Werder-Legende Pico Schütz im Interview

»Keiner hat mehr Angst vor den Bayern«

Werder-Legende Pico Schütz im Interview

Pico Schütz, kaum hat Werder Bremen mal wieder zwei Spiele in Folge gewonnen, ist wieder alles eitel Sonnenschein an der Weser. Andere Vereine hätten sich nach so einem Saisonverlauf bereits selbst zerfleischt. Wie macht der SVW das bloß?

Die Antwort heißt Thomas Schaaf. Der kennt die ganze Bundesliga-Szene und speziell das Umfeld bei Werder doch längst besser als jeder andere. Thomas findet in schlechten Zeiten die richtigen Worte und diese scheinbar ewige Geduld färbt sich irgendwann auf den ganzen Klub ab. Der Trainer ist unser Fels in der Brandung.

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Ist die Mannschaft jetzt schon wieder gefestigt genug, um heute Abend gegen Bayern München zu bestehen?

Ich denke schon. Das liegt aber auch vor allem am Gegner.

Was meinen Sie damit?

Die Zeiten, in denen der Rest der Liga Angst vor Bayern München hatte, sind vorbei. Früher haben sich die Mannschaften in die Hose gemacht, wenn es gegen die Bayern ging, heute haben so viele Mannschaften extrem aufgerüstet, dass sie sich sagen: »Warum sollen wir vor Ehrfurcht erstarren? Wir haben selber eine tolle Mannschaft.« Für Werder gilt das schon seit Jahren. Deshalb treffen sich heute Abend zwei Mannschaften auf Augenhöhe.

Die letzten beide Pokal-Duelle hat der FC Bayern allerdings klar für sich entscheiden können. Die Bilanz lässt nicht viel Hoffnung für die Grün-Weißen: Zwei Endspiele, zwei Niederlagen, 0:7 Tore.

Beim 0:4 im vergangenen Jahr saß ich im Berliner Olympiastadion und musste mir das Trauerspiel mit anschauen. Da hat sich Werder nicht gewehrt und die Pleite war einfach abzusehen.

Was macht Sie so sicher, dass es heute nicht genauso läuft?

Einiges. Die Mannschaft hat sich aufgerappelt und ist wieder zum Leben erwacht. Außerdem haben wir mit Claudio Pizarro nun einen Rekordtorjäger in unseren Reihen und der ist in jedem Spiel für eine entscheidende Szene gut. Einzig die Abwehr macht mir Sorgen: Seit das Gespann Mertesacker/Naldo auseinander gerissen wurde, fehlt es doch etwas an Stabilität.

Wer macht Ihnen aus der aktuellen Werder-Mannschaft eigentlich am meisten Freude?

Torsten Frings. Wie der ackert und rackert und dabei seine Mitspieler pusht – das ist einfach nur große Klasse!

Frings wirkt auf dem Platz immer so schlecht gelaunt. Wie ist er denn privat?

Sicherlich ein ganz freundlicher Kerl. Aber wir alten Herren haben mit der aktuellen Mannschaft nicht so viel Kontakt. Wir haben unseren Raum und die ihren. Wir trinken ein Bierchen und die Jungs analysieren das Spiel. Das sind die entscheidende Vorteile des Alters.

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