31.01.2010

Wenn Norbert Dickel kommentiert

»Das ergibt Chaos!«

Als Nelson Valdez das 1:0 für Dortmund gegen den HSV erzielte, gingen mit dem BVB-Radioreporter Norbert Dickel alle Gäule durch. Ein paar Tage später ist sein Puls wieder unter 100, wir sprachen mit ihm über seine große Liebe zum BVB.

Interview: 11Freunde Bild: Imago
Herr Dickel, es ist nahezu beispiellos, wie Sie und Ihre Kollegen die Spiele des BVB im Netradio kommentieren. Sehen Sie einen Zusammenhang mit der Region, in der Sie leben – oder anders gefragt: Sitzt die Schnauze im Pott einfach lockerer?

Ich will es mal so sagen: Der Boris (Boris Rupert, d. Red.) und ich machen das jetzt seit elf Jahren, und wir quatschen halt so, wie uns der Schnabel gewachsen ist. Und deshalb rutscht uns da manchmal ein bisschen was raus. Deswegen haben wir aber vielleicht auch so viele Zuhörer!



In der Tat: Je nach Spiel kann es vorkommen, dass Sie über 150.000 gespannte Zuhörer beim BVB-Netradio haben – und das weltweit. Das ist Liga-Rekord!


Das stimmt. Aber das liegt eben daran, dass wir so emotional berichten.   

Wenn Sie sich zurückerinnern: Haben Sie damals als Kind und Jugendlicher selbst viel Fußball im Radio verfolgt?


Ja, klar! Ich bin ja leider schon etwas älter, und natürlich habe ich Fußball im Radio bei WDR2 gehört…

Sehen Sie sich in der Tradition alter Radio-Kommentatoren, oder haben Sie sogar aktuelle Lieblingskommentatoren?

Nein, das habe ich eigentlich nicht, und ich glaube auch, dass da jeder seinen eigenen Stil hat. Ich meine, es ist ja nun nicht so, dass ich mir vornehme, Blödsinn zu erzählen, sondern wir blubbern einfach drauf los. Boris und ich sind beide nicht nur Radiokommentatoren, sondern auch Fans. Und zusammen ergibt das: Chaos! (lacht)



Gegen den HSV hat die Hütte am letzten Wochenende ja mächtig gebrummt. Die Spannung hielt bis zum Schluss an. Haben Sie den Sieg des BVB jemals in Gefahr gesehen?


Wir wussten, dass der HSV eine wirklich gute Mannschaft hat und dass die immer gefährlich sind. Nur an diesem Tag waren sie halt nicht ganz so konzentriert, so will ich es mal sagen. Sie haben eine Menge Potential, aber an das Limit sind sie nicht gegangen. Und unsere Spieler, die vielleicht über nicht ganz so viel Potential verfügen, sind aber bis an die Grenze gegangen. Und das hat zum Glück dazu geführt, dass wir das Spiel gewonnen haben.

Welche Spiele lassen Ihr Herz als Fan und als Kommentator besonders hoch schlagen? Bei Derbys ist es so einigermaßen klar. Aber gibt es sonst Lieblingsspiele?

Natürlich, klar. Ganz prinzipiell ist es natürlich immer was Besonderes gegen die Blauen und die Bayern. Ansonsten natürlich Spiele, die knapp sind – das ist für uns das Salz in der Suppe. Dann macht’s besonders viel Spaß. Obwohl: Ich finde es auch schön, wenn wir nach 10 Minuten 3:0 führen, dann können wir etwas beruhigter reden…

Ihr unfreiwilliges Karriere-Ende als Profifußballer liegt mittlerweile 20 Jahre zurück. Juckt es trotzdem noch öfters mal im Fuß, gerade bei Heimspielen?

Nee, das ist jetzt rum! Ein paar Jahre habe ich da immer mal mitgetreten. Da habe ich meinen Vorderleuten oder Nachbarleuten in die Hacken getreten, aber das ist zum Glück rum. Allein wegen der Verletzungsgefahr ist das auch ganz gut so. (lacht)

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