Bei Tasmania spielten Sie noch Stürmer und wurden gegen Ihren Willen umgeschult. Mario Reichel, damals Trainer, meinte: »Er war schwer davon zu überzeugen, dass seine Stärken im defensiven Bereich liegen.«Bin ich immer noch, ich könnte auch Stürmer spielen
(lacht). Bei Tasmania habe ich geknipst, darauf kommt es doch wohl an! Als mich der Trainer hinten ausprobieren wollte, hatte ich zu knabbern. Heute fühle ich mich wohl in der Defensive.
In einem Interview mit der NWZ haben Sie, auf den Vergleich mit Düsseldorf angesprochen, gesagt: »In Bremen ist alles größer und gewaltiger.« Da habe ich gestutzt. An der Weser mehr Trubel als am Rhein? Das läuft dem Bremen-Bild vom Regionalverein mit familiärer Stimmung, dem im Training dreißig schiebermützentragende Kiebitze zuschauen, zuwider.Ich meinte damit das fußballerische Renommee, die Erfolge, die Vereinshistorie. Düsseldorf hat zuletzt zweitklassig gespielt. Bremen wurde 2004 Meister, später noch Pokalsieger und war oft international vertreten.
Ich werfe jetzt mal eine Zeitspanne in den Raum: 119 Sekunden...Achja, da klingelt es sofort
(lacht).
Sie wurden gegen den VfB Stuttgart in der 89. Minute beim Stand von 2:2 eingewechselt, Thomas Schaaf wollte Ihre Kopfballstärke nutzen. Null Ballkontakte und ein Foul später war alles schon wieder vorbei. Was war da los?Es ist ganz unglücklich gelaufen. Ich bin immer noch der Meinung, dass es keine klare rote Karte war. Der Schiedsrichter hat leider anders entschieden. Ich musste meine Strafe absitzen, was sich ungewohnt genug anfühlte. Ich fehle eigentlich sehr selten. Aber jetzt ist das abgehakt.
Sind Sie abergläubisch?Ich habe mir mit der Zeit angewöhnt, zuerst alles links anzuziehen. Linkes Hosenbein, linker Stutzen, linker Schuh. Sollte ich versehentlich mal rechts zuerst reinsteigen, muss ich mich wieder ausziehen und von vorne beginnen.
Das Transfergezerre um Sie hat in der letzten Saison für einigen Wirbel gesorgt. Sie hatten in Köln unterschrieben, aber nicht damit gerechnet, dass der FC absteigt. Im Gegenzug stieg Düsseldorf auf, ein Verbleib bei der Fortuna schien wieder möglich. Letztlich wechselten Sie zu Werder Bremen.Ich wollte früh entscheiden, damit mich das Thema nicht mehr belastet. Die sportliche Situation von Köln hat diesen Plan durchkreuzt. Für den Kopf war das echt nicht einfach. Ich wusste nie, ob die absteigen, die Klasse halten oder womöglich gegen uns in der Relegation spielen. Eine verrückte Phase! Alles, was danach passiert ist, lief natürlich in erster Linie über meinen Berater. Der hat mir den Wasserstand mitgeteilt und mich informiert, wenn eine Anfrage konkreter wurde. Jetzt bin ich glücklich, in Bremen zu sein.
Die meisten Fußballer zocken FIFA und spielen sich dann auch noch selbst. Man munkelt, bei Werder gehe es etwas anders zu.Wir spielen Mario Kart auf Nintendo DS. Ich habe den Trend losgetreten, mittlerweile sind sieben, acht Leute am Start. Marko, Aaron, Eljero, Memo, Zladdi, die machen alle mit. Über Bluetooth, auf dem Hotelzimmer oder im Bus. Für längere Fahrten das ideale Spiel.
Welche Figur spielen Sie?Ich nehme Toad, den winzigen Pilzkopf.