23.11.2010

Wem gehört der Ball, Herbert Fandel?

»Das schönste Souvenir«

Der Spielball als Andenken – auch für Schalke-Stürmer Raul ein Muss. Nach seinem Dreierpack gegen Bremen griff der Spanier zu. Dass Schiri Knut Kircher die Pille so schnell hergab ist, ist eher ungewöhnlich, wie Herbert Fandel zu berichten weiß.

Interview: Alex Raack Bild: Imago
Herbert Fandel, Ihr Kollege Knut Kircher war so gnädig und hat dem dreifachen Schalker Torschützen Raul nach dem 4:0 gegen Werder Bremen den Spielball überlassen. Dabei ist das nicht unbedingt üblich...

In einem normalen Bundesligaspiel schon, aber während eines Endspiels besteht durchaus das Bestreben des Schiedsrichters, sich den Ball zu sichern.



Seit wann besteht diese Regel?

Keine Ahnung. Aber seit ich Spiele geleitet habe, war das so. Endspiele sind eben etwas ganz Besonderes, die meisten Unparteiischen pfeifen ein halbes Leben, ohne in den Genuß einer Finalteilnahme zu kommen. Und wenn man es dann geschafft hat, dann ist der Ball ein ganz besonderes Souvenir.

Sie haben vier Endspiele geleitet, dazu 247 Bundesligaspiele – Ihr Trophäenschrank dürfte voll sein.

Ich habe keinen Trophäenschrank. Wenn Sie meine Wohnung in Kyllburg betreten, werden Sie gar nicht merken, dass ich überhaupt etwas mit Fußball zu tun habe.

Sie haben die ganzen Wimpel, Geschenke und Medaillen doch nicht etwa weggeschmissen?

Gott bewahre! Ich habe einen Keller, dort lagern all die Erinnerungsstücke. Obwohl ich sagen muss, dass ein Großteil der Sachen bereits für Verlosungen, Tombolas und wohltätige Zwecke draufgegangen ist. Nur die Bälle werde ich niemals hergeben – ein schöneres Souvenir kann es für mich nach nicht geben!

Wenn wir Ihre Vita berücksichtigen heißt das also, dass Sie die Bälle aus folgenden Spielen in Ihrem Kyllburger Keller lagern: DFB-Pokalfinale 2004, DFB-Pokalfinale 2006, UEFA-Cup-Finale 2006 und Champions-League-Finale 2007.

Das stimmt nicht ganz. Den Ball aus dem UEFA-Cup-Endspiel besitze ich nicht.

War Ihnen das Spiel etwa nicht bedeutend genug?

Doch, natürlich! Aber er ist mir abhanden gekommen.

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