27.03.2014

Wie aus einem Fußballprofi der Pornostar Stany Falcone wurde

»Er ist ein Held!«

Eher zufällig erfuhr der Journalist David Monami 2011 von der Porno-Karriere des ehemaligen Fußballprofis Jonathan de Falco. Er stellte eine Interviewanfrage – und De Falco sagte überraschend zu. Die Geschichte eines Coming-outs – und eine Ergänzung zu unserer Reportage »Le Cock Sportif« (in 11FREUNDE #149, jetzt im Handel).

Interview: Andreas Bock Bild: Nick Hannes

Wie waren die Reaktionen der etablierten Medien?
Einer der führenden belgischen Journalisten schrieb eine Kolumne, in der er den Mut von Jonathan de Falco lobte. Auch Politiker und der Fußballverband diskutierten das Thema und entwarfen sogar einen Plan gegen Homophobie im Fußball.
 
Wie kam Jonathan de Falco mit dieser Medienlawine klar?
Es gab Berichte in den USA, in Australien oder Frankreich. Es war ein paar Wochen wirklich groß. Doch Jonathan hatte sich gut darauf vorbereitet. Er hatte seine Familie und seine Freunde informiert und ging sehr professionell mit der Situation an.
 
Wie bewerten Sie den Schritt?
Wir alle wissen, wie schwierig ein Coming-out für einen homosexuellen Fußballer ist. Dazu gehört eine Menge Mut. Jonathan ist nichts anderes als ein Held für mich.
 
Wenn man so will, hatte Jonathan de Falco zwei Coming-outs. Er machte seine Homosexualität und seine Erotik-Karriere öffentlich. Können Sie uns erklären, wie wurde aus dem schüchternen Jungen ein Pornostar wurde?
Es gibt tatsächlich einen großen Unterschied zwischen dem Jonathan im »Le You« und dem heutigen Jonathan. Vielleicht liegt es daran, weil es heute keine Geheimnisse mehr in seinem Leben gibt. Ich glaube jedenfalls, dass sich jeder Mensch auch ein stückweit durch seine Geheimnisse definiert – und manchmal kann das unser Inneres zerstören. Jonathan erzählte mir in dem Interview zum Beisiel, dass er sicherlich ein besserer Fußballer gewesen wäre, wenn er nicht ständig diese Last mit sich herumgetragen hätte. Heute hingegen kann er selbstbewusst auftreten, denn er ist stolz auf das, was er tut.
 
Doch auch heute wirkt er zum Teil noch schüchtern.
Trotzdem kann man narzisstisch sein. Trotzdem kann man Aufmerksamkeit lieben. Glauben Sie mir: Es gibt wenige Menschen, die das Rampenlicht so sehr lieben wie Jonathan. Und das meine ich nur positiv.
 
Und deswegen Porno?
Tja, warum dreht jemand Pornos? Die Leute mögen Sex, sie sind horny und sehen heiß aus. All das trifft auf Jonathan zu. Zudem haben ihm vermutlich der Applaus und die Aufmerksamkeit der Fans gefehlt. Als Pornostar wurde er angehimmelt und verehrt. Ich bin mir daher sicher, dass er den Schritt vom Fußball- zum Pornogeschäft nicht so groß angesehen hat wie andere.
 
Dennoch hat er das Porno-Geschäft wieder verlassen. Wieso?
Weil Jonathan noch mehr ist. Er ist auch ein Geschäftsmann. Ein zuvorkommender und hilfsbereiter Mensch. Einer, mit dem man gerne zusammenarbeitet. Glauben Sie mir: Er denkt nicht nur mit seinem Penis. Er hat einen Plan.

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In 11FREUNDE #149: »Le Cock Sportif«, wie aus einem belgischen Zweitligaprofi Jonathan de Falco der international bekannte Pornostar Stany Falcone wurde. Jetzt am Kiosk und im App-Store.
Jonathan de Falco ist mittlerweile wieder aus dem Pornogeschäft ausgestiegen. Er veranstaltet heute Partys und hat einen Massage-Salon. Außerdem vertreibt er eine Unterwäschekollektion über stany-falcone.com. Aus dieser verlosen wir an dieser Stelle drei Unterhemden. Schickt einfach eine Mail mit eurer Adresse, eurer Größe und dem Betreff »Stany« an online@11freunde.de. Einsendeschluss ist Sonntag, der 30. März, um 12 Uhr.

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