Wie ein Kreisligist zum Promi-Klub wurde

»Günter Netzer ist unser Fan«

Wie ein Kreisligist zum Promi-Klub wurdeStandard Alu

Roland Kontny, letztes Wochenende verlor Standard Alu im Oddset-Pokal 0:14 gegen den Oberligisten Altona 93. Welche Alu-Edelfans waren vor Ort? Kelly Trump? Ulrich Wickert? Franco Baresi?
Entzaubern wir die ganze Geschichte gleich zu Beginn: Es waren 250 Zuschauer da, davon 188 Zahlende. Das war eine ganz gute Sache für die Mannschaftskasse – zumal wir sonst nie Eintritt zu unseren Spielen nehmen und vor maximal 20 bis 30 Leuten spielen. Die Promi-Fans kamen allerdings nicht.

Sie präsentieren die Promi-Amhänger auf Ihrer Webseite in der Rubrik »Fan der Woche«. Neben den genannten outen sich zum Beispiel noch Gregor Gysi, Oliver Pocher oder Luca Toni als Alu-Fans. Wie kommen Sie an die Leute ran? Verbringen Sie viel Zeit an roten Teppichen?
Nein. Die ersten Aufnahmen sind zufällig entstandene Amateurvideos. Viele sind mit dem Handy aufgenommen: Sergej Barbarez, Raphael Wicky, Hellmuth Karasek oder Ivica Olic haben wir auf der Straße getroffen und gefragt, ob sie uns ein paar nette Sätze in die Kamera sprechen. Heute produzieren wir etwas professioneller. Das liegt daran, dass wir einen Journalisten und einen Kameramann in unseren Reihen haben, die ihre beruflichen Drehs oder Interviews gerne um ein paar Alu-Statements verlängern.

Stellt sich dabei niemand quer?
Obwohl die Promis davon ausgehen müssten, dass sie schon kurz nach der Aufnahme bei Youtube landen, machen fast alle mit. Vielleicht besteht da ein Grundvertrauen, weil sie unseren Verein nicht kennen und sich eigentlich immer für unseren Namen interessieren. Zudem wirken wir ja harmlos und es tut ja niemandem weh. Anders wäre es sicherlich, wenn ein großer Fernsehsender einen HSV-Spieler fragen würde, was er von Altona 93 oder dem FC St. Pauli hält.

Günter Netzer sagt in seinem Video, dass er die Entwicklung von Standard Alu weiterverfolgen wolle. Hat er sich tatsächlich mal wieder gemeldet?
Noch nicht. Dafür haben wir Sergej Barbarez zweimal getroffen, und er erinnerte sich an uns. Und Roger Willemsen schreibt seit unserem Treffen gelegentlich eine E-Mail.




Willemsen hat sich für Ihren Dreh richtig Zeit genommen.
Vor ihrer Lesung im Hamburger Thalia-Theater konnten wir uns eine halbe Stunde mit Roger Willemsen und Dieter Hildebrandt unterhalten. 20 Minuten redeten sie ausschließlich über Standard Alu. Das klingt absurd, schließlich kennen sie den Verein nicht, doch die beiden sind ja Meister der Improvisation. Sie philosophierten etwa über die Schönheit von Aluminium- und Holztoren.

Auch Bela B. hat mitgemacht...
...und den schönen Satz gesagt: »Wenn ich guten Fußball sehen will, dann würde ich nach München ziehen. Wenn ich Fußball sehen will, der mich mitreißt und hin und wieder mal ein Tor, dann würde ich ans Millerntor gehen. Und wenn ich den Klang von Leder auf Aluminium hören möchte,  dann gehe ich zu Standard Alu. Und Freunde – das solltet ihr auch!«





Welche ist Ihre Lieblingsfolge?

Sehr gerne mag ich das Video mit Berti Vogts. Den hat ein Freund einst am Flughafen in einer Wartehalle erwischt. Da wirkt der Mann so putzig – eben nicht wie ein ehemaliger Nationaltrainer. Matze Knop, der Franz Beckenbauer imitiert, gefällt mir auch gut. Ein echter Geheimtipp ist allerdings der Rapper Trixx. Vielleicht spielt er auf der Promiskala nicht ganz oben mit, doch der geht auf uns ab wie kein Zweiter.

Wie wirken sich diese Videos auf Alus Ruf in der Hamburger Amateurfußballszene aus?
Einige finden es prahlerisch und arrogant. Ist es aber gar nicht, alles hat stets eine ironische Brechung. Wir nehmen uns durch die Verschmelzung von Grandplatzfußball und Glamour-Glitzer-Welt ja gewissermaßen selbst auf die Schippe. Außerdem hat das Medienecho einen ganz guten Nebeneffekt: Es erleichtert die Spielersuche.

Also bitte: Auf welcher Position suchen Sie aktuell?
Wir brauchen dringend einen Torwart! Also meldet euch!

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Alle Videos findet ihr hier:
www.standard-alu.de/alu-tv/fan-der-woche

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