Wie Ede Becker die Entlassung erahnte

»Es kann schmutzig werden«

Nach dem Fehlstart hat der KSC Ede Becker von seinen Aufgaben als Trainer entbunden. Trotz all der Jahre im Verein war das Urgestein auf diesen Tag gefasst – wie das Interview zeigt, das wir 2007 mit ihm führten.  Wie Ede Becker die Entlassung erahnte

Wie sehr ist ihre Verbindung zum KSC emotional geprägt?

Schon sehr. Aber alles Herzblut hilft einem nichts, wenn es hart auf hart kommt. 2000/2001 war eine bittere Zeit für den KSC. Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch 20, 30 Jahre in einem Verein einem nichts mehr nützen, wenn da irgendwelche Leute am Ruder sind, denen ein Gesicht nicht mehr passt. Das Geschäft ist wahnsinnig kurzlebig. Ich gebe mich also keinen Illusionen mehr hin.

Das klingt abgeklärt. Haben Sie trotzdem die Befürchtung, irgendwann einmal KSC-blind zu werden?

Ich habe mich immer auch mit der Arbeit anderer Trainer auseinandergesetzt. Außerdem bin ich politisch und kulturell sehr interessiert. Ich bin also beileibe nicht nur auf den KSC fixiert und brauche nicht zu befürchten, blind zu werden.

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Was würde ihr Scheitern als Trainer des KSC für Ihr Leben in der Region bedeuten?

Am Anfang eine Enttäuschung. Es kann sehr schmutzig werden, gerade was die Öffentlichkeit anbelangt. Aber ich kann es nur noch mal sagen: Ich bin darauf vorbereitet. Schließlich habe ich mit Schäfer und Köstner schon sehr bittere Stunden erlebt und weiß, dass es viel wichtigere Dinge gibt als Fußball. Ruhm ist nicht mein Lebenselixier. 

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