Werder-Legende Pico Schütz über das erste Bundesliga-Nordderby

»Schütz gegen Seeler – herrliche Duelle!«

Arnold »Pico« Schütz war dabei, als Werder Bremen und der HSV am 12. Oktober 1963 zum ersten Nordderby der noch jungen Bundesligageschichte antraten. Und wie er dabei war! Werder gewann durch drei Schütz-Tore mit 4:2. Im Interview spricht er über Duelle gegen Uns Uwe und Extrawürste in den sechziger Jahren.

Pico Schütz, wenn Sie an den HSV denken, denken Sie sofort an...
...den »Dicken«, an Uwe Seeler!

Weil Uns Uwe und der HSV zusammen gehören wie das Wasser zur Weser?
Weil Uwe jahrelang mein Gegenspieler war. Ob in der Oberliga oder in der Bundesliga. Wenn wir gegen den HSV spielten, hieß es meistens: Schütz gegen Seeler. Ich kann Ihnen sagen, das waren herrliche Duelle!

Warum?
Keiner spielte gleichzeitig so fair und so einsatzfreudig wie der Dicke. Wenn der sich in die Zweikämpfe warf, knallte es jedes Mal. Allerdings wusste ich auch: wenn ich ihn umspiele oder ihm den Ball abnehme, wird er mir ganz sicher nicht von hinten in die Beine treten – und das war 1963/64 nicht unbedingt unüblich.

Am 7. Spieltag der ersten Bundesliga-Saison trafen sie im Weserstadion auf den HSV – zum ersten Bundesliga-Nordderby in der Geschichte. Können Sie sich noch an das Ergebnis erinnern?
Hm. Wir haben gewonnen, oder?

Richtig. Mit 4:2.
Und ich schoss drei Tore!

Auch richtig. Wie haben Sie das gemacht, wenn Sie gleichzeitig Uwe Seeler decken mussten?
Regelmäßig spielte ich erst in späteren Bundesligajahren gegen ihn, bei dieser Partie war ich sicherlich als Mittelstürmer eingesetzt, anders kann ich mir die drei Tore nicht erklären.



War diese Bundesligapremiere etwas besonderes für Werder Bremen?
Das Spiel gegen den HSV? Nicht wirklich. Wir kannten uns ja in- und auswendig. Wobei die Stimmung vor den Derbys natürlich immer speziell war. Da ging es einzig und allein darum, wer die Nummer eins im Norden war. Aber ob wir nun in der Oberliga oder in der neuen Bundesliga gegeneinander spielten – das machte keinen Unterschied.

Was änderte sich für Sie durch die Einführung der Profiliga?
Plötzlich war es ganz normal, gegen den 1. FC Nürnberg, Eintracht Frankfurt oder den 1. FC Köln zu spielen. Auf diese Spiele habe ich mich diebisch gefreut, schon allein deshalb, weil die Vereine viel größere Stadien hatten als wir in Bremen.

Als Profi bekamen Sie nun auch mehr Geld.
Allerdings, das machte sich schon bemerkbar. Plötzlich konnte man sich auf mal ein paar Extrawürste leisten.

Was haben Sie mit dem ersten Profigehalt getan? Ein Eigenheim finanziert? Ihrer Frau einen Porsche gekauft?
Junger Mann, Sie denken in falschen Dimensionen! Ich lud meine Familie schick zum Essen ein. Meinem Sohn kaufte ich eine Hose, meiner Tochter eine Jacke und meiner Frau eine neue Bluse.

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