25.01.2014

Warum tun Sie sich die 3. Liga an, Stefan Reisinger?

»Ich kann nicht ewig spielen«

In der Winterpause verließ Stefan Reisinger seinen Ex-Arbeitgeber Fortuna Düsseldorf. Nun ist der Stürmer angekommen in Saarbrücken, in der 3. Liga und im Abstiegskampf. Wir sprachen mit ihm über eine Suspendierung am Rhein, Mike Büskens und die SpVgg Landshut.

Interview: Tobias Ahrens Bild: Imago

Stefan Reisinger, können Sie sich noch an Ihre sportliche Situation vor genau einem Jahr erinnern?
Ja, da spielte ich noch mit Fortuna Düsseldorf in der 1. Fußball-Bundesliga.

Genauer gesagt, waren Sie Doppeltorschütze beim 2:3 gegen den FC Augsburg. Nach Ihrem Wechsel zum 1. FC Saarbrücken kämpfen Sie nun gegen den Abstieg in Liga 3. Wir fragen uns: Warum tun Sie sich das an?
Keine Frage, ich wäre auch lieber noch in der Bundesliga. Ich habe mich jetzt für einen längerfristigen Weg in Saarbrücken entschieden. Der Klassenerhalt ist die wichtigste und schwierigste Aufgabe meiner Karriere.

Sie besitzen bereits den A-Trainerschein. Auf den Trainerstuhl in Saarbrücken haben Sie aber noch keinen Anspruch erhoben, oder?
Nein, ganz und gar nicht (lacht). In den kommenden zweieinhalb Jahren möchte ich als aktiver Fußballprofi auf dem Platz stehen. Davon abgesehen, macht unser Coach Milan Sasic einen sehr guten Job.

Ganz und gar nicht zufrieden sollen Sie von der Trainingsarbeit in Düsseldorf gewesen sein. Lag es an Ihrer Kritik des Trainings, dass Sie im November 2013 durch Mike Büskens suspendiert wurden?
Es ist sicherlich richtig, dass ich als erfahrener Spieler frühzeitig Lösungsvorschläge gegen unseren Negativtrend vorgetragen habe. Ich denke, dass man seine ehrliche und kritische Meinung auch kundtun soll. Während andere dies lieber im Geheimen und hinter dem Rücken tun, habe ich mich immer direkt geäußert.

Bis dato liefen Sie in jedem Spiel auf, schossen zwei Tore. Fühlten Sie sich als Bauernopfer im Medienzentrum Düsseldorf?
Ich muss schon zugeben, dass mich die Situation sehr belastet hat. Gerade auch, weil die Verantwortlichen konkrete Gründe für meine Suspendierung nie genannt haben. Und wenn man zurückblickt, muss man festhalten, dass es ohne mich auch nicht besser lief.

Ganz im Gegenteil. Mike Büskens wurde während Ihrer einmonatigen Zwangspause entlassen.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Mir ging es nie um den Trainer. In meinem Alter ist es mir eigentlich egal, wer dort auf dem Stuhl sitzt. Ich wollte einfach nur zurück in die Bundesliga.

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