Bremen 18 Punkte hinter Platz Vier.

So richtig gelohnt hat es sich aber nicht, oder? 300 Kilometer nach Gelsenkirchen und dann 1:2 verloren.
Naja, das Ergebnis war nicht so wichtig. Ich habe eine karitative Sache daraus gemacht. Das eigentliche Ziel war nicht das Spiel, sondern Spenden zu sammeln. Ich leide selber seit Jahren unter Migräne und habe für den Gang auf Schalke ein Spendenkonto eingerichtet. Unter www.dergangaufschalke.de kann man immer noch spenden, das Geld geht an eine Einrichtung, die sich dem Kampf gegen Migräne widmet.

Sie waren 12 Tage zwischen Bremen und Gelsenkirchen unterwegs, da trifft man doch sicherlich noch andere Verrückte.
Klar, den ein oder anderen trifft man auf so einer Reise. Bei der Bezirksversammlung der Schalker Fanklubs in Schöppingen waren einige positiv Verrückte dabei, das hat schon Spaß gemacht. Ich durfte bei der Sitzung dabei sein und von meiner Reise erzählen, die Jungs haben mir dann spontan eine Übernachtungsmöglichkeit verschafft und auch gespendet. Youri Mulder und Eddy Achterberg waren auch da und auch die haben gespendet. So gesehen, ein Teilerfolg.

Der Beginn einer wundervollen Fanfreundschaft?
Privater Natur vielleicht. Offizielle Fanfreundschaften sind nicht so mein Ding, das ist immer so gezwungen.

Wie haben sich denn die Vereine verhalten?
Werder hat die Aktion von Anfang an unterstützt und mich auch direkt eingeladen, in Bremen auf dem Vereinsgelände vorbeizuschauen. Da habe ich ein bisschen mit Thomas Schaaf gequatscht und ein kleines Präsent bekommen. Ein von allen Spielern unterschriebenes Trikot, wobei Einlegesohlen vielleicht besser gewesen wären. Die Fanvertretungen von Bremen und Schalke haben sich auch super verhalten und mir eine Karte besorgt. Auf der Werder-Homepage war ein kleiner Bericht, ebenso im Schalker Kreisel vor dem Spiel. So kam dann auch die Presse auf die Story.

Trotz Knochenhautreizung und 1:2: Hat sich der Fußmarsch gelohnt?
Absolut, das war eine runde Sache. Es gab positives Feedback von allen Seiten und durch das Wandern lernt man das Land ganz neu kennen. Ich würde es jederzeit wieder so machen.

Bei so vielen positiven Erfahrungen: Machen Sie die Auswärtsspiele jetzt alle zu Fuß?
Nein, ganz sicher nicht. Ich weiß noch nicht, welches Auswärtsspiel ich als nächstes mitnehme, aber ich werde sicherlich nicht hinlaufen. Eins ist jedoch klar: Nächste Saison zum Schalke-Spiel mache ich bestimmt wieder etwas Verrücktes.

Vielleicht auf Stelzen oder mit dem Einrad nach Gelsenkirchen?
Nee, nichts, wo ich mir die Hacken breche. Irgendwas »normal Verrücktes«, das Spaß macht und einem wohltätigen Zweck dient.

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